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	<title>Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0? &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0? &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Bei Web 2.0 steht die Mitgestaltung im Mittelpunkt</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Aug 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(3. August 2006) Social Software gewinnt beim Wissenmanagement immer weiter an Bedeutung. Simone Gerdesmeier befragte Klaus Haasis, Geschäftsführer der Medien- und Filmgesellschaft (MFG) Baden-Württemberg, im eMail-Interview zur Rolle von Social Software in der Medienlandschaft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(3. August 2006) Social Software gewinnt beim Wissenmanagement immer weiter an Bedeutung. Simone Gerdesmeier befragte Klaus Haasis, Geschäftsführer der Medien- und Filmgesellschaft (MFG) Baden-Württemberg, im eMail-Interview zur Rolle von Social Software in der Medienlandschaft.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Sie bezeichnen Social Software als neue Form der „Zusammenarbeit, Wissensbildung und Information&quot;. Die Technik, die dahinter steht, ist allerdings nicht sonderlich neu, APIs, Ajax und Web Syndication wurden alle in den späten 1990ern entwickelt. Warum gewinnt Social Software erst jetzt an Bedeutung?</b>
</p>
<p>
Klaus Haasis: Die Entwicklung ist deshalb so spannend, weil sich ganz neue Formen der Kommunikation und Interaktion herausbilden. Plattformen bringen Menschen zusammen, die sich rasch und unkompliziert über ein Thema informieren und ihr Wissen weitergeben wollen, es entstehen Communities, in denen sich Menschen, die in einer ähnlichen Lebenssituation stehen, miteinander austauschen, sich Rat holen und Tipps geben, und natürlich auch &#8211; sich amüsieren können. Web 1.0 war Google und Web 2.0 ist Technorati, von der Suchplattform zur Erfahrungsplattform. Die Neuerungen sind Tags, sozusagen Erfahrungsetiketten. Die wichtigsten Tags nach dem Start von DaVinci Code in Cannes und dem Eurovision Song Contest am 22. Mai waren Bush, China, Christianity, Da Vinci Code, Eurovision. Da wissen Sie sofort, was die Welt bewegt! Dafür wird aber auch eine Kritische Masse benötigt. Technorati verfolgt jetzt über 40 Millionen Websites und 2,5 Milliarden Links. Damit ist der „Tipping Point&quot;, um mit dem Bestsellertitel von Malcom Giadwell zu sprechen, erreicht.<br />
<br />
in der Geschäftswelt erkannte man natürlich schnell, dass sich diese Anwendungen auch zur Optimierung der Geschäftskommunikation &#8211; sei es mit Kunden, Partnern oder den Medien &#8211; nutzen lassen, oder sogar ein ganz neues Marktfeld entsteht. Doch ist man seit dem Aufstieg und Fall der New Economy im Businessbereich professioneller geworden und schätzt Zukunftschancen von neuen Entwicklungen vorsichtiger ab. Erst durch spektakuläre Übernahmen &#8211; denken Sie an den Coup des Medienmoguls Rupert Murdoch, der für 580 Millionen Dollar „myspace&quot; kaufte, ein Unternehmen, das zwei Jahre nach seiner Gründung bereits über 54 Millionen registrierte Daten hatte &#8211; wich die Vorsicht der Risikobereitschaft, so dass Social Software in den Businessbereich Einzug hielt.
</p>
<p>
<b>Es gibt auch kritische Stimmen gegenüber der Web 2.0-Begeisterung, der Begriff wird als unkonkretes „Buzzword&quot; bezeichnet. Sind Web 2.0 und Social Software ihrer Meinung nach nur ein Trend oder eine zukunftsweisende Weiterentwicklung des Internets?</b>
</p>
<p>
Klaus Haasis: Das kommt auf die Perspektive an, die Sie einnehmen. Bei Web 2.0 steht die aktive Mitgestaltung im Mittelpunkt &#8211; Nutzer stellen Inhalte bereit, verändern und tauschen diese &#8211; werden also vom passiven Konsumenten zum aktiven Gestalter. Ich glaube, dass man heute mit Fug und Recht sagen kann, dass sich Social Software im gesellschaftlichen Bereich etabliert hat und zukünftig zu den Standardtools der virtuellen privaten Kommunikation gehören wird.<br />
<br />
Im Geschäftsbereich kommen die neuen Anwendungen sicherlich im unternehmensinternen Dialog und in der Interaktion mit Kunden zum Einsatz. Gerade das Customer Relationship Management wird durch diese Art der schnellen, unmittelbaren und authentischen Kommunikationsform aufgewertet. Aber auch neue Formen der Zusammenarbeit Produktentwicklung und des Wissensmanagements werden entstehen.</p>
<p>Grundsätzlich bestimmen heute immer mehr Trends aus dem Endverbraucherbereich das Geschäftsleben, insbesondere wenn sie IT-getrieben sind, In USA spricht man von der „Consumerization&quot; als einem der wichtigsten IT-Trends der nächsten zehn Jahre. &quot;Consumer IT will affect every enterprise&quot;, sagt David Mitchell Smith, Vice President und Fellow beim Marktforschungsunternehmen Garnier. Unternehmen, die diesen Trend ignorierten, würden genauso scheitern, wie Unternehmen, die Smart Phones, das Internet oder den PC ignoriert hätten, so Smith weiter.</p>
<p>Wie weit sich komplette Prozesse in den Geschäftsbereichen durch den Einsatz von Social Software-Anwendungen ändern, kann heute noch niemand mit Sicherheit sagen, doch klar ist, dass hier noch großes Potential schlummert, das nur intelligent und innovativ genutzt werden rnuss. Ich schätze, das wird sich je nach Branche unterschiedlich entwickeln und nicht generalisieren lassen. Auf jeden Fall haben wir es hier mit einer Entwicklung zu tun, die auf die Art des zukünftigen Umgangs mit Daten, Informationen und Wissen einen erheblichen Einfluss hat.
</p>
<p>
<b>Raten Sie Unternehmen zum Einsatz von Social Software und wenn ja, wie können Web 2.0 Businessmodelie aussehen?</b>
</p>
<p>
Klaus Haasis: Ich bin überzeugt dass Social Software sowohl in der internen Organisation als auch für die Kundenansprache und Entwicklungsprozesse gut eingesetzt werden kann. Ein unternehmensinterner Weblog ermöglicht eine geradezu hierarchiefreie Kommunikation &#8211; ein Unternehmen mit einer gesunden und funktionierenden Führungskultur kann davon nur gewinnen. Auch das Wissensmanagement kann durch den Einsatz von Wikis profitieren &#8211; hier kann mit einfachen Mitteln bereichsübergreifend Wissen der Mitarbeiter gebündelt und auch wieder abgerufen werden.<br />
<br />
Darüber hinaus aber ist Sociai Software auch ein Marketingwerkzeug und kann im Beziehungsmanagement zu Partnern, Kunden und Stakeholdern die Öffnung eines Unternehmens nach außen symbolisieren und demonstrieren. Das ist zweifellos ein Akt großer Offenheit und großen Vertrauens und wird bei vielen Ziel- und Dialoggruppen positiv wahrgenommen, weil es Glaubwürdigkeit ausstrahlt.
</p>
<p>
<b>In letzter Zeit werden erfolgreiche Web 2.0-Neuentwicklungen von Unternehmen wie etwa Google oder Yahoo aufgekauft. Was versprechen sich die Firmen Ihrer Meinung nach von diesen „Einkaufstouren&quot;?</b>
</p>
<p>
Klaus Haasis: Es ist ein Zeichen dafür, dass die Käufer einen enormen Wachstumsmarkt sehen. Im Fall Murdoch gab es in den traditionellen Bedienfeldern einen Innovationsstau, der damit aufgelöst wurde. Im Fall Google werden bereits bestehende Anwendungen mit neuen verknüpft, erweitert, und somit ein neues Marktfeld abgesichert Letztendlich geht es bei den Unternehmen, gleich welche betriebsinterne Veranlassung dahintersteckt, um die Wettbewerbsfähigkeit auf neu entstehenden Märkten und somit um ihre nachhaltige Zukunftssicherung.
</p>
<p>
<b>Die Einsatzmöglichkeiten von Social Software sind nicht auf den Business-Bereich begrenzt. Wo liegen die Chancen der weltweiten sozialen Vernetzung im Bereich der politischen Kommunikation und wie könnten Web 2.0 Angebote hier aussehen?</b>
</p>
<p>
Klaus Haasis: Social Software kann gerade aufgrund der Tatsache, dass sie eine sehr partizipative Kommunikation ermöglicht, die über traditionelle Schranken hinweggeht die politische Kommunikation verändern. Anfänge davon haben wir schon bei verschiedenen Wahlkämpfen gesehen, in denen einzelne Politiker Weblogs eingerichtet haben. Dabei geht es sicherlich nicht nur darum, einem neuen Kommunikationstrend zu folgen: über Weblogs erreicht die Politik ein anderes Wählerpotenzial als über ihre bisherigen Kommunikationskanäle. Die Herausforderung besteht darin, eine Entwicklung zu verhindern, wie sie bei der eMaiI-Anwendung eingetreten ist, deren Nutzung heute ja durch das große und professionelle Spam-Aufkommen erschwert wurde.
</p>
<p>
<b>Web 2.0 und Social Software werden als demokratische Entwicklungen angesehen. Doch kann Social Software Ihrer Meinung nach auch eine Gefahr für die Demokratie darstellen?</b>
</p>
<p>
Sowohl in der politischen als auch in der Unternehmenskornmunikation mit Weblogs &#8211; um bei diesem Beispiel zu bleiben &#8211; gibt es natürlich auch Risiken. Wenn ein Unternehmen beispielsweise einen Weblog zur Promotion eines neuen Produkts einrichtet, so liegt es außerhalb seiner Kontrollmöglichkeiten, welche Kommentare dazu eingestellt werden. Auch die Verlinkung mit Tags geht rasend schnell. Und ist ein Thema erst einmal in der Blogosphäre aufgegriffen worden, lässt sich die Diskussion nicht mehr stoppen, bestenfalls &#8211; mit viel Aufwand und bei guten Kenntnissen der Regeln der Blogosphäre &#8211; konstruktiv beeinflussen. Offene Kanäle sind leider auch immer für Missbrauch offen.
