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	<title>Abgeordneter &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Abgeordneter &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Der &#034;vernetzte&#034; Politiker</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/der_vernetzte_politiker-633/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jtauss]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 1999 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internetnutzer]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Abgeordneter]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Die virtuelle Diskussion stärkt die Kompetenz.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small"><b>Die virtuelle Diskussion stärkt die Kompetenz.</b></span></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Als Politiker, der die<br />
neuen Medien als Herausforderung einer intensiveren politischen<br />
Kommunikation begreift und täglich mit diesen umgeht, möchte ich auf<br />
einige persönlichen Erfahrungen als erster &quot;Online-Abgeordneter&quot; des<br />
Deutschen Bundestages eingehen: Nicht wissend, worauf man sich bei<br />
einem solchen Experiment einläßt, wollte ich vor nunmehr über 3 Jahren<br />
die vielgepriesenen Möglichkeiten der neuen Informations- und<br />
Kommunikationsmöglichkeiten nutzen. Dies wurde sowohl im Netz auch in<br />
der Öffentlichkeit mit großem Interesse aufgenommen. Schon bald gingen<br />
täglich Dutzende von Mails ein, mit der Bitte um Stellungnahmen oder um<br />
Informationsmaterial zu allen erdenklichen Themen, mit der Bitte um<br />
Weiterleitung oder einfach auch aus dem Wunsch der Kontaktaufnahme.<br />
Immer mehr wurde mein elektronisches Postfach zum Gateway der<br />
SPD-Bundestagsfraktion und auch des Deutschen Bundestages. Diese Fülle<br />
konnte natürlich kaum noch bewältigt werden, und schon bald war man mit<br />
der dem Netz eigenen &quot;Zeiterfahrung&quot; konfrontiert, was sich dann<br />
ungefähr folgendermaßen äußerte: &quot;Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich<br />
schicke Ihnen innerhalb von 24 Stunden bereits die dritte Mail und habe<br />
noch immer keine Antwort. Daraus schließe ich, daß sie die neuen<br />
Kommunikationsmöglichkeiten nicht ernst nehmen und gar kein Interesse<br />
an einer direkten Kommunikation mit dem Bürger haben.&quot; Davon konnte<br />
natürlich gar keine Rede sein.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Inzwischen haben fast alle<br />
Ministerien, der Bundestag, die Parteien und Fraktionen und auch das<br />
Bundeskanzleramt den Weg auf die weltweite Datenautobahn gefunden und<br />
nutzen diese neue Form der politischen Kommunikation, auch die<br />
Abgeordneten des Deutschen Bundestages sind inzwischen über e-Mail<br />
erreichbar. Dabei bestimmen aber, wie dies bereits festgestellt wurde,<br />
noch immer &#8211; ganz im Sinne der klassischen Verteilmedien &#8211; die<br />
Informationsangebote die politischen Seiten des Netzes, nicht der<br />
Informationsaustausch.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Für meine politische Arbeit<br />
im Ausschuß für Bildung und für die Arbeit der Enquete-Kommission<br />
&quot;Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft &#8211; Deutschlands Weg<br />
in die Informationsgesellschaft&quot; haben sich durchaus positive<br />
Erfahrungen im Umgang mit den neuen Medien ergeben. Von Anfang an war<br />
es dabei ein zentrales Anliegen, den Alltag eines<br />
Bundestagsabgeordneten im &quot;Raumschiff Bonn&quot; und im Wahlkreis<br />
transparenter zu machen. Enorme Unterstützung gaben bei den<br />
Anfangsschwierigkeiten &#8211; zu nennen sind beispielsweise die technischen<br />
