<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Virtueller Parteitag &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/category/virtueller-parteitag/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Virtueller Parteitag &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Pixel Parteitage: die Parteien öffnen sich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/pixel_parteitage_die_parteien_oeffnen_sich-699/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/pixel_parteitage_die_parteien_oeffnen_sich-699/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[ehebecker]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Virtueller Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/pixel_parteitage_die_parteien_oeffnen_sich-699/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Die Parteien haben das Netz entdeckt und zwar nicht mehr nur als Informationsinstrument oder Wahlkampfplattform,
sondern zur Organisation parteiinterner Prozesse.
<!--Hatte sich die SPD durch ihren virtuellen Ortsverein bereits frühzeitig einen Vorsprung erarbeitet und wähnt sich bereits auf dem Weg zur Netzwerkpartei [http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,99300,00.html], nutzen mittlerweile alle Parteien interne Netzwerke und Foren zur Information, Kommunikation und Partizipation ihrer  Mitglieder.
-->
Im Rennen um das Prädikat der führenden &#34;Internet-Partei&#34; Deutschlands wird jetzt mit virtuellen Parteitagen die
nächste Runde eröffnet. Sie sollen neue Partizipationschancen für die Mitglieder und mehr Transparenz für die
beobachtende Öffentlichkeit bieten - und vor allem zeigen, wie offen die Parteien den Neuen Medien gegenüber stehen.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Die Parteien haben das Netz entdeckt und zwar nicht mehr nur als Informationsinstrument oder Wahlkampfplattform,<br />
sondern zur Organisation parteiinterner Prozesse.<br />
<!--Hatte sich die SPD durch ihren virtuellen Ortsverein bereits frühzeitig einen Vorsprung erarbeitet und wähnt sich bereits auf dem Weg zur Netzwerkpartei [http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,99300,00.html], nutzen mittlerweile alle Parteien interne Netzwerke und Foren zur Information, Kommunikation und Partizipation ihrer  Mitglieder.
--><br />
Im Rennen um das Prädikat der führenden &quot;Internet-Partei&quot; Deutschlands wird jetzt mit virtuellen Parteitagen die<br />
nächste Runde eröffnet. Sie sollen neue Partizipationschancen für die Mitglieder und mehr Transparenz für die<br />
beobachtende Öffentlichkeit bieten &#8211; und vor allem zeigen, wie offen die Parteien den Neuen Medien gegenüber stehen.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Den Anfang macht in diesen Tagen der als technisch innovativ bekannte Südwesten der Republik: Sowohl die CDU als<br />
auch die Grünen veranstalten in Baden-Württemberg ihre ersten so genannten &#8216;Internet-Parteitage&#8217;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dabei sind die beiden Parteitage nicht direkt miteinander zu vergleichen: Während die CDU bereits die vorbereitende<br />
Diskussion von vier Teilfragen des <a href="http://www.cdu.de/kongress/einladung-201100-page.htm">kleinen bildungspolitischen<br />
Parteitags</a> am 20. November in Stuttgart im Mitgliedernetz als &quot;Internet-Parteitag&quot; feiert, ziehen Bündnis90/Die Grünen<br />
in Baden-Württemberg gleich mit ihrem kompletten <a href="http://www.virtueller-parteitag.de/">Landesparteitag</a> vom<br />
24.11. bis 3.12.2000 in den Cyberspace.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Im Vorfeld hatte die CDU eine Woche lang vier Fragen zu Studiengebühren, Abitur nach zwölf Jahren, Fremdsprachen-<br />
und islamischem Religionsunterricht, die sich eng an der Antragslage des Parteitags orientierten, zur Diskussion und<br />
Abstimmung in das Mitgliedernetz gestellt. Mit einem Abstimmungsergebnis von 57% zu 43% fand sich dort beispielsweise<br />
eine Mehrheit zugunsten der Einführung von <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/islamunterricht.doc">islamischem Religionsunterricht</a>.<br />
Damit folgte die Mehrheit den <a href="http://www.cdu.de/projekt21/indx_ltb.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leitsätzen</a>,<br />
die von der Bildungspolitischen Parteikommission unter dem Vorsitz von Annette Schavan<br />
erstellt und durch den Parteivorstand zur Beschlussfassung eingebracht worden waren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Beim Thema <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/studiengebuehren.doc">Studiengebühren</a> votierten jedoch 56% der virtuellen Vorkoster<br />