</p>
<p>
<b>An was für Social Software Projekten arbeitet die MFG selbst gerade? Welche werden in der nächsten Zeit zum Einsätze kommen?</b>
</p>
<p>
Wir stehen im Rahmen unseres Forschungsprojektes FAZIT gerade am Anfang einer Potenzial- und Relevanzanalyse zum Thema „Marktchancen durch Social Software&quot;, in deren Zusammenhang auch eine Fallstudie in der Verlagsbranche durchgeführt wird. Gerade diese Branche ist durch „user-generierten Massen-Content&#8217; sowie durch das Phänomen des bloggenden „Jedermann-Journalismus“<br />
<br />
vor große Herausforderungen gestellt. Daher versuchen immer mehr Verlage, Social Software-Anwendungen systematisch selbst nutzbringend einzusetzen, vor allem zur interaktiven Kommunikation mit Lesern und Rezipierten ihrer Verlagsprodukte, Durch derartige Maßnahmen kann einerseits sehr preiswert Content durch die Leser selbst generiert werden, zum andern können diese Blogs zum Aufbau und zur Pflege der Kundenbeziehungen eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Analyse werden im Herbst 2006 publiziert.<br />
<br />
Konkret haben wir Innovationskreise zu „Social Software“ ins Leben gerufen, die zum einen Innnovationsmotivation für potenzielle Anwender leisten und zum anderen Marktpotenziale<br />
<br />
für Dienstleistungen erschließen. Vertiefend setzen sich Arbeitsgruppen mit verschiedenen Aspekten wie beispielsweise neuen Geschäftsmodellen oder Unterstützung verteilter Arbeit auseinander. Eine weitere Maßnahme der MFG sind ein wissenschaftlicher Workshop zu „Social Software im Wertschöpfungsprozess&quot; Ende Juli 2006. Wir verfolgen damit das Ziel, die Marktchancen von und durch Social Software speziell für Baden-Württemberg zu identifizieren.</p>
<p>Und last but not least sind wir dabei, Social Software für unseren internen Wissens-, Themen- und Projektmanagementprozess zu erschließen, um auch ganz praktisch zu erfahren, von was wir eigentlich reden.
</p>
<p>
<b>Klaus Haasis ist Geschäftsführer der Medien- und Filmgesellschaft (MFG) Baden-Württemberg. Die MFG fördert Baden-Württemberg als Medien- und IT-Standort.</b><br />
</p>
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		<title>Das Netz wird menschlicher</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Aug 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaboratives Filtern]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Netz als Ökosystem
<br />
<br />
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Netz als Ökosystem</p>
<p><!--break--></p>
<p>
<span class="fett">(3. August 2006) Das Internet der zweiten Generation soll sozialer, menschlicher, schlauer sein. Alles neu, alles besser? Was steckt wirklich hinter diesem Schlagwort? Peter Bihr beschreibt die Entwicklung, die mit dem Schlagwort Web 2.0 beschrieben wird.</p>
<p></span>Folksonomy, Tags, RSS, Cloud Tag, Podcasting, Social Software – Sie verstehen nur Bahnhof? Keine Sorge, es ist alles halb so wild. All diese Begriffe sind Teil einer Entwicklung, die im Internet für Aufsehen sorgt. Im Mittelpunkt dieser Entwicklung stehen Communities, soziale Netze, kurz gesagt: wir, die Netzbürger.
</p>
<p>
Eine klare Definition davon, was genau das Web 2.0 ist, gibt es nicht. Oder genauer: es gibt jede Menge Definitionen. Die Begriffsdefinition ist sehr schwammig und wird auch so verwendet, weshalb sie auch häufig als Marketing-Buzzword kritisiert wird. Zwei Hauptaspekte tun sich aber hervor – der eine technischer, der andere eher sozialer Natur, wobei die Grenzen fließend sind.
</p>
<p>
<b>Benutzerfreundlich und sozial</p>
<p></b>Aus technischer Sicht steht das 2.0 für das Zusammenspiel einiger relativ junger Technologien, deren starke Integration das Verbreiten von Informationen vereinfacht und die Benutzerfreundlichkeit verbessert. Die technischen Details sind hier eher zweitrangig.
</p>
<p>
Wichtiger ist der soziale Aspekt: Nutzergemeinschaften filtern kollektiv Informationen, arbeiten und finden sich in sozialen Netzwerken zusammen. Dabei lernen sich nicht nur Gleichgesinnte kennen, viele Aufgaben lassen sich gemeinsam auch viel leichter bewältigen. Ein Beispiel: Indem jeder Nutzer diejenigen Informationen, die für ihn relevant sind, kategorisiert, ergeben die Wertungen aller Nutzer zusammengenommen ein recht aussagekräftiges Bild: Aus den Beiträgen der Nutzergemeinschaften entsteht ein System, das intelligenter und leistungsfähiger ist als die Summe seiner Teile.
</p>
<p>
Zusammenarbeit (engl: „collaboration“) und Teilen (engl: „Sharing“) heißen hier die Zauberworte, ganz gleich ob es sich um Bilder, Links, Wissen oder politische Interessen handelt: Wenn ein bestimmter Artikel meinen Freunden gefallen hat, könnte er mir auch gefallen; Wenn mein Freund dem Urteil dieser Person traut, kann ich ihrem Urteil ebenfalls vertrauen. Das Wir tritt an die Stelle des Ich, das Internet der zweiten Generation dreht sich um Gemeinschaften anstatt um Websites.
</p>
<p>
Am offensichtlichsten wird der Unterschied der Web 2.0-Angebote noch immer in Abgrenzung zu den Angeboten, die rückwirkend zur Version 1.0 erklärt wurden:
</p>
<ul>
<li>
	<a href="http://www.britannica.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Encyclopaedia Britannica</a> (1.0) vs.<br />
	<a href="http://de.wikipedia.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a> (2.0)</li>
<li>Persönliche Websites (1.0) vs. Weblogs (2.0)</li>
<li>Dateiordner (1.0) vs. Tags (2.0)</li>
</ul>
<p>
Darüber hinaus sind vielen 2.0-Websites eine Reihe von Charakteristika gemeinsam: Die Grenze von Redakteur/Produzent auf der einen Seite und Leser/Konsument auf der anderen verwischt. Anwendungen sind hochspezialisiert, aber einfach zu bedienen. Durch offene Standards fließen Informationen von Anwendung zu Anwendung und können so neu vernetzt werden. Zudem sind die Systeme so angelegt, dass sie intelligenter und leistungsfähiger werden, je mehr Nutzer daran teilnehmen.
</p>
<p>
<b>Das Netz als Ökosystem</p>
<p></b>Und wozu das Ganze? Damit das Internet ein reichhaltiges Informations-Ökosystem wird, sagt Autor Steven Johnson („Emergence &#8211; The Connected Lives of Ants, Brains, Cities and Software“), der sich seit längerem mit kollektiver Intelligenz beschäftigt und einen eingängigen Vergleich findet: Sehe man das Internet als Ökosystem, in dem Informationen die Rolle von Licht – also Energie – spielen, so gliche das Web1.0 einer Wüste, das Web 2.0 dagegen dem Regenwald.
</p>
<p>
All die Web 1.0-Seiten mit ihren plumpen Hyperlinks seien demnach wie Sonnenstrahlen, die auf die Wüste falllen – einige Wenige werden von Pflanzen/Benutzern wahrgenommen. Eventuell werden die Informationen weiterverwendet, falls sich jemand entscheiden sollte, die URL per eMail an Freunde weiterzusenden oder sie auf einer anderen Website zu zitieren. Der größte Teil der Informationen aber geht verloren und bleibt ungenutzt.
</p>
<p>
Ganz anders im 2.0-Modell des Regenwalds, wo tausende von Bloggern, Diensten und Anwendungen jedes Stückchen dieser Informationen genau untersuchen, jeden Interessanten Inhalt herausziehen, wiederverwerten, weiterverbreiten, sie auf neue Art weiterverwenden und an andere Online-Dienste weiterleiten. Alles, was so entsteht, kann wiederum auf zahllose neue Arten weiterverwendet und genutzt werden. Nichts geht mehr verloren: Web 2.0 ist vergleichbar mit dem komplexen Ökosystem eines Urwalds, wo nichts ungenutzt verkommt, keine Nische unbesetzt bleibt.
</p>
<p>
<b>Gemeinsames Filtern</p>
<p></b>Wo die schiere Masse der verfügbaren Informationen zum Problem wird, zählt die Relevanz von Informationen mehr als ihre Vollständigkeit. Die relevanten Informationen aus der Masse herauszufiltern ist eine Aufgabe, der ein kollaborativer Filter eher gewachsen ist als eine Einzelperson. Erachten viele Leser einen Artikel für lesenswert und verlinken auf ihn, so ist das ein Hinweis auf die Qualität des Artikels. Gehören zu diesen Lesern auch Personen, deren Interessen man teilt und deren Urteilskraft vertrauenswürdig erscheint, ist ihre Wertung noch aussagekräftiger. Reputation und Vertrauen spielen im sozialen Netz eine wichtige Rolle.
</p>
<p>
Im Internet der Version 2.0 finden sich Menschen mit gemeinsamen Interessen unabhängig von ihrer geographischen Lage. Sie können sich zu diesen Interessen austauschen und ihr Wissen aus verschiedenen Hintergründen in einen gemeinsamen Wissenspool einfließen lassen. Damit tragen sie dazu bei, neue Vertrauensnetzwerke zu schaffen, die eine weitere, tiefergehende Zusammenarbeit ermöglicht. Das kollektive Wissen der Menschen kann die meisten Fragen beantworten – vorausgesetzt, die Informationen werden ordentlich vernetzt.
</p>
<p>
Mit dem Begriff Web 2.0 wird aber auch viel Missbrauch betrieben. Ein 2.0-Logo oder auch der öffentliche Testbetrieb (der sogenannte ewige Betatest) ist schon seit längerem ein beliebter Marketingtrick, der spätestens seit Googles eMaildienst<br />
<a href="http://gmail.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gmail</a> weithin akzeptiert ist. Auch die Idee, online zusammenzuarbeiten, ist nichts Neues – im Bereich der Softwareentwicklung ist das seit Jahren gängige Praxis. Daher gilt auch hier der alte Sinnspruch: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird – erstmal abwarten, der erste Sturm legt sich wieder. Dann wird sich zeigen, ob die Veränderungen tatsächlich so tiefgehend sind, wie es die<br />
<a href="http://www.oreilly.de/artikel/web20.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Propheten des Web 2.0</a> behaupten.
</p>
<p>
<b>Neue Qualität der Wissensproduktion</p>
<p></b>Dennoch &#8211; die gegenseitige Vernetzung der 2.0-Angebote, ihre Integration, aber auch ihre soziale Vernetzung machen all diese Dienste so interessant. Die Netzgemeinde hat die neuen Dienste äußerst bereitwillig akzeptiert, die nötigen Tools sind frei verfügbar. Damit sind die besten Voraussetzungen dafür gegeben, dass das Netz sich wirklich nachhaltig verändert. Unsere Kommunikation und Wissensproduktion könnten eine neue Qualität erreichen.
</p>
<p>
Web 2.0 ist noch weniger linear als das traditionelle Web. Es ist noch tiefer und dichter vernetzt, teilweise wirkt es daher auch chaotisch. Aber zum Glück stehen wir diesem Chaos nicht mehr allein gegenüber: Tausende von Nutzern strukturieren den Informationsfluss, die kollektive Intelligenz des Netzes trennt die Spreu vom Weizen. Sogar während Sie diese Zeile lesen.
