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	<title>Uni-Streik &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Uni-Streik &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Keine Machtveränderung durchs Internet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jan 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uni-Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziale Bewegung]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Studentenstreik ist keine soziale Bewegung, sagt im Interview der renommierte Sozialforscher Prof. Dieter Rucht. Das Internet kann keine Machtverhältnisse verändern, sondern die Vernetzung beschleunigen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Studentenstreik ist keine soziale Bewegung, sagt im Interview der renommierte Sozialforscher Prof. Dieter Rucht. Das Internet kann keine Machtverhältnisse verändern, sondern die Vernetzung beschleunigen.<!--break-->
                    </p>
<p>
                    <a href="http://www.wz-berlin.de/zkd/poem/mitarbeiterinnen/rucht.de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                    <img decoding="async" height="106" alt="Prof. Dieter Rucht" src="/salon/photos/drucht.jpg" width="85" align="left" border="0" />Prof. Dieter Rucht</a> gilt als erfahrener und renommierter Forscher im Bereich &#8220;soziale Bewegungen&#8221;. Er hat vor drei Jahren seine Forschungstätigkeit am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) wieder aufgenommen. Der 67jährige hat zahlreiche Forschungsaufenthalte, unter anderem in Harvard, hinter sich. Die Liste seiner unzähligen Publikationen füllt mehrere Seiten. Der Titel seines zuletzt herausgebenen Buches lautet: Politische Demonstrationsrituale.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Ist der aktuelle Streik der Studierenden eine soziale Bewegung?</p>
<p>                    <strong>Dieter Rucht:</strong> Nein, zumindest noch nicht. Zu einer sozialen Bewegung gehören zunächst einmal gewisse stabile Strukturen, die über eine kurzfristige Mobilisierung hinausgehen. Außerdem werden von sozialen Bewegungen die Grundlagen einer gesellschaftlichen Ordnung in letzter Instanz in Frage gestellt. Beim Hochschulstreik haben wir es in meinen Augen eher mit einer durchaus bemerkenswerten politischen Kampagne zu tun, bei der momentan von der Mehrheit der Aktiven sehr begrenzte Ziele verfolgt werden.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Könnte sich aus diesem Streik eine soziale Bewegung entwickeln?</p>
<p>                    <strong>Dieter Rucht:</strong> Es gibt erste Ansätze dazu. Dass sich eine Bewegung an einem begrenzten Problem entzündet, ist durchaus möglich. So begann der Streik der Studierenden 1997 mit Raummangel an der Universität Gießen. Jetzt bahnt sich ein Bündnis von Studierenden mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen an, von dem man noch nicht weiß, ob es trägt, und ob es bei der Verbreiterung der Themen um mehr geht als die Abwehr von Kürzungen im Bildungs- und Sozialbereich.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Beim Streik an den Berliner Universitäten spielt das Internet eine zentrale Rolle. Stehen diese aktuellen Vorgänge nicht im Gegensatz zu Ihrer kritischen Einschätzung von der Rolle des Internets in sozialen Bewegungen?</p>
<p>                    <strong>Dieter Rucht:</strong> Nein, natürlich ist das Internet in solchen Zusammenhängen ein wichtiges und nützliches Kommunikationsmedium. Ich wollte mit meinem kritischen Beitrag ein Gegengewicht bilden zu einer Debatte, die aus meiner Sicht allzu große Hoffnungen in die weitergehenden Potenziale des Internet setzt. So meine ich zum Beispiel nicht, dass durch das Internet politische Machtverhältnisse verändert werden können.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Welche Rolle spielt das Internet Ihrer Meinung nach bei der Entstehung von sozialen Bewegungen?</p>
<p>                    <strong>Dieter Rucht:</strong> Das Internet hat vor allem einen beschleunigenden Effekt bei der Vernetzung von schon aktionsbereiten Aktivisten. Außerdem spielt die Reichweite der Kommunikation keine Rolle mehr &#8211; ob ich eine Mail nach Australien, Peking, oder ins Nebenzimmer schicke, macht kaum einen Unterschied.<br />
                    <br />Ich glaube nicht, dass über das Internet viele neue Aktivisten mobilisiert werden können. Außerdem ist zu bedenken, dass ja auch die Gegenseite das Internet nutzt. So ist es der Polizei ein Leichtes, bestimmte Mailinglisten zu überwachen. Auch besteht durch die mangelnde Absicherung der Quellen ein gewisses Misstrauen bei InternetnutzerInnen, beispielsweise gegenüber Massenmails mit Appellen. Auf Netzkampagnen selbst können große Konzerne sich gut vorbereiten, wie die Kampagne gegen Lufthansa gezeigt hat.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Könnte durch diese beschleunigten Kommunikationsprozesse die Schlagkraft von Bewegungen zunehmen?</p>
<p>                    <strong>Dieter Rucht:</strong> Es steht außer Frage, dass das Internet die Kommunikationsgeschwindigkeit auf die Spitze treibt. Dennoch, die Geschichte hat gezeigt, dass sich Nachrichten lange vor der Entwicklung des Internet wie ein Lauffeuer verbreiten konnten und kurzfristig Massenproteste zustande kamen. Bei den Studierenden-Protesten 1995 in Frankreich war beispielsweise das Fax ein wichtiges Kommunikationsmittel. Schon damals schrieben die Kommentatoren, dass es dank dieser neuen Techniken nun möglich sei, Proteste schneller und effektiver zu koordinieren.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Wie sieht es denn aus mit dem Problem des &#8220;digitalen Grabens&#8221;. Ist diese Ungleichverteilung von Internetanschlüssen auch im Zusammenhang mit der Nutzung durch Protestbewegungen ein Problem?</p>
<p>                    <strong>Dieter Rucht:</strong> Bezogen auf die Studierendenschaft würde ich eher das Gegenteil behaupten, da nahezu 100 Prozent am Netz sind. Im globalen Zusammenhang, zum Beispiel bei globalisierungskritischen Gruppen, sind von den Ländern des Südens meist nur die Kommunikationseliten im virtuellen Diskurs vertreten. Aber nicht nur die Infrastruktur, sondern auch gewisse sprachliche Kompetenzen wie gute Englischkenntnisse müssen gegeben sein. Das hat oft auch Folgen für die Unterstützung durch ausländische Geldgeber im Norden. Während bestimmte Gruppen ihre Bedürfnisse sehr gut kommunizieren können, leisten andere ebenso gute Arbeit, aber verfügen nicht über entsprechende Kommunikationsfähigkeiten.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Bei öffentlichen politischen Diskursen äußern sich meist dieselben Personen. Bietet das Internet nicht eventuell die Chance, diese oder ähnliche Dynamiken auszuschalten?</p>
