<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>ICANN Europa &#8211; Sieben Köpfe, ein Posten &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/category/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>ICANN Europa &#8211; Sieben Köpfe, ein Posten &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Digitales Deutschland?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/digitales_deutschland-738/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/digitales_deutschland-738/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ICANN Europa - Sieben Köpfe, ein Posten]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/digitales_deutschland-738/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Europa hat gewählt. Diesmal ging es nicht um die Besetzung von Abgeordnetenbänken in Brüssel,
sondern um die Kandidatenliste für den Posten des europäischen Internetdirektors. Und zwei
deutsche Kandidaten haben das Rennen für sich entschieden. Mit großem Abstand konnten sich
Andy Müller-Maguhn, Sprecher des <a href="http://www.ccc.de/">Chaos Computer Clubs</a> und
<a href="http://members.icann.org/nom/cp/86.html">Jeanette Hofmann</a> vom
<a href="http://www.wz-berlin.de/">Berliner Wissenschaftszentrum</a> für
die Liste der europäischen ICANN-Kandidaten qualifizieren.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Europa hat gewählt. Diesmal ging es nicht um die Besetzung von Abgeordnetenbänken in Brüssel,<br />
sondern um die Kandidatenliste für den Posten des europäischen Internetdirektors. Und zwei<br />
deutsche Kandidaten haben das Rennen für sich entschieden. Mit großem Abstand konnten sich<br />
Andy Müller-Maguhn, Sprecher des <a href="http://www.ccc.de/">Chaos Computer Clubs</a> und<br />
<a href="http://members.icann.org/nom/cp/86.html">Jeanette Hofmann</a> vom<br />
<a href="http://www.wz-berlin.de/">Berliner Wissenschaftszentrum</a> für<br />
die Liste der europäischen ICANN-Kandidaten qualifizieren.</b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Schritt für Schritt rückt die Wahl des ICANN @Large Direktoriums näher;<br />
eine wichtige <a href="http://members.icann.org/schedule.html"> Etappe</a> auf dem Weg zum<br />
internationalen ICANN Board war die Nominierung der letzten beiden Kandidaten. Das<br />
<a href="http://www.icann.org/nomcom/"> ICANN-Komitee</a> selbst hatte Anfang August<br />
fünf Kandidaten aus den Bewerberlisten ausgesucht: <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/hansen.shtml">Alf Hansen</a>,<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/icann/cattaui.shtml">Maria Cattaui</a>, <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/popov.shtml">Dr. Oliver Popov<br />
</a> und <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/muron.shtml">Olivier Muron</a>. Zwei weitere Plätze hatte ICANN<br />
für Kandidaten, die von der Wählerschaft bestimmt werden konnten, vorgesehen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Obwohl sich insgesamt über <a href="http://members.icann.org/nom/cp/EU.html"><br />
30 Aspiranten</a> aufstellen ließen, zeichnete sich schon nach wenigen Tagen ein<br />
klarer Trend ab: die meisten der Bewerber stammten aus Deutschland und dementsprechend<br />
erhielten die deutschen Kandidaten auch die meisten Stimmen. Zwar konnten die @Large Member<br />
bis zum 8. September ihre Stimme abgeben, die Würfel fielen aber schon nach wenigen<br />
Tagen. Andy Müller Maguhn setzte sich sofort an die Spitze und Jeanette Hofmann lag von<br />
Anfang an auf Platz zwei. Schließlich erhielt das Chaos Computer Club-Mitglied 2686<br />
Stimmen, der Wissenschaftlerin gaben 1270 Wähler ihre Stimme.<br />
Damit erreichten beide spielend das <a href="http://members.icann.org/pubstats.html"><br />
Klassenziel</a>, wonach die beiden Kandidaten auf den endgültigen Stimmzettel kommen,<br />
