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	<title>Wie rechts ist das World Wide Web? &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Wie rechts ist das World Wide Web? &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Rechte Links</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ahissen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie rechts ist das World Wide Web?]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hektisch flackert das Hakenkreuz. Martialisch blinken altdeutsche Buchstaben:
&#34;Radio Wolffschanze - deutsch, national,unzensiert &#34; - und illegal. Zumindest in
Deutschland, wo dieses Symbol verboten ist. Aber nicht im World Wide Web. Ausgerechnet
jenes Medium, das die Welt zum global village umwandeln könnte, dient als Tummelplatz
für jene, deren Denken an nationalen Grenzen aufhört.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Hektisch flackert das Hakenkreuz. Martialisch blinken altdeutsche Buchstaben:<br />
&quot;Radio Wolffschanze &#8211; deutsch, national,unzensiert &quot; &#8211; und illegal. Zumindest in<br />
Deutschland, wo dieses Symbol verboten ist. Aber nicht im World Wide Web. Ausgerechnet<br />
jenes Medium, das die Welt zum global village umwandeln könnte, dient als Tummelplatz<br />
für jene, deren Denken an nationalen Grenzen aufhört.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Anzahl der Homepages mit rechtsextremem Inhalt ist erschreckend hoch. Dem<br />
<a href="http://www.verfassungsschutz.de/"> Bundesverfassungsschutz</a>  sind  330<br />
entsprechende Seiten aus Deutschland bekannt, hinzu kommen 130 europäische und rund<br />
200 amerikanische  &quot;Gesinnungsgenossen&quot;. Das  <a href="http://www.wiesenthal.com/">Simon Wiesenthal Center</a>,<br />
das seit 1977 gegen das Vergessen des Holocaust kämpft, beziffert die Anzahl<br />
&quot;problematischer Seiten&quot; im Netz sogar auf rund 2000 Stück.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Es sind sowohl rechte Parteien, wie die NPD, die vom Bundes- bis zum Ortsverband<br />
vertreten ist, als auch Einzelpersonen oder Zusammenschlüsse von mehreren Personen mit<br />
rechtsextremer Gesinnung, die das Internet als Forum nutzen. Dies gilt besonders für<br />
die Neonazi-Szene, die im Gegensatz zu ihrer Ideologie recht international ist. Die<br />
geographische  Palette reicht von der <a href="http://www.nsfront.com/">Nationalsocialistisk Front Schweden</a>,<br />
über  die südafrikanische <a href="http://www.hnp.org.za/">Herstigte Nationale Party</a><br />
bis zu den <a href="http://www.rahowa.com/">Skinheads of the Racial Holy War</a> aus Florida.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">So nimmt es auch nicht Wunder, dass sich im Internet wirklich alles findet. Selbst<br />
Volksverhetzung der übelsten Sorte. Aber die deutsche Justiz kann die Täter oftmals<br />
nicht belangen, da das Internet international  und somit nicht ausschließlich an<br />
bundesrepublikanisches Recht gebunden ist. Inhalte, die gegen deutsche Gesetze<br />
verstoßen, können ganz einfach über ausländische Provider ins Netz gestellt werden.<br />
Dabei tut sich besonders der amerikanische Provider &quot;Yonderanium&quot; hervor, der im Namen<br />
der sogenannten uneingeschränkten Meinungsfreiheit ganz bewusst rechte Sites<br />
unterstützt. Ist die Seite erst einmal im Netz, wird sie unter einem Pseudonym<br />
betrieben, was strafrechtliche Verfolgung nahezu unmöglich macht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch rechten Usern bietet das Internet den Schutz der Anonymität. Diesen<br />
unschätzbaren Vorteil hat die Szene früh erkannt. Auf den Startseiten entsprechender<br />
Homepages kann man sich häufig Programme herunterladen, die ein anonymes<br />
surfen im Internet ermöglichen. Besonders beliebt ist dabei die Nutzung der<br />
&quot;Anonymus-Remailer-Funktion&quot;, bei der eine Nachricht zunächst an einen Server versand<br />
wird, der die Absenderkennung so verändert, dass sie nicht mehr identifiziert werden<br />
kann. Erst dann wird sie an den eigentlichen Empfänger weitergeleitet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Überhaupt sind rechtsextreme Gruppierungen ausgesprochen findig, wenn es darum geht<br />
sich technische Rafinessen im Netz zu Nutze zu machen.  Man kommuniziert über<br />
einschlägige Mailboxen, wie sie zum Beispiel das <a href="http://www.thulenet.com/">Thule-Netz</a><br />
anbietet. Zugang haben nur eingetragene Benutzer, deren persönliche Daten durch den<br />
Boxbetreiber vorher genau überprüft werden. Darauf ist man &#8211; neben der Tatsache<br />
deutsch zu sein &#8211; stolz, O-Ton Thule-Netz: &quot;Gleichgesinnte Initiativen, die an<br />
verschiedenen Orten bestehen, müssen engen Kontakt halten, voneinander wissen,<br />
einander helfen. Wir wollen durch Vernetzung eine befreite Zone im Mailbox-Bereich<br />
schaffen!&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch was steht denn eigentlich drin in den Sites vor denen viele Politiker warnen,<br />
ohne ihrer jemals ansichtig geworden zu sein? Und ist es tatsächlich so einfach<br />
&quot;zufällig&quot; darauf zu geraten, nur weil man &quot;Deutschland&quot; in die Suchmaschine eingegeben<br />
hat? Letztere Frage muss wohl mit nein beantwortet werden. Rechtsextreme Seiten findet<br />
nur der, der sie auch sucht, sei es über einschlägig bekannte Webadressen oder per<br />
&quot;domain&quot;-Raten mit entsprechenden Begriffen. Ist er allerdings einmal auf einer<br />
angelangt, steht dem Besucher eine Fülle anderer Angebote gleicher Couleur zur<br />
Verfügung. Die meisten Sites sind weitläufig miteinander vernetzt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Einen Dreh- und Angelpunkt stellt dabei das bereits erwähnte Thule-Netzwerk dar. Neben<br />
rechtsextremistischen Texten, Sounddateien mit größtenteils verbotenen Musiktiteln<br />
und antisemitischen Computerspielen,  bietet es eine spezielle Suchmaschine an, über<br />
die man ganz gezielt Homepages mit rechtsradikalem Inhalt finden kann. Hinzu kommt<br />
eine ausführliche Linkliste zu gleichgesinnten Parteien und Organisationen, sowie<br />
Adressen von politischen Gegnern wie der Antifa, was wahrscheinlich als eine Art<br />
&quot;Veranstaltungstipps&quot; für den Samstagabend des surfenden Skinheads verstanden werden<br />