<p>                    <strong>Dieter Rucht:</strong> Die diskursive Auseinandersetzung über das Internet läuft meiner Ansicht nach nicht besonders gut. Theoretisch wäre es über das Internet möglich, Informationen und Beschlussanträge vorher zu verteilen um damit zu verhindern, dass Leute auf einer bestimmten Veranstaltung von einer Situation überrollt werden, ohne dass auch nachdenkliche Stimmen zu Wort kommen. Diese vorbereitende oder auch nachbereitende Meinungsbildung ist jedoch auch ohne Internet möglich. Die empirischen Analysen haben außerdem gezeigt, dass sich die Kommunikation in bestimmten Chatrooms &#8211; wie denen der politischen Parteien &#8211; auf einen sehr kleinen Kreis bezieht, der fast schon professionell agiert. Und Diskussionen zwischen vielen sind über das Internet kaum zu realisieren.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Zum Abschluss noch eine persönliche Frage. Sie waren als junger Student an den Protesten 1968 beteiligt. Ich kann mir heute gar nicht mehr vorstellen, wie das ohne Internet funktioniert haben soll?</p>
<p>                    <strong>Dieter Rucht:</strong> Das war ganz einfach. Die Universität ist genauso wie der Betrieb der nahezu ideale Ort, um die gesamte Gruppe, die dort tätig ist, schnell zu informieren. Andere Gruppen wie Arbeitslose sind dagegen strukturell isoliert und darum viel schwerer zu mobilisieren.<br />
                    <br />Zwar steckte ich damals als Studienanfänger noch nicht so tief in der Protestbewegung drin, doch nach meinen Beobachtungen wurden Nachrichten problemlos und schnell weitergegeben. Am 2. Juni 1967, um ein Beispiel zu nennen, gab es vormittags einen Protest mit einigen Hundert Leuten gegen den Besuch des Schahs aus Persien vor dem Schöneberger Rathaus. Als es unter den Augen der Polizei zu den Übergriffen der so genannten &#8220;Jubel-Perser&#8221; kam, wurde ein Treffpunkt für denselben Abend vor der Deutschen Oper ausgemacht, die der Schah besuchen wollte. Dort kamen einige Tausend Leute, die meist durch Mund-zu-Mund-Propaganda davon erfahren hatten.<br />
                    <br />Im Gegenteil, in diesem Zusammenhang fällt mir auf, dass das Internet eventuell auch negative Effekte haben könnte. War es früher noch notwendig, an der Universität zu erscheinen, um wichtige Informationen zu bekommen, genügt heute ein Blick in den Mail-Posteingang. Diese Beobachtung aus der Distanz fördert die Bequemlichkeit und verhindert gleichzeitig die emotionale Mobilisierung, die durch Austausch; Nähe, Gemeinsamkeit und auch das Austragen von Konflikten entsteht. In diesem Fall wäre das Internet sogar kontraproduktiv.</p>
<p>
                    <strong>politik-digital.de:</strong> Vielen Dank für das Gespräch!</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 21.01.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                            <em><br />
                              <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                            </em></p>
<p>                            <em><br />
                              <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                            </em><br />
                            
                          </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                    </p>
<p>
                      <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                    </p>
<ul>
<li>
                        <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#streik"><br />
                          <strong>Dossier Uni-Streik</strong><br />
                        </a>
                      </li>
</ul>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Studentenstreik in Gefahr</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreikende-shtml-2983/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jan 2004 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uni-Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Nackte Tatsache: der Studentenstreik in Berlin erlahmt. Aber Online wird heftig gestritten, da es hier bequem ist, Möchtegern-Dutschkes die Suppe zu versalzen. Ein Grund für das Streikende?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nackte Tatsache: der Studentenstreik in Berlin erlahmt. Aber Online wird heftig gestritten, da es hier bequem ist, Möchtegern-Dutschkes die Suppe zu versalzen. Ein Grund für das Streikende?<!--break-->
                    </p>
<p>Während in Berlin die Proteste der Studierenden erlahmen, ließen Leipziger Studierende bei einem &#8220;Softporno&#8221; nackte Tatsachen sprechen. Der jüngste öffentlichkeitswirksame Coup, über den die Medien dankbar berichtet haben: Dreharbeiten für einen Softporno mit dem Titel &#8220;Die Bildung ist nicht die Hure der Wirtschaft&#8221;.</p>
<p>
                    <strong>Neue Front: Internet</strong><br />
                    <br />Zeitgleich wird an einer anderen Front gefochten, gestritten und polemisiert. Die Differenzen zwischen Streikgegnern und -befürwortern sind nicht in milder Nach-Weihnachtsstimmung entschwunden. Allerdings muss man genauer nach dem Schauplatz suchen: Die vehementen Diskussionen und handgreifliche Rangeleien zwischen Besetzern und Bildungshungrigen haben einer gespenstischen Stille Platz gemacht, die wohl nicht zuletzt von der generell schwindenden Beteiligung an den Vollversammlungen herrührt. An Berliner Unis scheint der Zustand eingetreten, den so viele vor Weihnachten prophezeit und mitunter heimlich herbeigewünscht hatten: Wer studieren will, studiert, und wer streiken will, der streikt eben.</p>
<p>Ein Blick auf die Homepage der<br />
                    <a href="http://www.streikzentrale.de.vu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streikzentrale</a> der Freien Universität Berlin, die vor Weihnachten noch mit einer Flut von bis zu 100 Mails pro Stunde überschwemmt wurde (siehe<br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/streikzentrale.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel</a> &#8220;streikzentrale.de &#8211; kreatives Chaos) zeigt, dass die Wortgefechte pro und contra Streik immer stärker im Internet ausgetragen werden: Während der Terminkalender allmählich dünner wird und deutlich weniger Aktionen ankündigt, finden in den drei Foren der Homepage immer noch rege Diskussionen statt. Einige User beschimpfen die noch gelegentlich stattfindenden Besetzungen (beispielsweise die der SPD-Parteizentrale Anfang Januar) als &#8220;schwer kriminelle Aktionen&#8221; und fordern, die Protestierenden sollten sich doch bitte so verhalten, &#8220;wie es sich für zivilisierte Menschen gehört&#8221;. Während sich die<br />
                    <a href="http://www.asta.tu-berlin.de/streik/streik.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streikseite</a> der Technischen Universität Berlin auf eine inhaltliche Fundierung der Proteste konzentriert und Infos zu Bildungskürzungen und Bafög bietet, werden im<br />