die über 2%, also im Falle Europas 471 Stimmen ihres Wahlkreises erhalten haben und<br />
zwar aus mindestens zwei verschiedenen Ländern.<br />
Auch auf Platz drei landete mit Lutz Donnerhacke von <a href="http://www.fitug.de/">FITUG</a><br />
ein deutscher Bewerber.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Für ICANN-Europa bedeutet diese Wahl der beiden @Large Kandidaten zweierlei. Zum einen<br />
zeigt das Ergebnis, dass die deutschen @Large Mitglieder in Europa besonders aktiv sind, zum<br />
anderen deutet die Auswahl der beiden freien Kandidaten darauf hin, dass die Wählerschaft<br />
sich einen von wirtschaftlichen Zusammenhängen unabhängigen Vertreter wünscht.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dass die fünf von ICANN nominierten Kandidaten fachlich qualifiziert sind, das Amt des<br />
europäischen Direktors zu versehen, wird allgemein nicht bezweifelt. Allerdings machte<br />
sich in Fachkreisen Erstaunen breit, weil die Amerikaner vor allem Vertreter aus der Wirtschaft<br />
auf die Wahlzettel gesetzt hatten. Das internationale Direktorium soll jedoch vor allem die<br />
Interessen der Nutzer vertreten  und so straften eben diese die Auswahl ab, indem zwei<br />
unabhängige Kandidaten nominiert wurden. Bei ICANN in Kalifornien soll man übrigens<br />
nicht sehr glücklich gewesen sein über die europäische Wahl &#8211; &quot;Hacker ins<br />
Direktorium&quot;? Das erscheint den ICANN-Bürokraten dann doch ein wenig verwegen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das<br />
starke Engagement der Deutschen im Vergleich zum europäischen Ausland<br />
ist bemerkenswert, liegt doch Deutschland im Nutzervergleich nur im<br />
digitalen Durchschnitt. IT-Wunderländer wie Finnland oder die<br />
Niederlande haben jedoch ein viel geringeres <a href="http://members.icann.org/pubstats_unverified.html">Interesse an den ICANN-Wahlen</a><br />
gezeigt. Zum Vergleich: nach der vorläufigen ICANN-Statistik gab es in<br />
Deutschland 20475 Eintragungen ins Wahlregister, in den Niederlanden<br />
417 und in Finnland ganze 90. Und selbst in Bevölkerungsstarken Ländern<br />
wie Frankreich ließen sich grade einmal 3040 Wähler eintragen. Woran<br />
liegt das?<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Vielleicht<br />
fahren in den Sommermonaten weniger Deutsche in den Urlaub, die<br />
Holländer sind ja bekanntlich sehr reiselustig. Und die Griechen<br />
verbringen den August ebenso wie die Italiener kollektiv offline am<br />
Strand. Tatsächlich haben von den gut 20.000 <a href="http://members.icann.org/news.htm#nears">zugelassenen Wählern</a><br />
nur ungefähr die Hälfte von ihrem Stimmrecht gebrauch gemacht.<br />
Allerdings sind die Schwankungen zu groß, als dass man sie tatsächlich<br />
nur auf das Ferienverhalten beziehen kann.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein<br />
wichtiger Faktor ist der Bekanntheitsgrad von ICANN, der hauptsächlich<br />
durch<br />
Berichterstattung in den klassischen Medien zu beeinflussen ist. In<br />
Deutschland nahmen sich<br />
unter anderem der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung und sogar die<br />
Internetmuffel von der FAZ des Themas an und verhalfen den<br />
Online-Wahlen von ICANN zu einem relativ hohen Bekanntheitsgrad. Selbst<br />
in den USA ist die Wahl weder den klassischen Printmedien wie der New<br />
York Times noch den Organen der Netizens wie Wired eine Zeile wert.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Darüber<br />
hinaus ist das Thema ICANN den interessierten Usern durch verschiedene<br />
Fachveranstaltungen ins Bewusstsein gerufen worden. Auf der Tagung des<br />
ICANN-Studienkreis im März, beim Bertelsmann Seminar im Juni oder beim<br />
ECLIP Seminar im August hatten Interessierte die Möglichkeit zur<br />