soll.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Was die Inhalte angeht, so warnen Politiker zu recht: faschistische Polemik,<br />
anti-demokratische Hetzte und Aufrufe zur Gewalt sind der Stoff aus dem diese Sites<br />
gemacht sind. So empfiehlt das Thulenetz zum Beispiel seinen Usern &quot;Paintball&quot;-Vereinen<br />
beizutreten, um für den anstehenden Kampf um&#8217;s Vaterland gerüstet zu sein. In einer<br />
beigefügten Liste mit &quot;Verhaltensregeln für deutsch-nationale Farbball-Spieler&quot; heißt<br />
es mit unverholenem Zynismus:&quot;Laßt euch nicht von Ausländern in Farbball-Vereinen<br />
irritieren. Seht es als Gelegenheit (&#8230;) am lebenden Objekt zu trainieren.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das weniger professionelle, aber ebenso radikale <a href="http://www.ostara.org/">OSTARA-Netz</a><br />
räsoniert offen gegen die &quot;von den Zionisten gekauften Freimaurermedien&quot; der<br />
Bundesrepublik, in der &quot;die Moerder, Diebe, Kinderschaender und Drogenhaendler frei<br />
herumlaufen, während Menschen mit unterschiedlicher rechter Gesinnung auf ewig hinter<br />
Gitter verschwinden.&quot; Auf dem <a href="http://www.board88.da.ru/">Board: Allianz 88</a><br />
schanzt man sich gegenseitig Informationen zu, wie man strafrechtlicher Verfolgung entgehen<br />
kann und enthüllt dabei (unfreiwillig?) einige  Details über die angesprochene Klientel. So<br />
rät man zum Verhalten bei Hausdurchsuchungen: &quot;Mit Schreien (deine Mutter), Toben,<br />
Brüllen und mit aggressivem wie ohnmächtigem Verhalten machst du es nur den<br />
Polizeibeamten schwer, ihrer langweiligen Routinearbeit nachzukommen.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Richtig gruselig wird es auf  pseudo-wissenschaftlichen Seiten, deren Autoren zwischen<br />
kruden &quot;Umvolkungs&quot;-Theorien und &quot;Holocaust Lüge&quot; delirieren. Dabei sind leider nicht<br />
alle Eintragungen so offensichtlich tendenziös wie die eines gewissen <a href="http://www.thulenet.com/texte/gesallg/text0003.htm">Dr. Reinhold Oberlercher</a>,<br />
der das deutsche Volk bereits &quot;untergehen und unsere Enkel in Bitternis und unter<br />
Tränen das trockene Brot der internationalen Knechtschaft essen&quot; sieht, &quot;mit Orientalen<br />
und Negern als Aufsehern über sich.&quot;<br />
Besonders die sogenannten Revisionisten, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den<br />
Holocaust und die Existenz der Gaskammern zu &quot;widerlegen&quot;, bemühen sich um einen<br />
scientistischen Anstrich. Sie hüten sich vor plumpem &quot;Blut-und-Boden&quot;-Vokabular und<br />
präsentieren anstattdessen zweifelhafte Studien. Entlarvend ist bei ihnen in der<br />
Regel jedoch der permanent mitschwingende Antisemitismus, was bisweilen in<br />
menschenverachtenden Äußerungen wie &quot;There&#8217;s no business like Shoa business.&quot; gipfelt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Als einer der bekanntesten Vertreter ist hier Ernst Zündel zu nennen. Der in Kanada<br />
lebende Deutsche verbreitet auf der <a href="http://www.zundelsite.org/">Zündelsite</a><br />
(der Name ist Programm) seine Ansichten zur sogenannten &quot;Auschwitz Lüge&quot; und stilisiert<br />
sich selbst zum Märtyrer, dem das Recht auf freie Meinungsäußerung genommen wird.<br />
Freilich nicht, ohne um finanzielle Unterstützung zu bitten. Ein Anliegen,  das auch<br />
unter seinen Kollegen, wie beispielsweise David Irving, weit verbreitet ist, die im<br />
wesentlichen mit laufenden Prozesse wegen Volksverhetzung und Verleumdung beschäftigt<br />
sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch glücklicher Weise bleiben rechte Netzaktivitäten nicht immer unkommentiert<br />
stehen. So liefert zum Beispiel der freie Journalist und Autor <a href="http://www.burks.de/"> Burkhard Schröder</a><br />
auf seiner Homepage umfangreiche Informationen zum Thema &quot;Rechtsradikalismus im Internet&quot;,<br />
samt einer ausführlichen Linkliste zu Sites mit entsprechenden Inhalten. Besonders<br />
lesenswert ist ein Link auf die Leuchter-FAQ (frequently asked questions), eine Auseinandersetzung mit dem berüchtigten<br />
<a href="http://www.burks.de/leuchter.html">Leuchter-Report</a>, dessen Behauptungen über nicht vorhandene Gaskammern<br />
und erfundene Holocaust-Opfer Stück für Stück seziert und falsifiziert werden. In diesem<br />
Zusammenhang sollte auch die <a href="http://www.nizkor.com/">Nizkor Organisation</a><br />
nicht unerwähnt bleiben, die sich online regelmäßig Diskussionsschlachten mit Ernst<br />
Zündel liefert und  viele seiner Argumente in den<br />
<a href="http://www.nizkor.org/features/qar/">66 Questions and Answers about the Holocaust</a> widerlegt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Tatsache, dass Rechtsradikale das Internet für ihre Zwecke missbrauchen, wird sich<br />
wahrscheinlich niemals ganz aus der Welt schaffen lassen. Weder durch drakonische<br />
Zensurforderungen, wie sie in der momentanen Sommerloch-Hysterie gerne erhoben werden,<br />
noch durch das bisher praktizierte Totschweigen und Schlimmfinden. Man muss sich<br />
ansehen, worüber man spricht. Rechtsradikale Sites gehören nicht ins stille Kämmerlein,<br />
sondern in die Öffentlichkeit, in die Diskussion, in der sie niemals ernsthaft bestehen<br />
können. Das ist auch der Grund, warum auf dieser Seite ganz bewusst die Links zu<br />
entsprechenden Homepages vorhanden sind. Wie meinte einmal der Kabarettist Matthias<br />
Deutschmann: &quot;Küßt die Faschisten &#8211; irgendwie muss man ja an die Halsschlagader<br />
drankommen.&quot;<br />
</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Auf den Spuren der Nazis im Internet. Ein Selbstversuch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie rechts ist das World Wide Web?]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Seitdem die Seite &#34;Heil-Hitler.de&#34; vom Netz genommen wurde, richtet sich der Blick von Medien,
Politikern und Verfassungsschützern aufs WWW. Doch wie zugänglich sind die rechten Inhalte im
Netz wirklich? Können sich ein Schüler aus Brandenburg, ein Lehrling aus der Pfalz oder ein
Politiker aus Bayern gleichermaßen Zugang zu faschistischen Inhalten im Netz verschaffen?
