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	Kommentare zu: Prof. Dr. Christoph Bieber, Universität Duisburg-Essen	</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>
		Von: Stephan Eisel		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Eisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2012 17:06:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Aus meiner Sicht gehört die empirische Auswertung zur wissenschaftlichen Analyse. Dass Liquid Feedback, Adhocracy usw. bisher überall (!) nur sehr schwache Beteiligung mobilisiert - wie auch andere Instrumente wie etwa &quot;Online-Bürgerhaushalte&quot; - wird in Ihrem Statement überhaupt nicht erwähnt. Warum eigentlich? 

Bei allem Enthusiasmus für neue Möglichkeiten sollte doch dem wissenschaftlichen Beobachter die kritische Distanz nicht abhanden kommen. Im Rahmen der Recherchen zu meinem Buch &quot;Internet und Demokratie&quot; ist mehr sehr aufgefallen, wie sehr diese nüchterne Analyse z. B. in der deutschen politikwissenschaftlichen Debatte fehlt. 

Die Ursachen der sehr geringen Akzeptanz von Online-Beteiligungsangeboten sind m. E. durchaus vielfältig. Dazu finden sich eine Reihe von Analysen und Betrachtungen auf meinem Blog internetunddemokratie.wordpress.com

Sehr auffällig ist jedenfalls, dass sich die  Initiatoren solcher Online-Beteiligungen meist der wissenschaftlich-kritische Analyse verweigern - offenbar weil hier das Risiko gesehen wird, das Scheitern des eigenen Projektes zugeben zu müssen. Außerdem hat sich in manchen Bereichen eine monopolartige Dominanz bestimmter (Software)anbieter entwickelt, die nicht frei von kommerziellen interessen ist. Thematisiert wird das interessanterweise für den Bereich der Online-Beteiligungsformen nur ganz selten. Warum eigentlich ?

Demokratietheorisch und -praktisch ist es ja keinesfalls banal, wenn bestimmte Partizipationsformen der kritischen Debatte entzogen und damit für manipulativen Missbrauch verfügbar werden. Das Internet ist nicht per se demokratisch und muss wie andere &quot;Kanäle&quot; der Kommunikation einem Demokratietest unterworfen werden. Darum geht es mir und das schient angesichts der Faszination über die technischen Möglichkeiten im Netz nur schwer durchsetzbar zu sein. Hier hat die der Demokratie verpflichtete Politikwissenschaft eine wichtige Aufgabe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus meiner Sicht gehört die empirische Auswertung zur wissenschaftlichen Analyse. Dass Liquid Feedback, Adhocracy usw. bisher überall (!) nur sehr schwache Beteiligung mobilisiert &#8211; wie auch andere Instrumente wie etwa &#8220;Online-Bürgerhaushalte&#8221; &#8211; wird in Ihrem Statement überhaupt nicht erwähnt. Warum eigentlich? </p>
<p>Bei allem Enthusiasmus für neue Möglichkeiten sollte doch dem wissenschaftlichen Beobachter die kritische Distanz nicht abhanden kommen. Im Rahmen der Recherchen zu meinem Buch &#8220;Internet und Demokratie&#8221; ist mehr sehr aufgefallen, wie sehr diese nüchterne Analyse z. B. in der deutschen politikwissenschaftlichen Debatte fehlt. </p>
<p>Die Ursachen der sehr geringen Akzeptanz von Online-Beteiligungsangeboten sind m. E. durchaus vielfältig. Dazu finden sich eine Reihe von Analysen und Betrachtungen auf meinem Blog internetunddemokratie.wordpress.com</p>
<p>Sehr auffällig ist jedenfalls, dass sich die  Initiatoren solcher Online-Beteiligungen meist der wissenschaftlich-kritische Analyse verweigern &#8211; offenbar weil hier das Risiko gesehen wird, das Scheitern des eigenen Projektes zugeben zu müssen. Außerdem hat sich in manchen Bereichen eine monopolartige Dominanz bestimmter (Software)anbieter entwickelt, die nicht frei von kommerziellen interessen ist. Thematisiert wird das interessanterweise für den Bereich der Online-Beteiligungsformen nur ganz selten. Warum eigentlich ?</p>
<p>Demokratietheorisch und -praktisch ist es ja keinesfalls banal, wenn bestimmte Partizipationsformen der kritischen Debatte entzogen und damit für manipulativen Missbrauch verfügbar werden. Das Internet ist nicht per se demokratisch und muss wie andere &#8220;Kanäle&#8221; der Kommunikation einem Demokratietest unterworfen werden. Darum geht es mir und das schient angesichts der Faszination über die technischen Möglichkeiten im Netz nur schwer durchsetzbar zu sein. Hier hat die der Demokratie verpflichtete Politikwissenschaft eine wichtige Aufgabe.</p>
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		<title>
		Von: Christoph Bieber		</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/netzpolitischer-rueckblick-2012/prof-dr-christoph-bieber-universitaet-duisburg-essen-124979/#comment-2060</link>

