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	<title>Zusammen im Netz &#8211; Beziehungen in Zeiten neuer Medien &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Zusammen im Netz &#8211; Beziehungen in Zeiten neuer Medien &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Digital break-off: Salonfähig?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2015 14:25:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zusammen im Netz - Beziehungen in Zeiten neuer Medien]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Darf man via Textnachricht Schluss machen? Wie bricht man den Kontakt zu einer Person richtig ab &#8211; muss dafür die Facebook-Freundschaft gelöscht werden? Es ist an der Zeit, sich Gedanken über richtiges Verhalten in digitalen Medien zu machen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<p class="western">Es beginnt. Es endet.<br />
Aber wie?<br />
Eigentlich sollte ein persönliches Gespräch statt finden. Dann kam kurz vorher eine Whatsapp Nachricht. Länger als jede vorherige Nachricht. Darin beschrieben, dass es nicht passt und sowieso. Und sowieso? Genau.</p>
<h3 class="western">Gibt es neue Regeln bezüglich Schluss machen?</h3>
<p class="western">Zu sagen, dass ja jeder diese Situation kennen würde, wäre falsch. Aber immerhin, rund drei Millionen Deutsche haben schon ein mal eine Beziehung via SMS beendet. Aber kurz zurück zum Anfang: Es ist schön, es ist romantisch. Und es werden in der heutigen Zeit unzählige Nachrichten ausgetauscht. Über Facebook oder ähnliches, über Whatsapp oder SMS und je nach Ort des Kennenlernens vielleicht sogar erst einmal über Tinder, Loovo oder Datingportale. In einem vorangehenden Artikel der Sommerreihe berichteten wir schon über <a href="http://politik-digital.de/news/make-a-date-2-0-vom-suchen-und-finden-der-liebe-146609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Dating</a> und generell die Beziehung zwischen Menschen in diesem sehr digitalen Zeitalter. Was ändert sich? Was bleibt gleich? So weit man das sagen kann, kann sich alles ändern, muss aber nicht. Das wurde auch in einem weiteren Sommerreihenartikel über <a href="http://politik-digital.de/news/zusammen-im-netz-freundschaften-im-wandel-146737/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Freundschaft</a> deutlich. Während der Sommerreihe haben wir uns gefragt, wie Liebe und Freundschaft heutzutage entstehen und wie man sie frisch hält. Unumgänglich ist aber auch die Frage: Gibt es neue Regeln bezüglich Schluss machen?</p>
<p class="western">Damit ist nicht nur das Beenden einer Liebesbeziehung gemeint. Auch der manchmal notwendige Kontaktabbruch zu Freunden gehört dazu. Aber diese persönlichen Gespräche sind eben auch sehr unangenehm. Und wo man sich früher einfach nicht mehr bei Freunden gemeldet hat, muss man sich jetzt einer bestehenden Facebook-Freundschaft stellen. Was macht man damit? Freundschaft künden klingt schon sehr hart im Vergleich zu einem doch eher dezenten Abschied durch ein „sich nicht mehr melden“. Aber weiterhin auf Facebook befreundet bleiben ist manchmal auch nicht richtig. Und was ist eigentlich mit Ex-Partnern? Es gibt irgendwie keinen festen Regeln des Umgangs mehr, und man möchte nur ungern in die „das ist doch kindisch die Facebook-Freundschaft zu kündigen“ Schublade gesteckt werden. Also &#8211; wer kennt sich aus mit gesellschaftlichen Höflichkeitsformeln? Ein Blick in den Knigge für <a href="http://eetiquette.de/91/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eEtiquette </a>gibt Antwort. Das Büchlein wurde von einem Team der Telekom unter der Leitung von Raimund Schmolze verfasst und beruht auf intensiver Recherchearbeit und zahlreichen Workshops mit Teilnehmern aus mehr als 12 Nationen.</p>
<h3 class="western">Ein Verhaltenscodex fürs Netz?</h3>
<p class="western">Noch vor einigen Jahren las man die Schlagzeilen, dass Knigge das Schluss machen via SMS erlauben würde. Jetzt ist in dem Büchlein davon nichts mehr zu finden. Viel mehr heißt es nun: „Nur R2D2 darf eine Beziehung digital beenden.“ Klare Worte, die auch 92% der Beteiligten einer Forsa-Umfrage als richtig empfinden. Das eEtiquette ist lustig geschrieben, trotzdem beinhaltet es sehr einleuchtende Regeln. Aber es beantwortet nicht alle Fragen. Also: Schluss machen via SMS ist tabu. Und Freundschaften beenden auf Facebook? Ein Vorteil ist, dass derjenige es nicht sofort mitbekommt, wenn man die Freundschaft kündigt. Aber man sollte es dennoch mit Vorsicht genießen. Zum Beispiel ist es unangenehm, wenn der Streit doch geklärt wird und man die Person wieder hinzufügen muss. Natürlich kann man das Profil auch einfach stumm schalten, dann werden keine Inhalte mehr auf der Startseite angezeigt. Aber das gilt eben nur für Facebook. Die digitale und analoge Welt sind so eng miteinander verbunden, dass ein sensibles Gleichgewicht leicht umkippen kann. Man sollte sich bewusst sein, wie eine Handlung bei anderen Personen ankommt. Zum Beispiel mit dem Ex-Partner noch befreundet zu sein. Das ist in der analogen Welt oft nicht gern gesehen – und digital? Ihm oder ihr noch auf Twitter oder Instagram zu folgen kann bedeuten, dass man gerne noch wissen möchte was bei dem anderen aktuell ist. Das löst häufig falsche Assoziationen bei dem aktuellen Partner oder Freunden aus. Und es bringt auch die Frage ans Licht, wie man sich denn bitte richtig verhalten soll.</p>
<h3 class="western">Freiheit bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen.</h3>
<p class="western">Die neuen Medien ermöglichen uns viel. Viel Freiheit vor allem. Aber wo bleibt das Verantwortungsbewusstsein und das Taktgefühl? Und wer bestimmt, was richtig und was ein No-Go ist? Man könnte den alt bewährten Grundsatz „was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu“ wieder auf die Bühne zerren. Fakt ist jedoch, dass es sich bei solchen Beziehungs- und Freundschaftsangelegenheiten sehr unterschiedlich verhalten kann. Es kommt häufig auf die Intensität der Beziehung drauf an. Und, was oftmals als Argument genutzt wird: Was online begann darf auch online beendet werden. Das bedeutet aber, dass Beziehungen, je nach Kennenlernstory, anders bewertet werden. Bei der Popularität, die Onlinedatingportale derzeit genießen, wäre das aber unfair.</p>