politik-digital machte den Selbstversuch und schickte drei unvorbelastete Redakteure auf die
Suche nach den Nazis im Netz. Unser Fazit: Sie sind antidemokratisch, verfassungsfeindlich,
jugendgefährdend - und sehr gut versteckt.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b><br />
Seitdem die Seite &#8220;Heil-Hitler.de&#8221; vom Netz genommen wurde, richtet sich der Blick von Medien,<br />
Politikern und Verfassungsschützern aufs WWW. Doch wie zugänglich sind die rechten Inhalte im<br />
Netz wirklich? Können sich ein Schüler aus Brandenburg, ein Lehrling aus der Pfalz oder ein<br />
Politiker aus Bayern gleichermaßen Zugang zu faschistischen Inhalten im Netz verschaffen?<br />
politik-digital machte den Selbstversuch und schickte drei unvorbelastete Redakteure auf die<br />
Suche nach den Nazis im Netz. Unser Fazit: Sie sind antidemokratisch, verfassungsfeindlich,<br />
jugendgefährdend &#8211; und sehr gut versteckt.</b></span><!--break--><br />
&nbsp;<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Der Test: 12 x 5=6 ?</b><br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">In unserem informellen Test gaben wir <b>12</b> gängige Propagandabegriffe in <b>5</b> Suchmaschinen ein:<br />
<a href="http://www.yahoo.de/"> yahoo!</a>, <a href="http://www.web.de/"> web.de</a>, <a href="http://www.google.com/">google.com</a>,<br />
<a href="http://www.altavista.de/">altavista.de</a> und <a href="http://www.fireball.de/">fireball.de</a>.<br />
Die gleichen Begriffe probierten wir auch über die direkte Suche aus. Nur <b>sechsmal</b> insgesamt<br />
spuckten die Suchmaschinen Nazi-Sites auf den ersten 20 Plätzen aus. Unter<br />
<a href="http://www.hitleradolf.de/">www.hitleradolf.de</a> trifft man auf eine Datenbank mit<br />
Unfallfahrzeugen und Jung-Nazis, die unter dem Namen des Propagandaministers <a href="http://www.goebbels.de/">Goebbels</a><br />
harte Inhalte vermuten, werden mit Bären- und Diddel-Bildchen überrascht. Unter dem Suchbegriff<br />
&#8220;Drittes Reich&#8221; verbergen sich honorige Münz- und Briefmarkensammler, das Suchwort<br />
&#8220;Auschwitz-Lüge&#8221; führt in den meisten Suchmaschinen zunächst zu <a href="http://www.nizkor.org/"> Nizkor</a>,<br />
wo über die absurden Argumente der Auschwitz-Leugner aufgeklärt wird.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Jungnazis, die in die Suchmaschinen Begriffe wie &#8220;Joseph Goebbels&#8221;, &#8220;Reichskristallnacht&#8221; oder<br />
&#8220;Auschwitz&#8221; eingeben, haben gute Chancen, sich mit Hilfe von reichhaltigem antifaschistischen<br />
Material eines Besseren belehren zu lassen. Die meisten Seiten, auf die man trifft, wenn die<br />
Suchmaschinen mit rechtem Vokabular gefüttert werden, sind politisch äußerst korrekte<br />
Forschungsprojekte, antifaschistische Zusammenschlüsse, organisierte Nachkommen von Auschwitz-Opfern.<br />
Jüdische Initiativen wie die <a href="http://www.shoa.de/">shoa.de</a> erreichen eine bessere<br />
Trefferquote als schlichte <a href="http://ingeb.org/Lieder/deutsche.html">Nazi-Schüttelreime</a>,<br />
die mit pseudo-Volksmelodien unterlegt sind. In einigen Fällen gelang es durch vier bis fünf<br />
Verweise schließlich auf einer Seite mit rechtsradikalem Hintergrund zu stranden: auf<br />
<a href="http://www.whitepride.com/"> der Skinseite Whitepride.com</a>oder <a href="http://www.resistance-radio.com/">resistance.radio.com</a><br />
landeten die Test-Surfer erst über mehrere Links. Wer direkt auf Seiten mit faschistischen<br />
Inhalten kommen möchte, muss schon etwas erfinderisch oder entsprechend informiert sein.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Natürlich ist die Zahl der Seiten mit rechtsextremen Inhalten insgesamt bedeutend höher<br />
einzuschätzen als unser Test auf den ersten Blick zu sagen scheint. Aktuelle Zählungen belaufen<br />
sich auf ungefähr 300 deutsche Seiten mit faschistischem Hintergrund. Jedoch, nur durch die<br />
Eingabe anstößiger Domainnamen ins Netz oder in Suchmaschinen sind die braunen Seiten des<br />
Netzes nicht zu finden.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Versteckt, verschwunden oder verlinkt</b><br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Viele der anstößigen Seiten verbergen sich nämlich hinter Namen, die nicht aus dem gängigen<br />
Register der Propagandabegriffe stammen. Wer jedoch eine Adresse kennt, befindet sich schnell<br />
mittendrin. Die Seiten sind untereinander optimal verlinkt, was den Verdacht auf ausgedehnte<br />
Netzwerke mit gut ausgebildeten Kommunikationsstrukturen bestätigt. Auf den Seite des<br />
<a href="http://www.thulenet.com/">Thulenets.com</a> beispielsweise finden sich zahllose Links<br />
zu faschistischen Webangeboten in aller Welt. Diese &#8220;Schlüsseladressen&#8221; sind oft auf<br />
Linklisten zum Thema Rechtsradikalismus zu finden, die keinen dezidiert radikalen Hintergrund<br />
haben. Bei der Begriffssuche unter dem Stichwort &#8220;nazi&#8221; oder &#8220;nazis&#8221; werden meist zwei Angebote<br />
an relativ prominenter Stelle geführt. <a href="http://www.burks.de/"> http://www.burks.de</a><br />
ist die Hompage von Burkhard Schroeder, einem dem linken Spektrum zuzuordnenden Journalisten,<br />
der sowohl anti- wie auch faschistische Links führt.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Die andere gut bestückte Linkliste findet sich unter <a href="http://www.nazis.de/">www.nazis.de</a>,<br />
eine Seite die verwirrend mit rechten Propagandabegriffen operiert. Domainname und Aufmachung<br />
sollen Rechtsradikale auf die Seite locken und zum Verweilen bewegen. Das &#8220;Diskussionsforum für<br />
und mit Rechtsradikalen&#8221; hat sich den Dialog zum Ziel gesetzt. Die Macher sind Menschen<br />
verschiedenster Berufszweige aus ganz Deutschland, die sich ehrenamtlich in den Mail-Diskussionen<br />
mit Rechtsradikalen auseinandersetzen. Die Fäden dieser Site laufen beim Berliner<br />
<a href="http://www.rabanus-verlag.de/">Rabanus-Verlag</a> zusammen. Die Unternehmerinitiative<br />
befolgt eine einfache Marketingstrategie: Die Leute da abholen, wo sie sind.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Markus Rabanus, einer der Initiatoren, hält die Seite, die mit großer Deutschlandfahne und<br />
Begriffen wie &#8220;Stolz und Scham&#8221; und &#8220;Heil Hitler&#8221; aufwartet, für sehr erfolgreich. Nachdem er<br />
1998 festgestellt hatte, dass täglich rund 300 Eingaben unter www.nazis.de erfolgen, beschloss<br />
