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	<title>Wir sind Offliner &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Wir sind Offliner &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wohnungslos ins Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wir sind Offliner]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Wer keine Wohnung hat, besitzt in der Regel wenig Geld, von Hardware, DSL-Zugang und Laptop ganz zu schweigen. Immer mehr Initiativen ermöglichen jenen Zwangs-Offlinern den Zugang zum Internet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel) Wer keine Wohnung hat, besitzt in der Regel wenig Geld, von Hardware, DSL-Zugang und Laptop ganz zu schweigen. Immer mehr Initiativen ermöglichen jenen Zwangs-Offlinern den Zugang zum Internet.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Bernd wohnt um die Ecke, gleich neben dem verlassenen Kiosk. Bernd ist 46 Jahre alt und seit 11 Jahren obdachlos. Und Bernd wird diese Zeilen wahrscheinlich nie lesen, denn Bernd ist ein Offliner.</p>
<p>Es sind nicht nur die Älteren in unserer Gesellschaft, denen der Zugang zum Internet &#8211; zur Online–Gemeinde &#8211; oft schwer fällt und dadurch auch oft verwehrt bleibt. Es sind auch diejenigen betroffen, denen aufgrund ihrer ökonomischen Situation die Mittel fehlen, um an der interaktiven Wissensgesellschaft zu partizipieren. Es gibt allerdings Projekte und Einrichtungen, die es den sogenannten Offlinern ermöglichen, sich in die Welt der Onliner einzuwählen.</p>
<p class="fett">Wohnungslos-in-berlin.de</p>
<p>In vielen großen Städten stellen mittlerweile zahlreiche öffentlich Institutionen kostenfreie Internetzugänge zur Verfügung. Adressen jener gemeinnützigen Einrichtungen finden sich, klar, im Internet. So beispielsweise die Homepage von „<br />
                            <a href="http://www.wohnungslos-in-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wohnungslos in Berlin</a>“, die einen detaillierten Überblick über die Angebote öffentlicher Bibliotheken, Jugend- und Familienzentren sowie universitären Einrichtungen liefert. Andere Anbieter richten sich noch gezielter an die ökonomisch Schwachen in unserer Gesellschaft: Der Berliner Verein „<br />
                            <a href="http://www.die-stuetze.com/html/internetcatfe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Stütze e.V.</a>“ beispielsweise betreibt ein Internetcafe für Wohnungslose und einkommensschwache Männer und Frauen. Der Verein bietet neben einem umfangreichen Weiterbildungsangebot im Bereich elektronische Medien und Internet auch eine spezielle Informationsplattform für Wohnungslose.</p>
<p>Ergänzend zu diesem Angebot „auf der Straße“ gibt es aber auch Einrichtungen, die sich durch direkte Ansprache und unmittelbare räumliche Nähe an die Offliner wenden. So gibt es mittlerweile viele Heime für Wohnungslose, die über eigene Computerräume mit persönlicher Betreuung verfügen. Ein Beispiel für eine solche Einrichtung ist das „<br />
                            <a href="http://www.hausweissenburg.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Haus Weissenburg</a>“ in Düsseldorf. Der gleiche Träger betreibt auch ein Heim für geistig Behinderte, in dem den Bewohnerinnen und Bewohnern ein<br />
                            <a href="http://hausmichael.skmd.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Computerraum mit Internetzugang</a> zur Verfügung steht.</p>
<p class="fett">Online-Hilfe zur Selbsthilfe</p>
<p>Keinen Internetzugang zu haben, erscheint im Vergleich zu Wohnungslosigkeit das kleinere Problem zu sein. Die Frage, wie man Betroffene online erreicht, geradezu grotesk. Allerdings gibt es mittlerweile viele Informationen für Wohnungslose online – und teilweise sogar aussschließlich online. Im Jahr 2001 veröffentlichte die Stadt Berlin einen Kälte-Wegweiser mit Übernachtungs- und Aufwärmplätzen nur im Internet. Aber auch andere Hinweise für Obdachlose sind auf verschiedenen Internetseiten wie beispielsweise<br />
                            <a href="http://www.wohnungslos-in-koeln.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wohnungslos-in-koeln.de</a> und<br />
                            <a href="http://www.wohnungslos-in-berlin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wohnungslos-in-berlin.de</a> oder<br />