<p class="western">Es ist also schwieriger als gedacht, den richtigen Ton zu treffen. Dennoch, wenn wir wollen, dass digitale Verbindungen und Beziehungen auch als wertvoll betrachtet werden, sollten wir uns damit auseinandersetzen, wie wir mit ihnen umgehen. Ob die Vermischung von analoger und digitaler Welt sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg funktioniert, ist schwer zu sagen. Damit ist gemeint: Lerne ich jemanden kennen, füge ich ihn bei sozialen Netzwerken als Kontakt hinzu. Bricht der Kontakt aber ab, oder möchte ich ihn aktiv beenden, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder bleibt die Person als Karteileiche in der Liste und lediglich die Kommunikation bricht ab, oder ich setze ein klares Zeichen und kündige auch digital die Beziehung zu der Person. Wir müssen uns einfach bewusst machen, dass digitale Freundschaften und Beziehungen zwar keinen face-to-face Kontakt mit Menschen vollständig ersetzen, aber dass es nun einfach ein Teil von zwischenmenschlichen Beziehungen ist. Es gehört einfach dazu und somit muss auch über Umgangsformen gesprochen werden. Nach dem Motto: Fremdgehen ist moralisch falsch. Online noch mit dem Ex-Partner befreundet sein, analog aber nicht, ist auch falsch. Ob das die Mehrheit auch so sieht, muss die Praxis zeigen. Tatsache ist aber, dass das Thema Bedeutung hat und wir anfangen müssen, die sozialen Medien als echten Begegnungsraum zu empfinden, in dem es auch Werte und Höflichkeitsformeln gibt. Auch in puncto Schluss machen.</p>
<p class="western">Bild: <a href="https://pixabay.com/en/users/makunin-37005/">makunin</a> <a href="https://pixabay.com/service/terms/#usage">CC0 Public Domain</a></p>
<p class="western"><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Zusammen im Netz: Freundschaften im Wandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2015 11:23:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zusammen im Netz - Beziehungen in Zeiten neuer Medien]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Kommunikation ist so einfach wie nie. Durch die technische Weiterentwicklung in den letzten Jahrzehnten können wir Smartphones und Social Media nutzen, um Kontakt zu Freunden und Familie zu halten. Große Distanzen und teure Telefonpreise sind kein Hindernis mehr. Freundschaften werden so stärker – nicht schwächer.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Seit jeher ist Kommunikation zwischen Menschen unerlässlich für ein funktionierendes Sozialleben. Doch die Kommunikationswege haben sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm verändert. Sie sind einfacher geworden. Facebook, Whatsapp, und Co. sind in unser Leben getreten. Wir benötigen weder Brieftauben, um Kontakt zu Familie und Freunden aufzunehmen, noch 37 Kilo schwere Handys. Aber was bedeutet das für unsere Freundschaften? Es ist fraglich, ob all unsere Facebook-Kontakte tatsächlich unsere Freunde sind, aber womöglich bedeutet Freundschaft von früher auch nicht mehr das, was sie vor ein paar Jahrzehnten bedeutete.</p>
<h3>Zeitreise der Kommunikation</h3>
<p>Während die Briten im 2. Weltkrieg noch über 250.000 Brieftauben zur Kommunikation miteinander einsetzen, wird 1946 bereits der erste Telefonanruf von einem Handy getätigt. Dass sich die Briten zuvor für die Brieftauben entscheiden, ist vermutlich nicht unklug – das erste Handy wiegt fast 37 Kilogramm. Heute können wir glücklicherweise auf die gefiederten Freunde verzichten. In den USA telefonieren heute über 34.000 Menschen pro Sekunde. 1971 kommt das Internet ins Spiel. Ray Tomlinson verschickt die allererste E-Mail. Auch wenn diese nur die kurze Distanz von einem Meter zu überwinden hat, stellt sie eine Revolution in der Kommunikation dar. Heute werden über 100 Trillionen Mails pro Jahr verschickt. Die Geschichte geht weiter mit der ersten SMS im Jahr 1992. Sie enthält die Nachricht „Frohe Weihnachten“ und geht an den Firmenchef von Vodafone. 2011 wurden 8.000.000.000.000 SMS verschickt. 1995 beobachten wir die Fusion des Internets und der Handy-Telefonie. VocalTec bringt Voice-over IP zur kommerziellen Nutzung auf den Markt und nennt es „Internet Phone“.</p>
<p>Mit TheFacebook setzt Mark Zuckerberg 2004 das Web 2.0 oder auch Social Media durch. Das Sozialleben wird nun nicht mehr allein durch Nachrichten, sondern auch durch Posts, Likes und Selfies aufrechterhalten. 2012 wurden täglich 250 Millionen Bilder hochgeladen und Facebookseiten-Zugriffe machen 20 Prozent des gesamten Webtraffic aus. Endgültig revolutioniert wird die Kommunikation jedoch durch Smartphones. Während es im Jahr 2007 „nur“ 500 Millionen internetfähige Handys gibt, werden sie 2012 bereits von 1.06 Milliarden Menschen genutzt &#8211; Tendenz steigend. Mit den Smartphones werden Apps wie der Facebook Messenger, Snapchat und insbesondere WhatsApp populär. SMS sind nun nicht nur zu teuer, sondern auch viel zu spartanisch. Sie verlieren an Bedeutung. Die rapide technische Weiterentwicklung hat die Kommunikationsmöglichkeiten im 21. Jahrhundert revolutioniert. Aber welchen Einfluss haben diese neuen Optionen auf unser Sozialleben? Entstehen Freundschaften so schneller? Halten sie länger? Was ist überhaupt Freundschaft?</p>
<h3>Die einzig wahre Freundschaft</h3>
<p>Aristoteles zufolge muss zunächst zwischen gleichen und ungleichen Freundschaften unterschieden werden. Letztere beschreiben beispielsweise das Verhältnis zwischen Familienmitgliedern. In gleichen Freundschaften verfügen beide Personen über dieselben Handlungsmöglichkeiten, die den Diskurs relativ herrschaftsfrei ablaufen lassen. Zudem wünschen sie sich beide dasselbe. Letztlich kommt es nach Aristoteles aber auf die Ursache der Zuneigung füreinander an. Hier differenziert er zwischen drei Arten:</p>
<p>Die <em>Nutzenfreundschaft</em> existiert lediglich aufgrund eines Zweckes. Fällt dieser Zweck weg, ist die Freundschaft gefährdet. Ein modernes Beispiel hierfür wären Arbeitskollegen, die sich im Büro sehr gut verstehen, aber außerhalb der Geschäftszeiten praktisch keine gemeinsamen Aktivitäten oder Kontakt pflegen. Die zweite Art ist die <em>Lustfreundschaft. </em>Die Freundschaft wird in diesem Fall durch ein bestimmtes Interesse, wie beispielsweise Basketball spielen, Horrorfilme sehen oder eine gemeinsame Musikrichtung ausgemacht. Beide Freundschaftsarten sind nach Aristoteles leicht lösbar und nur temporär, da sich die Objekte des Nutzens und der Lust für Menschen ändern.</p>
<p>Die einzig wahre und den ersten beiden überlegene ist die die <em>Tugendfreundschaft</em>. Sie fußt auf der Tugendhaftigkeit beider Personen, die nicht nur Nutzen und Lust, sondern auch das Gute im jeweils anderen suchen und finden. Es bedarf Zeit und Gewohnheit des Zusammenlebens zur Bildung eines solchen „Herzensbundes“. Außerdem kann man nicht eher aneinander Gefallen finden, und Freundschaft schließen, bevor durch gemeinsame negative und positive Erfahrungen gegenseitiges Vertrauen und Zuneigung geschaffen wurde.</p>
