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	<title>Adhocracy &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Adhocracy &#8211; politik-digital</title>
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		<title>„OffeneKommune.de“ gestartet: Die Beteiligungsplattform für kommunale Belange</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/offenekommune-de-gestartet-die-beteiligungsplattform-fuer-kommunale-belange-119988/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lena Kaiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Aug 2012 10:55:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Democracy e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[offeneKommune.de]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht erst seit Stuttgart21 ist mehr Bürgerbeteiligung an politischen Prozessen ein Thema. Nun steht mit OffeneKommune.de eine freie Internetplattform bereit, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/%e2%80%9eoffenekommune-de-gestartet-die-beteiligungsplattform-fuer-kommunale-belange/offenekommune_de/" rel="attachment wp-att-120081"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-120081" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/offenekommune_de.png" alt="" width="630" height="430" /></a>Nicht erst seit Stuttgart21 ist mehr Bürgerbeteiligung an politischen Prozessen ein Thema. Nun steht mit OffeneKommune.de eine freie Internetplattform bereit, auf der Bürger, Kommunen und Initiativen lokale und regionale Belange diskutieren können. Das Ziel der Macher ist es, einen Diskurs auf Augenhöhe zwischen kommunalpolitischen Akteuren und den Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen.</p>
<p>Ob zum Thema kommunale Energieversorgung, Radwege oder sauberes Grundwasser &#8211; jeder kann sich kostenlos auf <a href="https://offenekommune.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OffeneKommune.de</a> registrieren und sofort mitdiskutieren. Gleich darauf können Vorschläge angelegt und kommentiert werden. Die Diskussionen müssen dabei nicht notwendigerweise moderiert werden, die Nutzer verwalten die Inhalte selbst.</p>
<p>So soll der Austausch ohne äußeren Einfluss auf einer neutralen Plattform stattfinden. Im nächsten Schritt kann über einen Vorschlag abgestimmt und eine Entscheidung getroffen werden. Dabei besteht die Möglichkeit zum „Delegated Voting“. Das heißt, dass man seine Stimme auf eine andere Person, die sich besser in dem Themenbereich auskennt, übertragen und damit einen Experten für sich abstimmen lassen kann. Jedoch ist es – sollte man nicht einverstanden mit dem Abstimmungsverhalten des Deligierten sein &#8211; zu jedem Zeitpunkt möglich, die Stimmenübertragung rückgängig zu machen und eigenhändig abzustimmen.</p>
<p>Die Entwickler von OffeneKommune.de halten den Abstimmungsmechanismus jedoch nicht für die wichtigste Funktion der Plattform. „In erster Linie wollen wir den deliberativen Diskurs ermöglichen. Ob am Ende einer Diskussion eine Abstimmung stattfindet, ist nicht entscheidend“, erklärkt Simon Brodnicki vom gemeinnützigen Berliner Verein Liquid Democracy e.V., der OffeneKommune.de entwickelt und betreut.</p>
<h3>Eine offene Software für alle: ob für Kommunen oder den Bundestag</h3>
<p>OffeneKommune.de basiert auf der Open Source-Software <a href="https://adhocracy.de/">Adhocracy</a>, die bereits seit Anfang 2011 in der Enquete Kommission &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221; des Deutschen Bundestags zur <a href="https://enquetebeteiligung.de/">Einbindung des Bürgers</a> als „18. Sachverständigen“ erfolgreich genutzt wird.</p>
<p>Die Grundfunktionen von Adhocracy wurden für OffeneKommune.de an die Bedürfnisse der Kommunalpolitik angepasst. Alle Beiträge sind mit Geodaten versehen und werden automatisch dem Landkreis, den sie betreffen, zugeordnet. Das heißt, dass jeder Nutzer nicht nur seine Kommune per Kartenfunktion finden, sondern auch Vorschläge auf der Landkarte verorten kann. Damit können die Nutzer jederzeit nachvollziehen, wann und wo welche Diskussion geführt wird. Es ist auch möglich, das eigene Benutzerkonto auf OffeneKommune.de authentifizieren zu lassen. So können beispielsweise Mitglieder der Kommunalverwaltung, in ihrer Funktion für alle erkennbar und überprüfbar, oder Vereine die Beteiligungsplattform offiziell nutzen.</p>
<h3>Politische Beteiligung für jedermann</h3>
<p>“Wir möchten die Infrastruktur für einen niedrigschwelligen Zugang zur politischen Partizipation bereitstellen“, erläutert der Vorstandsvorsitzende von Liquid Democracy e.V. Daniel Reichert das Anliegen der Macher. Im Verein entwickeln vornehmlich Ehrenamtliche die Open Source-Software Adhocracy andauernd weiter. Unterstützt werden sie beim Projekt OffeneKommune.de vom Deutschen Städte-und Gemeindebund (<a href="http://www.dstgb.de/dstgb/Homepage/">DStGB</a>), dem Trägerverein von politik-digital.de, <a href="http://verein.politik-digital.de/projekte/offene-kommune/">pol-di.net e.V.</a>, und von der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit in der Bundesrepublik (<a href="http://www.ijab.de/">IJAB</a>), deren Ziel es ist, junge Menschen zur politischen Teilhabe zu ermuntern.</p>
<p>In Stuttgart hat über OffeneKommune.de bereits die Suche nach alternativen Bürgermeisterkandidaten begonnen. Einzelpersonen, Vereine und Behörden sind eingeladen, OffeneKommune.de zu nutzen und der bestehenden Infrastruktur mehr Leben einzuhauchen.</p>
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		<title>New Democracy: Online Beteiligungsplattform der FDP Bayern gestartet</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lena Kaiser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jul 2012 14:28:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[New Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern]]></category>
		<category><![CDATA[Jimmy Schulz]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Feedback]]></category>
		<category><![CDATA[Christopher Lauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Montag stellte der bayerische FDP-Landersverband eine parteiinterne Online-Beteiligunsplattform namens „New Democracy“ vor. Die FDP bezeichnet die Software als „Revolution [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/new-democracy-online-beteiligungsplattform-der-fdp-bayern-gestartet/fdp-schild/" rel="attachment wp-att-119557"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-119557" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fdp-schild.png" alt="Hier geht's zum New Democracy Portal der FDP" width="600" height="400" /></a>Am Montag stellte der bayerische FDP-Landersverband eine parteiinterne Online-Beteiligunsplattform namens „New Democracy“ vor. Die FDP bezeichnet die Software als „Revolution der politischen Online-Beteiligung“. Diese Ankündigung veranlasste Piraten &amp; Co., „New Democracy“ kritisch zu begutachten. Das Fazit ist ernüchternd.</p>
<p><a href="http://fdpbayern.newdemocracy.de/">New Democracy</a> wurde von der selbstständigen Unternehmerin <a href="https://twitter.com/mischmerz">Michaela Merz</a> für die FDP entwickelt. Sie ist die Generalsekretärin des Vereins <a href="http://www.liberalebasis.de/">„Liberale Basis e.V.“</a>. Auf der neuen Plattform können Anträge erarbeitet, diskutiert und zur Abstimmung gestellt werden. Die eigens an die Bedürfnisse der FDP angepasste Software wird der FDP kostenlos zur Verfügung gestellt.</p>
<p>Im Vergleich zu den seit Längerem etablierten und erprobten Beteiligungstools <a href="https://adhocracy.de/">Adhocracy</a> und <a href="http://liquidfeedback.org/">Liquid Feedback</a> zeichne sich New Democracy durch besondere Benutzerfreundlichkeit aus und sei auf auf parteiinterne Abläufe abgestimmt, verkündet der netzpolitische Sprecher der FDP <a href="http://jimmy-schulz.netactive.de/ein-neues-kapitel-der-beteiligung">Jimmy Schulz</a>, der das Tool in seinem Landesverband vorstellte. Insbesondere für nur gelegentliche Internetnutzer, die nicht so vertraut mit der Technik sind, sei New Democracy mit einer einfach gehaltenen Benutzeroberfläche bestens geeignet. Darüber hinaus sei die Funktion des „Delegated Voting“, also das Übertragen der eigenen Stimme auf einen selbst gewählten Nutzer, wie es bei Liquid Feedback ebenso wie bei Adhocracy möglich ist, nicht mit der Satzung der FDP vereinbar, erklärt Jimmy Schulz.</p>
<p>Derzeit können sich Parteimitglieder und Gäste auf der optisch im <a href="https://twitter.com/watchdog_berlin/status/228065216901025793">„1990er-Jahre Design“</a> gestalteten Website registrieren. Als Parteimitglied kann man Anträge erstellen, diese diskutieren und an Abstimmungen darüber teilnehmen. Gäste können mitlesen und ihre Ideen zu den Anträgen auf einer gesonderten Kommentarseite kommunizieren. Aktuell stehen acht Entwürfe zu bislang ausschließlich netzpolitischen Themen zur Diskussion, rund 100 Nutzer sind bislang auf New Democracy registriert.</p>
<h3>Die Bayern-FDP twittert: &#8220;Wir so: #newdemocracy. @Piratenpartei so: Is nich von uns, finden wir doof.&#8221;</h3>
<p>Politische Gegner der FDP wie der Pirat <a href="http://www.christopherlauer.de/2012/07/25/fdpw/">Christopher Lauer</a> monieren die Kinderkrankheiten und Konstruktionsfehler von New Democracy. Zum einen wird die Benutzeroberfläche kritisiert. Derzeit gibt es keine barrierefreie Version der Website, Maus-Rechtsklicks funktionieren nicht, die Anträge sind weder thematisch geordnet noch über eine Suchfunktion wiederauffindbar. Zum anderen wird bemängelt, dass New Democracy kein Open Source Projekt und eine bloße Abstimmungssoftware ist. Letzteres ist deshalb problematisch, weil Abstimmungen im Internet sehr leicht manipulierbar sind. Auf <a href="https://twitter.com/#!/search/realtime/%23NewDemocracy">Twitter</a> diskutieren Vertreter der verschiedenen netzpolitischen Lager leidenschaftlich weiter.</p>
<p>Jimmy Schulz und Michaela Merz haben bereits eine Reihe von Erweiterungen der Software angekündigt. In den kommenden Tagen wird unter anderem eine barrierefreie Version der Website veröffentlicht. Außerdem sollen Kreis-und Ortsverbände des bayerischen Landesverbands über den Einsatz von New Democracy nachdenken. Mittlerweile ist auch in FDP-Kreisen nicht mehr von der Revolution der politischen Online-Partizipation die Rede. Stattdessen wird bescheiden darauf hingewiesen, dass es sich bei New Democracy um eine <a href="http://jimmy-schulz.netactive.de/ein-neues-kapitel-der-beteiligung">projektbezogene Software</a> zur Erarbeitung des netzpolitischen Landtagswahlprogramms für 2013 handle. Dass man mit New Democracy die Hausfrau und Großmutter aus dem ländlichen Ortsverband zur politischen Teilhabe im Internet ermuntern kann, behauptet inzwischen niemand mehr.</p>