&quot;Hürden&quot; &#8211; die Initiatoren des Projektes &quot;Abgeordnete ans Netz&quot;,<br />
welches von der FU Berlin durchgeführt wurde. Mit diesem Projekt ist es<br />
erstmals gelungen, aus jeder Fraktion einen (e-Mail-) Abgeordneten als<br />
Ansprechpartner in den neuen Medien zu gewinnen und so auch die<br />
Bedeutung dieser neuen Kommunikationsformen in den politischen Alltag<br />
hinein- und die Arbeit des Parlamentes in das Netz hinauszutragen.<br />
Dabei reichte das Angebot von Informationen über den &quot;typischen&quot;<br />
Tagesablauf einer Sitzungswoche in Bonn, also den Arbeitsrhythmus des<br />
Parlamentes, über die Arbeit im Wahlkreis bis hin zur Diskussion über<br />
die &quot;Diäten&quot;. Jedoch bieten die neuen Medien nicht nur neue<br />
Möglichkeiten für den Politiker, auf sich &quot;aufmerksam zu machen&quot;,<br />
sondern vor allem die Möglichkeit, die politische Arbeit ungefiltert<br />
darzustellen, weltweit zu recherchieren und Kontakt zu einer nahezu<br />
unbegrenzten Fachöffentlichkeit &#8211; und damit einen entscheidenden<br />
Kompetenzzuwachs &#8211; zu bekommen. Und &#8211; um ein weitverbreitetes Vorurteil<br />
aufzugreifen: Das Netz macht keineswegs einsam. Die Zahl der<br />
persönlichen Kontakte zu sehr interessanten Persönlichkeiten hat sich<br />
enorm ausgeweitet; viele Experten, die meine politische Arbeit<br />
unterstützen, habe ich in diesen Netzdiskussionen kennen- und schätzen<br />
gelernt.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Von Anfang an war es ein<br />
wichtiges Ziel, nicht nur Informationen anzubieten, sondern vielmehr<br />
den Austausch und die Diskussion zu suchen. Schwerpunkte dieser<br />
Netzdiskussionen waren beispielsweise große und kleine Anfragen an die<br />
Bundesregierung (und natürlich deren Antworten) und Anträge der<br />
SPD-Bundestagsfraktion, die schon während des Entstehungsprozesses &#8211;<br />
also schon während der Konsenssuche innerhalb der Fraktion oder der<br />
Arbeitsgruppe &#8211; im Netz zur Diskussion gestellt worden. Oft ergaben<br />
sich aus diesen Diskussionen wertvolle Anregungen, ebenso oft natürlich<br />
auch kritische oder nachdenkliche Anmerkungen.</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Und &#8211; wie in der<br />
Mund-zu-Mund oder massenmedialen Kommunikation ja bekanntlich auch &#8211;<br />
gab es bei der elektronischen Kommunikation ebenso gewollte und<br />
ungewollte Mißverständnisse, mit denen man lernen muß, umzugehen.<br />
Anfangs ergaben sich diese oft allein daraus, daß die Antworten der<br />
Bundesregierung auf Anfragen der SPD-Fraktion demjenigen zugerechnet<br />
wurden, der sie im Netz veröffentlichte &#8211; der Bote oder Überbringer der<br />
Botschaft wird für die Inhalte verantwortlich gemacht, wenn auch nicht<br />
mehr geköpft! Zu nennen ist hier vielleicht auch die eigendynamische<br />
Streitkultur und die dem Netz &#8211; damals noch weitaus mehr als heute &#8211;<br />
typische Unkonventionalität. Dies zeigte sich beispielsweise in dem<br />
&quot;anstrengenden&quot; Umgang mit hunderten von Protestmails.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,helvetica"><span style="font-size: x-small">Zusammenfassend läßt sich<br />
feststellen: Die neuen Informationsmöglichkeiten und die dadurch<br />
beschleunigte Herausbildung der Informationsgesellschaft bringen &#8211; wie<br />
jede technische Neuerung &#8211; Risiken und Chancen mit sich. Wie es für die<br />
Risiken gilt, diese zu erkennen und zu minimieren, gilt dies in<br />
gleicher Weise für die Chancen. Die neuen Informations- und<br />
Kommunikationsmöglichkeiten können zur Modernisierung der Demokratie,<br />
zur Intensivierung der politischen Kommunikation und zur Herausbildung<br />