<h3>827 Facebbok-„Freunde“</h3>
<p>Böse Zungen behaupten diese dritte Form der Freundschaft könne gar nicht mehr existieren. Denn wie sollten 827 Facebook-„Freundschaften“ tatsächlich auf Tugendhaftigkeit beruhen? Suchen und finden wir das Gute in diesen unzähligen Online-Freunden oder basieren sie nicht vielmehr auf Nutzen und Lust? Nicht nur der moderne Freundschaftsbegriff allein wird oftmals in Frage gestellt, sondern auch die Form der Kommunikation. Wir würden uns in die digitale Welt verkriechen, pausenlos mit unseren Smartphones beschäftigt sein und uns lieber über WhatsApp, den Facebook Messenger oder ähnliche Apps unterhalten, anstatt unsere Freunde in der realen Welt zu treffen, behaupten viele. Beim Drang ständig erreichbar zu sein, nichts zu verpassen und nur ja ein Foto der frisch servierten Pizza beim Italiener auf Instagram hochzuladen, kann das Gegenüber schnell einmal in Vergessenheit geraten. Freundschaften seien oberflächlich geworden und Smartphones würden einsam machen.</p>
<p>Bei all den negativen Aspekten der technischen Weiterentwicklung, werden unzählige positive Aspekte gerne von Kritikern &#8211; oftmals selbst digital unerfahren &#8211; übersehen. Natürlich sind unsere 827 Freunde auf Facebook nicht unsere tatsächlichen Freunde. Der Ausdruck „Facebook-Freund“ hat vielmehr einen eigenen Status erreicht, der in den wenigsten Fällen als wahre Freundschaft zu verstehen ist. Aber sich immer wieder an der Begrifflichkeit zu stören ändert nichts an der Tatsache, dass Facebook uns den Kontakt zu Menschen ermöglicht, die womöglich auf der anderen Seite der Erde sitzen.</p>
<h3>Früher war alles besser?</h3>
<p>Die Welt ist globalisiert. „Mal eben“ für ein Jahr durch Neuseeland zu reisen, ist für viele nicht mehr unrealistisch. Auf Facebook können wir Freunde und Familie durch Bilder, Videos oder Standortmittleilungen an unseren Reisen teilhaben lassen. Wer seine Bilder und Videos aber nicht im Netz veröffentlichen will, versendet sie einfach über WhatsApp oder lädt sie auf Snapchat hoch. Hier sind sie sogar nur für 24 Stunden sichtbar. So fühlt es sich für die Familie durch Snapchat fast so an, als wäre sie live bei der Reise dabei. Zusätzlich werden wir unzählige neue Bekanntschaften machen. Aber wie Kontakt halten? Die sozialen Netzwerke machen es uns leicht.</p>
<p>Vor 30 Jahren hätte ein Anruf von Übersee nach Deutschland vermutlich die halbe Reisekasse aufgebraucht. Briefe und Postkarten mussten genügen. Diese hatten mit Sicherheit ihren Charme, aber warum auf kostengünstige Kommunikation in Form von Text-, Voice- und Videonachrichten verzichten?</p>
<p>Geographische Flexibilität ist Grundvoraussetzung, um im heiß umkämpften Arbeitsmarkt der modernen Welt bestehen zu können. Schon während des Studiums ist es nicht ungewöhnlich, wenn Bachelor und Master an unterschiedlichen Orten absolviert werden. Wir müssen uns daran gewöhnen, „neu“ zu sein. Sich dann wieder ein Leben aufzubauen und Kontakte zu knüpfen ist nicht immer leicht. Facebook-Gruppen wie „Neu in Berlin“ ermöglichen uns einen direkten Weg dahin. Einfach der Gruppe beitreten, einen netten Gruß posten und schon werden Leute darauf reagieren. Ein Treffen soll organisiert werden? Kein Problem: Einfach eine Umfrage in der Facebook-Gruppe starten oder gleich Handynummern austauschen, um sich im Gruppenchat bei WhatsApp zu organisieren. Gerne wird gesagt wir würden faul werden durch diesen technischen Fortschritt, wir würden verlernen wie man Kontakte von Angesicht zu Angesicht knüpft und wie man diese pflegt. Naja – warum einfach wenn es auch kompliziert geht?</p>
<h3> Herzensbund</h3>
<p>Der Begriff des Facebook-„Freundes“ stiftet Verwirrung. Davon abgesehen hat die technische Weiterentwicklung aber nicht dafür gesorgt, dass die Bedeutung von Freundschaften abnimmt. Im Gegenteil – Freundschaften zu pflegen ist viel einfacher geworden. „Aus den Augen, aus dem Sinn“ zählt nicht mehr. Während wir früher zu faul waren, Kontakte über weite Distanzen durch Briefe und unbezahlbare Telefonpreise aufrecht zu halten, ist es jetzt ein leichtes zu erfahren, wie es der Studienfreundin während ihres Erasmus-Jahres in Budapest ergeht. Mit Apps wie WhatsApp sind wir weder finanziell noch technisch beschränkt.</p>
<p>Aristoteles Tugendfreundschaften sind heutzutage genauso gang und gäbe wie vor 5, 20 oder 50 Jahren. Die modernen Medien machen es uns lediglich leichter, unsere Freundschaften zu pflegen. Das Gute im jeweils anderen suchen und finden, durch gemeinsame negative und positive Erfahrungen gegenseitiges Vertrauen und Zuneigung schaffen, einen „Herzensbund“ bilden – all das verschwindet nicht durch Apps und Soziale Netzwerke. Wir müssen uns nur einlassen auf diese neuen Methoden der Freundschaftsfindung, denn die Welt steht nicht still und wir müssen uns mit ihr drehen.</p>
<p>Weitere Beiträge unserer Sommerreihe “Zusammen im Netz – Beziehungen in Zeiten neuer Medien”<a title="Dossier Sommerreihe &quot;Zusammen im Netz&quot;" href="http://politik-digital.de/category/themen/zusammen-im-netz-beziehungen-in-zeiten-neuer-medien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> lesen Sie hier</a>.</p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 </a><a class="hover_opacity" href="https://pixabay.com/en/hand-friend-people-friendship-782688/">ju_sajjad0</a></p>
<div>
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<p>
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		<title>Liebe, Lust und Datenschutz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2015 10:01:58 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Zusammen im Netz - Beziehungen in Zeiten neuer Medien]]></category>
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<p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span lang="de-DE">Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an folgende Geschichte: 2010 tauchte <a href="https://www.reddit.com/comments/ekgvz/">Julian Assanges (angebliches) OkCupid-Profil auf Reddit auf</a>. <a href="https://www.okcupid.com/">OkCupid</a> ist eine kostenfreie Dating-Website und Assange nutzte sie unter dem Pseudonym Harry Harrison, zuletzt wohl im Jahr 2006, also vier Jahre vor ihrer Entdeckung. Sein Profil zu löschen vergaß der WikiLeaks Gründer augenscheinlich. An sich eine recht amüsante Anekdote: ausgerechnet dem Internet-Aktivisten und Gründer der Enthüllungsplattform, die es Whistleblowern erlaubt, anonym brisantes Material zu veröffentlichen, spukt sein längst verwaistes Online-Dating-Profil hinterher. Irgendwie auch ein bisschen gruselig, zeigt die Sache aber, dass online gepostete Daten dem Nutzer noch Jahre später nachlaufen können.</span></p>