für ein gebührenfreies Erststudium innerhalb der Regelstudienzeit und widersetzen sich damit der Leitlinie von<br />
Kommission und Vorstand. Sie wollten zumindest zuerst prüfen, ob Gebühren unter der Voraussetzung der<br />
Sozialverträglichkeit zur Verbesserung der Qualität von Studium und Lehre beitragen könnten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Es verwundert also kaum, wenn die stellvertretende CDU-Parteichefin und Bildungsexpertin Schavan das Projekt eines<br />
Internet-Parteitags als innovativ und richtungweisend, das Ergebnis aber als nicht repräsentativ qualifiziert. In<br />
der Tat liegt die Vermutung nahe, dass sich unter den rund 400 Teilnehmern der Diskussion und Abstimmung zumeist<br />
jüngere CDU Anhänger verbergen. Angesichts dieser geringen Teilnehmerzahlen liegt der CDU noch ein steiniger Weg<br />
zur führenden virtuellen Partei bevor &#8211; ungeachtet des apostrophierten &quot;Bildungsvorsprungs für Deutschland&quot; unter<br />
dem der reale Parteitag firmierte.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/ergebnisse.doc">Ergebnisse</a> der Diskussion und Abstimmung im Netz<br />
wurde den 106 Delegierten in Stuttgart zwar nur zur Kenntnisnahme vorgelegt, stimmten aber in ihrem Votum<br />
weitestgehend mit den per Handzeichen eingeholten Beschlüssen überein. Und das sogar bei dem offenen Streitthema der<br />
Studiengebühren, weil sich zeigte, dass gegenwärtig weder die &quot;virtuelle&quot; noch die &quot;reale&quot; Partei gewillt ist, in<br />
diesem Punkt dem angestrebten Kurs des Vorstandes zu folgen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Bündnis-Grünen befinden sich hingegen auf der Überholspur der politischen Datenautobahn. Vom Zuhören, Mitreden,<br />
über das <a href="http://www.virtueller-parteitag.de/wie/antragen.html">Antragstellen</a> bis zum<br />
<a href="http://www.virtueller-parteitag.de/wie/abstimmen.html">Abstimmen</a> gelten für den virtuellen Parteitag<br />
soweit wie möglich &quot;ganz analog sämtliche Regeln, Vorschriften und Vereinbarungen, die auch für den kleinen<br />
Parteitag (Landesausschuss) von Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg gelten&quot;. Für Mitglieder, versteht sich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit der Ausrichtung des weltweit ersten ordentlichen Parteitages im Internet wollen Bündnis 90/Die Grünen einen<br />
Beitrag zur Diskussion um die Weiterentwicklung der Demokratie leisten. Dabei wollen sie nicht nur über die Chancen<br />
und Risiken der Neuen Medien reden, sondern diese auch erproben und im wahrsten Sinne des Wortes selbst erfahren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dies kommt beispielweise durch die Konzipierung einer sicheren Verfahrensweise durch die Trennung von Diskussion und<br />
Abstimmung auf zwei Servern zum Ausdruck. Die Vorteile liegen in den Augen der Grünen jedenfalls auf der Hand: &quot;Während<br />
auf einem regulären Parteitag die Diskussionen hintereinander stattfinden, werden die Themen auf dem virtuellen<br />
Parteitag gleichzeitig behandelt. Während ein regulärer Parteitag an einem Ort stattfindet, ist beim virtuellen<br />
Parteitag eine Teilnahme von jedem Ort der Erde möglich &#8211; Internetanschluss vorausgesetzt. Darüber hinaus gibt es<br />
keine Redezeitbegrenzung, kein Losverfahren bei der Auswahl der Redebeiträge &#8211; jede und jeder kann sooft mitreden<br />
wie er oder sie will.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Unter diesen Vorraussetzung werden auf die virtuelle Parteitagsregie noch ungeahnte Herausforderungen der Moderation<br />
und Strukturierung zukommen &#8211; ganz zu schweigen von den großen Fragen, ob die Technik und die digitalen Delegierten<br />
mitspielen. Jedenfalls wird man im Netz vor realen Farbbeuteln sicher sein &#8211; wie virtuelle Wurfgeschosse aussehen und<br />
was sie beim System-Administrator anrichten können, bleibt abzuwarten. Flecken auf dem Anzug werden es allerdings nicht<br />
sein.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/pixel_parteitage_die_parteien_oeffnen_sich-699/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#034;Der erste virtuelle Parteitag weltweit!&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/der_erste_virtuelle_parteitag_weltweit-700/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/der_erste_virtuelle_parteitag_weltweit-700/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Virtueller Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Mausch]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/der_erste_virtuelle_parteitag_weltweit-700/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
Der Südwesten marschiert voran: Der Landesverband Baden-Württemberg veranstaltet vom 24.