                    <a href="http://www.allefueralle.tk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forum</a> der Humboldt-Universität Berlin Bibeltexte zitiert und mit Marx und Stalin gekontert &#8211; über einen Mangel an Witz und Weltanschauung kann sich zumindest kein Gast im Forum beschweren.</p>
<p>
                    <strong>Anonyme Faulpelze?</strong><br />
                    <br />Weniger witzig gemeint scheint eine &#8220;Grabrede auf den Streik&#8221; auf den Seiten der Streikzentrale: Die zahlreich oder zumindest unter wechselnden Pseudonymen vertretene Front der Streikgegner rühmt sich, das Ende der Proteste von Anfang an gesehen und durch ihre polemischen Kritiken befördert zu haben: &#8220;Wir konnten vielleicht nicht den Berliner Senat in seinem Kürzungswahn aufhalten, aber wir konnten immerhin ein paar von euch selbstgefälligen Möchtegern-Rudi-Dutschkes in die Suppe kotzen&#8230;&#8221; Diese Provokation wird von anderen Usern wiederum heftig gekontert, viele scheinen jedoch resigniert zu sein: &#8220;Wenn selbst die Basis des Streiks so zerstritten ist, macht es keinen Sinn, weiter zu streiken.&#8221;</p>
<p>Dabei kann der Streit um den Streik durchaus sinnvoll sein, wie die zunehmende Meinungsbildung und Politisierung unter den Studierenden in den vergangenen Wochen gezeigt hat. Bedenklich ist lediglich die Beobachtung, dass solche Diskussionen sich mittlerweile aus der Öffentlichkeit ins Internet verlagert haben. Wenn sogenannte Streikgegner nur noch aus der Anonymität des virtuellen Raumes argumentieren und den aktiven Studierenden die Vollversammlungen als diskussionsfreien Raum überlassen, geht ein wichtiges Moment des Protestes verloren. Darüber hinaus verleitet die Online-Partizipation vom heimischen Schreibtisch aus zur Bequemlichkeit und emotionaler Distanz &#8211; ein Schluss, zu dem auch Professor Dieter Rucht im<br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/rucht.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview</a> mit politik-digital.de gelangt. Diese Entwicklung und nicht die Kontroversen selbst stellen die größte Gefahr für den Studentenstreik dar und könnten dazu führen, dass die Bewegung schließlich verebbt. Der Streik in Berlin wird aller Wahrscheinlichkeit nach nie offiziell auf einer Vollversammlung beendet werden, weil dazu mittlerweile nicht mehr genug Studierende erscheinen und so die Beschlussfähigkeit fehlt. Vermutlich wird der einzige &#8220;Streik-Grabstein&#8221; im Internet zu finden sein, in Form einer verlassenen Streik-Seite.</p>
<p></p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 21.01.2004</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                            <em><br />
                              <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                            </em></p>
<p>                            <em><br />
                              <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                            </em><br />
                            
                          </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                    </p>
<p>
                      <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                    </p>
<ul>
<li>
                        <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#streik"><br />
                          <strong>Dossier Uni-Streik</strong><br />
                        </a>
                      </li>
</ul>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Netz als Mittel des Kampfes</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreikbund-shtml-2475/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreikbund-shtml-2475/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[rstreicher]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uni-Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Koordination]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
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		<category><![CDATA[Protest]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
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					<description><![CDATA[Streikende Studierende vernetzen sich langsam bundesweit per Internet. Attac und indymedia buhlen auch um die Gunst der Streikenden, während Gewerkschaften und Parteien es bei warmen Worten belassen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Streikende Studierende vernetzen sich langsam bundesweit per Internet. Attac und indymedia buhlen auch um die Gunst der Streikenden, während Gewerkschaften und Parteien es bei warmen Worten belassen.<!--break--></p>
<p>„Während des Hochschulstreiks 97/98 hatten viele linke StudentInnen noch mehr als sonst eine bundesweite Vernetzung vermisst“, steht auf der Begrüßungsseite von<br />
                    <a href="http://www.demokratische-linke.org/lira/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LiRa e.V.</a>, dem Bündnis linker und radikaldemokratischer Hochschulgruppen. Daraus entstand LiRa im Februar 1998. Im Dezember 2003 wird die LiRa-Seite gerade überarbeitet und kündigt aktuelle Termine für vergangenen März an. Schon wieder vermissen nicht nur linke Studierende eine bundesweite Vernetzung.</p>
<p>Wird auf Ebene der Universitäten und Bundesländer das Internet als Kommunikationsplattform intensiv genutzt, stecken bundesweite Aktionen im Netz noch in den Kinderschuhen. Schnell reagiert hat der „freie zusammenschluss von studentinnenschaften“, kurs „<br />
                    <a href="http://www.fzs-online.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fzs</a>“. Der Dachverband der deutschen Asten organisierte am Samstag, den 29. 11.2003 ein bundesweites Koordinierungstreffen der Hochschulstreikbewegungen in Jena. Denn, so heißt es auf der Seite, nicht nur in Frankfurt, Marburg, Gießen und Berlin, sondern auch in Kassel, Darmstadt, Göttingen und Bremen wird gestreikt. In Jena wurde ein Aktionstag im Rahmen der europaweiten studentischen Proteste am Samstag, den 13. Dezember 2003, vereinbart und sogleich der Demo-Aufruf auf die Homepage gestellt. Unter der Rubrik „Streiks aktuell“ können Interessierte sich nun in die Mailingliste eintragen oder Tipps zu Aktionen aus verschiedenen Bundesländern nachlesen. Auch die Presse wird mit Hintergrundartikel und Bildmaterial versorgt. Über eMail können Demo-Plakate und die Sonderausgabe der fzs-Zeitung bestellt werden.</p>
<p>
                    <strong>Kettenreaktion</strong><br />
                    <br />Von hieraus gelangt man zur bundesweiten<br />
                    <a href="http://petition.foruni.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Petition gegen Studiengebühren</a>. Von Konstanzer Studierenden initiiert, verzeichnet die Seite mittlerweile über 18.000 Einträge, die einem Regierungsvertreter in Berlin überreicht werden sollen. Auch die FH Darmstadt hat für die von ihr geplante bundesweite „<br />