Information und zum Austausch.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die starke Beachtung, die den ICANN-Wahlen hierzulande entgegengebracht wird,<br />
hängt vielleicht auch damit zusammen, dass die thematische Verknüpfung von<br />
Internet und Governance in Deutschland auf eine breitere Schicht von Interessenten trifft.<br />
Könnte es sein, dass wir zwar weniger Nutzer insgesamt haben, dafür aber über<br />
eine politischere Userschaft verfügen? Haben die Deutschen mehr &quot;Spaß´&quot; an ernsten<br />
Internetthemen, wie Regulierung und Verwaltung? Oder wollen die Deutschen bei einer<br />
Weltbehörde, auch wenn sie nur Zahlen und Namen verwaltet, unbedingt mitmischen?<br />
ICANN-Kenner Professor Wolfgang Keinwächter (Leipzig) meint dazu: &quot;Deutschland ist zwar,<br />
bezogen auf<br />
das Internet, nur im europäischen<br />
Mittelfeld aber diejenigen, die drin sind, sind besonders aktiv.&quot; Also doch die berühmte<br />
Gründlichkeit?<br />
</span></span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ebenso wenig wie man bei ICANN weiß, aus welchen Bevölkerungsschichten sich die<br />
@Large Wähler rekrutieren, warum sie sich registrieren lassen und ob sie am Ende<br />
tatsächlich von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen werden, kann man diese Fragen<br />
beantworten.<br />
Die starke deutsche Beteiligung an den Wahlen lässt allerdings einen -wenn auch<br />
spekulativen- Schluß zu: Die Chancen, dass ein Deutscher den Posten des<br />
europäischen Internetdirektors erringt, stehen gut. Ob dann jedoch der Telekom-Mann<br />
Schüler, der Netizen Andy Müller-Maguhn oder die Netz-Wissenschaftlerin<br />
Jeanette Hofmann das Rennen macht, hängt nicht zuletzt damit zusammen, ob das<br />
gros der Wähler einen unabhängigen Experten für geeigneter hält,<br />
ihre Interessen zu vertreten. Bis es soweit ist, können sich die registrierten<br />
Wähler in dem bei ICANN eingerichteten <a href="http://members.icann.org/qa.html"> &quot;Question and Answer&quot; Forum</a> informieren<br />
oder im <a href="http://angua.rince.de/icann-europe/"><br />
europäischen Forum</a> von Fitug diskutieren.</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/digitales_deutschland-738/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Jeanette Hofmann, deutsche ICANN-Kandidatin</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/interview_mit_jeanette_hofmann_deutsche_icann_kandidatin-739/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/interview_mit_jeanette_hofmann_deutsche_icann_kandidatin-739/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ICANN Europa - Sieben Köpfe, ein Posten]]></category>
		<category><![CDATA[Jeanette Hofmann]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/interview_mit_jeanette_hofmann_deutsche_icann_kandidatin-739/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Jeanette Hofmann forscht am Berliner Wissenschaftszentrum
und leitet dort das Projekt &#34;Internet und Politik&#34;. Sie beschäftigt sich seit längerem
mit der Architektur des Netzes und war auch Gründerein des Projektes &#34;Kulturraum Internet&#34;. Seit kurzem
ist sie Mitglied beim CPSR (Computer Scientists for Social Responsability). Ihre politischen Ambitionen
und wissenschaftlichen Interessen zu verbinden: ICANN könnte diesen Wunsch möglich machen.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Jeanette Hofmann forscht am Berliner Wissenschaftszentrum<br />
und leitet dort das Projekt &quot;Internet und Politik&quot;. Sie beschäftigt sich seit längerem<br />
mit der Architektur des Netzes und war auch Gründerein des Projektes &quot;Kulturraum Internet&quot;. Seit kurzem<br />
ist sie Mitglied beim CPSR (Computer Scientists for Social Responsability). Ihre politischen Ambitionen<br />
