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	<title>4K Modell &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>aula, Schülerbeteiligung und die Kompetenzen der Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marina Weisband]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Aug 2017 14:49:27 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die 4Ks (Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken) sind eine Antwort auf die Frage, was Menschen können müssen, wenn problemlösungs- und kommunikationsorientierte Arbeit immer bedeutsamer wird. Die Beteiligung von Schülerinnen und Schülern an der Gestaltung von Schule ist eine Möglichkeit, diese Fähigkeiten der Zukunft zu vermitteln.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Dass Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung die Gesellschaft und damit die Bildung vor neue Herausforderungen stellen, ist hinreichend klar. Auf die Frage, wie man diesen Herausforderungen begegnen könne und welche Fähigkeiten bei Menschen auf ihrem Bildungsweg besonders entwickelt werden sollen, identifizierte die Partnership for 21st Century Learning am Anfang des Jahrtausends die <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/21st_century_skills#The_Four_Cs">“4Cs” als Teil der “21st century skillls”</a>.</p>
<p dir="ltr">Diese lassen sich praktischerweise in 4Ks im Deutschen übersetzen (Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken) und sind <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/04/18/kommunikation-kollaboration-kreativitaet-und-kritisches-denken-mehr-als-buzzwords/">hier</a> bereits mit der Betonung auf das Digitale wunderbar beschrieben. Diese Kompetenzen bilden im Prinzip das ab, was Menschen können müssen, wenn Maschinen schwere, monotone und auf abrufbarem Wissen basierende Arbeiten übernehmen und problemlösungs- und kommunikationsorientierte Arbeit immer bedeutsamer wird. Es ist deshalb die feste Meinung der Autorin, dass alle innovativen Projekte an Schulen und Hochschulen eine Verantwortung haben, besonders diese Kompetenzen zu fördern.</p>
<p dir="ltr">Das Beteiligungsprojekt <a href="https://www.aula.de/was-ist-aula/">aula</a> dient vor allem dem praktischen Erleben von Demokratie und erlaubt Schülerinnen und Schülern, ihre eigenen Ideen zu Unterricht, Schulräumen und Regeln vorzustellen, gemeinsam zu entwickeln, abzustimmen und verbindlich umzusetzen. So wird den Schülerinnen und Schülern nicht nur mehr Mitbestimmung ermöglicht, sondern es werden auch gleichzeitig die wesentlichen Kompetenzen des 21. Jahrhunderts gefördert. Im Folgenden geht es darum zu zeigen, wie mit aula die 4Ks eingebunden und entwickelt werden können und wie der restliche Unterricht davon profitieren kann.</p>
<h3>1. Kollaboration</h3>
<p dir="ltr">Das gesamte aula Projekt dient in erster Linie der kollaborativen Entscheidungsfindung und dem praktischen Erfahren von Demokratie. Dabei wird besonderer Wert auf eine Form der kollaborativen Ausarbeitung von Ideen gelegt, die vor allem digital gut funktioniert. Zu einer einmal eingestellten Idee können von anderen Teilnehmern Verbesserungsvorschläge gemacht werden. Diese Verbesserungsvorschläge können von Allen positiv oder negativ bewertet werden. Die Autoren der Idee sehen dadurch, welche Verbesserungsvorschläge besonders beliebt sind und ihrer Idee viele Stimmen hinzufügen würden. Sie können ihren Ideentext dahingehend ändern, dass sie die Verbesserung einarbeiten. So kommt ein demokratisch kollaboratives Schreiben zustande. Durch die Bewertungsfunktion ist der Mechanismus &#8220;klüger&#8221;, als eine bloße Sammlung ungewichteter Verbesserungsvorschläge. Die Kollaboration wird hier genutzt, um stichhaltige, komplexe Ideen zu entwickeln, obwohl die einzelnen Teilnehmenden nicht über viel Erfahrung in diesem Bereich verfügen. Digitale Kollaboration gibt hier einen Mehrwert.</p>
<p dir="ltr">Zudem fördert aula die Kollaboration zwischen den verschiedenen Beteiligten des Schulgeschehens. Schon bei der Einführung müssen zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonal, Elternvertretung und Schulleitung Verträge geschlossen und Interessen verhandelt werden. Verschiedene Interessensgemeinschaften entstehen aus Einzelnen, die vorher nicht viel miteinander zu tun hatten. Diese Kollaboration ist zielgerichtet und bereitet auf die Gestaltung zukünftiger Interessensgemeinschaften vor.</p>
<h3>2. Kreativität</h3>
<p dir="ltr">Wenn man mit jungen Menschen im demokratiepädagogischen Bereich arbeitet, fällt schnell eine etwas auf: Es gibt eine gewisse Hemmung, eigene Ideen zu entwickeln. Vielen Schülerinnen und Schülern fällt es schwer, sich eine ideale Schule vorzustellen. Selbst wenn die Aufgabe lautet sich die ultimative Schule ohne Beschränkungen vorzustellen, kommen häufig Anregungen zur Verbesserung der Situation auf den Toiletten oder zu überdachten Fahrradständern. Auch wenn das durchaus reale Problematiken der Schülerinnen und Schüler sind, fällt doch auf, dass sie zunächst wenige komplexe und weitreichende Ideen entwickeln. Auch Jugendverbände der Gewerkschaften beklagen, dass die jungen Auszubildenden kaum Wünsche zu ihren Arbeits- und Lebensbedingungen äußern.</p>
<p dir="ltr">Psychologen sprechen hierbei von &#8220;erlernter Hilflosigkeit&#8221;. Als Anpassung an ein vergleichsweise autoritäres System können viele Schülerinnen und Schüler nicht mehr so gut visionäres Denken entwickeln. Dies aber ist eine Voraussetzung für Kreativität. Um neue Wege zu finden, muss man erstmal Ziele definieren. Das Wünschen-Können ist eine Kernkompetenz der Zukunft, da es die Triebfeder der Innovation ist. Da aula vor allem der Umsetzung eigener Ideen dient, bietet es Raum, das eigene visionäre Denken Schritt für Schritt zu erweitern. Wenn Schülerinnen und Schüler sich darüber unterhalten, was an ihrer Schule besser werden kann, inspirieren sich gegenseitig und werden mutiger.</p>