                    <a href="http://www.ketten-reaktion.de.vu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kettenreaktion</a>“ eine eigene Seite gebastelt. Mehrere Menschenketten sollen sich am Mittwoch, den 10. Dezember durch verschiedene deutsche Städte ziehen und symbolisch miteinander verbunden werden. Die reelle Verbindung der Kontaktpersonen wird, so die Vorstellung der Darmstädter, über die Internetseite laufen.</p>
<p>
                    <strong>Aktualität: attac vs. indymedia</strong><br />
                    <br />Die Domain www.hochschulstreik.de hat sich attac-Deutschland gesichert. Das erste Exemplar der bundesweiten „Streikzeitung“ von attac ist zwar nur von der<br />
                    <a href="http://www.attac.de/campus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">allgemeinen Attac-Homepage</a> zu laden, jedoch wachsen langsam die Beiträge auf der Streik-Webseite. Dennoch fehlen die Einträge in den beiden wichtigsten Rubriken für aktive Streikende: News und Termine. Was Aktualität anbelangt, hat eindeutig<br />
                    <a href="http://de.indymedia.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">indymedia</a> die Nase vorn. Auf der ständig aktualisierten Übersichtsseite sorgen Studierende aus der gesamten Bundesrepublik für immer neue Updates. Die Vielfalt der Aktionen stellt sich nicht nur anhand der Menge von schriftlichen Beiträgen, sondern auch durch Bilder, Filme und Audio-Beiträge dar. Ob vom beginnenden Aktionsstreik in Göttingen oder der Besetzung des Roten Rathauses in Berlin, indymedia dient vielen auch als Netzsprachrohr zur direkten Mobilisierung. „Kommt zahlreich und seid spontan!“ schreibt ein Demonstrant am Abend der Besetzung des Roten Rathauses, um 21:48 Uhr ergeht laut einem weitern Autor der Räumungsbescheid, und um ein Uhr morgens berichtet „infopool“ von der entspannenden Spontandemo im Anschluss an die Besetzung. Bei so zeitnaher Berichterstattung geht allerdings der Überblick leicht verloren.</p>
<p>Ein Weblog, wie er zum Beispiel seit gut einem Monat<br />
                    <a href="http://protest.blogger.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">für Hessen</a> existiert, ist jedoch auf Bundesebene noch nicht ausfindig zu machen. Hier kann man sich nach dem Einloggen auch an einer Streik-Umfrage beteiligen, bei der die „Streikfrage“ überhaupt gestellt wird: „ Ist die Blockade von Lehrveranstaltungen an den Hochschulen ein geeignetes Mittel, um gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen zu protestieren?“ Heiß diskutiert wird diese Frage nicht nur in Hessen. Die verschiedenen Debatten in Foren und Mailinglisten beziehen sich jedoch meist nur auf einzelne Unis oder Fachbereiche.</p>
<p>
                    <strong>Solidarität ohne Worte</strong><br />
                    <br />Bestehende Institutionen wie Parteien und Gewerkschaften haben bisher kaum auf die studentische Protestwelle reagiert. Einzig auf der<br />
                    <a href="http://www.gruene-jugend.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seite der Grünen Jugend</a> findet sich eine Solidaritätserklärung mit einem Link zu indymedia,<br />
                    <a href="http://www.jusos.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Jusos</a> verweisen auf die Seite des „fzs“, doch der Termin für den bundesweiten Aktionstag findet sich in keinem einzigen Terminkalender. Auf den Seiten der<br />
                    <a href="http://www.gew.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft</a> und des deutschen Gewerkschaftsbundes [www.dgb.de] ist noch nichts von der Solidarität zu sehen, die gegenüber Studierenden immer wieder bekundet wird. Lediglich die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), in vielen anderen Fragen Zielscheibe der studentischen Proteste, stellt sich in diesem Fall auf die Seite der Streikenden. Professor Dr. Peter Gaehtgens, Präsident der HRK, hat seine Presseerklärung auf<br />
                    <a href="http://www.hrk.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die HRK-Startseite</a> gestellt. Der frühere Präsident der Freien Universität Berlin wendet sich gegen die Kürzungen im Bildungsbereich, denn „wer an dem einen Ende nicht investiert, wird am anderen Ende nicht ernten können“.</p>
<p>Das könnte auch für die bundesweite Vernetzung gelten. „Le net est aussi un outil de luttes.“ &#8211; das Netz ist auch ein Mittel des Kampfes, schreiben<br />
                    <a href="http://www.luttes-etudiantes.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die französischen Nachbarn</a> auf ihrer nationalen Koordinierungsseite, die unter anderem in einem Forum eine Plattform zur Diskussion bietet. Bleibt nur noch der Wunsch, dieses Mittel in Deutschland auch auf Bundesebene zu nutzen.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 09.12.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                            <em><br />
                              <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                            </em></p>
<p>                            <em><br />
                              <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                            </em><br />
                            
                          </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                    </p>
<p>
                      <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                    </p>
<ul>
<li>
                        <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#streik"><br />
                          <strong>Dossier Uni-Streik</strong><br />
                        </a>
                      </li>
</ul>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreikbund-shtml-2475/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Gegenseite: Wo bleibt der elektronische Konter?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreikgegenseite-shtml-2549/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreikgegenseite-shtml-2549/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[thanemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uni-Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Landesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenstreik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die studentische Protestwelle rollt, auch im Internet. Wie reagiert die politische Gegenseite auf die digitale Mobilmachung der Studenten?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die studentische Protestwelle rollt, auch im Internet. Wie reagiert die politische Gegenseite auf die digitale Mobilmachung der Studenten?<!--break-->
                    </p>
<p>Berlins Studenten haben das Internet in ihre derzeitigen Proteste fest eingebunden, indem sie ihre Aktionen im Netz koordinieren und die Öffentlichkeit online über ihre Positionen informieren. Aber auch die politischen Institutionen, an die sich die studentischen Proteste richtet – der Berliner Senat, die Regierungsparteien PDS und SPD und die Uni-Präsidenten &#8211; könnten im Kampf um die öffentliche Meinung die ihnen zur Verfügung stehenden elektronischen Informationsmöglichkeiten nutzen.</p>