<h3><span lang="de-DE">Nichts zu verbergen?</span></h3>
<p><span lang="de-DE">Hin und wieder erregt ein Ereignis öffentliches Aufsehen, das deutlich macht, wie riskant die Nutzung persönlicher Daten online sein kann. So aktuell im Fall des Seitensprungportals <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/ashleymadison-offenbar-hackerangriff-auf-seitensprungportal-a-1044416.html">Ashley Madison</a>. Hacker stellten in großem Umfang vertrauliche Nutzerdaten online, darunter die von Angehörigen des <a href="http://www.al.com/news/index.ssf/2015/08/pentagon_investigating_militar.html">US-Militärs</a> und der <a href="http://www.telegraph.co.uk/news/11811356/Ashley-Madison-hack-live.html">britischen Regierung</a>. Angeblich sind Millionen Menschen betroffen. In Deutschland sind Datingportale ebenfalls in den <a href="http://www.gruenderszene.de/allgemein/dating-portale-hackern-datenschutz">Fokus von Datenschutzbehörden geraten</a>. </span></p>
<p><span lang="de-DE">Ob das an der eher sorglosen Einstellung vieler Nutzer kratzt, bleibt abzuwarten. Man habe schließlich „nichts zu verbergen“, lautet weithin das – seit Beginn der NSA-Affäre nur zu bekannte – Mantra. Demjenigen, der sich mit Fragen nach Privatsphäre und Datensicherheit auseinander gesetzt hat, stehen bei dem Gedanken die Haare zu Berge. Denn damit das sogenannte Matching, bei dem der Online-Dating-Anbieter das eigene Profil mit dem von anderen Singles vergleicht, optimal funktioniert, muss man eine Fülle an Informationen über die eigene Person mit Algorithmen und Persönlichkeitstests teilen. Alter, Haut- und Haarfarbe, Größe und Hobbies sind nur der Anfang. Weiter geht es oft mit der sexuellen Orientierung, Kinderwunsch, Wohnort, Arbeitsplatz, den Orten, an denen man sich am Liebsten aufhält. Und oft sind eben doch Informationen darunter, die man normalerweise eher nicht vom Hausdach brüllen würde. Wie wohl auch im Falle Ashley Madison verlassen sich Nutzer dabei offenbar nur allzu bereitwillig auf die Diskretion der Anbieter – vermutlich ohne sich ganz im Klaren zu sein, worauf genau sie sich einlassen. </span></p>
<p><span lang="de-DE">Denn zusätzlich zu Angaben, die der Nutzer willentlich und mehr oder weniger wissentlich macht, greifen Datingseiten, wie viele andere kommerzielle Seiten auch, im Hintergrund sogenannte nicht-persönliche Informationen ab: Browserdaten, Betriebssystem, IP-Adresse, Länge des Aufenthalts, angeklickte Profile und so weiter. Deutsche Anbieter, wie etwa <a href="https://www.neu.de/misc/privacy_v.php">Neu.de</a> verweisen in ihren AGB zwar auf Datenschutz- und Telemetriegesetz. Diese betreffen aber nur Daten, die direkt mit der Identität des Nutzers in Verbindung gebracht werden: „Informationen… wie z. B. die von Ihnen angezeigten Inhalte auf einer Webseite, fallen nicht darunter.“</span></p>
<h3><span lang="de-DE">Big Brother, Big Family</span></h3>
<p><span lang="de-DE">Dabei kann das, was man auf einer Seite tut, klickt und sich ansieht, verräterischer sein, als das, was man von sich aus preisgibt. Denn es lässt etwas erkennen, was Match.com eine “<a href="http://www.newyorker.com/magazine/2011/07/04/looking-for-someone">revealed preference</a>” nennt. Also eine Vorliebe, die man eher unbewusst offenbart, anstatt sie klar auszusprechen (letzteres wäre eine „stated preference“). Match.com nutzt unwissentlich ebenso wie wissentlich preisgegebene Vorlieben seiner Nutzer zur Ermittlung von Partnervorschlägen – und weiß unter Umständen besser über die Nutzer Bescheid, als sie selbst. „Wir beobachten Menschen, die nicht wissen, dass sie beobachtet werden“, sagte Match.com-Chef Sam Yagan <a href="http://www.newyorker.com/magazine/2011/07/04/looking-for-someone">einem Journalisten des New Yorker</a>. Aber, fügte er hinzu, nicht wie bei Big Brother.</span></p>
<p><span lang="de-DE">Ob nun Großer Bruder oder nicht, Online-Dating ist, wie auch Alexa Schaegner in ihrem <a href="http://politik-digital.de/news/make-a-date-2-0-vom-suchen-und-finden-der-liebe-146609/">Beitrag</a> feststellt, in erster Linie ein Geschäftsmodell. Wie bei sozialen Netzwerken, sind der Nutzer und dessen Daten gerade bei kostenfreien Diensten Waren, von deren Verkauf die Anbieter profitieren und über die der Nutzer selbst wenig Kontrolle behält. Inhalte werden nicht nur mit dem Datingportal und dem potenziell zukünftigen Lebenspartner geteilt, sondern auch mit Dritten wie Werbe- und Tochterfirmen. Sieht man sich die vorgeblich strengen Datenschutzrichtlinien der Betreiber genauer an, fällt auf, dass der Nutzer – vermutlich ohne diesen Teil der AGB überhaupt gelesen zu haben – sich selbst mit der Verbreitung seiner Daten einverstanden erklärt und damit die Anbieter vom sprichwörtlichen Haken lässt. So verlässt sich Match.com laut seiner AGB darauf, dass sich Nutzer bei der Registrierung aufgrund einer „informierten“ Entscheidung „explizit“ einverstanden erklären, dass die verantwortliche Meetic-Gruppe Profilangaben im Dienste der Partnersuche, wie auch zu Werbezwecken, weitflächig reproduziert und verbreitet: auf den eigenen Plattformen ebenso wie an Medien und Kommunikationsdienste. </span></p>
<p><span lang="de-DE">Interessanterweise ist Meetic nicht nur Betreiberin von Match.com, sondern auch Mutter des deutschen Datingportals Neu.de, das sie 2008 erwarb. 2010 wurde die Mehrheit der Meetic-Anteile von der <a href="http://iac.com/">IAC</a> aufgekauft, einer Internetgesellschaft, zu der unter anderem OKCupid (von Match im Februar 2014 gekauft), <a href="http://www.chemistry.com">chemistry.com</a>, <a href="http://www.singlesnet.com">singlesnet.com</a>, <a href="http://www.datehookup.com">datehookup.com</a>, sowie die App Tinder, gehören. Diese teilen also, sofern dem nicht explizit widersprochen wird, untereinander die Daten von Nutzern, die auf mehreren Plattformen der Gruppe registriert sind – der Hinweis hierauf findet sich in den <a href="https://www.okcupid.com/legal/privacy">AGB von OkCupid</a> – und ergänzen so gegenseitig die gesammelten Nutzerinformationen. Laut <a href="http://www.theguardian.com/technology/2015/mar/19/cookies-how-to-avoid-being-tracked-online">Cooper Quintin von der Electronic Frontier F</a>oundation, lassen sich Datenbanken mit Unmengen an Informationen erstellen, darunter auch private Details wie sexuelle Präferenzen oder medizinische Informationen. Wie umfangreich diese Informationssammlung sein und welche Probleme sie verursachen kann, <a href="http://www.theguardian.com/technology/2015/aug/21/ashley-madison-hack-five-people-database-experience">auch das zeigt der Ashley Madison Hack</a>. Digitaler Lippenstift am Kragen, <a href="http://www.wired.com/2015/08/ashley-madison-hack-exposes-wait-lousy-business/">nennt es der Chef der Avid Life Media</a>, der Ashley Madison gehört. Und diesen Lippenstift wird man schwerlich wieder los. „The internet is forever“, <a href="http://www.telegraph.co.uk/news/11811356/Ashley-Madison-hack-live.html">sagt Corey Nachreiner</a>, der Chief Technology Officer der Internetsicherheitsfirma WatchGuard. “Das Internet ist für immer. Egal, wem man seine Daten anvertraut.“</span></p>
