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	<title>Multimediapolitk &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Multimediapolitk &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Medienpolitik: Viel Lärm um nichts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans J. Kleinsteuber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Oct 1999 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[&#34;Kein Stein wird auf dem anderen bleiben&#34;. So pathetisch begann der
Abschlußbericht einer Enquete-Kommission des Bundestages zu &#34;Zukunft
der Medien&#34;. Zweieinhalb Jahre lang saßen Parlamentarier und
Sachverständige beisammen und berieten, wie es mit &#34;Deutschlands Weg in
die Informationsgesellschaft&#34; weitergehen solle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Kein Stein wird auf dem anderen bleiben&#8221;. So pathetisch begann der<br />
Abschlußbericht einer Enquete-Kommission des Bundestages zu &#8220;Zukunft<br />
der Medien&#8221;. Zweieinhalb Jahre lang saßen Parlamentarier und<br />
Sachverständige beisammen und berieten, wie es mit &#8220;Deutschlands Weg in<br />
die Informationsgesellschaft&#8221; weitergehen solle.<!--break--><br />
Was 1998 herauskam, war in mehrfacher Hinsicht Stückwerk. Zum einen<br />
wurde ein beeindruckender Strauß von fünf Zwischenberichten verfaßt,<br />
in denen Parteien, Interessenten und Einzelpersonen ihre Denkspur<br />
hinterließen. Zum anderen gab es den Schlußbericht, in dem alles noch einmal zusammengeführt werden sollte. Was so geordnet daherkommt, wird immer<br />
von ein wenig Improvisation und Chaos begleitet. Aber das ist der eher<br />
sympathische Teil. Wenn es zur Sache ging, kamen oft nur Gemeinplätze<br />
heraus. Wie der oben zitierte Einleitungssatz, der aus einem in Auftrag<br />
gegebenen Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger stammt.<br />
Wer sich in Plattheiten flüchtet, kaschiert damit oft Unbeweglichkeit und Richtungslosigkeit. Die Einrichtung dieser Enquete-Kommission war<br />
einst von den Grünen gefordert worden, die freilich &#8220;Mediengesellschaft&#8221;<br />
in den Mittelpunkt stellen wollten und eher an Konzentration und<br />
Niveauverfall interessiert waren. Die Sozialdemokraten gewannen sie als<br />
Bündnispartner, denn allein wären sie nicht antragsberechtigt gewesen.<br />
Die aber dachten viel mehr an High Tech, an Informations- und<br />
Kommunikationstechniken und sorgten dafür, daß es nun Chancen und<br />
Risiken der &#8220;Informationsgesellschaft&#8221; im Mittelpunkt standen. Dieser<br />
paradigmatische Begriff war 1994 vom eher geschwätzigen Kommissar<br />
Martin Bangemann in Brüssel lanciert worden.<br />
Als klar wurde, daß die Kommission kommen würde, bastelten auch<br />
Christdemokraten mit, setzten aber optimistische Akzente, nun war<br />
vor allem von Chancen die Rede, kaum mehr von Risiken.<br />
Das Interesse der Sozialdemokraten war verständlich, denn sie<br />
konnten auf den Vorsitz rechnen. Derartige Positionen sind unter<br />
Parlamentarien höchst begehrt, denn sie versprechen Machtressourcen,<br />
sprich Mitarbeiterstellen und jährlich sechsstellige Gelder für Gutachter.<br />
Vorsitzender werden, das markiert ein Ende des Hinterbänkler-Daseins<br />
und qualifiziert für höhere Amter. Der Ex-Vorsitzende Siegmar Mosdorf<br />
wußte seine Chance zu ergreifen. In der rot-grünen Regierung ist er zum Parlamentarischer Staatsekretär im Ministerium für Wirtschaft und<br />
Technologie avanciert.<br />
Die Besetzung einer Enquete-Kommission erfolgt auf beiden Seiten &#8211;<br />
Parlamentarier und Sachverständige &#8211; nach Parteiproporz:<br />
Die Größe der Fraktion bestimmt die Anzahl der Mitglieder.<br />
Formal sind die externen Sachverständigen, zumeist Wissenschaftler,<br />
gleichberechtigt. Faktisch wird ihnen vom ersten Tag an verklart,<br />
daß sie nur Gäste auf parlamentarischem Parkett sind.<br />
Zuarbeit und Formulierungshilfe sind erwünscht, ansonsten wird<br />
Fraktionsdisziplin und Unterordnung erwartet. So blieb das Management<br />
der Kommission in den Händen einiger weniger Parlamentarier, die sich<br />
eine von außen kaum durchschaubare informelle Struktur aufbauten. Der<br />
Name dafür lautet Obleutegremium, Treffen fanden im<br />
Bundestagsrestaurant oder im <a href="http://www.presseclub.de/_index.htm">Presseclub</a> statt. Dort wurden die<br />
Mitarbeiterstellen besetzt (auf die ausgeschriebenen fünf Positionen<br />
meldeten sich 700 Bewerber) und wie zufällig kamen die Glücklichen<br />
regelhaft aus den beiden großen Parteien.<br />
Obleutegremien begleiten in Bonn alle Ausschüsse und sollen unstrittige<br />
Dinge im Vorfeld bereinigen. Das gibt Sinn, nur waren bei uns zwei<br />
zentrale Vorgaben nicht eingehalten: Zum einen sind die nicht-<br />
parlamentarischen Sachverständigen von deren Arbeit vollständig<br />
ausgeschlossen, zum anderen entschieden diese Obleute anstelle der<br />
Kommission. Was sie beschieden, wurde sogleich von<br />
der Bundestagsverwaltung umgesetzt. Was hier wie eine Verirrung im<br />
parlamentarischen Prozedere wirkt, hatte weitreichende Konsequenzen.<br />
Zwar delegieren eigentlich alle, also auch kleine Parteien, in dieses<br />
Gremium Faktisch haben ihre Vertreter aber so viele Termine<br />
wahrzunehmen, daß sie kaum präsent sind. Folglich waren Vertreter der<br />
großen Parteien und ihre Leute im Kommissionssekretariat oft unter<br />
sich. Lag es da nicht nahe, Paketlösungen zwischen den beiden großen<br />