und wissenschaftlichen Interessen zu verbinden: ICANN könnte diesen Wunsch möglich machen.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sie haben den Sprung in die Reihe<br />
der ICANN-Kandidaten an zweiter<br />
Stelle geschafft. Haben Sie mit dieser großen Resonanz gerechnet? Woher kamen ihre Wähler?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>:Chancen habe ich mir schon ausgerechnet, sonst hätte ich ja meinen<br />
Hut nicht in den Ring geworfen. Allerdings habe ich zum Zeitpunkt<br />
meiner Kandidatur nicht geahnt, dass der Andrang auf der<br />
europäischen Liste derart groß sein würde. Insofern hat mich das<br />
Ergebnis dann doch überrascht.<br />
Wer mich gewählt hat, ist schwer zu sagen. Wir wissen ja nicht mal,<br />
wer eigentlich Mitglied bei ICANN ist. Einige alte Bekannte aus<br />
früheren Tagen im Netz werden darunter sein, aber auch Menschen,<br />
die eine unabhängige Kandidatin unterstützen wollten.<br />
</span>
</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/images/jhofmann.jpg" alt="Jeanette Hofmann" border="1" height="135" hspace="0" vspace="0" width="106" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Jeanette Hofmann<br />
			</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie wollen Sie es schaffen<br />
bei den europäischen @large-Mitgliedern<br />
bekannt<br />
zu werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Die Vorwahlen haben mir ja bereits einige Sichtbarkeit verschafft. Das<br />
Wahlsystem hatte den wohl gewollten Effekt, dass die KandidatInnen<br />
mit den meisten Voten die größte Aufmerksamkeit auf sich zogen.<br />
Nähere Bekanntschaft kann man mit mir auf der europäischen<br />
Mailingliste icann-europe@fitug.de schließen.<br />
Ein Problem ist allerdings, dass bislang nur die deutsche Presse die<br />
Wahl der ICANN Direktoren wichtig genug findet, um darüber<br />
regelmäßig zu berichten. Der mediale Kanal zu einer breiteren<br />
europäischen Öffentlichkeit ist derzeit ziemlich verstopft.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Chancen rechnen Sie sich<br />
gegen z.B. Andy Müller-Maghun aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Diese Frage stellen mir alle! Ich gehe davon aus, dass wir<br />
unterschiedliche Wählerkreise ansprechen. Interessanterweise hat ja<br />
nur ein Bruchteil derer, die ihre Mitgliedschaft aktiviert haben, auch<br />
tatsächlich gewählt. Niemand weiß, wieviele Mitglieder sich bei der<br />
eigentlichen Wahl an die virtuelle Urne begeben werden. Daher läßt<br />
sich auch über die Chancen der sieben KandidatInnen bloß<br />
spekulieren &#8211; und dafür sind andere zuständig 😉<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Können Sie ihr Wahlprogramm in<br />
Stichpunkten umreissen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Ein Wahlprogramm, wie man es von Parteien kennt, habe ich nicht.<br />
Sehr wichtig ist mir die Zukunft der At Large Membership. Deren<br />
weiteres Schicksal soll ja durch eine Evaluierungsstudie geklärt<br />
werden. Diese Studie hat zur Aufgabe, die direkte Beteiligung und<br />
Repräsentanz der Nutzer, aber auch die Wahl der At Large<br />
Direktoren grundlegend zu hinterfragen. Mein Vorschlag besteht<br />
darin, dem Ergebnis dieser Studie durch das Schaffen von Fakten,<br />
sprich: durch die Selbstorganisation der individuellen Nutzer,<br />
zuvorzukommen. Notwendig ist jetzt, dass sich die Mitglieder innerhalb<br />
der fünf Wahlkreise eine Struktur geben und handlungsfähig werden.<br />
In Europa gibt es die Bereitschaft dazu. Daran will ich mich aktiv<br />
beteiligen.<br />
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Domainnamensystem. Dessen<br />
Reformierung ist auch Gegenstand meines derzeitigen<br />
Forschungsprojekts. Domainnamen sind &#8211; wie IP Adressen auch &#8211; als<br />