er diese und andere anstößige Domainnamen zu kaufen. Sein größter Coup war in diesem<br />
Zusammenhang der Erwerb von <a href="http://www.thulenet.de/">www.thulenet.de</a>, dass nun ein<br />
Forum für ausgestiegene Ex-Nazis bietet. Ein Schachzug, der die faschistischen Macher von<br />
thulenet.com nicht gefreut hat. Das Dialogangebot von nazis.de trifft nicht bei allen auf<br />
Gegenliebe. Die Seite der Initiative läuft gegenwärtig aus Sicherheitsgründen über 20 Server.<br />
Attacken von rechts gibt es auch im Netz.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Déja vu</b><br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Auch wenn die Nazi-Sites nicht immer offen in der Netzstruktur liegen, stellen sich beim geübten<br />
Surfer gewisse Wiedererkennungseffekte ein. Adressen oder Linkzusammenhänge, die häufig<br />
auftauchen, lassen auf den Grad der Zusammenarbeit schließen. Mehr oder weniger harmlos<br />
klingende Domainnamen, die mit gewissen Zahlenkombinationen verknüpft sind, machen nach einer<br />
Weile misstrauisch: Die Zahl 88 steht für &#8220;Heil Hitler&#8221;, weil das H der achte Buchstabe im<br />
Alphabet ist. Die 18 ist dementsprechend ein für &#8220;Adolf Hitler&#8221; verwandtes Kürzel. So verbirgt<br />
sich hinter <a href="http://www.combat18.de/"> combat18.de</a> eine getarnte Nazisite, die zunächst<br />
durch Abspielen der Nationalhymmne, später durch die eindeutige Linkliste Rückschlüsse auf die<br />
Gesinnung der Macher zulässt.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Viele der offensichtlichen Seiten sind in den letzten Tagen lahmgelegt worden, so beispielsweise www.propatria.org<br />
oder www.nationalisten.de, andere sind innerhalb weniger Tage aus den Listen der Suchmaschinen<br />
verschwunden. Erhielten wir noch vor kurzem bei Fireball mit dem Suchbegriff &#8220;nazi&#8221; eine<br />
Propaganda-Seite mit dem Namen Rudolf-Hess.com auf Platz 29, erreichten wir die Seite fünf Tage<br />
später nur noch über die direkte Adresseingabe. Offensichtlich folgen diesmal den politischen<br />
Appellen tatsächlich Taten. Der <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/recht.shtml#usa"> Sinn </a> solcher einzelnen Aktionen<br />
ist allerdings streitbar.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;"><b>Analoge Gefahr im Netz</b><br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Trotz der oft unerfreulichen Surfausflüge in rechte Nischen und Niederungen stellte unser<br />
Testteam fest: Das Netz ist nicht &#8220;rechts&#8221; und die Neonazi-Szene nicht digital.<br />
Aber die Gefahr von rechts im Netz gibt dem traurigen Phänomen der ewig Gestrigen eine neue<br />
Facette. Dass die meisten Seiten gut verborgen operieren macht es nicht besser, im Gegenteil.<br />
Ob das Internet allerdings zur braunen Breitenkommunikation taugt, ist fraglich. Zumindest darf<br />
nicht der Fehler begangen werden, das Problem der Ausländerhetze und nationalen Engstirnigkeit<br />
offiziell ins Netz zu verlagern und in der analogen Welt nicht ausreichend zu beachten. Die<br />
neonazistischen Kreise, so Markus Rabanus vorsichtig, verfügen nicht flächendeckend über<br />
Möglichkeiten mit dem Internet zu operieren. Fehlendes mediales Know-how und die Sehnsucht nach<br />
&#8220;echter Gemeinschaft&#8221; in Nazi-Kreisen legen den Schluss nahe, dass im Internet die Kader der<br />
Szene operieren. Die reale antifaschistische Arbeit vor Ort kann durch die Sperrung von<br />
Domainnamen keinesfalls ersetzt werden.<br />
</span><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica;">Verbieten oder unterwandern, diskutieren oder totschweigen &#8211; über den richtigen ideellen Umgang<br />
mit den braunen Seiten wird gestritten. Der in der westlichen Welt des vernetzten 21. Jahrhunderts<br />
vorherrschende Diskurs der Integration und Toleranz macht uns den Umgang schwer. Denn die Nazis<br />
verweigern sich diesen Prämissen prinzipiell. Mit dem Verbot von Meinungen und Gesinnungen ist<br />
das Prinzip unseres Rechtsstaates, selbst wenn es sich um Volksverhetzung handelt, auf die Probe<br />
gestellt. Die digitalen Faschisten nutzen die globalen Strukturen des Netzes zum Aufbau ihres<br />
eigenen Netzwerkes. Ironie der globalen Schicksalsgemeinschaft, dass diese Menschen gerade die<br />
Internationalität und Globalisierung als ärgste Feinde bekämpfen.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Rechtsradikalismus: Anarchie im Internet?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[nrieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie rechts ist das World Wide Web?]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Strafverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Strafrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das Internet ist weder ein
rechtliches Niemandsland, noch ein Raum der &#34;anarchistischen Freiheit&#34;,
in der jeder tun und lassen kann, was er will. Rechtsextremistische
Hetze im Internet unterliegt, ebenso wie jede andere verfassungswidrige
Tat auch, dem deutschen Strafrecht. Die Besonderheiten und Eigenheiten
des Mediums Internet bedingen aber, dass es zu erheblichen
Schwierigkeiten bei der Strafverfolgung kommt.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das Internet ist weder ein<br />
rechtliches Niemandsland, noch ein Raum der &quot;anarchistischen Freiheit&quot;,<br />
in der jeder tun und lassen kann, was er will. Rechtsextremistische<br />
Hetze im Internet unterliegt, ebenso wie jede andere verfassungswidrige<br />
Tat auch, dem deutschen Strafrecht. Die Besonderheiten und Eigenheiten<br />
des Mediums Internet bedingen aber, dass es zu erheblichen<br />
Schwierigkeiten bei der Strafverfolgung kommt.</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Internetseiten rechtsradikaler Bewegungen gibt es seit mehreren Jahren. In den letzten<br />
Monaten jedoch sind neben einem Anstieg der Gewalttaten auch höhere rechtsradikale Aktivitäten im<br />
Internet zu verifizieren. Angesichts der nicht neuen aber neu entdeckten faschistischen<br />
Umtriebe herrscht zumeist Ratlosigkeit, besonders im Internet. Welche Möglichkeiten gibt es,<br />
gegen die digitale Nazi-Szene vorzugehen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der rechtliche Rahmen</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Es wird der Eindruck erweckt, dass die Verfolgung krimineller Sites der rasanten Entwicklung der<br />
weltweiten Vernetzung hinterherhinkt.<br />
Der Grund: Polizei und BKA sind bei der Ermittlung und Bestrafung der Täter oft die Hände gebunden,<br />