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		<title>SPD Zukunftsdialog: Zwischen Ganztagsschulen und Linksverkehr</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/spd-zukunftsdialog-zwischen-ganztagsschulen-und-linksverkehr-116058/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hendrik Behnisch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 May 2012 11:22:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerdialog]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Democracy e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunftsdialog]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Sozialdemokraten geben sich visionär. Mit einem Zukunftsdialog rufen die Genossen seit Februar 2012 interessierte Bürgerinnen und Bürger dazu auf, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/spd-zukunftsdialog-zwischen-ganztagsschulen-und-linksverkehr/frank-walter-steinmeier-cropped-3/" rel="attachment wp-att-116143"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-116143" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/frank-walter-steinmeier-cropped2.jpg" alt="" width="599" height="375" /></a><br />
Die Sozialdemokraten geben sich visionär. Mit einem Zukunftsdialog rufen die Genossen seit Februar 2012 interessierte Bürgerinnen und Bürger dazu auf, im großen Stil über die Zukunft unseres Landes zu diskutieren.</p>
<p>Auf der <a href="https://zukunftsdialog.spdfraktion.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a> des Zukunftsdialogs kommt dabei die von Liquid Democracy e.V. entwickelte Beteiligungs-Software „adhocracy“ zur Anwendung. Diese ermöglicht es jedem Interessierten, an der politischen Diskussion teilzunehmen – im Bewusstsein, dass die SPD-Bundestagsfraktion letztlich Adressat der eigenen Beiträge ist. Andere User können Feedback geben, Vorschläge unterstützen, Gegenargumente vorbringen, kurz: sich an der digitalen Debatte beteiligen.</p>
<p style="text-align: left" align="CENTER">Die gleiche politische Leidenschaft und der gleiche Ideenreichtum, die oft in den Leser-Foren großer Online-Zeitungen oder am Stammtisch vorzufinden sind – dort aber häufig wirkungslos verhallen – soll im SPD-Zukunftsdialog direkt bei den Volksvertretern Gehör finden.<strong></strong></p>
<h3 style="text-align: left" align="CENTER">Soziale Themenschwerpunkte mit Signalwirkung</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Die Leitfragen des SPD-Zukunftsdialogs (<em>„Was wünschen Sie sich für unser Land im Jahr 2020? Wie wollen Sie leben?“</em> und <em>„Wie müssen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft heute dafür die Weichen stellen?“</em>) werden auf der Plattform auf konkrete Themen heruntergebrochen. Zu diesen Themen kann man in unterschiedlichen Gruppen selbst Beiträge anlegen und diejenigen anderer User kommentieren. Diskussionsgruppen, die bislang existieren, sind erwartungsgemäß am politischen Selbstverständnis der SPD orientiert: Es gibt Projektgruppen zu den Themen „Aktive Ganztagsschulen“, „Gleichstellung“, „Kreativpakt“, „Miteinander der Generationen“, „für eine neue moderne Infrastruktur“ sowie „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“.</p>
<p style="text-align: left">Es wird deutlich, dass die Genossen sich bemüht haben, Schlagworte mit Signalwirkung zu finden und der Themenauswahl einen sozialen Anstrich zu geben. So soll beispielsweise der „Kreativpakt“ zwischen Wirtschaft und Kunstschaffenden letztere besser absichern und nachdrücklicher würdigen. Auch das Vorhandensein einer Gruppe, die sich explizit der Gleichstellung von Männern und Frauen widmet, soll wohl verdeutlichen: „Auch wenn uns oft Gegenteiliges nachgesagt wird – wir sind noch immer anders als die CDU.“ Wer kein Freund der Sozialdemokraten ist, könnte sich also durch die Schlagwortverengung abgeschreckt fühlen – doch das wäre schade. Man würde sich einer Chance der unmittelbaren politischen Willensäußerung berauben und eine interessante politische Initiative ins Leere laufen lassen.</p>
<h3 style="text-align: left" align="CENTER">Die Genossen sind im digitalen Zeitalter angekommen</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Denn natürlich ist diese Form der Bürgerbeteiligung vor allem zu begrüßen – anstatt sich mit der vielzitierten Politikverdrossenheit abzufinden, wird hier die Zivilgesellschaft dazu ermutigt, in denkbar unkomplizierter Form Einfluss auf die Politik zu nehmen. Man kann es wohl auch als Umdenken bei den Sozialdemokraten deuten, nachdem es bislang den Anschein hatte, dass die etablierten Parteien und älteren Politikergenerationen verschlafen haben, der Digitalisierung der Lebenswelten vieler Bürger Rechnung zu tragen. Die Piratenpartei hat in der Tat kein Patent auf Internet-basierte, transparente Willensbildungsprozesse. Auch wenn sie sicherlich einer der Impulsgeber dafür war, ist es erfreulich, dass andere Parteien auf diesem Feld im großen Rahmen nachziehen und das Internet als Lebensraum vieler Bürger anerkennen und dementsprechende Initiativen starten.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Die Partizipationsplattform der SPD stellt allerdings nicht die Pionierarbeit dar, als welche die Genossen sie zu verkaufen versuchen. Sie mögen die erste Bundestagsfraktion sein, die ein derartiges Projekt realisiert hat, aber das liegt nur daran, dass die Piraten (noch) nicht im Bundestag vertreten sind. Sicher hat man sich bei ihnen etwas abgeschaut. Auch die Bundeskanzlerin hat parallel eine von Ziel und Funktionslogik her <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nahezu identische Online-Plattform</a> ins Netz gestellt.</p>
<h3 style="text-align: left" align="CENTER">Im Schatten von Frau Merkels Konkurrenz-Plattform</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Frau Merkels <a href="http://politik-digital.de/merkels-buergerdialog-%E2%80%9Eheute-frage-ich-sie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Partizipationsplattform</a> (auf der man sich von Anfang Februar bis Mitte April betätigen konnte) kommt um einiges zugänglicher und formvollendeter daher. Während sich beim Aufrufen der SPD-Seite unweigerlich das Gefühl einstellt, man bewege sich in einem biederen Forum für Parteimitglieder, ist die Plattform der Kanzlerin um einiges einladender und übersichtlicher. Und wer wie die SPD auf absehbare Zeit wieder Regierungsverantwortung tragen möchte, muss sich auch an einer vergleichbaren Internetpräsenz der Kanzlerin messen lassen. Ungeachtet dieser ästhetischen Frage ist es entscheidend, einen Blick auf die Inhalte der beiden Plattformen zu werfen. Und auch hier kann der Besucher (und potentiell Partizipierende) zu einem zwiespältigen Urteil gelangen.</p>
<h3 style="text-align: left" align="CENTER">Ein höfliches Miteinander</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Es gibt gehaltvolle, ernsthafte und konstruktive Beiträge auf beiden Plattformen zu entdecken, keine Frage. Etwa dann, wenn es bei der SPD um das bedingungslose Grundeinkommen geht, das ein User fordert und dafür viel Zustimmung erfährt. Seine Argumentation am SPD-Grundsatzprogramm auszurichten, wie er es getan hat, zeugt von Auseinandersetzung mit der Materie. So muss es sein. Auch der Austausch über die Forderung, Männer und Frauen in allen Berufen gleich zu bezahlen, hat bisher einen recht angeregten Austausch von Meinungen im Zukunftsdialog nach sich gezogen. Der Umgangston der Diskutanten ist in der Regel höflich und respektvoll, es herrscht größtenteils ein konstruktives Gesprächsklima. Andere Themenbereiche wie etwa der „Kreativpakt“ sind jedoch bisher völlig verwaist. Doch schwerer als das Desinteresse (oder die Unwissenheit?) der Bürger wiegen unqualifizierte Beiträge, welche den Zukunftsdialog teilweise Seriosität kosten.</p>
<h3 style="text-align: left" align="CENTER">Auch Trolle mischen mit</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Da ist in der Tat allerlei Kurioses in den Diskussionsgruppen zu entdecken. Sei es nun der Spaßvogel, der auf der SPD-Plattform Linksverkehr fordert, weil „die das in England auch haben“ oder der türkische Mitbürger, der sein (Einzel-)Schicksal hierzulande beklagt und äußerst pauschal bessere Integrationspolitik fordert – derlei Plattformen laden eben ein  zu größtmöglicher Meinungsfreiheit. Alles muss raus. Egal, wie abstrus, unkonkret oder weltfremd. Nicht für jedermann nachvollziehbare persönliche Anliegen<em> </em>wie die Einführung eines „Beziehungsführerscheins“ oder „Persönlichkeitsentwicklung mit Tieren als Co-Trainer“ (auf der Plattform der Kanzlerin) fallen in dieselbe Kategorie. Gut möglich, dass einige dieser kuriosen Vorschläge nach bestem Wissen und Gewissen unterbreitet wurden – in sozialen Netzwerken würde man derlei Beiträge dennoch mehrheitlich als „Herumtrollen“ abtun. Die Schattenseite des digitalen Austauschs macht auch vor dem Zukunfstdialog nicht Halt. Ein Forumsbeitrag ist schnell mal nebenbei geschrieben – das, was keinen Aufwand erfordert, kann leicht an Ernsthaftigkeit einbüßen. Aber für spielerischen Zeitvertreib ist der Zukunftsdialog zu schade.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Denn die Online-Diskussionsplattformen der SPD-Fraktion und der Bundeskanzlerin sind per se gute Initiativen, die eine entsprechende Würdigung verdient haben. Derlei Initiativen müssen jedoch noch nachdrücklicher kommuniziert werden, damit sie eine möglichst breite Öffentlichkeit erreichen. Bislang sieht die SPD-Plattform noch nicht allzu vielversprechend aus, was vermutlich an ihrer begrenzten Reichweite liegt. Daher stechen unfundierte und Spaßbeiträge noch hervor, welche  niveauvolle potentielle Mitdiskutanten abschrecken könnten, sich zu beteiligen.</p>
<h3 style="text-align: left" align="CENTER">Was der Dialog noch braucht</h3>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Eine Partizipationsplattform kann aber nur so gut sein wie die Beiträge derer, die sich auf ihr betätigen. Zu wünschen wäre dem Zukunftsdialog mehr Pluralismus und vitalerer Austausch, mehr lebendige Diskussionskultur aus verschiedenen Milieus und Bevölkerungsgruppen. Alles andere würde der Vision, die dahinter steht, nicht gerecht werden.</p>