Parteien auszuhandeln? Im Klartext: Man saß in kleiner Runde beim Essen<br />
beinander und kungelte Steuergelder aus. Dabei ging es nicht nur um die<br />
Verteilung von Pfründen. Die großen Parteien wollten auch unliebsame<br />
Überraschungen vermeiden. Während die <a href="http://www.cdu.de/">CDU</a>/<a href="http://www.csu.de/">CSU</a>-Vertreter<br />
dafür sorgten, daß die aktuelle Medien- und Technologiepolitik der<br />
Bundesregierung nicht durchkreuzt wurde, profilierte sich die <a href="http://www.spd.de/">SPD</a><br />
mit viel Techno-Speak als zukunftsoffene Partei. Zwar waren sie sich<br />
nicht immer einig &#8211; etwa zu den öffentlich-rechtlichen Anstalten gibt<br />
es unversöhnliche Gegensätze -. Gleichwohl überwog das gemeinsame<br />
Interesse, einen argumentativen Mainstream nicht zu verlassen.<br />
Die Sorge vor unplanbaren Querschüssen war offensichtlich groß, so<br />
wurden vor allem bewährte Wissenschaftler im Umfeld der beiden<br />
großen Parteien beauftragt. Folgerichtig wirkten viel der vorgelegten<br />
Ergebnisse wie &#8220;recyclet&#8221;, ein berechenbares Mittelfeld wurde nicht<br />
verlassen. Der Nachteil ist offensichtlich: Neue Ideen hatten keine Chance.<br />
Das heftige Bemühen der Grünen, wenigstens einen Gutachtenauftrag<br />
zu ergattern, scheiterte an undurchsichtigen Haushaltskürzungen.<br />
So blieb ihr nicht ganz unwichtiges Thema, digitales Fernsehen,<br />
unbearbeitet. Ging es um die Ladung von Fachleuten, so sonnte man<br />
sich gern im Umfeld klingender Namen, weniger aus der Wissenschaft<br />
als aus der Wirtschaft. Und immer wieder tauchte SPD-Favorit<br />
Bertelsmann auf, der schon einen Sachverständigen in der Kommission<br />
stellen durfte. Sogar bei einer Anhörung von Wissenschaftlern trat ein<br />
Top-Manager des Hauses auf, ein Professoren-Titel qualifizierte ihn<br />
offensichtlich dafür. Wen wundert da noch, daß Ex-Vorsitzender<br />
Mosdorf sich inzwischen in Gremien der Bertelsmann-Stiftung tummelt?<br />
Die faktischen Macht-Hierarchien im <a href="http://www.bundestag.de/">Bundestag</a> hatten noch weitere<br />
Konsequenzen. Ein Politiker geht dorthin, wo etwas zu holen ist &#8211; also in die kleine Kungelrunde und nicht in die öffentlichen Hearings. Als sich eine<br />
Redakteurin der <a href="http://www.fr-aktuell.de/">Frankfurter Rundschau</a> in eine der wenigen öffentlichen<br />
Kommissions-Anhörungen verirrte, schlagzeilte sie: &#8220;Gähnende Leere<br />
auf den Stühlen der Volksvertreter&#8221; (19. 3. 1998). Der Vorsitzende<br />
war nach ihrer Beobachtung kurz nach der Begrüßung enteilt,<br />
so stellte sie lakonisch fest:&#8221;Den Volksvertretern scheint es weniger<br />
um sachverständige Beratung als um die Profilierung ihres Namens<br />
zu gehen.&#8221; Wohl wahr.<br />
Die High-Tech-Show der Kommission mit Lokalterminen bei<br />
IBM und der Telekom, bei AOL und der GMD überdeckte eigene<br />
Phantasielosigkeit. In festgefügten Bahnen diente sie der<br />
Selbstprofilierung Einzelner. Die Chance wurde vertan, über den<br />
parlamentarischen Tellerand zu schauen und einen offenen Diskurs über<br />
unser aller Zukunft zu führen. Dabei traf es nicht nur unangepasste<br />
Wissenschaftler. Auch Abgeordnete, die wirklich am Thema arbeiteten,<br />
wie der SPD-MdB Jörg Tauss und der grüne MdB Dr. Manuel Kiper hatten es<br />
schwer. Ihre Arbeiten zur Datensicherheit zählen zu den wenigen<br />
innovativen Beiträgen in der Kommissionsarbeit. Tauss, dem übrigens die<br />
Bundestagsverwaltung einst den Betrieb eines Modems am Telefon<br />
untersagte, sitzt auch 1999 noch auf der Hinterbank; Kiper wurde von<br />
der eigenen Partei nicht wieder aufgestellt. Umgekehrt saßen in der<br />
Kommission Personen, die eingestandenermaßen keinerlei praktische<br />
Erfahrung mit den neuen IuK-Techniken hatten. Trotz aller<br />
modernistischer Rhetorik: Da etliche Mitglieder über keine<br />
funktionsfähige Email-Adresse verfügten, wurden Berge von Papier<br />
versandt.<br />
Weil es um Öffentlichkeitswahrnehmung geht, sagt die Kommission in<br />
ihrem Schlußbericht ganz tolle Dinge zu &#8220;Bürger und Staat 21&#8221;. &#8220;Mehr<br />
Information für die Bürger&#8221; und &#8220;Neue Beteiligung der Bürger an der<br />
politischen Willensbildung&#8221; sind nur einige der Stichworte. Während<br />
hier Transparenz und elektronische Demokratie beschworen werden,<br />
praktizierten die Diadochen der Kommission das genaue Gegenteil. Dabei<br />
wurden offensichtlich sogar die Geschäftsordnung und eigene Beschlüsse<br />
des Hohen Hauses mißachtet. Das läßt sich korrigieren. Was bleibt ist,<br />
daß hinter Wortkaskaden von Modernisierung und Zukunftswillen alles<br />
nach den alten Regeln abläuft. Und die besagen, daß Politiker ihre<br />
Geschäfte so lange nach ihren Karrierevorstellungen gestalten, wie die<br />
Bürger ihnen dies durchgehen lassen. Kurz gefaßt: Wir haben die<br />
Politiker, die wir verdienen.<br />
Nehmen wir die allseits beschworene Transparenz. Schwer zu glauben,<br />
aber bereits der Zonenpresserat der ehemals britischen Zone<br />
beschäftigte sich 1949 mit Richtlinien für eine weitgehende<br />
Auskunftspflicht der Behörden. 50 Jahre später schimmeln immer<br />
noch Vorschläge zu einer &#8220;Freedom of Information&#8221;-Gesetzgebung<br />
in Bonner Schubladen. Politiker opponieren nicht offen, es bewegt sich<br />
nur nichts. Nun steht sie wenigstens im Koalitionsvertrag, wir werden<br />
sehen. Die Waffe gegen diesen Hofschranzen-Parlamentarismus ist<br />
nicht Revolution, sondern alltäglich realisierte Transparenz und Offenheit.<br />