öffentliches Gut geschaffen worden. Das bedeutet keineswegs, dass<br />
sich jede(r) willkürlich jeden Namen unter den Nagel reißen darf. Es<br />
geht vielmehr darum, Regeln zu formulieren, die für einen egalitären<br />
Zugriff auf den Namensraum sorgen. In der internationalen<br />
Netzgemeinde wird die Kontroverse über das Domainnamensystem<br />
inzwischen auf das Recht der freien Meinungsäußerung zugespitzt.<br />
Der Gedanke, dass im Verteilungskonflikt um Domainnamen nicht<br />
allein die Präsenz der individuellen Nutzer im Cyberspace verteidigt<br />
wird, sondern auch das Recht, öffentlich Position zu beziehen, setzt<br />
sich hierzulande erst allmählich durch.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> In eigener Sache: Warum<br />
sollten die Europäischen @large member für<br />
Sie stimmen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Zum Glück repräsentieren die sieben KandidatInnen leicht<br />
unterscheidbare Fähigkeiten und persönliche Stile.<br />
Meine<br />
Kompetenzen liegen im Grenzbereich von Technik und Politik. Ich bin<br />
Technikforscherin mit einem ausgeprägten Sinn für<br />
gesellschaftspolitische Fragen &#8211; gerade auch solchen, die sich aus<br />
der Entwicklung der Netzarchitektur ergeben. Im Unterschied zu den<br />
anderen europäischen KandidatInnen trete ich unabhängig von<br />
irgendeiner Organisation an. Aber für wen die europäischen At Large<br />
Member stimmen sollen, das wissen sie selbst am besten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was interessiert Sie an ICANN? Reizt<br />
Sie die top-level-domain Vergabe<br />
oder glauben Sie, dass ICANN auch an politischem Einfluss gewinnen kann?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Die Regulierung des Namensraums ist aus meiner Sicht eine<br />
politische Angelegenheit. Bestimmend für die Entwicklung des<br />
Domainnamensystems ist gerade nicht, was technisch machbar wäre<br />
(Hunderte neuer Top Level Domains, nur so zum Beispiel), sondern<br />
was sich gegen den erklärten Widerstand der gut organisierten<br />
Schützer von Warenzeichen und geistigem Eigentum durchsetzen<br />
läßt.<br />
An ICANN interessiert mich, was ich im Internet schon seit Jahren<br />
mit ungebrochener Neugier verfolge: Die Mechanismen und Strategien,<br />
die dieses dezentrale Gebilde zusammenhalten: Welche andere<br />
Infrastruktur gesteht ihren einzelnen Gliedern derart viel Autonomie zu?<br />
Welche Infrastruktur hatte jemals ein so rapides Wachstum verbunden<br />
mit unkontrollierbaren Funktionserweiterungen zu verkraften &#8211; und wieso<br />
gelingt das immer überhaupt?<br />
Derzeit werden diese Fragen unter der Rubrik &quot;Internet Governance&quot;<br />
diskutiert. ICANN ist der Versuch, einen Teil dieser<br />
Governancefunktionen  &quot;netzgerecht&quot; zu institutionalisieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wäre es vorstellbar, dass ICANN<br />
irgendwann zwischen Ländern vermittelt,<br />
wenn es z.B. um Seiten mit volksverhetzenden Inhalten geht?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Nein. ICANN ist für Namen und Nummern zuständig, nicht für die<br />
Regulierung von Diensten und Inhalten. Und das ist gut so. Zumindest<br />
im Netz haben bescheiden dimensionierte Autoritätsansprüche die<br />
größeren Aussichten auf Erfolg.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> E-Demokratie und Online-Wahlen<br />
sind ein beliebtes Thema. In wie weit<br />
können die ICANN-Wahlen hier als Versuchmodell gesehen werden? Oder<br />
können wir eher aus den Fehlern für die Zukunft lernen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Wieso oder? Die Wahlen sind ein Experiment. Entsprechend läuft<br />
einiges schief. Zu einem großen Teil ist das darauf zurückzuführen,<br />
dass ICANN weder finanziell noch personell in der Lage ist, eine<br />
