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	<title>Studien zu Weblogs und Sozialen Netzwerken &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Studien zu Weblogs und Sozialen Netzwerken &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Der Politblogger und sein Milieu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Nov 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Studien zu Weblogs und Sozialen Netzwerken]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Blogger mit politischem Interesse sind männlich, gut gebildet und über 30 – kurz: alte Akademiker. Jan Schmidt hat sich die Spezies „Politblogger“ einmal näher angesehen und stellt die einschlägigen Ergebnisse der zweiten Umfragewelle von „Wie ich blogge?!“ vor.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Blogger mit politischem Interesse sind männlich, gut gebildet und über 30 – kurz: alte Akademiker. Jan Schmidt hat sich die Spezies „Politblogger“ einmal näher angesehen und stellt die einschlägigen Ergebnisse der zweiten Umfragewelle von „Wie ich blogge?!“ vor.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Mit Weblogs verbinden sich, wie mit vielen neuen Medien, demokratietheoretische Hoffnungen, die vor allem auf den in der Blogosphäre vorherrschenden Leitbildern gründen: Persönliche Authentizität, Niederschwelligkeit, Dezentralität und Dialogorientierung verweisen darauf, dass weblogbasierte Kommunikation andere Strukturen und Mechanismen als die massenmedial hergestellte Öf­fentlichkeit aufweist, die lange als zentrale Sphäre politischer Diskurse und Deli­beration galt. Weil Sprecher- und Publikumsrollen sowie Information und Meinung weniger deutlich voneinander getrennt sind, können sich in der Blogosphäre neue Kanäle für den Informationsfluss herausbilden, genauso wie neue Foren für den Austausch zu politischen Themen und neue Mechanismen der Mobilisierung für bestimmte politische Ziele.</p>
<p>Die bislang umfassendsten empirischen Daten zur Nutzung von Weblogs im deutschsprachigen Raum liegen in der Studie „<br />
<a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/wieichblogge2005/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie ich blogge?!</a>“ vor, eine Umfrage der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“ aus dem Oktober vergangenen Jahres. Im Sommer 2006 wurden über 1400 Teilnehmern der ersten Welle ein zweites Mal befragt. Hier ging es nicht nur darum, wie sich die Nutzungsweisen im Laufe des vergangenen Dreivierteljahres verändert haben könnten: Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Thema „Weblogs und Politik“. Die Umfrage ist aus methodischen Gründen zwar nicht repräsentativ für die deutschsprachige Blogosphäre, aber dennoch sehr aufschlussreich (der vollständige Ergebnisbericht ist<br />
<a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/archives/560" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> verfügbar):
</p>
<ul>
<li>Die Mehrzahl der Blogger publiziert Anekdoten und Episoden aus dem Privatleben, Bilder und Fotos sowie kommentierte Links zu anderen Quellen im Internet. Etwa ein Drittel gibt an, (auch) über politische Themen zu bloggen. Bei der ersten Befragung – wenige Wochen nach der Bundestagswahl 2005 – lag der Anteil von „Politbloggern“ noch bei knapp unter 50 Prozent, was die besondere Mobilisierungsfähigkeit dieses nationalen politischen Ereignisses belegt. Unter den Politbloggern sind Männer und Personen mit höherer formaler Bildung (Abitur / Studium) deutlich überrepräsentiert, während Teenager unterrepräsentiert sind.
	</li>
<li>Jeweils mehr als 80 Prozent der „Politblogger“ geben an, Beiträge zu nationalen sowie zu weltpolitischen Themen zu veröffentlichen. Etwa die Hälfte befasst sich auch mit lokalpolitischen Themen, während weniger als die Hälfte über Wahlkämpfe oder einzelne Politiker bloggt. Etwa ein Fünftel nannte zusätzlich in einer offenen Frage spezifische Politikfelder als Themen ihrer politischen Beiträge, darunter beispielsweise „Rechtsextremismus“, „Bildung“, „Wirtschaft“, „Umwelt“, „Menschenrechte“ oder „Urheberrechte“.