Warum müssen Enquete-Kommissionen hinter verschlossenen<br />
Türen tagen? Warum werden in Berlin Ausschußräume ohne<br />
Zuschauer-Galerien gebaut? Die Öffentlichkeit von Aussschußsitzungen<br />
ist keine Verfassungschutz-verdächtige Forderung, im Freistaat Bayern<br />
wird sie längst praktiziert. Warum sprechen wir selten über einen<br />
Parlaments-TV-Kanal? Weil es rund um den Bundestag kaum öffentlich<br />
zugängliche Veranstaltungen gibt, die übertragen werden könnten.<br />
Das Plenum tagt (so will es das Grundgesetz) grundsätzlich öffentlich,<br />
alles andere ist regelhaft verschlossen. In Washington füllt die Parlamentsberichterstattung dagegen zwei 24-h-Kanäle: C-Span 1 und 2.<br />
Die Geheimniskrämerei unserer Parlamentarier ist funktional,<br />
sichert sie doch finanzkräftige Erbhöfe und fördert Gutsherrenallüren,<br />
mit denen sie ihre Hintersassen gut im Griff behalten. Die längst<br />
überfällige Reform kann nur von außen erzwungen werden.<br />
Bürger haben heute ein stärkeres Argument als jemals<br />
zuvor, weil das Internet geradezu nach Transparenz ruft: Per<br />
Videostream können problemlos alle parlamentarischen Sitzungen<br />
übertragen werden. Arbeitsmaterialien, längst in Datenbänken digital<br />
abgelegt, müssen Interessenten zugänglich gemacht werden. Statt<br />
inszenierter Öffentlichkeitsauftritte benötigen wir alltägliche<br />
Zugänglichkeit. Um in der Bergerschen Metapher zu bleiben: Das<br />
versteinerte Gefüge des Parlaments benötigt ein wenig Beben, damit<br />
durch die Maueröffnungen frischer Wind weht. Denn unsere Zukunft<br />
hat besseres als steinerne Phrasen verdient.<br />
Referenz: Enquete-Kommission Zukunft der Medien in Wirtschaft<br />
und Gesellschaft. Deutscher Bundestag (Hrsg): Deutschlands Weg<br />
in die Informationsgesellschaft. Bonn 1998.<br />
Der Autor war von Bündnis90/Die Grünen nominierter Sachverständiger<br />
in dieser Enquete-Kommission<br />
<em>erschienen: Journalist, Nr. 10, S. 26-28</em></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ich surfe auch gerne mal drauflos</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/ich-surfe-auch-gerne-mal-drauflos-715/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jan 1999 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Parteiarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>CDU-Generalsekretärin Angela Merkel im
politik-digital-Interview über die Rolle der Neuen
Medien für die CDU und Ihre eigene Nutzung des
Internets.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>CDU-Generalsekretärin Angela Merkel im<br />
politik-digital-Interview über die Rolle der Neuen<br />
Medien für die CDU und Ihre eigene Nutzung des<br />
Internets.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Welche Bedeutung hat das Internet für die Parteiarbeit der CDU?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Wenn man unter Internet das WorldWideWeb versteht, wächst die Bedeutung für die<br />
CDU stetig, je mehr Haushalte in Deutschland online gehen. Diese Entwicklung<br />
wird befördert von Wirtschaftsbranchen wie dem Versandhandel oder Banken und<br />
Versicherungen, die Ihre Kunden mit attraktiven Angeboten auffordern, ans Netz<br />
zu gehen. Gegenwärtig verfügen in Deutschland rund 10 Prozent der Haushalte über<br />
einen Internetzugang, was auch für die Politik bereits eine wichtige Zielgruppe ist.<br />
Das hat sich ja auch im vergangenen Bundestagswahlkampf gezeigt, als die Nutzer sich<br />
bei allen Parteien, aber auch über spezielle Sites wie Wahlkampf98.de ausführlich<br />
informieren konnten. Wenn diese Entwicklung anhält, wird das Internet aber auch<br />
ein noch stärkeres Medium der politischen Werbung, die in ihrer Bedeutung gegenwärtig<br />
hinter der Information noch klar zurückliegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Bei ihrem Amtsantritt als Generalsekretärin haben Sie angekündigt, die CDU müsse die Menschen,<br />
insbesondere die Jüngeren, wieder erreichen. Welche Rolle spielen dabei die Neuen Medien?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Eine große, denn der Anteil junger Menschen an der Gruppe der Internet-Nutzer ist<br />
überdurchschnittlich hoch. Junge Menschen verfügen häufig in Schule oder Universität<br />
über einen günstigen Zugang zum Internet, so daß sie sich viel länger als der übliche<br />
Nutzer online bewegen oder surfen. Insofern kann man junge Leute durch gezielte Ansprache<br />
in stärkerem Maße aktiv erreichen als übrige Nutzer.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> In der letzten Woche haben sie bei cdu.de einen Live-Chat absolviert. Haben Sie die Möglichkeiten<br />
des digitalen Dialogs überzeugt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Ich habe das ja nicht zum allerersten Mal gemacht. Es war lediglich meine erste Live-Diskussion<br />
im Amt der Generalsekretärin. Die Fragen waren fast ausschließlich sehr interessant. Wir werden<br />
dieses bewährte und anerkannte Instrument der Live-Diskusionen und Live-Chats unter www.cdu.de noch<br />
weiter ausbauen und denken auch über neue Formen nach.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Nutzen Sie selber das Internet für die tägliche Arbeit?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  In meinem Büro ist ein Rechner jederzeit mit unserem Server und dem Web verbunden.<br />
Für die Vorbereitung wird darin regelmäßig recherchiert, aber wenn es die Zeit erlaubt,<br />
surfe ich auch gerne mal einfach so drauflos. Eine der interesantesten Sites zur Zeit<br />
