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	Kommentare zu: Warum Hetze im Netz nichts mit Redefreiheit zu tun hat	</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Thu, 06 Apr 2017 10:23:55 +0000</lastBuildDate>
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		<title>
		Von: woksoll		</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/warum-hetze-im-netz-nichts-mit-redefreiheit-zu-tun-hat-151871/#comment-2706</link>

		<dc:creator><![CDATA[woksoll]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Apr 2017 10:23:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Man sollte mehr vom Grundgesetz lesen als die Überschriften.
Artikel 5 &quot;(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.&quot;
Gelöscht werden darf nur aufgrund von Gesetzen. Ob Gesetze verletzt werden, bestimmt in einem Rechtsstaat ein Richter. Wenn kein Urteil vorliegt, dass eine Rechtsverletzung vorliegt, ist das Löschen willkürliche Zensur. Auch die katholische Kirche und repressive Staaten hatten immer wohlfeile Gründe für Zensur, aber sie lässt sich nicht mit unserem Grundgesetz zur Deckung bringen und ist ein Angriff auf die Grundrechte. Da frag mag sich, wer dem Staat mehr schadet: der Hetzer, dem das Strafrecht den Garaus machen kann, oder dem Zersetzer, der das Faustrecht am Rechtsstaat vorbei predigt?
&quot;Das Entfernen bewusst provokanter Beiträge ist also keines Falls eine Zensur, es schafft lediglich Platz für einen vielseitigen und offenen Meinungsaustausch.&quot;
Ich habe selten einen bigotteren Aufruf zum Faustrecht gelesen. Schade, dass Demokratie und Rechtsstaat in Deutschland so wenig Freunde hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man sollte mehr vom Grundgesetz lesen als die Überschriften.<br />
Artikel 5 &#8220;(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.&#8221;<br />
Gelöscht werden darf nur aufgrund von Gesetzen. Ob Gesetze verletzt werden, bestimmt in einem Rechtsstaat ein Richter. Wenn kein Urteil vorliegt, dass eine Rechtsverletzung vorliegt, ist das Löschen willkürliche Zensur. Auch die katholische Kirche und repressive Staaten hatten immer wohlfeile Gründe für Zensur, aber sie lässt sich nicht mit unserem Grundgesetz zur Deckung bringen und ist ein Angriff auf die Grundrechte. Da frag mag sich, wer dem Staat mehr schadet: der Hetzer, dem das Strafrecht den Garaus machen kann, oder dem Zersetzer, der das Faustrecht am Rechtsstaat vorbei predigt?<br />
&#8220;Das Entfernen bewusst provokanter Beiträge ist also keines Falls eine Zensur, es schafft lediglich Platz für einen vielseitigen und offenen Meinungsaustausch.&#8221;<br />
Ich habe selten einen bigotteren Aufruf zum Faustrecht gelesen. Schade, dass Demokratie und Rechtsstaat in Deutschland so wenig Freunde hat.</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Michael Erle		</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/warum-hetze-im-netz-nichts-mit-redefreiheit-zu-tun-hat-151871/#comment-2705</link>

		<dc:creator><![CDATA[Michael Erle]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Apr 2017 10:47:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich stimme dem Vorredner in Vielem zu. Zudem möchte ich anmerken, dass das Konzept der positive Redefreiheit nicht 1:1 auf Internet und sozialen Medien übertragen werden kann. Meine öffentlich ausgedrückte Meinung wird von Facebook, Google ja nicht gelöscht. Sie ist immer noch einem globalen Publikum zugänglich. Wäre sie lesens- und teilenswert, oder hätte ich Geld sie zu bewerben, würde sie von mehr Leuten gehört. Insofern sind es ganz ähnliche Mechanismen wie in der klassischen Presse.

Aus dem gleichen Grund ist eine künstlich geschaffene niedrige Sichtbarkeit etwa durch die Löschung bei Facebook auch nicht im gleichen Maße demokratiefeindlich: meistens sind es Blogposts, die verlinkt werden. Sie existieren nach wie vor online. Es steht den so &quot;zensierten&quot; frei, eine andere Plattform zu nutzen. 

