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	<title>Abmahnung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Abmahnung &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Bahn mahnt netzpolitik.org ab</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Roleff]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 09:29:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Bahn]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog-Nutzer]]></category>
		<category><![CDATA[netzpolitik.org]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Bahn mahnt im Zusammenhang mit der Datenaffäre den Betreiber des Blogs <a href="http://www.netzpolitik.org" target="_blank" title="netzpolitik.org" rel="noopener noreferrer">netzpolitik.org</a>, Markus Beckedahl, ab. Der Vorwurf: Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen. Beckedahl hatte den internen Prüfungsbericht des Berliner Landesschutzbeauftragten zu den Vorgängen bei der Deutschen Bahn auf seiner Seite veröffentlicht.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bahn mahnt im Zusammenhang mit der Datenaffäre den Betreiber des Blogs <a href="http://www.netzpolitik.org" target="_blank" title="netzpolitik.org" rel="noopener noreferrer">netzpolitik.org</a>, Markus Beckedahl, ab. Der Vorwurf: Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen. Beckedahl hatte den internen Prüfungsbericht des Berliner Landesschutzbeauftragten zu den Vorgängen bei der Deutschen Bahn auf seiner Seite veröffentlicht.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Die Abmahnung von Seiten der Bahn hat derweil eine Welle der Empörung im Web losgetreten. „Am Anfang war ich etwas verwundert, dass das Dokument kaum Interesse fand,“ bloggt Beckedahl. „Nun ist die Abmahnung da und das Feedback aus dem Netz ist überwältigend.“
</p>
<p>
Massive Unterstützung erhält der Netzpolitik-Betreiber aus der Web 2.0 Community. Sein Hilfe-Tweet rief eine ungeahnte Resonanz hervor, unzählige Blog-Postings nehmen sich dem Thema an. Juristischen Beistand liefern ihm die Anwälte von JBB Berlin, die sich schon im <a href="http://politik-digital.de/linke-politiker-sperrt-wikipediade" title="Linke Politiker sperrt Wikipedia">Rechtsstreit zwischen Wikipedia und dem Linke-Abgeordneten Lutz Heilmann</a> einen Namen gemacht haben.<br />
Mittlerweile wird die Geschichte auch von News-Seiten wie Spiegel-Online oder Focus aufgegriffen.
</p>
<p>
<b>Rechtliche Sachlage unklar</b>
</p>
<p>
Da die <a href="http://www.telemedicus.info/article/1146-Rechtliche-Bewertung-zur-Netzpolitik-Abmahnung.html" target="_blank" title="www.telemedicus.de" rel="noopener noreferrer">rechtliche Lage</a> noch ungeklärt ist, lässt Beckedahl das Dokument erst einmal online. Auch die Unterlassungserklärung will er nicht unterschreiben. Fraglich ist besonders, inwiefern es sich bei dem besagten Dokument noch um Betriebsgeheimnisse handeln kann, da der Bericht schon vor seiner Veröffentlichung auf netzpolitik.org von anderen Medienberichten aufgegriffen und zitiert worden war.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Abmahnung wegen FDP-Wahl-Spam</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/abmahnung-wegen-fdp-wahl-spam-3766/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Feb 2008 13:14:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnung]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[E-Mail]]></category>
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		<category><![CDATA[Wahlwerbung]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Hanno Zulla]]></category>
		<category><![CDATA[Oysterbay]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
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					<description><![CDATA[Die FPD hat eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben, weil eine im Hamburg-Wahlkampf eingesetzte Werbeagentur E-Mails mit frei erfunden Absenderadressen an Blogger verschickt hat. Der Blogger <a href="http://www.hanno.de/blog/2008/blaugelbes-auge/" target="_blank" title="Hanno´s Blog - Blaugelbes Auge: FDP Hamburg akzeptiert Abmahnung für illegale Wahlwerbung" rel="noopener noreferrer">Hanno Zulla</a> wurde aufgefordert, ein Video der Partei zu verlinken. Er hat die FDP stattdessen abgemahnt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die FPD hat eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben, weil eine im Hamburg-Wahlkampf eingesetzte Werbeagentur E-Mails mit frei erfunden Absenderadressen an Blogger verschickt hat. Der Blogger <a href="http://www.hanno.de/blog/2008/blaugelbes-auge/" target="_blank" title="Hanno´s Blog - Blaugelbes Auge: FDP Hamburg akzeptiert Abmahnung für illegale Wahlwerbung" rel="noopener noreferrer">Hanno Zulla</a> wurde aufgefordert, ein Video der Partei zu verlinken. Er hat die FDP stattdessen abgemahnt.<!--break--></p>
<p>
Dass die FDP die Unterlassungserklärung abgegeben hat, ist jedoch nicht mit einem Schuldeingeständnis gleichzusetzen. Hätte die Partei die Abmahnung nicht akzeptiert, so hätte der Fall &#8211; und somit die Frage, ob unaufgefordert verschickte und nicht deutlich als solche gekennzeichnete Wahlwerbung juristisch zulässig ist  &#8211;  vor Gericht geklärt werden müssen. Die für die FDP tätige Werbeagentur Oysterbay hatte die Mail nicht über eine agentureigene Mailadresse versandt, sondern den erfunden Namen &quot;Niklas Sörensen&quot; und eine kostenlose GMX-E-Mail-Adresse verwendet.
</p>
<p>
Die Anwaltskosten für die Abmahnung trägt die FDP.
</p>
<p>
Den Hintergrundartikel zu dieser Kurzmeldung finden sie <a href="/spam-im-auftrag-der-fdp" target="_blank" title="Spam im Auftrag der FDP" rel="noopener noreferrer">hier</a>. </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Abmahnungen &#8211; Blogger halten zusammen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/abmahnungen-blogger-halten-zusammen-2352/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Seifert]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Jul 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnung]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[Don Dahlmann]]></category>
		<category><![CDATA[Irgendwas ist ja immer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/abmahnungen-blogger-halten-zusammen-2352/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<b><span class="fett">Am 24. Juli 2007 war Don Dahlmann Gast in der
Blogsprechstunde. Sein Weblog &#34;Irgendwas ist ja immer&#34;
füllt der Journalist seit 2001 mit Einträgen. Außerdem
betreibt er ein Info-Blog zum Thema Abmahnungen und schreibt für
die Debatten-Seite der &#34;Welt&#34; über die deutsche TV-Landschaft.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span class="fett">Am 24. Juli 2007 war Don Dahlmann Gast in der<br />
Blogsprechstunde. Sein Weblog &quot;Irgendwas ist ja immer&quot;<br />
füllt der Journalist seit 2001 mit Einträgen. Außerdem<br />
betreibt er ein Info-Blog zum Thema Abmahnungen und schreibt für<br />
die Debatten-Seite der &quot;Welt&quot; über die deutsche TV-Landschaft.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<b><b><b><b>Moderator:</b></b></b><br />
</b>Hallo liebe Nutzer, liebe Blogger und Blog-Neulinge. Herzlich<br />
willkommen zur Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de<br />
in Kooperation mit den Blogpiloten. Heute beantwortet Don Dahlmann<br />
von 16.00 bis 17.00 Uhr Fragen rund um das Thema Blogs.<br />
Hier ist es jetzt 16 Uhr. Hallo Don, können wir anfangen?
</p>
<p>
<b>NoReply:</b> Was ist denn die skurrilste, unglaublichste<br />
Abmahnungsgeschichte, die Sie bis jetzt gehört haben?
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/dondahlmann85.jpg" alt="Don Dahlmann" height="120" width="85" /><br />
<i>Don Dahlmann</i><br />
<i>Journalist und Blogger</i>
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Ohje, da gibt so viele. Die meisten<br />
Abmahnungen, vor allem im Blogbereich, sind ja merkwürdig.<br />
Aber eine, bei der mir wirklich die Kinnlade auf den Boden fiel,<br />
war erst neulich.<br />
Da mahnte ein Fotograf einen Kunden ab, weil er die Portraitfotos<br />
auch online verwendet hatte, was nach Meinung des Fotografen nicht<br />
Teil des Deals war. Da fragt man sich schon, wo man lebt. Die ganze<br />
Geschichte gibt es <a href="http://abmahnung.blogger.de/stories/858123/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> War &#8211; rein rechtlich gesehen &#8211; der<br />
Fotograf denn im Unrecht?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Nach Ansicht des Gerichtes in Köln<br />
war er das wohl nicht, aber das Urteil ist noch nicht rechtskräftig<br />
soweit ich weiß.
</p>
<p>
<b>Dirk:</b> Wie kam es dazu, dass du das Abmahnungsblog<br />
eingerichtet hast?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Die Idee hatte ich im letzten Herbst,<br />
als eine erste Abmahnungswelle über die Blogszene reinbrach<br />
und ich mich selber darüber ärgerte, dass a) sowas überhaupt<br />
passiert und b) die einzelnen Abmahnungen in den Blogs einfach untergingen.<br />
Ich dachte, es sei eine gute Idee, die Abmahnungen zu sammeln und<br />
zentral vorzustellen. Außerdem wollte ich eine zentrale Stelle<br />
haben, auf der solche Sachen gesammelt werden, damit man sich Rat<br />
und Hilfe holen kann. Denn die meisten Menschen wissen im ersten<br />
Moment nicht, was man gegen eine Abmahnung tun kann. Dank der Suchmaschinen<br />
findet man jetzt schnell Hilfe.