</p>
<p>
Sie fragen sich, was sich denn nun hinter den Wörtern<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Folksonomy" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Folksonomy</a>,<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaftliches_Indexieren" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tagging</a>,<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tag_cloud" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag Cloud</a>,<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/RSS" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RSS</a> und<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Podcasting" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Podcasting</a> verbirgt? Werfen Sie doch mal einen Blick auf<br />
<a href="http://de.wikipedia.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a> – die smarte Masse der Internetbenutzer hat dort sicher schon eine Definition parat.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Neue Plattformen für die Politik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[bklein]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Aug 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
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					<description><![CDATA[(3. August 2006) Internetplattformen sind dabei, sich als Element der partizpativen Politik zu etablieren. Drei dieser öffentlich zugänglichen Systeme sind die Plattformen congresspedia.com, Campaigns Wikia und MySpace.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(3. August 2006) Internetplattformen sind dabei, sich als Element der partizpativen Politik zu etablieren. Drei dieser öffentlich zugänglichen Systeme sind die Plattformen congresspedia.com, Campaigns Wikia und MySpace.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="fett">Congresspedia.com</p>
<p>Congresspedia.com orientiert sich stark am Modell Wikipedia. Thematisch sind diese Artikel auf die Politik und die politische Umgebung der beiden amerikanischen Gesetzgebungskammern ausgerichtet. Die Initiatoren möchten mit diesem Wiki die Arbeit des U.S.-Kongresses transparenter und verständlicher machen. Eine Beteiligung der Bürger bzw. der Nutzer kann durch hinzufügen und verbessern von Artikeln stattfinden. Die große Community soll Qualität und Quantität der Artikel steigern. Das Gesamtprojekt wurde vom Center for Media and Democracy (CMD) und der Sunlight Foundation initiiert und umgesetzt. Congresspedia.com ist zudem ein Teil von SourceWatch, einer ähnlichen kollaborativen, auf der Wiki-Technologie basierenden Website.</p>
<p>CMD ist eine Non-Profit-Organisation, die sich als Ziel gesetzt hat, die Beteiligung der Bürger an der Erstellung von Medieninhalten zu fördern. Im Rahmen dieser Arbeit sind neben congresspedia.com zudem die Projekte<br />
                            <a href="http://prwatch.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">PRWatch</a> und<br />
                            <a href="http://www.sourcewatch.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SourceWatch</a> erschienen. Die Sunlight Foundation hingegen möchte die innere Arbeit des amerikanischen Kongresses in Fragen der Transparenz und Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit verbessern. Grundsätzlich hat sich die Sunlight Foundation zum Ziel gesetzt, das Verhältnis zwischen Wähler und Abgeordneten zu intensivieren.</p>
<p>
                              <strong>Campaigns Wikia</strong>
                            </p>
<p>Die Initiatoren des Online-Projektes Campaigns Wikia streben an, Politik partizipativer zu gestalten, indem Politikern und Parteien von der Community der Online-Kampagnen-Profis vermittelt wird, wie das Internet als Wahlkampfplattform genutzt werden kann. Viel stärker als es die konventionellen Medien bislang zulassen soll damit der Weg für eine stärkere Einbindung der Bürger in die Politik geebnet werden. Drei Beteiligungsmöglichkeiten stellt das Campaigns Wikia in Aussicht: Teilnahme an einer Mailing-Liste, Teilnahme am Wiki und – am allerwichtigsten &#8211; die Kommunikation des Projektes an Dritte, um eine weit gestreute und gut ausgebaute Community herzustellen. Diese drei Hauptbeteiligungsmöglichkeiten sollen zu einer größeren partizipativen Struktur in der Politik führen, die durch „Broadcast Media“ und „Broadcast Politics“ nicht gegeben ist. Die Ähnlichkeiten mit Wikipedia kommen nicht von ungefähr: Projektinitiator ist niemand geringeres ist als Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. Bemerkenswert: Wales versucht Online-Campaigner aller Parteien zusammenzubringen, damit Politiker jeder Couleur das Internet als Kampagnen-Tool annehmen. Denn seine Kampfansage an die Politikvermittlung durch die Massenmedien ist deutlich: „Broadcast politics are dumb, dumb, dumb.“.</p>
<p>
                              <strong>MySpace-Kampagnen</strong>
                            </p>
<p>Das Projekt MySpace.com setzt auf persönliche Netzwerkgründungen – und ist die einzige Plattform in dieser Liste, die nicht ursprünglich auf eine politische Nutzung abzielte. Jeder Nutzer kann sein eigenes „Profil“ eröffnen und mit Inhalten aller Art füllen. Anschließend können andere Interessenten in dieses persönliche Netzwerkmit einbezogen werden, innerhalb dessen rege kommuniziert wird. MySpace zielt darauf ab, Nutzern den Online-Kontakt zu möglichst vielen weiteren Nutzern zu ermöglichen bzw. weitergehende Online-Netzwerke zu pflegen. Dabei wird vor allem auf Kommunikation zwischen den einzelnen Nutzern gebaut. Das Internet soll als Plattform einer uneingeschränkten Kommunikation gesehen werden. Hinter diesem Projekt steht der gleichnamige Online-Service MySpace.com aus den USA, der kürzlich von Medienmogul Rubert Murdoch aufgekauft wurde. MySpace als Organisation konzentriert sich darauf, Plattformen zur Gründung von sozialen Netzwerken kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ziel ist es, eine umfassende Netzwerkbildung zu initiieren und diese dann weiterführend auszubauen.</p>
<p>
                              <strong>Und die Gemeinsamkeiten?</strong>
                            </p>
<p>Als übergeordnete Gemeinsamkeit lässt sich neben der Grundidee, die diese Internet-Projekte verwirklichen wollen – die Verbesserung der politischen Kommunikation &#8211; der teilweise offensichtliche Erfolg nennen. Am deutlichsten wird dies bei der Kampagne MySpace, der eine absolute Wahlkampftauglichkeit zugeschrieben wird. Gerade in den USA nutzen Abgeordnete bzw. Wahlkandidaten MySpace mittlerweile massiv für ihren Wahlkampf. Dabei gilt das Internet nicht als Hauptinstrument im Wahlkampf, aber es spielt neben den konventionellen Kanälen eine immer wichtigere Rolle. Dabei wird die nichtkommerzielle Plattform MySpace von der Politik für eigene Zwecke instrumentalisiert. Es bleibt abzuwarten, inwieweit dies zu Schwierigkeiten führen wird. Neben dieser fundamentalen Idee der Kommunikation und Partizipation steht der Erfolg, den die Projekte bereits erzielt haben. Auch hier dient MySpace als das deutlichste Beispiel. Die Initiatoren von MySpace können dabei auf 58 Millionen „Klicks“ im Monat zurückblicken. Besonders Jungwähler werden hier angesprochen: Die meisten Klicks kommen von der Altersgruppe der 18- bis 25-jährigen Nutzern. Alle drei Projekte können daher ihrer Zukunft gelassen entgegensehen.</p>
<p class="fett">
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		<title>Profiwahlkämpfer bekommen Konkurrenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Aug 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[(3. August 2006) Flickr, YouTube und Co werden zunehmend zu Plattformen für visuelle politische Kommunikation. Dr. Christoph Bieber geht der Frage nach, wie flickr &#38; Co. die politische Bilderwelt verändern.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(3. August 2006) Flickr, YouTube und Co werden zunehmend zu Plattformen für visuelle politische Kommunikation. Dr. Christoph Bieber geht der Frage nach, wie flickr &amp; Co. die politische Bilderwelt verändern.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
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<p>
Das „Ich“ sei im Internet angekommen, vermeldete kürzlich die umfangreiche Titelstory eines großen Hamburger Nachrichtenmagazins. Aha. Und was macht es dort? Glaubt man den Großrechercheuren von der Waterkant, dann entblößt es sich dort und frönt allerlei exhibitionistischen Tag- und Nachtwerks. Hinter der grundlos reißerischen Fassade verbarg sich jedoch nichts anderes als der längst überfällige Bericht über die Renaissance des Internet als Wunschmaschine für Wirtschaft und Gesellschaft. Porträtiert wurden die Galionsfiguren des „Web 2.0“, frisch gebackene Softwaremillionäre hinter Firmen wie MySpace, flickr, YouTube, del.icio.us, PodShow und vielen mehr. Der ellenlange Text war eine Art déjà lu aus den mittleren 1990er Jahren, als die Ökonomie noch neu und das Web noch 1.0 war. Damit schloß der Spiegel eine Informationslücke zur internationalen Magazinkonkurrenz, und besonders aufmerksame Leser mochten sogar eine bedenklich Nähe zu einem Newsweek-Artikel vom April („<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/web20/bklein_onlinecampaigning_060803.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The New Wisdom of the Web</a>“) erkennen. Doch geschenkt: die Ankunft der Web 2.0-Anwendungen im publizistischen Mainstream erleichtert nun den präziseren Blick auf die Nutzung eines, „sozialen“, vielleicht „menschlicher“, ganz bestimmt aber „sichtbarer“ gewordenen Netzes.
</p>
<p>
In der politischen Kommunikation ist die Rede von der „Weisheit der Massen“ im übrigen schon längst angekommen – nahezu alle Vorzeigeanwendungen aus der Social Software-Wundertüte haben schon 2005 Einzug in den Bundestagswahlkampf gefunden. CDU und SPD betrieben damals mit ihren Supporter-Sites eine Kontaktdatensammlung im Geiste von OpenBC, FDP und Grüne holten sich User Generated Content für die Entwicklung ihrer Wahlprogramme heran und ließen darüber in einem Wiki diskutieren. Die Podcast-Scharmützel zwischen der SPD-Kampa und einem gewissen „iKauder“ sind nicht nur in guter Erinnerung. Und bei flickr schoben sich politikinteressierte Digitalfotografen Unmengen von Schnappschüssen aus dem sommerlichen Blitzwahlkampf hin und her. Doch obwohl es sich gerade dabei um ein besonders „sichtbares“ Segment des Online-Wahlkampfs gehandelt hat, blieb es in der Berichterstattung über mediale Innovationen seltsam unterbelichtet.
</p>
<p>
<b>Visuelle Archive</p>
<p></b>Was war geschehen? Über die Website der Foto-Community flickr hatten sich im vergangenen Sommer innerhalb kürzester Zeit mehrere Online-Gruppen gebildet, die sich auf die Sammlung, den Austausch und die Diskussion wahlkampfbezogener Motive spezialisiert hatten. Entstanden ist dadurch eine lose Dokumentation des visuellen Wahlkampfgeschehens, dank Szenenfotos aller Art von<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/hensch/41818500" target="_blank" rel="noopener noreferrer">übermalten Wahlplakaten</a> oder unretuschierten<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/quox/42264088" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Darstellungen von Wahlkampfveranstaltungen</a>. Zahlreiche Resultate dieser Jäger- und Sammlertätigkeit sind in Auszügen noch online zugänglich, bisweilen schon weiter geschrieben und ergänzt um neueres Material aus dem Umfeld von Studierendenprotest oder auch den in Kürze anstehenden Landtagswahlen. Insgesamt fügen sich die mehr als tausend Bildbeiträge der<br />
<a href="http://www.flickr.com/groups/wahl05/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gruppe „wahl05“</a> zu einem aufschlussreichen visuellen Archiv des Straßenwahlkampfs, das viele Motive enthält, die niemals den Weg in die „etablierte“ Medienberichterstattung gefunden haben.