<p dir="ltr">Die Ergebnisse des Projekts bringen Kreativität dadurch hervor, dass sie die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler mit den bisherigen Rahmenbedingungen der Schule kollidieren lassen. Ein Beispiel für ein solches Zusammentreffen zweier Welten und die daraus resultierende Kreativität entstand in Freiburg, als in aula positiv über einen “<a href="http://aula-blog.website/ideen-fuer-zeitgemaessen-unterricht-der-smartphone-tag-in-freiburg/">Smartphone-Tag</a>” abgestimmt wurde. An diesem Tag mussten alle Lehrerinnen und Lehrer das Smartphone irgendwie sinnvoll in ihren Unterricht einbinden. Von Sport bis Musik entstanden so neue und innovative Unterrichtskonzepte, die ohne die Einmischung der Schülerinnen und Schüler so nicht zustande gekommen wären.</p>
<h3>3. Kritisches Denken</h3>
<p dir="ltr">Bevor eine Idee bei aula in die Abstimmung kommt, kommt sie auf den Tisch der Schulleitung. Diese vergleicht die Idee mit dem Vertrag, der zuvor mit der Schulkonferenz aufgesetzt wurde. Darin sind die Grenzen und Freiheiten der Beteiligung durch die Schülerinnen und Schüler definiert. Eine neue Idee wird verbindlich umgesetzt, wenn sie mit geltendem Recht inklusive des Schulgesetzes vereinbar ist, sich nicht in die Personalpolitik der Schule einmischt, kostenneutral ist, etc. Bei jeder neuen Idee gibt es also viele Punkte zu beachten, bevor die Schulleitung grünes Licht gibt. Um all diese Punkte diskutieren und einarbeiten zu können, gibt es eine zweiwöchige Ausarbeitungsphase für jede Idee. Darin werden sowohl online wie auch offline Fragen und Verbesserungsvorschläge für die Idee formuliert.</p>
<p dir="ltr">Wenn man eine Idee sieht, wie z.B. mehr Fahrradständer, dann liegt es erstmal nahe, zuzustimmen und zu sagen: &#8220;Ja, das ist eine gute Idee, das will ich, lasst uns darüber abstimmen&#8221;. Das aula-Projekt ist aber so angelegt, dass es eine explizite Phase gibt, in der an die Idee kritische Fragen formuliert werden müssen. &#8220;Was kostet das?&#8221;, &#8220;Wie bezahlen wir dafür?&#8221;, &#8220;Wo werden die Ständer aufgestellt?&#8221;, &#8220;Aus welchen Materialien sollen sie sein?&#8221;, &#8220;Haben wir dann noch genug Platz zum Fußball spielen?&#8221;.</p>
<p dir="ltr">Dieser Prozess, der am Anfang stärker von Lehrkräften begleitet und nach und nach immer selbstständiger ablaufen soll, fungiert als ein mentaler Entschleuniger. Denn nicht alles in der digitalisierten Welt wird schneller. Je mehr Information und Freiheit wir haben, desto mehr müssen wir ab und an innehalten und reflektieren. Diese Kompetenz wird mit aula explizit angesprochen. Die eigenen Ideen hinterfragen, kritische Fragen an sich selbst stellen, mehrere Aspekte und Perspektiven eines Problems in Betracht ziehen. Hierfür ist neben der Möglichkeit online Verbesserungsvorschlägen zu formulieren, vor allem die aula-Stunde wichtig. Hier können sich die Beteiligten noch einmal in kleineren Gruppen (Zum Beispiel dem Klassenverbund) auseinandersetzen, diskutieren und Hilfestellung durch andere bekommen. Denn in der mündlichen Auseinandersetzung bekommen auch weniger engagierte Schülerinnen und Schüler das kritische Hinterfragen von Ideen mit.</p>
<p dir="ltr">Ein weiterer Aspekt des kritischen Denkens findet sich auf interpersoneller Ebene. Es gibt die Möglichkeit, bei der Abstimmung die eigene Stimme zu delegieren, sprich sie nicht selbst zu nutzen, sondern an jemanden zu übertragen. Wenn man sich selbst nicht genug mit einem Thema auskennt, keine Zeit für Beteiligung oder einfach kein großes Interesse für den Ausgang einer Abstimmung hat, kann man die eigene Stimme an eine Person delegieren, die einem selbst kompetenter, engagierter oder zeitlich flexibler erscheint.  Dabei werden Schülerinnen und Schüler zur Reflektion darüber gezwungen, wie gut sie sich selbst mit einem Thema auskennen, wer kompetent und vertrauenswürdig ist und ob diese Person ihre Stimme nach einer gewissen Zeit noch angemessen vertritt. Diese Fähigkeiten sind zentral ganz besonders in repräsentativer Demokratie. Sie verbessern die Qualität der Beteiligung und die Repräsentation der Wählerinteressen. Sie geben jungen Menschen außerdem ein Gefühl für ihre eigenen Kompetenzen und das Vertrauen, das andere in sie setzen können und erhöhen so die Selbstwirksamkeit.</p>
<h3>4. Kommunikation</h3>
<p dir="ltr">Da so ziemlich alles Kommunikation ist, muss dieses Ziel spezifiziert werden. Im Rahmen der relevanten Kompetenzen für die Zukunft ist hier die Fähigkeit zur zielgerichteten und effektiven Kommunikation gemeint, also die Wahl von angemessenem Kanal und Sprache unter den spezifischen Konventionen des jeweiligen Mediums. Die Kommunikation bei aula soll nachhaltig sein und findet deshalb auf einer Vielzahl von Kanälen statt. Online werden Ideen schriftlich eingestellt und mit schriftlichen Verbesserungsvorschlägen versehen. Dabei hat aula keine “Kommentarfunktion”, wodurch besonders die Kompetenz des problemlösungsorientierten Feedbacks gefördert wird, die vielen Online-Diskussionen abgeht. Zu Ideen lassen sich nur Verbesserungsvorschläge einstellen. Die beginnen stets mit dem gedachten Satz: “Ich stimme deiner Idee zu, aber nur wenn…”. Diese Fähigkeit wird im Unterricht im Rahmen des aula-Projekts geübt. Diese Art der Online-Kommunikation erlaubt Problemlösungsprozesse, die einen Anfang und ein Ende haben und dabei den Ideengeber nicht beleidigen. Das unterscheidet sie, beispielsweise, von einer Facebook-Diskussion.</p>
<p dir="ltr">Ansonsten findet die Kommunikation bei aula aber auch ganz explizit auf Offline-Kanälen statt. So gibt es im Optimalfall zum Beispiel eine regelmäßige aula-Stunde, in der Ideen mündlich vorgestellt und weiterentwickelt werden. Zu Zwecken der Werbung für die eigene Idee oder eine anstehende schulweite Abstimmung werden auch Plakate geklebt, Snapchat-Stories gebaut, WhatsApp-Nachrichten verschickt, Lautsprecher-Durchsagen gemacht und Mund-zu-Mund-Propaganda betrieben.</p>