</p>
<p>
<b>ottokar:</b> Ist es persönliches Empfinden, dass<br />
das Ausmaß an Abmahnungen erst in den letzten Monaten zugenommen<br />
hat? Woran liegt das? Es werden ja nicht erst jetzt ein paar Leute<br />
angefangen haben, copyright-geschützte Bilder zu veröffentlichen.
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Schwer zu sagen, ob das wirklich<br />
mehr geworden ist oder ob Blogs und das Netz durch die Suchmöglichkeiten<br />
dafür sorgen, dass mehr Fälle bekannt werden. Ein weiterer<br />
Grund ist wohl, dass viele Firmen mal schauen, was man so über<br />
sie im Netz schreibt. Und manche lesen eben eine Kritik und nehmen<br />
sie sich nicht zu Herzen, sondern schicken eine Abmahnung. Darüber<br />
hinaus wird natürlich oft gegen das sehr eng gefasste Copyright-Gesetz<br />
verstoßen. Mp3s und Bilder sind die Dinge, die am meisten<br />
kopiert werden.
</p>
<p>
<b>rodel:</b> Wer gibt denn Hilfe und Rat im Abmahnblog?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Rat geben kann da jeder, der es<br />
will. Das Abmahnblog ist keine Rechtshilfeseite, sondern will (und<br />
darf) nur Hinweise geben, was man machen kann, wenn man eine Abmahnung<br />
erhalten hat. Der gängigste Rat lautet da immer: Zum Anwalt<br />
gehen.
</p>
<p>
<b>plumps:</b> Wo finde ich denn Hilfe, wenn ich eine<br />
fragwürdige Abmahnung erhalte? Du erwähntest vorhin gewisse<br />
Suchmaschinen im Netz?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Hilfe bekommt man bei seinem Anwalt.<br />
Wer einen Anwalt sucht, der sich aufs Abmahn/Medienrecht spezialisiert<br />
hat, muss über die Rechtsanwaltskammern gehen oder kann bei<br />
jurablogs.com schauen. Da werden die Blogs von Anwälten gelistet.<br />
Mit den passenden Suchbegriffen kann man schauen, ob man einen Anwalt<br />
findet, der über das Thema schon mal was geschrieben hat.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zu einem Thema:
</p>
<p>
<b>abgemahnt:</b> Zerstört diese ganze Abmahnindustrie,<br />
die sich da gegen Blogger aufbaut, den Geist der Blogosphäre?
</p>
<p>
<b>Mensa:</b> Machen Abmahnungen die Blogosphäre<br />
kaputt?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Die „Abmahnindustrie“<br />
gab es schon lange vor dem Internet und den Bloggern. Es scheint<br />
Anwälte zu geben, die daraus ein Geschäftsmodell machen.<br />
Es sind nicht Abmahnungen, die das Netz gefährden, sondern<br />
die Gesetze die dahinter stecken. Sich gegen Abmahnungen zu wenden<br />
ist schön und gut, aber es hilft wenig, wenn gleichzeitig das<br />
Persönlichkeitsrechte immer weiter verschärft wird. Aber<br />
das Netz und auch die Blogszene haben immer wieder bewiesen, dass<br />
man durch solche Angriffe eher zusammenwächst anstatt sich<br />
auseinander treiben zu lassen.<br />
Die Angriffe der Musikindustrie haben das ja deutlich bewiesen.
</p>
<p>
<b>target:</b> Müssen diese Gesetze geändert<br />
werden? Wie soll das Persönlichkeitsrecht dann aussehen?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Ich bin kein Jurist, dass kann ich<br />
nicht sagen. Vielleicht ist es eher so, dass man die Meinungsfreiheit<br />
stärker als das Persönlichkeitsrecht einstufen sollte.<br />
In den USA ist das ja der Fall und es funktioniert auch prächtig.<br />
Es wäre also eine gute Lösung, wenn man die Meinungs-freiheit<br />
nach Artikel 5 Grundgesetz einfach verstärken würde. Das<br />
würde dem Netz sicher sehr helfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Themenwechsel:
</p>
<p>
<b>eman resu:</b> Was hat dich eigentlich zum Bloggen<br />
gebracht &#8211; und die ganze Zeit dabei gehalten? Findest du Weblogs<br />
immer noch so spannend wie zu Beginn?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Ich finde es heute sogar noch spannender<br />
als damals, als ich angefangen habe. Ich bin dazu gekommen, weil<br />
ich damals eine Art elektronischen Zettelkasten für meine Notizen<br />
gesucht habe. Da ich analoge Zettel immer verschlampt habe, schien<br />
mir das eine gute Lösung. Daraus ist dann langsam aber sicher<br />
immer mehr geworden. Heute gibt es ja nicht nur Blogs, sondern auch<br />
Twitter, Flickr, Xing, Facebook usw.. Da tut sich soviel und das<br />
ist so spannend, dass ich gerade nach einer Lösung suche, wie<br />
ich all meine Aktivitäten im Netz auf einer Seite zusam-menfassen<br />
kann. Sozusagen Blog 2.1.
</p>
<p>
<b>ant:</b> Hat sich irgendwas im Laufe der Zeit inhaltlich<br />
verändert?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Oh ja! Manchmal wäre ich froh,<br />
wenn ich kein Archiv hätte, so „merkwürdig“<br />
erscheinen mir manche Sachen, die ich früher geschrieben habe.<br />
Ich habe das Blog immer als Teil meiner Persönlichkeit gesehen,<br />
und man verändert sich ja im Laufe der Zeit. Und mit der eigenen<br />
Veränderung kommt auch die Veränderung im Blog. Am Anfang<br />
war es wirklich nur ein Zettelkasten, dann habe ich viel in Richtung<br />
Literatur im Netz gemacht und seit einem Jahr ist eine politische<br />
Variante dazu gekommen. Wer weiß, was für Ideen ich nächstes<br />
Jahr habe. Sollte ich mal Kinder in die Welt setzen, landen die<br />
vermutlich auch im Blog :).
</p>
<p>
<b>Kofi:</b> Du bist ja Journalist &#8211; für wen schreibst<br />
du denn über was?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Ich bin freier Journalist und schreibe<br />
für unterschiedliche Auftraggeber. Die alle aufzuzählen,<br />
würde den Rahmen sprengen. Aber da war in meinem beruflichen<br />
Leben schon (fast) alles dabei. Von der &quot;Zeit&quot; bis zum<br />
&quot;Goldenen Blatt&quot; (peinlich, aber wahr).
</p>
<p>
<b>politics:</b> Macht es dir nichts aus, dass auch recht<br />
persönliche Dinge über dich im Internet stehen?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Ich kontrolliere ja, was ich raus<br />
gebe und was nicht. Wer mein Blog kennt, weiß, dass bestimmte<br />
Themen nicht vorkommen. Ich schreibe kaum etwas über meinen<br />
&quot;real life&quot;- Freundeskreis oder auch über meine Beziehung.<br />
Ich schreibe über Dinge, die meist nur mich alleine betreffen<br />
und wo niemand anders drin vorkommt. Wenn ich das mal mache, dann<br />
frage ich auch vorher nach, ob es okay ist, wenn ich dies oder jenes<br />
schreibe. Aber es macht mir selber nichts aus, wenn wildfremde Leute<br />
sehen oder lesen, was mich gerade beschäftigt oder was ich<br />
zum Mittag-essen hatte.
</p>
<p>
<b>geschmacksneutral:</b> Hat sich die Blogoshäre<br />
in den letzten Jahren verändert?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Ja, das hat sie. Sie ist definitiv<br />
interessanter geworden, weil immer mehr Menschen interessante Dinge<br />
in immer mehr Blogs schreiben. Dazu kommt, dass die Blogosphäre<br />
politischer geworden ist. Es ist schon erstaunlich, was sich da<br />
im letzten Jahr allein getan hat. Blogs machen sich die Mühe,<br />
die klassischen Medien zu hinterfragen, aber sie machen auch aufmerksam,<br />
was sich in der Politik so tut. Ohne Blogs würden wir wahrscheinlich<br />
nicht die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung haben. Auch<br />
beim G8 Gipfel hat man gesehen, was Blogs im Sinne einer politischen<br />
Berichterstattung abseits der Medien, die sich nur auf dpa- Meldungen<br />
verlassen, leisten können. Allein beim G8-Gipfel sind mehrere<br />
Falschmeldungen auf Grund von Blogrecherchen aufgeflogen. Ich hoffe,<br />
dass sich dieser Trend auch weiter fortsetzt.