		<dc:creator><![CDATA[Christoph Bieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Dec 2012 16:13:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Nun, &quot;gerühmt&quot; habe ich den Einsatz von Liquid Feedback eigentlich nicht, ich habe lediglich auf das &quot;Wagnis&quot; hingewiesen. Für mich ist an dieser Stelle der empirische &quot;Erfolg&quot; des Verfahrens auch gar nicht entscheidend - die von ihnen angekündigte Expertise wird offenbar das Scheitern des &quot;Ersteinsatzes&quot; dokumentieren - doch liegt dieses Scheitern an der verwendeten Software oder deren &quot;waghalsiger&quot; Implementierung? Es deutet sich an, dass sich hier Fehler wiederholen, die schon in den 1990er Jahren im Umfeld anderer Beteiligungsexperimente gemacht wurden. Mich würde interessieren, wo ihrer Meinung nach die Gründe für das scheinbare &quot;Scheitern&quot; liegen - in der Software, in Umsetzung und Kommunikation, auf Seiten der Verwaltung, bei den Bürgern?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun, &#8220;gerühmt&#8221; habe ich den Einsatz von Liquid Feedback eigentlich nicht, ich habe lediglich auf das &#8220;Wagnis&#8221; hingewiesen. Für mich ist an dieser Stelle der empirische &#8220;Erfolg&#8221; des Verfahrens auch gar nicht entscheidend &#8211; die von ihnen angekündigte Expertise wird offenbar das Scheitern des &#8220;Ersteinsatzes&#8221; dokumentieren &#8211; doch liegt dieses Scheitern an der verwendeten Software oder deren &#8220;waghalsiger&#8221; Implementierung? Es deutet sich an, dass sich hier Fehler wiederholen, die schon in den 1990er Jahren im Umfeld anderer Beteiligungsexperimente gemacht wurden. Mich würde interessieren, wo ihrer Meinung nach die Gründe für das scheinbare &#8220;Scheitern&#8221; liegen &#8211; in der Software, in Umsetzung und Kommunikation, auf Seiten der Verwaltung, bei den Bürgern?</p>
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		<title>
		Von: Stephan Eisel		</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/netzpolitischer-rueckblick-2012/prof-dr-christoph-bieber-universitaet-duisburg-essen-124979/#comment-2059</link>

		<dc:creator><![CDATA[Stephan Eisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Dec 2012 16:06:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Sehr geehrter Herr Prof. Bieber,
wäre es nicht sinnvoll, theoretische Überlegungen zur politischen &quot;Internet-Awerness&quot; mit konkreten Praxiserfahrungen zu konfrontieren. Nur ein Beispiel: Der von Ihnen (und in der Presse immer wieder)  gerühmte Einsatz von Liquid Feedback im Landkreis Friesland entwickelt sich zum gewaltigen Flop: Über einen Monat nach dem Start konnten dort selbst bei der am häufigsten frequentierten Abstimmung nur 18 (!!!) Teilnehmer verzeichnet werden. Zum Vergleich: der Kreistag hat 42 Mitglieder, im Landkreis leben 82.000 wahlberechtigte Bürger. Ich bereite zur Zeit eine detaillierte Analyse des Liquid-Feddback-Versuchs vor, der Anfang 2013 veröffentlicht wird (internetunddemokratie.wordpress.com).
Mit freundlichen Grüßen
Stephan Eisel]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Prof. Bieber,<br />
wäre es nicht sinnvoll, theoretische Überlegungen zur politischen &#8220;Internet-Awerness&#8221; mit konkreten Praxiserfahrungen zu konfrontieren. Nur ein Beispiel: Der von Ihnen (und in der Presse immer wieder)  gerühmte Einsatz von Liquid Feedback im Landkreis Friesland entwickelt sich zum gewaltigen Flop: Über einen Monat nach dem Start konnten dort selbst bei der am häufigsten frequentierten Abstimmung nur 18 (!!!) Teilnehmer verzeichnet werden. Zum Vergleich: der Kreistag hat 42 Mitglieder, im Landkreis leben 82.000 wahlberechtigte Bürger. Ich bereite zur Zeit eine detaillierte Analyse des Liquid-Feddback-Versuchs vor, der Anfang 2013 veröffentlicht wird (internetunddemokratie.wordpress.com).<br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
Stephan Eisel</p>
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