November bis zum 3. Dezember den ersten virtuellen Parteitag der Bündnisgrünen, womöglich
den ersten dieser Art überhaupt. politik-digital sprach mit dem verantwortlichen
Projektleiter Marc Mausch über die Hintergründe.</span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Der Südwesten marschiert voran: Der Landesverband Baden-Württemberg veranstaltet vom 24.<br />
November bis zum 3. Dezember den ersten virtuellen Parteitag der Bündnisgrünen, womöglich<br />
den ersten dieser Art überhaupt. politik-digital sprach mit dem verantwortlichen<br />
Projektleiter Marc Mausch über die Hintergründe.</span></span><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Ist der virtuelle Parteitag der Grünen eine deutsche Premiere?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Meines Wissen nach ist das der erste virtuelle Parteitag weltweit.<br />
Die Frage ist natürlich immer, was ist eine Premiere, für den virtuellen Parteitag gibt<br />
es ja keine festgelegte Definition. Es gab kürzlich eine Meldung, in der jemand anderes<br />
behauptete, den ersten virtuellen Parteitag durchzuführen, nämlich die CDU, die aber im<br />
wesentlichen nichts anderes gemacht hat, als ein Diskussionsforum zu veranstalten, welches<br />
nicht einmal öffentlich war. Nach dieser Definition veranstalten die Grünen schon seit vier<br />
Jahren virtuelle Parteitage. Diesmal haben wir gewählte Delegierte, wir haben eine<br />
Öffentlichkeit, wir haben eine Beschlussfassung, die rein elektronisch funktioniert &#8211;<br />
ich glaube das kann man schon einen virtuellen Parteitag nennen.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gab es Vorbilder bei der Konzeption?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Da muss man klar zwischen der elektronischen Komponente und den<br />
demokratischen Inhalten einer solchen Veranstaltung unterscheiden: Die eigentliche Wahl,<br />
die wir hier durchführen, ist ja nur eine Elektrifizierung der klassischen Demokratie.<br />
Vorbilder sind in diesem Bereich die Versuche in Köln mit Wahlcomputern, Ideen kamen<br />
auch vom Internetbanking her.<br />
Bezüglich der inhaltlichen Ebene, also den Diskussionsforen und der Meinungsbildung kann<br />
man den Bereich des Telelearnings als Vorbild zitieren. Die eigentliche Herausforderung<br />
war, den virtuellen Universitätsbereich und die technischen Vorbilder auf die Demokratie<br />
anzuwenden und hierfür gab es kein Vorbild<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Die Grünen haben das Thema IT<br />
in letzter Zeit verstärkt behandelt: wie sah die innerparteiliche Bereitschaft aus,<br />
einen virtuellen Parteitag durchzuführen?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Die Grundstimmung war von Anfang an sehr positiv. Dann wurde das<br />
Thema mit dem grünen-eignen Skeptizismus behandelt und auf die Sicherheit und auf die<br />
tatsächlichen Partizipationselemente geprüft. Der Wille war aber in jedem Fall vorhanden.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie sieht es mit der Beteiligung aus?<br />
In den offenen Foren kann ja jeder mithören, in den Diskussionsrunden können die<br />
Delegierten mit Passwort teilnehmen. Glauben Sie, dass diese Angebote wahrgenommen werden?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Im Vorfeld haben viele auch nicht-Parteimitglieder gesagt, dass<br />
sie auf jeden Fall mal reinschauen. Die Resonanz an der Basis war sehr positiv, die<br />
Ortsverbände waren geradezu begeistert, jetzt auch mal mitreden zu können.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sind denn bei den Grünen genügend<br />
Mitglieder mit einem Internetanschluss ausgerüstet?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Die Computerdurchdringung ist bei den Grünen traditionell hoch.<br />
Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Für viele war das aber auch ein Anlass, sich jetzt<br />
mit dem Medium auseinander zu setzten. Wir können allerdings nicht ganz ausschließen,<br />
dass das ein oder andere Mitglied außen vor bleibt. Bei den Delegierten haben wir<br />
vor allem darauf geachtet, dass sie sich für die Themen des Parteitags interessieren.<br />
Bei denjenigen, wo die Infrastruktur nicht vorhanden ist, schlagen wir dann die Brücke<br />