globale Wahl durchzuführen. Zur Veranschaulichung: Für die 160.000<br />
Mitglieder von ICANN ist eine einzige Person zuständig. Das führt bei<br />
allen Beteiligten zu Frustration. Wir wissen jetzt, dass sich mit einer<br />
200.000 Dollar-Spende der Markle Foundation keine Wahl abhalten<br />
läßt. Das mag trivial klingen, die Konsequenzen daraus sind es nicht.<br />
Sollen die Wähler etwa künftig einen Obulus entrichten, um das<br />
Wahlrecht zu erlangen? Das ist nur eine von vielen Fragen, die sich<br />
demnächst stellen werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wird ICANN durch die @large Direktoren<br />
demokratischer?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Sicher nicht allein durch die fünf At Large Direktoren, sondern durch<br />
die Mitwirkungsansprüche der Nutzer, die sie hoffentlich mobilisieren<br />
werden. Das gilt übrigens für alle Direktoren: sie sind so einflussreich<br />
wie die Interessen, die sie vertreten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie kommerziell darf das Internet<br />
sein? Wie reguliert muss es sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Ich habe nichts dagegen einzuwenden, dass die Wirtschaft das Netz<br />
schließlich auch entdeckt hat und damit nun Geld verdienen will. Das<br />
Schöne am Cyberspace ist ja, dass es genug Platz für alle gibt. Zum<br />
Problem wird die Kommerzialisierung allerdings, wenn das gesamte<br />
Internet den Spielregeln des Marktes unterworfen werden soll. Die<br />
ausufernden Besitzansprüche gegenüber Domainnamen sind nur ein<br />
Beispiel dafür.<br />
Regulierungsmaßnahmen sollten darauf zielen, dass das libertäre<br />
Nebeneinander im Netz gewahrt bleibt. Davon profitieren wir<br />
schließlich alle.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sie sind eine der wenigen<br />
weiblichen Kandidaten und dazu noch aus dem<br />
nicht so stark vertretenen Wissenschaftssektor, spielt das im ICANN-Umfeld eine Rolle?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Ja. Eine weit größere als ich im Jahr 2000 noch für möglich gehalten<br />
hätte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Zum Schluss noch die<br />
leidige Finanzierungsfrage: Sollten Sie<br />
Direktor werden, wie werden Sie diese Tätigkeit finanzieren und organisieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hofmann</b>: Ich bin in der dankbaren Situation, dass die Verwaltung des Internet<br />
mein Forschungsfeld ist. Die Beschäftigung mit ICANN ist sozusagen<br />
mein Broterwerb. Meine Arbeitgeber unterstützen meine Kandidatur<br />
und haben mir zugesagt, für zusätzliche Kosten aufzukommen. Mit<br />
dem Salär eines Direktors wird sich allerdings nicht der Aufbau der At<br />
Large Membership finanzieren lassen. Wir benötigen einen<br />
europäischen Fond, der unabhängig von der Person des Direktors<br />
Mittel für die Aufgaben, die mit diesem Amt verbunden sind,<br />
bereitstellt.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/interview_mit_jeanette_hofmann_deutsche_icann_kandidatin-739/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Andy Müller-Maguhn, deutscher ICANN-Kandidat</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/interview_mit_andy_mueller_maguhn_deutscher_icann_kandidat-740/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/interview_mit_andy_mueller_maguhn_deutscher_icann_kandidat-740/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ICANN Europa - Sieben Köpfe, ein Posten]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Müller-Maguhn]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/interview_mit_andy_mueller_maguhn_deutscher_icann_kandidat-740/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Andy Müller-Maguhn wird als Kandidat für den Posten des ICANN-Direktors hoch gehandelt.