</p>
<p>
In unmittelbarer „Nachbarschaft“ hatte sich auf flickr auch eine deutlich kleinere Gruppe unter dem Label „<br />
<a href="http://www.flickr.com/groups/wahlboykott2005/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlboykott2005</a>“ formiert, dort stand weniger der Aspekt des Bilderhäufens im Vordergrund, als die Formulierung klarer Statements und deutlicher Kritik zur vorgezogenen Durchführung der Wahl. Gelegentlich wurden dazu die Digitalbilder auch gleich mit einer kommentierenden Textebene versehen, wie das Beispiel eines „<br />
<a href="http://flickr.com/photos/amidasu/44248843" target="_blank" rel="noopener noreferrer">annotierten Stimmzettels</a>“ im besten Wortsinne illustriert.
</p>
<p>
Dass es sich bei flickr nämlich längst nicht nur um eine bloße Datensammelstelle für mehr oder weniger willkürliche Schnappschüsse handelt, zeigt ein solch kompetenter Umgang mit den Hilfsmitteln der Bild-Plattform zum direkten Eingriff in das digitale Rohmaterial: so sind auch<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/beelama/43727173" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Briefwahlvorgang</a> entstanden, die einen Vergleich mit offiziellen Informationsmaterialien von Bundestag und Bundeswahlleitung nicht scheuen müssen.
</p>
<p>
Ein digitales Bild mit Politikbezug bleibt offenbar selten allein – vor allem Kommentierung, Annotierung oder Nachbearbeitung der Fotos bilden schnell neue Kristallisationspunkte für die politische Kommunikation. Damit scheint schon jetzt außer Frage, dass sich über die digitalen Bilderdienste künftig nicht nur Wahlkampagnen und –veranstaltungen abbilden und erweitern werden. Zugegeben: bislang erfolgen weite Teile der avancierten, politischen Nutzung der flickr-Plattform durch die noch eher kleine Gemeinde technikaffiner Netzbürger (und nicht zufällig finden sich unter den „politischen“ flickr-Mitgliedern gleich mehrere Blogger).
</p>
<p>
<b>Neue Ära öffentlicher Sichtbarkeit</p>
<p></b>Allerdings verweist das Stöbern im kollektiven Fotoalbum auf enorme Potenziale im Umgang mit politischem Bildmaterial, einem häufig gleichermaßen selbstverständlich wie stiefmütterlich behandelten Genre. Digitalkamera, Camcorder, Foto-Handy und Video-iPod haben eine neue Ära öffentlicher Sichtbarkeit eingeläutet, die zwangsläufig den Umgang mit Bildern auch seitens politischer Akteure verändern wird. Dass die Zahl der insgesamt verfügbaren Bilder ansteigt, ist dabei nur ein trivialer Merkposten – „benutzerorientierte Bilddatenbanken“ wie flickr (oder in der Bewegtbildversion auch YouTube) tragen ihren Teil dazu bei, den digitalen Bilderberg zu organisieren und leisten wertvolle Orientierungshilfen. Viel entscheidender ist dagegen der Anstieg des öffentlich sichtbaren Bildmaterials – die sprunghaft wachsende Zahl der Gerichtsverfahren, die sich mit unerwünschten „Paparazzi“-Fotos befassen, ist ein deutlicher Hinweis auf diese Entwicklung.
</p>
<p>
Ähnlich wie die Bilderwelt der Stars und Sternchen steht auch die Politik hier vor einem Zwiespalt: einerseits sind immer noch die politischen Akteure selbst die größten Produzenten öffentlich sichtbaren Bildmaterials. Die Alleen von Plakataufstellern, hausgroßen Plakatwänden oder Wahlwerbespots in „heavy rotation“ untermauern die dominierende Rolle politischer Akteure, die von professionellen Medienanbietern nach Kräften unterstützt werden – und dies nicht nur zu Wahlkampfzeiten. Doch allmählich entsteht durch die Digitalisierung der Produktionsmittel auch eine „nutzerorientierte Bilderwelt“, die sich abseits des Mainstream zu entwickeln scheint: durch die Organisation privater Bilder über Angebote wie flickr.com oder youtube.com entstehen erste „Bild-Communities“, die zugleich für eine plattformgebundene Verbreitung und Diskussion des vorhandenen Materials sorgen. Aus diesem Fundus heraus „diffundieren“ die Digitalbilder dann in neue Verteilformate wie Weblogs, Pod- oder Videocasts, die das Rohmaterial gierig aufnehmen und in eigene Inhalte integrieren. Erst danach kommen die „etablierten Medien“ (oder deren digitale Erweiterungen) an die Reihe, die häufig nur noch ein schwaches Echo der ursprünglichen Netznachricht einfangen und dem verbleibenden Offline-Publikum vermelden können.
</p>
<p>
<b>Entfesselter Bilderkreislauf</p>
<p></b>So entsteht ein offener, bisweilen entfesselter Bilderkreislauf, in den sowohl öffentliche wie private Akteure permanent Materialien einspeisen, diese aber bereits im Augenblick ihrer digitalen Bereitstellung nicht mehr kontrollieren können.
</p>
<p>
Für den traditionell bildorientierten Personenwahlkampf zeigen sich hier vielfältige Möglichkeiten, begonnen mit der digitalen Archivierung des durch Kommentare, Graffitis oder Handgreiflichkeiten veränderten Plakatmaterials im öffentlichen Raum bis zur digitalen Nachbearbeitung und Wiederverbreitung von Kampagnenmotiven im Rahmen von „Ad-Busting“ oder „Guerilla-Marketing“. Und auch für die Bürger eröffnen sich neue, unerwartete Beteiligungsmöglichkeiten am öffentlichen Kommunikationsprozess: politikinteressierte Fans der digitalen Bildbearbeitung reiben sich schon längst die Hände ob der zahlreichen Chancen zur computer- und internet-gestützten Entzauberung ihrer Volksvertreter und -vertreterinnen.
</p>
<p>
So erlebt eine besonders prominente Akteurin des politischen Systems mittels der digitalen Bildplattformen gerade eine bemerkenswerte „Zweitkarriere“ – auch wenn vieles derzeit noch im Stadium der „Fingerübung“ verbleibt, mit „Mash-Ups“ wie diesen leicht überarbeiteten „<br />
<a href="http://www.youtube.com/results?search=merkel%2Bpodcast&amp;search_type=search_videos&amp;search=Search" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet-Ansprachen</a>“ der Bundeskanzlerin müssen wir künftig wohl leben. Augen auf und durch.<br />

</p>
<p class="fett">
</p>
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		<title>Tagging: Navigation auf Bedeutungsebene</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cjordan]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Aug 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Tagging]]></category>
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					<description><![CDATA[(3. August 2006) Im Netz gibt es einen Trend, der auch in Deutschland immer mehr Anhänger gewinnt: das Tagging. Tagging bezeichnet das Zuordnen von frei definierbaren Schlagwörtern (engl. „Tags“) zu einzelnen Objekten im Web. Dies können beispielsweise Links, Fotos oder Textbeiträge eines Weblogs sein. Sinn dieser Schlagwörter ist es, für eine bessere Auffindbarkeit von Inhalten im Internet zu sorgen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(3. August 2006) Im Netz gibt es einen Trend, der auch in Deutschland immer mehr Anhänger gewinnt: das Tagging. Tagging bezeichnet das Zuordnen von frei definierbaren Schlagwörtern (engl. „Tags“) zu einzelnen Objekten im Web. Dies können beispielsweise Links, Fotos oder Textbeiträge eines Weblogs sein. Sinn dieser Schlagwörter ist es, für eine bessere Auffindbarkeit von Inhalten im Internet zu sorgen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Mit Hilfe von Schlagwörtern können Nutzer ihre eigenen digitalen Sammlungen organisieren. Zudem können sie Inhalte fremder Webseiten verschlagworten und so eine Systematik schaffen, die auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind.</p>
<p>
                              <strong>Navigation auf Bedeutungsebene</strong>
                            </p>
<p>Mit dem Aufkommen von Web 2.0 bricht im Internet eine neue Ära an, in der sich Formate und Plattformen durchsetzen, die in erster Linie auf der Zusammenarbeit vieler Menschen beruhen. Dabei spielt die Verschlagwortung eine wesentliche Rolle. Das Schlagwort ist eine alte Erfindung. Neu ist, dass die Verschlagwortung nicht mehr auf wenige Fachleute wie beispielweise Bibliothekare beschränkt ist, sondern dass jeder mitmachen kann. Die Verschlagwortung der Webinhalte wird damit zu einem gigantischen Gemeinschaftsprojekt. Dass solche Projekte durchaus Erfolg haben können, zeigt das Beispiel der Online-Enzyklopädie<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a>. Die Nutzung von Schlagworten erlaubt dem Nutzer zudem eine Navigation, die auf der Bedeutungszuweisung von Worten zu Inhalten basiert und damit komplett anders als die herkömmliche hierarchische Navigation in Kategorien funktioniert.</p>
<p>
                              <strong>Neue Anwendungsmöglichkeiten</strong>
                            </p>
<p>Mit Web 2.0 ergeben sich neue Anwendungsmöglichkeiten. Etliche Weblogs und andere Dienste bieten heute ihre Inhalte parallel auf der Website und im RSS-Format an. Die Abkürzung „RSS“ steht dabei für „Really Simple Syndication“ und bezeichnet standardisierte Verbreitungswege von Inhalten im Netz. RSS-Reader, die Lesesoftware für RSS-Links, werten die zu den Beiträgen vergebenen Tags aus und fassen alle Beiträge zu einem Schlagwort automatisch – zum Beispiel in einem bestimmten Themenkanal &#8211; zusammen. Wer sich für ein Thema interessiert, braucht also nur noch die relevanten Tag-Kanäle zu beobachten und erfährt so automatisch, welche aktuellen Beiträge zu diesem Thema geschrieben wurden. Neu ist auch die Idee der Tag-Cloud, die häufig zur Navigation eingesetzt wird. Eine<br />
                            <a href="http://del.icio.us/tag" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tag-Cloud</a> ist eine spezielle Darstellung, die Schlagwörter und deren Frequentierung anzeigt. Je häufiger ein Schlagwort auf der Website genutzt wird, desto größer wird es in der Liste dargestellt. So wird schnell klar, welche Schlagwörter oft verwendet werden und zu welchen Themen auf der Website die meisten Inhalte zu finden sind.</p>
<p>Anstatt einen bestimmten Hyperlink auf dem eigenen Computer in dem Ordner als Lesezeichen abzulegen, können Benutzer den Link auf der Webseite<br />
                            <a href="http://del.icio.us" target="_blank" rel="noopener noreferrer">del.icio.us</a> speichern. Der Vorteil ist, dass Benutzer nun von jedem Computer aus auf ihre Lesezeichen zugreifen können. Die Lesezeichen können bei del.icio.us mit Tags versehen werden, um sie besser verwalten zu können. Zudem ist es möglich zu sehen, welche Links andere Nutzer gespeichert haben. So ist es möglich, nach Tags zu recherchieren oder einfach in den Lesezeichen-Sammlungen von anderen zu browsen. Besonders interessant ist zu sehen, womit sich die Experten beschäftigen und welche Lesezeichen sie zu einem Thema ausgewählt haben.</p>