                            <a href="http://www.ofw-leitfaden.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.ofw-leitfaden.de</a> (Leitfaden für Obdachlose in Berlin) zu finden. Neben aktuellen Terminen, Adressen, nötigen Formularen zum Herunterladen, finden sich auch Online-Foren, in denen Wohnungslose ihre Situation reflektieren und sich austauschen sowie nützliche Tipps weitergeben können. In USA gibt es längst regelrechte<br />
                            <a href="http://view-sidewalk.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ikonen</a> der Blogger-Szene – Obdachlose, die von ihrem Leben<br />
                            <a href="http://thehomelessguy.blogspot.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">erzählen</a>.</p>
<p>Aber nicht nur die Informationsbeschaffung oder der Austausch zwischen den Betroffenen steht im Mittelpunkt der Idee, Wohnungslosen den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Sie können so auch Kontakt zu Freunden und Verwandten halten. Die Initiatoren haben erkannt, wie wichtig es ist, an der modernen Wissensgesellschaft teilhaben zu können. Denn auch für diejenigen, die strukturell eher davon ausgeschlossen sind, sind Informationen der Bundesagentur für Arbeit oder die regionale und überregionale Tagespresse im Internet von Relevanz. Der Berliner Verein „Die Stütze e.V.“ beschreibt als Hintergrund für sein Engagement die immer wichtiger werdende Rolle von elektronischen Medien in unserer Gesellschaft und dass Teilhabe nur möglich ist, wenn man sich mit jenen Medien auch auskennt. Gerade für ökonomisch schwache Menschen ist der Umgang mit den neuen Medien wichtig, um die Ausgrenzung aus der Gesellschaft nicht weiter zu verschärfen und bestenfalls einen Wiedereinstieg zu ermöglichen.</p>
<p>Neben Wohnungslosen sind auch andere gesellschaftliche Gruppen von der Nichtteilhabe an der interaktiven Wissensgesellschaft betroffen. Gerade Kinder ökonomisch schwacher Familien sind von dieser Problematik tangiert. Dass die Anschaffungskosten für einen Computer oft die finanzielle Leistungsfähigkeit dieser Familien übersteigt, vereinfacht die Situation keineswegs. Allerdings gibt es im Internet Foren, in denen die kostenfreie Weitergabe von – zwar nicht der modernsten aber für die Zwecke der Internetnutzung ausreichenden – Hardware, angeboten und angefragt wird. Ein Beispiel für ein solches Forum ist „<br />
                            <a href="http://www.dhd24.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der heiße Draht</a>“. Vielen Schulen bieten mittlerweile Computerkurse speziell für diese Zielgruppe an, zum Schulalltag gehören diese Initiativen allerdings keineswegs.</p>
<p>Die Spaltung der Gesellschaft in Onliner und Offliner scheint sich aufgrund eines immer größer werdenden so genannten abgehängten Prekariat weiter zu verschärfen. Die innergesellschaftliche Kommunikation sollte zwar nicht nur online stattfinden, dennoch müsste gewährleistet sein, dass das Individuum nicht allein wegen seiner wirtschaftlichen und sozialen Situation von der neuen medialen Kommunikation ausgeschlossen ist.</p>
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		<title>Der Offliner &#8211; das unbekannte Wesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wir sind Offliner]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren]]></category>
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		<category><![CDATA[(N)Onliner Atlas]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Die Initiative D21 veröffentlicht in Zusammenarbeit mit tns infratest den (N)ONLINER Atlas 2006 - Eine Topographie des digitalen Grabens durch Deutschland. Welche neuen Erkenntnisse liefert diese Studie und welchen Einfluss wird sie auf die Digital-divide-Debatte haben?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Die Initiative D21 veröffentlicht in Zusammenarbeit mit tns infratest den (N)ONLINER Atlas 2006 &#8211; Eine Topographie des digitalen Grabens durch Deutschland. Welche neuen Erkenntnisse liefert diese Studie und welchen Einfluss wird sie auf die Digital-divide-Debatte haben?<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Der Billig-Flug ist unerreichbar, weil er nur online buchbar ist.<br />
<br />
Die tägliche Nachrichtendosis beschränkt sich auf die Tageszeitung.<br />
<br />
Die Verabredung fürs Kino wird telefonisch gemacht.