ist sicherlich <a href="http://www.millennium.greenwich2000.com/">www.millennium.greenwich2000.com</a><br />
über das 21. Jahrhundert und das Jahrhundertprojekt Millennium-Dome in London.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Die CDU besitzt seit längerem ein Intranet. Wieviele Geschäftsstellen der Partei sind bereits<br />
auf diese Weise mit der Bonner Parteizentrale vernetzt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Die CDU hat 1993 als erste Partei damit begonnen, die Geschäftsstellen miteinander<br />
zu vernetzen. Das ist längst abgeschlossen, d.h. die hauptamtlichen Mitarbeiter und<br />
die Büros der CDU sind elektronisch miteinander verbunden und wickeln auf diese Weise z.B.<br />
die Mitgliederverwaltung ab oder kommunizieren untereinander. Darüber hinaus arbeiten wir<br />
jedoch daran, auch die ehrenamtlichen Funktions- und Mandatsträger über das Intranet noch<br />
enger in die Parteiarbeit einzubinden.<br />
<b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> In der SPD gibt es bereits seit 1995 einen Virtuellen Ortsverein, in dem sich jeder Interessierte per<br />
Internet politisch engagieren kann. Ist so eine virtuelle Parteigliederung auch für die CDU denkbar?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Merkel:</b>  Grundsätzlich ist es denkbar. Auch wir denken darüber nach,<br />
die Beteiligung an der Mitarbeit in der CDU auch virtuell zu ermöglichen.<br />
Ungeklärt ist allerdings die konkrete Form der Mitwirkung.  Cyber-Demokratie,<br />
also die Einbeziehung von rechtsverbindlichen Wahlen und Entscheidungen, ist wohl<br />
eher Zukunftsmusik. Hier sollte man keine unerfüllbaren Hoffnungen wecken.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview mit Dr. Angela Merkel führte Philipp Stradtmann</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bonner Kompetenzgerangel um Multimedia-Politik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/bonner-kompetenzgerangel-um-multimedia-politik-711/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 1998 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Im neuen Bundestag
sind die Zuständigkeiten für die Neuen Medien neu verteilt.
CDU/CSU-Opposition befürchtet eine
Zerstückelung der Multimediapolitik</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Im neuen Bundestag<br />
sind die Zuständigkeiten für die Neuen Medien neu verteilt.<br />
CDU/CSU-Opposition befürchtet eine<br />
Zerstückelung der Multimediapolitik</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Nach den Amtsantritt von Gerhard Schröder und seinem Kabinett sind die Kompetenzen für die Neue Medien<br />
auf Ministeriums- und Bundestagsebene verteilt und die wichtigsten Posten neu besetzt worden. Wichtigste<br />
Wende unter der Rot-Grün-Regierung: Multimedia ist jetzt vorrangig Wirtschaftsthema. So ist die<br />
Zuständigkeit für das Feld der Informations- und Kommunikationstechnologie (IuK-Technik)<br />
vom <a href="http://www.bmbf.de/">Bildungs-<br />
und Forschungsministerium (BMBF)</a>  in das <a href="http://www.bmwi.de/">&quot;Bundeswirtschaftsministerium&quot;</a><br />
(BMWI) gewechselt. Als neuer parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium wird damit der<br />
SPD-Medienpolitiker Siegmar Mosdorf zum zentralen Gestalter der Bonner Multimedia-Politik. Helfen werden<br />
ihm dabei seine guten Kontakte zur Medienwirtschaft und das Know-how, das er sich als Vorsitzender der<br />
Enquete-Kommission &quot;Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft. Deutschlands Weg in die<br />
Informationsgesellschaft&quot; erworben hat. &quot;Nachdem Stollmann als Kandidat für das Wirtschaftsministerium<br />
ausgestiegen ist, heißt der Multimedia-Mann in der neuen Bundesregierung eindeutig Mosdorf&quot;, stellte<br />
der Bildungspolitiker <a href="http://www.berninger.com/">Matthias Berninger </a> von Bündnis ‚90/ Die<br />
Grünen Anfang November auf dem Multimedia-Kongreß &quot;Hamburger Dialog&quot; fest. Der Multimedia-Wirtschaft ist<br />
diese Neuakzentuierung nur Recht. Alexander Felsenberg, Geschäftsführer des Deutschen Multimedia-Verbandes<br />
(DMMV): &quot;Unsere wichtigsten An-sprechpartner sitzen ohnehin im Wirtschafts- und Finanzministerium&quot;.<br />
Bedauert wird diese Entwicklung jedoch in den eigenen Reihen. So wähnte sich der SPD-Bildungspolitiker<br />
und bundespolitische Internet-Experte <a href="http://www.tauss.de/">Jörg Tauss</a>.  schon arbeitslos.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> &quot;Ich würde es sehr<br />
bedauern, wenn wir künftig Multimedia nur noch als Wirtschaftsfaktor diskutieren und andere Perspektiven<br />
in der Gesellschaftspolitik vernachlässigen&quot;, erklärt er im politik-digital-Interview. Deshalb planen<br />
Bildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) und ihr parlamentarischer Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen<br />
(SPD) bereits die Gegenoffensive, um das Feld Multimedia nicht allein den Wirtschaftspolitikern in der<br />
Schröder-Regierung zu überlassen. Im Auge haben Sie dabei insbesondere die von CDU-Amtsvorgänger Jürgen<br />
Rüttgers mit Hilfe der Telekom gestartete und vielkritisierte Initiative <a href="http://www.san-ev.de/">&quot;Schulen ans Netz&quot;</a>.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Neben der Wirtschafts- und Bildungspolitik wird Multimedia in der neuen Regierung aber auch eine Angelegenheit<br />
der Kulturpolitik. Michael Naumann, neuer Staatsminister für Kultur und Medien im Kanzleramt will sich neben<br />