<p>Auf der Webseite der Online-Fotogalerie<br />
                            <a href="http://flickr.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr.com</a> können Benutzer nach Fotos mit bestimmten Themen suchen. Sie können dort auch selbst Fotos speichern, sie ordnen und sie der Öffentlichkeit oder einer kleinen ausgewählten Gruppe präsentieren. Die Fotos können in Alben organisiert und mit Tags versehen werden. Sogar Ausschnitte des Fotos können mit Kommentaren versehen werden. So werden die Inhalte von Fotos überhaupt erst auffindbar.</p>
<p>Das Tagging wird von immer mehr Weblogs, die relativ häufig aktualisiert werden, verwendet. Die Suchmaschine<br />
                            <a href="http://www.technorati.com/tags" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Technorati</a> bietet bietet eine Suchfunktion für Tags. Um bei bestimmten Themen ständig auf dem aktuellen Stand zu bleiben, ist es möglich, Tags zu abonnieren und sich die entsprechenden Beiträge per RSS-Feed zuschicken zu lassen.</p>
<p>
                              <strong>Vorteil liegt im öffentlichen Zugang</strong>
                            </p>
<p>Der größte Vorteil von Tagging liegt in der unkomplizierten und nicht reglementierten Anwendung. Das Prinzip ist einfach und erfordert keinerlei Vorkenntnisse. Damit ist die Voraussetzung gegeben, dass sich wirklich viele Nutzer beteiligen. Ähnliche Verschlagwortungsprojekte mit komplizierteren Verfahren wie z.B. die<br />
                            <a href="http://dublincore.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dublin Core Metadata Initiative</a> scheiterten unter anderem an der mangelnden Akzeptanz der Benutzer.</p>
<p>Tagging bietet überhaupt erst die Möglichkeit Inhalte, welche selbst nicht durchsucht werden können wie z.B. Bilder, auffindbar zu machen. Denn bisher existiert noch kein alltagstaugliches Verfahren zur automatisierten Bilderkennung. Die bestehenden Suchmaschinen können die Inhalte von Bildern nicht erkennen. Sie arbeiten textbasiert. Daher müssen zu Fotos Schlagwörter oder beschreibende Texte per Hand ergänzt werden. Tagging macht Sinn, wenn die Inhalte bereits vom Benutzer selbst erfasst werden – wie z.B. Links oder Kleinanzeigen.</p>
<p>Zudem kommt eine soziale Komponente zum Tragen, der sich Amazon schon fast seit Beginn seiner Existenz bedient: Wer gerne dies liest, liest auch gerne jenes, lautet die Grundidee. Auch Dienste wie del.icio.us folgen dem Empfehlungsprinzip und nutzen dazu das Prinzip des<br />
                            <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Personalisierung_(Informationstechnik)#Kollaboratives_Filtern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kollaborativen Filters</a>. Wem diese Links gefallen haben, dem werden auch die folgenden Links gefallen. Die Tags weisen dabei den Weg zu Sammlungen, die bestimmte Themen als Schwerpunkte haben. So sind dort meist auch Links auf Webseiten zu entdecken, die einem beim Einsatz einer Suchmaschine wahrscheinlich entgangen wären. Auch werden keine Unmengen von Suchergebnissen angezeigt, da bereits eine Vorauswahl getroffen wurde.</p>
<p>
                              <strong>Tagging beinhaltet auch Schwächen</strong>
                            </p>
<p>Die Schwächen von Tagging haben ursächlich ebenfalls mit dem vermutlich wichtigsten Erfolgsfaktor zu tun, der unkomplizierten und nicht reglementierten Anwendung. Niemand gibt vor, wie die Tags zu lauten haben. So findet man Inhalte zum Thema Musik unter dem Tag „mp3“ genauso wie unter „Musik“ oder dem englischen Begriff „music“. Vor allem Einzahl- und Mehrzahl-Konstruktionen erschweren die Nutzung von Tag-Sammlungen, aber auch die Sortierung nach verschiedenen Sprachen. Eine systematische Verschlagwortung von Inhalten mit immer gleichen Schlagwörtern, wie sie die Fachleute in den Bibliotheken anwenden, schafft hier Abhilfe. Das setzt aber eine entsprechende Ausbildung und Disziplin bei den Anwendern voraus. Die systematische Verschlagwortung erfordert Fachleute und ist damit für eine breite Anwendung unbrauchbar. Das Problem der fehlenden Eindeutigkeit von Tags und der daraus resultierenden Unübersichtlichkeit ist bekannt. Möglicherweise wird es in Zukunft Lösungen oder zumindest Verbesserungsmöglichkeiten geben. Bisher stellen diese Alltagsprobleme für Anwender und Software-Entwickler noch eine große Herausforderung dar.</p>
<p>Wenn Spam-Firmen das Tagging für sich entdecken, könnten bei einer Suche sehr schnell unsinnige Ergebnisse ganz oben in den Listen erscheinen. Die neuen Tags würden dann schnell nutzlos.</p>
<p>Tagging repräsentiert einen neuen Weg, Information online zu organisieren und zu finden. Es wird die traditionellen Web-Suchen, wie sie von Yahoo und Google angeboten werden, bereichern. Tagging wird Google voraussichtlich nicht ersetzen, aber einige Nutzer werden sich vielleicht stärker der Suche mit Schlagwörtern zuwenden und weniger häufig die bestehenden Suchmaschinen benutzen. Die &#8220;Big Player&#8221; zeigen inzwischen ein erhebliches Interesse an dem Thema Tagging. So hat Yahoo die kleinen Web-2.0-Unternehmen Flickr und del.icio.us gekauft. Auch Google beschäftigt sich bereits mit dem Thema, so könnten Schlagwörter bei der Verbesserung der Suchergebnisse helfen und Benutzern zugleich alternative Suchanfragen anbieten.<br />
                            </p>
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		<title>Web 2.0 &#8211; Die Klassiker</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Aug 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Flickr]]></category>
		<category><![CDATA[Del.icio.us]]></category>
		<category><![CDATA[Friendster]]></category>
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					<description><![CDATA[(3. August 2006) So jung es auch ist, das Internet in der Version 2.0 hat schon jetzt einige Klassiker hervorgebracht, die den Begriff Web 2.0 verkörpern. politik-digital.de stellt Ihnen fünf
Gestaltungs- und Nutzungsszenarien vor.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(3. August 2006) So jung es auch ist, das Internet in der Version 2.0 hat schon jetzt einige Klassiker hervorgebracht, die den Begriff Web 2.0 verkörpern. politik-digital.de stellt Ihnen fünf<br />
Gestaltungs- und Nutzungsszenarien vor.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
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<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Die fiktive Person Paul studiert Politikwissenschaft in Berlin und hat außerdem ein Semester lang in London studiert. Er liest, reist und fotografiert gerne und interessiert sich als Musikliebhaber auch für Urheberrechtsfragen, seit vor einigen Jahren seine Lieblingsmusiktauschbörse Napster per Gerichtsbeschluss geschlossen wurde. Außerdem betreibt er seit kurzem ein<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weblog" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weblog</a>, in dem er über all die Themen schreibt, die ihn interessieren.
</p>
<p>
<b>Wissen: Wikipedia</b></p>
<p>Wann immer Paul einen Begriff nachschlagen will, recherchiert er zunächst bei der Online-Enzyklopädie<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikipedia</a>. Die Enzyklopädie enthält ausschließlich Beiträge, die von Benutzern geschrieben wurden. Auf diese Weise sind schon allein in deutscher Sprache schon rund 400.000 Beiträge entstanden und es werden täglich mehr. Für eine Studentenzeitung möchte Paul einen Artikel über die Reform des Urheberrechts schreiben. Bei Wikipedia findet er einen ausführlichen Beitrag zum Thema<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urheberrecht" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Urheberrecht</a>. Trotz einiger einseitiger Wertungen in diesem Beitrag – mehrere Autoren haben ihn allein in der vorigen Woche über ein Dutzend Mal verändert und sich dort um die Auswirkungen der Urheberrechtsreform gestritten – findet Paul dort eine fundierte Grundlage für seine Recherche, ausführliche Kritik pro und kontra der geplanten Reform, sowie eine ausführliche Liste mit Links zu den Gesetzestexten und den verschiedenen Lobbygruppen. Paul findet drei Websites, die ihm besonders relevant erscheinen: Den Gesetzestext, eine Zusammenstellung vieler Texte zum Thema auf urheberrecht.org, sowie das Weblog eines Musikjournalisten. Paul beschließt, diese Inhalte als Grundlage für seinen Artikel zu verwenden und speichert sie als „<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bookmark" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bookmark</a>“.
</p>
<p>
<b>Bookmarks: Del.icio.us</b></p>
<p>Seine virtuellen Lesezeichen (engl. „Bookmarks“) sammelt Paul auf der Website<br />
<a href="http://del.icio.us" target="_blank" rel="noopener noreferrer">del.icio.us</a> (ausgesprochen wie das englische Wort für köstlich: delicious). Der Service mit der verwirrenden Schreibweise verwaltet die Lesezeichen aller Teilnehmer. Hier speichert Paul die drei neu gefundenen Websites zum Urheberrecht. Er versieht sie mit beschreibenden Schlagwörtern (sogenannten<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaftliches_Indexieren" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tags</a>): Paul wählt die Begriffe Urheberrecht, Urheberrechtsreform und Copyright. Das hilft nicht nur Paul, den Link später wiederzufinden. Wenn ein anderer Benutzer in del.icio.us nach dem Begriff Urheberrecht sucht, zeigt ihm der Dienst die Bookmarks aller Benutzer, die mit dem Schlagwort Urheberrecht markiert wurden. Im Gegenzug werden auch Paul auf seiner eigenen del.icio.us-Seite in Zukunft alle entsprechenden Bookmarks der anderen Benutzer angezeigt. Jedes Mal, wenn er auf seine persönliche del.icio.us-Seite sieht, findet er dadurch neue Links zu Themen, die ihn interessieren. Obwohl es mittlerweise eine ganze Reihe vergleichbarer Dienste gibt, ist del.icio.us der Urtyp der sozialen Verwaltung von virtuellen Lesezeichen.