</p>
<p>
Für 37,8 Mio. Deutsche über 14 Jahren ist dies unvorstellbar, denn sie sind online. Die Charakteristik des typischen Onliners und dessen Surf-Verhalten wurde mittlerweile hinlänglich erforscht (z.B. Studie der<br />
<a href="http://www.agof.de/die_internet_facts.353.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V.</a>)
</p>
<p>
Doch was ist mit denen, die kein Internet nutzen? Der Offliner- das unbekannte Wesen?
</p>
<p>
Die<br />
<a href="http://www.initiatived21.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative D21</a> hat in Zusammenarbeit mit<br />
<a href="http://www.tns-infratest.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tns infratest</a> bereits zum fünften Mal den<br />
<a href="http://www.nonliner-atlas.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(N)ONLINER Atlas 2006</a> veröffentlicht. Die &quot;Topographie des digitalen Grabens durch Deutschland&quot; beruht auf der Basis von über 50.000 Telefoninterviews und ist damit die größte Studie zur Internetnutzung bzw. dessen Nichtnutzung in Deutschland. Die drei Typen Onliner, Offliner und Nutzungsplaner werden nach den Kriterien Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsgrad und Beschäftigung ausgewertet und nach Postleitzahl-Bereichen gegliedert dargestellt.
</p>
<p>
<b>Frauen über 60</b>
</p>
<p>
Demnach ist die Anzahl derjenigen, die das Internet nutzen, seit dem Vorjahr um drei Punkte auf mittlerweile 58 Prozent gestiegen. Im nächsten Jahr beabsichtigen sogar vier Millionen Deutsche, das Internet zu nutzen, also so genannte Nutzungsplaner.</p>
<p>Trotz des ungebremsten Anstiegs der momentanen und zukünftigen Onliner nutzen 23 Millionen Menschen über 14 Jahren in Deutschland noch immer kein Internet, das sind immerhin 36 Prozent. Um ein präziseres Bild von ihnen zu bekommen, nimmt der (N)ONLINER Atlas diese Gruppe genauer unter die Lupe. Kurz gesagt: Offliner sind im Schnitt 61 Jahre alte Frauen mit &quot;Volkschulabschluss&quot;, Allein daran sieht man, wie alt sie sein müssen: Das Volksschul-Modell gibt es seit 1968 nicht mehr, wer damals acht Jahre Schulpflicht hinter sich gebracht hat, entspricht heute also am ehesten Hauptschulabgängern. Nur zum Vergleich: Der typische Onliner ist 40 und hat einen Hochschulabschluss oder mindestens Abitur – oder ist noch Schüler.</p>
<p>Auch die ökonomische Situation hat Einfluss auf das Nutzungsverhalten: Offliner haben weniger Geld als Onliner, drei Viertel von Ihnen sind nicht berufstätig, die meisten davon Rentner. Übrigens: Stolze elf Prozent der Rentner sind online!</p>
<p>Die Studie untersucht jedoch nicht nur sozio-ökonomische Faktoren, sondern zeigt auch, wo in Deutschland die Offliner leben, in welchen Regionen, ob in Metropolen oder im Kaff. Auffallend ist dabei, dass es bei diesem Thema kaum Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland gibt. In beiden Fällen beträgt der Anteil der Offliner etwa ein Fünftel der Bevölkerung ab 14 Jahren. Allerdings ist das Wachstum der Onliner-Gemeinde in Ostdeutschland mit 3,9 Prozent höher als in Westdeutschland (2,9 Prozent).</p>
<p>Und auch die Gemeindegröße hat gemäß der Studie keinen Einfluss auf das Nutzungsverhalten. Damit lässt sich die Annahme, dass in städtisch geprägten Regionen ein anderes Nutzungsverhalten als auf dem Land existiert, ins Reich der Legenden verweisen.</p>