obwohl es in Deutschland verschiedene rechtliche Grundlagen gibt, die eine Verfolgung rechtsradikaler<br />
Seiten im Internet ermöglichen. Grundsätzlich finden die Regelungen des<br />
<a href="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/gg/index.htm"> Grundgesetz </a> (GG),<br />
des <a href="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/rv/szprecht/stgb/index.htm"><br />
Strafgesetzbuch </a> (StGB),<br />
des <a href="http://www.netlaw.de/gesetze/iukdg.htm">Informations- und Telekommunikationsdienste-Gesetz</a> (IuKDG)<br />
und des <a href="http://www.netlaw.de/gesetze/mdstv.htm">Mediendienstestaatsvertrag</a> (MDStV)<br />
Anwendung.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Gesetze auf der einen, Hilflosigkeit auf der anderen Seite. Woran liegt das?<br />
Die deutschen Gesetze würden schon ausreichen, erläutert Internetrechtsexperte und Rechtsanwalt<br />
<a href="http://www.hanselaw.de/">Dr. Oliver Gießler</a>,sie müssten nur angewendet werden. Das Strafgesetzbuch ermögliche die<br />
Bestrafung der Inhaber verfassungswidriger Sites, aufgrund der Paragraphen<br />
<a href="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/rv/szprecht/stgb/bes01-05.htm#p86"> § 86 STGB<br />
</a> -Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen,<br />
<a href="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/rv/szprecht/stgb/bes01-05.htm#p86a"><br />
§ 86a STGB</a>  -Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen,<br />
<a hfer="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/rv/szprecht/stgb/bes01-05.htm#p130"><br />
§ 130 StGB</a>  -Volksverhetzung, <a href="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/rv/szprecht/stgb/bes01-05.htm#p130a"><br />
§ 130a StGB</a> &#8211; Anleitung zu Straftaten, und  <a href="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/rv/szprecht/stgb/bes01-05.htm#p131"><br />
§ 131 StGB </a> &#8211; verherrlichende, verharmlosende oder menschenunwürdige Darstellung von Gewalt.<br />
Eine Bestrafung könne auch auf Basis der § 8 und §20 <a href="http://www.netlaw.de/gesetze/mdstv.htm"><br />
MDStV </a> erfolgen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Einen weiteren spezifisch nationalen Rechtsrahmen setzt neben dem Mediendienste-Staatsvertrag (MDStV)<br />
das am 1. August 1997 in Kraft getretene &quot;Informations- und Kommunikationsdienste-Gesetz&quot; (IuKDG).<br />
Vor allem durch die Regelung der Verantwortlichkeit<br />
der einzelnen Rollenträger im Internet leistet es einen wichtigen Beitrag zur Rechtssicherheit.<br />
Anbieter sind demnach für eigene Inhalte verantwortlich <a href="http://www.netlaw.de/gesetze/mdstv.htm"> § 5 Abs.1 IuKDG/MDStV</a>,<br />
wobei als eigene Inhalte  auch fremde Inhalte gelten, die in das eigene Angebot integriert werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Schlupflöcher</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eines der Hauptprobleme, dem sich die Ermittler gegenübersehen, ist die euphemistische Sprache<br />
der Inhalteersteller. Die von deutschen Rechtsextremisten über deutsche Provider ins Internet<br />
eingespeisten Inhalte werden in der Regel so formuliert, dass die rechtsextremistische Grundhaltung<br />
zwar klar erkennbar bleibt, jedoch möglichst keine Angriffsfläche für eine strafrechtliche<br />
Verfolgung geboten wird. Die Köpfe hinter den populistischen Hetzparolen wissen genau, bis an<br />
welche Grenze sie gehen können, um einer rechtlichen Ahndung zu entgehen.<br />
Seit einiger Zeit haben die Rechten verschiedene <a href="http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/security/pgpfaq.html">Verschlüsselungstechniken</a> entdeckt, die im Netz<br />
angeboten werden: allen voran das Programm<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/xtreme.shtml#pgp">&quot;Pretty Good Privacy&quot;</a><br />
(PGP). Diese Techniken behindern zwar die Ermittlungsarbeit der<br />
Polizei, jedoch bieten bei konkretem Verdacht die üblichen Wege, wie<br />
Hausdurchsuchungen, genügend Handlungsspielraum, um die Täter<br />
überführen zu können. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a title="usa" name="usa"></a><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine weitere Hürde im Kampf gegen rechtsgerichtete Internetseiten ist die Anwendbarkeit des<br />
deutschen Strafrechts bei Delikten im Internet. Laut<br />
<a href="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/rv/szprecht/stgb/allg1-2.htm#p3">§ 3 StGB</a><br />
gilt das deutsche Strafrecht für alle Taten, die im Inland begangen werden. Damit ist das deutsche<br />
Recht also bei illegalen Netzinhalten anwendbar, wenn Inhalte aus Deutschland oder dem Ausland<br />
auf einen in Deutschland lokalisierten Server eingespeist werden, nicht aber, wenn diese über einen<br />
Server im Ausland laufen.<br />
Man habe keine rechtliche Handhabe, wenn Rechtsextremisten, ihre strafbaren Inhalte, über<br />
ausländische Provider zum Beispiel in den USA ins Netz stellen. Dort falle die Hetze unter die<br />
Meinungsfreiheit und sei somit legal, erläutert Rechtsanwalt Dr. Gießler.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Anonymität des Internets offenbart sich hier als verkannte Schattenseite. Jeder deutsche<br />
Staatsbürger ist der Strafverfolgung ausgesetzt, auch wenn die Tat im Ausland<br />
begangen wird. Wenn aber eben anonym über ausländische Server gearbeitet wird, bekommt die Fahnder nicht<br />
heraus, wer die Drahtzieher hinter den Seiten sind. Der unüberschaubare Tummelplatz WWW bietet<br />
somit Versteck für jeden, der es sucht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Verstecke gibt es reichlich. Zum ersten Mal wurde von der <a href="http://www.denic.de/"> Denic</a> eine rechtsradikale Domain aus<br />
dem Netz genommen, nachdem im Kundenforum von <a href="http://www.strato.de/">Strato</a> ein Hinweis eines<br />
Kunden einging. Strato informierte die Denic, die nach der Überprüfung durch die Rechtsabteilung<br />
die Domain sperrte. Stichproben würden bei denic selbst nicht durchgeführt, sagte Pressesprecher<br />
Klaus Herzig. Man sei nur eine Registrierungsstelle und keine Zensurbehörde, die zudem keine<br />
rechtlichen Möglichkeiten habe gegen solche Seiten vorzugehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine Kontrolle, zum Beispiel mittels einer Filtersoftware, sei schon deshalb nicht möglich, da<br />
diese Programme Seiten nach Inhalten durchsuchen und mit den Inhalten habe die Denic nichts zu<br />