	</li>
<li>Knapp ein Drittel aller Befragten gibt an, als Leser von anderen Blogs (auch) an politischen Themen interessiert zu sein. Dabei besteht ein hoher Zusammenhang mit dem Publizieren solcher Beiträge im eigenen Weblog: Etwa drei Viertel der Leser von politischen Blogs thematisieren Politik auch in einem eigenen Weblog. Daher ähnelt das soziodemographische Profil dieser Gruppe dem von Politbloggern: Tendenziell eher männlich, eher hohe formale Bildung, eher älter (über 30 Jahre).
	</li>
<li>Alle Befragten sollten schließlich angeben, welche Formen politischer Partizipation sie in den letzten zwei Jahren ausgeübt haben. Drei Partizipationsformen (Wählen gehen, im Gespräch die Meinung äußern sowie an Unterschriftenaktion beteiligen) wurden jeweils von mehr als der Hälfte der Befragten genannt. Wenn man das bevölkerungsrepräsentativen Daten (die dem<br />
	<a href="http://www.social-science-gesis.de/Dauerbeobachtung/Allbus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ALLBUS</a> entnommen wurden) vergleicht, fällt auf, dass das Ausmaß der politischen Partizipation unter den befragten Bloggern fast durchgängig höher ist als unter der gesamten deutschen Bevölkerung. Der Unterschied wird noch deutlicher, wenn man nur diejenigen Umfrageteilnehmer betrachtet, die über politische Themen bloggen bzw. politische Themen in Weblogs lesen.</li>
</ul>
<p>
Diese Ergebnisse zeigen zweierlei: Zum einen ist ein signifikanter Anteil der deutschsprachigen Blogger als Autoren wie als Leser an politischen Themen interessiert. Und zum anderen bilden sich offensichtlich in der Blogosphäre Öffentlichkeiten zu spezifischen Politikfeldern heraus. Die Befunde zum politischen Engagement machen jedoch deutlich, dass sich vor allem solche Personen in Weblogs politisch informieren und zu Wort melden, die auch anderweitig am politischen Prozess partizipieren. Hier deutet sich also eher eine Verstärkung bereits bestehender Ungleichheiten in der Beteiligung und dem Engagement an – Weblogs tragen eben nicht dazu bei, die Kluft zwischen politisch Interessierten und Desinteressierten zu schließen. Was die Studienergebnisse nicht beantwortet, ist etwa die Frage, inwieweit Politblogger an bestehende, massenmedial produzierte Öffentlichkeiten anschließen: etwa indem journalistisch aufbereitete Informationen aufgegriffen, diskutiert und weiter verbreitet werden. Ebenso unklar bleibt, ob sich neue Gegenöffentlichkeiten bilden, zum Beispiel indem Meinungen und Fakten präsentiert werden, die in den Massenmedien nicht thematisiert werden. Klar ist: Es sind weitere Analysen nötig, auch aufgrund der noch vergleichsweise geringen Verbreitung des Weblog-Formats. Dann gibt es vielleicht systematische Schlußfolgerungen zum politischen Einfluss von Weblogs in Deutschland, die über Momentaufnahmen hinausreichen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Weblogs als &#8220;Social Software&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Studien zu Weblogs und Sozialen Netzwerken]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Die Nutzung von Weblogs ist noch nicht so verbreitet, wie die von eMail oder von Diskussionsforen. Eine kritische Masse hat die Blogosphäre im deutschsprachigen Raum jedoch schon erreicht. Jan Schmidt beschreibt die Karriere und die Anwendungsformen von Weblogs als „Social Software“.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Die Nutzung von Weblogs ist noch nicht so verbreitet, wie die von eMail oder von Diskussionsforen. Eine kritische Masse hat die Blogosphäre im deutschsprachigen Raum jedoch schon erreicht. Jan Schmidt beschreibt die Karriere und die Anwendungsformen von Weblogs als „Social Software“.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
Die deutschsprachige Blogosphäre umfasst Schätzungen zufolge etwa 200.000 bis 250.000 Weblogs. Selbst wenn man konservativ annimmt, dass nur jedes Fünfte davon einmal im Monat aktualisiert wird, kommt man auf 40-50.000 aktive Angebote, in denen Menschen Texte und multimediale Inhalte veröffentlichen, auf Online-Quellen verweisen und über Kommentare zu den Beiträgen mit anderen Personen diskutieren. Die Kombination von quantitativem Wachstum und einer immer stärker wachsenden Aufmerksamkeit – zum Beispiel durch Berichte in den klassischen Massenmedien, wissenschaftliche Analysen oder auch kommerzielle Workshops und Konferenzen – hat dazu geführt, dass sich Weblogs spätestens im Verlauf des Jahres 2005 im deutschsprachigen Raum als Online-Format etabliert haben. Zwar sind bei weitem noch nicht die Bekanntheits- und Nutzungsgrade anderer Internet-Anwendungen (wie E-Mail oder Diskussionsforen) erreicht, doch es spricht einiges dafür, dass die Blogosphäre hierzulande (d.h. in Deutschland, Österreich und der Schweiz) eine kritische Masse erreicht hat.
