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	<title>Nachhaltigkeit und Informationsgesellschaft &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Nachhaltigkeit und Informationsgesellschaft &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Nachhaltigkeit und &#8220;Öffentliche Beschaffung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeit und Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie-Roadmap]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Dompke]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit Mario Dompke, 
                      Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR e.V.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Interview mit Mario Dompke,<br />
                      <a href="http://www.dlr.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR e.V.</a><!--break-->
                    </p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Was verbirgt sich hinter dem Begriff &#8220;Öffentliche Beschaffung&#8221; und warum wurde &#8220;Öffentliche Beschaffung&#8221; als Fokusthema gewählt?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Hierunter verbirgt sich alles, was im Bereich der Öffentlichen Hand und der Institutionen, die nach öffentlichen Kriterien beschaffen, beschafft wird. Es fängt an beim Bleistift am Schreibtisch bis hin zum Panzer. Als Fokusthema für das Roadmapping in der IKT wurde es ausgewählt, da die Informations- und Publikationstechnik in ihrer Durchdringung in sehr vielen Produkten der Öffentlichen Hand enthalten ist. 13% des Bruttoinlandproduktes werden direkt für die Öffentliche Beschaffung verwendet und 4,6 Millionen Menschen sind im Öffentlichen Bereich beschäftigt. Daran sieht man, dass es sich um einen Massenmarkt handelt. Durch klare Regelungen, wie der VOL (Verdienungsordnung Leistung) und der VOB (Verdienungsordnung Bauwerke), ist genau organisiert, wie zu beschaffen ist. Man kann daher nach Identifikationen von Zielen und Entwicklung von Strategien über die Integration in die VOL oder VOB oder Rahmenvorschriften eine breite Umsetzung erreichen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Für welche Aspekte des Themas &#8220;Öffentliche Beschaffung&#8221; soll und kann Nachhaltigkeit eine Rolle spielen? Umweltverträglichkeitsaspekte scheinen meist im Vordergrund zu stehen.</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Das ist ein allgemeines Problem, was nicht nur auf das Fokusthema Öffentliche Beschaffung bezogen ist. Wir haben sehr viele Initiativen im Umweltbereich. Das fing damals an mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich ganz bewusst dem Thema Umwelt zugewandt haben, ist dann in allen gesellschaftlichen Schichten und Bereichen aufgenommen worden und ist in den letzten Jahren richtigerweise auch auf Nachhaltigkeit ausgeweitet worden &#8211; Rio 1992 als Stichwort. Nur in der konkreten Umsetzung ist es immer noch ein Problem zu definieren, was Nachhaltigkeit eigentlich ist. Wir haben keine Kriterien. In der Theorie kann man sagen, Nachhaltigkeit bedeutet, heute so zu wirtschaften, dass ein Morgen auch noch möglich ist, aber ohne dabei heute Einschränkungen machen zu müssen. Kurzes Beispiel: Alte Gutsbesitzer wussten sehr wohl, wann sie welches Feld bestellen sollten und wie sie ihre Arbeiter behandeln mussten, damit diese auch eine Identifikation zum Guts-Unternehmen hatten, damit die Landwirtschaft funktionierte. Das war Integrierte Nachhaltigkeit. Die Initiativen, die heute laufen, sind sehr stark gefärbt von etwas Messbarem. Und was ist heute am besten messbar? Geld und ökologische Effekte &#8211; was auch zwei Säulen innerhalb der Nachhaltigkeit sind. Wir versuchen die dritte Säule mit hineinzubringen, die Soziokultur. Soziokultur bedeutet, dass alle Kriterien aus den Bereichen der Arbeitswissenschaften, Arbeitschutz, Gesundheitsschutz, Sicherheitstechnik und auch Tarifpolitik unter dem Begriff Integrierte Nachhaltigkeit zusammen gefasst werden, um dann zu einem neuen Bewertungssystem zu kommen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie wird reagiert, wenn sich ökonomische, ökologische und soziale Ziele widersprechen?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Betriebswirtschaftliche Sicht ist auch Nachhaltigkeitssicht: Die drei Aspekte Wachstum, Gewinn und Nachhaltigkeit müssen gleichberechtigt behandelt werden. Ein Widerspruch tritt nur dann auf, wenn nur ein Punkt betrachtet wird, aus welchen Gründen auch immer &#8211; globales Handeln, gesellschaftspolitische Notwendigkeiten, u.s.w.. In dem Moment, in dem man alle drei Punkte betrachtet, kann kein Widerspruch entstehen. Wie löst man aber einen existierenden Widerspruch auf? Man zeigt auf, dass eine bestimmte Säule nicht ausreichend betrachtet wird und macht deutlich, dass die langfristige Sicherung eines Unternehmens nur möglich ist, wenn alle drei Säulen gleichberechtigt behandelt werden. Darin liegt natürlich die Schwierigkeit in unserer sozialen Marktwirtschaft. Ein Problem ist sicher, wobei ich mich damit recht weit aus dem Fenster lehne, dass wir eine Managementkultur haben, die nicht mehr unmittelbar mit dem Unternehmen verbunden ist. Ein Familienbetrieb, bei dem der Besitzer noch selbst das Unternehmen geleitet hat, denkt wesentlich stärker an die Zukunft, an seine Kinder und Enkel, als ein Aufsichtsratsvorsitzender, der, wenn die Firma nicht mehr den erwarteten Erfolg hat, auch wo anders einen Posten bekommen kann.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie setzt sich die Fokusgruppe, die das Thema Öffentliche Beschaffung bearbeitet, zusammen? Inwieweit findet zur Zeit schon Zusammenarbeit mit nachgeordneten Ebenen, wie Mitarbeitern von Behörden, statt?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Die Fokusgruppe setzt sich aus drei Gruppen zusammen. Die Öffentliche Beschaffung verläuft nach Regeln, das ist für unsere Arbeit Vorteil und Nachteil zugleich.<br />