<p dir="ltr">Die Vielfalt der Kanäle wird im Lehrleitfaden betont und gezielt genutzt. Das fördert bei Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit, einen für eine Aufgabe geeigneten Kanal zu suchen und ihn effektiv einzusetzen. Wann braucht eine Frage zu einer “Idee” eine persönliche Unterredung mit der Schulleitung? Was muss hingegen transparent bei der Schulversammlung angesprochen werden? Welche Informationen sollten schriftlich  und welche lieber über den Lautsprecher verbreitet werden? Wie nutzen wir das schwarze Brett effektiv? Nur im Ausprobieren erleben Schülerinnen und Schüler die feinen Unterschiede zwischen verschiedenen Formen schriftlicher und mündlicher Kommunikation. Teilnehmer, die die deutsche Sprache noch lernen, können dabei andere Ausdrucksformen bevorzugen, als eloquente Muttersprachler. Die Hauptsache ist, dass alle eine eigene Ausdrucksform finden und einem kritischen Vergleich unterziehen können.</p>
<p dir="ltr">Dies war ein grober Überblick, wo aula beispielhaft Kompetenzen fördert, die nicht nur in  anderen Unterrichtsfächern, sondern auch in der beruflichen Zukunft und dem sozialen Leben der Schülerinnen und Schüler hoch relevant ist. Da das Projekt stets aktuelle Probleme rund um die Schule behandelt, tauchen viele Spezialfälle auf, die die eine oder andere Kompetenz auf andere Weise fördern. So mussten die Schülerinnen und Schüler in Freiburg eine zu niedrige Wahlbeteiligung analysieren und eigenständig Maßnahmen dagegen entwickeln; in Nottuln mussten sie ihre Lehrerinnen und Lehrer von den Vorteilen des Systems überzeugen; in Jena muss aula mit den anderen Möglichkeiten der Beteiligung verzahnt werden.</p>
<p dir="ltr">Kollaboration, Kreativität, Kommunikation und kritisches Denken werden in erster Linie da erlernt, wo gemeinsam Verantwortung getragen wird. Diese Kompetenzen können nicht erworben werden, wenn sie nicht angewandt werden müssen und Verantwortung kann nicht gelernt werden, wenn sie nicht gegeben wird.</p>
<p dir="ltr">Es ist deshalb wichtig, das scheinbare Risiko der Verantwortungsabgabe an Schülerinnen und Schüler zu wagen. Das Risiko, dass sie in der digitalisierten Welt ohne die Fähigkeit zum vernetzten Problemlösen dastehen und mit Computerprogrammen um Arbeit konkurrieren müssen, ist weit größer. Deshalb lohnt es sich, diese Kernkompetenzen immer wieder mit all ihrem vielschichtigen Inhalt zu betrachten und die eigene Lehre und eigene Projekte zu hinterfragen:</p>
<p dir="ltr">Fördere ich die Fähigkeiten, die in diesem Jahrhundert dringend gebraucht werden?</p>
<p><strong>Titelbild by:</strong> <a href="https://pixabay.com/de/users/FotoEmotions-872019/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FotoEmotions, </a>  <a class="external" href="https://pixabay.com/de/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a>, <a href="https://pixabay.com/p-685029/?no_redirect" target="_blank" rel="noopener noreferrer">on pixabay.com</a>&#8211; Eigene Bearbeitung</p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Lehre im Aufbruch: Wegweiser für eine zeitgemäße Bildung. Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/medienkompetenz/lehre-im-aufbruch-wegweiser-fuer-eine-zeitgemaesse-bildung-teil-2-152446/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2017 12:41:28 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Kritisches Denken: Gemeinsame Grundlage für Verstehen und Handeln</h3>
<p>Um Fortschritt möglich zu machen, egal ob in der Bildung oder gesamtgesellschaftlich, ist kritisches Denken unabdingbar. Kritisches Denken heißt unterscheidendes Denken (aus dem griechischen &#8220;krinein&#8221; = unterscheiden). Es geht dabei also nicht einfach um &#8220;Kritik üben&#8221; oder die Entkoppelung von Theorie und Praxis, wie oft fälschlicherweise angenommen, sondern im Gegenteil darum, die Beschaffenheit der eigenen Umwelt, Informationen und Situationen zu erkennen, zu verarbeiten und zu verstehen. Was kritisches Denken ist und was nicht, beschreibt hervorragend Lisa Rosa in <a href="https://shiftingschool.wordpress.com/2017/02/17/kritisch-denken-lernen-fuer-alle-kern-der-literacy-von-heute-und-morgen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Kritisch Denken Lernen für alle&#8221;</a>. Und dieses Kritische Denken<em> &#8220;muss – wie einst die primäre Literacy zur Überwindung des allgemeinen Analphabetismus – systematisch explizit und zugleich problemorientiert implizit in der Schule erworben werden. Mit dem Anspruch, dass Alle es lernen.&#8221;</em> Alle bedeutet natürlich auch Lehrende, denn erstens wird es unmöglich sein, kritisches Denken zu vermitteln, wenn man es selbst nicht praktiziert. Zweitens ist kritisches Denken für Lehrende unabdingbar notwendig, um die eigene Rolle zu reflektieren und das Handeln dynamisch an die sich wandelnden Verhältnisse und Bedürfnisse der SchülerInnen anzupassen.</p>
<p>Die Forderung Lisa Rosas, diese Art des Denkens systematisch und fächerübergreifend in die Lehrpläne zu integrieren, ist daher ein absolut notwendiges, wenn auch langfristiges Ziel auf der Agenda für zeitgemäße Bildung. Wodurch kritisches Denken darüber hinaus konkret und von allen Beteiligten gleichermaßen geschult werden kann, ist die Praxis von Partizipation und demokratischem Handeln. Projekte wie <a href="www.aula.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aula</a> und andere Ansätze, die Mitbestimmung direkt im Schulalltag integrieren, fördern automatisch auch kritisches Denken und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit.</p>
<h3>Kollaboration: Zusammenarbeit fördern</h3>