</p>
<p>
<b>Weblog ist nicht gleich Weblog</b>
</p>
<p>
Ihre wachsende Verbreitung geht mit einer Differenzierung von unterschiedlichen Praktiken einher, die Weblogs nicht auf einen einzigen Nenner (z.B. als „Alternativjournalismus“ oder „Online-Tagebuch“) bringen lassen. Weblogs als Marketinginstrument einer Organisation haben ein anderes Gesicht und folgen anderen Regeln als Weblogs von Schülerinnen aus der Gothic-Szene, die wiederum deutliche Unterschiede zu Weblogs haben, die von professionell ausgebildeten Journalisten geführt werden. Kommunikationssoziologisch kann man diese unterschiedlichen Praktiken erfassen, indem man die spezifischen Gebrauchsweisen und Erwartungen untersucht, die die individuelle Nutzung rahmen und innerhalb von (unterschiedlich großen) Verwendungsgemeinschaften gelten. Auf der Grundlage von Weblog-Kommunikation bilden sich also nicht nur dichte Hypertext-Netzwerke von wechselseitigen Verlinkungen und Kommentaren, sondern auch soziale Netzwerke, in denen der „richtige“ Gebrauch des Formats ausgehandelt und immer wieder bestätigt wird.
</p>
<p>
<b>Drei Leitbilder bei der Gestaltung</b>
</p>
<p>
Drei Leitbilder sind dabei prägend: Die persönliche Authentizität, die sich in den Beiträgen und in der Gestaltung eines Weblogs ausdrückt; die Dialogorientierung, die – in stärkerem Maße als die klassische persönliche Homepage – auf den Austausch zwischen Autoren und Lesern innerhalb eines Angebots (mittels der Kommentare) und über einzelne Angebote hinweg (mittels Verlinkungen) setzt. Und schließlich die Dezentralität der Blogosphäre, die aus einer Vielzahl von textuellen und sozialen Netzwerken unterschiedlicher Reichweite besteht.
</p>
<p>
<b>&quot;The long tail&quot;</b>
</p>
<p>
Die spezifische Aufmerksamkeitsstruktur der Blogosphäre, die durch relativ wenige Weblogs mit hoher Leserzahl und eingehenden Verweisen sowie einer großen Anzahl mit vergleichsweise wenig beachtetem Angebot (dem sogenannten „long tail“) besteht, beeinflußt nicht nur den Informationsfluss sondern auch die Stabilisierung von Verwendungsweisen. In dieser Hinsicht ist nicht jedes Weblog gleich: Die stark sichtbaren Weblogs, die von vielen Personen gelesen und referenziert werden (gelegentlich auch als „A-List“ bezeichnet), haben in zweifacher Hinsicht eine größere Chance, Routinen für und Erwartungen an den Umgang mit dem Medienformat zu prägen. Sie erreichen einerseits einen größeren Nutzerkreis, dem sie als Vorbild für gelungene Weblog-Kommunikation dienen können. Andererseits beeinflussen sie das Bild, das sich externe Beobachter (zum Beispiel nicht selbst bloggende Journalisten) von Weblogs machen. Die Selbstverständnisdiskurse, die von Autoren und Lesern in diesen Weblogs geführt werden, prägen daher in der Blogosphäre und darüber hinaus das Verständnis des noch recht jungen Phänomens.<br />
<br />
Allerdings hat die Auseinandersetzung mit Formen und Konsequenzen der Weblog-Kommunikation derzeit eine eigentümliche Schieflage, da sie sich meist darauf konzentriert, Weblogs als Variante der öffentlichen Kommunikation zu diskutieren (unlängst zum Beispiel durch die Online-Publikation „<br />
<a href="http://www.webwatching.info" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Webwatching</a>&quot;, siehe<br />
<a href="/edemocracy/wissensgesellschaft/adawebwatching060202.shtml">Artikel</a>). Hierbei wird zum Beispiel debattiert, inwiefern Weblogs Funktionen des Journalismus übernehmen oder ergänzen könnten oder ob sie als Instrument der Organisationskommunikation, also als Werkzeug für Marketing und PR, geeignet sind. So wichtig diese Einsatzzwecke und die mit ihnen einhergehenden Konsequenzen auch sein mögen: Es handelt sich im Grunde um Minderheitenpraktiken innerhalb der Blogosphäre und man verengt – unnötigerweise – die Perspektive, wenn man Weblogs nur unter dem Blickwinkel der öffentlichen Kommunikation analysiert.