                    <br />An einer Stelle sitzen die Facheinkäufer oder Beschaffer, die ihre Arbeit nach diesen Regeln gestalten. An einer anderen Stelle sitzen die Bedarfsträger, die Kriterien definieren, die sie für ihre Arbeit brauchen. Sie geben diese Kriterien weiter, und sie müssen eingepasst werden in die Regel der Beschaffer. Darin liegt eventuell eine Diskrepanz. Es gibt europäische Interpretationen der Beschaffungsrichtlinien, in denen ausgesagt wird, dass die Integration möglich ist. Wir müssen zuerst aus den Bedarfsträgern herauskitzeln, welche Kriterien originär für ihre Arbeit notwendig und auch nachhaltig sind. Dann müssen wir mit den Beschaffern reden und herausfinden, wie solche Kriterien formuliert sein müssen, damit sie in ihr Regelwerk aufgenommen werden können. Das sind zwei unterschiedliche Diskussionsprozesse, die nicht vermischt werden dürfen. Über die Hemmnisse, die wir im Gespräch mit Beschaffern und Bedarfträger herausgefunden haben, müssen wir mit den die für die Regelwerke verantwortlichen diskutieren. Wir müssen darüber sprechen, ob es Möglichkeiten gibt, diese Regelwerke partiell zu ändern oder zu erweitern. Deshalb haben wir drei Fokusgruppen.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Wie begegnet man Berührungsängsten oder Schwierigkeiten mit neuen Techniken und Strategien insbesondere beim Thema Öffentliche Beschaffung?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Das ist kein großes Problem. Es gibt zahlreiche Erkenntnisse aus der Forschung, wie man mit den Problemen &#8220;das habe ich schon immer so gemacht&#8221; oder &#8220;Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht&#8221; umgehen kann. Diese Erkenntnisse kann man anwenden. Solche Strategien anzuwenden hat aber nur Erfolg, wenn man die Ziele definiert hat und sie Ziele in die Regelwerke der Öffentlichen Beschaffung hinein bekommt. Wir versuchen die Ziele aus dem zu definieren, was existent ist, ohne neue Forschung zu betreiben. Der nächste Schritt ist die Planung konkreter organisatorischer Maßnahmen, wie Maßnahmen zur Förderung der Akzeptanz oder die Integration bestimmter neuer Verhaltensweisen in der Einarbeitungsphase. Beispiele sind die Verwendung energieeffizienter Steckernetzteile, die es schon gibt, oder die Information über energiesparende Verhaltensmöglichkeiten, beispielsweise während der Einarbeitung in Computerprogramme.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Welche Unterstützung seitens der Verwaltung (Bund, Länder) ist ihrer Meinung nach noch nötig?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Soweit ist der Prozess noch nicht. Ich würde mir wünschen, dass die Unterstützung, die bereits angefangen hat, auch erhalten bleibt wenn es konkret wird. Ich weiß allerdings noch nicht, ob das passiert. Im Moment bin ich sehr positiv eingestimmt, wir bekommen sehr viel Unterstützung von Bund und Ländern. Nach einer gewissen Beobachtungszeit sollten Änderung von Gesetzen und Regelwerken stattfinden, wenn die neuen Kriterien aus Akzeptanzgründen oder Erklärbarkeitsgründen nicht in die Beschaffungsrichtlinie integrierbar sind &#8211; das würde ich mir wünschen. Stichwort Steckernetzteile: Wenn wir es nicht schaffen, eine Selbstverpflichtung mit Herstellern, Beschaffern und Bedarfsträgern zu erreichen, dann kann es der Bund eventuell mit einer Verordnung durchsetzten. Aber soweit sind wir noch nicht. Man sollte nicht den dritten Schritt vor dem ersten machen, denn da verschreckt man mehr mit.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital:</strong> Im Bereich E-Government ist E-Procurement (online-Beschaffung) ein wichtiges Thema. Aber Nachhaltigkeit noch nicht. Wie kann das geändert werden und was wären konkrete Schritte dazu?</p>
<p>
                    <strong>Dompke:</strong> Wenn man E-Government richtig macht, stecken darin natürlich viele Nachhaltigkeitspotenziale. Nicht nur im Bereich Ökologie, sondern gerade auch im Bereich der Soziokultur, der Gesellschaft. Nur dabei spielen noch andere Dinge eine Rolle. Wenn man die Potenziale von E-Government ausschöpfen will, muss man eben auch alte Menschen an das Netz bringen, die 80jährige, gehbehinderte Frau, die ihren Antrag oder ihr Formular selbst nicht mehr abholen kann. Es nützt ihr nichts, wenn es E-Government gibt, sie damit aber nicht umgehen kann.<br />
                    </p>
<p>
                      
                    </p>
<p>
                      
                    </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Es wird roadgemappt &#8211; für Nachhaltigkeit in der Informations &#038; Kommunikationstechnik (NIK)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/nachhaltigkeit-und-informationsgesellschaft/wissensgesellschaftnik4-shtml-2639/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cotto]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Oct 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeit und Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit in der Informations- und Kommunikationstechnik]]></category>
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					<description><![CDATA[Was die öffentliche Hand beschafft – vom Bleistift bis zum Panzer – beschafft sie nach festgelegten Regeln. Im Projekt NIK werden diese auf ihre Nachhaltigkeitspotenziale überprüft und neue Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Was die öffentliche Hand beschafft – vom Bleistift bis zum Panzer – beschafft sie nach festgelegten Regeln. Im Projekt NIK werden diese auf ihre Nachhaltigkeitspotenziale überprüft und neue Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt.<!--break-->
                    </p>
<p>&#8220;Es geht ja auch noch wie früher&#8221;, meinte der parlamentarische Staatssekretär des BMBF Wolf-Michael Catenhusen während seiner Eröffnungsrede zum 2. Expertenforum im Projekt NIK am 16. Mai 2002 in Berlin. &#8220;Wie früher&#8221; ging es noch, als sein Mikrophon ausfiel. &#8220;Wie früher&#8221; geht es jedoch nicht mehr in der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung der Branche macht auch hier eine verstärkte Orientierung an Umweltanforderungen nötig. Wie in vielen Brachen ist Nachhaltigkeit das Schlagwort. Eingebunden in die Strategie<br />
                    <a href="http://www.roadmap-it.de/allginfo.htm#init" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachhaltigkeit</a> der Bundesregierung wurde das<br />
                    <a href="http://www.dlr.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)</a> beauftragt, mit Hilfe der Roadmaptechnik Innovationspfade und Handlungsoptionen für nachhaltige Entwicklung und nachhaltiges Wirtschaften in der Informationsgesellschaft aufzuzeigen. Das Roadmapping soll erprobt und exemplarischee Roadmaps entworfen werden. Im Rahmen der Veranstaltung wurden erste Entwürfe und Umsetzungsstrategien zur Nachhaltigkeit in der IKT vorgestellt, Erfahrungen referiert und mit Experten diskutiert.</p>
<p>
                    <strong>Herausforderungen des 21. Jahrhunderts</strong><br />
                    <br />Zwei zentrale Herausforderungen des 21. Jahrhunderts lauten &#8220;Informationsgesellschaft&#8221; und &#8220;Nachhaltige Entwicklung&#8221;. Es gilt, beide Komplexe zu verknüpfen und innovative Möglichkeiten in der IKT zu finden und grundlegende ökologische Herausforderungen und soziale Ungleichgewichte so zu integrieren, dass die Chancen einer zukunftsfähigen Entwicklungsperspektive für alle Staaten und Menschen weltweit und dauerhaft gewahrt und verbessert werden. Die Roadmapping-Technik soll dabei das Mittel zum Zweck sein. Mit ihrer Hilfe können Leitplanken für eine zukunftsfähige, d.h. auf ökonomische, ökologische und soziale Belange abgestimmte Entwicklung, Fertigung und Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK-Technologie) erarbeitet werden. Das Roadmapping gilt als international modernste Methode in Entscheidungs- und Strategiefindungsprozessen. Daher gilt ihre Anwendung in diesem Prozess als reizvoll und spannend. Eine Aufgabe des<br />