<h3><span lang="de-DE">Maßstab: Omas Kaffeetisch</span></h3>
<p><span lang="de-DE">Vorsicht und ein genauer Blick in die AGB der Anbieter sind beim Online-Dating also besonders angebracht. Die amerikanische Website <a href="https://www.privacyrights.org/perils-and-pitfalls-online-dating-how-protect-yourself#risks">Privacyrights.org</a> warnt zurecht davor, dass gerade die sehr persönlichen Hoffnungen, die bei einer Online-Partnersuche eine Rolle spielen, Menschen auf besondere Weise verletzbar machen. Corey Nachreiner rät ohnehin, nichts online zu stellen, was man ungern auf der Titelseite der Tageszeitung im Wohnzimmer der Großmutter wiederfinden würde – beim Online-Dating oder anderswo. Will man sich im Internet auf die Suche nach einem Partner begeben, dann können zum Beispiel Software wie <a href="https://www.eff.org/https-everywhere">HTTPS Everywhere</a>, das Anpassen der Cookie-Einstellungen, regelmäßiges Löschen der Browserhistorie oder Extensions wie <a href="https://www.ghostery.com/en/">Ghostery</a> davor schützen, dass der Online-Flirt von der größtmöglichen Anzahl wachsamer Augen beobachtet, aufgezeichnet und geteilt wird. Auch oder gerade wenn man eigentlich nichts zu verbergen hat, sollte romantische Zweisamkeit dennoch Privatsache bleiben – oder nicht?</span></p>
<p>Weitere Beiträge unserer Sommerreihe &#8220;Zusammen im Netz &#8211; Beziehungen in Zeiten neuer Medien&#8221;<a title="Dossier Sommerreihe &quot;Zusammen im Netz&quot;" href="http://politik-digital.de/category/themen/zusammen-im-netz-beziehungen-in-zeiten-neuer-medien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> lesen Sie hier</a>.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/montrealprotest/20122828102/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">photographymontreal </a></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-130752" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Make a Date 2.0:  Vom Suchen und Finden der Liebe</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/make-a-date-2-0-vom-suchen-und-finden-der-liebe-146609/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2015 14:24:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Zusammen im Netz - Beziehungen in Zeiten neuer Medien]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Tinder, Grindr, Finya – Was ein bisschen nach Kindernamen für Fantasy Fans klingt, sind digitale Orte der modernen Partnersuche. Im Internet Menschen zu finden, um sie zu daten und zu lieben, fällt nicht mehr aus dem Rahmen. Sondern ist eine unter vielen Möglichkeiten, mit potentiellen Liebes- und Sexpartnern in Kontakt zu kommen. Als neue Kulturtechnik und neues Geschäftsmodell beschäftigt Online-Dating Wissenschaftler und Journalisten gleichermaßen wie Business Manager und Entrepreneurs. Ich habe mich gefragt, wer, wie und warum eigentlich auf Online-Partnersuche geht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>The place to be: Von GothicMatch bis Poppen.de.</h3>
<p>Da gibt es Dominik. Er ist 33 und kommt aus Münster. Bevor er seine Fast-Verlobte („<em>Der Ring ist schon gekauft</em>“) über die Community- und Dating-Seite <a href="http://www.metalflirt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">metalflirt.de</a> kennengelernt hat, hatte er viele Treffen von sehr unterschiedlicher Qualität. Einige waren mehr oder minder One-Night Stands, andere einfach witzig oder langweilig. Oder sogar tragisch, weil nur er sich in sein Gegenüber verguckt hatte. Mit seiner jetzigen Freundin ging dann aber alles ganz schnell. Gechattet, getroffen, geknutscht und dann irgendwie gleich zusammengekommen.</p>
<p>Von circa 20 Millionen Singles in Deutschland suchen laut Stiftung Warentest 7 Millionen ihr Liebesglück im Netz. Und das offensichtlich nicht ohne Erfolg, denn insgesamt beginnt über ein Viertel aller Partnerschaften im Internet. Im Grunde wenig überraschend, wenn man bedenkt wie viele unserer Lebensbereiche bereits vollkommen oder teilweise digitalisiert sind. Warum sollte also in einer digital vernetzten Welt das Flirten und Kennenlernen weiterhin nur analog ablaufen?</p>
<p>Das erste Online-Dating Projekt hieß TACT (Technical Automated Compatibility Testing) und wurde 1964 von Buchhalter Lewis Altfest und IBM-Programmierer Robert Ross in New York erfunden. Für fünf Dollar konnten Kunden einen Multiple-Choice-Bogen mit über 100 Fragen ausfüllen, deren Antworten auf Lochkarten übertragen wurden. Anhand entsprechender Übereinstimmungen spuckte TACT anschließend fünf Partnervorschläge aus &#8211; für Frauen auf blauen, für Männer auf rosa Karten. Gute 50 Jahre später ist Online-Dating zur Dienstleistung geworden, die einen weit ausdifferenzierten Markt bedienen muss. Hier treffen Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung und Vorlieben, unterschiedlichem Alter und völlig unterschiedlichen Erwartungen aufeinander. Wie im Analogen führt Online-Dating je nach Lebenssituation zu ganz verschiedenen Erfahrungen mit ganz verschiedenen Plattformen. So gibt es Online-Dating unter anderem hip verpackt in App-Form für ein jüngeres heterosexuelles Publikum (<a href="https://www.gotinder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder</a>), für ein junges schwules Publikum (<a href="http://grindr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grindr</a>), auf klassischen Websites für ältere Semester und “ernsthaft” Interessierte (<a href="http://www.friendscout24.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Friendsout24</a>, <a href="https://www.parship.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Parship</a>), für Akademiker und “Singles mit Niveau” (<a href="https://www.elitepartner.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Elitepartner</a>), bestimmte Berufsgruppen (<a href="http://www.polizeisingles.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">polizeisingles.de</a>, <a href="http://flirt.landwirt.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flirt.landwirt</a>), spezielle Interessensgruppen (<a href="http://www.gothicmatch.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">GothicMatch)</a>, gelangweilte Monogamisten (<a href="https://www.ashleymadison.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">AshleyMadison</a>) oder die ganz Zwanglosen (<a href="http://www.poppen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">poppen.de</a>).</p>