</p>
<p>
<b>onkel benz:</b> Sollten auch Politiker mehr bloggen?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> haha&#8230;eines der Grundgesetze des<br />
Bloggen ist, dass man seine Meinung ehrlich sagt. Ich sehe da dann<br />
doch eine große Kluft zwischen einem Politiker und Bloggern.<br />
Aber es gibt ein paar Politiker die schon unterwegs sind. <a href="http://www.katja-husen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Katja<br />
Husen</a> ist so eine, deren Blog ich ab und an gerne lese.
</p>
<p>
<b>kriechtier:</b> „Leiden“ die Berichte<br />
in Blogs nicht darunter, dass viel zu wenig recherchiert und oft<br />
einfach mal behauptet wird?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Das Problem sehe ich nicht als so<br />
gravierend, wenn es denn bei den Blogs, die viel gelesen werden,<br />
überhaupt vorkommt. Einerseits werden Blogeinträge, wenn<br />
sie falsche Informationen enthalten, relativ schnell in den Kommentaren<br />
oder durch andere Blogeinträge korrigiert. Andererseits wird<br />
da gerne auch mal was verwechselt. Blogs spiegeln eben nur die Meinung<br />
eines Einzelnen wieder. Nicht mehr, nicht weniger. Dass sollte man<br />
als Leser immer im Hinterkopf behalten. Klassische Medien geben<br />
vor, eine „ausgewogene“ Meinung zu repräsentieren,<br />
da muss man also nicht mehr viel nachdenken. Blogs hauen eine Meinung<br />
raus. Darüber kann ich mich dann aufregen und zum Beispiel<br />
nachsehen, ob das auch so stimmt, was der Autor da von sich gibt.<br />
Blogs animieren zum Nachdenken. Sowas ist ja nicht das schlechteste,<br />
wenn man sich eine eigene Meinung bilden will.
</p>
<p>
<b>Adicool?:</b> Wie stehst Du zu Werbung in Blogs?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Solange sie nicht in den Inhalt<br />
eingreifen und so lange der Blogger nicht durch die Werbeeinnahmen<br />
aus seinem Blog lebt, ist mir das wurscht. Wer aber den Fehler macht,<br />
zu glauben, er könne durch „paid content“ und Werbebanner<br />
sein Leben finanzieren (auch nur Teile des Lebens) &#8211; der ist auf<br />
dem Holzweg, und macht den gleichen Fehler, den die Verlage vor<br />
Jahrzehnten gemacht haben. Ich hab meine paar Einnahmen aus diesem<br />
Jahr fast vollständig meinem Bloghoster „Antville“<br />
gespendet.
</p>
<p>
<b>blogtoy:</b> Warum soll der Blogger nicht aus seinen<br />
Werbeeinnahmen leben?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Weil er sich in ein Abhängigkeitsverhältnis<br />
zu seinen Werbekunden begibt. Wenn ich Angst habe zu schreiben,<br />
die neue Kamera der Firma XXX sei Mist, nur weil die gerade bei<br />
mir ein Banner laufen haben oder weil der Bannervermittler sagt,<br />
dass sowas bei den Kunden schlecht ankommt, dann habe ich schon<br />
eine Form der inneren Zensur. Das passt nicht zu Blogs. Man sollte<br />
schauen, dass man so unabhängig wie möglich bleibt.
</p>
<p>
<b>mspro:</b> Welche Überlegungen haben dazu geführt,<br />
dass du die yahoo! Werbung nicht auf deinem Blog zugelassen hast?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Ich mochte Yahoo noch nie besonders.<br />
Einfach eine Frage der persönlichen Meinung. Ich habe da auch<br />
nicht überlegen müssen oder mir deren Firmenpolitik noch<br />
mal angesehen. Meine Abneigung rührt noch aus den 90er Jahren,<br />
weil ich dieses merkwürdige Konzept von Yahoo, das Internet<br />
in Kategorien zu packen, die alle hübsch familienfreundlich<br />
sind, noch nie leiden konnte.
</p>
<p>
<b>laya:</b> Wie bist du dazu gekommen, für die<br />
Welt-Debatte zu schreiben und wie findest du das ganze Projekt?<br />
Ein Modell mit Zukunft?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Die haben mich angesprochen und<br />
ich hab zugesagt. Das ganze Projekt finde ich spannend, weil es<br />
die Meinungen von Lesern, Journalisten. Politikern, Bloggern usw.<br />
auf eine Seite zusammenfasst. Ich glaube, dass das Projekt noch<br />
am Anfang ist und das wahre Potential noch nicht gezeigt hat.
</p>
<p>
<b>aabbcc:</b> Du bist ja auch auf Twitter unterwegs<br />
&#8211; warum? Wie findest du dieses „Microblogging“? Liegt<br />
hier vielleicht die Zukunft des Bloggens?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Twitter ist eine gute Idee, weil<br />
es das „Microblogging“ eingeführt hat. Es ist aber<br />
nur eine Form des Bloggens und ich suche gerade nach einer technischen<br />
Lösung, wie man diese Web 2.0 Sachen, die alle im Netz verstreut<br />
sind, im eigenen Blog zusammenfassen kann. Ich glaube nicht, dass<br />
es die Zukunft des Bloggens darstellt, sondern nur eine Erweiterung<br />
im Bereich „soziale Netzwerke“&quot; darstellt.
</p>
<p>
<b>Rantanplan:</b> Wie hast du das Wachsen/Expolideren<br />
von Blogs erlebt?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Mit großem Erstaunen :). Ich<br />
hätte nicht mal vor zwei Jahren gedacht, dass klassische Medien<br />
plötzlich über Blogs schreiben. Das ist auch meiner Meinung<br />
nach erst der Anfang einer komplett neuen Entwicklung bei den Medien<br />
und Blogs sind ein Teil davon.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Nochmal zur Welt-Debatte:
</p>
<p>
<b>rodel:</b> Was hältst du den vom Gegenchecken<br />
der Beiträge der Welt-Debatte durch die Chefredaktion? Schon<br />
mal davon betroffen gewesen?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Nein, meine Beiträge werden<br />
vor der Veröffentlichung auch nicht gegengelesen. Das passiert<br />
nur bei Blogs von eigenen Redakteuren. Ich finde es aber schade,<br />
dass man das macht.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Und zum Schluss die Frage nach dem<br />
Lieblingsblog:
</p>
<p>
<b>arzt im einsatz:</b> Welche Blogs / Blogger liest<br />
denn Don Dahlmann?
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Ohje &#8211; da gibt es so viele.<a href="http://www.ankegroener.de/?p=1694" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
Anke Gröner</a>, <a href="http://lumma.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nico<br />
Lumma</a>, <a href="http://wirres.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wirres</a>,<br />
<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stefan<br />
Niggemeier</a>, aber auch Seiten wie das Blog von<a href="http://blog.fefe.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
fefe</a>, der <a href="http://blog.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tagesschau</a><br />
oder von <a href="http://mark.antville.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">supatyp</a><br />
zur täglichen Lektüre. Die meisten lese ich über<br />
RSS Feeds.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das waren 60, na, 62 Minuten Blogsprechstunde.<br />
Vielen Dank für die vielen Fragen und danke an Don Dahlmann<br />
für die Antworten. Das letzte Wort hat unser Gast:
</p>
<p>
<b>Don Dahlmann:</b> Das hat eine Menge Spaß gemacht<br />
und vielen Dank für die vielen interessanten Fragen. Danke<br />
auch für die Einladung zu diesem Chat.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Schluss noch eine Ankündigung:<br />
Nächste Woche, am 31. Juli, ist Annik Rubens, Podcasterin von<br />
<a href="http://www.schlaflosinmuenchen.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.schlaflosinmuenchen.net</a>,<br />
ab 16.00 Uhr unser Gast. Fragen können Sie bereits <a href="http://www.talksalon.de/index.php?cid=57&amp;id=poldi" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a><br />
stellen:</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Bewusstsein für virtuelles Eigentum fehlt&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/bewusstsein-fuer-virtuelles-eigentum-fehlt-2360/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alina Barenz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jul 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Blogsprechstunde]]></category>
		<category><![CDATA[David Ziegelmayer]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<b><span class="fett">Am 10. Juli 2007 war der Anwalt David Ziegelmayer
zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de in Kooperation
mit den Blogpiloten. Zum Thema Abmahnungen erklärte er den
richtigen Umgang mit Abmahnungsbescheiden und wie Blogger sich vor
ihnen schützen können.</span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<b><span class="fett">Am 10. Juli 2007 war der Anwalt David Ziegelmayer<br />
zu Gast in der Blogsprechstunde von politik-digital.de in Kooperation<br />
mit den Blogpiloten. Zum Thema Abmahnungen erklärte er den<br />
richtigen Umgang mit Abmahnungsbescheiden und wie Blogger sich vor<br />
ihnen schützen können.</span></b><!--break-->
</p>
<p>
<b><b>Moderatorin:</b></b> Hallo und herzlich<br />
willkommen zur Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de<br />
und den Blogpiloten. Zum Thema Abmahnungen und Urheberrecht ist<br />
heute David Ziegelmayer zu Gast. Der Rechtsanwalt arbeitet bei der<br />
Kanzlei Lampmann und Behn und schreibt für den kanzleieigenen<br />
<a href="http://www.lampmann-behn.de/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blog</a>.<br />
Herr Ziegelmayer, kann es losgehen?