                    <a href="http:www.roadmap-it.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">NIK-Projektes</a> ist dementsprechend, die Anwendbarkeit, Effektivität und Praktikabilität von Roadmapping zu untersuchen.</p>
<p>Der Schwerpunkt der 1. Expertenkonferenz im Projekt NIK im November 2001 lag im Dialog mit Akteuren aus Politik und Wirtschaft. Das Rahmenkonzept wurde vorgestellt und allgemeine Handlungsfelder, vordringlich bewertete Handlungsfelder, Fokusthemen, Themenschwerpunkte, Fokusgruppen und Verfahrensweisen abgestimmt. In anschließend parallel arbeitenden Fokusgruppen werden ausgewählte Themenschwerpunkte und Fokusthemen präzisiert.</p>
<p>
                    <strong>Öffentliche Beschaffung als Fokusthema</strong><br />
                    <br />Eines dieser Fokusthemen ist die &#8220;Öffentliche Beschaffung&#8221;. Hier soll der öffentliche Beschaffungsprozess unter Nachhaltigkeitskriterien aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Vier Punkte stehen dabei im Mittelpunkt:<br />
                    </p>
<ol>
<li>Die Aufnahme produktbezogener Aspekte der Nachhaltigkeit aus dem Bereich der Ökonomie, Ökologie und Soziokultur in Ausschreibungen unter Beachtung der geltenden Richtlinien. Berücksichtigung ökologischer Aspekte ist heute bereits möglich. Schwieriger ist die Formulierung sozialer Belange, da diese produktunabhängig sind und Diskriminierung anderer darstellen (Beispiel: Mindestanteil von 50% Frauen in gehobener Position). Der Bereich der Ökonomie wird bereits einbezogen, allerdings muss Wertebasis eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, anstatt einer reinen Kostenbetrachtung sein.<br />
                      </li>
<li>Der Wandel von einer Produktions- zur einer Informationsgesellschaft bedingt neue Anforderungen nach Mobilität und Erreichbarkeit. Geeignete Techniken hierfür müssen Nachhaltigkeitsgesichtspunkten entsprechen. Die so formulierten Produktanforderungen können als technische Spezifikation in Ausschreibungen einbezogen werden und Eingang in die Beschaffung finden.<br />
                      </li>
<li>Die nachhaltigere Gestaltung des Beschaffungsvorganges durch Zusammenfassung aller Kommunikationsformen.<br />
                      </li>
<li>Die Steigerung der Nachhaltigkeit der Verwendung Geräten durch veränderte Beschaffungswege. Hierzu müssen technisch unterstützte Organisationsformen herausgearbeitet werden, um eine verstärkte Wiederverwertbarkeit von Geräten zu gewährleisten.</li>
</ol>
<p>Probleme ergeben sich durch die fehlende Definition von gewünschten sozialen Faktoren (z.B. vertragliche Verankerung des Anspruches auf Telearbeit), der mangelnden Akzeptanz alternativer Arbeitsformen, ungenügende Kenntnisse über betriebliche Auswirkungen und fehlende technische Möglichkeiten. Es ist noch unklar, mit welchen Umsetzungsstrategien herkömmliches Handeln mit neuen Anforderungen angereichert werden kann. Nachhaltige Beschaffung ist noch nicht Praxis, weshalb es positiver Beispiele und &#8220;Treiber&#8221; bedarf.</p>
<p>
                    <strong>Beispiel: Energieeffiziente Steckernetzteile</strong><br />
                    <br />Ein konkreter Roadmap-Punkt des Fokusthemas Öffentliche Beschaffung ist der Einsatz energieeffizienter Steckernetzteile. Diese weisen eine Leerlaufleitung von ca. 1-2 Watt auf, im Gegensatz zu herkömmlichen Netzteilen mit einer Leerlaufleistung von ca. 10-20 Watt. Eine Einsparung von ca. 125 GWh pro Jahr wäre so möglich (Basis 2 Mio. Beschäftigte mit jeweils 1,5 Steckernetzteilen. Im Maßnahmenplan dieses Roadmap-Punktes wurde für die kommenden Jahre folgende Etappen formuliert:</p>
<blockquote>
<p>2002 Auflistung aller eingesetzten Geräte mit Steckernetzteilen<br />
                      <br />2003 Erkundung über die Verfügbarkeit energieeffizienter Steckernetzteile<br />
                      <br />2003 Musterangebote<br />
                      <br />2004 Preisverhandlungen<br />
                      <br />2004 Pilotbeschaffung<br />
                      <br />2007 Erfahrungsberichte / Auswertung<br />
                      <br />2008 Ausschließliche Beschaffung energieeffizienter Steckernetzteile</p>
</blockquote>
<p>
                    <strong>Ziele</strong><br />
                    <br />Die Ziele des NIK-Projektes sind hoch gesteckt und die konkrete Umsetzung steht erst am Anfang. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft scheinen momentan noch hochmotiviert und engagiert zu sein. Eine regelrecht jugendliche Begeisterung und tiefe Überzeugung für das Thema Nachhaltigkeit sind zu spüren. &#8220;Nachhaltigkeit ist heute längs mehr als Umweltpolitik&#8221;, sagte beispielsweise Staatssekretär Catenhusen vom BMBF (Link Interview bei uns) in seiner Rede, und Herr Fidalgo (LG. Phillips Displays) fügte hinzu: &#8220;Nachhaltigkeit heißt anders ausgedrückt Wirtschaftlichkeit&#8221;.<br />
                    <br />Es bleibt zu hoffen, dass die Aufbruchstimmung anhält, dass Ergebnisse konkret werden, Taten folgen und, wenn ausreichend roadgemappt wurde, die politische Unterstützung bei der Umsetzung nicht fehlt. Und das Wichtigste ist, dass die Bevölkerung mitmacht &#8211; heute können erst 18 Prozent der Bürger mit dem Begriff Nachhaltigkeit etwas anfangen.<br />
                    </p>
<p>
                      
                    </p>
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			</item>
		<item>
		<title>E-Commerce und Umwelt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/nachhaltigkeit-und-informationsgesellschaft/wissensgesellschaftnik2-shtml-2600/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kfichter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeit und Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[E-Commerce]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Umweltentlastungen, die auf die Nutzung von E-Commerce und E-Business zurückgehen sind derzeit eher zufällige Nebeneffekte als bewusst gestaltete Prozesse. Die gezielte Berücksichtigung von Umweltanforderungen wird aber auch im Bereich E-Commerce immer wichtiger. Wir stellen Ihnen vier Strategiefelder für nachhaltige E-Commercelösungen vor.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Umweltentlastungen, die auf die Nutzung von E-Commerce und E-Business zurückgehen sind derzeit eher zufällige Nebeneffekte als bewusst gestaltete Prozesse. Die gezielte Berücksichtigung von Umweltanforderungen wird aber auch im Bereich E-Commerce immer wichtiger. Wir stellen Ihnen vier Strategiefelder für nachhaltige E-Commercelösungen vor.<!--break--><br />
                      
                    </p>