<p>In der Stärkung der kollaborativen Fähigkeiten besteht ein großes und unter anderem mit digitalen Mitteln relativ einfach umzusetzendes Potential für zeitgemäße Bildung. Gemeinsames Arbeiten ist nützlich für den Austausch von Wissen, zum Knüpfen von Kontakten, zur Entlastung des einzelnen und zur Steigerung der Arbeitsqualität. Umso erstaunlicher ist es zu sehen, dass LehrerInnen aktuell weniger in Zusammenarbeit geschult, sondern eher zu EinzelkämpferInnen ausgebildet werden. Sowohl im Studium als auch im Referendariat wird gemeinsames Arbeiten bisher wenig gefördert. Am Ende der anspruchsvollen Ausbildung voller Kontrollen und Lehrproben steht das &#8220;selbstständige&#8221; Lehren, was letztendlich bedeutet: die meiste Zeit alleine unter SchülerInnen oder alleine am Schreibtisch zu sein. Neben einem Austausch fehlt so auch der Vergleich zu anderen KollegInnen.</p>
<p>Bei unseren Schulbesuchen merken wir daher auch, wie ungewohnt es für einige LehrerInnen ist, bei ihrer Arbeit beobachtet und möglicherweise auch verglichen zu werden. Wenn wir auf die obligatorischen Frage &#8220;Wie läuft das denn in den anderen Klassen und Schulen?&#8221; antworten, dass es überall ähnliche Herausforderungen gibt, folgt meist eine große Erleichterung.</p>
<p>Gemeinsames Arbeiten stärkt außerdem Beziehungen, und zwar nicht nur zwischen Lehrenden, sondern zwischen allen an Schulen beteiligten AkteurInnen. Umso erschreckender ist der teils unkollegiale Umgang von Lehrenden untereinander. Konflikte und Auseinandersetzungen sind in jedem Arbeits- und Lebenskontext normal und sogar notwendig. Dass allerdings viele, in unterschiedlichsten Gebieten besonders engagierte LehrerInnen die Erfahrung teilen, in anderen Bildungskontexten als VorreiterInnen wahrgenommen, im eigenen Kollegium aber ausgebremst und sogar angefeindet zu werden, kann kein Zufall sein. Durch solche Strukturen werden nicht nur Menschen persönlich geschwächt und Fortschritte erschwert, sondern auch schwierige Vorbilder geschaffen. Wie kann man konstruktiv über Themen wie Cyber-Mobbing oder den Mangel an sozialem Miteinander von SchülerInnen diskutieren, wenn man gleichzeitig andere herabwürdigt?</p>
<p>Konsequenterweise führt das auch dazu, dass engagierte LehrerInnen sich häufig andere &#8220;Felder&#8221;, neben der Schule, suchen, in denen ihre Visionen auf fruchtbaren Boden fallen. Das ist natürlich auch gut, um die notwendige Debatte außerhalb der Schulen voranzutreiben – aber wer führt dann die Entwicklung innerhalb der Lehrerkollegien an und weiter? So müssen also gemeinsame Wege beschritten werden, damit digitale und analoge Tools, Konzepte, Ideen und Lösungen im Bereich zeitgemäßer Bildung Eingang in einen breiten und vor allem konstruktiven Diskurs innerhalb von Schulen und darüber hinaus finden. Die bereits beschriebenen <a href="http://www.edushift.de/2015/09/20/barcamp-als-teil-der-schulentwicklung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">offenen Fortbildungen durch beispeilsweise Barcamps</a> oder auch Weiterbildungen in <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/k1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ressourcen- und lösungsorientierter Kommunikation </a>können da erste Wegweiser sein.</p>
<h3>Ausblick: Wann, wenn nicht jetzt? <b> </b></h3>
<p>Wir befinden uns in einer Zeit mit wachsenden &#8220;Herausforderungen&#8221;, die einen Wandel in vielen Lebensbereichen notwendig, aber vielleicht auch erst möglich machen. Bildung ist  dabei ein, wenn nicht sogar das Fundament, an dem wir ansetzen müssen, wenn wir zeitgemäße gesellschaftliche Verhältnisse schaffen möchten. Drei Vorschläge für einen konstruktive Fortgang der Debatte um zeitgemäße Bildung:</p>
<p><strong>1. Auf die Haltung kommt es an</strong></p>
<p>Eine Debatte um zeitgemäße Bildung muss neben dem &#8220;Was&#8221; vor allem auch das &#8220;Wie&#8221; in den Fokus stellen. Dazu ist eine Neu-Verhandlung dessen, was Lehrende leisten müssen und was sie brauchen, unbedingt notwendig.</p>
<p><strong>2. Gute, zeitgemäße Lehre ist keine Theorie</strong></p>
<p>Neben einem Kern an engagierten Menschen gibt es bereits kreative Visionen und Konzepte für eine zeitgemäßere Bildung. Der nächste Schritt ist die Weiterentwicklung und Weiterverbreitung dieser Konzepte und der für die Umsetzung notwendigen Kompetenzen.</p>
<p><strong>3. Politischer Wille und finanzielle Ressourcen sind unabdingbar</strong></p>
<p>Um einen nachhaltigen Wandel im Geist der Schulen und der Haltung der Lehrenden zu bewirken, braucht es die notwendigen Strukturen. Das bedeutet mehr Zeit und Raum zum Lernen und Ausprobieren für alle Beteiligten. Für einige braucht es sogar noch mehr: Ein neues Verständnis für die Bedingungen von Digitalität und die Herausforderungen unserer Zeit. Dafür sind gleichermaßen entsprechende Aus- und Weiterbildungsangebote für LehrerInnen sowie digitale Infrastrukturen für Schulen zu schaffen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/users/Jankos-2508601/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jankos</a> via Pixabay <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Lehre im Aufbruch: Wegweiser für eine zeitgemäße Bildung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/lehre-im-aufbruch-wegweiser-fuer-eine-zeitgemaesse-bildung-152304/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2017 12:39:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-4"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Gesellschaft verändern bedeutet Schule verändern und umgekehrt. In der Debatte um zeitgemäße Bildung geht es um neue Inhalte und überreife Strukturen. Vor allem aber geht es um die beteiligten Menschen und deren Haltung, ohne die jede Bildungsreform eine leblose Hülle ist. Dieser Text nimmt Herausforderungen und mögliche Handlungsansätze für Lehrende in den Blick. Wegweiser sind dabei jene Kompetenzen des 21. Jahrhunderts, die wir alle für ein gelingendes Leben unter den Bedingungen von Digitalität brauchen: Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und kritisches Denken.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Menschen angemessen zu unterrichten, ist mit einer besonderen Verantwortung verbunden. Gute Lehre verlangt einem Menschen sehr viel ab, und auch wenn die Aussicht auf einen sinnvollen und sicheren Job vielen attraktiv erscheint, ist nicht jeder und jede für diese Aufgabe geeignet. Hinzu kommt, dass die gesellschaftliche Erwartungen an LehrerInnen zwar enorm hoch, deren öffentliches &#8220;Image&#8221; allerdings weniger positiv besetzt ist. Nicht nur beschäftigen sich seit Jahren diverse Publikationen mit dem, was Lehrende alles falsch machen, auch scheint es einen sich haltenden &#8220;Common Sense&#8221; über den Berufsstand zu geben. Wer von uns Nicht-Bildungsmenschen hat nicht schon einmal gesagt (oder zumindest gedacht?): <em>&#8220;Lehrer, puh….anstrengend&#8221;</em>?</p>