<p style="text-align: left" align="JUSTIFY">Die Deadlines für die Bürgerbeiträge variieren. Einige Gruppendiskussionen sind abgeschlossen, andere sind bis Mitte Juni im Gange und offen für Interessenten. Grundsätzlich wird der Anspruch erhoben, dass alle Anregungen der Bürger in die Expertenrunden einfließen, die ein tragfähiges Zukunftskonzept für unser Land entwickeln sollen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Internet-Enquete: Progression statt Stagnation?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internet-enquete-progression-statt-stagnation-16396/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 14:29:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim Thema politische Partizipation muss das Internet wesentlich gezielter genutzt werden, denn bislang hat es noch nicht seine volle Wirkung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/internet-enquete-progression-statt-stagnation/enquetebild/" rel="attachment wp-att-16406"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-16406" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Enquetebild-630x316.png" width="630" height="316" /></a>Beim Thema politische Partizipation muss das Internet wesentlich gezielter genutzt werden, denn bislang hat es noch nicht seine volle Wirkung entfalten können. Darüber herrschte bei der gestrigen öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission zum Thema „Internet und digitale Gesellschaft“ allgemeiner Konsens.</p>
<p>Geladen waren sechs Experten, die bereits im Vorfeld von den Parteien zu einigen Aspekten befragt worden waren, und zu denen die Gäste<a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20120319/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> schriftlich Stellung</a> genommen hatten. In den knapp vier Stunden der Sitzung stellten sie sich den Fragen der Abgeordneten und des „18. Sachverständigen“, der sich über die<a href="https://enquetebeteiligung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Internetseite der Enquetebeteiligung</a> zu Wort melden konnte. Die Leitfragen der Diskussion waren unter anderem: Wie erreichen wir durch die Nutzung des Internet eine höhere Beteiligung der Bürger am politischen Prozess? Wie bedeutend ist die E-Partizipation und wie kann man sie noch attraktiver machen? Ist E-Partizipation generations-, geschlechts- oder bildungsspezifisch?</p>
<h3>Sachkenntnis und Wissen adäquat einbringen &#8211; dazu ist Disziplin erforderlich</h3>
<p>Zu diesen Fragen äußerten sich die Sachverständigen recht kritisch. So meinte der Politikwissenschaftler Professor Gerhard Vowe von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dass etwa 50 Prozent der Bürger der politischen Partizipation aus dem Weg gingen. Die partizipierenden „Digitalbürger“ hingegen machten nur ein Fünftel der Bevölkerung aus und diese seien zumeist junge, hoch gebildete Menschen, die es von jeher gewohnt seien, das Internet umfangreich zu nutzen. Wichtig sei besonders, dass man sich der Schnelligkeit des Netzes anpasst. Dr. Markus  Linden, Politikwissenschaftler an der Universität Trier, sorgte mit seiner Aussage, dass die Forderung nach mehr E-Partizipation nur ein Krisenausgleich der Bundesregierung sei und sie vor allem an der Vielzahl der Anforderungen innerhalb der Diskussion kranke, für umfassenden Gesprächsstoff.</p>
<h3>Alle Akteure müssen teilnehmen können</h3>
<p>Schlechte Nachrichten gab es ebenfalls von Daniel Reichert, Vorstandsvorsitzender des Vereins Liquid Democracy. Nur 30 Prozent der rund 2.600 Nutzer der Adhocracy-Plattform glaubten an die Effektivität der Plattform und ihren Einfluss auf die Realpolitik, was nicht zuletzt dem fehlenden Feedback der Abgeordneten des Ausschusses geschuldet sei. Trotz dessen sei es aber ein Erfolg, so Reichert, dass es überhaupt die Möglichkeit der E-Partizipation gebe und jeder die Chance habe, diese auch zu nutzen. Daniel Reichert betonte weiterhin, dass die vorhandenen Beteiligungsplattformen noch einfacher gestaltet und zum Teil professionell moderiert werden müssten.</p>
<p>Die Bundesregierung kritisierte Reichert für die bisherige Nutzung der bekannten Tools und Angebote zur E-Partizipation. Statt enorme Summen in bundeseigene Plattformen zu stecken, sollten gemeinnützige Vereine mit ausgearbeiteten Konzepten unterstützt werden, ergänzte Stefan Wehrmeyer, Software-Entwickler bei der Open Knowledge Foundation Deutschland und Leiter des Projektes FragdenStaat.de. Professor Christian Neuberger von der Ludwig-Maximilians-Universität München ermahnte die Kommission, dass es momentan kein positives Leitbild für E-Partizipation gebe, was insbesondere daran liege, dass es bislang mehr Spekulation als Forschung betrieben würde und die vorhandenen Forschungsergebnisse nicht ausreichend berücksichtigt würden.</p>
<h3>Die Vertrauenskrise ist nicht durch Transparenz zu lösen</h3>
<p>Positiv  bewertete die bisherige Errungenschaften der Enquete-Kommission Christoph Kappes, Geschäftsführer der Fructus GmbH. Die Möglichkeit der Online-Partizipation durch den „Klick-Aktivismus“ sei zudem die zukünftige Form der Meinungsäußerung und dürfe deshalb nicht unterschätzt werden, so Kappes . Man dürfe ebenfalls  nicht davon ausgehen, dass mehr Transparenz in der Politik das fehlende Vertrauen der Bevölkerung wiederherstellen könne. Die Technik sei allerdings noch im embrionalen Stadium und müsse sich erst noch der rasanten Entwicklung der Netz-Gesellschaft anpassen. Ebenfalls gebe die weitere Entwicklung der Technik Grund zur Annahme, dass sich Massenmedien zu politischen Akteuren entwickeln könnten und deshalb ein neues Rollenverständnis entstehen müsse.</p>
<h3>Fazit der 15. Sitzung</h3>
<p>Nach der zweiten Fragerunde beendete der Vorsitzende der Internet-Enquete Axel E. Fischer die Anhörung. Was blieb, war die Frage: Werden die vielen Kritikpunkte in Zukunft berücksichtigt werden? Sofern man sich die <a href="http://politik-digital.de/neues-aus-der-internet-enquete/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ergebnisse der 14. Sitzung</a> vor Augen führt, sind bis auf kleine Verbesserungen (400 Mitglieder mehr auf der Internetseite der Enquete) nur wenige Erfolge zu verzeichnen. Das Gefühl, dass die digitale Beteiligung noch zu gruppenspezifisch und techniklastig ist, will nicht so recht weichen. Was bleibt, ist die Erkenntnis einiger Experten, dass Handlungsbedarf vonnöten ist. Konkrete Zugeständnisse konnte man gestern allerdings wieder nicht erwarten. Aber vielleicht wird sich die Mitgliederzahl auf enquetebeteiligung.de mit etwas Glück bis zur nächsten Sitzung um weitere 400 erhöht haben.</p>
<p>Wer sich ein eigenes Bild von der gestrigen Veranstaltung machen will, kann sich in der <a href="http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?instance=m187&amp;action=search&amp;mask=search&amp;contentArea=common&amp;categorie=Ausschusssitzungen&amp;committee=Enquete+Internet+und+digitale+Gesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mediathek</a> auf der Seite des Bundestages die vollständige Sitzung anschauen.</p>
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		<title>Neues aus der Internet-Enquete</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/netzpolitik-im-bundestag/neues-aus-der-internet-enquete-5906/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lena Herzog]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 18:06:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
		<category><![CDATA[Liquid Democracy e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Enquete-Kommission]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/-_Adhocracy_-_Mozilla_Firefox_13_12_2011_182646_1.jpg" align="left" width="180" height="128" />Die neue Version der Adhocracy-Plattform „enquetebeteiligung.de“ ist seit gestern online. Die Enquete-Kommission erhofft sich davon eine noch regere Beteiligung an ihren Projekten durch den „18. Sachverständigen“. Bei der Enquete-Sitzung am Montag herrschte wie immer große Uneinigkeit zwischen den Parteien.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/-_Adhocracy_-_Mozilla_Firefox_13_12_2011_182646_1.jpg" align="left" width="180" height="128" />Die neue Version der Adhocracy-Plattform „enquetebeteiligung.de“ ist seit gestern online. Die Enquete-Kommission erhofft sich davon eine noch regere Beteiligung an ihren Projekten durch den „18. Sachverständigen“. Bei der Enquete-Sitzung am Montag herrschte wie immer große Uneinigkeit zwischen den Parteien.</p>
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Adhocracy 1.2 heißt die die überarbeitete Version von <a href="https://www.enquetebeteiligung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">enquetebeteiligung.de</a>, die heute in Berlin auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Die Seite, die das Bürgerbeteiligungstool Adhocracy anwendet, wird seit <a href="/zwischenfazit-adhocracy-im-bundestag" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Februar 2011</a> von der <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Enquete-Kommisson „Internet und digitale Gesellschaft“</a> genutzt. Ziel ist es, dem Bürger die Rolle eines „18. Sachverständigen“ der Kommission zu geben. Auf der Plattform können Bürger eigene Vorschläge einbringen, über diese diskutieren und abstimmen. Unter anderem wurde das Abstimmen einfacher gemacht, und Änderungen an Papieren können nun nach Wunsch hervorgehoben werden. Außerdem könne nun sichtbar gemacht werden, ob eine Person Abgeordneter oder Sachverständiger der Kommission ist oder einer Organisation angehört. „Insgesamt wurde aufgeräumt und die Seite wurde übersichtlicher gestaltet“, fasste Daniel Reichert, einer der Initiatoren des Vereins <a href="http://liqd.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LiquidDemocracy e.V.</a> die Änderungen zusammen. Er dankte auch allen Unterstützern, denn ohne Spenden und ehrenamtliche Arbeit hätte enquetebeteiligung.de nicht realisiert werden können.
</p>
<p>
Der Vorsitzende der Internet-Enquete Axel E. Fischer zeigte sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Erfolg von Adhocracy. Die Plattform enquetebeteiligung.de hat bereits mehr als 2.100 Mitglieder, es sind seit Februar 377 Vorschläge eingegangen und rund 12.000 Stimmen wurden abgegeben. „Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können“, so Fischer. Von ihrer überarbeiteten Seite erhoffen sich Abgeordnete wie Sachverständige aller Parteien, dass dank der übersichtlicheren und vereinfachten Bedienung die Nutzung der Adhocracy-Plattform durch die Bürger weiter zunehmen würde. Jimmy Schulz (FDP) wertet enquetebeteiligung.de als „Experiment der Demokratie in der digitalen Gesellschaft“. Er sehe in der dadurch geschaffenen Transparenz einen möglichen Weg, das Problem der Demokratieverdrossenheit in der Gesellschaft zu lösen. „Vielleicht sind es in zehn Jahren schon Hunderttausende, die sich beteiligen“, setzte Schulz optimistisch hinzu.
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<p>
 „Jeder Mensch, der sich einklinkt, tut der Demokratie gut“, ergänzte Halina Wawzyniak von der Partei Die Linke. Sie hoffe, dass das Konzept der Enquete-Kommission in Zukunft auch über netzpolitische Themen hinaus im Bundestag angewendet werden könne. Dieses noch attraktiver zu gestalten, sei auch Aufgabe der Internet-Enquete.
