politik-digital:live-Talk am 09. September 2020 von 17-18 Uhr in Kooperation mit dem European Centre for International Political Economy (ECIPE)

Nicht erst seit der Corona-Krise begleiten uns digitale Plattformen in unserem Alltag: ob Social Media oder schnell etwas googlen, ständig nutzen wir entsprechende Angebote. Insbesondere durch die Pandemie hat sich auch das Berufsleben in vielen Bereichen stärker digitalisiert. Allerdings wird zunehmend eine Abhängigkeit der Europäer*innen von ausländischen Technologien und Dienstleistungen kritisiert. Jüngst wurde seitens der Europäischen Kommission und einigen Politiker*innen die sogenannte digitale Souveränität gefordert, die eine entsprechende Abgrenzung von etwaigen Unternehmen vorsieht. Diese industrie- und digitalpolitischen Strategien zielen darauf ab, Europas Souveränität im Bereich der modernen Technologie zu stärken und sich unabhängig zu machen. Peter Altmaier erklärte in diesem Zusammenhang, dass “die europäische Wirtschaft dringend verlässliche Datensouveränität und breite Datenverfügbarkeit” benötige.
Das European Centre for International Political Economy (ECIPE) hat zuletzt eine Studie mit dem Titel Europas Streben nach Technologiesouveränität: Chancen und Risiken für Deutschland und die Europäische Union veröffentlicht. Die Studie zeigt eine kritische Perspektive des Themas auf. Einer der Hauptkritikpunkte an dem Vorhaben ist laut Studie das Risiko von Protektionismus, da somit die bisherigen Vorteile des globalen Handels und Vernetzung reduziert werden würden. Darüber hinaus wird in der Studie argumentiert, dass die Verwendung von Steuergeldern für die Neuformierung von Technologielösungen, die bereits existieren, nicht zielführend seien.

Über diese und weitere Argumente aus werden wir mit unserem Gast Matthias Bauer (ECIPE) zu Beginn des Talks sprechen. Anschließend sollen die präsentierten Thesen mit unseren weiteren Gästen diskutiert werden.

Mit Nadine Schön (stellv. Vorsitzende CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zuständig für Bereiche Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie Digitale Agenda), Vera Demary (Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.) und Leonard Novy (Institut für Medien und Kommunikationspolitik) wollen wir unter anderem über folgende Fragen sprechen: Brauchen wir eine deutsche und eine europäische Strategie, um eine digitale Souveränität zu erreichen und wie soll diese aussehen? Wie soll dieses Vorhaben seitens des Staates oder auch der EU umgesetzt werden? Wäre es nicht besser, ausländische Firmen stärker zu regulieren, als „me-too-Produkte” zu bauen? Kann unsere bzw. die europäische digitale Wirtschaft dies überhaupt leisten? Wie sieht die gesellschafts- und zivilpolitische Perspektive aus, welche Interessen werden bei dem Thema berührt?

Moderiert wird der Talk von Steffen Wenzel, dem Geschäftsführer von politik-digital e.V. Seien Sie live dabei am Mittwoch, 9. September 2020 um 17 Uhr!

Photo by Juvnsky. ru on Unsplash

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