tun, dafür sei unter anderem der Verfassungsschutz, die Polizei oder die <a href="http://www.fsm.de/">FSM-Freiwillige<br />
Selbstkontrolle Multimedia</a> zuständig. Man sei nur für die Domainnamen Ansprechpartner und bei der<br />
Registrierung wisse man nicht, was sich hinter dem entsprechenden Namen verberge. Wonach sollte<br />
man auch suchen, fragt Herzig, schließlich könnten auch unter der Domain &quot;Gänseblümchen&quot;<br />
rechtsradikale Inhalte und Hetzparolen verborgen  sein. Darüber hinaus benötige man zur Überprüfung<br />
der Domainnamen einen riesigen Überwachungsapparat, dessen Aufbau mit großen finanziellen Belastungen<br />
verbunden wäre. Außerdem würde die Kontrolle sehr lange dauern, womit nicht mehr gesichert sei,<br />
dass jeder sofort eine Domain registrieren könne.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Letztendlich sei es eine Entscheidung der Gesellschaft, inwieweit sie überhaupt eine solche<br />
Überwachung wolle, resümiert Herzig. Dennoch denkt man bei der Denic über Möglichkeiten nach, dem Problem<br />
entgegenzutreten. Zusammen mit dem Justizministerium soll es eine Initiative geben, die die<br />
Registrierung eindeutiger Domainnamen durch rechtsradikal Gesinnte verhindert. Das<br />
Justizministerium werde eine Liste mit verfänglichen Domainnamen erstellen, die bei der Denic<br />
registriert werden. Gibt man dann Namen wie www.heil-hitler.de&quot; ein, soll sich dahinter eine<br />
Webpage der Initiative verbergen, auf der die Surfer über Sinn und Ziel des &quot;Domaingrabbing&quot; aufgeklärt werden.<br />
Herzig erklärte, dass es eine technisch sehr einfach machbare Sache sei, da eine Domain entweder frei sein kann,<br />
oder eben nicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Technische Hintergründe</b><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In einem Atemzug mit der Bekämpfung krimineller Seiten fallen immer wieder die Begriffe Filtersoftware und<br />
PICS (Platform for Internet Content Selection). Ziel dieser Techniken ist es, bestimmte Informationen oder Quellen<br />
vom Transport oder der Anzeige auszunehmen.<br />
Hier jedoch offenbart sich ein grundsätzliches Problem. Im Bereich Content müsse dringend<br />
zwischen &quot;illegal&quot; und &quot;potentially harmful&quot; unterschieden werden, erläutert Joseph Dietl von dem <a href="http://www.fitug.de/">Förderverein Informationstechnik u. Gesellschaft</a> (FITUG).<br />
&quot;Illegal&quot; wären in Deutschland rechtsradikale Schriften, &quot;potentially harmful&quot; dagegen zum Beispiel<br />
der Schwarzenegger-Film &quot;Terminator&quot;, der von der FSK nicht als &quot;frei für alle Alter&quot; eingestuft<br />
wurde. Filtersysteme könnten überhaupt nur im Bereich &quot;potentially harmful&quot; sinnvoll eingesetzt<br />
werden. Um &quot;illegal content&quot; wirksam bekämpfen zu können, sei eine internationale Zusammenarbeit<br />
der Polizei nötig. Das wiederum setze eine supranationale Definition des Begriffes &quot;illegal&quot;<br />
voraus, so Dietl.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">&quot;Unter Filtersoftware versteht man in der Regel einen Proxy, also eine Art Sekretariat für<br />
Netzinformationen&quot;, erläutert Lutz Donnerhacke von der FITUG.<br />
Da ein Proxy jede Anfrage eines Auftrages bearbeitet, könne er nach bestimmten Kritierien diese<br />
Bearbeitung verweigern. Filtersoftware greife damit in den Datenstrom vor dem Anwender ein. Hier<br />
bestimmen Dritte, über abrufbare Informationen. Filterungen, die die jeweiligen<br />
Infrastrukturbetreiber vorgenommen haben, können deshalb vom Anwender nicht einfach umgangen<br />
werden. Die lokal installierbaren Programme, wie NetNanny oder CyberPatrol, die von fast allen<br />
Browsern unterstützt werden, ermöglichen in der Regel keinen <a href="http://www.koehntopp.de/kris/artikel/rating_does_not_work/">Einblick in die Filterlisten</a>. Hier<br />
werde versucht, generell den Zugang zu Informationen zu verhindern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Manche Filtersoftware verwendet zusätzlich PICS. Hinter dem Begriff PICS verbirgt sich ein Klassifizierungssystem, welches vom<br />
Inhaltserzeuger bzw. -anbieter (self-rating) oder von einer Rating-Agentur (third-party rating)<br />
in freier Entscheidung eingesetzt wird.<br />
Auch der Nutzer kann entscheiden, ob er ein solches Filtersystem<br />
einsetzen will oder nicht. Nutzer ist jedoch nicht gleich Nutzer: Ein besorgter Vater kann beispielsweise durch zusätzliche<br />
Kategorisierungsinformationen lokal die Anzeige von bestimmten Daten unterdrücken<br />
und für seine Kinder unzugänglich machen. Der Spieltrieb der lieben Kleinen sollte jedoch nicht unterschätzt<br />
werden, die Systeme sind ebenso leicht zu knacken wie ein Fernsehdekoder.<br />
Im Falle einer großen Firma<br />
kann durchaus &quot;die Firma&quot; als Nutzer auftreten und so die Entscheidungsfreiheit der einzelnen<br />
Mitarbeiter einschränken. Ebenso könnte ein Internetprovider die Rolle des Nutzers annehmen und<br />
den Entscheidungsspielraum seiner Kunden begrenzen, erklärt Dietl.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die verbreitesten PICS Klassifizierungen fußen auf amerikanischen Moralvorstellungen und könnten<br />
nicht einfach auf den europäischen Kulturraum übertragen werden. Im Themenbereich nackte Haut und<br />
Sex würden sich die Amerikaner sehr prüde und verschroben geben, bei den Themen Gewalt und<br />
Rasssismus hingegen sei die Klassifizierung sehr undifferenziert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Darüber hinaus ergeben sich durch die Filtersysteme<br />
<a href="http://www.netlaw.de/gesetze/iukdg.htm#Artikel%202"> datenschutzrechtliche</a> Probleme.<br />
Es bestehe bei der Administration von Proxies durch Dritte die Möglichkeit, die Aktivitäten der<br />
Benutzer zu ermitteln und so datenschutzrechtlich bedenkliche Profile zu erstellen. Jedoch können<br />
dies im Moment durch die Freiwilligkeit umgangen werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Der Gedanke, eine allgemeine Sperre durchsetzen zu wollen, scheitert bereits an der durch die<br />
Verfassung gesicherte <a href="http://www.datenschutz-berlin.de/recht/de/gg/gg1_de.htm#art5"><br />
Kommunikationsfreiheit</a>.<br />
Derzeit sei es möglich, über<br />
<a href="http://www.uni-bremen.de/%7Ea02h/spuren/anonym.htm">Anonymisierer</a> im Netz zu stöbern.<br />