</p>
<p>
Dass Adhocracy eine „moderne Form der Anhörung“ sei, betonte Tabea Rößner von Bündnis 90/Die Grünen. Da sich unter den Beteiligten auf enquetebeteiligung.de auch zahlreiche Experten befänden, haben die Vorschläge Gehalt. Die Projektgruppe Medienkompetenz konnte bereits zwei Vorschläge von der Adhocracy-Plattform wortwörtlich in ihre Empfehlungen übernehmen, elf weitere Vorschläge wurden teilweise übernommen. „Das ist sehr wichtig, denn wenn keine Rückkopplung stattfindet, kann Bürgerbeteiligung auch zu Frust führen“, sagte Rößner. Bisher konnte jedoch nicht in allen Projektgruppen der Internet-Enquete eine solch vorbildliche Beteiligung stattfinden, da die Papiere nicht immer rechtzeitig veröffentlicht wurden.
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<p>
Erst gestern hatte die <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/Vierzehnte_Sitzung_Bericht/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">14. öffentliche Sitzung</a> der Enquete-Kommisson „Internet und digitale Gesellschaft“ stattgefunden. Auf der Tagesordnung standen eine Expertenanhörung zum Thema „Veränderungsprozesse in der digitalen Wirtschafts- und Arbeitswelt“ sowie die Verabschiedung des Datenschutz-Zwischenberichts.
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<b>Die 14. Enquete-Sitzung auf Video </b>
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Die Experten in der Runde wiesen allesamt auf die relativ schwache Entwicklung Deutschlands im digitalen Bereich hin. Heiko Hebig, SpiegelNet-Geschäftsführer, empfahl, die Gründung von StartUp-Unternehmen attraktiver zu machen, zum Beispiel durch Teilhabe am Unternehmen oder flexible Arbeitszeitgestaltung.
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<p>
Anschließend stimmten die Enquete-Mitglieder über strittige Handlungsempfehlungen des Zwischenberichts Datenschutz ab. Dabei kam es bei nahezu jeder Abstimmung zum Patt, was zu Sondervoten an diesen Stellen des Berichts führen wird. Besonders beim Thema Vorratsdatenspeicherung entstand eine rege Diskussion zwischen allen Parteien. Tabea Rößner zeigte sich gegenüber politik-digital.de enttäuscht über die Tatsache, dass so viel Zeit für so wenig Output aufgewendet werden müsse. „Es ist absurd, dass in einer Enquete-Kommission so geringer Konsens herrscht“, so Rößner. „Es werden trotzdem alle Handlungsempfehlungen an das Parlament weitergegeben. Bei einem Gesetzgebungsverfahren in einem Viertel- oder halben Jahr kann es dann auch sein, dass man sich in der Mitte trifft“, bemerkte dagegen der Vorsitzende Fischer. Er sei mit den Ergebnissen der gestrigen Sitzung sehr zufrieden. </p>
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		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 48</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 17:20:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[INDECT]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/linkliste_banner.png" height="180" width="480" />
Netz-Zensur in der Türkei, Cablegate-Jubiläum &#38; Lebenszeichen von WikiLeaks, Regulierung &#38; Anarchie im Netz, Digitale Bürgerbeteiligung mit Adhocracy, INDECT als Werkzeug für Diktatoren  - dies und mehr in der Digitalen Presseschau.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Netz-Zensur in der Türkei, Cablegate-Jubiläum &amp; Lebenszeichen von WikiLeaks, Regulierung &amp; Anarchie im Netz, Digitale Bürgerbeteiligung mit Adhocracy, INDECT als Werkzeug für Diktatoren &#8211; dies und mehr in der Digitalen Presseschau.</p>
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<h3 align="center"><strong>Unser Video der Woche</strong></h3>
<p align="center"><a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/click_online/9647872.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/tuerkei-zensur.png" alt="" width="480" height="271" /></a></p>
<p>Die BBC thematisiert in <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/programmes/click_online/9647872.stm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einem aktuellen Video-Report</a> die Einwirkungen der türkischen Regierung auf die Internet-Zensur. Mittlerweile sind geschätzte 20.000 Seiten (Erotik, Politik etc.) für Internetnutzer nicht mehr frei zugänglich. Jeder Türke soll sich für ein Internetpaket entscheiden (z. B. Familien- oder Kinderpaket), das die Art des Netzzuganges regelt. Das dafür vorgesehene Filter-System trat vergangene Woche offiziell in Kraft. Es droht die Sperrung hunderttausender Internetseiten. Auch bei Zeit Online erschien dazu <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-11/tuerkei-internet-zensur" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein informativer Beitrag</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="https://www.eff.org/deeplinks/2011/11/cablegate-one-year-later-how-wikileaks-has-influenced-foreign-policy-journalism" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cablegate One Year Later</a></strong></p>
<p>Auf den ersten Platz der dieswöchigen Presseschau schafft es ein Beitrag des Internetaktivisten Trevor Timm von der Electronic Frontier Foundation (EFF), in dem er beschreibt, wie die Cablegate-Veröffentlichungen von WikiLeaks ein Jahr danach den Journalismus sowie die Außenpolitik und den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1._Zusatzartikel_zur_Verfassung_der_Vereinigten_Staaten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">1. Zusatzartikel</a> der Verfassung der Vereinigten Staaten beeinflusst haben. Es sei Aufgabe der Mainstream-Medien, zwar nicht Julian Assange, aber die Idee hinter WikiLeaks zu verteidigen, um den Tod der Pressefreiheit zu verhindern. Ein neues Lebenszeichen von WikiLeaks gab es übrigens gestern mit der <a href="http://wikileaks.org/the-spyfiles.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Veröffentlichung der „Spy Files“</a>.</p>
<p><strong><a href="http://theeuropean.de/debatte/8942-das-netz-zwischen-regulierung-und-anarchie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzdebatte zur Freiheit des Internet</a></strong></p>
<p>„Das Internet stellt den Gesetzgeber vor neue Herausforderungen. Urheberrecht und Datenschutz müssen angepasst werden, neue demokratische Modelle werden debattiert &#8211; das Netz verliert sein anarchisches Moment.“ So leitet das Online-Magazin The European eine Debatte mit Beiträgen der Politiker Michael Kretschmer (CDU/CSU), Jimmy Schulz (FDP), Lars Klingbeil (SPD), Konstantin von Notz (Grüne) und Halina Wawzyniak (Linkspartei) über Regulierung und Anarchie im Internet ein.</p>
<p><strong><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/wie-viel-digitale-beteiligung-vertraegt-unsere-demokratie/5891614.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie viel digitale Beteiligung verträgt unsere Demokratie?</a></strong></p>
<p>Bei tagesspiegel.de erschien ein Beitrag von Anna Sauerbrey und Johannes Schneider über das vom Liquid Democracy e.V. entwickelte Bürgerbeteiligungstool „Adhocracy“ und digitale Bürgerbeteiligung. Dabei wird deutlich, dass die Bürger die Mitbestimmungsmöglichkeiten im Netz noch sehr zögerlich nutzen.</p>
<p><strong><a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/europaeische-ueberwachungstechnologie-werkzeug-fuer-diktatoren-1.1223440" target="_blank" rel="noopener noreferrer">INDECT: Werkzeug für Diktatoren</a></strong></p>
<p>Auf dem vierten Platz: ein Beitrag von Christoph Behrens zum europäischen Forschungsprojekt INDECT. Kritisiert wird darin nicht nur die Dimension der vorgesehenen Überwachungsmaßnahmen, sondern auch die Intransparenz des Projekts. Auch ist fraglich, ob das Projekt von Gesetzen und Verfassung gedeckt ist.</p>
<p><strong><a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/neue-kolumne-silicon-demokratie-rettet-die-anonymitaet-11546665.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rettet die Anonymität</a></strong></p>
<p>Für die neue Kolumne „Silicon Demokratie“ von faz.net bricht der Internet-Skeptiker Evgeny Morozov eine Lanze für Privatsphäre und Anonymität im Netz als Schutz vor der Macht der Internetkonzerne. Zielscheibe und Namensgeber ist das US-kalifornische Silicon Valley, dessen Ziel es sei, die Konsumwelt total zu vernetzen und transparent zu machen – mit Erfolg!</p>
<p><strong><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2011/11/aegypten-die-frauenfeindliche-revolution/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die frauenfeindliche Revolution in Ägypten</a></strong></p>
<p>Am Montag begannen die ersten Parlamentswahlen in Ägypten seit dem Sturz des Mubarak-Regimes. Doch vor allem für die Frauen des Landes sei die ägyptische Revolution bereits jetzt eine Enttäuschung, meint Frederik Fischer im ZDF-Blog Hyperland. Sie seien Bürgerinnen zweiter Klasse und vermehrt Opfer sexueller Übergriffe, die wohl von Militär und Muslimbrüdern gezielt durchgeführt würden.</p>
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		<title>Netzpolitik im Bundestag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 21:56:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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		<title>Occupy Internet-Enquete?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/netzpolitik-im-bundestag/occupy-internet-enquete-5458/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 20:16:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
		<category><![CDATA[Halina Wawzyniak]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Tauber]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Polittheater in der Internet-Enquete geht weiter. Der Zwischenbericht zum Datenschutz wurde abermals verschoben, beim Thema Netzneutralität gab es ein Patt. Es drängt sich die Frage auf, ob solch ein Gremium überhaupt noch zeitgemäß ist.<br />
<center>
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<b>(13. Sitzung der Internet-Enquete)</b>
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<p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Polittheater in der Internet-Enquete geht weiter. Der Zwischenbericht zum Datenschutz wurde abermals verschoben, beim Thema Netzneutralität gab es ein Patt. Es drängt sich die Frage auf, ob solch ein Gremium überhaupt noch zeitgemäß ist.</p>