Soweit Facebook als privater Anbieter diese Löschungen vornimmt, sind sie also meiner Meinung nach unproblematisch. Sobald die Regierung sie erzwingt, jedoch nicht mehr. Und das scheint mir der Knackpunkt zu sein. Ist der (niedrige) Schaden der künstlich geschaffenen niedrigen Sichtbarkeit, staatlich verordnet, nicht ein zu starken Eingriff in die Redefreiheit?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stimme dem Vorredner in Vielem zu. Zudem möchte ich anmerken, dass das Konzept der positive Redefreiheit nicht 1:1 auf Internet und sozialen Medien übertragen werden kann. Meine öffentlich ausgedrückte Meinung wird von Facebook, Google ja nicht gelöscht. Sie ist immer noch einem globalen Publikum zugänglich. Wäre sie lesens- und teilenswert, oder hätte ich Geld sie zu bewerben, würde sie von mehr Leuten gehört. Insofern sind es ganz ähnliche Mechanismen wie in der klassischen Presse.</p>
<p>Aus dem gleichen Grund ist eine künstlich geschaffene niedrige Sichtbarkeit etwa durch die Löschung bei Facebook auch nicht im gleichen Maße demokratiefeindlich: meistens sind es Blogposts, die verlinkt werden. Sie existieren nach wie vor online. Es steht den so &#8220;zensierten&#8221; frei, eine andere Plattform zu nutzen. </p>
<p>Soweit Facebook als privater Anbieter diese Löschungen vornimmt, sind sie also meiner Meinung nach unproblematisch. Sobald die Regierung sie erzwingt, jedoch nicht mehr. Und das scheint mir der Knackpunkt zu sein. Ist der (niedrige) Schaden der künstlich geschaffenen niedrigen Sichtbarkeit, staatlich verordnet, nicht ein zu starken Eingriff in die Redefreiheit?</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Johannes Brinz		</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/warum-hetze-im-netz-nichts-mit-redefreiheit-zu-tun-hat-151871/#comment-2704</link>

		<dc:creator><![CDATA[Johannes Brinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Apr 2017 10:46:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich stimme grundsätzlich mit Ihrer Ansicht überein und wollte hier nur einen neuen Aspekt in der Debatte eröffnen. Generell geht es hier nämlich explizit um vom Inhalt unabhängige Gründe, Posts zu löschen – im Grunde ziehe ich den Kreis sogar noch weiter als das Bundesverfassungsgericht. Eine Meinung A verdrängt eine andere Meinung B. Meinung B wird daher nicht wahrgenommen, was einer Einschränkung der Redefreiheit gleichkommt. Das Recht auf Zugang zu einer öffentlichen Plattform von A konkurriert folglich mit dem von B. 

Um ein Gleichgewicht wieder herzustellen gibt es nun zwei Möglichkeiten. Entweder Meinung B wird gefördert oder Meinung A wird eben gehemmt, es wird ihr ein Teil ihrer Plattform entzogen. Ersteres versucht im Übrigen die Facebookgruppe  #ichbinhier. Diese reagiert mit nüchternen Beiträgen auf Hass-Kommentare und verringert so deren Sichtbarkeit. Ein ausgeglichener Meinungsaustausch wird dadurch wieder ermöglicht. Es geht nicht darum Meinung A zum Schweigen zu bringen, sondern Meinung A und Meinung B ausgeglichene Chancen zu geben, wahrgenommen zu werden. 

Außerdem geht es hier nicht um juristische Aspekte. Die Seitenbetreiber löschen Posts, nicht der Staat. Der Saat darf keine Meinungen verbieten, der Inhaber einer Seite kann aber für sich selbst entscheiden, welche Ansichten auf seinen Plattformen verbreitet werden sollen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich stimme grundsätzlich mit Ihrer Ansicht überein und wollte hier nur einen neuen Aspekt in der Debatte eröffnen. Generell geht es hier nämlich explizit um vom Inhalt unabhängige Gründe, Posts zu löschen – im Grunde ziehe ich den Kreis sogar noch weiter als das Bundesverfassungsgericht. Eine Meinung A verdrängt eine andere Meinung B. Meinung B wird daher nicht wahrgenommen, was einer Einschränkung der Redefreiheit gleichkommt. Das Recht auf Zugang zu einer öffentlichen Plattform von A konkurriert folglich mit dem von B. </p>
<p>Um ein Gleichgewicht wieder herzustellen gibt es nun zwei Möglichkeiten. Entweder Meinung B wird gefördert oder Meinung A wird eben gehemmt, es wird ihr ein Teil ihrer Plattform entzogen. Ersteres versucht im Übrigen die Facebookgruppe  #ichbinhier. Diese reagiert mit nüchternen Beiträgen auf Hass-Kommentare und verringert so deren Sichtbarkeit. Ein ausgeglichener Meinungsaustausch wird dadurch wieder ermöglicht. Es geht nicht darum Meinung A zum Schweigen zu bringen, sondern Meinung A und Meinung B ausgeglichene Chancen zu geben, wahrgenommen zu werden. </p>
<p>Außerdem geht es hier nicht um juristische Aspekte. Die Seitenbetreiber löschen Posts, nicht der Staat. Der Saat darf keine Meinungen verbieten, der Inhaber einer Seite kann aber für sich selbst entscheiden, welche Ansichten auf seinen Plattformen verbreitet werden sollen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Christian Oberwetter		</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/warum-hetze-im-netz-nichts-mit-redefreiheit-zu-tun-hat-151871/#comment-2703</link>

		<dc:creator><![CDATA[Christian Oberwetter]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2017 16:26:05 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=151871#comment-2703</guid>