einer neuen Form von Öffentlichkeit beitragen, die eine demokratische<br />
Gesellschaft erst möglich machen &#8211; nutzen wir diese Chance und Aufgabe!<br />
Denn, was wäre die Alternative? Versäumt die Politik diese<br />
Herausforderung, werden in Zukunft die Gesellschaftsentwürfe ohne sie<br />
debattiert &#8211; und das wäre der wirkliche Abschied der Politik.<br />
</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Demokratie in Europa</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale_demokratie_in_europa-592/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Wenzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Dec 1998 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Institute for Electronic Government]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Abgeordneter]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
US-Entwicklungshilfe für den unvernetzten Kontinent?</b>
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>In den letzten Jahren ist der US-amerikanische Denkfabrik-Dschungel unverdrossen weitergewuchert, immer mehr
&#34;think-tanks&#34; setzen sich mit den Chancen und Gefahren der Neuen Medien auseinander - und produzieren dabei nicht
selten respektable Ergebnisse auf dem hierzulande kaum wahrnehmbaren Sektor der hochschulfernen Forschung.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
US-Entwicklungshilfe für den unvernetzten Kontinent?</b><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>In den letzten Jahren ist der US-amerikanische Denkfabrik-Dschungel unverdrossen weitergewuchert, immer mehr<br />
&quot;think-tanks&quot; setzen sich mit den Chancen und Gefahren der Neuen Medien auseinander &#8211; und produzieren dabei nicht<br />
selten respektable Ergebnisse auf dem hierzulande kaum wahrnehmbaren Sektor der hochschulfernen Forschung.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Kürzlich erreichten die Resultate einer umfangreichen Umfrage aus einem der vielen Bürokomplexe von Washington, D.C.<br />
auch die hiesige Ministerialbürokratie: Das vom Computerriesen IBM aus der Taufe gehobene Institute for Electronic<br />
Government hatte gerade die europaweite Umfrage &quot;The Virtual Ballot Box&quot; abgeschlossen. Nun wollte das Institut<br />
herausfinden, inwiefern europäische Abgeordnete bereit sind, den Weg zur &quot;digitalen Demokratie&quot; zu gehen.<br />
Gleichzeitig wurde damit die Vision formuliert, daß der Wert des Netzes in Zukunft so große Ausmaße einnimmt, daß es<br />
selbstverständlich sein wird, Wahlkämpfe und politische Kampagnen im Internet durchzuführen &#8211; ebenso wie sowie<br />
Online-Wahlen und Meinungsumfragen. Im Szenario, das das Institut von einer digitalen Demokratie entwirft, kommunizieren<br />
Abgeordnete im Internet untereinander und mit ihren Mitarbeitern: die Parlamente sind &quot;vernetzt&quot;, damit die Bevölkerung<br />
unerschöpfliche Möglichkeiten hat, aktiv am demokratischen Prozeß teilzunehmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Der Online-Fragebogen bestand aus 40 Fragen, und war so konstruiert, daß es in fünf Minuten möglich war, ihn auszufüllen.<br />
Dabei wurden im April und Mai diesen Jahres immerhin 4506 Abgeordnete aus 14 europäischen Ländern aufgefordert, anonym<br />
ihre Angaben zur elektronischen Demokratie in ein WWW-Formular einzutragen. Angeschrieben wurden nur die bereits<br />
vernetzten Abgeordneten, die per e-mail erreichbar sowie auf einer öffentlichen Liste ihres jeweiligen Parlaments zu<br />
finden waren.<br />
Tatsächlich sind 436 Abgeordnete aus Bundes-, Länder- oder Kommunalparlamenten dieser Aufforderung gefolgt, und haben den<br />
Fragebogen digital ausgefüllt und zurückgeschickt. Davon kamen knapp 27,8 % aus der Schweiz, gefolgt von den Österreichern<br />