<p align="center"><object id="showIt" style="width: 320px; height: 297px;" width="320" height="297" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="menu" value="true" /><param name="quality" value="high" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="swliveconnect" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="scalemode" value="showall" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="plugin_version=9.0.115&amp;bandwidth=514&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml&amp;autoPlay=false&amp;skin=od_embed_ext&amp;application=144277506&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$contentId=1372045$singleton=true$forcedWidth=475$forcedHeight=267$keepVideoAspectRatio=true&amp;language=de" /><param name="src" value="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><embed id="showIt" style="width: 320px; height: 297px;" width="320" height="297" type="application/x-shockwave-flash" src="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" menu="true" quality="high" wmode="opaque" swliveconnect="true" allowscriptaccess="always" scalemode="showall" allowfullscreen="allowfullscreen" flashvars="plugin_version=9.0.115&amp;bandwidth=514&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml&amp;autoPlay=false&amp;skin=od_embed_ext&amp;application=144277506&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$contentId=1372045$singleton=true$forcedWidth=475$forcedHeight=267$keepVideoAspectRatio=true&amp;language=de" /></object></p>
<p style="text-align: center;"><strong>(13. Sitzung der Internet-Enquete)</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p align="left">Vor allem das politische Gezerre und Taktieren haben die bisherige Arbeit der Internet-Enquete stark verzögert und den 18. Sachverständigen, den Bürger, in <a href="/zwischenfazit-adhocracy-im-bundestag" target="_blank" rel="noopener noreferrer">punkto Mitwirkung eingebremst</a>. Zumal völlig in den Sternen steht, ob die im Endbericht stehenden Handlungsempfehlungen überhaupt politisch umgesetzt werden, worauf Kommissionsmitglied Markus Beckedahl von netzpolitik.org <a href="http://www1.wdr.de/themen/digital/internetenquete100.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in einem Interview</a> kurz vor der heutigen Sitzung des Gremiums zu Recht verwies. Dennoch gingen abermals die taktischen Spielchen und politischen Querelen weiter.</p>
<p align="left">So fragte sich das Enquete-Mitglied Lars Klingbeil (SPD) im Laufe der Sitzung treffend via Twitter, ob es denn schon eine Aktion #occupyenquete gäbe. politik-digital.de gegenüber sagte er, dass es leider zunächst wieder so losging, wie es vor der Sommerpause aufgehört hatte: „Mit der Aufkündigung von Absprachen durch die Regierungskoalition.“ Die bereits mehrmals verschobene Abstimmung über die ausstehenden Zwischenberichte endete schließlich am Abend mit einem Unentschieden von 17:17 Stimmen bezüglich der <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20111017/Ausschussdrucksache_17_24_41.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Befürwortung von Handlungsempfehlungen</a> wie einer gesetzlichen Festschreibung von Netzneutralität. Zugleich wurde aber auch ein Alternativtext seitens der Koalitionsmehrheit <a href="http://www.bundestag.de/presse/hib/2011_10/2011_403/02.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">abgeschmettert</a> &#8211; und zwar nur, weil das von der FDP berufene Enquete-Mitglied padeluun seinem Gewissen folgend und nicht nach Parteidisziplin abstimmte.</p>
<p align="left">Das führte am Ende dazu, dass sich <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Internet-Enquete-Fuer-Netzneutralitaet-aber-welche-1362530.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">keine Seite mit ihren Forderungen durchsetzen konnte</a>. Die Abstimmung über den <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20111017/Ausschussdrucksache_17_24_42.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bericht der Projektgruppe Datenschutz</a> wurde dagegen erneut verschoben. Wieder einmal spielte sich ein blamables politisches Schauspiel insbesondere auf Seiten der Koalitionsmehrheit ab. Das zeigte sich gleich zu Beginn, als über die Vergabe neuer Gutachten entschieden worden war:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20111017/A-Drs__17_24_044__-_Antrag_Vergabe_Gutachten_UrhR__DIE_LINKE.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antrag von der Fraktion DIE LINKE</a> zur Vergabe eines Gutachtens<br />
„Urheberrecht“ an Prof. Dr. Clement und iRights.info</li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/Sitzungen/20111017/A-Drs__17_24_045_Antrag_Gutachten_Urheberrecht_Netzneutralit__t_Dr_Konstantin_von_Notz-2.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Antrag von Bündnis 90/Die Grünen</a> und weiteren Sachverständigen<br />
Vergütungsmodelle und ihre Auswirkungen auf die<br />
wirtschaftliche Situation von Urheberinnen und Urhebern“<br />
sowie „Netzneutralität und Beschäftigung“</li>
</ul>
<p align="left">Die Koalitionsmehrheit machte zum Entsetzen der Kommissionsmitglieder der Opposition von Anfang an deutlich, dass sie die Gutachten zu Netzneutralität und Urheberrecht nicht in Auftrag geben möchte und setzte dies mit 17:16 Stimmen durch. Zugleich zeigten sich die Vertreter der Regierungskoalition grundsätzlich offen für andere Gutachten, blieben jedoch eigene Vorschläge schuldig. Manuel Höferlin (FDP) gab den einheitlichen Tenor von CDU und FDP zu Protokoll, dass nämlich die Internet-Enquete nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung habe und man sehen müsse, ob die Steuergelder nicht sinnvoller eingesetzt werden sollten – zumal die Gutachten aus Zeitgründen nicht mehr angemessen in die Arbeit der Enquete einfließen könnten.</p>
<p align="left">Jens Koeppen (CDU) wiederum bekannte, dass ihm die eingereichten Exposés für die Gutachten inhaltlich nicht gefielen. Die Politikwissenschaftlerin Dr. Jeanette Hofmann zeigte sich über die Entscheidung bestürzt und sah auch ihre eigene Arbeit in der von ihr betreuten Projektgruppe Urheberrecht nicht gewürdigt. Und Halina Wawzyniak (Linkspartei) äußerte politik-digital.de gegenüber, dass sich die Internet-Enquete mit der unglaublich langen Debatte über die Umsetzung des schon im Juli gefassten Beschlusses über die Vergabe von wissenschaftlichen Gutachten selbst lächerlich mache: „Der Koalition geht es also offenbar nicht um einen thematischen Informationsgewinn, sondern allein um ihr genehme Politik. Damit trägt die Koalition massiv zur Politik- und Politikerverdrossenheit in der Bevölkerung bei.“ Wie in den vergangenen Sitzungen hätten CDU und FDP auch diesmal mit Geschäftsordnungs-Tricks und Verfahrensdebatten die Arbeit der Enquete-Kommission gelähmt.</p>
<p align="left">Aus Sicht von Lars Klingbeil sind die „Gutachten zur Netzneutralität und zum Urheberrecht, die einstimmig beschlossen wurden, kassiert worden, weil der Koalition die Gutachter nicht passen und sie offenbar Angst vor den Ergebnissen hatte.“ Auf die Frage, ob aus den Erfahrungen der bisherigen Enquete-Arbeit Schlussfolgerungen und Lehren gezogen wurden, um die Zusammenarbeit zu optimieren, erwiderte Klingbeil gegenüber politik-digital.de: „Nach der heutigen Sitzung muss man das mit einem Nein beantworten, weil immer noch Scheindebatten und gegenseitige Vorwürfe die inhaltlich wichtige Arbeit überlagern. Erfreulich ist, dass die Regierungsposition zur Netzneutralität keine Mehrheit in der Kommission gefunden hat.“</p>
<p align="left">Peter Tauber (CDU) forderte, die Erwartungshaltung an die Internet-Enquete etwas herunterzuschrauben und stellte selbstkritisch fest: „Teilweise leisten wir aber auch nicht unbedingt einen Beitrag durch die Art der Debatte.“ Er habe sich die meiste Zeit in der Projektgruppe Netzneutralität eingebracht und diese geleitet. Diese Arbeit sei nun mit dem Abschlussbericht und den damit verbundenen Handlungsempfehlungen bzw. Sondervoten abgeschlossen worden. Nun freue er sich vor allem auf die Arbeit in der Projektgruppe Demokratie und Staat, in der er als normales Mitglied weiterarbeite, da es dort bereits jetzt eine rege Aktivität auf der Beteiligungsplattform Adhocracy und viele spannende inhaltliche Diskussionen gebe.</p>
<p align="left"><strong>Fazit<br />
</strong></p>
<p align="left">Insbesondere im ersten Teil der Sitzung verstrickte sich die Kommission erneut in Verfahrensfragen – auf Kosten inhaltlicher Debatten. Und es drängt sich immer mehr die Frage auf, ob derlei Gremien und ihr bürokratischer Proporz überhaupt noch zeitgemäß und mit dem digitalen Zeitalter vereinbar sind. Eine ergebnisoffene und zielführende inhaltliche Debatte kam wieder einmal nicht zustande. Das mag in den Projektgruppen selbst zwar anders aussehen, da dort laut überwiegenden Aussagen der Enquete-Mitglieder zumeist sachlich und konstruktiv debattiert wird. Letztlich fallen die Beschlüsse jedoch in den Enquete-Sitzungen – dort wurde die Arbeit des Gremiums nicht nur deutlich ausgebremst, sondern teilweise auch ad absurdum geführt. Dass viele Bürger solcher Politik überdrüssig sind, zeigte sich nicht zuletzt beim Einzug der Piratenpartei ins Berliner Abgeordnetenhaus, wo sie für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung kämpfen will. Ein politisches Trauerspiel wie heute wird den Anliegen der Piraten weiteren Aufwind geben und die Politikverdrossenheit der Bürger nur weiter erhöhen.</p>
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		<title>Zwischenfazit: Adhocracy im Bundestag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 17:01:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/adhocracy.png" height="60" width="220" /><br />
Seit mehr als einem halben Jahr kommt das Bürgerbeteiligungstool Adhocracy in der Internet-Enquete des Deutschen Bundestages nun schon zum Einsatz. politik-digital.de zieht ein kleines Zwischenfazit zur Nutzung der Software. 