					<description><![CDATA[Den Gedankenansatz halte ich für bedenklich. Das Bundesverfassungsericht bestätigt in ständiger Rechtsprechung, dass von der Meinungsäußerungsfreiheit auch solche Beiträge umfasst sind, die überspitzt und/oder polemisch sind. Erst wenn es nicht mehr um eine Auseinandersetzung in der Sache geht, sondern nur noch darum, den Anderen zu diskretieren oder wenn Straftatbestände erfüllt sein, sind die Grenzen des Zulässigen überschritten. Diesen weiten Kreis zieht das Bundesverfassungsericht aus gutem Grund. Denn neue Entwicklungen in der Gesellschaft erfordern neue Formen der Auseinandersetzung und damit neue Argumente. Das Neue oder das Andere gilt aber als das Gefährliche, in gewisser Hinsicht als das &quot;Unsagbare&quot;. Und ein paar Jahre später wundert man sich darüber, wie die Menschen früher gedacht haben. 

In einer offenen Gesellschaft gibt es keine Hierarchie der Meinungen, sie stehen sich gleichberechtigt gegenüber. Deshalb halte ich nichts davon, bestimmte Meinungen zu löschen, weil sie nicht &quot;besonnen&quot; sind. Das Argument, die Meinung wäre nicht verboten, sondern ihr würde lediglich die Plattform entzogen, erachte ich in einer demokratischen Gesellschaft als untragbar. Mit dieser Argumentation ließen sich auch Zeitungen/Medien verbieten. Das Recht auf Meinungsäußerung würde  auf den privaten Kreis eingeschränkt, ein öffentlicher Diskurs fände nicht statt. Es ist ein wenig so - und hier überspitze ich ein wenig - als würde man jemanden in Haft nehmen und ihm dann sagen, er könne sich doch frei fortbewegen - nur eben beschränkt auf einen bestimmten Raum.

Es ist sicher richtig, dass reißerische Beiträge mehr Likes und damit mehr Verbreitung gerieren. Aber man muss sich auch fragen: Sind es nicht immer die Gleichen, die da liken und gibt es nicht viele, die sich durch überzogene Beiträge eher abgestoßen fühlen? Und ich denke, ausgewogene Beiträge werden ebenfalls gelesen und tragen zur Meinungsbildung bei. Ich bin der Auffassung, die Wirksamkeit von Hass und Hetze wird überschätzt - der Großteil der Bevölkerung lässt sich davon nicht verleiten. Die Bürger sind mündiger als man denkt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Gedankenansatz halte ich für bedenklich. Das Bundesverfassungsericht bestätigt in ständiger Rechtsprechung, dass von der Meinungsäußerungsfreiheit auch solche Beiträge umfasst sind, die überspitzt und/oder polemisch sind. Erst wenn es nicht mehr um eine Auseinandersetzung in der Sache geht, sondern nur noch darum, den Anderen zu diskretieren oder wenn Straftatbestände erfüllt sein, sind die Grenzen des Zulässigen überschritten. Diesen weiten Kreis zieht das Bundesverfassungsericht aus gutem Grund. Denn neue Entwicklungen in der Gesellschaft erfordern neue Formen der Auseinandersetzung und damit neue Argumente. Das Neue oder das Andere gilt aber als das Gefährliche, in gewisser Hinsicht als das &#8220;Unsagbare&#8221;. Und ein paar Jahre später wundert man sich darüber, wie die Menschen früher gedacht haben. </p>
<p>In einer offenen Gesellschaft gibt es keine Hierarchie der Meinungen, sie stehen sich gleichberechtigt gegenüber. Deshalb halte ich nichts davon, bestimmte Meinungen zu löschen, weil sie nicht &#8220;besonnen&#8221; sind. Das Argument, die Meinung wäre nicht verboten, sondern ihr würde lediglich die Plattform entzogen, erachte ich in einer demokratischen Gesellschaft als untragbar. Mit dieser Argumentation ließen sich auch Zeitungen/Medien verbieten. Das Recht auf Meinungsäußerung würde  auf den privaten Kreis eingeschränkt, ein öffentlicher Diskurs fände nicht statt. Es ist ein wenig so &#8211; und hier überspitze ich ein wenig &#8211; als würde man jemanden in Haft nehmen und ihm dann sagen, er könne sich doch frei fortbewegen &#8211; nur eben beschränkt auf einen bestimmten Raum.</p>
<p>Es ist sicher richtig, dass reißerische Beiträge mehr Likes und damit mehr Verbreitung gerieren. Aber man muss sich auch fragen: Sind es nicht immer die Gleichen, die da liken und gibt es nicht viele, die sich durch überzogene Beiträge eher abgestoßen fühlen? Und ich denke, ausgewogene Beiträge werden ebenfalls gelesen und tragen zur Meinungsbildung bei. Ich bin der Auffassung, die Wirksamkeit von Hass und Hetze wird überschätzt &#8211; der Großteil der Bevölkerung lässt sich davon nicht verleiten. Die Bürger sind mündiger als man denkt.</p>
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