Seit 1990 ist er Sprecher des <a href="https://www.ccc.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Clubs</a>,
der sich vor allem als Forum der Hacker-Szene sieht und die Förderung der
Informationsfreiheit anstrebt.<br />
Im Interview mit politik-digital definiert er
das Ziel von ICANN und spricht über seine Wahlkampfinhalte.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Andy Müller-Maguhn wird als Kandidat für den Posten des ICANN-Direktors hoch gehandelt.<br />
Seit 1990 ist er Sprecher des <a href="https://www.ccc.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Clubs</a>,<br />
der sich vor allem als Forum der Hacker-Szene sieht und die Förderung der<br />
Informationsfreiheit anstrebt.<br />
Im Interview mit politik-digital definiert er<br />
das Ziel von ICANN und spricht über seine Wahlkampfinhalte.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sie haben den Sprung in die Reihe der<br />
ICANN-Kandidaten mit über 2800<br />
Stimmen geschafft und damit fast alle anderen Bewerber abgehängt. Haben<br />
Sie eine Erklärung für das große Wählervertrauen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Als Aktivist und Sprecher des CCC bin ich im Themenkreis Internet und<br />
Gesellschaft ja schon eine Runde unterwegs. So gesehen könnte man behaupten,<br />
daß ich nicht erst seit der ICANN-Wahl &quot;Wahlkampf&quot; betreibe, sondern<br />
mich eben schon 10 Jahre auch als Sprecher gegenüber der Presse und<br />
auf zahlreichen Podiumdiskussionen für freien Informationsfluss und<br />
die Würdigung des Netzes als öffentlichen Raum kümmere.<br />
Ein bisschen überrascht war ich allerdings selbst.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Woran liegt es eigentlich, dass vor<br />
allem die Deutschen die<br />
Kandidatenliste dominierten? Warum ist das Thema ICANN im Ausland so<br />
wenig bekannt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Offenbar hat die von Spiegel und Heise ja doch relativ<br />
intensiv betriebene<br />
Berichterstattung über Icann, die bevorstehende Wahl und die Möglichkeit,<br />
sich als Wähler registrieren zu lassen doch ziemliche Wirkung gehabt.<br />
Es macht ein bisschen den Eindruck, als seien die Internet Nutzer<br />
in Deutschland, die sich auch um die gesellschaftlichen Folgen der<br />
Technologie Gedanken machen doch relativ zahlreich im Gegensatz<br />
zu anderen europäischen Ländern.<br />
Offenbar haben in vielen anderen Ländern die Medien die Relevanz<br />
des Themas noch nicht erkannt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie wird ihr Wahlkampf jetzt ablaufen?<br />
Digital oder auch analog?<br />
Haben Sie &quot;Wahlkampfhelfer&quot;?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Der &quot;Wahlkampf&quot; hat ja zum Glück mit dem, was man normalerweise<br />
mit dem Begriff &quot;Wahlkampf&quot; assoziert nicht viel zu tun. Also keine<br />
Luftballons und auch keine Plakate mit blöden Sprüchen. Ich habe auch<br />
keine Wahlkampfhelfer.<br />
Was momentan passiert ist, daß sich eine Kommunikationsbasis zwischen<br />
den verschiedenen Nutzern in den europäischen Ländern aufbaut, damit<br />
so etwas wie eine europäische Vertretung überhaupt möglich ist. Das<br />
nimmt viel Zeit in Anspruch, viele E-Mails, teils direkt, teils über<br />
Mailinglisten und noch mehr Presseanfragen aus allen möglichen<br />
europäischen Ländern. Nach derzeitigem Stand werde ich wohl<br />
im September auch noch ein bisschen in Europa herumreisen und<br />
mich ein paar Diskussionen stellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie wollen Sie es schaffen bei den<br />
europäischen @large-Membern bekannt<br />
zu werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Also, derzeit habe ich nicht den Eindruck, daß es mein Problem ist, bei<br />
den europäischen @large-Member bekannt zu werden, die Schwierigkeit<br />
besteht eher darin, eine Kommunikationsbasis für inhaltliche Auseinan-<br />
dersetzung aufzubauen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Können Sie ihr Wahlprogramm<br />
in Stichpunkten umreissen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Mehr Transparenz, mehr Beteiligungsoptionen, Dezentralisierung.<br />
Ich habe nichts gegen eine Erweiterung des Netzes um kommerzielle<br />