<p>Dabei hat insbesondere die Dating App Tinder Online-Dating einer breiten Masse bekannt gemacht. Da die App, so hört “man”, eher für ein unverbindliches Stelldichein taugt, assoziieren viele Menschen Online-Dating neuerdings generell mit der Suche nach schnellem Sex. Und das obwohl (oder gerade weil?) Tinder verspricht: “it´s like real life, but better”. Daneben gibt es nach wie vor erfolgreiche Dating-Seiten wie Parship oder Elitepartner, die ihren Kunden mit ermutigenden Slogans (“alle 11 Minuten verliebt sich ein Single über Paarship”) mehr Gefühl und Verbindlichkeit versprechen.</p>
<h3>Online-Dating ist was für&#8230;die anderen</h3>
<p>Mit Online-Dating Nutzern ist es offensichtlich ein bisschen wie mit Dschungelcamp-Zuschauern oder Bildzeitungslesern: Wir wissen, dass es sie gibt, aber kaum jemand möchte ernsthaft zur Zielgruppe gehören. So wollten auch die meisten Menschen, mit denen ich im Zuge der Recherche über Online-Dating gesprochen habe, kaum oder gar nicht mit dem Thema in Berührung gekommen sein. Es fielen “verständnisvolle” Sätze wie “<em>Das finde ich überhaupt nicht schlimm, wenn das (andere) Leute machen</em>”, gnadenlose Äußerungen wie “<em>Klingt jetzt blöd, aber Online-Dating ist doch eher was für Verzweifelte</em>” oder auch der “Klassiker”  “<em>Online-Dating ist was für alte Leute</em>”. Letzteres stammt charmanterweise von meiner 22 jährigen Nachbarin. Meine Mutter hingegen, Jahrgang 1954, fühlt sich wiederum zu alt fürs Online-Dating. Nach circa 48 Stunden auf Friendscout24 gab Sie entnervt auf. Da wären nur Freaks unterwegs und das sei ihr in ihrem Alter zu anstrengend, lautete ihre Begründung.<br />
Dann gibt es da noch Sim. Auch die 63 jährige Australierin hat nicht nur positive Erfahrungen mit Männern, die sie über Online-Dating Seiten getroffen hat. Über die Jahre war sie auf mindestens vier verschiedenen Plattformen angemeldet und hatte mehrere “so genannte” Beziehungen, die online entstanden sind, aber alle wieder in die Brüche gingen.“<em>Viele Männer auf den Plattformen haben Minderwertigkeitskomplexe, mentale Probleme oder wollen einfach nur Sex haben</em>”.</p>
<p>Schenkt man dem Gründer der Seite <a href="www.okcupid.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OkCupid</a> Vertrauen, so ist heterosexuelles Online-Dating für Frauen und Männer tatsächlich eine völlig unterschiedliche Erfahrung. In einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/dating-webseite-okcupid-maenner-sollten-nutzer-anschreiben-die-in-ihrer-liga-spielen-1.2538114-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit der Süddeutschen</a> rät er Frauen, gezielt auf Männer zu zugehen, die ihnen gefallen und die zahlreichen, restlichen Anfragen zu ignorieren. Männer hingegen sollten sich zugänglich präsentieren und darauf achten, in ihrer “Liga” zu bleiben. Soll heißen: Keine Supermodels anschreiben, es sei denn man ist selbst eines.</p>
<h3>Der Digitale Raum als Prokrastinationsmaschine und Freak-Filter</h3>
<p>Dominik bezeichnet sich selbst als okay aussehend, aber nicht wirklich gut. Als Pluspunkte beim Flirten sieht er vor allem seine positive Ausstrahlung und seine kommunikativen Fähigkeiten. Beides sind Attribute, die sich bei einer schnellen Abfuhr in der Bar oder dem Club nicht entfalten können, denen man erst etwas Zeit geben muss. Online-Dating war für ihn also stets eine Möglichkeit, die eigenen vermeintlichen Unzulänglichkeiten in den Hintergrund zu rücken, um der Oberflächlichkeit und Flüchtigkeit der analogen Welt zu entkommen.</p>
<p>Für Sim hingegen nimmt das Netz eher eine Filterfunktion ein. Sie findet es gut, dass vor dem ersten Treffen bereits ein Austausch stattfindet, und sie aussortieren kann, wer ihr gefällt und wer nicht. Tatsächlich gibt es für fast alles Kategorien und Felder zum ausfüllen. Wie alt ist die Person? Welchen Bildungsgrad hat er/sie? Ist er Raucher? Vegetarier? Bevorzugt sie Monogamie oder führt sie eine offene Beziehung? So ist die Chance höher, dem <em>Unpassenden</em>, <em>Gegensätzlichen</em>, <em>Falschen</em> aus dem Weg zu gehen und jemanden zu finden, der oder die das gleiche mag wie man selbst. Daneben gibt es natürlich noch jene allgemein gültigen Attribute des Internets wie ständige Verfügbarkeit und Unverbindlichkeit der Kommunikation, die den digitalen Raum zu einem populären Ort des romantischen Zusammentreffens machen.</p>
<p>Zusätzlich spricht der Filmkritiker und Autor von “<a href="http://www.bertz-fischer.de/product_info.php?products_id=455" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitales Dating. Liebe und Sex in Zeiten des Internets</a>“ Georg Seeßlen von der Möglichkeit, die digitalen Ereignisse vollständig von der analogen Welt zu entkoppeln. Online-Dating könne auch als einfache Rückzugsmöglichkeit oder Ersatz des “realen” Ereignisses fungieren. So nutzt auch die Berlinerin Nicole (30) ihren Online-Dating-Account überwiegend als „Prokrastinationsmaschine“, wie sie mir erzählt. Als sie vor ein paar Monaten auf der Suche nach Ablenkung war (sie schrieb gerade an ihrer Masterarbeit), hat sie sich auf einer Online-Dating Plattform angemeldet. Insgesamt hatte sie vier Dates, die alle weder toll waren noch ihren Erwartungen entsprachen. Inzwischen hat sie ihre Masterarbeit abgegeben und kein Interesse mehr daran, jemanden „aus dem Internet“ zu treffen. Trotzdem chattet Nicole weiter mit verschiedenen Männern, zumindest so lange bis sie einen Job oder ihren Traummann beim Feiern findet: „<em>Manche Unterhaltungen verlaufen lediglich über einen Abend, wie ein spaßiges Ping-Pong Spiel, mit anderen wechselt man täglich ein, zwei Sätze. Manche Unterhaltungen reißen einfach ab. Die Frage nach dem &#8220;warum&#8221; stellt man sich nach ein paar Mal nicht mehr</em>&#8220;.</p>
<h3>Geschäftsmodell, Datenkrake und andere Hintergedanken</h3>