<p>Die rasante Entwicklung bei der kommerziellen Nutzung des Internets verändert in fundamentaler Weise Wirtschaftsstrukturen, Handelsaktivitäten, Geschäftsprozesse und das Verhalten wirtschaftlicher Akteure. Die wirtschaftlichen Chancen und Risiken von E-Commerce und E-Business sind schon seit Jahren Gegenstand politischer Debatten und Bestandteil von Unternehmensstrategien und neuer Geschäftsmodelle. Auch die soziale Dimension der Internetrevolution wird an vielen Stellen bereits ausgiebig thematisiert (Digitaler Graben, Schulen an’s Netz etc.). Im Gegensatz dazu findet die Frage, welche ökologischen Chancen und Risiken mit dem zunehmenden Einsatz elektronischer Kommunikationsnetze im Wirtschaftsprozess verbunden sind, bislang wenig Beachtung. Bisherige Untersuchungen (Behrendt u.a., 2002) zeigen:</p>
<ol>
<li>Die Welt des E-Commerce und E-Business ist keineswegs eine „schwerelose Ökonomie“. Internet und Internetnutzung sind von erheblicher Stoffstrom- und Umweltrelevanz.</li>
<li>E-Commerce-Awendungen sind nicht per se umweltschonender oder umweltbelastender. Die Umwelteffekte hängen von der Gestaltung der IuK-Technologien, den Nutzungsformen und den umweltpolitischen Rahmenbedingungen ab.</li>
<li>Die digtiale Revolution ist nicht deterministisch, sondern zukunftsoffen und damit gestaltbar.</li>
</ol>
<p>
                    <br />
                    <strong>Strategiefelder für nachhaltige E-Commerce-Lösungen</strong><br />
                    <br />Bislang sind Umweltentlastungen durch die Nutzung von Internet und E-Commerce in der Regel nicht-intendierte zufällige Nebeneffekte. Der wirtschaftliche und ökologische Bedeutungszuwachs von E-Commerce und E-Business machen für die Zukunft aber eine gezielte Berücksichtigung von Umweltanforderungen im Rahmen von Unternehmens- und Innovationsstrategien notwendig. Grundsätzlich können vier Strategiefelder für nachhaltige E-Commerce-Lösungen unterschieden werden:</p>
<ol>
<li>Greening of ICT: Umweltverträgliche Gestaltung, Produktion, Nutzung und Entsorgung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)</li>
<li>E-Substitution: Dematerialisierung durch Substitution physischer Produkte mit Hilfe elektronischer, umweltverträglicherer Produkt-, Versand- und Nutzungsalternativen</li>
<li>E-Support: Nutzung von Internet und E-Commerce für intelligente, öko-effiziente Beschaffungs-, Vertriebs-, Logistik-, Nutzungs- und Recyclingprozesse</li>
<li>E-Services: Entwicklung eigenständiger Online-Dienstleistungen zur Unterstützung nachhaltiger Kauf- und Nutzungsmuster</li>
</ol>
<p class="tidy-3">
                      <br />
                      <em>Abbildung 1: Nachhaltige E-Commerce-Strategien</em>
                    </p>
<p class="tidy-3">
                      <img fetchpriority="high" decoding="async" height="285" alt="Greening der Informatiosntechnik" src="images/nik2_greening2.jpg" width="380" /><br />
                      
                    </p>
<p class="tidy-4">
                      <em>Quelle: vom Verfasser<br />
                      <br /></em>
                    </p>
<p class="tidy-5">
                    <strong>„Greening“ der Informationstechnik</strong><br />
                    <br />Die ökologischen Effekte und Problembereiche der Informationsinfrastruktur, insbesondere der Endgeräte, sind seit Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und ein Entwicklungsschwerpunkt vieler Hersteller von Informationstechnik (Reidchl, 2000). Die Hauptaufgaben liegen hier in der Entwicklung von energiesparenden Geräten, der Vermeidung von Problemstoffen wie PCB, Quecksilber oder Cadmium, der Verringerung des Abfallaufkommens durch verbessertes Recycling und der Optimierung der Gerätelebensdauer und -nutzung, z.B. durch Leasing- und Sharing-Modelle (Behrendt, 1998, S. 262ff.).<br />
                    <br />Für die Hersteller und Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologien besteht die Aufgabe darin, Umweltschutz als feste Anforderung in das Entwicklungs- und Innovationsmanagement sowie das Marketing einzubeziehen und die Potentiale für eine Ökologisierung der Informationstechnologie zu nutzen. Zur Entwicklung einer Roadmap für die IT-Industrie startete im Sommer 2001 das vom Bundesmininsterium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „<br />
                    <a href="http://www.roadmap-it.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachhaltige Informations- und Kommunikationstechnik</a>&#8221; (NIK).</p>
<p class="tidy-5">
                    <strong>E-Substitution</strong><br />
                    <br />Ziel des Strategieansatzes der elektronischen Substitution ist es, durch das Ersetzen physischer Güter und die Nutzung elektronischer Alternativen Umweltentlastungen zu erzielen. Ein Beispiel für eine E-Substitution-Strategie ist die Deutsche Telekom. Diese verwendet die Ökobilanz-Methode, um ihre digitalen Produkte, wie z.B. die T-NetBox, zu bewerten. Der seit 1997 angebotene Dienst T-NetBox ist ein Nachrichten- und Anrufmanager im Festnetz, ähnlich einer Mailbox im Mobilfunkbereich. Der Nutzer kann gegen ein monatliches Entgelt den Dienst in Anspruch nehmen und so auf den Anrufbeantworter in der Wohnung verzichten. In den meisten T-ISDN Vertragspaketen ist der Dienst bereits in der monatlichen Grundgebühr enthalten. Der Betrieb einer T-NetBox benötigt 27 mal weniger Energie als der eines herkömmlichen Anrufbeantworters, bei 66fach geringerem Anfall an Elektronikschrott. Beim kompletten Ersatz aller konventionellen Anrufbeantworter in bundesdeutschen Haushalten (ca. 18 Mio.) durch T-NetBoxen könnte 99% der durch Standby-Betrieb erforderlichen Energieaufwendungen eingespart werden. Dadurch würden 600.000 Tonnen weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden. Dies entspricht 0,5% der im Jahr 2000 durch die privaten Haushalte in Deutschland verursachten, energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen. Eingespart würde außerdem der Verbrauch von 9.600 Terajoule Primärenergie, was knapp 30% des Jahresbedarfs eines großen Steinkohlekraftwerks entspricht (Quack/ Gensch, 2001, S.36).</p>
<p class="tidy-5">
                    <strong>E-Support</strong><br />
                    <br />Die Möglichkeit durch elektronischen Handel die Ressourcenproduktivität zu erhöhen, wird als eine der größten ökologischen Chancen des E-Commerce diskutiert. Potenziale deuten sich besonders im Business-to-Business (B2B) Bereich an, wo durch eine elektronisch unterstützte Absatz- und Fertigungsplanung Beschaffungsmengen, Überschussproduktion, Lagerverschrottung und Distributionsverkehre verringert werden können. Erste Falluntersuchungen in der Computerindustrie zeigen, dass hier kurzfristige Steigerungen der Materialproduktivität von bis zu 5 Prozent möglich sind (Behrendt u.a., 2002).</p>
<p class="tidy-3">
                      <em>Tabelle 1: Öko-Effizienz durch E-Support</em>