<p>
                    <strong>Der Berliner Senat</strong><br />
                    <br />Wie reagiert die politische Gegenseite auf die digitale Mobilmachung der Studenten?<br />
                    <br />Die Bemühungen des Berliner Senats, den Studenten elektronisches Paroli zu bieten und ihrerseits die Öffentlichkeit im Netz zu informieren, fallen sehr spärlich aus. Auf dessen<br />
                    <a href="http://www.berlin.de/RBmSKzl/Landesregierung/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a> finden sich lediglich einige Pressemitteilungen. In diesen lässt beispielsweise Finanzsenator Sarrazin die Außenwelt wissen, dass er die Besetzung seines Büros nicht als eine „legitime Form der politischen Auseinandersetzung hält“. Konkrete Informationen oder Stellungnahmen der politisch verantwortlichen Akteure sucht man ebenfalls wie interaktive Beteiligungsformen vergebens.</p>
<p>
                    <strong>Die Regierungsparteien</strong><br />
                    <br />Auf welche Weise setzen sich die Internetauftritte der Berliner Regierungsparteien PDS und SPD mit den Protesten auseinander? Die<br />
                    <a href="http://www.pds-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PDS</a> thematisiert die Studentenproteste in Pressemitteilungen über die Besetzung der Landeszentrale, bezieht in einem Artikel Stellung und veröffentlichte online sogar einen offenen Brief mit den Forderungen der Studenten. An der<br />
                    <a href="http://www.spd-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berliner SPD</a> hingegen scheinen die Proteste spurlos vorüber zu gehen – zumindest, wenn man deren Internetauftritt betrachtet: Dort finden sich weder Pressemitteilungen noch Stellungnahmen oder interaktive Angebote.</p>
<p>
                    <strong>Die Uni-Präsidien</strong><br />
                    <br />Teilweise richten sich die Proteste der Studierenden aber auch gegen ihre eigenen Präsidenten. Ihnen werfen die Studenten vor, sich nicht in genügendem Ausmaß den Kürzungsplänen entgegengesetzt zu haben und die Proteste nicht ausreichend zu unterstützen. Aber auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Berliner Unis, die sich an der Gestaltung der offiziellen Seiten der drei großen Universitäten bemerkbar macht. Während sich der Präsident der Technischen Universität mit den Studenten solidarisiert hat und auch auf der<br />
                    <a href="http://www.tu-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TU-Seite</a> sehr viele Informationen und Links zum Streik zu finden sind, hält sich das Präsidium der Freien Universität eher zurück – dementsprechend dürftig sind auch die Informationen auf der offiziellen<br />
                    <a href="http://www.fu-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FU-Seite</a>.</p>
<p>
                    <strong>Klarer Sieger nach Punkten: Die Studenten</strong><br />
                    <br />Auf dem digitalen politischen Schlachtfeld scheinen die Studenten also klar die Nase vorn zu haben, die politischen Gegner sind dem elektronischen Arsenal der Protestler klar unterlegen.</p>
<p>Das Netz ist fest in studentischer Hand &#8211; allerdings spannt das Internet nur die Fäden. Den Protest-Aktionismus vor Ort kann das Internet nicht ersetzen, denn die wahren „Schlachten“ werden offline, ohne Maus und Modem geschlagen. Dies zeigt auch der letzte Eintrag bei indymedia zur Besetzung des Büros von Finanzsenator Sarrazin: 16 Uhr 42: „Beamte der 23. Einsatzhundertschaft räumen derzeit das Gebäude“</p>
<p>Der Akteur der Gegenseite, der das Informationspotential des Internets am besten erkannt zu haben scheint, ist die Berliner Polizei, denn deren Pressestelle bestätigt gegenüber politik-digital.de, dass auch die Staatsgewalt das Netz nutzt, um Informationen über geplante Protestaktionen zu bekommen: „Wir gucken schon auch rein und informieren uns, wie jeder andere User auch.“<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33" height="16">
<div class="tidy-2">Erschienen am 09.12.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                            <em><br />
                              <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                            </em></p>
<p>                            <em><br />
                              <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                            </em><br />
                            
                          </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                    </p>
<p>
                      <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                    </p>
<ul>
<li>
                        <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#streik"><br />
                          <strong>Dossier Uni-Streik</strong><br />
                        </a>
                      </li>
</ul>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreikgegenseite-shtml-2549/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Windows 68 –Berliner Studentenproteste und das Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreikberlin-shtml-3135/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreikberlin-shtml-3135/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[thanemann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uni-Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Koordination]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Organisation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/netzkampagnenstreikberlin-shtml-3135/</guid>

					<description><![CDATA[Information, Kommunikation und Vernetzung: Das Internet spielt bei der Organisation und Koordination der derzeitigen studentischen Proteste gegen die Bildungspolitik des Berliner Senats eine zentrale Rolle.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Information, Kommunikation und Vernetzung: Das Internet spielt bei der Organisation und Koordination der derzeitigen studentischen Proteste gegen die Bildungspolitik des Berliner Senats eine zentrale Rolle.<!--break--></p>
<p>Die Studenten der Hauptstadt gehen auf die Barrikaden. Besetzte Institute, Großdemonstrationen, Vorlesungen in der U-Bahn, aber auch Straßenblockaden und Gebäudebesetzungen sind die Mittel, mit denen die Studenten versuchen, die Öffentlichkeit auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Ausgehend von der Technischen Universität entstand innerhalb weniger Wochen eine studentische Protestbewegung, die ein breites Spektrum an kreativen Protestformen aufweist.</p>