</p>
<p>
<b><b>David Ziegelmayer:</b> </b>Bin drin! 
</p>
<p align="center">
<a href="http://www.lampmann-behn.de/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/ziegelmayer_rechtsanwalt85x.jpg" alt="David Ziegelmayer" border="0" height="120" width="85" /></a><br />
<i>David Ziegelmayer</i>
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Unsere Nutzer konnten bereits im Vorfeld Fragen stellen<br />
und bewerten. Die drei Fragen mit den meisten Stimmen eröffnen<br />
den Chat. Hier Nummer eins:
</p>
<p>
<b>ra: </b>Stimmt es, dass immer mehr Rechtsanwälte<br />
sich auf Abmahnungen spezialisieren, weil man damit Geld schneiden<br />
kann und stimmt es, dass das meist eher unterbefähigte Rechtsanwälte<br />
&#8211; aus Not &#8211; machen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Na, das ist eine Einstiegsfrage. Ich kann in<br />
jedem Fall bestätigen, dass es eine starke öffentliche<br />
Aufmerksamkeit gibt. Sich „auf Abmahnungen zu spezialisieren&quot;<br />
ist im Übrigen nicht so leicht, weil ich die Materien Wettbewerbs-<br />
und Urheberrecht für sehr kompliziert halte &#8211; das gilt vor<br />
allem im prozessualen Bereich. Ob es besonders viele „unterbefähigte&quot;<br />
Anwälte gibt, mag ich nicht beurteilen. Das würde ich<br />
nicht am Rechtsgebiet festmachen. Übrigens: So lukrativ und<br />
einfach wie einige Mandate zum Beispiel im Arbeits- oder Scheidungsrecht<br />
ist dieses Gebiet nicht unbedingt. Ich will auch nicht verheimlichen,<br />
dass Abmahnungen auch eine Geldquelle für kämpferische<br />
Anwälte auf Seiten des Abgemahnten sein können, die ihre<br />
Mandanten oft in aussichtslose Prozesse schicken, weil sie sie in<br />
dem leider weit verbreiteten Glauben bestärken, dass eine „Abmahnung&quot;<br />
an sich schon eine Form von Betrug sei.
</p>
<p>
<b>hoschi:</b> Was halten Sie von dem Vorschlag der Justizministerin<br />
Zypries, dass Abmahnungen nur noch mit 50 Euro zu Buche schlagen<br />
sollen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Nicht sonderlich viel: Der<br />
Vorschlag kehrt das Schadensrecht um, weil es (in dem eng umgrenzten<br />
Bereich) dem Rechtsinhaber die kompetente Rechtsverfolgung durch<br />
einen Anwalt erschwert, obwohl es sich nach unserem Recht fast immer<br />
um Straftaten handelt. Wenn schon, dann sollte man konsequent sein<br />
und das Urheberrecht, beziehungsweise das Kostenerstattungsrecht,<br />
abschaffen. Es wäre dann auch nicht mehr gerechtfertigt, Anwaltsgebühren<br />
für berechtigte Zahlungsansprüche beim Gegner einzufordern.<br />
Meine Auffassung ist, dass ein solches System dann auch für<br />
alle Rechtsgebiete gelten muss.
</p>
<p>
<b>Smiers: </b>Manchmal hat man den Eindruck, dass Abmahnungen<br />
als Werk des Teufels angesehen werden. Argumente wie „Damit<br />
werden ja nur kleine Unternehmen bestraft&quot; oder „Das<br />
ist nur Umsatzmache von Anwälten, die Abmahnungen um ihrer<br />
selbst Willen versenden&quot; hört man zuweilen. Halten Sie<br />
Abmahnungen für ein legitimes Instrument in unserem juristischen<br />
System? Erfüllt sie überhaupt irgendwelche Aufgaben?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Rechtsgeschichtlich wurde das Instrument zur<br />
Vermeidung von Prozessen konzipiert. Man muss sich klarmachen, dass<br />
dies nach wie vor gilt: Eine Abmahnung ist nichts anderes als die<br />
Aufforderung „Lass es sein&quot;. Sie entlastet den Steuerzahler.
</p>
<p>
<b>hmpf:</b> Wie kann man es denn rechtfertigen, 6000<br />
Euro für das Foto eines einfachen Brötchens zu verlangen<br />
(Stichwort Marions Kochbuch)?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies verlangt<br />
wird. Richtig ist, dass der Streitwert des Unterlassungsanspruchs<br />
meist über 6000 Euro beträgt. Diesen Betrag muss aber<br />
niemand zahlen, er ist Grundlage für die Berechnung von Anwalts-<br />
und Gerichtsgebühren.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Der Betrag, den der Beklagte zu zahlen hat, liegt also<br />
darunter?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Oh ja: Bei einem Streitwert von 6.000 Euro beträgt<br />
die Anwaltsgebühr etwa 450 Euro, was natürlich auch viel<br />
Geld ist.
</p>
<p>
<b>Kelko:</b> Was kann ich denn tun, wenn ich eine Abmahnung<br />
erhalten habe?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Zum Anwalt gehen&#8230;Aber das meinten Sie wahrscheinlich<br />
nicht. Zu prüfen ist jedenfalls die Berechtigung der Abmahnung<br />
und die Höhe des Gegenstandswertes.
</p>
<p>
<b>abcde: </b>Was passiert mir im Falle, wenn ich gar<br />
nicht auf eine Abmahnung reagiere?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> War die Abmahnung unberechtigt wahrscheinlich<br />
nichts. War sie berechtigt, bekommen Sie wahrscheinlich einige Zeit<br />
später eine einstweilige Verfügung durch einen Gerichtsvollzieher<br />
zugestellt.
</p>
<p>
<b>tobias:</b> Kann ich auch für Inhalte abgemahnt<br />
werden, die ich auf fremden Seiten veröffentliche? Zum Beispiel<br />
in Kommentaren? Oder trifft das immer den Verantwortlichen der Seite?<br />
Inwiefern kann man ihn dann haftbar machen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Als Urheber eines rechtswidrigen Kommentars<br />
sind Sie immer verantwortlich, auch wenn Sie ihn auf fremde Seiten<br />
stellen. Der Betreiber kann als „Störer&quot; haften.
</p>
<p>
<b>nataku:</b> Wann kann denn eine Abmahnung als berechtigt<br />
gelten und wann nicht?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Für die Beantwortung dieser Frage brauchen<br />
Sie wahrscheinlich den Anwalt. Zum Beispiel könnte jemand,<br />
der gar keine Rechte an einem urheberrechtlich geschützten<br />
Werk hat, auch keinen Unterlassungsanspruch geltend machen.
</p>
<p>
<b>abcde: </b>Kommt der Gerichtsvollzieher persönlich<br />
bei einer einstweiligen Verfügung? Was passiert/heißt<br />
das dann für mich?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Der Gerichtsvollzieher kann sich auch einen<br />
Postbeamten als Helfer nehmen, der den Beschluss in Ihren Briefkasten<br />
legt und damit wirksam zustellt. Für Sie bedeutet das, dass<br />
Sie sich ab dem Zeitpunkt der Zustellung an die Verfügung,<br />
beziehungsweise das Verbot, halten müssen, sonst riskieren<br />
Sie ein Ordnungsgeld.
</p>
<p>
<b>Smiers:</b> Bei Abmahnungen geht es häufig um<br />
Bildmaterial. Sollten die Ersteller dieser Bilder nicht ein Interesse<br />
daran haben, dass ihr Material verbreitet wird, beispielsweise wenn<br />
es sich um Stars handelt? Linux wird ja auch immer beliebter, das<br />
zeigt ja, dass Informationsfreiheit auch dem Produkt hilft.
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Die Politik der Berechtigten ist oft sehr verschieden.<br />
Ein Hersteller eines Artikels wird sich wahrscheinlich freuen, wenn<br />
die Produktbilder verbreitet werden. Er kann seine Meinung aber<br />
auch von einem Tag auf den anderen ändern und die Verbreitung<br />
verbieten lassen. Daher sollte man sich bei der Übernahme von<br />
Bildern nie darauf verlassen, dass es „schon niemanden stören&quot;<br />
wird, solange man nichts schriftlich hat.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Noch mal ganz allgemein zur Veröffentlichung von<br />
Fotos:
</p>
<p>
<b>Halloween:</b> Welche Fotos darf ich denn auf meinem<br />
Blog veröffentlichen, welche nicht?