Donnerhacke gibt zu bedenken, dass die Filtersysteme anonymes Surfen nicht akzeptieren und deshalb<br />
unterbinden würden. So ist der Einsatz dieser Technik bisher immer wieder an Protesten<br />
gescheitert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Lassen sich diese Schutzvorkehrungen noch mit dem demokratisch-freiheitlichen Grundprinzip unserer Gesellschaft<br />
vereinbaren? Wem obliegt überhaupt die Kompetenz, über die zu<br />
indizierenden Inhalte zu entscheiden? Die Gefahr, die sich hinter solchen Filter-Systemen verbirgt<br />
ist nicht immer offensichtlich, denn der Einsatz solcher Systeme bewegt sich sehr nah am Rande der<br />
Zensur.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Filtersysteme können also nicht als eine reelle Möglichkeit zur Bekämpfung rechtspopulistischer<br />
Seiten gesehen werden. Ebenso ist kein gesetzlicher Übereifer nötig, da die rechtlichen Grundlagen<br />
theoretisch ausreichend sind. Ein tiefgreifender rechtlicher Ausweg wäre derzeit nur mit Hilfe einer supranationalen<br />
gesetzlichen Regelung denkbar. Bis dahin muss der deutsche Rechtsrahmen ausgeschöpft werden, damit das Netz nicht zum Nest<br />
für Neonazis wird.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Linkliste zum Thema Rechtsextremismus</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wie-rechts-ist-das-world-wide-web/linkliste_zum_thema_rechtsextremismus-963/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ahissen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie rechts ist das World Wide Web?]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Linkliste]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/linkliste_zum_thema_rechtsextremismus-963/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
Wer setzt sich gegen Nazis im Netz ein? Wo kann man mitmachen? Und
wo gibt es noch zusätzliche Hintergrundinformationen? politik-digital
nennt die wichtigsten Links zum Thema.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Wer setzt sich gegen Nazis im Netz ein? Wo kann man mitmachen? Und<br />
wo gibt es noch zusätzliche Hintergrundinformationen? politik-digital<br />
nennt die wichtigsten Links zum Thema.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Initiativen gegen Rechts</b><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.nazis.de/">www.nazis.de</a><br />
anders als der Name vermuten läßt, handelt es sich hier um ein Dialogforum, in dem mit<br />
Rechtsradikalen diskutiert werden kann. Ins Leben gerufen von der &quot;Initiative Dialog&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.thulenet.de/">www.thulenet.de</a><br />
ebenfalls ein Forum in dem über Rechtsradikalismus diskutiert und das von ehemaligen<br />
Extremisten mit geleitet wird. Auch hier zeichnet die &quot;Initiative Dialog&quot; verantwortlich,<br />
übrigens sehr zum Ärgernis der Betreiber des rechtsradikalen thulenet.com(!)<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.nazis-raus.de/">www.nazis-raus.de</a><br />
linkes Diskussionsforum<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<a href="http://www.gegen-vergessen.de/">gegen vergessen &#8211; für Demokratie</a><br />
Zusammenschluss von  Politikern, Wissenschaftern, Pädagogen, Gewerkschaftern<br />
und Journalisten für die kritische Auseinandersetzung mit Extremismus und Rassismus<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.aktioncourage.org/">Aktion Courage e. V. &#8211; SOS Rassismus</a><br />
politisch unabhängiger Bundesverband von Gruppen und Einzelpersonen aus allen gesellschaftlichen<br />
Bereichen für ein friedliches Zusammenleben von Menschen mit verschiedener Nationalität.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.drei-n.de/"> Initiative 3n </a><br />
&quot;3n&quot; steht für &quot;Nein zu Nazis im Netz&quot;. Hier soll ein Netzwerk gegen den wachsenden<br />
Rassismus in Deutschland geschaffen werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.zivile.de/frameset.htm">Die Weisse Rose</a><br />
Diskussionsforum in verschiedenen Regionen unter dem Motto: &quot;Zivile Argumente gegen alles Militante&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<a href="http://www.nazis-raus-aus-dem-internet.de/">www.nazis-raus-aus-dem-internet.de</a><br />
PDS-Site gegen Rechtsextremismus im Internet<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.netzgegengewalt.de/">www.netzgegengewalt.de</a><br />
das CDU-Pendant<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Weiterführende Information</b><br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://gfpa.uibk.ac.at/ber/0010.htm"> Gesellschaft für politische Aufklärung</a><br />
Links zum Thema Rassismus und Antisemitismus<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.verfassungsschutz.de/publikationen/gesamt/lagerede.html">Lagebericht</a><br />
des Bundesverfassungsschutzes zum Thema &quot;Rechtsextremismus in Deutschland&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.hco.hagen.de/history/index.html">Virtuelle Bibliothek</a><br />
zur Geschichte des Dritten Reiches<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.vhf.org/home.html">Survivors of the Shoah</a><br />
Online-Forum auf dem Überlebende des Holocaust über ihre Erfahrungen berichten<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.burks.de/">Burkhard Schröder</a><br />
Homepage des Journalisten und Autors mit umfangreicher Linkliste und Information zum Thema<br />
&quot;Rechtsextremismus im Internet&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.ph-freiburg.de/semgym/politik/recht.htm">Rechtsradikalismus</a><br />
Weiterführende Linkliste zum Thema<br />
</span></span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><a href="http://www.dokklarsfeld.de/">Antifaschistisches Dokumentationsarchiv</a> von Beate Klarsfeldt</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Ein Sommerloch ist ein Sommerloch, ist ein Sommerloch ist ein &#8230;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wie-rechts-ist-das-world-wide-web/ein_sommerloch_ist_ein_sommerloch_ist_ein_sommerloch_ist_ein-964/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/wie-rechts-ist-das-world-wide-web/ein_sommerloch_ist_ein_sommerloch_ist_ein_sommerloch_ist_ein-964/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Steffen Wenzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie rechts ist das World Wide Web?]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Warum die Diskussion über den braunen Internet-Sumpf ziemlich morastig daherkommt.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Warum die Diskussion über den braunen Internet-Sumpf ziemlich morastig daherkommt.</b></span></span><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Boris<br />