</p>
<p>
<b>Menschen: Friendster</b></p>
<p>Nachdem Paul seine neuen Lesezeichen gespeichert hat, erhält er eine eMail. Es ist eine Benachrichtigung von Friendster, einem Online-Dienst, der Verbindungen in sozialen Netzwerken abbildet. Freunde können sich gegenseitig verlinken und gleichzeitig die Freunde der eigenen Kontakte sehen. In seinem Interessenprofil hat Paul vermerkt, dass er Politik studiert und in Berlin lebt. Schon zwei Mal wurde er von Freunden seiner eigenen Freunde angesprochen – einmal ist der Kontakt gleich wieder abgebrochen, beim zweiten Mal aber hat sich eine dauerhafte Freundschaft ergeben. Zurück zu Pauls eMail: Emily, eine Freundin, die er während seines Austauschsemesters in London kennengelernt hat, habe ihm eine Nachricht hinterlassen. Erschöpft von der ersten Runde seiner Recherche gönnt sich Paul eine Pause und beschließt, sich in den Mitgliederbereich des Web 2.0-Angebots Friendster einzuloggen. Auch wenn er mit vielen seiner Kontakte dort nicht in regelmäßigem Kontakt steht, freut sich Paul doch, die alten Gesichter wiederzusehen. Wie sich herausstellt, plant seine Freundin aus London bald einen Kurztrip nach Berlin und würde sich gerne mit Paul treffen – allerdings hat sie seine aktuelle Telefonnummer nicht und meldet sich daher über die Onlineplattform. Paul freut sich auf das Treffen und schickt ihr sofort eine Nachricht.
</p>
<p>
<b>Themen: Weblogs</b></p>
<p>Seit einigen Wochen betreibt Paul ein Weblog. In seinem Weblog schreibt er Notizen zu Themen, die ihn persönlich bewegen. Später, so hat er sich überlegt, möchte er dieses Online-Journal vielleicht etwas professioneller gestalten. Für den Moment aber ist er zufrieden damit, sich dort ein wenig selbst auszuprobieren und mit verschiedenen Stilformen zu experimentieren. Er schreibt zwei kurze Beiträge in sein Weblog: Eine kurze Notiz, in der er seinen ersten Eindruck zur Urheberrechtsreform ausdrückt („Scheint ganz schön hart zu sein – lest Euch diesen Beitrag durch!“). Und ein Hinweis für seine Freunde, dass Emily aus London zu Besuch kommt – immerhin haben einige seiner Freunde aus Berlin sie ebenfalls kennengelernt und möchten bei dem Treffen sicher auch dabei sein. Er sieht die beiden Beiträge an und findet, dass sie noch etwas trocken aussehen &#8211; Ein Foto könnte Abhilfe schaffen. Er klickt auf einen Link in der Seitennavigation seines Weblogs, gleich unter dem Link zu seinem Friendster-Profil: Der Link heißt „Paul auf Flickr“.
</p>
<p>
<b>Fotos: Flickr</b></p>
<p>Paul beschließt, ein Partyfoto von Emily und ihm selbst in seinem Weblog zu veröffentlichen. In seinem Mitgliedsbereich der Foto-Sharing-Plattform<br />
<a href="http://flickr.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flickr</a> hat Paul über 300 Bilder gespeichert. Wie auch beim Bookmark-Manager del.icio.us werden die Fotos bei Flickr durch Tags in Kategorien sortiert.; Wie beim Freundenetzwerk Friendster hat Paul auch bei Flickr ein Netzwerk von Freunden und Bekannten. Paul gibt ins Flickr-Suchfeld einfach „Emily“ ein und schon zeigt ihm die Online-Bildergalerie vier Bilder, die er beim Speichern entsprechend markiert hat. Auf zwei davon ist auch er selbst zu sehen. Paul entschließt sich für das verschwommenere Foto – die Farben sind stimmungsvoller, zudem möchte er so einen Rest an Anonymität bewahren. Mit wenigen Klicks schickt Flickr das Bild direkt an Pauls Weblog, ohne dass er sich dort noch einmal einloggen müsste: Sein Weblogprovider Blogger.com und Flickr.com sind durch offene Standards hochgradig integriert, tauschen Daten per Knopfdruck aus. Um das Ergebnis zu überprüfen, schaut Paul noch einmal auf sein Weblog. Er ist zufrieden mit dem Ergebnis. Als er gerade wieder anfangen möchte, seinen Artikel zum Urheberrecht weiterzuschreiben, fällt ihm auf, dass jemand einen Kommentar in seinem Weblog hinterlassen hat: „Es gibt gerade klasse Sonderangebote für Flüge von London nach Berlin. Falls Emily noch nicht gebucht hat, hier ist der Link&#8230;“. Paul öffnet eine neue Email, um Emily den Link weiterzuleiten.
</p>
<p>
Später am Abend, Pauls Artikel ist gerade fertig geworden und veröffentlicht, besucht Paul noch einmal die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Dieses Mal allerdings nicht, um zu recherchieren, sondern um seinen Artikel von Wikipedia aus zu verlinken – und somit das Netz um neues Wissen zu erweitern.</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Social Software im Networking-Prozess</title>
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		<dc:creator><![CDATA[frenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[OpenBC]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Networking]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
(22. Juni 2006) Die Möglichkeiten des Online-Networkings werden auch hierzulande immer stärker genutzt. Florian Renz fasst die Ergebnisse seiner Untersuchung zu Social Networking am Beispiel des Online-Netzwerks openbc.com für politik-digital.de zusammen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
(22. Juni 2006) Die Möglichkeiten des Online-Networkings werden auch hierzulande immer stärker genutzt. Florian Renz fasst die Ergebnisse seiner Untersuchung zu Social Networking am Beispiel des Online-Netzwerks openbc.com für politik-digital.de zusammen.<!--break-->
</p>
<p>
War früher eher abfällig von Begriffen wie „Seilschaften“ und „Vetternwirtschaften“ die Rede, so nimmt seit einiger Zeit der Begriff des „Networkings“ in unseren Sprachgebrauch Einzug. Damit ist das zielgerichtete Ausbauen persönlicher sozialer Netzwerke gemeint &#8211; das beinhaltet auch die regelmäßige Pflege dieser Kontakte. In der soziologischen Theorie ist die Mobilisierung von Ressourcen zur Einbettung in ein soziales Beziehungsgeflecht („soziales Netzwerk“) als „Sozialkapital“ bekannt. Etwas plakativ formuliert kann man erfolgreiches Networking mit einem höheren Ausmaß an Sozialkapital gleichsetzen.
</p>
<p>
<b>Social Software im Networking Prozess</b></p>
<p>Die in den letzten Jahren wachsende Bedeutung des Internets drückt sich auch in der Entwicklung neuer Online-Anwendungen aus, die die Möglichkeit bieten, soziale Netzwerke darzustellen und zu erweitern. Relativ neu ist der für solche Technologien geprägte Sammelbegriff der „<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Software" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Software</a>“. Im Wesentlichen gehören dazu Weblogs,<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wikis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikis</a> und „Social Network Sites“.</p>
<p>Am deutlichsten tritt das Phänomen der Vernetzung bei den Social Network Sites zutage, bei denen angemeldeten Mitglieder untereinander in Kontakt treten. Das seit 2003 existierende Hamburger Internetangebot<br />
<a href="http://www.openbc.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Business Club</a>, kurz „openBC“, ist eine dieser Social Network Sites, die sich in den letzten Jahren zahlreich entwickelt haben und das soziale Netzwerk eines Individuums zumindest teilweise abbilden können. Dies geschieht durch die Visualisierung der Kontakte der einzelnen Teilnehmers, die sich untereinander als Bekannte bzw. Freunde verifizieren. Über Visualisierungspfade können die Nutzer – in Anlehnung an das bekannte „<br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Small_world_phenomenon" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Small World Phenomenom</a>“ (Milgram 1967), nach dem einzelne Mitglieder großer sozialer Netzwerke nur durch wenige Schritte miteinander verbunden sind &#8211; feststellen, dass sich die Mitglieder zumindest indirekt kennen.</p>
<p>openBC vernetzt weltweit inzwischen über eine Million Menschen.– das business-orientierte Angebot steht nach eigenen Angaben mittlerweile in 16 Sprachen zur Verfügung und wird von Mitgliedern aus 200 verschiedenen Nationen genutzt.
</p>
<p>
<b>Das Entstehen neuer Networking Praktiken</b></p>
<p>Statt auf Visitenkartenpartys sich durch Dritte einander vorstellen zu lassen, können Geschäftsleute dies online tun. Neben der Kontaktanbahnung bieten die technischen Möglichkeiten der Netzwerkplattform weitere Kommunikationsformen an. In thematisch eingegrenzten Foren kann beispielsweise Wissen ausgetauscht werden oder mit anderen Mitgliedern auf verschiedene Arten kommuniziert werden. Jeder Anwender verfügt zudem über eine Profilseite, die über die eigene Person informiert und gleichzeitig direkte und indirekte Verbindungen zu anderen Mitgliedern anzeigt.
</p>
<p>
Gegenüber der herkömmlichen Kontaktpflege bedeutet dies, dass die Funktionsvielfalt der Plattform dem Nutzer neue Handlungsoptionen anbietet, die unter Umständen alte Handlungsroutinen ergänzen und sogar ersetzen können. Mit der Nutzung dieser Social Network Sites entstehen neue Möglichkeiten des Networkings, die das persönliche Sozialkapital erheblich ausweiten können.
</p>
<p>
<b>Praktiken des Networkings in openBC</b></p>
<p>Die Realität sieht jedoch anders aus. Zahlreiche im Rahmen einer Diplomarbeit erhobene Interviews mit Nutzern von openBChaben ergeben, dass das Generieren von neuen Kontakten eher zweitrangig ist und die Anwender vor allem bereits aus der Offline-Welt bestehende Kontakte pflegen. Die Mehrzahl der Befragten gab an, dass sie über erheblich mehr Kontakte aus der Offline-Welt als aus der Online-Welt verfügen.</p>
<p>Für den Großteil der Nutzer bildet openBC dabei vor allem eine praktikable Form eines sich aktualisierenden Adressbuches. So sei das Generieren von Geschäftsbeziehungen nicht ihre Hauptmotivation, die Netzwerkplattform zu nutzen. Oftmals sei das Verwalten von bekannten Kontakten der wichtigere Grund für die Nutzung. Es finden sich folglich vermehrt einander bekannte Gruppen zueinander, die zudem eher im privat-freundschaftlichen als im geschäftlichen Bereich anzusiedeln sind.</p>
<p>Versteht man Networking in einer ganzheitlichen Definition, die sowohl die Pflege bereits geknüpfter Kontakte als auch das Generieren neuer Kontakte beinhaltet, so wird deutlich, dass das Online-Networking nur teilweise umgesetzt wird. Im Gegensatz zur Idealvorstellung, dass mit Hilfe von business-orientierten Social Network Sites in großem Maße neue Kontakte generiert und damit auch neue Kundenkreise und/oder Aufträge an Land gezogen würden.</p>
<p>Die meisten Befragten gaben vielmehr an, bisher keine Geschäftsbeziehungen über die Plattform geknüpft zu haben, oftmals aber interessante Kontakte aufgebaut zu haben, von denen sie sich in der Zukunft einen Nutzen versprechen. Statt durch neue Verbindungen konkrete Verhandlungen anzustreben, werden Kontakte eher hergestellt, um eine „Nutzenreserve“ aufzubauen, aus der man in Zukunft bei Bedarf schöpfen kann.