<p>Die Studie beschränkt sich jedoch nicht darauf, die Einflussfaktoren auf das Nutzungsverhalten zu definieren, sondern sie bewertet auch deren unterschiedlich hohen Einfluss. Zusammengefasst steigt die Wahrscheinlichkeit, Offliner zu sein mit zunehmenden Alter, sinkender Schulbildung sowie sinkendem Einkommen.</p>
<p><b>Von digital divide und e-inclusion</b></p>
<p>Dies sind wiederum die Merkmale, die auch im Zuge der Diskussionen über die digitale Spaltung, etwa beim<br />
<a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/index.shtml#ungi" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UN Gipfel zur Informationsgesellschaft</a>, genannt werden.<br />
<br />
In einer Welt, in der das WorldWideWeb eine immer größere Rolle im täglichen Leben spielt, besteht die Gefahr, dass 23 Millionen Offliner in Deutschland den Anschluss an die digitale Welt verlieren. Allerdings muss dabei unterschieden werden zwischen denen, die bewusst auf das Internet verzichten, weil sie sich keinen Nutzen davon versprechen, und denen, die aus technischen oder finanziellen Gründen keinen Zugang finden.
</p>
<p>
Die damit zusammenhängende<br />
<a href="http://www.digitaldivide.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">digital-divide-Debatte</a> ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sind in den vergangenen zwölf Monaten in Deutschland zwei Millionen Menschen zu Onlinern geworden. Das bedeutet, dass die digitale Spaltung kein unumstößliches Gesetz ist, sondern dass die Anstrengungen der so genannten e-inclusion Früchte tragen können. Dazu können auch die Initiativen der<br />
<a href="http://ec.europa.eu/employment_social/knowledge_society/society_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EU-Kommission</a> und der<br />
<a href="http://www.zukunft-breitband.de/Breitband/Portal/Navigation/Breitbandatlas.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundesregierung</a> aber auch die zahlreichen gesellschaftlich getragenen Projekte beitragen.
</p>
<p>
Nachdem der (N)ONLINER-Atlas die Merkmale eines typischen Offliners analysiert hat, müssen diese Kenntnisse genutzt werden, um den Offlinern weiterhin den Weg zum Onliner zu erleichtern. Dazu gehören laut Barbara Schwarze, Vorstand der Initiative D21, „nutzenorientierte Informationen, Anwendungsbeispiele und Lernangebote, ebenso wie öffentliche Internetzugangsorte und einfach zu nutzende Technologien.“</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Im Leben von Offlinern</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wir-sind-offliner/im-leben-von-offlinern-2712/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wir sind Offliner]]></category>
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					<description><![CDATA[(Protokolle) Das Leben vor 1995 – für manche immer noch Realität: Sie leben analog. eMails schreiben, surfen, Bahnfahrkarten online bestellen, das machen ihre Kinder oder Enkel, sie selbst haben damit nichts zu tun. Drei Offliner berichten über ihren Alltag, politik-digital.de hat protokolliert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Protokolle) Das Leben vor 1995 – für manche immer noch Realität: Sie leben analog. eMails schreiben, surfen, Bahnfahrkarten online bestellen, das machen ihre Kinder oder Enkel, sie selbst haben damit nichts zu tun. Drei Offliner berichten über ihren Alltag, politik-digital.de hat protokolliert.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Frauen über 60 – das sind die statistischen Offliner, so der &quot;(N)Onliner-Atlas 2006&quot; der Initiative D21. Aber wie beeinflusst das Internet den Alltag von Menschen, deren Leben weitgehend analog verläuft? In welchen Situationen kommen sie mit der digitalen Welt in Berührung? Und vor allem: Was halten sie vom Internet? Marianne, Wilfried und Irma sind offline und erzählen von gläsernen Menschen, Online-Wahlen und den Vorteilen von Bargeld.</p>