zur Technik: entweder es können Computer in den Kreisverbänden genutzt werden oder in<br />
Ausnahmefällen auch Computer geleased werden.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sie bringen also nicht nur den<br />
Parteitag online sondern auch die Grünen ans Netz. Wie sieht es mit dem rechtlichen<br />
Rahmen aus? Ist das System der Abstimmung wasserdicht?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Vom Sicherheitskonzept her haben wir eine ganz klare Trennung<br />
zwischen dem kritischen und dem weniger kritischen Teil gemacht, das hat auch<br />
finanzielle Gründe. Der kritische Teil ist derjenige, in dem die Abstimmung stattfindet.<br />
Dieser Bereich ist sicher. Der Teil, in dem diskutiert wird, ist nur formal gesichert,<br />
die Passwörter werden teilweise per email ausgegeben, die Verschlüsselung ist ziemlich<br />
niedrig. Sollte hier jemand den Parteitag &quot;knacken&quot; dann ist das so, als ob das<br />
Rednerpult gestürmt würde, also nicht richtig gefährlich. Wichtig ist: Wo die Position<br />
festgeklopft wird, haben wir Software genommen, die in weiten Teilen identisch ist<br />
mit den Sicherheitsmodulen, die es beim Internetbanking gibt. In diesem Bereich ist<br />
es zum Beispiel aus Sicherheitsgründen den Kreisverbänden nicht möglich, die Delegierten<br />
per email anzumelden. Also genau andersherum als früher: da wurde per email angemeldet<br />
und dann zum Parteitag gereist, heute erfolgt die Anmeldung  mit der Post und der<br />
Parteitag findet im Netz statt. Die Sicherheitsstufe ist vergleichbar mit der von<br />
Media@Komm, wir setzen aber keine Kartenlesegeräte ein, das wäre zu aufwendig. Auf<br />
den Punkt gebracht: Das Sicherheitsniveau bewegt sich zwischen Media@Komm und<br />
Internetbanking.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wird mit dem Parteitag ein Exempel<br />
statuiert? Werden die Grünen in Zukunft auch ihre Bundesparteitage ins Netz verlegen?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Wenn das so endet, wie es angefangen hat, dann wird es sicherlich<br />
weitere virtuelle Parteitage geben. Wir werden dann die Satzung ändern müssen. Es ist<br />
aber kein festgelegter Plan, zunächst wollen wir die Ergebnisse abwarten und sehen in<br />
welcher Form diese Art Parteitage die herkömmlichen ergänzen kann. Der Entscheidungsstau<br />
kann mit solchen Methoden verringert werden, mittelkritische Entscheidungen könnten<br />
zeitsparend auf virtuellen Parteitagen getroffen werden. Die Tools können darüber hinaus<br />
ja auch für Landes- oder Bundesarbeitsgemeinschaften angewandt werden.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Ist der Hintergrund Transparenz<br />
und Partizipation oder soll viel mehr das Medium Internet stärker als grünes Thema<br />
besetzt werden?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Es geht insgesamt darum, die Parteiarbeit effektiv zu formen.<br />
Es gibt im wesentlichen drei Aspekte: einmal den medialen Effekt, zum zweiten<br />
wird die Parteiarbeit effizienter, die Mitglieder können sich besser untereinander<br />
abstimmen wenn sie die Medienkompetenz besitzen. Der dritte Punkt ist der politische<br />
Aspekt. Internettechnik ist ja kein fachpolitisches Thema, sondern hat Auswirkungen<br />
auf alle Bereiche. Der virtuelle Parteitag ist daher auch ein didaktisches Mittel,<br />
damit unsere Parteimitglieder sich inhaltlich politisch mit dem Thema Internet<br />
beschäftigen. Gemeinsam mit den diversen Veranstaltungen der letzen Wochen zur<br />
Internettechnologie ergeben sich da Synergieeffekte. Die Partei hat einen Crashkurs<br />
in Computertechnologie absolviert und kann nun bis in die Ortsverbände hinein aus<br />
eigener Erfahrung heraus Politik über dieses Thema machen.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Ein Aspekt auf der Seite ist ja<br />
das Ziel, die grüne Politik transparent zu machen.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Das ist auch eine wichtige Chance, die Transparenz von<br />
politischen Abläufen gehört aber von je her zum Profil der Grünen. Von daher war<br />
für uns die Nutzung der Technologie durch die Mitglieder der Hauptmotor. Die<br />
elektronische Bürgerdemokratie wollen wir zunächst innerparteilich testen, bevor<br />