                    </p>
<table width="100%" border="2">
<tbody>
<tr>
<td width="32%">
<div class="tidy-2">
                              <strong>Öko-Effizienz<br />
                              <br />durch E-Support</strong>
                            </div>
</td>
<td width="37%">
<div class="tidy-2">
                              <strong>Beispiel</strong>
                            </div>
</td>
<td width="31%">
<div class="tidy-2">
                              <strong>Umwelteffekt</strong>
                            </div>
</td>
</tr>
<tr>
<td>Internetunterstützung einer kundenspezifischen Massenfertigung</td>
<td>ChemStation (Hersteller gewerblicher Reinigungsmittel) (<br />
                          <a href="http://www.chemstation.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.chemstation.com</a>)</td>
<td>Reduzierung Zusatzstoffe, kundengerechte Dosierung</td>
</tr>
<tr>
<td>Internetgestütztes Stoffstrommangement</td>
<td>Henkel: Reststoffbörse im Internet</td>
<td>Reduzierung des Ressourcenverbrauchs</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p class="tidy-4">
                      <em>Quelle: Zusammenstellung vom Verfasser<br />
                      <br /></em>
                    </p>
<p class="tidy-5">
                    <strong>E-Services</strong><br />
                    <br />Ein weiterer bedeutsamer Strategieansatz für nachhaltige E-Commerce-Lösungen liegt in der Entwicklung eigenständiger internetgestützter Dienstleistungen (E-Services). So können beispielsweise im Bereich der Produktnutzungsverlängerung und des Produktrecyclings durch internetgestützte Dienstleistungen neue Umweltentlastungspotentiale erschlossen werden. Ein Beispiel hierfür ist die Auto-Recyclingbörse im Internet der Firma renet (<br />
                    <a href="http://www.renet.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.renet.de</a>). Auch elektronische Marktplattformen für gebrauchte oder überschüssige Produkte und Wirtschaftsgüter können die Nutzungsdauer von Produkten verlängern. Beispiele hierfür sind www.GoIndustry.com oder<br />
                    <a href="http://www.ebay.de." target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.ebay.de.</a> Weitere Ansatzpunkte für elektronische Dienstleistungen stellen Internetportale und Online-Einkaufsführer für umweltschonende Produkte und Dienstleistungen dar. Ein Beispiel hierfür ist der US-amerikanische Internetdienstleister<br />
                    <a href="http://www.GreenOrder.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.GreenOrder.com</a>, der insbesondere gewerbliche Einkäufer und Behörden dabei unterstützt, auf schnelle und bequeme Weise, geprüfte umweltschonende Produkte zu finden und einzukaufen.</p>
<p>Von Dr. Klaus Fichter, Borderstep &#8211; Institut für Innovation und Nachhaltigkeit, Berlin,<br />
                    <a href="mailto:fichter@borderstep.de">fichter@borderstep.de</a></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Mit Roadmapping zur Nachhaltigkeit</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/nachhaltigkeit-und-informationsgesellschaft/wissensgesellschaftnik3-shtml-2842/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cotto]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeit und Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie-Roadmap]]></category>
		<category><![CDATA[Wolf-Michael Catenhusen]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview mit Wolf-Michael Catenhusen, Parlamentarischer Staatssekretär des BMBF]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Interview mit Wolf-Michael Catenhusen, Parlamentarischer Staatssekretär des BMBF<!--break-->
                    </p>
<p class="tidy-3">
                      <strong>Der Deutsche Bundestag hat im Sommer 2001 das Projekt &#8220;Nachhaltigkeit in der Informations- und Kommunikationstechnik&#8221; (NIK) gestartet. Unternehmen, Wissenschaft und Verbraucher sollen gemeinsam Nachhaltigkeitsstrategien entwickeln. Ziel ist es, eine &#8220;Roadmap&#8221; zur Nachhaltigkeit für den IKT Bereich zu entwickeln.</strong>
                    </p>
<p>
                    <strong><br />
                      <strong>politik digital:</strong><br />
                    </strong> Was verbirgt sich hinter den Begriffen Nachhaltigkeit und Roadmapping?</p>
<p>
                    <strong><br />
                      <strong>Catenhusen:</strong><br />
                    </strong> Mit dem Begriff Nachhaltigkeit ist eine sich selbst tragende, dauerhafte gesellschaftliche und soziale Entwicklung in der Gesellschaft gemeint, die Lebensqualität sichert, die Ressourcen schont und den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft sichert. Das ist natürlich ein sehr ambitioniertes und ehrgeiziges Ziel, das in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung von Industriebranchen betrifft. Das Prinzip Roadmapping ist eine Technik der Entscheidungsfindung. In diesem Kontext sollen in einem ständigen Prozess Produktionsverfahren und die Produkte der IKT stärker an den Zielen der Nachhaltigkeit orientiert werden.</p>
<p>
                    <strong>politik digital:</strong> Welche Aspekte der Nachhaltigkeit spielen in der IKT eine Rolle?</p>
<p>
                    <strong>Catenhusen:</strong> Betrachtet werden soll der gesamte Lebenszyklus von Produkten, etwa Produktion, Gebrauch und auch Recycling. Es geht um ein komplexes Set von Zielen, von der Einsparung von Ressourcen bis zu einer besonderen Benutzerfreundlichkeit. Das Entscheidende an diesem Prozess ist, dass die Akteure, also die Unternehmer selbst, aber auch Vertreter aus dem Umwelt- und Verbraucherbereich diese Ziele gemeinsam erarbeiten sollen. Wir, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, geben nur eine Struktur vor. Wir finanzieren einen Dialogprozess zur Erarbeitung dieser Roadmaps. Es ist also ein dezentraler, von unten organisierter Prozess &#8211; und deshalb mit großen Chancen verbunden.</p>
<p>
                    <strong>politik digital:</strong> Warum wurden keine leichter verständlichen Begriffe gewählt, insbesondere vor dem Hintergrund der Bedeutung der Einbindung der Bevölkerung?</p>
<p>