<p><b>Marianne (62), Hausfrau</b><br />
<br />
„Den Einkommenssteuerbescheid online ausfüllen, übers Internet wählen, statt bei Regen ins Wahlbüro laufen – das klingt schon gut, ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass das geht. Vielleicht gibt es im Internet ja auch noch andere Dienstleistungen die Behördengänge ersetzen, andere Verwaltungsangelegenheiten, keine Ahnung, das könnte ich gut gebrauchen. Aber selbst war ich noch nie im Internet, wenn ich etwas gebraucht habe, dann hat das bis jetzt immer mein Sohn für mich gemacht. Also etwas zu recherchieren oder so. Er hat zum Beispiel ein Zimmer in einer Pension über das Internet für mich gebucht. Oder er hat Preise für ein Produkt verglichen, das fand ich schon ganz gut. Man kann es dann ja auch gleich bestellen. Und wenn man krank ist, kann man sich mit anderen über das Internet austauschen. Und für eMails bräuchte ich ja auch Internet, dann könnte man auch Kontakte im Ausland pflegen. Ich habe ziemlich oft das Gefühl, dass mir etwas fehlt, dass ich das Internet schon bräuchte. Alleine ins Internet zu gehen, ist mir zu kompliziert, man kann wahrscheinlich ziemlich viel falsch machen. Aber neugierig bin ich schon, ich will das mal ausprobieren und surfen, wie man sagt. Nur eines würde ich grundsätzlich nicht machen: Online-Banking kommt nicht in Frage, das ist mir zu unsicher.&quot;</p>
<p><b>Wilfried (62), Feinmechaniker</b><br />
<br />
„Ich selbst war noch nie im Internet, meine Frau schon. Sie nutzt das Netz für eMail-Kontakte und recherchiert Termine und allgemeine Informationen für ihre Verbandsarbeit im Sportverein. Sie hat auch schon eine Reise im Internet gebucht. Aber ehrlich gesagt: Mir ist das zu langweilig. Solange ich alles persönlich erledigen kann, brauche ich das nicht. Ich gehe in die Bank und zahle am Kassenschalter Geld ein oder hebe welches ab, wechsele ein, zwei Worte mit der Frau hinterm Schalter, das ist mir lieber. Auch persönliche Gespräche sind für mich nicht durch eMails oder so etwas zu ersetzen. Ich schaue den Leuten lieber in die Augen, wenn ich mit ihnen rede. Meiner Meinung nach ist das Internet außerdem gefährlich: Es ist schuld daran, dass immens viele Arbeitsplätze verloren gehen, es begünstigt kriminelle Machenschaften. Und außerdem sammelt es die Daten der Bevölkerung – der einzelne wird zum gläsernen Menschen.“</p>
<p><b>Irma (67), Hausfrau</b><br />
<br />