<p>Dabei erinnert man sich an die Frustrierten, über die Jahre fies gewordenen, aus der eigenen Schullaufbahn. Oder meint die Besserwissenden und Welt-ErklärerInnen, die einem mal bei einer Party im Bekanntenkreis über den Mund gefahren sind. Ja, all diese Typen von Lehrenden gibt es. Fakt ist aber: diese Art der undifferenzierten Bewertung erschwert den umfassenden Wandel, den sich so viele für die Zukunft der Bildung wünschen. Denn, man ahnt, was kommt: Es gibt natürlich auch die anderen, die begeisterten, engagierten und leidenschaftlichen LehrerInnen. Facettenreiche Ideen dazu, wie man heute als Lehrende/r &#8220;<a href="https://www.joeran.de/jra064_lehrer_in_werden_episode2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Welt verbessern kann</a>&#8220;, lassen sich beispielsweise in zwei spannenden Ausgaben der Podcast-Reihe <a href="https://www.joeran.de/podcast/">„Jöran ruft an“ </a>nachhören.</p>
<p>Was bei allem Engagement bleibt, ist ein Schulsystem, in dem äußerer Umwälzungen zum Trotz lange kaum Veränderung stattfand: <em>&#8220;Man kann es irgendwie machen und durchkommen. Aber wenn man es richtig macht, ist es eigentlich immer zu viel</em>, erzählte mir jüngst ein befreundeter Lehrer beim Mittagessen. Das bringt den Eindruck von permanenter &#8220;Überlastung&#8221;, der sich durch die Besuche der aula-Schulen und diverser Gespräche mit Lehrenden zieht, ziemlich auf den Punkt. Durchatmen, reflektieren und planen, wie denn nun zeitgemäße Lehre in den straffen Schulalltag integriert werden kann, ist nahezu unmöglich.</p>
<p>Weitere Realiäten, die es inner- und außerhalb von Schulen dringend zu verhandeln gäbe, sind <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/kolumne-das-deutsche-valley-wischen-ist-zu-wenig-1.3535418" target="_blank" rel="noopener noreferrer">veraltete Lehrpläne und Lehrmethoden</a>, der Fokus des Systems auf Noten und Abschlüsse, schlechte technische Ausstattung (PCs, mobile Geräte, Whiteboards) und Infrastruktur (WLAN!), ein <a href="http://bildungsluecken.net/534-demokratie-defizit-schulen-formen-keine-muendigen-buerger" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mangel an demokratischen Strukturen</a> und der eben über allem schwebende Mangel an Zeit. Letzterer kann nicht oft genug betont werden, denn die tollsten Konzepte und Ideen bringen nichts, wenn niemand Zeit und <a href="http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/digitalisierung-in-der-schule-wenn-lehrer-mit-der-internetverbindung-kaempfen-14640919.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kaum jemand das nötige Wissen hat</a>, um sie umzusetzen. Dies zu ändern <a href="https://www.ccc.de/de/updates/2017/cms-forderungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wird unter andem Aufgabe politischer Akteure sein</a>, von deren verstärktem Einsatz die Zukunft zeitgemäßer Bildung abhängt.</p>
<p>Um wirklich an den richtigen Stellschrauben zu drehen, ist es enorm wichtig, die Zukunft von Bildung im Kontext von sowohl gesellschaftlichem als auch digitalem Wandel zu betrachten. Wie es <a href="https://twitter.com/lisarosa" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lisa Rosa</a> treffend auf den Punkt bringt, geht es bei der Auseinandersetzung um die Gestaltung zeitgemäßer Bildung um nichts geringeres als die Frage:</p>
<p><strong><a href="https://shiftingschool.wordpress.com/2016/10/24/welche-digitale-bildungsrevolution-wollen-wir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><em>&#8220;Welche Art von Gesellschaft wollen wir, und wie soll darum die Bildung unter den Bedingungen der Digitalität aussehen?&#8221;</em></a></strong></p>
<p>Ein Modell, das zeitgemäßes Lernen und Lehren in diesem Zusammenhang abbildet, ist das <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/04/18/kommunikation-kollaboration-kreativitaet-und-kritisches-denken-mehr-als-buzzwords/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">4K-Modell des Lernens</a>. Dabei werden vier Kernkompetenzen (abgeleitet vom <a href="http://www.p21.org/our-work/p21-framework" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Framefork for 21st Century learning</a>) beschrieben, die notwendig sind, um unter den Bedingungen des aktuellen digitalen, aber auch gesellschaftspolitischen Wandels ein gelingendes Leben zu führen: Kreativität, Kommunikation, Kritisches Denken und Kollaboration.</p>
<p>Die folgenden Abschnitte sind ein Versuch, anhand der vier Kompetenzen aktuelle Handlungsansätze und Herausforderungen für Lehrende aufzuzeigen. Ebenso wie die verschiedenen Lebensbereiche, die sie berühren, sind sie nicht getrennt voneinander und bedingen sich in vielerlei Hinsicht gegenseitig. Dennoch sind es gute Überschriften wenn es darum geht, Beobachtungen und Annahmen zusammenzufassen.</p>
<h3>Kreativität: Raum für Experimente und Innovation schaffen</h3>
<p>Den Zusammenhang von Bildung, Gesellschaft und Digitalität ernst zu nehmen heißt, verschiedenen Wissensgebiete innerhalb wie außerhalb von Schule miteinander zu kombinieren und interdisziplinär zu arbeiten. Um das zu leisten und Innovation zu ermöglichen, ist ein kreatives Vorgehen gefragt, denn es gibt keine schematischen Lösungen für einen solch komplexen Ansatz. Kreativität ist die Fähigkeit, aktiv und gestalterisch zu handeln und sich dabei auch abseits von Routinen zu bewegen, sodass neue Wege möglich werden. Das bedeutet auch, Gewohnheiten loszulassen, was viel schwerer ist als es sich anhört. Aber es ist notwendig, damit Neues entstehen kann.</p>