</p>
<p>
<b>Norbert: </b>Darf ich Fotos von Freunden und Bekannten<br />
veröffentlichen? Was muss ich dabei beachten?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Grundsätzlich darf ich nur „Lichtbilder&quot;<br />
(so nennt es das Gesetz) veröffentlichen, an denen ich das<br />
Recht zur Veröffentlichung besitze. Kommt es zum Streit, trifft<br />
die Beweislast dafür, dass die Verwendung berechtigt erfolgte,<br />
immer den Verbreiter.
</p>
<p>
<b>katzeshakira:</b> Ist es legal, beim Verkauf von Markenwaren<br />
bei Internetkaufhäusern die Bilder der Hersteller zu nutzen?<br />
Macht es einen Unterschied, ob das Neu- oder Gebrauchtware ist?<br />
Mir ist aufgefallen, dass das bei Ebay häufig so gemacht wird,<br />
und ich ärger mich dann immer, dass ich mühselig meine<br />
Bildchen knipse und hochlade.
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Die Abbildung eines Produktes könnte dann<br />
illegal sein, wenn es sich bei dem Produkt selbst um ein geschütztes<br />
„Werk&quot; handelt. Das müsste man im Einzelfall prüfen.<br />
Jedenfalls sind Ihre Knipsbildchen ebenfalls automatisch geschützt<br />
und niemand darf sie „klauen&quot;.
</p>
<p>
<b>hanno: </b>Reicht es denn, wenn ich mir mündlich<br />
zusichern lasse, dass ich ein Foto veröffentlichen darf, oder<br />
muss ich da was Schriftliches haben?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Stellen Sie sich vor, Sie sitzen vor einem Richter<br />
und erzählen ihm, dass Ihr Bekannter Ihnen die Verwendung seines<br />
Fotos mündlich erlaubt hat. Er bestreitet das. Dann haben Sie<br />
Pech gehabt.
</p>
<p>
<b>teichtier: </b>Wie sieht es denn mit der Verlinkung<br />
von YouTube-Videos aus, also keine selbst gedrehten Filme, sondern<br />
Musikvideos und ähnliches? Verstößt das nicht auch<br />
gegen das Urheberrecht?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Ich halte es jedenfalls für sehr bedenklich,<br />
auf eigenen Seiten YouTube-Fenster einzubauen, die auf urheberrechtlich<br />
geschütztes Material verweisen. Sofern ich mir nicht sicher<br />
bin, dass das Video geschützt ist, sollte ich es (auch nicht<br />
über bebilderte Links) zugänglich machen.
</p>
<p>
<b>Smiers:</b> Werden (auch unberechtigte) Abmahnungen<br />
nicht auch von Unternehmen genutzt, um ihren Wettbewerbern zu schaden?<br />
Gerade wenn große Unternehmen kleine abmahnen, können<br />
sie so die Kosten ihrer Konkurrenten in die Höhe treiben, denn<br />
zumindest befassen muss man sich ja mit der Abmahnung. Kann man<br />
da als kleines Unternehmen etwas gegen machen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Es ist korrekt, dass das Wettbewerbsrecht ein<br />
wenig nach dem Prinzip „Die Großen fressen die Kleinen&quot;<br />
funktioniert und die Unternehmen mit gefüllter Kriegskasse<br />
ordentlich zulangen. Man muss aber auch bedenken, dass große<br />
Unternehmen oft die Innovationsträger sind. Außerdem<br />
bietet das Gesetz in bestimmten Fällen die Möglichkeit<br />
an, Streitwerte mit Rücksicht auf den Angegriffenen zu senken.<br />
Grundsätzlich ist aber beim Streitwert das Interesse des „Großen&quot;<br />
zu berücksichtigen, so dass es zum Beispiel bei großen<br />
Markenrechtsinhabern zu horrenden Streitwerten kommt. Das ist letztlich<br />
eine politische Frage.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zum Thema Streitwert:
</p>
<p>
<b>Alter Hasse:</b> Ist es richtig, dass durch die Abgabe<br />
einer modifizierten Unterlassungserklärung mit mit dem Zusatz<br />
„ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, aber rechtsverbindlich“<br />
und ohne Übernahme irgendwelcher Kosten der Streitwert stark<br />
gesenkt werden kann, da es nicht mehr um die Urheberrechtsfrage<br />
sondern nur noch um die Rechtmäßigkeit der Abmahnung<br />
und deren Gebühren geht? Würde dann in so einem Fall immer<br />
noch der fliegende Gerichtsstand gelten, oder müsste die Abmahnerseite<br />
ihre Forderungen am Wohnsitz des Beklagten einklagen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Das ist so nicht korrekt. Eine solche Unterlassungserklärung<br />
würde die Wiederholungsgefahr und damit die Möglichkeit<br />
eines Eilverfahrens beseitigen, aber nichts am Gegenstands- bzw.<br />
Streitwert „der Abmahnung&quot; ändern. Das Gericht wird<br />
in einer Gebührenklage dann prüfen, welcher Gegenstandswert<br />
gerechtfertigt war. Für die Gebührenklage gilt (im Internet)<br />
der „fliegende Gerichtsstand&quot;.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Mal ein Schwenk zum Thema Urheberrechtsreform:
</p>
<p>
<b>castrop:</b> Was ändert sich mit der Urheberrechtsreform<br />
für den Verbraucher? Darf ich noch Privatkopien ziehen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Dieser Grundsatz soll mit dem bevorstehenden<br />
„Zweiten Korb&quot; der Reform nicht angetastet werden, wird<br />
er aber doch. Denn das Gesetz erlaubt keine Umgehung von „wirksamen&quot;<br />
Kopierschutzmaßnahmen. Was das ist, wissen die Juristen wohl<br />
selbst noch nicht so genau.
</p>
<p>
<b>CC: </b>Ist das Urheberrecht &#8211; auch in seiner überarbeiteten<br />
Form &#8211; nicht hoffnungslos veraltet? Das Internet ist ein freies<br />
Medium, was spricht dagegen, auch alle Inhalte frei nutzbar zu machen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Da sind wir schon wieder bei der Politik. Alle<br />
gesetzgeberischen Maßnahmen (von der 50-Euro-Klausel mal abgesehen)<br />
und politischen Absichtserklärung („G8&quot;) deuten<br />
in die entgegengesetzte Richtung. Natürlich besteht vor allem<br />
unter den privaten Web 2.0 Nutzern das Wunschdenken nach einer gleichsam<br />
kommunistischen Internetordnung, wo alles für alle frei verfügbar<br />
ist. Mir hat aber noch keiner erklärt, wer die Inhalte, die<br />
kreativ geschaffen werden, bezahlen soll.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Eine Nachfrage zu einem rechtlichen Begriff:
</p>
<p>
<b>hanno:</b> Was versteht man denn unter einem „fliegenden<br />
Gerichtsstand?&quot;
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb und<br />
die Zivilprozessordnung definieren den Gerichtsstand dort, wo eine<br />
unerlaubte (Wettbewerbs-) Handlung begangen wurde. Im Internet wird<br />
die Handlung regelmäßig in ganz Deutschland begangen.<br />
Der Anspruchssteller oder Kläger kann sich also sein Gericht<br />
aussuchen und zum Beispiel von Köln nach Hamburg „fliegen&quot;,<br />
was manchmal taktische Vorteile bietet.
</p>
<p>
<b>muh:</b> „Keine Umgehung von „wirksamen&quot;<br />
Kopierschutzmaßnahmen&quot;&#8230;In Finnland gab es ein Urteil,<br />
dass die DVD-Verschlüsselung (DeCSS) nicht mehr wirksam ist,<br />
da sie jedes Programm umgehen kann. Ist dann in Deutschland diese<br />
Kopierschutzmaßnahmen noch gültig?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Ganz ehrlich: Keine Ahnung.
</p>
<p>
<b>Smiers:</b> Nur wenn ein Urheber die „Früchte&quot;<br />
seiner Arbeit genießen kann, besteht ein Anreiz, Urheber zu<br />
sein &#8211; sollte das Urheberrecht nicht aus diesem Grund noch strikter<br />
sein?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Das ist der Gegenpol zu dem oben skizzierten<br />
Wunsch nach freier Verfügbarkeit geistigen Eigentums. Ich denke,<br />
irgendwo muss ein Ausgleich geschaffen werden. Das Urheberrecht<br />
ist bei uns bereits sehr strikt und urheberfreundlich. Ich halte<br />
es deshalb für wichtig, dass ein Bewusstsein für „virtuelles&quot;<br />
Eigentum entsteht. Da ist die Welt aber komplett gespalten.