</p>
<p>
<b>Die Nutzertypologien</b></p>
<p>Aus den dargestellten Erkenntnissen der Nutzerbefragung zu schließen, dass openBC nur halbherzig genutzt wird, ist jedoch vorschnell. Denn es existieren zwei verschiedene Nutzertypen: Zum einen die Anwender, die von sich behaupten, openBC eher passiv und unregelmäßig zu nutzen. Zum anderen Anwender, die das Networking nach eigener Aussage aktiv und regelmäßig betreiben. Diese Einteilung korreliert stark mit der Unterscheidung zwischen dem Status der kostenfreien Mitgliedschaft und dem Status der Premiummitgliedschaft, die gegen eine monatliche Gebühr erweiterte Funktionalitäten bietet. In beiden Gruppen herrscht eine geringe Bereitschaft, den innehabenden Mitgliedschaftsstatus zu wechseln.
</p>
<p>
<b>Erwartungen</b></p>
<p>Nicht nur die Nutzung der Online-Netzwerkplattform ist eingeschränkt, auch die Erwartungen der Nutzer sind eher gering und beschränken sich auf Aspekte, die mit den technischen Möglichkeiten der Plattform einhergehen (erleichterte Kontaktmanagement und die Suchfunktionalitäten). So sind die Nutzer der Auffassung, dass die Plattform für die Generierung eines Erstkontaktes durchaus geeignet, für die Ausweitung einer geschäftlichen Beziehung jedoch der direkte persönliche Kontakt mit dem potentiellen Geschäftspartner unvermeidlich sei. Die Netzwerkplattform kann nach Aussagen der Nutzer den herkömmlichen Networking-Prozess nicht ersetzen. Die meisten Befragten sehen in der Plattform eher eine Ergänzung und Unterstützung ihrer sonstigen Networking-Aktivitäten.
</p>
<p>
<b>openBC Networking im Offline-Bereich</b></p>
<p>Dazu zählen vermehrt auch die so genannten „openBC-Treffen“ &#8211; von den openBC Mitgliedern in vielen Städten nach dem „bottom-up“ Prinzip durchgeführte Veranstaltungen, die zum Zwecke des Networkings organisiert werden. Mittels mehrerer teilnehmender Beobachtungen wurden diese Treffen analysiert, wobei ähnliche Tendenzen wie beim Online-Networking festgestellt wurden. Vor allem bei Veranstaltungen, an denen mehrere hundert Personen teilnehmen, finden sich wieder einander bekannte Gruppen zusammen, deren Verhalten auf eine hohe Vertrautheit untereinander schließen lassen.</p>
<p>Aus den Aussagen von Teilnehmern der Treffen, aber auch aus den Ergebnissen der Nutzerbefragung geht dennoch hervor, dass es sich bei den openBC Treffen um eine Fortführung der Networking-Prozesse auf der Online-Ebene handelt. So kann der für Geschäftsbeziehungen oft notwendige persönliche Kontakt bei diesen Veranstaltungen geschlossen werden. Diese Verknüpfung der Online- und der Offline-Ebene wird von einigen aktiven Nutzern als äußerst wertvoll eingestuft.
</p>
<p>
<b>„Mehr-Ebenen-Networking“</b></p>
<p>In den Erhebungen wurde erkannt, dass openBC einen sozialen Raum bildet, in dem Praktiken des Networkings ausgeübt werden und neue Nutzungsroutinen entstehen, die bisher gängige Praktiken ergänzen.</p>
<p>Versucht man die zentrale Motivation zu benennen, über openBC Networking zu betreiben, so ist nach den Ergebnissen der Nutzerbefragung zwar zu konstatieren, dass der Auf- und Ausbau von Sozialkapital an vorderster Stelle steht, allerdings nicht in der optimalen Weise. Neben einer Gruppe von Anwendern, die openBC nur passiv und unregelmäßig nutzt und in der Plattform nicht viel mehr als ein digitales Adressbuch sieht, gibt es eine zweite Gruppierung, die das Online-Networking erheblich aktiver betreibt, aber auch in den wenigsten Fällen „ganzheitliches Networking“ betreibt, also neuen Kontakte generiert und bereits bekannte Kontakte pflegt. Ebenso wenig ist openBC eindeutig als geschäftlich-orientierte Social Network Site zu deuten, denn zu viele Praktiken, die auf private Bekanntschaften ausgerichtet sind, werden ausgeübt.</p>
<p>Vielmehr scheinen die Networking Praktiken in openBC nur ein Element übergeordneter Praktiken zu sein, die auf ein „Mehr-Ebenen-Networking“ hindeuten. Traditionelle Mechanismen der Kontaktpflege werden mit den neuen Optionen des Online-Networkings verbunden, die openBC und die dazugehörigen Treffen bieten. Nach Aussage einiger Anwender bilden die neuen Elemente die ideale Ergänzung zum traditionellen Networking, dessen kompletten Wegfall keiner der Nutzer erwartet.
</p>
<p>
<b>Individuelle und gesellschaftliche Konsequenzen</b></p>
<p>Wie der Begriff der Social Software neu ist, so sind auch die meisten darunter subsumierten Angebote äußerst jung. Im Anschluß an Theoretiker wie<br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Barry_Wellman" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Barry Wellman</a> (2000) oder<br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Manuel_Castells" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Manuel Castells</a> (2001) sind die Anwendungen der Social Software als weiterer Katalysator für das Entstehen einer „Netzwerkgesellschaft“ zu deuten. In dieser Organisationsform verlagert sich Castells zufolge der soziale Austausch zwischen Akteuren zunehmend in Netzwerke, die delokalisiert organisiert sind, deren Teilnehmer sich aber durch die neuen Kommunikations- und Informationstechnologien über große Distanzen hinweg austauschen können. Der potentielle Transfer von Networking-Praktiken aus dem Offline- in den Online-Bereich entspricht den Prognosen Castells für die weitere Ausgestaltung der Netzwerkgesellschaft.</p>
<p>Social Network Sites, wie das diskutierte Angebot openBC, erleichtern dem Einzelnen die Pflege und die Erweiterung des eigenen sozialen Netzwerkes, besonders dann, wenn man die Online-Networking Praktiken mit denen der traditionellen Networking-Formen kombiniert. Ihre Nutzer können sich gegenüber anderen Personen einen Vorteil verschaffen, weil sie in der Lage sind, ihr soziales Netzwerk auszubauen und damit die Ressourcen – das Sozialkapital – zu steigern, das ihnen zur Verfügung steht.</p>
<p>Die Entwicklung im gesamten Bereich der Social Software kann demnach in der Lage sein, die „Digitale Spaltung“, die Kluft zwischen Internet-Nutzern und Internet-Nichtnutzern, weiter zu erhöhen. Dies kann zum sozialen Problem werden, vor allem deswegen, weil die Kluft zwischen Onlinern und Offlinern entlang anderer gesellschaftlicher Spaltungen, wie dem Alter und dem Bildungsniveau, verläuft.
</p>
<p>
<b>Der Autor des Textes, Florian Renz, beschäftigte sich im Rahmen seiner Diplomarbeit „Praktiken des online-gestützten Netzwerkens am Beispiel von openBC“ und seiner Tätigkeit an der<br />
<a href="/www.fonk-bamberg.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Universität Bamberg</a> mit Social Software Anwendungen.<br />
<br />
</b></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Heute schon gediggt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Emanzipation des Netzes]]></category>
		<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
		<category><![CDATA[Social Bookmark]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Digg.com]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Zuge der Entwicklung des Internets unter dem Schlagwort Web 2.0 sprießen immer mehr stark partizipative, web-basierte Services aus dem digitalen Boden. Robert Thurnher hat sich eines der noch nicht so bekannten Angebote, 
                            Digg.com für politik-digital.de angesehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Im Zuge der Entwicklung des Internets unter dem Schlagwort Web 2.0 sprießen immer mehr stark partizipative, web-basierte Services aus dem digitalen Boden. Robert Thurnher hat sich eines der noch nicht so bekannten Angebote,<br />
                            <a href="http://www.digg.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digg.com</a> für politik-digital.de angesehen.</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                            <br />Der Name der Webanwendung Digg.com ist eine Anspielung auf „to dig“ (engl. für „graben“) und Programm. Die Funktion der Site ist simpel und schnell erklärt: Digg.com ist ein News-Portal. Es unterscheidet sich vor allem in der Art, wie die Berichte für die Website ausgewählt werden, denn bei Digg werden die Beiträge nicht etwa automatisiert oder von einer Redaktion ausgewählt, sondern durch seine Nutzer. Inhaltlich beschränkt sich Digg.com auf News aus dem Bereich Netztechnologie und veröffentlicht hauptsächlich englischsprachig.</p>
<p>                            <strong>Wie Digg.com funktioniert</p>
<p></strong>Jeder bei Digg.com registrierte Nutzer kann anderen Nutzern Artikel empfehlen, die er auf einer beliebigen (News-) Site findet. Dazu trägt der Finder die URL des jeweiligen News-„Fundstücks“ auf Digg.com ein und schreibt noch ein paar beschreibende Zeilen dazu. Dieser Beitrag wird dann auf Digg.com veröffentlicht und steht zur „Bewertung“ durch andere Nutzer bereit. Diese Bewertung geschieht durch die Vergabe sogenannter „Diggs“, den Bewertungspunkten der empfohlenen Artikel. Jeder Nutzer kann einem Beitrag jeweils einen solchen Digg verleihen. Sobald eine bestimmte Anzahl Diggs für den jeweiligen Artikel erreicht wird, erscheint der Beitrag offiziell auf der Startseite/Homepage von Digg.com. Außerdem können die Beiträge kommentiert und mittels personalisierbarer Feeds abonniert werden. Posts, die das Prinzip von Digg missbrauchen, können gemeldet werden.</p>
<p>                            <strong>Der „Digg-Effekt“</p>
<p></strong>Was eine auf die Startseite gediggte Story für Auswirkungen haben kann, lässt sich u.a. an<br />
                            <a href="http://ifakedit.com/log/2005/11/09/what-its-like-to-be-dugg-a-detailed-graphical-report-of-what-happens-to-a-site-on-digg/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesem Beispiel</a> ersehen . Es handelte sich hierbei um einen „Amateur“-Artikel bzgl. „small budget photography“, dessen Popularität nach seinem Erscheinen auf Digg.com explosionsartig zunahm.</p>
<p>                            <strong>Vom Consumer zum Prosumer</p>
<p></strong>Der Erfolg des Wandels im Agenda-Setting von Digg.com, weg von der zentralen Instanz einer Redaktion hin zum Gatekeeping durch die Nutzer, steht und fällt somit mit den Nutzern. Hier lässt sich eine Parallele zur Wikipedia ziehen, denn auch hier wird der Inhalt von den Nutzern kreiert und trotz einiger Probleme mit dieser Form des Publizierens scheint sich das Konzept zu bewähren. Hinweise hierzu liefert z.B. eine Untersuchung des<br />