                    <strong>Catenhusen:</strong> Wenn man sich damit aufhielte, würde man die Zeit zur Konkretisierung verlieren. Ich denke, der Begriff Nachhaltigkeit wird in diesem Projekt durch die Ergebnisse sehr viel konkreter fassbar. Das Problem ist, dass den Begriff Nachhaltigkeit alle Politikfelder belegen und er damit einen hohen Abstraktionsgrad hat. Ich glaube, dass es gerade in diesem Projekt gelingen könnte, ihn sehr viel anschaulicher und transparenter zu machen. Wenn man über Nachhaltigkeit konkret in bestimmten Handlungsfeldern der Gesellschaft diskutiert, wird der Begriff auch fassbar und pragmatisch. Das Roadmapping ist ein in Unternehmen, vor allem im angelsächsischem Bereich, praktizierter Prozess der Strategiefindung und der Verständigung von Entscheidungsträgern. Wir wollten diese Technik in der Praxis erproben und sind als Ministerium selbst sehr neugierig auf die Ergebnisse. Insbesondere im Bereich der IKT liegen nach zahlreichen Studien noch hohe Potenziale in einer umweltfreundlichen Nutzung. Die Erwartungen sind sehr abstakt. Wir haben deshalb auch keine politischen Vorgaben gegeben und glauben, dass vielmehr diese Technik der Verständigung spannend ist. Die Industrie hat schon längst solche Prozesse der Entscheidungsfindung etabliert. Wir versuchen nun, diese Entscheidungstechniken auch für Verständigungsprozesse zwischen Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu öffnen.</p>
<p>
                    <strong>politik digital:</strong> Inwiefern ist eine Steuerung von wirtschaftlicher Entwicklung mit dem Ziel von Nachhaltigkeit überhaupt möglich?</p>
<p>
                    <strong>Catenhusen:</strong> Man muss unterschiedliche Ebenen sehen. Die Politik kann Vorgaben geben, etwa durch gesetzliche Rahmenbedingungen. Das tut sie auch. Hier kommt es eher darauf an, perspektivisch nach vorn zu blicken. Die Frage ist: Wie können unternehmensinterne Nachhaltigkeitsstrategien einzelner Unternehmen für Branchenlösungen geöffnet werden und wie kann der Prozess beeinflussbar sein für Ziele im Sinne der Umwelt- und Verbraucherinteressen.</p>
<p>
                    <strong>politik digital:</strong> Eine Haupteigenschaft der IKT Branche ist ihre Schnelllebigkeit. Wie wird im NIK Projekt eine flexible Reaktion auf neue Entwicklungen in der IKT berücksichtigt?</p>
<p>
                    <strong>Catenhusen:</strong> Die Schnelllebigkeit birgt große Chancen, weil es dadurch kaum Strukturverfestigungen gibt. Man kann natürlich nur für einen Zeitraum von maximal 3-5 Jahren tiefergehende Produktziele formulieren. Man muss nicht unbedingt über jede modische Erneuerung alle halbe Jahre reden. Innerhalb dieser 3-5 Jahre passiert so viel an neuer Technologie und Rationalisierungsgewinn, man ist immer im Wettlauf mit der Zeit. Es wird sich zeigen, wie das funktioniert. Wenn dieser Roadmapping-Prozess in der IuK-Industrie als gesellschaftlicher Diskurs organisiert ist, schreit er natürlich nach Bestätigung. Dieser Prozess in dieser Form ist noch einmalig in Deutschland.</p>
<p>
                    <strong>politik digital:</strong> Momentan befindet sich das Projekt noch auf einer sehr abstrakten Ebene. Wie sieht der Zeithorizont aus, wann werden Konzepte konkreter?</p>
<p>
                    <strong>Catenhusen:</strong> Wir machen hier etwas ohne Vorbild. Es ist auch gut, dass Politik den Mut hat, nicht nur Etabliertes zu wiederholen, sondern wirklich Innovatives erproben zu lassen. Wir glauben natürlich, dass konkrete Ergebnisse in einem überschaubaren Zeitraum anwendbar werden. Ich denke, dass für Segmente der IuK- Industrie Roadmaps bis Anfang nächsten Jahres vorliegen sollten und erprobt werden, in dem sie von Akteuren in ihre Unternehmensplanungen einbezogen werden. Dann soll ein Rückkopplungsprozess organisiert werden, wie weit sich das bewährt und eine Optimierung erfolgt.</p>
<p>
                    <strong>politik digital:</strong> Was kostet Nachhaltigkeit? Welche Mehr-Kosten entstehen? Welche Kosten werden eingespart?</p>
<p>
                    <strong>Catenhusen:</strong> Das BMBF kann erst einmal nur die Infrastruktur zur Verfügung stellen und politisch helfen, die Offenheit und das Engagement der Wirtschaft herzustellen. Das Erstaunliche und Positive, was man heute schon sagen muss, ist, dass eine Reihe von Unternehmen der IuK-Industrie wirklich interessiert sind, sie nehmen den Prozess selbst in die Hand. Der Prozess ist durchaus auch Wunsch der Industrie. Nachhaltigkeitsziele können die wirtschaftliche Situation von Unternehmen natürlich auch verbessern. Ressourcenschonung ist heute angesichts der hohen Kosten von Ressourcen unternehmerisches Eigeninteresse.<br />
                    </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Nachhaltig in die Informationsgesellschaft</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/nachhaltigkeit-und-informationsgesellschaft/wissensgesellschaftnik1-shtml-2857/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sbehrendt]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Oct 2002 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nachhaltigkeit und Informationsgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Elektroschrott]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsinfrastruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Ökobilanz]]></category>
		<category><![CDATA[Stromverbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Informationsinfrastruktur hat eine schlechte Ökobilanz: Energieverluste durch leerlaufende Geräte und ein hohes Aufkommen von Elektroschrott tragen dazu bei. Doch sie eröffnet auch Nachhaltigkeitschancen: Neue Technologien stärken die Konsumenten und fördern Transparenz und Koordinationsmöglichkeiten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Informationsinfrastruktur hat eine schlechte Ökobilanz: Energieverluste durch leerlaufende Geräte und ein hohes Aufkommen von Elektroschrott tragen dazu bei. Doch sie eröffnet auch Nachhaltigkeitschancen: Neue Technologien stärken die Konsumenten und fördern Transparenz und Koordinationsmöglichkeiten.<!--break-->
                  </p>
<p>Der rasante Bedeutungszuwachs von Information und Kommunikation einschließlich der Techniken zu ihrer Verbreitung, Verarbeitung und Speicherung ist unübersehbar und wird unter dem Begriff „Informationsgesellschaft“ zusammengefasst. Bereits heute ist die Informationswirtschaft von den Beschäftigtenzahlen her der drittstärkste Sektor in Deutschland. Weltweit werden mittlerweile mehr PCs als TV-Geräte verkauft. Über die Kernprodukte PC und Telefon hinaus dringen die Informations- und Kommunikationstechniken nicht nur in immer mehr industrielle Anwendungsfelder vor, auch viele Konsumgüter werden durch Prozessoren immer „intelligenter“. Dieses illustrieren die Rechenleistung, die in PKWs steckt ebenso wie der Kühlschrank, der selbständig Bestellungen für Milch auslöst oder die auf der internationalen Funkausstellung 2001 gezeigte Mikrowelle mit Internet-Zugang.<br />
                  <br />Zwar scheinen sich die Erwartungen an die weitere Entwicklung erst einmal nach der Goldgräberstimmung der letzten Jahre zu dämpfen und sich auf ein realistisches Niveau eingependelt zu haben. Unabhängig davon, wie schnell und in welchem Maße sich multimediale Produkte und Dienstleistungen durchsetzen werden, ist eines deutlich: die Basistrends zur Tertiarisierung (Verlagerung vom Produktions- zum Dienstleistungssektor) und Quartarisierung (Verlagerung von traditionellen Dienstleistungsbereichen zur Informations- und Wissensproduktion) sind ungebrochen.<br />