(19,5 %) und Abgeordneten aus Belgien (13,3 %). Als wahre Online-Muffel gaben sich die deutschen Teilnehmer zu erkennen:<br />
nur 3,7 % der Antworten wurden von deutschen Terminals durch die Datenleitungen gejagt, noch miserabler fiel die deutsche<br />
Rücklaufquote von mageren 2 % aus. Spitzenreiter in dieser Kategorie waren ebenfalls die Eidgenossen, mehr als 22 % der<br />
angeschriebenen Abgeordneten aus der Schweiz nahmen an der Umfrage teil.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Nach der Auswertung der Fragebögen kam das &quot;Institute for Electronic Government&quot; zu vier Grundthesen:</span>
</p>
<ol>
	<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<li>Es existiert eine &quot;digitale Trennung&quot; zwischen den Politikern und ihren Kampagnen.</li>
<li>Der größte Teil an parlamentarischen Web-Sites hat außer reinem &quot;Broschüren-Inhalt&quot; wenig zu bieten</li>
<li>Abgeordnete aus nationalen Parlamenten sind &quot;digital fortgeschrittener&quot; als ihre Kollegen aus Regional- und Kommunalparlamenten.</li>
<li>Abgeordnete wollen trotz Ungewißheit und Unsicherheit die Netz-Technologien einsetzen.</li>
<p></span>
</ol>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Betrachtet man den Gebrauch des Internet im täglichen Leben, läßt sich schnell erkennen, daß Männer die Mehrheit im Umgang<br />
mit dem neuen Medium bilden. Nicht anders zeigen es die Ergebnisse der Umfrage: Rund zwei Drittel der Abgeordneten, die<br />
geantwortet haben, sind Männer. Während jedoch der durchschnittliche Internet-User jüngeren Alters ist, spiegelt sich die<br />
Altersstruktur unter Politikern in der Umfrage wieder. Annähernd die Hälfte aller Befragten sind älter als fünfzig Jahre<br />
und nur knapp ein Viertel der Befragten sind jünger als vierzig. Fast alle der befragten Abgeordneten geben an, e-mails<br />
jeden Tag zur Unterstützung ihrer Arbeit zu nutzen, und fast 95% ziehen das Internet heran, um zu recherchieren. Auch die<br />
Parlamente der Abgeordneten besitzen zum größten Teil eine eigene Homepage und auch die Parteien der Befragten verfolgen<br />
eigene Internetstrategien. Obwohl fast alle der Befragten e-mail für die tägliche Arbeit nutzen, hat nur ein Drittel diese<br />
neue Form der Kommunikation in ihren letzten Wahlkampf integriert. Es scheint, die Abgeordneten sind sich über die<br />
Möglichkeiten, die sie hätten, gar nicht im Klaren. Technisch sind die Politiker jedoch gut ausgerüstet: Zwei Drittel<br />
aller Befragten haben einen PC mit Internetanschluß in ihrem Büro, und alle halten dies für nützlich und sinnvoll. Fast<br />
die Hälfte aller Befragten besitzt ein Notebook mit Internet-Anschluß, und genau soviele sind mit einer persönlichen<br />
Homepage im Internet vertreten. Diese beiden Gruppen nutzen digitale Technologien nicht nur öfter, sondern geben auch an,<br />
die neuen Medien für strategische Zwecke zu nutzen.<br />
Abgeordnete aus nationalen Parlamenten nehmen die neuen Medien<br />
schneller an als Politiker aus Regional- und Kommunalvertretungen. Das<br />
äußert sich darin, daß sie öfter per e-mail kommunizieren, sie eher<br />
Besitzer von Notebooks sind, und sie häufiger eine eigene Website<br />
haben. Dies ist nicht verwunderlich, bedenkt man, daß auf den<br />
Politikern auf nationaler Ebene ein größerer Druck lastet, schneller,<br />
efektiver und moderner zu arbeiten. Doch sollten sich auch die<br />
Vertreter aus Regional- und Kommunalparlamenten der neuen Technologien<br />
annehmen, um sich der zahlreichen Möglichkeiten zu bedienen.<br />
Unter den Abgeordneten existiert eine &quot;digitale Trennung&quot;, die dort<br />
beginnt, wo es um strategische oder interaktive Nutzung der neuen<br />
Technologien geht, insbesondere im Netz. 40% der Befragten haben eine<br />