<p>Der zusätzliche Raum, den das Internet in puncto Dating anbietet, hat umgekehrt auch seine speziellen Tücken und problematischen Aspekte. Wie jede soziale Beziehung setzen Kontakte, die über das Netz geschlossen werden, ein gewisses Maß an Vertrauen ins Gegenüber voraus. Nur dass beim Online-Dating das verlangte Maß ungleich höher ist. Da erstmal niemand genau wissen kann (und soll), wer da am anderen Ende des Chatfensters sitzt, muss darauf vertraut werden, dass der  Flirtpartner erstens „echt“ ist und er oder sie (zweitens) keine zweifelhaften Absichten verfolgt. Fake-Profile, Stalker, Erpresser, Datensammler, Heiratsschwindler- Die Liste der möglichen Täuschungen und Enttäuschungen ist lang.</p>
<p>Dazu kommt die Möglichkeit, die Wahrnehmung der eigenen Person im Internet besser steuern zu können als in der analogen Welt. Nicht nur Papier, auch Bildschirme sind geduldig. Ähnlich wie Facebook auffallend viele schöne, beliebte, kreative Userprofile verzeichnet, werden viele Menschen das eigene Online-Dating-Profil wahrscheinlich vorteilhaft gestalten. Die Australierin Sim hat selbst keine Erfahrungen mit „gepimpten“ Profilen gemacht, aber Geschichten von Freunden gehört, deren Dates auf ihren Fotos deutlich jünger oder schlanker aussahen als beim ersten physischen Zusammentreffen. Das wurde auch mir mehrfach berichtet. Ein Freund hatte neulich sogar ein Date mit einer Frau, die ihre Transsexualität bis zum ersten Treffen verschwiegen hatte. Er fühlte sich reingelegt und hatte danach erst einmal keine Lust auf weiter Dates. Auch wenn dieses Beispiel extrem sein mag, die Frage ist doch, kann man solche kleinen und größeren Schummeleien in einer sich selbst gnadenlos optimierenden Gesellschaft eigentlich jemandem übel nehmen?</p>
<p>Darüber hinaus verlangt digitales Dating ebenfalls einen Glauben an die Sicherheit und Integrität der Vermittlungsmaschinen. So produziert das Anbandeln im Netz Unmengen an sensiblen Daten: Fotos, sexuelle Vorlieben, persönliche Nachrichten. Ende Juli wurde bei einem <a href="http://www.vice.com/read/everything-we-know-so-far-about-the-ashley-madison-hack-265" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hack der Seitensprung Plattform „Ashley Madison“</a> die Daten aller 37 Millionen Kunden aus 46 Ländern gestohlen und teilweise veröffentlicht. Da es häufig nicht schwer ist, die Identität einer Person über ihr Profil festzustellen, mussten viele User der Plattform um Enttarnung ihrer Affären bangen.</p>
<p>Im Zuge des Hacks kam außerdem heraus, dass das kostenpflichtige Löschangebot der Profildaten offensichtlich ein Fake war. Trotz der erhobenen Gebühr von 19 Dollar blieben die wichtigsten Daten weiterhin gespeichert und konnten so auch von den Hackern abgerufen werden. Dieser Skandal erinnert daran, dass Online-Dating auch ein Geschäftsmodell ist, das ähnlich wie andere Kommunikationsdienste und Social Media Plattformen nicht aus Nächstenliebe betrieben wird, sondern aus ökonomischen Interessen. Kostenpflichtige Dienste bezahlen wir mindestens mit Geld, kostenlose Angebote in jedem Fall immer mit unseren Daten. Der Aufbau von intimen und persönlichen Bindungen im digitalen Raum wird wohl immer mit einem gewissen Datenschutzrisiko verbunden sein.</p>
<h3>Die digitale Übersättigung: Was ist anders mit Online-Dating?</h3>
<p>Als neue Kulturtechnik und gesellschaftliches Phänomen wird Online-Dating häufig kritisch in die übergeordnete Debatte um die Auswirkungen von Internet auf Gesellschaft eingeordnet. Oft geht es dabei um das „Verschwinden des öffentlichen Raums“, die „Unnatürlichkeit“ der virtuellen Kommunikation oder einer prognostizierten tiefgreifenden Transformation sozialer Interaktion.</p>
<p>Der Feuilletonist und Filmkritiker Georg Seeßlen sieht die Bedingungen der Paar-Bildung durch Digitalisierung fundamental verändert. Dabei funktionierten im Netz alle Komponenten einer Liebesgeschichte, das Sehen und Erzählen, der Körper und die Biografie, die Sprache und das Bild auf eine andere, unkontrollierbare Weise. Auch Nicole findet es problematisch, dass online so viele Dinge, die Attraktivität ausmachen unsichtbar bleiben. Eine angenehme Stimme, eine herzliche Geste oder eine lustige gemeinsam erlebte Situation sind nicht virtuell übertragbar. Durch das Überangebot in einer Stadt wie Berlin wird so ein Profil, das einem nicht vollständig zusagt, im Zweifelsfall einfach weggeklickt. Dort, wo Dates wie ein schneller Snack konsumiert werden können, kann man schnell das Gefühl bekommen satt zu sein bzw. das wahre Hungergefühl nicht mehr zu kennen, befürchtet sie.</p>
<p>Ob nun zur ernsthaften Partnersuche, zum Herausfiltern der potentiellen Nieten auf dem Dating-Markt oder einfach zum Zeitvertreib – letztlich wird der eigene, romantische und sexuelle Handlungsspielraum durch das Internet in erster Linie erweitert und sicherlich auch transformiert. Oder um noch einmal Georg Seeßlen zu zitieren:„ <em>Jetzt haben wir eine postbürgerliche, digitale und finanzkapitalistisch hegemonialisierte Gesellschaft. Und jetzt müssen wir sehen, wo wir bleiben, mit der Liebe (&#8230;)</em>&#8220;.</p>
<p>Weitere Beiträge unserer Sommerreihe “Zusammen im Netz – Beziehungen in Zeiten neuer Medien”<a title="Dossier Sommerreihe &quot;Zusammen im Netz&quot;" href="http://politik-digital.de/category/themen/zusammen-im-netz-beziehungen-in-zeiten-neuer-medien/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> lesen Sie hier</a>.</p>
<p>Bild: <a class="owner-name truncate" title="Geh zum Fotostream von Gisela Giardino" href="https://www.flickr.com/photos/gi/">Gisela Giardino</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Zusammen im Netz &#8211; Sommerreihe 2015</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Teresa Keil]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2015 14:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zusammen im Netz - Beziehungen in Zeiten neuer Medien]]></category>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zahlreiche Websites, soziale Netzwerke und Apps ermöglichen den ständigen Austausch mit den Menschen, die uns wichtig sind. Und erlauben uns zu wissen, was aktuell ansteht, wie die neue Frisur aussieht oder wie groß die Enkel geworden sind &#8211; Kommunikation auf den unterschiedlichsten Ebenen. Aber was geschieht dabei mit der Beziehung an sich? Das Gefühl jemanden zu kennen, alle Facetten eines Menschen zu erfassen, verliebt zu sein, gute Freundschaft und familiäre Nähe zu spüren – ist das digital machbar? Gefühle aus Einsen und Nullen herstellen? Und was ist eigentlich mit Bekanntschaften die aus dem Netz heraus entstehen? Sollten diese besser digital bleiben oder kann der Sprung in die analoge Welt gelingen?</p>
<p>Mit diesen Fragen beschäftigt sich die diesjährige Sommerreihe von politik-digital.de und geht verschiedenen Formen der Beziehung in Zeiten von digitaler Medien auf den Grund. Fernbeziehungen&#8230;Onlinedating&#8230;.alte Bekanntschaften erhalten&#8230;. oder neue Freundschaften schließen – es gibt zahlreiche Wege und Geschichten, wie sich zwischenmenschliche Intimität im Netz bildet und erhält.</p>