</p>
<p>
<b>anonym: </b>Ich finde raus, dass ein Leser meines<br />
Blogs Teile meiner Einträge übernimmt, ohne dabei eine<br />
Quelle anzugeben. Was kann ich tun?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Wenn die Beiträge in Ihrem Blog eine gewisse<br />
„Schöpfungshöhe&quot;, also Kreativität erkennen<br />
lassen, wird man davon ausgehen können, dass Ihre Einträge<br />
ohne besonderen Hinweis urheberrechtlich geschützt sind. Dann<br />
haben Sie in jedem Fall den Anspruch auf die Angabe der Quelle.<br />
Ihre Ansprüche gehen aber noch weit darüber hinaus: Sie<br />
könnten dem Content-Dieb die Benutzung untersagen lassen. Das<br />
Mittel der Wahl wäre dann die Abmahnung, ob mit oder ohne Anwalt.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Eine englische Frage. Für die deutschen Nutzer:<br />
Wie sieht es mit Copyright und Photoshop aus? Verliert ein Fotograf<br />
die Rechte an seinem Bild, wenn ein Designer dieses Foto für<br />
künstlerische Zwecke verwendet (und verfremdet)?
</p>
<p>
<b>Steven: </b>Hello David. (Sorry in English) How about<br />
copyrights and photoshopping? Does a photographer lose its rights,<br />
when a designer uses its photo for art purposes?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Only if he creates a whole new artwork. It&#8217;s<br />
not enough to just &quot;use&quot; a picture that doesn&#8217;t belong<br />
to you. Ähem, so is my English. [Übersetzung:Nur wenn<br />
er ein neues Kunstprodukt erschafft. Es reicht nicht aus, nur ein<br />
Bild zu „benutzen“, dass dir nicht gehört.]
</p>
<p>
<b>tobias:</b> Wie ausführlich muss das Impressum<br />
auf meinem Blog sein?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Das ist durch das Telemediengesetz in Paragraph<br />
§5 vorgegeben, der eine ganze Reihe von Voraussetzungen aufzählt.<br />
Der gilt allerdings nur für geschäftsmäßige,<br />
in der Regel entgeltliche Dienste. Ob das Blog dazu gehört,<br />
müsste man prüfen. Werbebanner könnten schon dafür<br />
sprechen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zurück zum Thema Abmahnungen:
</p>
<p>
<b>Carnia:</b> Die abmahnenden Anwälte behaupten<br />
ja immer, dass ihre Software fehlerfrei ist. Nun liest man aber<br />
immer wieder von Abmahnungen, die nicht stimmen können. Die<br />
Beschuldigten können es nach der langen Zeit, die zwischen<br />
Tat und Abmahnung liegen(Monate) nicht beweisen, dass sie nie was<br />
Unrechtes getan haben. Wie soll, beziehungsweise kann man sich dagegen<br />
wehren?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Frage<br />
verstanden habe, aber: Wenn der geschilderte Sachverhalt in einer<br />
Abmahnung frei erfunden ist, ist sie wahrscheinlich unberechtigt.<br />
Es gibt dann für den Betroffenen sogar die Möglichkeit,<br />
den Spieß umzudrehen und den Abmahner in ein Verfahren zu<br />
ziehen. Dort muss der Anspruchsteller beweisen, dass Sie als Abgemahnter<br />
irgendwann irgendwas falsch gemacht haben.
</p>
<p>
<b>abcde:</b> Muss man denn immer mit einem Gerichtsverfahren<br />
rechnen, wenn man die Abmahnung ignoriert?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Hadron:</b> Abmahnung als Geschäftsmodell: 50.000<br />
bis 70.000 Abmahnungen, aber genau null einstweilige Verfügungen<br />
und nicht einmal zehn Gerichtsverhandlungen. Macht da die 50 Euro-Deckelung<br />
nicht doch Sinn? Einfach um einen Missbrauch des Rechtsmittels Abmahnung<br />
zu verhindern?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Was hätte das zur Folge? Ich kenne Rechteinhaber,<br />
die freundliche E-Mails an die Verletzer geschrieben haben und dafür<br />
ausgelacht wurden. Kommt die 50-Euro-Regelung, wird es vielleicht<br />
mehr freundliche E-Mails, aber sicher auch mehr einstweilige Verfügungen<br />
geben, weil Abmahnungen von normalen Menschen (leider zu Unrecht)<br />
nicht so ernst genommen werden wie Abmahnungen von Anwälten.<br />
Zu dem „Geschäftsmodell&quot;: Jede Abmahnung birgt die<br />
Gefahr einer negativen Feststellungsklage und Haftungsrisiken für<br />
den Anwalt.
</p>
<p>
<b>hobbykellner: </b>Was halten Sie eigentlich von Bloggern,<br />
die sich gegen Abmahnungen wenden und öffentlich darüber<br />
schreiben, zum Beispiel auf dem <a href="http://abmahnung.blogger.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
Abmahnblog</a>?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Die Meinungsfreiheit ist grundgesetzlich garantiert<br />
und ich freue mich immer über Diskussionen zu dem Thema. Auch<br />
ist es manchmal sinnvoll, wenn so genannte „Abmahn-Opfer&quot;<br />
sich austauschen. Man sollte nur nicht vorschnell dazu neigen, gleich<br />
jede Abmahnung in die öffentliche Diskussion zu zerren. War<br />
die Abmahnung nämlich berechtigt, wird man sich Einigungsmöglichkeiten<br />
verbauen. Wer es darauf ankommen lassen will, braucht viel Zeit<br />
und Geld.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Uns haben auch einige allgemeinere Fragen zum Internetrecht<br />
erreicht:
</p>
<p>
<b>snob:</b> Kann ich die Grafik von Google-Maps als<br />
„Kamerafahrt&quot; in einen gewerblichen Werbetrailer (Video)<br />
einbauen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Erst kürzlich hat das Landgericht München<br />
entschieden, dass solche Karten urheberrechtsfähig sind. Kann<br />
sein, dass es Google nicht juckt, wenn Sie so etwas tun. Kann aber<br />
auch nicht sein &#8211; und dann wird es wieder teuer.
</p>
<p>
<b>hobbykellner: </b>Was kann mir denn passieren, wenn<br />
ich nicht meinen vollen Namen im Impressum angeben &#8211; oder erst gar<br />
keines anlege?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Wenn Sie ein Anbieter sind,<br />
der unter das Telemediengesetz (siehe oben) fällt, drohen Ihnen<br />
Bußgelder. Aber auch Wettbewerber oder zum Beispiel die Verbraucherzentralen<br />
könnten sich daran stören und Sie &#8211; was sonst &#8211; abmahnen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Anmerkung zur nächsten Frage: Doppelter Opt-In<br />
bedeutet, dass man die Anmeldung zu einem E-Mail-Newsletter oder<br />
einem ähnlichen Dienst bestätigen muss, in dem man eine<br />
Mail mit einem Aktivierungslink erhält.
</p>
<p>
<b>newsletter:</b> Seitdem unser Newsletter vor Jahren<br />
auf Double-Opt-In umgestellt wurde, sind die Wachstumsraten auf<br />
ein eher enttäuschendes Maß zurückgegangen. Wie<br />
streng muss man sich heutzutage an Double-Opt-In im Medien-Newsletter-Bereich<br />
halten? (Wir versenden keine gewerblichen Sachen)
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Das Double-Opt-In ist die sicherste Möglichkeit,<br />
sich vor Angriffen von Wettbewerbern oder Privaten wegen unerbetener<br />
Werbung zu schützen. Wenn Sie es nicht einsetzen, können<br />
Sie ohne Verifikation des Abonnenten nie sicher sein, ob nicht Dritte<br />
Ihren Dienst manipulieren.
</p>
<p>
<b>katzeshakira:</b> Wie ist <a href="http://de.wikisource.org/wiki/Hauptseite" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WiKisource</a><br />
zu betrachten; darf man diese Quellen bedenkenlos in eigenen Blogs<br />
oder auf eigenen Seiten zitieren?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Auch hier gilt: Sie können gerne jeder<br />
„offenen Lizenz&quot; im Netz trauen. Wenn sich aber irgendwann<br />
ein Rechteinhaber meldet und sagt, dass er solche Lizenzen nie erteilt<br />
hat, stehen Sie im Regen. Sie können dann höchstens versuchen,<br />
sich bei Wikisource schadlos zu halten. Ich würde keiner Lizenz<br />
trauen, solange ich die Kette bis zum Urheber nicht kenne.
</p>
<p>
<b>moko: </b>Noch eine Frage zu den Abmahnungen wegen<br />
Urheberrechtsverletzung. Ist nach Zahlung und Abgabe der Unterlassungserklärung<br />
weiteres zu erwarten ? Beides fristgerecht erfolgt.
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Nur dann, wenn Sie sich nicht an diese Erklärung<br />
halten und denselben Verstoß erneut begehen. Dann müssen<br />
Sie an den Abmahnenden eine hohe Vertragsstrafe zahlen.