eigene Website, ein Drittel dieser Gruppe hat die Homepage auch schon<br />
im Wahlkampf genutzt und drei Viertel denken, daß dies sich positiv auf<br />
ihr Wahlergebnis ausgewirkt hat. Von allen Befragten planen weit über<br />
die Hälfte eine eigene Website, die in ihre nächste Kampagne integriert<br />
werden soll. Fast alle möchten das Internet künftig nutzen, um<br />
Informationen an die Medien weiterzugeben. Auch planen weit über 50%<br />
der Befragten , Online-Spenden an ihre Parteien zu akzeptieren und<br />
annähernd die Hälfte beabsichtigt, zusätzliches Personal für ihre<br />
Websites einzustellen. Dieses wird auch dringend benötigt, denn obwohl<br />
fast alle der Regierungsinstitutionen eine Website haben, bieten nur<br />
28% den Usern interaktive Mitwirkungsmöglichkeiten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Internet ist gleich Innovativität: be there or be square&#8230;</b><br />
Offensichtlich liegt der Knackpunkt in der Unsicherheit und<br />
Unwissenheit der Abgeordneten: Zum Beispiel fühlt sich ein Drittel der<br />
Befragten nicht in der Lage, zu beurteilen, ob die Kommunikation per<br />
e-mail sinnvoll ist, trotzdem planen drei Viertel der Politiker diese<br />
Technik in ihrem nächsten Wahlkampf einzusetzen. Ähnlich sieht es aus,<br />
wenn es um die eigenen Websites geht: 20% sind sich unsicher, ob<br />
Websites überhaupt sinnvoll sind, jedoch nehmen sich weit über die<br />
Hälfte vor, eine persönliche Website für ihren nächsten Wahlkampf<br />
gestalten zu lassen. Während 70% der Befragten nicht wissen, ob die<br />
Möglichkeit, online wählen zu können, die Wahlbeteiligung steigen<br />
lassen würde, entschloss sich dennoch über die Hälfte der Abgeordneten,<br />
die Einführung von online-Wahlen zu unterstützen. Sicher sind sich<br />
jedoch drei Viertel aller befragten Abgeordneten darüber, daß durch<br />
Informations-Technologie die Demokratie erweitert werden kann, da sie<br />
eine neue Generation &quot;besser informierter Wählerinnen und Wähler&quot;<br />
hervorbringe.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Damit wird ein Problem zwischen den politischen Entscheidungsträgern und den neuen Informationstechnologien deutlich.<br />
Die Wertschätzung der meisten Abgeordneten für diese Technologien ist zwar sehr hoch, doch liegt dies nicht an einer<br />
gewachsenen &quot;inneren Überzeugung&quot;, aufgrund tatsächlich erlebter Arbeitserleichterungen, sondern eher daran, daß viele<br />
Abgeordnete bereits jetzt im jungen Wählerklientel den typischen &quot;Online-Wähler&quot; von Morgen sehen und deshalb den<br />
abfahrenden Zug nicht verpassen wollen. Anders sind die Zahlen zum derzeitigen Nutzerverhalten der Politik-Profis kaum zu<br />
erklären. Genau dies birgt jedoch auch eine große Gefahr für die Zukunft der &quot;digitalen Demokratie&quot;, da die Evaluation<br />
eigener Erfahrungen enorm wichtig sind, um auch institutionelle Veränderungen zu erwirken.<br />
Die vorliegende Umfrage liefert zahlreiche Hinweise für die neuralgischen Punkte politischer Netz-Nutzung und zeigt auch,<br />
daß die Politik bzw. deren Entscheidungsträger momentan offen sind für die Entwicklungen, die aus Wirtschaft und<br />
Wissenschaft an sie herangetragen werden. Ein Mitwirken und Gestalten dieser Prozesse ist nicht festzustellen, und<br />
dementsprechend sind auch die Daten dieser Studie zu interpretieren: Der Weg zur digitalen Demokratie entspricht einer<br />
politischen Vision, die von den Visionären (noch) nicht genügend getragen wird. &quot;Building the bridge to the 21. Century&quot;<br />
formulierte Bill Clinton im letzten Wahlkampf sein politisches Ziel. Eine Brücke nach Europa wäre derzeit erforderlicher.</span></p>
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