<p>Kreativität im außerschulischen Raum entsteht unter anderem durch die Zusammenarbeit von experimentierfreudigen Menschen aus verschiedensten Wissensgebieten. Ein interessantes Beispielprojekt dafür sind die kürzlich gestarteten <a href="https://edulabs.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">edulabs</a>. Hier kommen Menschen mit Technik- und Designkenntnissen mit LehrerInnen, PädagogInnen, und Menschen aus politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um gemeinsam an offenen und innovativen Bildungsformaten zu arbeiten. Das, was unter anderem dort passiert, kann wiederum das Entstehen von kreativem, fächerübergreifendem Lehren innerhalb von Schulen fördern. Unter den Bedingungen von Digitalität kreativ zu unterrichten, bedeutet dabei auch, aber nicht nur, digital gestützte Methoden des Lehrens und Lernens zu entdecken und für das eigene Fach einzusetzen. Wer dabei stehen bleibt, den früheren Frontalunterricht durch Erklärvideos zu ersetzen, macht zwar Unterricht mit digitalen Mitteln, hat aber den Kern von zeitgemäßer Bildung nicht getroffen. Das Gleiche gilt für analoge, aber in vielerlei Hinsicht veraltete Lehrmethoden wie <a href="https://twitter.com/search?q=L%C3%BCckentexte&amp;src=typd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Lückentexte&#8221;</a>, die scheinbar einfach nicht aus der Mode kommen.</p>
<p>Insgesamt ist es wichtig, eine Offenheit gegenüber dem eigenen Lernprozess zu entwickeln und keine Angst vor Fehlern oder den eigenen Grenzen zu haben. Dass nicht in jedem Klassenraum sofort der <a href="https://twitter.com/erklaerbrueder/status/868427704709906433" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Greenscreen ausgerollt</a>, mit <a href="http://joerdis-doerner.de/linkliste-design-thinking-in-der-bildung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Design-Thinking</a>,<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2016-10/calliope-mikrocontroller-grundschule-dritte-klasse" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Calliope &amp; Co </a>oder <a href="https://schulesocialmedia.com/2013/06/14/social-media-im-deutschunterricht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social Media</a> gearbeitet werden kann und muss, ist klar. Welche Methoden wo sinnvoll einzusetzen sind, ist immer themen-, kontext- und personenabhängig. Und letztlich steht bei aller Kreativität am Ende die wichtigste Frage: Welche Methoden und welches Material haben SchülerInnen dabei geholfen, welche Kompetenzen zu erwerben? Inspirierend ist hier beispielsweise die <a href="http://www.suchmaschinen-doktor.de/glossar/40-social-bookmarks.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social-Bookmarking</a> Plattform <a href="https://www.edutags.de/ueber-edutags" target="_blank" rel="noopener noreferrer">edutags</a>, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Materialien von SchülerInnen und LehrerInnen bewerten zu lassen.</p>
<h3>Kommunikation: Den Perspektivenwechsel unterstützen</h3>
<p>Kommunikation im schulischen Umfeld zeitgemäß zu denken, bedeutet auch, digitale Kommunikation in die Lehre zu integrieren. Es bedeutet aber noch viel mehr: zu verstehen, was Kommunikation im digitalen Wandel eigentlich bedeutet.</p>
<p>Ein lehrreicher Aha-Moment im Rahmen des aula-Projekts war, als in einer der Pilotschulen nach über 9 Monaten Praxiseinsatz wiederholt gefragt wurde, ob denn auch daran gedacht wird, die online-Kommunikation der aula-Plattform in das reale Leben zu übertragen. An dieser Frage wird einiges deutlich. Unter anderem auch, dass wir es offenbar nicht geschafft haben, unser Konzept, das natürlich eine Kombination von online- und offline-Kommunikation vorsieht, durchgängig an alle LehrerInnen zu tragen.</p>
<p>Was hier aber auch klar wird: Die spezifischen Bedingungen von Kommunikation im Digitalen wie Asynchronität, Interaktivität, Diskursivität etc. und deren Bedeutung sind noch längst nicht allen bewusst. Und das kann perspektivisch zum Problem für gelingende Kommunikation in der Schule und für generelle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben werden. Nur wer <a href="https://dotcomblog.de/wie-ich-verstand-das-digitale-netze-die-bildung-revolutionieren-werden/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalität versteht</a> und <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/04/13/lehren-und-lernen-im-digitalen-zeitalter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktiv mitgestaltet</a>, wird in der Zukunft an der Lebenswelt nachfolgender Generationen teilhaben können. Denn letztlich verändert der routinierte Umgang mit Digitalität auch das <a href="https://dotcomblog.de/digitale-medien-und-ablenkung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kommunikationsverhalten, Techniken des Lesens, Schreibens und Sprache an sich. </a></p>
<p>So lange diese umfassenden Wirkungen von Digitalität nicht selbst erfahren und verinnerlicht werden, bleiben Unsicherheiten und Missverständnisse bestehen. Eine der Folgen davon ist, dass einige weiterhin die Unterscheidung zwischen &#8220;analoger&#8221; und &#8220;digitaler&#8221; Kommunikation mit einer Trennung zwischen &#8220;realer&#8221; und &#8220;digitaler&#8221; Welt gleichsetzen. Hier gilt es in Zukunft zu vermitteln, dass &#8220;analog&#8221; und &#8220;digital&#8221; verschiedene Formen von Kommunikation darstellen, die aber beide gleichermaßen real sind und gleichzeitig stattfinden können. Dabei muss es natürlich darum gehen, Digitalität mit allen Facetten, sowohl den spezifischen Möglichkeiten als auch gleichzeitigen Herausforderungen und Konfliktpotentialen zu diskutieren.</p>