wir sie im Parlament fordern.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wird es diese Forderung konkret geben?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> Wir befinden uns hier in der Phase der Meinungsfindung. Dieser<br />
Parteitag ist auch mit ein Mittel, um das sachkundiger beurteilen zu können. Wir sind<br />
ja auch selber Forschungsobjekt in diesem speziellen Fall. Wichtig ist, das wir eine<br />
zeitliche Begrenzung haben und sich dadurch die Möglichkeit bietet, den Parteitag<br />
wissenschaftlich zu betreuen und aufzubereiten.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie viele Leute kommen zu einem<br />
normalen Parteitag?<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Marc Mausch:</b> 7000 Mitglieder haben rein theoretisch den Zugang. In der Regel<br />
kommen bei &quot;normalen&quot; Parteitagen außer den Delegierten zwischen 20 und 100 Mitglieder.<br />
Wir hoffen, dass es beim virtuellen Parteitag einige mehr sein werden.<br />
</span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Mausch, wir bedanken uns<br />
für das Gespräch.<br />
</span></span></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/der_erste_virtuelle_parteitag_weltweit-700/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#034;Online-Parteitage sind mehr als Marketing&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/online_parteitage_sind_mehr_als_marketing-701/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/online_parteitage_sind_mehr_als_marketing-701/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Christoph Bieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Virtueller Parteitag]]></category>
		<category><![CDATA[Till Westermayer]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Grüne]]></category>
		<category><![CDATA[Baden-Württemberg]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/online_parteitage_sind_mehr_als_marketing-701/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">
Nicht nur die Parteien, auch die Sozialwissenschaftler
variieren ihre Kommunikationsformen. Der politik-digital-Autor
Christoph Bieber, Politologe, diskutierte via eMail
mit dem Soziologen Till Westermayer über den Internet-Parteitag
der Bündnisgrünen im Ländle.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Nicht nur die Parteien, auch die Sozialwissenschaftler<br />
variieren ihre Kommunikationsformen. Der politik-digital-Autor<br />
Christoph Bieber, Politologe, diskutierte via eMail<br />
mit dem Soziologen Till Westermayer über den Internet-Parteitag<br />
der Bündnisgrünen im Ländle.</span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Mit der Durchführung eines &quot;Virtuellen Parteitags&quot; setzt der grüne<br />
Landesverband Baden-Württemberg ein deutliches Signal in Richtung Internet. Für gut zwei<br />
Wochen diskutieren die Delegierten mit den Mitgliedern auf der eigens eingerichteten<br />
Website <a href="http://www.virtueller-parteitag.de/">www.virtueller-parteitag.de</a>, bevor<br />
es dann zur digitalen Abstimmung &#8211; auch dies eine Neuerung &#8211; kommen wird. Der Versuch,<br />
politisches Internet-Neuland zu erkunden, ruft nicht nur Politik und Medien auf den Plan,<br />
auch die Wissenschaft wirft ein interessiertes Auge auf die Vorgänge im Netz.<br />
politik-digital-Autor Christoph Bieber führte kurz vor dem Start des Online-Parteitags<br />
eine eMail-Korrespondenz mit <a href="http://www.westermayer.de/till">Till Westermayer</a>,<br />
der das politische Netzereignis ins Zentrum seiner wissenschaftlichen Abschlussarbeit<br />
gestellt hat.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie kommt man dazu, einen<br />
Virtuellen Parteitag zum Thema einer Magisterarbeit zu machen? Ruft das nicht Stirnrunzeln<br />
bei den Prüfern hervor?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Politik im Internet hat mich schon immer interessiert,<br />
und als ich dann die Möglichkeit gesehen habe, zu einem ganz konkreten, spannenden<br />
Politikprojekt im Netz meine Magisterarbeit zu schreiben, wusste ich: das ist es. Und<br />
meine Prüferin war nach einem ersten Gespräch auch gleich bereit, das Thema zu betreuen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wer nimmt denn die Prüfung ab und<br />