</p>
<p>
<b>Die persönliche Relevanz zählt</b>
</p>
<p>
Wie die Ergebnisse der<br />
<a href="/edemocracy/netzkultur/blogger/jschmidtBlogger-Studie060214.shtml">„Wie ich blogge?!“-Umfrage</a> zeigen, nutzt die Mehrheit der Blogger das Format, um über die eigene Person (oder Aspekte von ihr) zu reflektieren, sich anderen zu präsentieren und auf diese Weise Beziehungen zu anderen Menschen knüpfen und pflegen zu können. Anders gesagt: Weblogs sind ein Instrument des Informations-, Identitäts- und Beziehungsmanagements in einer hochgradig vernetzten Kommunikationsumgebung. Es handelt sich bei ihnen also um „social software“ par excellence, die auf ganz eigene Weise öffentliche (weil potenziell netzweit verfügbare) und interpersonale Kommunikation in sozialen Netzwerken unterschiedlicher Reichweite miteinander verbindet. Weblogs machen so die Konversationen zwischen Personen sichtbar, die sich zu allen nur denkbaren Themen äußern, aufeinander verweisen und miteinander kommunizieren – das Selektionskriterium ist die persönliche, nicht die gesellschaftsweite Relevanz. Journalistischen Ansprüchen kann das natürlich nicht genügen, aber das ist auch gar nicht beabsichtigt. Die immer wieder kehrenden Diskussionen über die Qualität in der Blogosphäre laufen daher Gefahr, Weblogs als Format zu banalisieren und bestimmte Praktiken (zum Beispiel Strickblogs oder die Weblogs von Jugendlichen) abzuwerten, die den (fälschlicherweise angelegten) Selektions- und Publikationskritierien der öffentlichen Kommunikation nicht genügen. Dadurch wird man aber den Erfahrungen vieler Blogger und den Potenzialen des Formats nicht gerecht.
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wie ich blogge?! &#8211; eine Online-Befragung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Feb 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Studien zu Weblogs und Sozialen Netzwerken]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstpräsentation]]></category>
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					<description><![CDATA[Weblogs haben sich mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum etabliert. Es funktioniert als Online-Format, das Merkmale der öffentlichen und der interpersonalen Kommunikation verbindet und so neue Praktiken der Selbstpräsentation und des Networking 
<a href="/jschmidtWeblogsSocialSoftware060214.shtml">erlaubt</a>. Jan Schmidt fasst die Ergebnisse seiner Online-Befragung über die Nutzung von Weblogs für politik-digital.de zusammen.
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</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Weblogs haben sich mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum etabliert. Es funktioniert als Online-Format, das Merkmale der öffentlichen und der interpersonalen Kommunikation verbindet und so neue Praktiken der Selbstpräsentation und des Networking<br />
<a href="/jschmidtWeblogsSocialSoftware060214.shtml">erlaubt</a>. Jan Schmidt fasst die Ergebnisse seiner Online-Befragung über die Nutzung von Weblogs für politik-digital.de zusammen.</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
Die Aufmerksamkeit, die Weblogs entgegenkommt, ist groß – doch trotz der wachsenden Zahl von Fachtagungen, Workshops und Artikeln in anderen Medien liegen noch vergleichsweise wenig empirische Daten über die tatsächliche Nutzung von Weblogs vor. Die Umfrage „Wie ich blogge?!“ sollte erste Aufschlüsse über die deutschsprachige Blogosphäre geben und eine Grundlage für weitere wissenschaftliche Studien bieten.<br />
<br />
Die Studie der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“ der Universität Bamberg entstand in Zusammenarbeit mit den Weblog-Providern twoday.net und blogg.de sowie mit Unterstützung der Anbieter sixapart.de, blog.de und blogigo.de.