Buchpreisbindung, Holocaust-Denkmal und deut-schem Film künftig auch mit den Neuen Medien befassen. So<br />
scheint das Kompetenzgerangel um die Multimediapolitik bereits vorprogrammiert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch im Bundestag haben die Kulturpolitiker das Thema Neue Medien entdeckt. So wurde in letzter Minute<br />
der Ausschuß für Kultur um den Bereich Medien erweitert. Zur Vorsitzenden dieses neuen <a href="http://www.bundestag.de/gremien/gremien/a23.htm"><br />
Ausschusses für<br />
Kultur und Medien</a> wurde die SPD-Abgeordnete und Publizistin  <a href="http://www.dr-elke-leonhard.de/">Dr. Elke Leonhard </a> gewählt, zu ihrer CDU-Stellvertreterin<br />
die ostdeutsche Diplombildhauerin Dr. Margarete Späte<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die übrige Besetzung des Ausschusses ist äußerst bunt und multimediale Kompetenz auf den ersten Blick rar.<br />
So sitzt als Mitglied die ehemalige niedersächsische Umweltministerin Monika Griefhahn genauso im<br />
Ausschuß wie Bundeskanzler a. D. Helmut Kohl als stellvertretendes CDU-Mitglied. Internet-Experte Tauss<br />
erhielt zunächst keinen Platz in der parlamenta-rischen Entscheiderrunde, wird jetzt aber als<br />
stellvertretendes Mitglied für eine SPD-Kollegin nachrücken.<br />
Bei der ersten Ausschuß-Sitzung in der vorigen Woche hatte er aber schon Gelegenheit, die Arbeit<br />
der Enquete-Kommission Neue Medien vorzustellen. Naumann hörte aufmerksam zu und würdigte die geleistete<br />
Arbeit der Kommission, &quot;muß aber was das Internet betrifft erst noch zum Jagen getragen werden&quot;, wie eine<br />
Teilnehmerin der Runde gegenüber politik-digital berichtet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Angesichts der geteilten Zuständigkeiten von Wirtschafts-, Kultur- und Bildungspolitik fürchtet die<br />
CDU/CSU-Opposition eine <a href="http://www.cducsu.bundestag.de/texte/csu/mayer21.htm"> &quot;Zerstückelung in der<br />
Medienpolitik&quot;</a>, wie der CSU-Medienpolitiker Mayer formuliert. Aber auch in den Reihen der Regierungspartei<br />
herrscht Unzufriedenheit über die mehrfache Kompetenzüberschneidung bei den Neuen Medien. Tauss:<br />
&quot;Sicher, ich hätte mir auch gewünscht, daß das an einer Stelle und in einer Person gebündelt ist.<br />
So wie in den USA Al Gore als Vizepräsi-dent den Weg des Staates auf den information highway<br />
politisch federführend gestaltet hat. Ein deutscher Al Gore ist aber noch nicht in Sicht.&quot;<br />
In den Reihen von CDU/CSU und FDP-Fraktion wird deshalb bereits über die Einberufung einer<br />
zweiten Enquete-Kommission für Neue Medien nachgedacht. &quot;Das ist nur sinnvoll, um das,<br />
was für im Abschlußbericht der letzten Enquetekommission angeregt haben, jetzt in der Phase<br />
der Umsetzung parlamentarisch zu begleiten&quot;, erklärt der CDU-Medienpolitiker <a href="http://www.meister-schafft.de/"><br />
Michael Meister </a>. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Engagement von CDU und FDP ist verständlich: &quot;Eine Enquete-Kommision ist das klassische<br />
Instrument der Opposition, um der Regierung Contra zu geben&quot;, merkt ein Regierungsparlamentarier an.<br />
Da nach den parlamentarischen Spielregeln der nächste Kommissions-Vorsitzende ein CDU-Mann wäre,<br />
bietet sich hier ein prestigeträchtiges Amt zur Profilierung. Ambitionen auf den Vorsitz einer<br />
neuen Enquete weist CDU-Medienexperte Meister öffentlich von sich. Fraktionsintern soll aber<br />
auch der <a href="http://www.bundestag.de/mdbhome/mayerma0/"> CSU-Medienexperte Mayer</a> Ansprüche auf den<br />
Vorsitz angemeldet haben. Strittig ist jedoch noch, mit welchen Themen sich die neue Multimedia-Runde<br />
im Bundestag befassen soll. Während Meister die Themenbreite der ersten Enquete-Kommission beibehalten<br />
will, würde Mayer diesmal den Fokus stärker auf Fragen zur Datensicherheit legen. Gebremst wird<br />
das Bestreben der beiden vom Fraktionsvize und ehemaligen Bildungsminister<br />
Jürgen Rüttgers<br />
Im Gegensatz zu Meister und Mayer ist Rüttgers als Stellvertreter Mitglied im Ausschuß  für Kultur und Medien. So mahnt der<br />
Ex-Zukunftsminister zur Besonnenheit: &quot;Wir müssen uns erst einmal anschauen, was die neue<br />
Regierung uns in den nächsten Wochen zum Thema Neue Medien präsentiert. Wenn da Lücken bestehen,<br />
werden wir entsprechend reagieren.&quot;</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ich werde nicht arbeitslos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Nov 1998 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Tauss]]></category>
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					<description><![CDATA[<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Experte Jörg Tauss (SPD) im
politik-digital-Interview über das Fehlen eines
deutschen Al Gores und die neue Machtverteilung
in der Multimedia-Politik der neuen Regierung</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Internet-Experte Jörg Tauss (SPD) im<br />
politik-digital-Interview über das Fehlen eines<br />
deutschen Al Gores und die neue Machtverteilung<br />
in der Multimedia-Politik der neuen Regierung</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Die Regierung hat gewechselt. Welche Konsequenzen hat das für das Thema Multimedia?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Wir sind jetzt in der Regierungsverantwortung und<br />
könnten nun endlich alle Empfehlungen, die wir die letzten vier Jahre als Oppositionspartei,<br />
vor allem in der entsprechenden Enquetekommission &quot;Zukunft der Medien in<br />