</p>
<p>
<b>Smiers: </b>Darf man in seinem Online-Shop die Preise<br />
von Wettbewerbern nennen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Die Frage ist mir etwas zu<br />
pauschal. Vielleicht sagt Ihnen das Stichwort „Baumarktkrieg&quot;<br />
(„20 Prozent auf alles, gehen Sie nicht zur Konkurrenz“<br />
et cetera&#8230;) etwas. Eine vergleichende Werbung ist grundsätzlich<br />
zulässig, muss aber nachvollziehbar sein und darf den Wettbewerber<br />
nicht verunglimpfen. Die Nennung eines ganz bestimmten Wettbewerbers<br />
bei Preisvergleichen halte ich für bedenklich.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Und zum Schluss noch eine Frage zum<br />
<a href="http://www.lampmann-behn.de/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kanzlei-Blog</a>:
</p>
<p>
<b>d_sauer: </b>Wie ist Ihre Anwaltskanzlei eigentlich<br />
auf die Idee gekommen, ein Blog zu starten? Wie wird das von Ihren<br />
Klienten aufgenommen?
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Wir wollten auch ins Web 2.0. Im Ernst: Ich<br />
schreibe gerne, bin manchmal Journalist und will mich mitteilen.<br />
Wie andere Blogger auch. Viel Feedback von eigenen Mandanten bekommen<br />
wir nicht. Es sind eher „externe&quot; Leser. Aber manchmal<br />
ergibt sich natürlich ein Mandat.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Das waren schon wieder 60 Minuten<br />
Blogsprechstunde. Danke an alle für die vielen Fragen und danke<br />
natürlich an Herrn Ziegelmayer für die Antworten. Am nächsten<br />
Dienstag gibt es an dieser Stelle Tipps für Blog-Neulinge von<br />
Thomas Praus, der unter anderem bei <a href="http://www.stylewalker.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">stylewalker.net</a><br />
und dem <a href="http://www.meinungsmacherblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">meinungsmacherblog</a><br />
bloggt: 17. Juli von 16.00 bis 17.00 Uhr. Das letzte Wort für<br />
heute hat David Ziegelmayer
</p>
<p>
<b>David Ziegelmayer:</b> Danke für die Einladung.<br />
Meine Finger kommen jetzt in warmes Wasser.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Was es bedeutet, nicht verlinken zu dürfen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/rechtsextremismus-im-netz/extremismusnichtverlinken101-shtml-3088/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[afreude]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtsextremismus im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Strafrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
		<category><![CDATA[Netzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Amtsgericht Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Haftung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verlinkung]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnung]]></category>
		<category><![CDATA[Hyperlink]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Amtsgericht Stuttgart hat in einem nicht rechtskräftigen Urteil den Autor dieser Zeilen zu einer Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen verurteilt. Er hatte sich auf zwei Webseiten kritisch mit den Sperrverfügungen der Bezirksregierung Düsseldorf auseinandergesetzt und Links zu den zu sperrenden rechtsextremistischen Web-Seiten gesetzt hat. Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den Hintergründen und den möglichen Folgen, sollte das Urteil in der nächsten Instanz bestand haben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Das Amtsgericht Stuttgart hat in einem nicht rechtskräftigen Urteil den Autor dieser Zeilen zu einer Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen verurteilt. Er hatte sich auf zwei Webseiten kritisch mit den Sperrverfügungen der Bezirksregierung Düsseldorf auseinandergesetzt und Links zu den zu sperrenden rechtsextremistischen Web-Seiten gesetzt hat. Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den Hintergründen und den möglichen Folgen, sollte das Urteil in der nächsten Instanz bestand haben.</p>
<p><!--break--></p>
<p class="normal">Das<br />
                          <a href="http://www.w3.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">World Wide Web Consortium</a> (W3C) &#8211; quasi das Normungsinstitut des Web &#8211; hat Ende 2003 die Technical Architecture Group ins Leben gerufen. Dieses Gremium soll für Konsens bei generellen Fragen zur Web-Architektur sorgen. Die Technical Architecture Group ist der<br />
                          <a href="http://www.w3.org/2001/tag/doc/deeplinking.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ansicht</a>, dass der Versuch, den Gebrauch von Internet-Adressen zu limitieren und Links strafrechtlich zu verfolgen, ungeeignet ist und auf einem Mißverständnis der Web-Architektur beruht. Das Amtsgericht Stuttgart ist nicht dieser Ansicht. Es sieht Links nicht als in erster Linie neutrale Verweise, sondern als Verbreitung und Zugänglichmachung der verlinkten Inhalte sowie all ihrer Unterseiten an. Demnach sind Links auf Seiten mit strafbaren Inhalten selbst strafbar, sofern nicht eine der im Strafrecht vorgesehenen Ausnahmen zutrifft.</p>
<p>Zum Zwecke der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Berichterstattung über das Zeitgeschehen, im Rahmen von Kunst und Kultur ist beispielsweise die Abbildung verfassungsfeindlicher Symbole nicht strafbar. Ohne diese Ausnahmen könnte, um ein populäres Beispiel zu nennen, keine Zeitung ein Bild des als Nazi verkleideten englischen Prinzen abbilden. Diese Priviligierung greift nach Ansicht des Gerichts im Stuttgarter Fall jedoch nicht. Der Bericht über die<br />
                          <a href="http://odem.org/zensur/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">alte Version</a> der<br />
                          <a href="http://odem.org/informationsfreiheit/o-ton--wieviel-und-was.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sperrverfügungen Bezirksregierung Düsseldorf</a> sei keine Berichterstattung über das Zeitgeschehen. Und das Angebot von<br />
                          <a href="http://w2p.odem.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">FreedomFone</a>, sich beliebige Internet-Inhalte inklusive der Teilnahme an Tauschbörsen am Telefon vorlesen zu lassen sei &#8220;keine Kunst und somit keine Satire&#8221;.</p>
<p>Nach Ansicht des Gerichts, dass sich auch in der<br />
                          <a href="http://odem.org/linkverfahren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schriftlichen Urteilsbegründung</a> im Wesentlichen mit den Inhalten auf Unterseiten der verlinkten Websites und nicht mit der Tat-Website befasste, sei dies nur eine vorgeschobene Begründung für das eigentliche Ziel einer Errichtung eines &#8220;zensurfreien Internets&#8221;. In einem ähnlichen Fall ermittelte bereits 2000 die Staatsanwaltschaft Berlin gegen den Journalisten Burkhard Schröder: Er verlinkt auf seinem<br />
                          <a href="http://www.burks.de/nazis.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Informationsportal Rechtsextremismus &amp; Antisemitismus</a> sowohl antifaschistische als auch rechtsradikale Internet-Seiten. Nach einer Untersuchung stellte die Staatsanwaltschaft Berlin das Verfahren 2001 ein: eine strafbare Handlung konnte nicht festgestellt werden.</p>
<h5>Bedeutung und Folgen</h5>
<p>Sollte das Stuttgarter Urteil in der nächsten Instanz Bestand haben, drohen weit reichende Folgen für das Internet. Ein Linkverbot hätte zwangsläufig zur Folge, dass über betreffende Internet-Seiten nicht diskutiert werden kann. So wäre auch die bloße Nennung einer einschlägigen Adresse in einem Online-Diskussionsforum strafbar. Dennoch wären diese Seiten nicht verschwunden, sie würden lediglich aus dem öffentlichen Bewußtsein ausgeblendet. Gerade der (Wieder-)Einzug rechtsextremistischer Parteien in die Landtage von Brandenburg und Sachsen zeigt, dass das Ignorieren von gefährlichen gesellschaftlichen und politischen Themen wesentlich riskanter ist als die öffentliche Auseinandersetzung damit. Für das Internet gilt das nicht weniger. Ohne das Nennen von Links, also ohne Quellenangabe, ist eine sinnvolle Auseinandersetzung mit einschlägigen Inhalten nur schwer möglich.Der Nutzen eines generellen Linkverbots im Kampf gegen Rechtsextremismus ist zweifelhaft.</p>
<h5>Ausblick</h5>
<p>Der Gesetzgeber hat sich bisher nicht darum bemüht, eine klare Regelung zur Linkhaftung zu schaffen und dies lieber den Gerichten überlassen. Die Bundesregierung äußerte sich im Gesetzgebungsverfahren dahingehend, dass man &#8220;im Hinblick auf die Komplexität&#8221; davon abgesehen habe, &#8220;Regelungen für Hyperlinks&#8221; aufzunehmen. Nur zeigt sich immer wieder, dass auch die Gerichte mit dieser Komplexität überfordert sind. Dies hat in vielen Bereichen für Unsicherheit und zu Abmahnwellen geführt. So ist es für viele private Homepage-Betreiber oft finanziell nicht möglich, sich gegen entsprechende Abmahnungen zu wehren, auch wenn die Erfolgsaussichten hoch sind. Es wäre daher zu begrüßen, wenn die aktuell anstehende Novellierung der relevanten Gesetze dazu genutzt würde, eine Netzfreundliche und eindeutige Regelung für Links zu finden. Wer auf fremde Dokumente verweist, sollte für die dortigen fremden Inhalte nicht zur Verantwortung gezogen werden, sofern er sich diese nicht explizit zu eigen macht.</p>