                  <br />Wenig wurde bisher über das Spannungsverhältnis von „Information Society“ und „Sustainable Society“ nachgedacht, obwohl der Einsatz von IKT bestehende Raum-, Zeit-, Informations- und Entscheidungsstrukturen, das gesellschaftliche Zusammenleben und damit letztlich auch den Ressourcenverbrauch tiefgreifend verändert. Das Zukunftsbild der „Nachhaltigen Gesellschaft“ steht der Vorstellung einer Informationsgesellschaft weitgehend unvermittelt und unverbunden gegenüber. Die Idee der nachhaltigen Entwicklung beruht in erster Linie auf der Erkenntnis, dass ein permanentes Wirtschaftswachstum, das mit einem ebenso ständigen Wachsen der Stoff- und Energieströme verbunden ist, nicht zukunftsfähig ist. Insbesondere wenn dieses Muster auf die Entwicklung der Schwellen- und Entwicklungsländer übertragen werden soll, wird die Tragekapazität der Erde schnell überschritten.<br />
                  <br />Die Herausforderung besteht darin, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung mit den Innovationen zur Informationsgesellschaft miteinander zu verknüpfen. Hierzu gibt es grundsätzlich zwei, sich gegenseitige ergänzende Zugänge: Einerseits die Verbesserung der Ökobilanz der Hardware, andererseits die intelligente Anwendung der Informations- und Kommunikationstechniken.</p>
<p>
                  <strong>Ökobilanz der Informationsinfrastruktur</strong><br />
                  <br />Der Nutzer nimmt neben den materiellen Eigenschaften der Hardware allenfalls den Stromverbrauch war. Allein auf das Internet entfällt gegenwärtig ein Stromverbrauch von 0,8 Prozent. Dieser Anteil am Gesamtstromverbrauch könnte sich unter der Annahme heutiger Technologien und Energieeffizienz verachtfachen auf über 6 Prozent im Jahr 2010, was rund 35 TWh entspräche. Eine besondere Problematik stellen die Leerlaufverluste der technischen Geräte dar, da beachtliche Energiemengen vergeudet werden. Die Leerlaufverluste der Informations- und Kommunikationsgeräte in Deutschland betragen nach einer Schätzung des Umweltbundesamtes rund 8 TWh pro Jahr. Nimmt man noch die Unterhaltungsgeräte (TV-, Video- und Audio-Geräte) hinzu, so erhält man Leerlaufverluste von jährlich 16,1 TWh. Dies ist fast soviel Strom wie die Bundeshauptstadt Berlin pro Jahr benötigt bzw. mehr als zwei 1 Gigawatt-Kraftwerke jährlich einspeisen. Rund 1,5 Prozent des Kohlendioxidausstoßes in Deutschland geht allein darauf zurück, dass Geräte nicht ganz ausgeschaltet werden.<br />
                  <br />Ein großer Teil der Umweltinanspruchnahme ist nicht unmittelbar erkennbar, weil er auf die vorgelagerten Produktionsstufen entfällt. Es wird geschätzt, dass 98 Prozent der Stoffströme bei der Herstellung einschließlich vorgelagerter Produktionsstufen in Form von Abfällen auftreten und nur 2 Prozent in das Produkt fließen. Allein im Kupfer-Fernkabelnetz der Telekom ist bei einem Gewicht von 5000 kg/km und einem Kupfergehalt von rund 1800 kg/km eine Menge von rund 300.000 t Kupfer enthalten (rund 1/3 eines Gesamtjahresverbrauchs an Kupfer in Deutschland). Dies entspricht einem &#8220;ökologischen Rucksack&#8221; von 150 Mio. t Abfälle und Abraum bei der Erzgewinnung- und -verarbeitung.<br />
                  <br />Noch immer kritisch ist das Aufkommen an Elektro- und Elektronikschrott. Es lag 2000 in Deutschland bei rund 2 Millionen Tonnen, davon sind rund 350.000 t Büromaschinen, Informations- und Kommunikationstechnik. Ein Großteil der Altgeräte wird noch in Müllverbrennungsanlagen bzw. auf Deponien (Schätzungen gehen von ca. 90 Prozent innerhalb der Europäischen Union aus) entsorgt und nicht verwertet. Bei den wenigen rückgeführten Geräten ist die stoffliche Verwertung vorherrschend, eine Wiederverwendung findet kaum statt.<br />
                  <br />Trotz der ermutigenden Fortschritte bei der Erhöhung der Ressourcenproduktivität bei Herstellung, Nutzung und Entsorgung von informations- und kommunikationstechnischen Produkten, ist mit einem weiteren Anstieg der Umweltbelastung zu rechnen ist. Ursache ist die Marktdynamik, die darauf schließen lässt, dass die Erhöhung der spezifischen Ressourcenproduktivität durch Zunahme der Produktionsmengen insgesamt überkompensiert wird. Neue Techniken verdrängen herkömmliche Produkte nur selten, stattdessen werden sie additiv eingesetzt und vergrößern somit das Konsumvolumen. Die kurzen Innovationszyklen mit der Folge weiter zurückgehender Produktnutzungszeiten verschärfen diese Problematik des sogenannten &#8220;Rebound&#8221;-Effektes.</p>
<p>
                  <strong>Chancen und Risiken der Anwendungen von IKT</strong><br />
                  <br />Unter Nachhaltigkeitsaspekten wird es in Zukunft vor allem auf die Art und Weise ankommen, wie die Informations- und Kommunikationstechniken eingesetzt werden. Kennzeichen der derzeitigen Transformationsprozesse von der Industriegesellschaft hin zur Informationsgesellschaft sind die Internationalisierung und Globalisierung der Märkte, informations- und wissensgestützte Formen der Erwerbsarbeit, eine Zunahme der IKT-gestützten Dienstleistungen, aber auch die steigende Flexibilisierung der Unternehmensstrukturen und daraus resultierende Veränderungen der Arbeitsorganisation. Telearbeit, Teleshopping, Telelearning oder Online-Dienstleistungen – auch in der öffentlichen Verwaltung – stehen nur beispielhaft für die Vielzahl der potentiellen bzw. bereits realisierten Einsatzfelder. Die sich dabei abzeichnenden Wirkungen des IKT-Einsatzes ergeben ein vielfältiges Bild positiver, neutraler und negativer Effekte.</p>
<p>
                    <br />
                    <strong>Nachhaltigkeits-Chancen und -Risiken der Informationsgesellschaft</strong>
                  </p>
<table width="100%" border="1">
<tbody>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td align="middle" height="18">
                          <strong>Ebenen</strong>
                        </td>
<td valign="top" align="middle">
                          <strong>Risiken</strong>
                        </td>
<td align="middle">
                          <strong>Chancen</strong>
                        </td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td height="20">&#8230; in Märkten</td>
<td> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="38">Leichtere Koordination in Wertschöpfungketten</td>
<td valign="top">Beschleunigung global und schnell wechselnder Produktionsstrukturen</td>
<td valign="top">Leichtere Koordination ökologisch optimierter Wertschöpfungsketten</td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="38">Höhere Transparenz für den Verbraucher</td>
<td valign="top">Verringerung räumlicher Einkaufsbarrieren: weitere Zentralisierung im Handel</td>