<p>Wie konnte sich in einer so kurzen Zeit eine solch beachtliche und beachtete Protestbewegung entwickeln? Bei der Beantwortung dieser Frage spielt das Internet eine Schlüsselrolle: Die Mobilisierung der Studenten findet oft online statt, die „Teach-Ins“ der neuen Protestgeneration werden zunehmend in den virtuellen Raum verlegt. Charismatische Führungsfiguren gibt es nicht &#8211; die Studenten im Jahre 2003 haben ihren digitalen Dutschke.</p>
<p>Zwar wurden elektronische Medien auch schon während der letzten großen studentischen Proteste 1997 in Form von<br />
                    <a href="http://www.1zu0.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Protestseiten</a> und Mailinglisten genutzt, doch hat die Einbindung und Bedeutung des Internets bei den derzeitigen Protesten eine neue Dimension erreicht: Es ist inzwischen zu einem unverzichtbaren Instrument der Kommunikation, Organisation und Koordination geworden. Die traditionellen Instrumente und Formen werden durch elektronische Elemente ergänzt, man findet keinen Flyer mehr ohne den Verweis auf eine passende Seite, kaum eine Veranstaltung geht vorüber ohne den Hinweis auf einen entsprechenden E-Mail-Verteiler.</p>
<p>
                    <strong>Wer nutzt das Netz? Die Akteure</strong><br />
                    <br />Das World Wide Web ist für die Belange der Studenten ein ideales Medium: Sie können ihre Aktivitäten dezentral und ohne feste Hierarchien organisieren, das Internet fungiert als Schnittstelle zur Vernetzung verschiedener Akteure auf verschiedenen Ebenen.</p>
<p>Auf der untersten Ebene agieren engagierte Einzelkämpfer, die<br />
                    <a href="http://www.fuyou.tk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streikaufkleber</a> entwerfen, Arbeitsgemeinschaften, die verschiedene<br />
                    <a href="http://www.diebildunggehtbaden.de.vu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aktionen</a> vorbereiten oder Hochschulgruppen wie die<br />
                    <a href="http://www.osi-kritik.de.vu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Osi-Kritik-Gruppe</a>, die sich an ihren jeweiligen Instituten einsetzen. Diese Akteure vernetzen sich auf uniweiten Protestseiten wie der<br />
                    <a href="http://www.streikzentrale.de.vu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FU-Streikzentrale</a> oder auf der berlinweiten Plattform<br />
                    <a href="http://www.allefueralle.tk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.allefueralle.tk</a>. Auf oberster Ebene bemüht man sich derzeit um eine<br />
                    <a href="/edemocracy/netzkampagnen/streikbund.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bundesweite Vernetzung,</a> die sich allerdings noch in den Anfängen befindet.</p>
<p>
                    <strong>Wie wird das Netz genutzt? Die Formen</strong><br />
                    <br />Das Internet wird in all seinen Ausprägungen und technischen Möglichkeiten genutzt.<br />
                    <br />Die wichtigsten Instrumente sind hierbei Webseiten, Diskussionsforen und E-Mail-Verteiler, deren Anzahl und Nutzung in den letzten Wochen enorm angestiegen ist. Neben diesen herkömmlichen Kommunikations- und Informationskanälen werden außerdem neueste Internet-Technologien wie<br />
                    <a href="http://www.streik2003.tk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblogs</a> genutzt.</p>
<p>
                    <strong>Wofür wird das Netz genutzt? Die Inhalte</strong><br />
                    <br />Die elektronische Kommunikationstechnik dient den Studenten in erster Linie der Kommunikation und Information nach innen, also zur Vorbereitung und Koordination der Protestaktionen. Bei den dabei entstehenden Diskussionen zeigt das Internet sein demokratisches Potenzial, denn in den E-Mail-Verteilern werden hitzige Debatten geführt, längst gibt es mit<br />
                    <a href="http://www.streik2003.tk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.streikkritik.de.hm</a> auch eine Website, die sich kritisch mit den Protestformen und Forderungen auseinandersetzt.</p>
<p>Die Mobilisierung per Internet funktioniert mit Hilfe von digitalen<br />
                    <a href="http://asta.tu-berlin.de/streik/index.php?m=stundenplan&amp;a=index" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streikkalendern</a>, in welchem man sich informieren kann, wo welche Aktion stattfindet und an wen man sich wenden kann.</p>
<p>Aber nicht nur bei der Vorbereitung, sondern auch bei der Durchführung der Protestaktionen erweist sich das Netz als ideales, da ständig aktuelles Medium. Reale Protestaktionen werden meist parallel im Netz durch eine öffentlichkeitswirksame virtuelle Aktion begleitet. So wurden die Professorenlehrstühle, die im Rahmen einer öffentliche Protestaktion bei der Neueröffnung einer Ikea-Filiale „<br />
                    <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/geld/0,1518,275885,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gestrichen</a>“ wurden, anschließend zur<br />
                    <a href="http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&amp;item=2362808876&amp;category=38200" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Versteigerung</a> beim Auktionshaus Ebay angeboten.</p>
<p>Notfalls wird die digitale Infrastruktur auch zu einer schnellen Mobilisierung genutzt, wie folgender Hilferuf auf<br />
                    <a href="http://www.de.indymedia.org/bildung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">indymedia</a> während einer Besetzungsaktion am 28.11 zeigt:<br />
                    <br />14.00 Uhr: „Gerade wurde das Büro des Finanzsenators Thilo Sarrazin besetzt. Hilfe benötigt“.<br />
                    <br />Die Antwort folgt prompt um 14.47: „Solidarität! Wir kommen mit Stullen und Bier!“ Auch bei der Nachbereitung und der Analyse der Protestaktionen findet das Internet seine Anwendung in Form von<br />
                    <a href="http://www.jan.spline.de/forum/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskussionsforen</a> und<br />
                    <a href="http://asta.tu-berlin.de/streik/index.php?m=presse&amp;a=index" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pressespiegeln</a> . Neben dieser Kommunikation nach innen versuchen die Studenten aber auch, Informationen und ihre Positionen online nach außen zu tragen, indem sie Pressemitteilungen, Bilder und andere Materialien zum Download anbieten. Hierfür wurde sogar eigens eine<br />
                    <a href="http://www.streikmedia.net.ms" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Streikmedia</a>-Seite ins Leben gerufen.</p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33" height="16">
<div class="tidy-2">Erschienen am 09.12.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                            <em><br />
                              <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                            </em></p>