„Grundsätzlich: Ich halte nicht viel vom Internet. Kinder und Jugendliche haben so Zugang zu Sachen, zu denen sie besser keinen hätten. Meine 15-jährige Enkelin ist dauernd im Internet, korrespondiert mit ihren Brieffreundinnen, lädt sich Musik runter – wenn ich bei ihr bin, schaue ich da schon mal mit rein. Die Cousine meines Mannes ist ein Jahr älter als ich und verbringt seit 15 Jahren jede freie Minute mit dem Computer. Ich hätte ehrlich gesagt Besseres zu tun. Mit ihren Kindern und Freunden hat sie in erster Linie Kontakt über eMails. Das ist so unpersönlich, mir wäre ein handgeschriebener Brief immer lieber, und wenn er noch so kurz ist. Gut, für Geschäftsleute ist das schon praktisch, ein Brief oder ein Telegramm ist halt nicht so schnell. Wenn wir verreisen, fahre ich in die Stadt, gehe zum Bahnhof , lasse mich beraten und kaufe dann die Fahrkarten. Diese persönlichen Gespräche sind mir einfach wichtig. Neulich haben wir mit unseren Kindern und Enkeln ein paar Tage Urlaub in Serbien gemacht. Ich habe vorher im Hotel angerufen und gefragt, was es kostet, überschlagen, was wir sonst so brauchen, und entsprechend viel Bargeld getauscht. Eine ec-Karte oder so etwas habe ich nicht. Meine Tochter hat protestiert und gesagt, sie würde ihre Karte mitnehmen, Bargeld, das brauche man heute nicht mehr. Was soll ich sagen: Ohne mein Geld wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen. Bankautomaten haben wir dort fast keine gefunden.“</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Offline und glücklich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wir-sind-offliner/wissensgesellschaftshumer_analoge_identitaeten_061207-shtml-2885/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[(Artikel) MP3-Player, Einkaufen ohne Cash, Kinotickets aus dem Netz, Brombeeren mit digitaler Kalenderfunktion – das Leben ist so einfach. Aber wie funktioniert das Ganze in seiner Offline-Version? Ein Blick auf den analogen Alltag im Jahr 2006.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel) MP3-Player, Einkaufen ohne Cash, Kinotickets aus dem Netz, Brombeeren mit digitaler Kalenderfunktion – das Leben ist so einfach. Aber wie funktioniert das Ganze in seiner Offline-Version? Ein Blick auf den analogen Alltag im Jahr 2006.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Es ist Herbst, und die nächste saisonale Eskalationsstufe naht unaufhaltsam. Da ein Winterschlaf im menschlichen Dasein nicht vorgesehen ist, ziehen sich die meisten Leute verstärkt in die eigene Wohnung zurück, sie wird ein Hort der Zuflucht. Da bleibt am Jahresende Zeit für eine kuschelige Retrospektive. Wie kann ich von der Digitalisierung der Welt profitieren? Was in meiner Welt ist eigentlich digital und was nicht? Schauen wir uns mal einen fiktiven, aber durchaus realitätsnahen Tag im Leben eines Offliners an und versuchen herauszufinden, was dieser Mensch alles verpasst – und wovon er verschont bleibt.</p>
<p>
                              <strong>(Keine) Zeit für Technikgenuss</strong>
                            </p>
<p>Das Frühstück beginnt wie immer: Kaffee, Toast, keine Lust. Die musikalische Untermalung liefert wie schon seit Jahrzehnten das altvertraute Küchenradio – nicht schön, aber laut. Gespielt werden die Hits der 80er, 90er und das vermeintlich Beste von heute. Und viel Werbung. Und irgendwie auf allen Kanälen dasselbe. Mit einem Notebook wäre Rettung nah, sagt der Kollege im Büro nebenan immer. Die eigene MP3-Sammlung würde Musik nicht nur fürs Frühstück, sondern gleich für mehrere Jahre Urlaub liefern – quasi gigabyteweise gute Laune. Sofern, ja, sofern der Player nicht nach irgendeinem komischen Update schreit – so wie nebenbei auch Windows, Office und zahlreiche andere Programme. Die Maschine will bedient werden und schreit nach dem, was ihr zusteht. Wenn der Rechner dann hochgefahren, die Updates runter geladen, virengeprüft und installiert sind, wenn die Playlist für den morgendlichen Klangteppich schließlich zusammengestellt ist – dann wird es Zeit, endlich ins Büro zu fahren.</p>