<p>In den konkreten Situationen, wenn wir durch Lehrende mit Vorbehalten gegenüber dem &#8220;Digitalen&#8221; in der Schule konfrontiert werden, entstehen dann manchmal paradoxe Momente. Denn wir wollen ja tatsächlich, unter anderem mit der Integration digitaler und partizipativer Strukturen, einige der als bisher &#8220;real&#8221; empfundenen Verhältnisse verändern. Dabei werden allerdings zwei Ebenen miteinander vermischt. Unbegründet ist die Annahme, analoge Kommunikation würde durch digitale Kommunikation ersetzt. Vollkommen richtig hingegen ist, dass Digitalität Strukturen verändern kann und unter anderem Dinge sichtbar macht, die vorher nicht in dieser Form zu sehen waren. Machtverhältnisse, Kommunikationswege, Qualität und Quantität der eigene Arbeitsweise werden transparenter und nachvollziehbarer und das ist manchmal vielleicht auch mit Unbehagen verbunden.</p>
<p>In jedem Fall bedarf es konkreter Unterstützung und Aufklärungsarbeit um diesen notwendigen Perspektivenwechsel in der Breite anzustoßen. Langfristiges Ziel muss dabei in jedem Fall auch eine <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2016/01/04/offene-lehrerfortbildungsformate/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reform der Ausbildung von LehrerInnen</a> sein. Für die bereits ausgebildeten geht es darum, Räume für das &#8220;learning by doing&#8221; zu schaffen. Dazu eignen sich offene und partizipative Formate wie beispielsweise Barcamps <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/2017/05/27/barcamp-macht-schule/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(Hier ein ausführlicher Bericht der Pestalozzi-Schule Freiburg</a>) ganz hervorragend, weil sie auf gegenseitigem Wissensaustausch und Wertschätzung basieren.</p>
<p>Lesen Sie hier den<strong><a href="http://politik-digital.de/news/lehre-im-aufbruch-wegweiser-fuer-eine-zeitgemaesse-bildung-teil-2-152446/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> zweiten Teil</a> </strong>des Artikels über Kritisches Denken, Kollaboration und den Ausblick.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Titelbild:</strong> <a href="https://pixabay.com/de/users/Jankos-2508601/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jankos</a> via Pixabay <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
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</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-4" data-row="script-row-unique-4" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-4"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-6"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Digital ist nicht genug: Ideen zu zeitgemäßer Bildung nach dem educamp</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 May 2017 16:46:59 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Digitalisierung der Bildung]]></category>
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					<description><![CDATA[Das aula-Team war beim educamp in Bad Wildbad. Dort wurden wir nicht nur von Barcamp-Newbies zu absoluten Fans des Formats, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das aula-Team war beim educamp in Bad Wildbad. Dort wurden wir nicht nur von Barcamp-Newbies zu absoluten Fans des Formats, sondern haben seitdem die leise Ahnung, es hier mit dem Kern einer neuen, zeitgemäßen Bildungsbewegung zu tun zu haben. Dabei ist eines ganz klar geworden: Bildung muss nicht nur digital, sondern auch partizipativ gedacht und gelebt werden. Und es wird Zeit, das umzusetzen.</p>
<h3>Aula und die Bildungsdebatte</h3>
<p>Ich bin keine Bildungsexpertin. Als große Anhängerin von “Partizipationsthemen” in Theorie und Praxis, kam ich eigentlich erst vor etwa 2 Jahren über Marina Weisbands Plan, Mitbestimmung über eine Online-Plattformen an Schulen zu beleben, mit Bildungsthemen in Kontakt. Seit dem Sommer 2016/17 arbeitet das aula-Team (Marina Weisband, Daniel Schumacher und ich) bei politik-digital e.V. mit vier Pilotschulen in Deutschland, geben Workshops für SchülerInnen, LehrerInnen und versuchen, alle Beteiligten bei der Integration von aula in den Schulalltag zu unterstützen. Die Arbeit an den Schulen ist zugleich unglaublich bereichernd und anstrengend. Viele Dinge klappen in der Praxis nicht so wie zuvor geplant und gehofft: es kam und kommt immer wieder zu Verzögerungen und Phasen der Stagnation und des Motivationsverlustes.</p>
<p>Ein normaler Verlauf für “Projekte” aller Art, haben wir uns sagen lassen. Trotz oder vielmehr wegen dieser Erfahrungen sehen wir inzwischen deutlich, dass das, was wir mit aula machen, wirklich auf einen Bedarf stößt. Ein Bedarf der zwar in vielen, spezifischen Debatten diskutiert wird, aber bisher keine breite Öffentlichkeit gefunden hat.</p>
<p>Das, was bereits seit Monaten in unseren Köpfen, den Pilotschul-Klassenräumen und unserem politik-digital-Büro waberte, fand mit einem Mal einen lebendigen Ausdruck: Das Educamp in Bad Wildbad. Neben einer neuen Leidenschaft für dieses tolle, offene Format (#jetztnurnochbarcamps) mit ebenso engagierten wie inspirierenden Menschen und konstruktivem Input, nahmen wir vor allem neue Erkenntnisse mit. Erkenntnisse zum einen über unser Projekt selbst,  was wir bei unserem Ansatz bisher gut gemacht und was wir übersehen haben (ein weiterer Text dazu folgt).  Zum anderen Erkenntnisse darüber, wie neue und alte Herausforderungen in Bildung, Politik und Digitalisierung miteinander zusammenhängen und welchen Beitrag wir vielleicht dazu leisten können.</p>
<h3>Kernkompetenzen zeitgemäßer Bildung: Das 4K-Modell</h3>
<p>Auf dem educamp ist an vielen Stellen besonders eines deutlich geworden: Dass zeitgemäße Bildung sowohl digital als auch partizipativ organisiert sein muss, um jungen Menschen die Chance zu geben, offene, und kritische Erwachsene zu werden, die kreativ mit Herausforderungen umgehen und sich anderen Menschen gegenüber mitfühlend verhalten. Genau dazu kam eine besonders spannende und wegweisende <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/e1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Diskussion nach dem Input</a> von <a href="https://mihajlovicfreiburg.wordpress.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dejan Mihajlovic</a> zum 4K-Modell des Lernens zustande.</p>