Wirtschaft und Gesellschaft. Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft&quot; gemacht haben,umsetzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Nun ist der Kandidat für das Wirtschaftsministerium, der Computer-Unternehmer<br />
Jost Stollmann in letzter Minute ausgestiegen.<br />
Fehlt Gerhard Schröder jetzt der Multimedia-Mann in der<br />
Regierungsmannschaft?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Über die Nominierung von Stollmann für den Posten des<br />
Wirtschaftsministers habe ich mich anfangs sehr gefreut und hatte die<br />
Hoffnung, daß mit ihm als ehemaligem Computer-Unternehmer eine große<br />
Portion praktisches Know-how unsere politische Diskussion beflügelt. So<br />
habe ich in ihm einen Verbündeten gesehen. Ich bin dann aber sehr<br />
schnell ernüchtert worden, weil ich von ihm trotz mehrerer<br />
Kontaktversuche immer nur die Standard-Mail  nach dem Motto &#8216;Besten Dank<br />
für Ihre Anregungen&#8217; bekommen habe. Ich hatte erwartet, daß er sich zur<br />
Internet-Politik konkret äußert. Das hat er nie getan. Deshalb war ich<br />
über seinen Ausstieg nicht mehr sonderlich enttäuscht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Die Zuständigkeit für die Informations-<br />
Kommunikationstechnologie ist vom Bildungs- und Forschungsministerium in das Wirtschaftsministerium<br />
von Herrn Müller verlegt worden. Werden Sie als Bildungs- und Forschungspolitiker jetzt arbeitslos?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Nein, sicherlich werde ich nicht arbeitslos. Natürlich liegt der<br />
Akzent bei Multimedia jetzt stark auf  der Wirtschaftsfrage. Mit Müller<br />
verbinde ich noch gar nichts, aber ich bin mir sicher, daß mein Kollege<br />
Siegmar Mosdorf als Staatssekretär im Wirtschaftsministerium sich dem<br />
Thema Multimedia annehmen wird. Aber als Forschungspolitiker werde ich mich<br />
dafür einsetzten, daß auch die Perspektive von Forschungs- und<br />
Bildungspolitik berücksichtigt bleibt. Wir sind in dieser Frage zwar<br />
nicht mehr federführend,. bleiben aber als mitberatender  Ausschuß involviert.<br />
Ich würde es allerdings sehr bedauern, wenn wir Multimedia nur noch als<br />
Wirtschaftsfaktor diskutieren und andere Perspektiven in der Gesellschaftspolitik<br />
vernachlässigen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Wer außer Herrn Müller als Wirtschaftsminister und Frau<br />
Buhlmann als Bildungsministerin wird sich in der neuen Regierung denn noch mit den<br />
Neuen Medien befassen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Ich habe mir immer eine zentrale Koordination der Multimedia-Politik gewünscht,<br />
die direkt im Kanzleramt angesiedelt ist.Mit Michael Naumann, dem künftigen Staatsminister<br />
für Kultur und Medien haben wir jetzt so jemanden. Deshalb bin ich letzte Woche<br />
auch stellvertretendes Mitglied im entsprechenden Ausschuß für Kultur<br />
und Medien geworden und werde dort die Verantwortung im Bereich Neue Medien übernehmen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Ist denn eine konzentrierte politische Arbeit in der<br />
Multimedia-Politik noch möglich, wenn an drei verschiedenen Stellen<br />
gleichzeitig das Thema bearbeitet wird.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Sicher, ich hätte mir auch gewünscht, daß das an einer Stelle und<br />
in einer Person gebündelt ist. So wie in den USA Al Gore als<br />
Vizepräsident den Weg des Staates auf den information highway politisch<br />
federführend gestaltet hat. Ein deutscher Al Gore ist aber noch nicht<br />
in Sicht. Aber zwischen den Zuständigen in den unterschiedlichen Gremien<br />
und Institutionen bestehen jetzt schon gute Kontakte und es ist auch<br />
einfach notwendig, das Thema Neue Medien möglichst breit anzugehen, also<br />
sowohl aus wirtschaftspolitischer, wie auch aus forschungs- medien- und<br />
kulturpolitischer Sicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Wird es eine Neuauflage der Enquetekommission zum Thema<br />
Multimedia und Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft  geben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Aus der CDU hört man das immer wieder. Als Oppositionspartei hat<br />
sie natürlich ein großes Interesse daran, sich über ein solches Gremium<br />
mit Gegenvorschlägen zur Regierungspolitik zu profilieren. Die erste<br />
Enquete-Kommission hat sehr umfassend und gründlich gearbeitet. Wir<br />
haben Anhörungen zu einer Fülle von Themen durchgeführt, von der<br />
Kryptografie-Frage bis zum wirksameren Kinder- und Jugendschutz im<br />
Internet. Wenn es eine wieder eine neue Enquete-Kommission geben wird,<br />
muß der Themenkatalog präzise sein. Es muß eine Fokussierung auf<br />
Kernfragen geben. Davon hängt auch meine Beteiligung einer neuen<br />
Enquete-Kommission ab.<br />
<b><span style="color: #ff9900"><br />
politik-digital:</span></b> Welche Schwerpunkte sollten das sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Jörg Tauss:</b>  Im Grünbuch der EU ist die Frage der Konvergenz der Medien ein<br />
zentrales Thema. Dazu werden wir einen deutschen Standpunkt finden<br />
müssen. Auch nach der Umsetzung der EU-Novelle zum Datenschutz gibt es in<br />
meinen Augen noch erheblich Diskussionsbedarf,desgleichen zur Datensicherheit.<br />
Insgesamt brauchen wir aber eine deutsche und natürlich auch europäische<br />
Internet-Politik.Es kann doch nicht sein, daß die<br />
Standards in den USA gesetzt werden und wir nur zuschauen und bei den<br />