in welcher Disziplin ist es?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Ich schreibe meine Magisterarbeit im Studiengang<br />
Soziologie an der Uni Freiburg; betreut werde ich dabei von Prof. Nina Degele, die neben<br />
der allgemeinen Soziologie und der qualitativen Methodik in Freiburg auch für die Gender<br />
Studies zuständig ist.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie kann man eine solche<br />
Veranstaltung überhaupt wissenschaftlich begleiten?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Da gibt es ganz unterschiedliche Zugänge. Ich werde mir<br />
vor allem anschauen, wie die Nutzerinnen und Nutzer den virtuellen Parteitag im Vergleich<br />
zu einem echten Parteitag wahrnehmen, und wie sich das Medium Internet auf das Verhältnis<br />
zwischen &quot;Funktionären&quot; und &quot;Basis&quot; und auf das<br />
Geschlechterverhältnis auswirkt. Andere Projekte befassen sich stärker mit<br />
politikwissenschaftlichen Aspekten oder mit Besonderheiten der Kommunikationsformen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Welche Art von &quot;Daten&quot;<br />
fällt denn dabei an? Nimmt man &#8211; quasi als Ethnologe &#8211; am Online-Geschehen teil und<br />
berichtet dann über die Eigenheiten des Netzereignisses?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Was ich<br />
mir vorstelle, ist eine Kombination aus der Erhebung von Fragebogendaten mit der genauen<br />
Beobachtung und Beschreibung des Parteitags. Dazu führe ich dann qualitative Interviews<br />
mit verschiedenen TeilnehmerInnen am Parteitag.</span></span>
</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkampagnen/westermayer.jpg" alt="Till Westermayer" border="1" height="135" hspace="0" vspace="0" width="106" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"> Till<br />
			Westermayer </span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sind Sie denn selbst auch<br />
teilnahmeberechtigt?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Da ich selbst Mitglied der grünen Partei bin, wäre ich<br />
prinzipiell teilnahmeberechtigt. Ich habe mir auch ein Passwort für den Schreibzugriff<br />
kommen lassen, weiss aber noch nicht, ob ich es nutzen werde, da ich den Parteitag ja<br />
diesmal weniger als Parteimitglied als vielmehr mit einem soziologischen Blick betrachten<br />
will. Deswegen werde ich auch nicht als Delegierter für meinen Kreisverband kandidieren.<br />
Am Parteitag können übrigens alle baden-württembergischen Parteimitglieder<br />
&quot;redend&quot; teilnehmen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Das klingt nach dem bekannten<br />
Dilemma des Forschers, der seinen Gegenstand nicht beeinflussen darf, obwohl er vielleicht<br />
so manches besser weiß&#8230; Gibt es denn schon einschlägige methodische Vorarbeiten für<br />
derartige Untersuchungen oder betritt man damit komplettes Neuland?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Ganz ohne Riesen, auf deren Schultern man sich stellen<br />
kann, ist man ja nie &#8211; Neuland ist dieses Projekt insofern, als es bisher zwar schon<br />
einige (auch qualitative) Arbeiten dazu gibt, wie sich das Medium Internet auf<br />
beispielsweise das Gruppengefühl auswirkt, aber ich bisher kaum Arbeiten dazu gefunden<br />
habe, wie Parteimitglieder sich in ihrer Partei &#8216;fühlen&#8217;.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Bieten denn die herkömmlichen<br />
Ansätze der Parteienforschung da keine Anknüpfungspunkte? Ich denke da zum Beispiel an<br />
die Diskussion um die &quot;Krise der Mitgliederparteien&quot; oder die Debatte zum<br />
&quot;Verfall der innerparteilichen Demokratie&quot;. Dabei geht man von einer<br />
allmählichen Erlahmung der Aktivität der Parteimitglieder aus &#8211; die großen Parteien<br />
verzeichnen zwar noch respektable Mitgliederzahlen, aber die eigentliche Parteiarbeit<br />
verteilt sich auf immer weniger Schultern&#8230; sagt diese Entwicklung nicht auch etwas über<br />
die &quot;Befindlichkeit&quot; von Parteimitgliedern aus? Und: können Virtuelle<br />
Parteitage vor diesem Hintergrund tatsächlich zu mehr &quot;Mitmachen&quot; animieren?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Natürlich lassen solche Befunde einen zu bestimmten<br />