                            <a href="http://www.nature.com/news/2005/051212/full/438900a.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschafts-Journals Nature</a>.</p>
<p>                            <strong>Digg.com &#8211; eine Erfolgsstory?</p>
<p></strong>Seit seinem Start von etwa einem Jahr ist Digg eingeschlagen wie eine Bombe. Das behaupten jedenfalls das Web 2.0 Blog<br />
                            <a href="http://www.techcrunch.com/2005/11/09/digg-is-almost-as-big-as-slashdot/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„TechCrunch“</a> oder das Magazin<br />
                            <a href="http://www.wired.com/news/technology/0,1282,69568,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Wired“</a>. Hier wird Digg.com prognostiziert, seinem größten „Konkurrenten“<br />
                            <a href="http://www.slashdot.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Slashdot.org</a> früher oder später den Rang abzulaufen. Slashdot ist der bisherige Standard im Bereich „Tech-News“. Allerdings mitunter weniger stark partizipativ angelegt als Digg.</p>
<p>                            <strong>Die Zukunft?</p>
<p></strong>Es gibt bereits einige Nachahmer und Erweiterungen sowie Web-2.0-typische Mashups . Letztere verknüpfen kurz und einfach gesagt wiederum einzelne partizipative Webangebote miteinander. Ein solcher Mashup ist<br />
                            <a href="http://www.diggdot.us/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diggdot.us</a>: Es handelt sich hierbei gewissermaßen um eine fusionierte Darstellung von Beiträgen auf Digg.com, Slashdot, sowie populären Bookmarks auf<br />
                            <a href="http://del.icio.us/">del.icio.us</a>. Ein Beispiel für eine Site, die Digg-Beiträge und Slashdot-Beiträgen chronologisch sortiert und bewertend gegenüberstellt, ist<br />
                            <a href="http://www.diggvsdot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diggvsdot.com</a>.</p>
<p>Des Weiteren lässt sich<br />
                            <a href="http://www.memeorandum.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">memeorandum.com</a> nennen. Es ist eine Art News-Portal, das die neuesten und populärsten News, gemessen an der stärksten Verlinkung in der Blogosphäre, aus ca. 1000 ausgewählten Weblogs darstellt. Inhaltlich gibt es hier neben der (scheinbar zumindest bislang obligatorischen)<br />
                            <a href="http://tech.memeorandum.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tech-News-Rubrik</a> eben auch bereits eine für Politik. Im Bereich der News-Publikationen ist also noch Einiges zu erwarten.</p>
<p>                            <strong>Nur ein Anfang?</p>
<p></strong>Diese Art von Grassroot-Formaten wird derzeit immer populärer und es gilt abzuwarten, wie und wohin sich diese partizipativen Angebote weiterentwickeln werden. Ob sie, wie von Einigen propagiert, den klassischen Gatekeeper-Journalismus verdrängen, ist aber eher fraglich. Eine Verdrängung ist allerdings auch eigentlich gar nicht wirklich der Sinn und Zweck dieser Angebote. Es geht den Initiatoren vielmehr darum, den Angebotsmarkt um Alternativen zu bereichern. Angesichts einer offensichtlich immer stärker werdenden Medienkonzentration wird es mehr und mehr notwendig, adäquate Mittel und Wege für die Wahrung einer publizistischen Vielfalt zu finden und der Informationsflut Herr zu werden.<br />
                            </p>
<p>
                              
                            </p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Web 2.0 und politische Kommunikation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Dec 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die Emanzipation des Netzes]]></category>
		<category><![CDATA[Wie demokratisch wird das Netz im Web 2.0?]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Bottom-up]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bedeutet der Wandel des Mediums von Information zu Kollaboration nun für politische Kommunikation? Ist das Web 2.0 also eine Werkzeugkiste für politisch aktive Heimwerker? Ist gar jeder bloggende Bürger nun schon politisch aktiv?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Was bedeutet der Wandel des Mediums von Information zu Kollaboration nun für politische Kommunikation? Ist das Web 2.0 also eine Werkzeugkiste für politisch aktive Heimwerker? Ist gar jeder bloggende Bürger nun schon politisch aktiv?</p>
<p><!--break--></p>
<p>
                              <strong>Politische Partizipation und Aktivismus 2.0 ?</strong>
                            </p>
<p>Technisch versierte politische Aktivisten machen immer wieder vor, wie sich das Internet nutzen lässt, um kommunikative Kräfte zu bündeln und dadurch gezielt Einfluss zu nehmen. Ein Beispiel ist die kürzlich erfolgreich durchgeführte, europaweite Kampagne gegen<br />
                            <a href="http://www.nosoftwarepatents.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Softwarepatente</a>.</p>
<p>Jenseits von Staat, Markt und dem Internet gibt es bereits eine viel breitere Bewegung politisch Aktiver, die in unterschiedlichsten<br />
                            <a href="http://www.buergergesellschaft.de/handlungsfelder/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Handlungsfeldern</a> versuchen, Einfluss zu nehmen. Für die politische Kommunikation dieser zivilgesellschaftlichen Akteure birgt das Web 2.0 das größte Potenzial. Denn die Masse der politisch Engagierten, deren Engagement meist im lokalen Kontext stattfindet, weiß das Web für ihre gezielte politische Kommunikation noch nicht zu nutzen. Die technischen Möglichkeiten zur übergreifenden Vernetzung und Kollaboration sind den Aktiven fremd oder erscheinen ihnen nicht zweckdienlich.</p>
<p>Dabei ist Partizipation eher auf der Mikroebene möglich. Und genau hier liegen seit jeher ungenutzte Chancen im Internet. Zum einen können gerade kleine Grassroots-Initiativen ihren Wirkungsgrad durch die virtuelle Vernetzung mit anderen Akteuren und durch die Einordnung ihrer Themen in einen größeren kommunikativen Kontext erhöhen. Zum anderen kann der Staat davon profitieren, wenn er die Bürgerinnen und Bürger zur konstruktiven Deliberation öffentlicher Angelegenheiten ermutigt (Stichwort<br />
                            <a href="http://www.giub.uni-bonn.de/grabher/downloads/izr_9_10_05.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">«Urban Governance»</a>).</p>
<p>Auf der Makroebene kann die politische Meinungsbildung an Bandbreite und Qualität gewinnen. Schon jetzt lassen sich für viele Themen neben den etablierten Instanzen neuralgische Agenda-Setter ausmachen, die die Chance nutzen, den Tendenzen zur Konzentration, Privatisierung und Kommerzialisierung der klassischen Meinungsführer entgegenzutreten.</p>
<p>Aber nicht nur für die Bürger, auch für Politiker bieten sich neue Möglichkeiten. Weblogs zum Beispiel ermöglichen eine ungefilterte Kommunikation mit den Bürgern. Sie können die Transparenz von Entscheidungen erhöhen und erlauben eine direkte, öffentliche Rückkoppelung.</p>
<p>Zuletzt ist auch der Staat auf dem Weg zu einer politischen Kommunikation 2.0 gefordert. Politik und Verwaltung müssten ihre Strukturen und Entscheidungsprozesse stark anpassen beziehungsweise öffnen, damit die Ergebnisse breiter argumentativer Beteiligung überhaupt berücksichtigt werden können.</p>
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                              <strong>Neue Bottom-up – Beteiligungskultur oder bloß der nächste Techno- Hype der Web-Avantgarde?</strong>
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<p>Bei allen Überlegungen politischer Kommunikation steht aber die Frage nach ihrem Erfolg oder Effekt im Vordergrund. Dieser jedoch ist für die Akteure momentan nicht ohne weiteres absehbar oder planbar. Denn mehr Beteiligung und stärkere Vernetzung erhöhen die Komplexität der öffentlichen Kommunikation. Unübersichtlichkeit kann die positiven Effekte zunichte machen. Es geht um die Fragen der Sichtbarkeit und der Evaluation von relevanten Beiträgen.</p>
<p>Wie sich in Zukunft diese Komplexität auf ein für den Einzelnen handhabbares Maß reduzieren lässt, welche Themen sich überhaupt auf die politische Agenda «pushen» lassen und welche Stimmen ungehört bleiben müssen, lässt sich nur schwer beantworten. Erst mit Möglichkeiten der Aggregierung und Analyse von ähnlichen Meinungen und Forderungen wird die kommunikative Macht greifbar.</p>
<p>Möglicherweise spielen hier von Politik und Verwaltung initiierte Beteiligungsverfahren (E-Partizipation) eine wichtige Rolle, da diese zeitlich befristeten, thematisch fokussierten Verfahren versuchen durch eine hohe Strukturierung der Kommunikation, die Komplexität der Beteiligung handhabbar zu machen. Ein Paradoxon zur durch Web 2.0 charakterisierten Bottom-up-Beteiligungsdynamik?</p>
<p>Die eigentliche Herausforderung des Web 2.0 liegt also nicht auf der technischen Ebene. Zwar müssen vorhandene Werkzeuge weiter entwickelt werden, vor allem aber müssen sie mit den Praktiken politischen Engagements vereint werden. Hierbei ist die Qualifizierung der politisch Aktiven im Umgang mit den neuen Technologien absolut entscheidend. Nur so kann sich eine breite bottom-up-Beteiligungskultur über ein wie auch immer genanntes Netz entfalten. Wenn dies nicht erreicht wird, bleibt Web 2.0 ein Konzept, dass zwar einen Hype ausgelöst hat, aber das altbekannte Problem des Digital Divide weiter verschärft.</p>
<p>Auch im Web 2.0 besteht die Aussicht auf eine radikale Demokratisierung der politischen Kommunikation nicht. Zum einen beherrschen viele nicht-politische Themen das Internet. Zum anderen bleibt das entscheidende Moment der Politik die Entscheidung. Und die wird in einer parlamentarischen Demokratie an anderer Stelle gefällt. Auch nach mehr als einem Jahrzehnt politischer Online-Kommunikation sind die Resultate diffus. Aber Grund zu Optimismus gibt es. Die Aussicht besteht, dass der Prozess des politischen Agenda-Settings zunehmend von unten angeschoben werden kann und dass das Empowerment von Engagierten, die sich sonst kein Gehör verschaffen könnten, durch das Web 2.0 einen angemessenen Kommunikationskanal bekommt.</p></p>
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