<p>Nach dem durchdigitalisierten Arbeitstag im Büro geht es schnell in den Supermarkt. Mist, die Kundenkarte fehlt – also wird es nichts mit dem dürftigen, aber geilen Geizrabatt. Das Portemonnaie war nämlich viel zu dick, die zahlreichen Karten fanden keinen Platz mehr. Dabei verschenkt man doch nur ungern was, mal abgesehen von den paar persönlichen Daten im Kartenantrag. Das Bezahlen mit der ec-Karte fällt leider auch aus – der Magnetstreifen ist defekt. Schade. Bar reicht es nur für den halben Einkaufszettel, denn wozu soll man Bargeld mitschleppen? Man kann doch bargeldlos bezahlen. Und es gibt doch an jeder Ecke einen von weltweit Millionen Geldautomaten, hieß es damals in der Werbung. Entzückend, dass dieser mehrere Euro Gebühren für die Abhebung nimmt – sofern er funktioniert. Ab und zu kann nämlich keine Datenbankverbindung hergestellt werden. Von solchen Störungen war irgendwie nie die Rede. Dabei sollte dank der Vernetzung der Welt alles viel, viel einfacher werden.</p>
<p>Abends ist Zerstreuung angesagt. Wie wäre es ganz altmodisch mit Kino? Nette Idee, aber die jung-dynamische Zielgruppe hat bereits alle guten Plätze Tage im Voraus reserviert. Online. So bleiben nur die mitleidig belächelten Friseursitze in den ersten Reihen. Bevor es dann verkrampft ins Bett geht, muss – sicher ist sicher – noch der alte Nachttischwecker aufgezogen und gestellt werden. Der vom Projektleiter mit Daten voll synchronisierte Terminplaner im Handy ist leider etwas unsicher, denn rechtzeitig zu einem wichtigen Termin stürzt der freundliche digitale Begleiter schon mal spontan ab. Effizient ist das Ding ja, irgendwie, aber leider auch sehr divenhaft. Bestimmt fehlt wieder irgendein Update. Also muss analoge Technik den Alltag retten. Ist ja nicht das erste Mal.</p>
<p>
                              <strong>Es geht auch mal ohne</strong>
                            </p>
<p>Die digitale Welt ist ohne Zweifel eine Bereicherung für unser Leben. Eine beschleunigte und weltoffene Gesellschaft ist mit den Mitteln vergangener Jahrhunderte nicht mehr zu befriedigen. Immer mehr Menschen haben jedoch das Gefühl, dass ihnen ganz persönlich die Kontrolle entgleitet. Immer mehr Geräte buhlen in immer kürzerer Zeit um Aufmerksamkeit, immer kompliziertere Systeme wollen bedient, administriert und gewartet werden. Immer schneller veralten gerade erlernte Techniken und eroberte Systeme. Immer neue Bedrohungen wie Viren, Trojaner und Phishing lassen die Masse der User zusammenzucken. Nichts scheint wirklich sicher im digitalen Raum, außer der gefühlten Unsicherheit. Irgendwie mitmachen, dabei sein, das muss man aber trotz alledem.</p>
<p>Abhilfe schaffen kann hier eine Stärkung der eigenen Medienkompetenz sowie der Ausbau der Fähigkeit, zwischen Sinn und Unsinn zu unterscheiden. Nicht alle Geräte, die angepriesen werden, werden wirklich benötigt. Nicht alle Features muss man nutzen. Und nicht an allen Online-Hypes muss man partizipieren. So bleibt im Falle der Überforderung eine Methode, die überraschend häufig hilft und viele Probleme gar nicht erst entstehen lässt: „Nein“ sagen zur digitalen Überfrachtung – und ab und zu einfach mal abschalten.</p>
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