Vermutungen über die Befindlichkeit der Parteimitglieder kommen. Mir geht es aber nicht<br />
darum, vom Zustand der Institution Partei auf das Interesse der Mitglieder zu schließen,<br />
sondern anders herum mal genau hinzuschauen, wie Mitglieder sich in einer Partei<br />
aufgehoben fühlen, und wie &#8211; und warum &#8211; diese sich dort beteiligen und einbringen<br />
wollen. Ob der virtuelle Parteitag es schafft, hier zu mehr &quot;Mitmachen&quot; zu<br />
führen, bleibt abzuwarten &#8211; schön wäre es, und das ist wohl auch eines der Ziele. Aber<br />
ob es funktioniert, lässt sich erst nach dem Parteitag sagen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Gibt es andere<br />
Online-Veranstaltungen, die für einen &quot;Virtuellen Parteitag&quot; als Vorbilder<br />
fungieren können?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Der Virtuelle Parteitag der Grünen in Baden-Württemberg<br />
ist wohl das erste Projekt, bei dem ein Parteitag mit all seinen Eigenschaften &#8211; also mit<br />
gewählten Delegierten, mit einem Präsidium, mit (bindenden!) Abstimmungen &#8211; ins Netz<br />
transferiert wurde. Insofern gibt es bisher keine Erfahrungen mit Online-Parteitagen.<br />
Anders sieht es mit der Nutzung von Online-Konferenzen zur politischen Diskussion in einem<br />
eingeschränkten TeilnehmerInnenkreis aus. Strukturell recht ähnlich wie der Virtuelle<br />
Parteitag scheint mir hier Claudia Bremers <a href="http://www.bildung2001.de/">www.bildung2001.de</a><br />
zu sein, eine online stattfindende Konferenz zu Fragen der Zukunft der Bildung. Dazu und<br />
zu ähnlichen Konferenzen gibt es einiges an Material.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Bei solchen Online-Veranstaltungen<br />
entstehen zumeist auch völlig neue Anforderungen sowohl für die Teilnehmer wie auch für<br />
die Veranstalter. Das beginnt mit dem Aufstellen von Schreibregeln oder Hinweisen zum<br />
Diskussionsverhalten, bis zur &quot;richtigen&quot; Zusammenfassung und Moderation der<br />
Beiträge innerhalb einzelner Diskussionsstränge. Was sind aus Ihrer Sicht die<br />
wichtigsten Neuerungen, mit denen die Teilnehmer konfrontiert werden?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Das wichtigste ist vielleicht der größte Vor- und<br />
Nachteil des Internet im Vergleich zu einer realen Tagung: die Asynchronität. Auf einem<br />
realen Treffen kann ich entweder zum Arbeitskreis A oder zum Arbeitskreis B gehen, und<br />
wenn zehn Leute geredet haben, ist eine Stunde vorbei und keine Zeit mehr für weitere<br />
Redebeiträge. Im Netz kann ich &#8211; theoretisch &#8211; mir sowohl die Diskussion in mehreren<br />
Arbeitsgruppen parallel anschauen und mich daran beteiligen, als auch zeitunabhängig zu<br />
einer Diskussion beitragen. Dieses Potenzial führt leicht zu der Erwartung, anders als<br />
bei einem realen Treffen alles mitkriegen zu wollen. Das geht aber natürlich nicht &#8211; und<br />
führt dann zu Stress. Es kommt also drauf an, bewusster als bei einem bisherigen Treffen<br />
Informationen zu managen, zu entscheiden, was gelesen wird und was nicht, woran ich mich<br />
beteilige und woran nicht. Außerdem scheint Internetkommunikation &#8211; wohl durch die<br />
fehlende Rückkopplung zum Gegenüber &#8211; schnell zum Aufkochen von Emotionen zu führen,<br />
oder auch zum Breittreten von Mißverständnissen. Hier ist dann eine gute Moderation<br />
gefragt &#8211; die zugleich auch die Aufgabe hat, unbekannte, unsichtbare Menschen zum<br />
Mitdiskutieren anzuregen. Wer nicht mitdiskutiert, ist im Netz noch viel weniger als im<br />
realen Raum präsent. Allein dadurch schon ergibt sich eine neue Situation.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Inwiefern hält der <a href="http://www.sueddeutsche.de/aktuell/?section=politik&amp;myTM=full&amp;id=9%20%3E74406240.1%200817&amp;myTime=974468763">&quot;Virtuelle<br />
Parteitag&quot; der CDU</a> einem Vergleich mit dem grünen Projekt stand?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Ich hatte ja schon angedeutet, dass es sich beim<br />
Virtuellen Parteitag um ein Projekt handelt, bei dem ein Parteitag mit all seinen<br />
Eigenheiten ins Netz verschoben werden soll. Ob das im Detail immer richtig ist, wird sich<br />