<p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-162785 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2011/08/adhocracy.png" alt="" width="220" height="60" /><br />
Seit mehr als einem halben Jahr kommt das Bürgerbeteiligungstool Adhocracy in der Internet-Enquete des Deutschen Bundestages nun schon zum Einsatz. politik-digital.de zieht ein kleines Zwischenfazit zur Nutzung der Software.</p>
<p><!--break-->Nach den sechs Sommerinterviews von politik-digital.de mit Mitgliedern der Internet-Enquete widmen wir uns heute dem dort eingesetzten Bürgerbeteiligungstool Adhocracy. Nachdem sich die Einführung der Software u.a. wegen eines <a href="http://www.theeuropean.de/presseschauer/5548-adhocracy-und-die-enquete-kommission" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umstrittenen Beschlusses</a> der IuK-Kommission des Deutschen Bundestages zunächst verschoben hatte, ging schließlich am 24. Februar 2011 <a href="//politik-digital.de/adhocracy-internet-enquete-liquid-democracy-deutscher-bundestag" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eine Beta-Version</a> der auf dem Tool basierenden Bürgerbeteiligungsplattform <a href="http://www.enquetebeteiligung.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.enquetebeteiligung.de</a> online. Diese wird in regelmäßigen Abständen von den Entwicklern in punkto Nutzerfreundlichkeit, Funktionsvielfalt und der Beseitigung von Bugs aktualisiert und weiterentwickelt. Ein neues Release ist für den Herbst geplant. Damit soll vor allem die Nutzerfreundlichkeit grundlegend verbessert werden. So existiert auf der Startseite mittlerweile auch eine Zeitleiste, die Auskunft darüber gibt, welche Termine und Veranstaltungen anstehen. Zudem bietet die Online-Beteiligungs-AG die Möglichkeit, über die Optimierung der Arbeit mit dem Adhocracy-Tool zu diskutieren. Hier eine <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/Online-Buergerbeteiligung_Uebersicht/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Info-Seite zur Bürgerbeteiligung</a> auf der Webseite der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft.</p>
<p>Insgesamt 12 Projektgruppen plus Online-Beteiligungs-AG und Sandkasten sind bis zum heutigen Tage auf der Plattform aktiv, wobei diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten an den Start gingen. Eine Auflistung <a href="https://enquetebeteiligung.de/instance" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gibt es hier</a>. Mehr als 1.800 Mitglieder haben sich bis dato registriert. Auf die verschiedenen Projektgruppen verteilen sich mehr als 300 Vorschläge zu unterschiedlichen netzpolitischen Themen, über 2.000 Kommentare und 11.000 Bewertungen. All diese Informationen können einer stets aktuellen Übersicht auf der Startseite der Plattform entnommen werden. Die Beteiligung variiert zwischen den Projektgruppen sehr stark. Klarer Spitzenreiter in punkto Aktivitäten ist die von Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die Grünen) betreute Gruppe <a href="https://demokratie.enquetebeteiligung.de/instance/demokratie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokratie und Staat</a>. Ein Grund dafür ist das besondere Engagement, das der Bundestagsabgeordnete bei der Einbindung der Bürger an den Tag legt &#8211; so wurden bereits viele Anregungen von Nutzern aus Adhocracy in das <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/Demokratie_Material_vorlaeufiges_Arbeitsprogramm/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vorläufige Arbeitsprogramm</a> aufgenommen und alle Sitzungen der Gruppe finden grundsätzlich öffentlich statt. Auch mag die Thematik populärer und interessanter sein als beispielsweise Medienkompetenz. Diese Projektgruppe hat zwei Vorschläge von Bürgern direkt in ihre Handlungsempfehlungen <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/Medienkompetenz_Bericht_Projekgruppe_2011-05-27/index.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einfließen lassen</a>: Und zwar die Förderung des „Peer-to-Peer“-Lernens sowie Computerspielpädagogik als Aufgabe der Medienpädagogik. Nähere Einzelheiten können <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/dokumentation/2010/Sitzungen/20110627/11-06-27_Enquete-Kommission_PG_Medienkompetenz_Gesamttext.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dieser Sitzungsunterlage</a> (S. 66) entnommen werden, die Grundlage der Abstimmungen der Enquete-Sitzung am 27. Juni 2011 war.</p>
<p>Natürlich spielen noch andere Faktoren bei der auffallenden Unterschiedlichkeit der Intensität an Bürgerbeteiligung eine Rolle. So wies Konstantin von Notz selbst darauf hin, dass man auch Zeit und Muße sowie einen gewissen thematischen Sachverstand aufbringen müsse, um sich an Diskussionen zu diesem oder jenem Thema zu beteiligen: nicht jeder kann oder will das. Auch die Komplexität der Thematik kann mit ein Grund dafür sein, dass in einer Gruppe wie Datenschutz und Persönlichkeitsrechte verhältnismäßig weniger Aktivitäten als in Demokratie und Staat festzustellen sind. Zudem wurde aus organisatorischen Gründen das Tool bei einzelnen Projektgruppen wie Urheberrecht erst eingesetzt, als sich diese bereits in der Diskussionsphase befanden. Unabhängig davon sagt eine geringere Beteiligung natürlich noch lange nichts über die Qualität von Beiträgen aus. Darüber hinaus mag es bei einigen Themen weniger Reibungsflächen und Diskussionsbedarf geben.</p>
<p>Interessant zu sehen wird sein, wie die Bürgerbeteiligung in neuen Gruppen wie Internationales und Internet Governance oder Verbraucherschutz zukünftig ausfallen wird. Schließlich können diese bei ihrer Arbeit auf die Erfahrungen zurückgreifen, die von bereits zuvor bestehenden Gruppen beim Umgang mit Adhocracy gesammelt worden sind – zumal sich die Bürger dann von Anfang an einbringen können. Obwohl dort bereits Ideen formuliert werden können, fällt die Beteiligung bis dato aber eher ernüchternd aus.</p>
<p>Und überhaupt gibt es für das Maß an Bürgerbeteiligung in allen Projektgruppen noch viel Raum nach oben. Ob dieser in Zukunft durch mehr Bürgerbeteiligung in Anspruch genommen wird, hängt weniger von dem Adhocracy-Tool selbst ab, das als technisches Mittel zum Zwecke von Online-Diskussionen bereits sehr ausgereift ist. Vielmehr werden im weiteren Verlauf der Enquete-Arbeit der Wille und die Einsatzbereitschaft eines jeden Mitglieds des Gremiums in punkto ernsthafter Einbindung der Bürger und umfassender Kommunikation der besprochenen Themen in der Öffentlichkeit dafür ausschlaggebend sein, ob dieses Projekt der Bürgerbeteiligung als Erfolg gewertet werden kann.</p>
<p>Der Umstand, dass die Einbindung des 18. Sachverständigen erst fast ein Jahr nach Konstituierung der Internet-Enquete und großem politischen Gezerre ermöglicht wurde, hat sicherlich dazu beigetragen, dass bei den Bürgern bereits Vertrauen verspielt und Enttäuschung hervorgerufen wurde. Wenn man jedoch bedenkt, wie groß zunächst der Widerstand gegen die Einführung eines Bürgerbeteiligungstools war und ein vergleichbares Instrumentarium im parlamentarischen Betrieb bis dato noch nicht zum Einsatz kam, ist die Einführung von Adhocracy tatsächlich als kleine Revolution anzusehen. Von der <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,681799,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">damals aufgestellten Forderung</a> des stellvertretenden CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Michael Kretschmer, eine breite Bürgerbeteiligung in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken zu realisieren, ist die Internet-Enquete jedoch auch zum jetzigen Zeitpunkt noch weit entfernt.</p>
<p>Natürlich könnte die Internet-Enquete auch ohne gelungene Einbindung der Bürger inhaltlich zu tragfähigen Ergebnissen kommen. Da es jedoch zum selbst gesteckten Ziel des Gremiums gehört, den als 18. Sachverständigen titulierten Bürger in die Arbeit mit einzubeziehen, wäre es ein Armutszeugnis für den politischen Betrieb, wenn das Ganze am Ende nur eine Alibi-Veranstaltung bliebe. Unabhängig davon wird in einem <a href="http://www.faz.net/artikel/C30770/digitale-gesellschaft-gemeinsame-internetpolitik-auf-der-kippe-30491996.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beitrag bei faz.net</a> zu Recht darauf hingewiesen, dass die Internet-Enquete wegen vieler politischer Querelen ihrem ursprünglichen Zeitplan bereits weit hinterherhinkt. <a href="http://www.bundestag.de/internetenquete/termine/2011-10-17_13-oeffentliche_Sitzung_der_Enquete-Kommission.jsp" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die nächste Sitzung</a> des Gremiums findet am 17. Oktober 2011 statt. Bereits diese könnte ein Gradmesser für den Erfolg der weiteren Arbeit sein.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Jeanette Hofmann: &#8220;Das Internet braucht Regulierung&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 17:42:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik im Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Enquete]]></category>
		<category><![CDATA[Adhocracy]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/internet-enquete.png" align="left" height="128" width="200" />Zum Abschluss der Interview-Reihe mit Mitgliedern der Internet-Enquete traf politik-digital.de die Sachverständige Jeanette Hofmann. Die Politikwissenschaftlerin zog  im Interview Bilanz der Arbeit des Gremiums und äußerte sich zu den Themen Netzneutralität und Urheberrecht.<br />
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zum Abschluss der Interview-Reihe mit Mitgliedern der Internet-Enquete traf politik-digital.de die Sachverständige Jeanette Hofmann. Die Politikwissenschaftlerin zog im Interview Bilanz der Arbeit des Gremiums und äußerte sich zu den Themen Netzneutralität und Urheberrecht.</p>
<p>Die 51-jährige Politikwissenschaftlerin Jeanette Hofmann ist derzeit am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in der Abteilung &#8220;Kulturelle Quellen von Neuheit&#8221; tätig. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Grünen Akademie der Böll-Stiftung sowie Gründungsmitglied und designierte Direktorin des in Gründung befindlichen und zunächst von Google finanzierten <a href="https://sites.google.com/a/internetundgesellschaft.de/betasite" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forschungszentrums für Internet und Gesellschaft</a>. Als Mitglied und Sachverständige der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags ist Hofmann ein wenig enttäuscht von der bisherigen Arbeit des Gremiums, für das sie sich mehr konstruktive Debatten gewünscht hätte. Zugleich zeigte sie sich sehr zufrieden, dass es dennoch gelungen ist, in vielen Fragen eine inhaltliche Annäherung zu erreichen: so wie bei den Überlegungen zu Pauschalvergütungen (Stichwort: Kulturflatrate) für den Zugang zu kulturellen Werken. Auch begrüßt sie die Gründung von Bürgerrechtsvereinen wie die Digitale Gesellschaft, da diese die Interessen der Internetnutzer besser organisieren.</p>