<td valign="top">Höhere Transparenz ökologischer und sozialer Produkteigenschaften</td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="38">Veränderung von Markteintrittbarrieren</td>
<td valign="top">Weitere Verkürzung von Produktlebens- und Nutzungszyklen</td>
<td valign="top">Höhere Innovationsraten durch erhöhte Wettbewerbsintensität</td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td height="20">
                          <strong>&#8230;in der Politik</strong>
                        </td>
<td> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="38">Leichte und verbesserte Organisationsmöglichkeiten von NGO&#8217;s</td>
<td> </td>
<td valign="top">Verbesserung der Machtbalance von ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen</td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="38">Erleichterte Möglichkeiten partizipativer Politikformen</td>
<td valign="top">Weiterer Legitimitätsverlust und Verdrängung repräsentativ-demokratischer Politikformen</td>
<td valign="top">Stärkung zivilgesellschaftlicher Institutionen</td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td height="20">
                          <strong>&#8230; im Rechtssystem</strong>
                        </td>
<td> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="50">Handel mit Waren und Informationen</td>
<td valign="top">Einschränkung des Verbraucherschutzes; nicht verfolgbare grenzüberschreitende Rechtsverstöße</td>
<td valign="top">Informationszugang für alle; verbesserter Preis- und Leistungsvergleich</td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="26">Neue Möglichkeiten des One-One Marketing</td>
<td valign="top">Verletzung von Persönlichkeits- und Datenschutzrechten</td>
<td valign="top">Individualisierung von Produkten als Chance zu verantwortlicher Nutzung</td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="24">
                          <strong>&#8230; in der Organisation des Arbeitslebens</strong>
                        </td>
<td> </td>
<td> </td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="50">Erleichterter Zugang zu neuen Arbeitszeitmodellen</td>
<td valign="top">Zuwachs von über die Sozialsysteme nur ungenügend abgefederten Arbeitsverhältnissen</td>
<td valign="top">Chance für neue Formen der Nichterwerbsarbeit</td>
</tr>
<tr bgcolor="#FFFFCC">
<td valign="top" height="26">Zunahme grenzüberschreitender Arbeitsverhältnisse</td>
<td valign="top">Unterlaufung von Sozialstandards</td>
<td valign="top">Internationale Verständigung und kultureller Austausch</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Quelle: nach Schneidewind 2000</p>
<p>So verbessert beispielsweise das Internet den Zugang zu Verbraucherinformationen, erhöht die Transparenz ökologischer und sozialer Produkteigenschaften und stärkt auf diese Weise die Marktmacht der Konsumenten, gleichzeitig wird der Nutzer durch die Informationsvielfalt überfordert, was zur Informationsüberflutung führen kann. Die Potenziale des World Wide Web im Internet haben in den letzten Jahren auch Chancen für repräsentative bzw. kooperative Beteiligungsverfahren mittels elektronischer Medien aufgezeigt, andererseits grenzt die zunehmende Verlagerung von Informations- und Entscheidungsprozessen auf das Internet bestimmte Bevölkerungsschichten von der Partizipation aus (digital divide). Im Verkehrsbereich, wo derzeitig vielfältige IKT-Anwendungen erprobt werden, können telematische Leit- und Zielführungssysteme für den motorisierten Individualverkehr kurzfristig zur Harmonisierung des Verkehrsflusses und damit zur Reduktion des Energieeinsatzes beitragen. Es besteht allerdings die Gefahr, dass mittel- und langfristig neuer Verkehr induziert wird.</p>
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                  <strong>Ausblick</strong><br />
                  <br />Die Chancen und Risiken der Informationsgesellschaft liegen oft dicht nebeneinander, so dass die Richtung der Entwicklung derzeit kaum angegeben werden kann. Ob die Chancen oder aber die Risiken überwiegen, hängt entscheidend davon ab, wie neue Informations- und Kommunikationstechniken künftig genutzt werden. Das Konzept der Informationsgesellschaft gibt hierauf noch keine hinreichende Antwort, weil in erster Linie die technisch-ökonomische und soziale Dynamik, nicht jedoch ökologische, soziale und kulturelle Langfristfolgen im Mittelpunkt der Umsetzung stehen.<br />
                  <br />Mit Blick auf diese Aufgabe hat der Deutsche Bundestag am 11. Mai 2000 dem Antrag der Koalitionsfraktionen &#8220;Strategie für eine nachhaltige Informationstechnik&#8221; (BT-Drs. 14/2390) zugestimmt. Eine Roadmap soll mittel- und langfristige Entwicklungen der Informations- und Kommunikationstechnik aufzeigen und neben ökologischen Herausforderungen und Innovationspfaden konkrete Ziele und Maßnahmen benennen, auch die Vorbereitung von für alle Beteiligten verbindlichen Selbstverpflichtungen mit Fristen zur Umsetzung konkreter Ziele soll angestrebt werden. Diese Initiative ergänzt laufende Aktivitäten der Bundesregierung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien, etwa im Rahmen des Bündnisses für Arbeit, im Kontext des Aktionsprogramms der Bundesregierung „Innovation und Arbeitsplätze in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts“ und im Rahmen der Initiative D21. Für die EU könnte die nationale Nachhaltigkeitsstrategie Modellcharakter für europäische Lösungen gewinnen.</p>
<p>Siegfied Behrendt<br />
                  <br />IZT Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gGmbH<br />
                  <br />Schopenhauerstr. 26<br />
                  <br />14129 Berlin<br />
                  <br />Tel.: 030/80 30 88-10<br />
                  <br />Fax.: 030/80 30 88-88</p>
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                    <strong>Literatur</strong>
                  </p>
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                  <strong>Behrendt, S.; Pfitzner, R.; Kreibich, R.; Hornschild, K.:</strong> Innovationen zur Nachhaltigkeit &#8211; Ökologische Aspekte der Informations- und Kommunikationstechniken, Berlin, Heidelberg, 1998, S. 65<br />
                  <br />
                  <strong>Langrock, Th.; Ott, H.E.; Takeuchi, T. (Hrsg.) Japan &amp; Germany:</strong> International Climate Policy &amp; the IT-Sector, Wuppertal Spezial 19, Wuppertal 2001<br />
                  <br />
                  <strong>Umweltbundesamt:</strong> Klimaschutz durch Minderung von Leerlaufverlusten bei Elektrogeräten &#8211; Sachstand/Projektionen/CO2-Minderungspotenziale, UBA-Text Nr. 45/97, Berlin 1997<br />
                  <br />
                  <strong>Schneidewind, U.;</strong> Truscheit, A.; Steingräber, G.: Nachhaltige Informationsgesellschaft &#8211; Analyse und Gestaltungsempfehlungen aus Management und institutioneller Sicht, Marburg 2000</p></p>
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