Bestandteile, aber etwas gegen eine Vereinnahmung des öffentlichen<br />
Raumes durch kommerzielle Interessen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was interessiert Sie an ICANN? Reizt<br />
Sie die top-level-domain Vergabe<br />
oder glauben Sie, dass ICANN auch an politischem Einfluss gewinnen kann?<br />
Wäre es vorstellbar, dass ICANN irgendwann zwischen Ländern vermittelt,<br />
wenn es z.B. um Seiten mit volksverhetzenden Inhalten geht?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Es ist mir an einigen Stellen ein persönliches Anliegen,<br />
daß die Architektur<br />
des Netzes nicht in die Hände von Industrieunternehmen und Regierungen<br />
fällt, die kein Verständniss für den globalen Kulturraum Internet haben.<br />
Die Entscheidungen, die bei ICANN gefällt werden, haben weitreichende<br />
Entscheidungen &#8211; auch auf das Internet als Medium und somit auf die<br />
Gesellschaft. Derzeit gibt es eine Reihe von schwellenden Konflikten,<br />
die nach meiner Einschätzung eine klare Interessensvertretung der<br />
Netzbewohner im ICANN braucht.<br />
Die Gefährdung des free flow of information geht dabei derzeit eher<br />
von Industrieinteressen aus. Derzeit.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> E-Demokratie und Online-Wahlen<br />
sind ein beliebtes Thema. In wie weit<br />
können die ICANN-Wahlen hier als Versuchmodell gesehen werden? Oder<br />
können wir eher aus den Fehlern für die Zukunft lernen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Die ICANN Wahl hat ziemlich wenig mit einer Wahl in einer repräsentativen<br />
Demokratie gemeinsam. Hier gibt es viele Besonderheiten zu beachten.<br />
Online-Wahlen halte ich auch nicht durchgehend für sinnvoll, weil<br />
Demokratie zunächst einmal heißen muß, gesellschaftliche Transparenz<br />
aufzubauen und die Informationen verfügbar zu machen, auf deren Basis<br />
man sinnvolle Entscheidungen im großen wie im kleinen fällen kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wird ICANN mit den neuen Direktoren weniger USA-lastig und<br />
regierunsnah? Wird ICANN demokratischer?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Zumindest ist die diesjährige @large-Wahl &#8211; bei allen Einschränkungen &#8211;<br />
wohl ein Schritt in die richtige Richtung um tatsächlich zu Nutzer-<br />
legitimierten Entscheidungen und einem dezentralen Ansatz weg<br />
von reiner US-Regierungsdominanz zu kommen. Diesbezüglich<br />
bleibt aber noch viel zu tun.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie kommerziell darf das Internet sein?<br />
Wie reguliert muss es sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Das Internet ist ein globaler Kulturraum, der<br />
viele unterschiedliche Auffasungen<br />
über viele Fragestellungen verbindet. Das soll auch so bleiben.<br />
Kommerzielle Anwendungen finden unter anderen Regelungen statt<br />
als nicht kommerzieller Gedankenaustausch. Insofern sollten die<br />
einzelnden Anwendungsbereiche unter Ihren eigenen Regelungen<br />
stattfinden. Die Übertragung kommerzieller Regeglungen auf<br />
nichtkommerzielle Räume sehe ich als  ein Verbrechen an der Sache.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Zum Schluss noch die leidige<br />
Finanzierungsfrage: Sollten Sie<br />
Direktor werden, wie werden Sie diese Tätigkeit finanzieren und organisieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Ich finanziere meine eigene Arbeit grundsätzlich unabhängig, da<br />
verweise ich jetzt mal aus Zeitgründen auf meine offiziellen<br />
Bewerbungserklärungen zu dieser Frage. Organisation<br />
selbstverständlich zum größtenteil über das Netz.  Das mache<br />
ich nun seit 10 Jahren.<br />
Transparenz wird natürlich ein Thema, das ebenso wie begleitende<br />
(Rechts-)beratungen, Zusammenkünfte von Vertreten europäischer<br />
Nutzervereinigungen etc. finanziert werden muß. Diese Fragen<br />
werde ich aber ggf. nicht selbst sondern in Absprache mit anderen<br />
klären.<br />
Ich sehe mich ja auch als Kandidat für diesen  Direktoriumsposten,<br />
als Vertreter eines Netzwerks von Menschen.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/interview_mit_andy_mueller_maguhn_deutscher_icann_kandidat-740/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