<div style="text-align: center;"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/jeanette_hofmann.png" alt="" width="480" height="325" /></div>
<p>&nbsp;</p>
<div align="center"><strong>Jeanette Hofmann empfängt unseren Redakteur</strong></div>
<div align="center"><strong>Charlie Rutz in ihrem Büro des WZB</strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Frau Hofmann, in Ihrer Vita ist zu lesen, dass Sie bereits seit Mitte der 1990er Jahre das Internet erforschen. So sind Sie beispielsweise Gründungsmitglied der <a href="http://duplox.wzb.eu" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projektgruppe „Kulturraum Internet“</a> im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und haben sich bei der Internet-Behörde ICANN freiwillig engagiert. Warum halten Sie Netzpolitik für wichtig und was fasziniert Sie am Internet?</strong></p>
<p>Von Netzpolitik war in den 1990er Jahren noch gar keine Rede. Damals war überhaupt nicht klar, womit genau wir es beim Internet zu tun haben. Und ich behaupte auch, dass das, was wir heute mit dem Internet in Verbindung bringen, in dieser Zeit weder existierte noch voraussehbar war. Was mich in den 1990er Jahren faszinierte und was ich untersucht habe, war der Kommunikationsraum, der da entstand. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern entwickelten wir ein ethnographisches Projekt. Das Netz war etwas, in das man sich hineinbegeben hat. Wir wollten die Regeln und Muster untersuchen, die sich in der digitalen Kommunikation zwischen Menschen herausbilden. Heute hingegen ist das Internet ständig um einen herum. Je mehr digitale Schnittstellen wir haben, desto weniger kann man noch zwischen einer analogen und einer digitalen Welt unterscheiden. Was über die Jahre konstant in meinem Interesse am Internet geblieben ist, sind die Regulierungsfragen: Wer setzt die Regeln, welche Regeln sind das und schließlich: Welches sind die gesellschaftlichen und politischen Implikationen dieser Regeln?</p>
<p><strong>Sie sind auch Gründungsmitglied und designierte Direktorin des von Google finanzierten Forschungszentrums für Internet und Gesellschaft. Was soll das Institut leisten?<br />
</strong></p>
<p>Wir sind derzeit damit beschäftigt, ein Forschungsprogramm zu entwickeln. Mir liegt sehr daran, dass die Internetforschung im deutschsprachigen Raum gestärkt wird. Wenn man sich hierzulande im Bereich von Wissenschaft und Forschung umschaut danach, wer zu Themen wie Datenschutz oder Netzneutralität arbeitet, wird man feststellen: Da gibt es so gut wie nichts! Zwar entstehen auf der Ebene von Diplomanden und Doktoranden durchaus wichtige Beiträge in diesen immens wichtigen Bereichen. Aber spätestens nach Fertigstellung der Doktorarbeit ist damit Schluss, da diese Akademiker zumindest in sozialwissenschaftlichen Fachbereichen keine Professuren erhalten. Und deshalb ist mein Anliegen mit diesem Institut, die Forschungskompetenz zu verstetigen und eine Infrastruktur aufzubauen, auf die sich viele wissenschaftliche Disziplinen beziehen können.</p>
<p><strong>2010 wurden Sie als Sachverständige in die Internet-Enquete berufen. Die zahlenmäßige Gleichverteilung von Fraktionsmitgliedern und Sachverständigen soll dazu beitragen, dass einerseits externer Sachverstand in die Entscheidungen einfließt. Andererseits soll gewährleistet werden, dass </strong><strong>die Kommission </strong><strong>weniger parteipolitisch gefärbt ist. Wurde sie diesem Anspruch bisher gerecht?<br />
</strong></p>
<p>Grundsätzlich ist es doch so, dass alle Themen, die in der Internet-Enquete verhandelt werden, selbstverständlich von Interessen getrieben sind. Sowohl Angehörige von Parteien als auch von Lobbygruppen bzw. Verbänden vertreten eigene Interessen. Insofern sind auch Zusammensetzung und Perspektiven der Sachverständigen sehr unterschiedlich. Ich persönlich vertrete zwar keine Lobbygruppe oder kommerzielle Interessen, dennoch verfolge ich als wissenschaftliche Expertin zum Urheberrecht natürlich auch eigene Vorstellungen auf diesem Gebiet. Ich denke, dass es bei der Internet-Enquete in erster Linie um die Einbeziehung von Sachverstand zum jeweiligen Themenfeld geht – und hier ganz speziell auch um die Einbindung des 18. Sachverständigen, also des Bürgers. Darüber hinaus holen wir uns Expertisen durch die Anhörung externer Sachverständiger ein. Reine Parteipolitik gibt es jedenfalls nicht.</p>
<p><strong>Welche Zielsetzungen verfolgt die Internet-Enquete?</strong></p>
<p>Negativ formuliert greift die Internet-Enquete nicht in Gesetzgebungsprozesse ein und trifft keine Entscheidungen. Das ist auch sinnvoll, da Sachverständige kein Mandat für bindende Entscheidungen haben. Was die Enquete aber durchaus leisten kann, sind die Darstellung von Problemlagen und die Verdeutlichung künftigen Handlungsbedarfs bzw. der Folgen bestimmter Gesetzentwürfe für die Netzpolitik. Es geht darum, politische Kompetenz im Bereich des Internet aufzubauen und auszudehnen. In gewisser Weise werden auch das Ansehen und Gewicht der Parteienvertreter gestärkt, die sich um Netzpolitik kümmern. Diese spielen in der deutschen Parteienlandschaft bisher eine marginale Rolle, da andere Themenfelder wie Finanz- und Gesundheitspolitik einen weitaus höheren Stellenwert genießen.</p>
<p><strong>Welche netzpolitischen Themen liegen Ihnen persönlich am Herzen?<br />
</strong></p>
<p>Das Thema Urheberrecht und der freie Zugang zu wissenschaftlichen Werken sind mir persönlich besonders wichtig. Ich würde sagen, dass die Regulierung von Wissen heute immer stärker ein Bestandteil von Internet Governance wird. Doch selbst für Urheberrechtsexperten ist dieses Handlungsfeld sehr kompliziert und schwer durchschaubar. Zu den einzelnen Bestimmungen kommen ja auch immer wieder neue Gerichtsurteile hinzu. Es findet also eine ständige Bewegung auf diesem Gebiet statt – insbesondere bei der Auslegung von Gesetzen. Ich interessiere mich besonders für die im wissenschaftlichen Bereich extrem wichtige Frage der Zweitverwertung von Veröffentlichungen und &#8211; verbunden mit Internet und Digitalisierung &#8211; für das Problem der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verwaistes_Werk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verwaisten Werke</a>, deren Urheber unbekannt sind. Es gibt ein großes öffentliches Interesse daran, die Bücher, die nur noch in Bibliotheken zu finden sind, digital zugänglich zu machen. Das wäre eine immense Bereicherung für Wissenschaft und Gesellschaft. Dafür gibt es auch kostengünstige Möglichkeiten. Dem steht jedoch das aktuelle Urheberrecht im Wege. Hält man sich vor Augen, dass ein Buch zumeist nicht nur einen Urheber kennt, sondern viele (z. B. für Bilder oder unter Umständen auch den Schrifttyp), ist es extrem teuer und aufwendig, die jeweiligen Urheberrechte zu klären. Diese Fragen werden derzeit im Zuge der Urheberrechtsreform im Rahmen <a href="http://www.bibliotheksportal.de/themen/recht/urheberrechtsreform.html#c736" target="_blank" rel="noopener noreferrer">des sogenannten Dritten Korbs</a> verhandelt.</p>
<p><strong>Sehen Sie als designierte Direktorin des Google-Instituts hier nicht einen gewissen Interessenkonflikt? Schließlich macht Google </strong><strong>ja </strong><strong>im Prinzip schon das, was Sie fordern: die umfassende Digitalisierung von akademischen Büchern – jedoch häufig ohne Rücksicht auf das jeweilige Urheberrecht. Da könnte man auf den Gedanken kommen, Google habe Sie ausgewählt, weil Sie für eine digitalisierte Verfügbarmachung wissenschaftlicher Literatur eintreten&#8230;</strong></p>
<p>Um es ganz klar zu sagen: Ich spreche mich für eine Digitalisierung vergriffener Werke aus, kritisiere aber das Google Books–Projekt in mehreren Punkten. Ich habe bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass meine Auffassungen nicht von irgendeinem Geldgeber abhängen.</p>
<p><strong>Das Enquete-Mitglied Jimmy Schulz (FDP) erklärte im Interview, dass der Einsatz des Bürgerbeteiligungstools Adhocracy bei der Arbeit des Gremiums eine kleine Revolution sei. Dagegen meinte Peter Tauber (CDU), dass nicht das Tool selbst eine Revolution darstelle, sondern die unmittelbare Möglichkeit der Kommunikation und Partizipation durch das Internet. Welche Ansicht vertreten Sie? Was soll Adhocracy leisten?<br />
</strong></p>
<p>Für diese Art der politischen Arbeit ist es wunderbar, ein Bürgerbeteiligungstool wie Adhocracy zu entwickeln. Auch wenn es auf den ersten Blick komplex wirkt, ist es sinnvoll und durchdacht. Zu bedenken ist, dass es sich dabei um ein noch sehr junges Tool handelt. Ich würde Jimmy Schulz insofern zustimmen, als der Bundestag selbst generell sehr zurückhaltend im Hinblick auf die digitale Kommunikation mit der Öffentlichkeit ist und daher diese Öffnung mittels des Bürgerbeteiligungstools tatsächlich eine kleine Revolution darstellt. Denn die Kultur des deutschen Parlaments ist nicht auf direkte Kommunikation mit den Bürgern ausgelegt. Selbst in der Internet-Enquete haben wir in den ersten Monaten große Mühe gehabt, digitalen Zugang während unserer Sitzungen zu erhalten. Was die Nutzung von Adhocracy angeht, sehen wir, dass sich mit einer Zahl von über 1.800 Mitgliedern schon viele Bürger registriert haben und zum Teil auch mitlesen und diskutieren. Aber was wir heute nicht sehen können, ist, wie und ob sich das institutionalisieren wird.</p>
<p><strong>Inwieweit hat sich der 18. Sachverständige, also der Bürger, bisher in den unterschiedlichen Projektgruppen eingebracht? </strong></p>
<p>Schaut man sich die Kommentare auf der Bürgerbeteiligungsplattform <a href="https://www.enquetebeteiligung.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.enquetebeteiligung.de</a> an, lässt sich feststellen, dass sich viele Leute ernsthaft Gedanken machen. In der Projektgruppe Urheberrecht konnte das Tool leider erst eingesetzt werden, als wir uns bereits in der Diskussionsphase befanden. Adhocracy hat deshalb keinen Einfluss auf die Themensetzung nehmen können. Das wird bei den neu eingesetzten Projektgruppen anders sein. Aber die Diskussionsbeiträge zur Projektgruppe Urheberrecht fand ich sehr konstruktiv. Meiner Auffassung nach sind Wirkungen in zwei Richtungen denkbar: Das eine ist der Einfluss von Diskussionsbeiträgen auf die Arbeit und Positionen der Enquete-Mitglieder. Andererseits kann der Prozess der Kommunikation und Interaktion wiederum einen Einfluss auf die Bürger haben, sie also Kompetenzen hinzugewinnen und durch die Debatten untereinander auch eine Diskussionskultur weiterentwickeln lassen. Wir wissen heute nicht, ob es sich bei der bisherigen Beteiligung um ein Strohfeuer handelt oder sich dieses Interesse verstetigen wird, wir also fortlaufend öffentliche Debatten zu den Themen der Enquete haben werden. So könnte man befürchten, dass, wenn die Enquete nicht hinreichend auf solche Diskussionen reagiert, viele Leute müde werden und sich abwenden. Insofern wird vieles davon abhängen, ob die Bürger, die sich beteiligen, von uns widergespiegelt bekommen, dass wir sie ernst nehmen und sie einen praktischen Einfluss auf unsere Arbeit ausüben können.</p>