<h3>Die Onlinewelt von Liebe und Freundschaft in Zahlen</h3>
<p>Einen Weg, um mit Freunden, Partnern und Familie in Kontakt zu bleiben, haben die <span lang="zxx"><a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/285230/umfrage/aktive-nutzer-von-whatsapp-weltweit/">800 Millionen</a></span> Whatsapp-Nutzer schon gefunden. Der Instant-Messenger verbindet Personen rund um den Globus und ermöglicht es, Nachrichten, Bilder und Videos in Echtzeit zu verschicken. Um das Funktionieren der App kümmern sich gerade mal <span lang="zxx"><a href="http://blog.whatsapp.com/472/400-Millionen-Geschichten?">50 Angestellte</a></span>.<br />
Der Facebook-Messenger wird von <span lang="zxx"><a href="http://allfacebook.de/news/q2-2015">700 Millionen</a></span> Menschen genutzt. Durchschnittlich verbringen Nutzer <span lang="zxx"><a href="http://allfacebook.de/news/q2-2015">45 Minuten </a></span>pro Tag in der Facebook-, Messenger- oder Instagram-App. Zum Vergleich: laut optimistischer Erhebungen spricht ein Ehepaar im Durchschnitt nur <span lang="zxx"><a href="http://www.berliner-zeitung.de/archiv/ehepartner-haben-sich-mehr-zu-sagen--als-gemeinhin-angenommen-wird--das-behauptet-eine-studie-hoerst-du-mir-ueberhaupt-zu-,10810590,10734468.html">93 Minuten</a></span> am Tag miteinander &#8211; also etwa eine Spielfilmlänge. Von den rund <span lang="zxx"><a href="https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/05/PD14_185_122.html">14 Millionen</a></span> Alleinstehenden in Deutschland suchen laut der Website Single-Börsen-Vergleich etwa <span lang="zxx"><a href="http://www.singleboersen-vergleich.de/presse/online-dating-markt-2013-2014.pdf">8 Millionen </a></span>ihr Liebesglück im Netz. Der Vermittlungsmarkt boomt, was daran deutlich wird, dass es allein in Deutschland <span lang="zxx"><a href="http://www.servicevalue.de/studien-tests/themenschwerpunkte/sonstige-themen/studie/deutschland-test-partnervermittlungen-und-singleboersen-2014/">2.000</a></span> verschiedene Singlebörsen, Partnervermittlungen, Seitensprung-Portale oder Sextreffs gibt. Die Websites bieten jedem Nutzer das, was er sucht: ob feste Beziehung oder eine kurze Affäre, an Auswahl fehlt es jedenfalls nicht.</p>
<p>Das Internet bietet viel Raum für individuelle Herangehensweisen. Intensive Gespräche sind nicht nur nachts auf einer Parkbank schön, auch online gibt es viele Möglichkeiten, sich über Tiefgründiges auszutauschen. Das World Wide Web bietet günstige Rahmenbedingungen für solche Gespräche, und dies ist ein wichtiger Schlüssel zur Intimitätsentwicklung. Während auf Single-Börsen Websites knapp jeder zweite Nutzer <span lang="zxx"><a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/252673/umfrage/alter-der-nutzer-von-online-dating-in-deutschland/">über 50 Jahre</a></span> alt ist, ist die deutliche Mehrheit der <span lang="zxx"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/tinder-dating-app-hat-zwei-millionen-nutzer-in-deutschland-a-1015930.html">2 Millionen </a></span>Nutzer der Flirt- und Kuppel-App <a href="https://www.gotinder.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tinder </a>unter 34 Jahre alt. Daraus werden Zielgruppen und Absichten recht gut erkennbar. Angeblich trifft sich aber nur <a href="http://paragonpoll.com/mobile-dating-tinder/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einer<span lang="zxx"> von fünf</span> </a>Tinder-Nutzern auch wirklich mit einem Tinder-Match, also einer virtuell eingeleiteten Sympathie. Insgesamt beginnt dennoch über ein Viertel aller Partnerschaften im Internet. Leider wird das Internet aber auch immer häufiger zum Trennungsgrund: Ein Drittel der 5.000 Scheidungen, die im letzten Jahr bei der britischen Agentur Divorce-Online eingereicht wurden, erhielten einen Hinweis auf das soziale Netzwerk Facebook. Jede <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/fremdgehen-in-sozialen-netzwerken-scheidungsgrund-facebook-1.1031854">fünfte</a> Scheidung in Amerika geht bereits auf Facebook und das Kommunikationsverhalten deren Nutzer zurück. Und die Tatsache, dass <a href="https://www.globalwebindex.net/blog/what-to-know-about-tinder-in-5-charts">42%</a> der Tinder-Nutzer bereits vergeben sind, macht den Kreis rund.</p>
<h3>Sommerreihe beleuchtet verschiedene Facetten von Beziehungen im Netz</h3>
<p>Der durchschnittliche Facebooknutzer hat <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/der-facebook-boersengang/zehn-jahre-facebook-7-dinge-die-sie-ueber-facebook-nicht-wissen-12782981.html">342</a> Freunde. Ein Deutscher hat laut Wissenschaftszentrum für Sozialforschung im Schnitt 3,3 wirklich gute Freunde.<br />
Das Internet bietet uns einen Weg, Bekanntschaften zu erhalten, die möglicherweise sonst längst keine mehr wären. Distanzen zu überbrücken, um eine Liebe am Leben zu erhalten. Den Kontakt zu Geschwistern und Eltern -auch nach einem Umzug in eine ferne Stadt- intensiv zu pflegen. Menschen zu treffen, denen man sonst nie begegnet wäre, und Fantasien auszuleben, für die im Alltag kein Platz ist. Welchen Einfluss das auf Gefühle, Intensität, Echtheit und Vertrauen zwischen Menschen hat, soll in mehreren Artikeln dieser Sommerreihe untersucht werden. Dafür werden wir verschiedene Facetten digital gelebter Beziehungen, technische Neuheiten und interessante Lebensgeschichten vorstellen.</p>
<p><strong>Lesen Sie weiter:</strong> Tinder, Grindr, Finya – Was ein bisschen nach Kindernamen für Fantasy Fans klingt, sind digitale Orte der modernen Partnersuche. Im Internet Menschen zu finden, um sie zu daten und zu lieben, fällt nicht mehr aus dem Rahmen. Sondern ist eine unter vielen Möglichkeiten, mit potentiellen Liebes- und Sexpartnern in Kontakt zu kommen. Als neue Kulturtechnik und neues Geschäftsmodell beschäftigt Online-Dating Wissenschaftler und Journalisten gleichermaßen wie Business Manager und Entrepreneurs. Unsere Redakteurin Alexa Schaegner hat sich gefragt, wer, wie und warum eigentlich auf Online-Partnersuche geht. Was sie herausgefunden hat,<a href="http://politik-digital.de/news/make-a-date-2-0-vom-suchen-und-finden-der-liebe-146609/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> lesen Sie hier</a>.</p>
<p><img decoding="async" src="http://i0.wp.com/politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png?resize=305%2C53" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div>
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