</p>
<p>
<b>Das Untersuchungsdesign</b>
</p>
<p>
Dazu war im Oktober 2005 ein Online-Fragebogen verfügbar, der über eine Kombination von E-Mail-basierter Ankündigung und einem per „Schneeballprinzip“ kursierenden grafischen Hinweis beworben wurde. Auch wenn durch diese Art der Teilnehmerrekrutierung kein Anspruch auf Repräsentativität im statistischen Sinne beansprucht werden kann, geben die Ergebnisse doch wertvolle Hinweise auf die Nutzungspraktiken und Merkmale der Blogger.</p>
<p><b>Fast ausgeglichenes Geschlechterverhältnis unter Bloggern</b>
</p>
<p>
An der Umfrage beteiligten sich 5.246 Personen, darunter 84 Prozent aktive Blogger (die ein oder mehrere Weblogs betreiben), 3 Prozent ehemalige Weblog-Autoren sowie 13 Prozent, die Weblogs „nur“ als Leser verfolgen. Die relative Neuheit des Online-Formats zeigt sich darin, dass 45 Prozent der Befragten ihr Weblog zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht länger als ein halbes Jahr führten. Das soziodemografische Profil der Weblog-Autoren entspricht daher in etwa dem von Pioniernutzern neuer Internet-Technologien: Sie sind mehrheitlich zwischen 20 und 30 Jahren alt, haben eine hohe formale Bildung und befinden sich oft noch in einer schulischen oder studentischen Ausbildung. Bemerkenswert ist jedoch das vergleichsweise ausgeglichene Geschlechterverhältnis von etwa 54 Prozent Männern zu 46 Prozent Frauen. Unter den Weblog-Autoren im Teenager-Alter sind Frauen gegenüber Männern sogar mit 66 zu 34 Prozent deutlich in der Überzahl. Sie entschließen sich vor allem aus selbstbezogenen Gründen, ein eigenes Weblog zu führen: zum Spaß, aus Freude am Schreiben, aber auch um Ideen und Erlebnisse für sich selbst festzuhalten – diese Motive nannten jeweils mehr als 60 Prozent aller Befragten. Etwa die Hälfte führte als Beweggrund allerdings explizit an, mit anderen kommunizieren zu wollen, und verweist damit auf den dialogorientierten Charakter des Weblog-Formats.
</p>
<p>
<b>Formen und Inhalte</b>
</p>
<p>
Ein wichtiger Aspekt der Umfrage war, Weblogs als &quot;Social Software&quot; zu begreifen und Aufschlüsse über Strategien des Identitätsmanagements, des Informationsmanagements und des Beziehungsmanagements durch weblog-basierte Kommunikation zu erhalten. Identitätsmanagement geschieht durch die individuelle Gestaltung des eigenen Weblogs und die Auswahl von Themen zur Veröffentlichung, worin sich Aspekte der eigenen Persönlichkeit ausdrücken. Die Mehrheit der Weblog-Autoren schreibt über Episoden und Erlebnisse aus dem Privatleben (75%) bzw. zu Themen wie Arbeitswelt, Schule und Studium (58%). Oft werden die Einträge mit eigenen Bilder und Fotos (64%) und Verweisen auf „Fundstücke“ im Internet (58%) ergänzt. Jeweils etwa 40 Prozent äußern auch Meinungen zu politischen, beruflichen und ausbildungsbezogenen Themen. Neuere multimediale Formate wie Filmdateien (5%) oder Podcasts (3%) werden bislang jedoch nur von ein kleinen Gruppe der Blogger eingesetzt. Etwa drei Viertel der Befragten aktualisieren zumindest mehrmals die Woche ihr Weblog, elf Prozent veröffentlichen sogar mehrmals am Tag neue Beiträge. Der Leitgedanke der persönlichen Authentizität drückt sich auch darin aus, dass 70 Prozent in ihrem Weblog Hinweise auf ihre „reale“ Identität geben, entweder in den Beiträgen selber oder durch eine gesonderte „about me“-Seite mit weiterführenden persönlichen Informationen. Nur 30 Prozent bloggen anonym oder unter einem Pseudonym.