<p><strong>Das Enquete-Mitglied Halina Wawzyniak (Die Linke) wünscht sich, dass die Projektgruppen grundsätzlich öffentlich tagen, damit sich der 18. Sachverständige zufriedenstellend beteiligen kann. Unterstützen Sie diese Forderung?<br />
</strong></p>
<p>Ja! Die eigentliche Arbeit, abgesehen von den Anhörungen, findet schließlich überwiegend in den Projektgruppen statt. Und da dort zumeist die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist, bin ich da ganz bei Halina Wawzyniak. Ich habe zwar früher die Meinung vertreten, dass die Sitzungen der Projektgruppen geschlossen stattfinden sollten, da ich einen politischen Schaukampf befürchtete, wenn sie offen tagen. Nach meinen Erfahrungen in der Projektgruppe Urheberrecht würde ich jedoch sagen, dass diese Sorge unberechtigt ist.</p>
<p><strong>Seitens Medien und Netz-Community wurde insbesondere die Koalitionsmehrheit aus CDU/CSU und FDP dafür kritisiert, aus parteitaktischen Überlegungen heraus den endgültigen Zwischenbericht verschoben zu haben. Dagegen meinte Peter Tauber (CDU), dass es bedauerlich wäre, wenn die Opposition nach einem gefundenen Konsens neue Änderungsanträge vorlegt, die deren ursprüngliche Positionen beinhalten. Wie bewerten Sie den Sachverhalt? Kann hier wirklich nur einer Seite der Schwarze Peter zugeschoben werden?<br />
</strong></p>
<p>In den beiden letzten Sitzungen hat es schon viele taktische Manöver gegeben. Dort sind auch seitens der Sachverständigen grundsätzliche Argumente gegen die Arbeitsweise der Internet-Enquete vorgebracht worden, von denen ich finde, dass sie im Kern berechtigt sind. Denn wir haben in den letzten Monaten tatsächlich überwiegend Textproduktion betrieben, da wir unter einem enormen Zeitdruck standen. Auch haben wir Sachverständige unterschätzt, wie viel Text wir selber verfassen müssen. Allerdings drängt sich schon der Verdacht auf, dass die Sitzungen zum Zwischenbericht von der Koalitionsmehrheit instrumentalisiert worden sind, um die Beschlussfassung zum endgültigen Zwischenbericht zu verschieben. Denn die Koalitionsmehrheit war zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Abwesenheit von Enquete-Mitgliedern und das Stimmverhalten einzelner Sachverständiger nicht gegeben. Dadurch haben sich die Mehrheitsverhältnisse in der Enquete zugunsten der Oppositionsparteien verschoben. Die taktischen Manöver führten dazu, dass die Enquete am Ende blockiert war. Es hat mich auch deprimiert, zu sehen, wie einige Sachverständige teilweise gegen ihre eigenen Auffassungen gestimmt haben – das war beispielsweise beim Urheberrecht mehrfach der Fall. Der Versuch einiger Mitglieder, die Fraktionsdisziplin auf die Sachverständigen auszudehnen und diese unter Druck zu setzen, hat mich schon erschüttert. Es ließ sich auch beobachten, dass die Sachverständigen gegenüber den Parteien, von denen sie nominiert worden sind, unterschiedlich einflussreich sind. In der SPD, aber auch bei den Linken und den Grünen haben die Sachverständigen einen vergleichsweise großen Einfluss. Bei einzelnen Themen gibt es jedoch auch eine Koordination zwischen einem Teil der Sachverständigen. Hierzu ist noch wichtig zu wissen, dass sich mehr als ein Drittel aller Sachverständigen der Internet-Enquete bereits seit den Vorbereitungskonferenzen des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weltgipfel_zur_Informationsgesellschaft" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft</a> kennt. Viele von uns haben also schon vor Jahren zusammengearbeitet und vertrauen einander auch.</p>
<p><strong>Halina Wawzyniak meint auch, dass es neben sehr strittigen Fragen wie beim Thema Netzneutralität auch große Übereinstimmung unter den Enquete-Mitgliedern gab (Stichwort: Laptop für jeden Schüler) und es diese im weiteren Verlauf der Arbeit in allgemeineren Fragestellungen zur digitalen Gesellschaft vermehrt geben wird. Sehen Sie das auch so?</strong></p>
<p>Ja und nein. Es war immer klar, dass Netzneutralität und Urheberrecht zwei kontroverse Themen sein würden, während das im Bereich Bildung nicht so stark der Fall war. Und auch in Zukunft wird es zweifellos eine Mischung aus Konsens und Dissens geben. Sicherheitsfragen, die in der Projektgruppe Zugang, Struktur und Sicherheit im Netz auf der Tagesordnung stehen, werden sicherlich wieder kontrovers diskutiert werden.</p>
<p><strong>Sie sagten zu Anfang unseres Gespräches, dass Sie vor allem der Bereich Regulierung des Netzes interessiert. Wie positionieren Sie sich in punkto Netzneutralität bzw. staatlicher Eingriffe?<br />
</strong></p>
<p>Ich würde die Regulierung des Netzes nicht nur mit staatlichen Eingriffen gleichsetzen. Schließlich kann es auch private Regulierungen geben: Ein Beispiel dafür sind technische Standards. Und wenn beispielsweise Provider Traffic-Management betreiben, dann regulieren sie das Netz auch auf ihre Weise. Ich komme selbst aus einer eher libertären Ecke. Auch die gesamte Netzgemeinde der 1990er Jahre hat sich sehr gegen staatliche Eingriffe gewehrt. Doch aus meiner Sicht war das eindeutig zu kurz gesprungen. Meiner Meinung nach sind staatliche Gesetze in einigen Bereichen notwendig: wie bei der Netzneutralität. So lässt sich beobachten, dass das mobile Internet schon mit viel mehr Restriktionen versehen ist als das stationäre Internet. Es ist bedauerlich, dass die Bundesnetzagentur derzeit die Position der Telekom zu Leistungsklassen vertritt. Für mich ist das ein grundsätzlich falscher Ansatz. Wir müssen stattdessen einen aggressiven Netzausbau betreiben – dann kommt es auch nicht zu Engpässen bei der Netznutzung. Staatliche Eingriffe halte ich darüber hinaus auch in punkto Datenschutz und Menschenrechte für nötig. Es kommt ja auch immer wieder die Idee auf, dass es einer weltweiten Charta bedarf, um die Rechte der Nutzer im Internet zu schützen – das unterstütze ich. Generell ist es ja so, dass die Nutzer meist vereinzelt auftreten, während sich die Industrie in Verbänden zusammenschließt und auf diese Weise ihre Interessen organisiert. Daher denke ich auch, dass der Konsumentenschutz den Gesetzgeber braucht.</p>
<p><strong>Sind das nicht die Aufgaben von Bürgerrechtsvereinen bzw. Nichtregierungsorganisationen wie der Digitalen Gesellschaft?<br />
</strong></p>
<p>NGOs in diesem Bereich sind in jedem Fall wünschenswert. Und dass sich in Deutschland ein solcher Verein herausbildet, der auch Spenden entgegennehmen kann, ist absolut sinnvoll. Ich persönlich will jetzt keine Werbung für diesen einen Verein machen, finde es aber generell sehr schön, dass die Netzgemeinde in Deutschland ausgesprochen organisiert und artikulationsstark ist. Das ist in anderen europäischen Ländern nicht unbedingt so. Jede Neugründung solcher Bürgerrechtsvereine kann man also nur begrüßen.</p>
<p><strong>Die Internet-Enquete beschließt keine Gesetze, sondern gibt nur Handlungsempfehlungen, die nicht bindend sind. Kann das Gremium vor diesem Hintergrund überhaupt zur Lösung von netzpolitischen Fragen beitragen? Welche realpolitische Relevanz hat es?</strong></p>
<p>Ich beteilige mich ja auch stark am <a href="http://www.intgovforum.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet Governance Forum</a>, das ebenfalls keine politischen Entscheidungskompetenzen hat. Meine grundsätzliche Auffassung ist, dass bindende Entscheidungsprozesse in der Politik überbewertet und dass Gremien und Prozesse, die auf Diskurs und Meinungsbildung hinauslaufen, eher unterbewertet werden. Wesentlich in politischen Zusammenhängen sind die Wahrnehmungen, die wir haben, sowie die Definitionen und Interpretationen konkreter Problemstellungen. Für mich ist es wichtig, wie wir über das Internet reden, mit welcher Kompetenz wir Problemlagen beschreiben und Handlungsempfehlungen gegeneinander abwägen. Insofern würde ich auch nie auf die Idee kommen, die Enquete abzuwerten, nur weil sie keine Entscheidungskompetenz hat. Die wesentlichen Bewertungsinstanzen der politischen Arbeit sind für mich die Journalisten und die Menschen auf der Straße. Was das Parlament beschließt, ist nur ein Baustein. Nehmen wir das Beispiel Atomkraft: Wir haben in Deutschland schon immer starke skeptische Mehrheiten dagegen gehabt. Das ist, was die Entscheidung für den Atomausstieg möglich gemacht hat. Ein Gremium, das unsere Bewertungs- und Urteilskompetenz stärkt, ist mindestens so wichtig wie eine Entscheidung im Parlament.</p>
<p><strong>Wie bewerten Sie die bisherige Arbeit der Internet-Enquete?<br />
</strong></p>
<p>Ich bin etwas enttäuscht, da wir weniger konstruktive Debatten hatten, als ich es mir gewünscht hätte. Zudem waren wir im großen Umfang mit dem Verhandeln und Debattieren von Texten befasst. Das mag generell in der Systematik solcher Gremien liegen, da am Ende ja auch ein Abschlussbericht stehen soll. Insofern sind unsere Diskussionen auf der Arbeitsebene sehr stark auf das Aushandeln von Texten bezogen.</p>
<p><strong>Welche der beschlossenen Handlungsempfehlungen halten Sie für besonders wichtig?</strong></p>
<p>Gerade beim Urheberrecht finde ich es wichtig, dass wir uns vom bisherigen Konzept lösen und anfangen, über Alternativen nachzudenken. Dazu gehört etwa die Überlegung, Persönlichkeitsrechte von Verwertungsrechten zu entkoppeln. Aber auch die Reduzierung der überlangen Schutzdauer von Copyrights ist wichtig. Die Anhörung zum Urheberrecht war für mich eine Sternstunde dieser Internet-Enquete. Da hatten wir großartige Experten und Beiträge. Auch gab es Fortschritte bei der Diskussion über Pauschalvergütungen (Stichwort: Kulturflatrate). Ich vertrete eine pragmatische Haltung zur Kulturflatrate. Sie kann in gewissem Umfang auch durch kommerzielle Angebote erreicht werden. In anderen Ländern wie Schweden oder Großbritannien gibt es bereits ausgezeichnete kommerzielle Dienste <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spotify" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie Spotify</a>: ein großartiges und umfangreiches Musikangebot, das für zehn Pfund im Monat genutzt werden kann. So eine Art der Kulturflatrate könnte ich mir als Vorbild für allerlei andere Bereiche vorstellen, solange es hier Mindestregeln der Nutzung und einen gesunden Wettbewerb gibt. In Deutschland stehen solchen Lösungen die Verwertungsgesellschaften im Weg – diese Monopoleinrichtungen müssen unbedingt von staatlicher Seite reformiert werden. Auch hier hat die Internet-Enquete eine konsensuale Haltung entwickelt.</p>
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