entsprechenden internationalen Konferenzen nur fünftklassig vertreten<br />
sind.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview mit Jörg Tauss führte Philipp Stradtmann</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das Internet zur Willensbildung innerhalb der Partei einsetzen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/das-internet-zur-willensbildung-innerhalb-der-partei-einsetzen-714/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[pstradtmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 1998 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Westerwelle]]></category>
		<category><![CDATA[Parteiarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle im
politik-digital-Interview über den Einsatz des
Internets in der F.D.P. und seine weiteren Pläne
für die Vernetzung der Partei.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle im<br />
politik-digital-Interview über den Einsatz des<br />
Internets in der F.D.P. und seine weiteren Pläne<br />
für die Vernetzung der Partei.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Welche Bedeutung hat das Internet für die Parteiarbeit der FDP?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Guido Westerwelle:</b>  Unser Internetangebot steht für Modernität und unser Bekenntnis zu<br />
neuen Technologien. Das Internet spielt in der Gestaltung der F.D.P.<br />
eine herausgehobene Rolle. Die interne Information von Gremien und<br />
Mitgliedern wird immer stärker über dieses Medium abgewickelt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Sie haben angekündigt, die FDP in der Opposition werde die Rolle<br />
einer &quot;bürgerlichen Protestpartei&quot; spielen. Werden dazu auch politische<br />
Online-Kampagnen gehören, wie es sie bereits in den USA gibt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Guido Westerwelle:</b>  Die Kampagnen der Zukunft müssen mit den Medien der Zukunft<br />
durchgeführt werden, dazu zählt immer mehr das Internet. Bereits im<br />
Bundestagswahlkampf haben wir mit unserem Internet-Truck und einer<br />
speziellen Wahlkampfplattform im Web unsere Kampagne auch über das<br />
Internet geführt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Nutzen Sie selber das Internet für Ihre tägliche Arbeit im Dienste der FDP?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Guido Westerwelle:</b>  Es gehört in meinem Büro zum ganz normalen Alltagsgeschäft, im<br />
Internet aktuellste Informationen weltweit zu recherchieren. Selbst als<br />
ich mich zum Schreiben meines Buches &quot;Neuland&quot; in einer österreichischen<br />
Berghütte aufhielt, konnte ich über mein Notebook direkt Informationen<br />
aus dem Netz ziehen. Zudem läuft ein großer Anteil unserer Korrespondenz<br />
über das Internet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Ihre Partei besitzt kein Intranet. Wie werden Sie die Parteigliederungen mit der Bonner FDP-Zentrale vernetzen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Guido Westerwelle:</b>  Seit 1998 benennt jeder Kreisverband einen Internetbeauftragten. In<br />
Kürze ist geplant, über geschlossene Benutzergruppen den Mitgliedern und<br />
Arbeitskreisen exklusive Informationen und Materialien anzubieten. Unser<br />
Intranet wird also über das Internet abgewickelt werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> In der SPD gibt es bereits seit 1995 einen Virtuellen Ortsverein, in<br />
dem sich jeder Interessierte per Internet politisch engagieren kann. Ist<br />
so eine virtuelle Parteigliederung auch für die FDP denkbar? Was spricht<br />
dafür, was dagegen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Guido Westerwelle:</b>  Bereits jetzt gibt es bei uns offene und &#8211; im Gegensatz zu den<br />
anderen Webangeboten der Parteien- unzensierte Diskussionsforen im<br />
Internet. Das Internet wird in Zukunft auch zur Willensbildung innerhalb<br />
der Partei eingesetzt: z.B. durch virtuelle Arbeitskreise und als<br />
Fernziel Mitgliederbefragungen via Internet.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview mit Dr. Guido Westerwelle führte Philipp Stradtmann</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Championsleague und Kreisklasse&#8230;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/multimediapolitk/zwischen_championsleague_und_kreisklasse-712/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Wenzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Multimediapolitk]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Internetverbindung]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Infrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/zwischen_championsleague_und_kreisklasse-712/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>... irgendwo dort wird wohl
die Wahrheit liegen, versucht man den Weg Deutschlands in die
Informationsgesellschaft zu beschreiben. Während
Bundeswirtschaftsminister Müller behauptet, dass Deutschland bereit für
die Spitzenliga ist, sieht das die Opposition ganz anders.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>&#8230; irgendwo dort wird wohl<br />
die Wahrheit liegen, versucht man den Weg Deutschlands in die<br />
Informationsgesellschaft zu beschreiben. Während<br />
Bundeswirtschaftsminister Müller behauptet, dass Deutschland bereit für<br />
die Spitzenliga ist, sieht das die Opposition ganz anders.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Als &quot;schockierend&quot; bezeichnete<br />
der medienpolitische Sprecher der Jungen Union Deutschlands, Daniel<br />
Walther, die Aussagen des Bundesministers für Wirtschaft und<br />