zeigen &#8211; hier werde ich auch besonders drauf achten. Beim sogenannten Internet-Parteitag<br />
der CDU &#8211; der leider nur CDU-Mitgliedern zugänglich war &#8211; ging es nach den mir<br />
vorliegenden Informationen darum, in Diskussionen und Umfragen etwas über die Meinung der<br />
Mitglieder herauszufinden, um den real in Stuttgart tagenden Bildungsparteitag der CDU<br />
vorzubereiten. Das scheint mir dann doch etwas ganz anderes zu sein als der Versuch, einen<br />
kompletten Parteitag virtuell abzuhalten. Ob der reale Einfluss dieses Internet-Parteitags<br />
größer ist als der Einfluss anderer Meinungsumfragen, bleibt für mich eher fraglich.<br />
Umfragen und politische Diskussionen im Netz gibt es inzwischen ja doch recht häufig,<br />
etwa bei der Politik-Community <a href="http://www.dol2day.de/">dol2day</a>.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Der Virtuelle Parteitag knüpft<br />
zum einen an die &quot;Kultur&quot; der parteiinternen Diskussionsforen und im Falle der<br />
Grünen auch an das Vorläuferprojekt <a href="http://www.grundsatzdebatte.de/">www.grundsatzdebatte.de</a><br />
an. Sind Erfahrungen aus diesen Projekten in den Virtuellen Parteitag eingeflossen?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Bündnis 90/Die Grünen profilieren sich ja seit einiger<br />
Zeit dadurch, dass sie ausloten, wie das Internet für eine moderne Kommunikation zwischen<br />
Partei und BürgerIn und unter Parteimitgliedern genutzt werden kann.<br />
www.grundsatzdebatte.de würde ich momentan als einen netten Versuch beurteilen, der aber<br />
an technischen und organisatorischen Problemen krankt und nie richtig in Gang gekommen<br />
ist. Ich gehe davon aus, dass die OrganisatorInnen des Virtuellen Parteitags sich<br />
www.grundsatzdebatte.de genau angeschaut haben und auch daraus gelernt haben.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie würdest du denn die übliche<br />
Online-Berichterstattung von den &quot;realen Parteitagen&quot; beurteilen? Ist das eine<br />
reine &quot;Marketing-Masche&quot; oder haben Parteitage auch in den letzten Jahren nicht<br />
schon immer dazu beitragen wollen, die Partei &quot;in die Nähe&quot; des Internet zu<br />
rücken? Gibt es da vielleicht so eine Art &quot;Tradition&quot;?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Ich sehe hier schon eine gewisse Tradition. Auf der Seite<br />
der Information &#8211; zum Beispiel darüber, welche Anträge für einen Parteitag anstehen,<br />
was gerade beschlossen wurde, etc. &#8211; wird heute sehr viel besser als vor ein paar Jahren<br />
informiert. Damals musste ein &quot;einfaches&quot; Parteimitglied ins Parteibüro rennen,<br />
um herauszukriegen, welche Anträge vorliegen, und bekam wenn es um spannende Themen ging<br />
nur aus den Medien, und sonst überhaupt nicht mit, wie darüber diskutiert und<br />
entschieden wurde. Insofern sehe ich hier tatsächlich mehr als Marketing. Natürlich ist<br />
auch ein bisschen Marktschreierei dabei &#8211; die doch erhebliche Presseresonanz auf die erste<br />
Ankündigung des Virtuellen Parteitags weist z.B. darauf hin. Aber vielleicht verbindet<br />
sich hier der Wunsch, innovativ zu wirken, mit tatsächlichen Innovationen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Könnte sich diese Steigerung von<br />
Transparenz aber nicht auch negativ auswirken? Wird der Online-Zugriff auf solche<br />
Informationen zu innerparteilichen Diskussionen führen, die gar nicht mehr im Zaum zu<br />
halten sind?</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Westermayer: </b>Möglicherweise wird das von einigen als Gefahr gesehen.<br />
Wenn sich tatsächlich eine derartige Dynamik entwickelt, mag das zu einigem Wirbel in<br />
unserem politischen System führen. Ich persönlich denke aber, dass eine solche<br />
Entwicklung, die ja auch erst einmal noch eintreten muss, lediglich dazu führen würde,<br />
die Demokratie demokratischer zu machen. Und insofern wäre dies zu begrüßen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Ein schönes Schlusswort. Vielen<br />
Dank für die eMails.</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/virtueller-parteitag/online_parteitage_sind_mehr_als_marketing-701/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