<p>                            <em><br />
                              <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                            </em><br />
                            
                          </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                    </p>
<p>
                      <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                    </p>
<ul>
<li>
                        <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#streik"><br />
                          <strong>Dossier Uni-Streik</strong><br />
                        </a>
                      </li>
</ul>
<p>                    <!-- Content Ende --></p>
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		<title>streikzentrale.de &#8211; kreatives Chaos</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uni-Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich bau mir eine Kampagnen-Website für den Uni-Streik. Wie Berliner Studierende das Netz für sich entdecken und versuchen, dass kreative Chaos zu beherrschen. Und das mit wenig Geld.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bau mir eine Kampagnen-Website für den Uni-Streik. Wie Berliner Studierende das Netz für sich entdecken und versuchen, dass kreative Chaos zu beherrschen. Und das mit wenig Geld.<!--break--><br />
                    </p>
<p>„Es ist kurz nach 3.00 Uhr, ich bin müde, bis morgen.“ So endet der Empfangstext auf der Homepage der Streikzentrale der FU vom 20.11., dem Tag, an dem nach der Technischen Universität Berlin und der Humboldt-Universität Berlin auch an der Freien Universität Berlin der Streik beschlossen wurde. Lange saßen sie zusammen am Abend nach der Vollversammlung (VV), ca. 15 Studenten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen, und am Ende hatten sie die „Streikzentrale“ ins Leben gerufen, eine Domain gesichert und die Homepage zum Streik an der FU gelauncht – und damit ein Forum, ohne den der Protest gegen Sparmassnahmen und Bildungsabbau an der FU kaum seine aktuellen Ausmaße angenommen hätte.</p>
<p>
                    <strong>Kompliziert ohne Internet</strong><br />
                    <br />Mittlerweile läuft beinahe die gesamte Organisation der studentischen Proteste über die<br />
                    <a href="http://www.streikzentrale.de.vu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internetseite der Streikzentrale</a>. Das Team kümmert sich um die Veröffentlichung der wichtigsten Termine, bietet Links und Kontakte zu den über zwanzig seit Streikbeginn gegründeten AG’s und postet „Hilferufe“ zur Unterstützung einzelner Aktivitäten. Die Resonanz unter den Studierenden, Streikbefürwortern wie –ablehnern, ist gewaltig. „Wir bekommen ca. 200-300 Mails am Tag, in Stoßzeiten und nach wichtigen VV-Entscheidungen bis zu 100 pro Stunde,“ berichtet Lars. Gemeinsam mit ein paar Mitstreitern hat er den Keller im AStA-Haus zum Büro der Streikzentrale umfunktioniert und stellt sich hier nicht nur der eMailflut, sondern auch den persönlichen Anfragen der Studis. Der Geschichtsstudent bezeichnet sich selbst als „Bastler“ ohne großartige Vorkenntnisse – weder, was das Navigieren im Internet, noch was den Streik im Allgemeinen betrifft. Die letzte Streikwelle 1997/98 hat knapp vor seiner Zeit stattgefunden. „Ich weiss nicht, wie die das früher gemacht haben ohne Internet – muss aber ganz schön kompliziert gewesen sein!“</p>
<p>
                    <strong>Was kommt ins Netz?</strong><br />
                    <br />Auch Timo, der neben Lars sitzt und das ständig klingelnde Telefon beantwortet, macht das alles zum ersten Mal. Eigentlich studiert er Islamwissenschaften, Ethnologie und indische Geschichte. Seit über einer Woche ist er nun Mitglied im KoKo (Koordinierungs-Kollektiv), verbringt jeden Tag im AStA-Keller und versucht, den ständig wachsenden Streikstundenplan zu aktualisieren. Besonders wichtig ist dabei die Vernetzung der AG-Mitglieder. „Nur bei den Besetzer-AG’s geben wir keine eMail-Adressen oder Telefonnummern an.“ Schließlich wisse man nie, wer mitlese – alle Anwesenden aber sind sich sicher, dass die Studierenden nicht die Einzigen sind, die von der Homepage Gebrauch machen. „Zuerst wollten wir Aufrufe zur Besetzung nicht ins Netz stellen, jetzt haben wir uns aber dafür entschieden,“ kommentiert Lars. Seitdem sind auf der Homepage Meldungen zu lesen wie: „25.11.: Das Büro des Wissenschaftssenators Flierl wurde besetzt. Die besetzenden Studenten sind über das Büro der Senatsverwaltung unter der Nummer 9 022 8200 erreichbar.“</p>
<p>
                    <strong>Service und Kommunikation lernen</strong><br />
                    <br />Neben dem täglichen Newsletter kümmert sich das Team der Streikzentrale auch um das moderierte Forum der Homepage. Bislang mussten sie allerdings nicht einschreiten. „Das würden wir nur bei expliziten Gewaltaufrufen tun!“</p>
<p>Nur mit Hobbywissen lässt sich eine Homepage mit 30 000 Hits in den ersten 10 Tagen nur schwer betreuen. Lars und Timo sind deshalb froh, vor kurzem fachliche Unterstützung von den FU-Informatikern erhalten zu haben. Einer vom ihnen, Maximilian, hockt als dritter Mann im AStA-Keller und hat am Wochenende zwei Tage und Nächte am neuen Interface der Homepage gearbeitet. Bei soviel Engagement kommt auch der Lerneffekt nicht zu kurz: „Hier lernt man einiges, was an der Uni nicht auf dem Stundenplan steht!“ meint Maximilian. Die FU-Aktivitäten sind mittlerweile gut miteinander verknüpft – nur an der uni-übergreifenden, landes- und bundesweiten Vernetzung mangelt es auch auf der Seite der Streikzentrale. „Wir sind im Moment einfach überlastet“, entschuldigt sich Lars und hofft, dass sich nach der nächsten Vollversammlung ein paar Freiwillige einfinden. Bis dahin wird er mit Timo und Maximilian im verrauchten AStA-Keller sitzen und das kreative Chaos weiterspinnen – wenn nötig, wieder bis kurz nach 3:00 Uhr morgens.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 09.12.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                            <em><br />
                              <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                            </em></p>
<p>                            <em><br />
                              <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                            </em><br />
                            
                          </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                    </p>
<p>
                      <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                    </p>
<ul class="noindent">
<li>
                      <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#streik"><br />
                        <strong>Dossier Uni-Streik</strong><br />
                      </a><br />