Technologie, Müller, hinsichtlich der Internet-Verbreitung in<br />
Deutschland. Müller wolle die Anzahl der Internet-Anschlüsse in der<br />
Bevölkerung bis 2005 auf lediglich 40 Prozent steigern. &quot;Das ist ein<br />
medienpolitisches Armutszeugnis für diese Bundesregierung. Die<br />
Internet-Verbreitung liegt in Staaten wie den USA und Finnland aber<br />
schon heute auf diesem Niveau. Damit läßt der Minister kein Interesse<br />
erkennen, innerhalb kürzester Zeit diesen eklatanten Vorsprung anderer<br />
Länder aufzuholen&quot;, so Walther. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Bereits im Aktionsprogramm der<br />
Bundesregierung zu &quot;Innovation und Arbeitsplätze in der<br />
Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts&quot; vom September 1999 habe<br />
die Bundesregierung ihre Ziele zu niedrig gesteckt. Danach sei die <a href="http://www.bmwi.de/news/10954.html#1">&quot;Vision der Bundesregierung&quot;</a>,<br />
Deutschland in der Informationswirtschaft lediglich &quot;in eine<br />
europaweite Spitzenposition zu bringen&quot;. &quot;Nach den Zahlen der<br />
ARD/ZDF-Offline-Studie 1999 sind es für 52 Prozent der Befragten ab 14<br />
Jahren aber die Online-Kosten, die schlicht zu hoch sind und von den<br />
Online-Nutzern sind nur zwei Prozent bereit, monatlich mehr als 50 Mark<br />
für die Internet-Nutzung auszugeben. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Wie in den USA, Schweden oder Österreich müßten auch auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt<br />
deshalb möglichst bald Monatspauschalen für den <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/forschung/taktlos.shtml">ungetakteten<br />
Internet-Zugang</a> (Flatrates) von deutlich unter 100 Mark angeboten werden.<br />
Die marktbeherrschende Position der Telekom AG im Telefonnahbereich verhindere<br />
bisher solche Angebote, die die Internet-Verbreitung und -Nutzung jedoch schlagartig<br />
erhöhen könnten meint Walther.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Hans-Joachim Otto, der kultur-<br />
und medienpolitischer Sprecher der F.D.P.-Bundestagsfraktion sieht die<br />
Problematik nicht nur bei den zu hohen Einstiegsbarrieren, sondern auch<br />
darin, dass Deutschland mit der jetzigen Politik Gefahr läuft ein<br />
&quot;Jobwunder zu verschlafen&quot;. Denn &quot;weltweit&quot; so Otto weiter &quot;ist die<br />
Medien- und Informationswirtschaft der am schnellsten wachsende Bereich<br />
und allein in Deutschland sind es bald 2 Millionen Menschen, die in<br />
diesem Bereich ihre Arbeit finden.&quot; Doch das Problem besteht<br />
anscheinend in dem hohen Regulierungsbedarf, dass der F.D.P.-Experte<br />
als anachronistisch bezeichnet, da kein freier Wettbewerb herrscht und<br />
gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit &quot;protektionistischen<br />
Schutzräumen alimentiert wird&quot;. Damit hält diese Bundesregierung laut<br />
Otto an einer Medienordnung fest, &quot;die von der Tatsache unbeleckt ist,<br />
dass die klassischen und die elektronischen Medien im Zuge der<br />
Konvergenz weltweit zusammenwachsen&quot;. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch die Bundesregierung sieht<br />
dieser Kritik relativ gelassen entgegen, zeigte sich die letzte<br />
Regierung auch nicht gerade als Förderer bzw. Initiator der<br />
Informationsgesellschaft. Eher realistisch sind deswegen die<br />
Zielmarken, die man sich in dem Aktionspapier gesetzt hat:<br />
</p>
<li>Steigerung des Anteils der Internetabonnenten an der Gesamtbevölkerung von derzeit 9% auf 40% im Jahr 2005 </li>
<li>Ausstattung aller Schulen, beruflichen Ausbildungsstätten,<br />
Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung mit PCs und<br />
Internetanschlüssen bis zum Jahr 2001 </li>
<li>Verdoppelung der Zahl der Multimedia-Unternehmen von heute rd. 1.500 Firmen bis zum Jahr 2001.
<p>
Ob das ausreicht, werden auch die zahlreichen Initiativen beweisen<br />
müssen, die u.a. vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützt werden,<br />
so z.B. die <a href="http://www.initiatived21.de%22/">Initiative &quot;D 21&quot;</a>,<br />
ein Zusammenschluss führender Unternehmen und<br />
Unternehmerpersönlichkeiten aller Branchen in Deutschland. Ihr Ziel ist<br />
es, gemeinsam mit Politik, Wissenschaft und Gesellschaft optimale<br />
Rahmenbedingungen für den Wandel in das digitale Jahrhundert zu<br />
schaffen. Erste Ergebnisse werden von seiten des Ministeriums Mitte<br />
2000 erwartet. Dann wird man sehen, ob die Massnahmen wirklich<br />
gefruchtet haben.
</p>
<p>
Trotz dieser partiellen Kooperationen zwischen Unternehmen und der Regierung sind viele &quot;start-ups&quot; nicht gerade<br />
begeistert von den politischen Rahmenbedingungen mit denen sie sich bei der Gründung eines innovativen<br />
Unternehmens auseinandersetzen müssen. Bereits Anfang 1999 zeigten sich viele Experten in Deutschland<br />
enttäuscht von den Multimedia-Plänen der Schröder-Regierung (<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/test/weihnachten/">politik-digital berichtete</a>).<br />
Dennoch werden es aber gerade diese Unternehmen sein, die von seiten der verantwortlichen Politiker genannt<br />
werden, wenn sie von einer &quot;innovationsfreundlichen Politik&quot; sprechen.<br />
Bis diese Früchte geerntet werden können &#8211; und da sind sich ausnahmsweise alle Beteiligten einig &#8211; gibt es noch<br />
eine Menge zu tun.
</p>
</li>
<p></span></p>
]]></content:encoded>
					
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