<p>Beim 4K-Modell werden die Fähigkeiten “Kommunikation, Kreativität, Kritisches Denken und Kooperation” vor dem Hintergrund aktueller, auch digitaler Herausforderungen als Kernkompetenzen verstanden, die jede und jeder braucht, um im im 21. Jahrhundert ein gutes Leben leben zu können. Dass dieses Modell deutlich über das hinausgeht, was aktuell an Fähigkeiten vermittelt wird, bestätigten nahezu alle Wortbeiträge der Diskussion nachhaltig. Insbesondere die Aussage eines Menschen, dem bei seinen einleitenden Worten “Ich komme aus der Wirtschaft” &#8211; bei aller Offenheit- zunächst der Stempel des Lobbyisten anhaftete. Was er dann sagte, war aber sehr spannend. Er arbeite bei HP und der Konzern habe wahnsinnige Probleme dabei, Nachwuchs zu finden. Er sprach von “stromlinienförmigen Lebensläufen”, von Menschen, die “ganz viel wissen, aber nicht arbeiten können” und nur auf “Selbstoptimierung und Egoismus” gepolt seien. Der darauf folgende Einwand, es sei “Interessant, dass so etwas jetzt aus der Wirtschaft kommt, weil Bildung ja gerade erst ökonomisiert wurde” spiegelte einen Teil der Verblüffung wider, die man in den Gesichtern lesen konnte.</p>
<p>Die Diskussion um das 4K-Modell macht eines sehr deutlich: Irgendwie laufen in der deutschen Schul- und Ausbildungslandschaft Theorie und Praxis aktuell überhaupt nicht zusammen. Weil Schulen kaum Räume dafür bieten, die mit 4K abgebildeten Kompetenzen zu erwerben und anzuwenden, muss sich etwas ändern und mindestens alle dort Anwesenden sind gewillt, diese Veränderungen mitzugestalten. Was das Educamp hier leisten kann, ist neben Netzwerken und Erfahrungsaustausch daher vor allem auch das Sammeln praktischer Erfahrungen. Weil in der Ausbildung von LehrerInnen wenig (bis keine) Zeit auf die Vermittlung von Kompetenzen in digitalen Bereichen und zeitgemäßer didaktischer Methoden verwendet wird, ist das educamp vor allem auch ein Labor für das Ausprobieren neuer, digitaler Tools (Artikel folgt). Und auch hier bewirkt die spontane Struktur des Barcamps, dass von der Einzel-Session für NeueinsteigerInnen rund um das Thema Digitales bis zur Spielwiese für Fortgeschrittene und Nerds nahezu alles möglich ist.</p>
<p>Daneben finden auch die notwendigen Meta-Diskussionen anhand praktischer Beispiele statt, von denen es nächstes Mal gerne noch mehr geben dürfte. Da gab es ein kontroverses Gespräch von  zu “Lobbyismus in der Bildung”, das mit der Frage endete, was eigentlich unsere eigenen “Bildungs-Interessen” von denen der “Menschen aus der Wirtschaft” qualitativ unterscheidet. Ist es das Geld? Ist es der Bildungsraum, der auch Schutzraum sein muss? Oder ist es am Ende so, dass  ein transparenter Umgang mit Lobbyismus und InteressensvertreterInnen sogar hilfreich für SchülerInnen sein kann, weil “Beeinflussung” überall stattfindet und sie so lernen, diese besser zu erkennen?</p>
<p>Dann gab es die Reflektionsrunde <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/f3/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Mit Medien über Medien nachdenken”</a>, in der sich die Anwesenden nach dem Beitrag von <a href="http://bildungsluecken.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Philosophielehrer Dominik Schöneberg</a> darüber austauschten, wie man innerhalb und außerhalb des Philosophieunterrichts kritisches Denken zu Medien verankern kann. In der lebhaften Session von <a href="https://dotcomblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guido Brombach</a> ging es um <a href="https://ecbw17.educamps.org/session/j2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Das Digitale und das Politische”</a>. Hier wurde es richtig “meta” – denn Guidos Kernthese: “Wir versuchen, das Digitale mit dem Analogen zu erklären und laufen damit Gefahr, ein falsches Bild zu bekommen” ist ebenso wahr wie schonungslos. Auch wenn manche es sich ganz offen oder insgeheim wünschen: Das Digitale geht nicht mehr weg und ist auch nicht getrennt von der sogenannten “Analogen Welt”. Deswegen ist es wichtig, die spezifische Dynamik des Digitalen in allen Lebensbereichen und in der Bildung im Speziellen zu verstehen und in die Praxis zu integrieren.</p>
<h3>Eine neue Bildungsbewegung?</h3>
<p>Es mag einem Barcamp- und Bildungseinsteigerinnen- Enthusiasmus geschuldet sein, aber ich habe das Gefühl, hier mit Menschen in Kontakt gekommen zu sein, die Teil einer neuen, eben zeitgemäßen Bildungsbewegung sind. In jedem Fall gibt es wirklich viel zu tun. Und weil das so ist, versteht sich dieser Text als erster Beitrag und Einstieg von politik-digital und dem aula-Team  in die Debatte um zeitgemäße Bildung.</p>
<p>Was in jedem Fall folgt, ist ein Beitrag zum Stand von “aula” und der Bedeutung von Partizipation innerhalb der Debatte sowie ein Überblick über digitale Tools, die wir inzwischen kennen gelernt haben.  Darüber hinaus möchten wir einige Beobachtungen teilen, die wir während der Praxisphase von aula gemacht und die sich beim Educamp zu Thesen verstetigt haben. Diese Thesen betreffen die aktuellen Herausforderungen von LehrerInnen und SchülerInnen im deutschen Bildungssystem. Und weil eine Debatte von kontroversen Beiträgen lebt, sei an dieser Stelle bereits erwähnt, dass wir uns über künftige Gastbeiträge genauso freuen wie über Kritik, Ergänzungen und konstruktive Gegenrede.</p>
<h3>Titelbild: @frausonnig via <a href="https://twitter.com/frausonnig/status/858748497725718528/photo/1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">twitter </a></h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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