                      <!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Uni-Streik in Hessen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uni-streik/netzkampagnenstreik-shtml-3019/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[nhaenel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2003 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uni-Streik]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Koordination]]></category>
		<category><![CDATA[Studenten]]></category>
		<category><![CDATA[Studentenstreik]]></category>
		<category><![CDATA[Landesregierung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Proteste der Studierenden, die von Kürzungen betroffen sein werden, lassen nicht nach. Das Internet spielt eine zentrale Rolle bei der Organisation der Aktionen. Auch ein Weblog wird eingesetzt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Proteste der Studierenden, die von Kürzungen betroffen sein werden, lassen nicht nach. Das Internet spielt eine zentrale Rolle bei der Organisation der Aktionen. Auch ein Weblog wird eingesetzt.<!--break--><br />
                    </p>
<p>Der Streik der Hochschulen geht in die nächste Runde. Viele hessische Unis werden bereits seit Anfang November von den Studierenden bestreikt. Die Aktionen, die seitdem durchgeführt werden, verfolgen in erster Linie das Ziel, die „<br />
                    <a href="http://www.operation-sichere-zukunft.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Operation Sichere Zukunft</a>“ anzuprangern. Ein Gesetzespaket der hessischen Landesregierung unter Leitung des Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) will mit Einsparungen im Sozial- und Bildungsbereich eine Milliarde Euro im Haushalt 2004 einsparen.</p>
<p>
                    <strong>Uni als Geldquelle</strong><br />
                    <br />Die Hochschulen und Studierenden sind in zweierlei Hinsicht von diesem Gesetz betroffen. Einerseits sieht das Gesetz vor, 30 Millionen Euro an den hessischen Hochschulen einzusparen. Kritiker befürchten, dass auslaufende Dozentenstellen nicht neu besetzt werden können und sich dadurch die Studiensituation verschlechtern würde. Weiterhin sollen ab dem nächsten Jahr Verwaltungsgebühren für alle Studierenden und Studiengebühren für Langzeitstudierende eingeführt werden, welche durch das Studienguthabengesetz (<br />
                    <a href="http://www.hmwk.hessen.de/aktuelles/auszug_zsg_entwurf_stugug.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pdf</a>) legitimiert werden sollen, das Teil der „Operation Sichere Zukunft“ ist.</p>
<p>
                    <strong>Ausnahmezustand in Marburg</strong><br />
                    <br />Nach der 2. Lesung zum Gesetz am 27.11.2003 fanden an vielen Hochschulen Vollversammlungen statt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Studierenden haben zusammen mit der Studierendenvertretung (AstA) den universitären Ausnahmezustand beschlossen. An einzelnen Streiktagen werden mit Rotationsstreiks medienwirksame Aktionen durchgeführt, die den Blick auf den 16.12.2003 lenken sollen, der Tag, an dem die dritte Lesung des Gesetzes stattfinden wird..</p>
<p>
                    <strong>Das Internet als Knotenpunkt</strong><br />
                    <br />Die Studierenden nutzen das Internet als Medium, um ihre Aktionen zu planen und zu koordinieren, auch wenn die Aktionen zum Großteil „offline-Charakter“ haben. Am Freitag, den 5.12., findet in der Festhalle in Frankfurt die Auslosung der Begegnungen der Fußball WM 2006 durch die FIFA statt. Ministerpräsident Roland Koch wird ebenfalls an dieser Veranstaltung teilnehmen. Um das große Medienaufgebot dieser Veranstaltung für sich zu nutzen, haben die Studierenden zu einer Demo vor der Festhalle aufgerufen. Die Koordination zwischen den Unis in Hessen läuft fast ausschließlich über das Internet.</p>
<p>Die Koordination der über 70 Aktions- und Planungskreise in Marburg läuft über die Website<br />
                    <a href="http://www.education-project.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.education-project.de</a>. Die von Studierenden entworfene und geleitete Site enthält Informationen zu anstehenden Aktionen, die Möglichkeit, mit anderen Interessierten zu chatten und ein Forum, in dem die neusten Termine und Vorschläge ausgetauscht werden können. Diese Form der Vernetzung ermöglicht es, viele Studierende kurzfristig zu mobilisieren und so auch spontane Aktionen zu koordinieren. Außerdem bietet die Site viele Hintergrundinformationen zum Gesetz, den Aktionen anderer Universitäten und den Stellungnahmen der hessischen Landesregierung.</p>
<p>Eine weitere Form der Interaktivität bietet das Weblog (Online-Tagebuch)<br />
                    <a href="http://protest.blogger.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://protest.blogger.de/</a>. Dort findet der Interessierte neben Artikeln zum Thema Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen auch eine ausführliche Linksammlung. Weiterhin können dort eigene Artikel veröffentlicht werden.</p>
<p>Die Regierung reagiert<br />
                    <br />Die Landesregierung hat ihrerseits ebenfalls reagiert und bietet seit kurzem auf ihrer<br />
                    <a href="http://www.hessen.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> Informationen zum Studienguthabengesetz an. Wer allerdings auf der Seite<br />
                    <a href="http://www.operation-sichere-zukunft.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.operation-sichere-zukunft.de</a> hofft, sich mit anderen Interessierten austauschen zu können, wird leider enttäuscht. Das Forum auf der Site ist der einzige Menüpunkt, der nicht mit Inhalt hinterlegt ist.<br />
                    </p>
<table cellpadding="2" width="146" border="0">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">Erschienen am 03.12.2003</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="2" width="390" border="0">
<tbody>
<tr>
<td align="middle">
                            <em><br />
                              <a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
                            </em></p>
<p>                            <em><br />
                              <a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
                            </em><br />
                            
                          </td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" width="390" noshade="noshade" size="1" />
                    </p>
<p>
                      <strong>Weiterführende Artikel:</strong>
                    </p>
<ul class="noindent"></ul>
<p>
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#streik"><br />
                      <strong>Dossier Uni-Streik</strong><br />
                    </a><br />
                    <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/index.shtml#streik"></a><br />
                    <!-- Content Ende --></p>
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