<h5>Links sind neutrale Literaturhinweise</h5>
<p>Oder anders gesagt: Ein Link ist nichts weiter als ein Literaturhinweis und ist an sich erst einmal neutral. Erst durch den Kontext, in den er eingebettet ist, kann eine Wertung der verlinkten Seite zustande kommen. In letzter Zeit hat sich das Internet wieder von der alleinigen kommerziellen Wahrnehmung emanzipiert: Blogs, Wikis, Filesharing, Diskussionsforen und vieles mehr bieten ein Netz, das den Vorstellungen der Brecht&#8217;schen Radiotheorie wieder näher kommt. Jeder kann sowohl Rezipient als auch, wenn er möchte, Publizist sein. Dass die eine oder andere Interessengruppe Angst vor der wiedererstarkten Nutzerautonomie hat, ist nachvollziehbar. Dies darf aber nicht dazu führen, dass das Internet zu einem zweiten Fernseher und damit zu einem Einweg-Kanal für die Distribution von Medieninhalten wird. Die Kriminalisierung von Links erzeugt Angst, Mißtrauen und Zweifel unter den Nutzern. Sie führt dazu, dass das zarte Pflänzchen der Informationsgesellschaft Schaden nimmt. Auf<br />
                          <a href="http://odem.org/linkverfahren/">odem.org</a> sind Informationen zum Verfahren, die Anklageschrift, das Urteil und weitere Materialien zu finden. </p>
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		<item>
		<title>Strike for your right!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/strike_for_your_right-686/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Demonstration]]></category>
		<category><![CDATA[Student]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Website]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnung]]></category>
		<category><![CDATA[Hyperlink]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[MerzAkademie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Abmahnungen gegen Seiten, die mit Links auf andere verweisen, mehren sich. Das ist gegen die guten Sitten
des Netzes, fanden einige Studenten der MerzAkademie und übertrugen klassisch-demokratische
Protestformen ins Internet. Herausgekommen ist dabei unter anderem die Online-Demonstration.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Die Abmahnungen gegen Seiten, die mit Links auf andere verweisen, mehren sich. Das ist gegen die guten Sitten<br />
des Netzes, fanden einige Studenten der MerzAkademie und übertrugen klassisch-demokratische<br />
Protestformen ins Internet. Herausgekommen ist dabei unter anderem die Online-Demonstration.</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Es gibt sie, die Synthese aus politisiertem Hacker und computerisiertem Aktivisten. Die beiden Spezies haben<br />
sich zusammengetan, um die gute alte Demo-Tradition in zeitgemäßer Form fortzuführen. Zeitgemäß ist, dass<br />
die Demonstranten sich nicht mehr notwendigerweise die Füße plattstehen und ihre Sit-In-Vergangenheit mit<br />
Frostbeulen dokumentieren können, sondern die Blockaden im Internet ausüben.<br />
<a href="http://www.online-demonstration.org/">www.Online-demonstrationen.org</a> heißt die Seite,<br />
die den zivilen Ungehorsam im Netz entwickelt hat und koordiniert. Dahinter steckt ein Semesterprojekt der<br />
<a href="http://www.merz-akademie.de/">Stuttgarter MerzAkademie</a> zum Thema<br />
<a href="http://student.merz-akademie.de/alink/">&quot;Active Link&quot;</a>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Eine neu Form der demokratischen Artikulation im Netz? Alvar Freude, der das Projekt entwickelt hat, sieht<br />
die Online-Demonstration als demokratisches Mittel für internetspezifische Anliegen. So startete die Plattform<br />
am 29. Juni mit einem &quot;Sit-In&quot; auf den Seiten des Server des Justizministeriums. Ziel der Akademie-Veranstaltung<br />
war es, &quot;in Öffentlichkeit und Verwaltung Bewusstsein für die Funktion der Links zu schaffen, deren Nutzung<br />
im WWW derzeit durch Gerichtsentscheidungen, Unternehmensstrategien und administrative Überlegungen<br />
empfindlich beeinträchtigt wird.&quot; Ziel: Freedom for links!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Entgegen anderer Berichte handelt es sich bei den Online-Demonstrationen nicht um DOS-Attacken.<br />
Alvar Freude erklärt, wodurch sich die Demonstration von &quot;Denial of Service-Attacken&quot; unterscheidet:<br />
&quot;Die Unterschied liegt auf zwei Ebenen, der ideellen und der technischen.&quot; Die Demonstration findet zunächst<br />
einmal angekündigt statt, ist also öffentlich. Dazu kommt, das die Namen der Initiatoren und Teilnehmer bekannt<br />
sind. Es geht nicht darum, eine Seite anonym lahm zu legen, sondern durch den Protest auf ein konkretes<br />
Anliegen der User-Gemeinde aufmerksam zu machen. Für den Angegriffenen wird dieser Protest auch in Form<br />
von einer Art Plakat sichtbar, die, ähnlich wie bei klassischen Demonstrationen auf der Strasse, für die Betreiber<br />
der Seite sichtbar werden.<br />
Die Demonstrationen sind darüber hinaus nur ein Mittel der Plattform, Protest zu artikulieren.<br />
Ein weiteres wichtiges Instrument stellen die Online-Petitionen der Initiative dar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Technisch liegt der Unterschied -vereinfacht ausgedrückt &#8211; darin, dass bei DOS-Attacken eine unkontrollierte<br />
Menge Zugriffe von einer unkontrollierten, unbekannten Zahl an Rechnern erfolgt. Die Online-Demonstrationen<br />
verlaufen aber über eine bewusste und bekannte Teilnahme. Der potentielle Demonstrant wird über die<br />
stattfindende Aktion informiert und muss sich mit einem Namen anmelden.<br />
Anders als bei DOS-Attacken finden die Angriffe auch nicht auf niedrige Protokollebenen statt. Die niedrigen<br />
Protokollebenen sind nicht in der Lage, zu unterscheiden, ob der Verkehr, der auf sie trifft, sinnvoll ist, deshalb<br />
wehren sie ihn ab. Bei massenhaftem Beschuss sind diese niedrigen Protokolle so stark mit dem Abwehren der<br />
eintreffenden Anfragen beschäftigt, dass nichts mehr auf die höheren Protokollebenen durchdringt. In diesem Fall<br />
kann es zu einem Denial of Service kommen. Die Online-Demonstration spricht höhere Protokollebenen z.B.<br />
e-mail an, die &quot;intelligenter&quot; auf den Ansturm reagieren und gegebenenfalls Fehlermeldungen produzieren.<br />
Denial of Service kann bei diesem System so gut wie ausgeschlossen werden.<br />
Die Infrastruktur von User und Server, die bei DOS-Attacken &#8211; je nach Betriebssystem &#8211;  in Mitleidenschaft<br />
gezogen wird, nimmt bei den Online-Demonstrationen keinen Schaden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Demonstration auf dem Server des Justizministeriums lief beispielsweise für Außenstehende nahezu<br />
unbemerkt ab. Mit 150 Teilnehmern war sie zwar &#8211; für Internetverhältnisse &#8211;  recht gut besucht, die Zugriffe<br />
waren aber sehr langsam getaktet. Freude dazu: &quot;Mit einem Zugriff pro Minute pro User legt man keine Server<br />
lahm&quot;.<br />
Letztlich ging es auch gar nicht darum. Die Demonstration sollte ein symbolischer Akt sein.<br />
Kennzeichen der Demokratie schematisch ins Netz zu übertragen und dort mit Sinn und Leben zu füllen ist<br />
lautet das Anliegen der Studenten aus Stuttgart. &quot;Es gibt Situationen, da kann man eigentlich nicht außerhalb<br />
des Netzes protestieren&quot; meint Alvar Freude und nennt als Beispiel<br />
<a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/5768/1.html">die Etoy-Kampagne</a> gegen den<br />
Spielzeugvertreiber e-toys Anfang des Jahres: &quot;Wo hätte man denn gegen eine E-Commerce Firma<br />
sinnvoller protestieren können, als im Netz selbst?&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch die Freiheit der Links ist ein netzspezifisches Thema, dessen Problematik am besten im Netz selbst &quot;demonstriert&quot; wird.<br />
Leider ist die Politik noch nicht auf allen Ebenen so weit, den Online-Protest für voll zu nehmen. Deswegen<br />
verhandeln die Betreiber der Plattform der Merz Akademie auch ganz real mit dem Justizmininsterium.<br />
Schon alleine deshalb, um sich nach den Terrorismus-Vorwürfen klar vor Verdächtigungen zu schützen.<br />
&quot;Viele Leute haben überhaupt nicht verstanden, was wir eigentlich machen&quot; bedauert Freude, der sich &#8211;<br />
das Projekt schlug hohe emotionale Wellen &#8211; Bezeichnungen wie Stalin oder KluKluxKlan gefallen lassen musste.<br />
Falls jedoch das Ministerium den Unterschriftenlisten gegenüber taub bleiben sollte,<br />
wird es eine neue Demonstration gegen die Link-Abmahnungen geben. Die Taktung der Server-Angriffe, so deutet Freude an,<br />
kann intensiviert werden &#8230;<br />
</span></p>
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