</p>
<p>
<b>Weblogs als Werkzeug des Informationsmanagements</b>
</p>
<p>
Als Werkzeug des Informationsmanagements dienen Weblogs insofern, als man über ihre Lektüre an Informationen gelangen kann, die in dieser Form nicht in anderen Medien verfügbar sind (59 Prozent aller Befragten geben an, dass dies einer der Aspekte ist, die sie von Weblogs erwarten). Diese Leistung wird durch zwei Merkmale weblog-basierter Kommunikation unterstützt: Einerseits können durch die hochgradig vernetzte Struktur der Blogosphäre bestimmte Nachrichten und Themen an Aufmerksamkeit gewinnen, die sich quasi epidemisch verbreiten. Dies musste in jüngster Zeit zum Beispiel Jean-Remy von Matt feststellen, dessen Polemik gegen Weblogs („Klowände des Internets“) rasant die Runde durch die Blogosphäre machte. Andererseits sind sie als Ausdruck von interpersonaler Kommunikation zu verstehen und helfen dem Einzelnen, über Ereignisse und Meinungen aus dem eigenen sozialen Netzwerk auf dem Laufenden zu bleiben. Die Informationsfilterung geschieht dabei augenscheinlich in eher kleinen Zirkeln: Nur 20 Prozent geben an, mehr als 20 Weblogs regelmäßig zu verfolgen, während 40 Prozent fünf Weblogs oder weniger lesen.
</p>
<p>
<b>Weblogs stärken soziale Beziehungen</b>
</p>
<p>
Damit ist die Brücke zu Weblogs als Werkzeug des Beziehungsmanagements geschlagen: Über Verweise auf andere Quellen, durch Kommentare zu Beiträgen und durch spezielle Linklisten („Blogroll“) setzen Weblog-Autoren nicht nur hypertextuelle Links sondern knüpfen und bestärken auch soziale Beziehungen unterschiedlicher Intensität (zum Beispiel Freundschaften oder geteilte thematische Interessen). Je länger ein Weblog geführt wird, desto umfangreicher sind in der Regel auch diese sozialen Netzwerke: Autoren, deren Weblog älter als ein halbes Jahr ist, erhalten zum Beispiel verhältnismäßig öfter und mehr Kommentare auf ihre Beiträge. Sie haben auch mehr Weblogs in ihrer Blogroll, die vor allem Ausdruck der eigenen regelmäßigen Lektüre (85%) oder freundschaftlicher Beziehungen (60%) zu den verlinkten Autoren ist. Erschwert wird das Knüpfen von sozialen Beziehungen dadurch, dass Leser eines Weblogs zunächst für den Autoren nicht oder nur sehr eingeschränkt sichtbar sind, so lange sie „Lurker“ bleiben und keine Kommentare hinterlassen. 41 Prozent der Befragten können dementsprechend nicht einschätzen, wie viele und welche Personen ihr Weblog lesen. Eine Strategie, um zumindest einen ungefähren Eindruck vom Leserkreis zu bekommen, ist die Analyse der eigenen Server Log Files oder von Zugriffsstatistiken – das machen 66 Prozent der befragten Blogger zumindest gelegentlich.
</p>
<p>
<br />
<b>Weiterführende Links:</b><br />
<br />
Ausführliche Dokumentation der Methode und der Antworten auf die einzelnen Fragen finden sich in:<br />
<br />
Schmidt, Jan und Martin Wilbers: „Wie ich blogge?!“. Erste Ergebnisse der Weblogbefragung 2005. Berichte der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“, Nr. 06-01. Bamberg 2006.<br />
<a href="http://www.fonk-bamberg.de/pdf/fonkbericht0601.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online verfügbar</a>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;</p>
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