Becker ist ja bekanntlich schon seit einiger Zeit drin und Gerhard<br />
Schröder Dank der D21-Nachhilfestunden seit kurzem auch. Beide<br />
engagieren sich derzeit entschieden gegen den neu entflammten<br />
Rechtsextremismus, der zur Zeit ähnlich wie die Flächenbrände in<br />
Montana die<br />
nationale Nachrichtenlage dominiert. Das neue Dilemma, neben dem<br />
üblichen konstatierten Gewaltanstieg der braunen Dumpfschläger, ist<br />
deren<br />
Internetkompetenz. Nach dem man sich in den Sommerlöchern Anfang der<br />
90er noch darüber echauffierte, dass die Rechten einem den Traum<br />
an eine saubere, authentische Rockmusik raubten, bremsen sie jetzt die<br />
Euphorie um den neuen Internetboom und zeigen in Faustscher Manier<br />
die Schattenseiten der neuen Vernetzungs- und<br />
Kommunikationsmöglichkeiten. </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Aber was kann man dagegen tun?<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Während Udo Lindenberg bereits davon träumt die alten Weggefährten aus den 80er Jahren aus dem Vorruhestand zu holen, weil deren<br />
Engagement nicht nur musikalisch ein wenig eingeschlafen ist, verteilt die PDS auf ihrer Homepage <a href="http://www.nazis-raus-aus-dem-internet.de/"><br />
Anti-Nazi-Banner</a>,<br />
mit denen man seine<br />
Solidarität gegen Rechts auch im Netz demonstrieren kann. Der Hype um<br />
die Angst von Rechts durch Propaganda und Netzwerkaufbau im<br />
Internet geht sogar so weit, dass Personen und Provider verdächtigt<br />
werden, ein böses Spiel zu treiben, weil sie Adressen verkaufen oder<br />
besitzen, die rechtsradikale Inhalte vermuten lassen. Blödsinnigerweise<br />
ist auf den Seiten eines 28jährigen Soldaten, dem die Domain<br />
&quot;heil-hitler.de&quot; gehört, nichts zu finden. Dass Rudolf Scharping jetzt<br />
verstärkt gegen rechtsradikale Tendenzen in der Bundeswehr vorgehen<br />
will,<br />
hat damit natürlich überhaupt nichts zu tun und diese Vermutung muss<br />
dann doch eher dem Sommerloch zugeschrieben werden. </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und<br />
da zeigt sich die Redundanz aller Diskussionen, die momentan geführt<br />
werden. Diesen Sommer ist einfach nichts los beziehungsweise noch<br />
weniger als in den vergangenen. Keine Hinterbänkler, die sich mit<br />
abstrusen Bekundungen zu alten Themen auf Platz drei der Tagesthemen<br />
spielen, kein Diätbericht vom Wolfgangsee, sondern nur Unspektakuläres<br />
aus Mallorca. Nach dem Steuer- und dem angedeuteten<br />
Rentenkonsens kommt nun auch die große Koalition gegen Rechts, weil<br />
irgendwie ja doch alle in der Mitte sind. <a href="http://www.netzgegengewalt.de/"><br />
&quot;Netz gegen Gewalt&quot;</a><br />
nennt sich<br />
die mit heißer Nadel gestrickte Initiative der CDU gegen Rechts.<br />
Ruprecht Polenz, Generalsekretär der CDU, hat aber geschickterweise<br />
sofort<br />
nach dem Launch der Site die anderen Bundestagsparteien aufgerufen,<br />
sich an der Netzaktion zu beteiligen, 1:0 für die CDU, die aus der<br />
Tiefe<br />
des virtuellen Raums kommend, den braunen Sumpf trocken legen möchte.<br />
Das Netz als Netz gegen das Netz von Rechts? Die Inhalte auf der<br />
Site sind zwar gut gemeint, aber dennoch nicht wirklich aufklärend,<br />
sondern mehr ein Sammelsurium bereits bestehender Initiativen und<br />
Aktionen. Ein virtuelles Bündnis aller Parteien wäre wirklich mal was<br />
Neues gewesen. </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Nun<br />
ist es ja grundsätzlich sehr lobenswert, wenn deutsche Politiker<br />
endlich das Medium nutzen, um die rechten Propagandisten mit ihren<br />
eigenen Waffen zu schlagen. Aber &quot;es geht darum, die Rechtsradikalen zu<br />
bekämpfen und nicht das Internet&quot; meint Jörg Tauss, einer der<br />
wenigen, die als Experten die Übersicht bewahren. Tauss nimmt auch die<br />
Zentralstelle zur Vergabe von Internet-Adressen Denic gegen Vorwürfe<br />
in Schutz, die Vergabe von Web-Adressen wie www.heil-hitler.de nicht<br />
verhindert zu haben. Es sei nicht die Aufgabe von Denic, solche<br />
Adressen<br />
im Internet aufzuspüren, sondern die von Verfassungsschutz, Polizei und<br />
Jugendschutz-Organisationen: &quot;Ich erwarte von diesen Organisationen,<br />
dass sie dieser Aufgabe auch nachkommen.&quot; </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ganz zurecht weist dagegen <a href="http://www.stern.de/magazin/deutschland/2000/33/rechtsruck.html"> Stern-Kommentator Niklas Frank</a><br />
auf manche demokratische Verfehlung der deutschen Politiker in den<br />
letzten<br />
Monaten hin, &quot;die als Volksvertreter ohne Moral, die Fundamente unserer<br />
Demokratie aushöhlten&quot; und deren undemokratisches Verhalten nur<br />
allzu gerne in der derzeitigen Diskussion ausgeblendet wird. Der Weg<br />
ging von der Unterschriftenaktion über den Spendensumpf bis zu den<br />
abgewandelten &quot;Das Boot ist voll&quot;-Parolen, die sich jetzt als &quot;Kinder<br />
statt Inder&quot;-Plattitüden tarnen. </span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die<br />
Schuld am Eskalieren der Situation sucht man dann doch lieber im<br />
Internet und natürlich auch im Sommerloch. Ist es so, dass wenn<br />
Politiker selbst keine spannenden Meldungen mehr produzieren, man<br />
selber eine machen muss? Das Paradoxe daran ist nur, die Journaille hat<br />
das längst getan und das Sommerloch beziehungsweise das seltsame<br />
Auftauchen eines Themas zum Thema erhoben. Aber was passiert, wenn<br />
viele die Ernsthaftigkeit einer Diskussion anzweifeln, aber dennoch als<br />
Teil des Systems mit dieser Diskussion ihr Geld verdienen? Sie<br />
produzieren Nachrichten, die keine sind, aber sie werden zu Nachrichten<br />
weil andere hinterher ziehen müssen und auf sie reagieren. Erst durch<br />
diese Interaktion wird eine Meldung zur Meldung und ein Thema zum<br />
Thema, die Diskussion als perpetuum mobile. Spannend ist es deswegen<br />
zu beobachten, was aus all den jetzt angekündigten Aktionen &#8211; seien sie<br />
analog oder digital &#8211; wird, wenn erst mal wieder auf die nächste<br />
&quot;Randgruppe&quot; in der Bevölkerung eingedroschen wird. Ab September geht<br />
es an das Thema Rentenreform &#8230;</span></span></p>
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