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	<title>Ägypten &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Ägypten &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Das Mursimeter steht auf Null</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ralf Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2012 13:25:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Starker Mann hin oder her &#8211; Ägyptens Facebook-Revolutionäre sind unzufrieden mit ihrem neuen Präsidenten. Nach zwei Monaten im Amt hat [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/das-mursimeter-steht-auf-null/mursimeter_slider_en_aktuell/" rel="attachment wp-att-120345"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-120345" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/mursimeter_slider_en_aktuell.jpg" alt="" width="630" height="292" /></a>Starker Mann hin oder her &#8211; Ägyptens Facebook-Revolutionäre sind unzufrieden mit ihrem neuen Präsidenten. Nach zwei Monaten im Amt hat der Muslimbruder Mohammed Mursi von den 64 Wahlversprechen bislang nur eines eingelöst. Wie lange bleibt es ruhig?</p>
<p>Keine Frage &#8211; der erste gewählte Präsident Ägyptens, Mohammed Mursi, steht vor einer schweren Aufgabe. Die Wirtschaft liegt nach jahrzehntelanger Korruption darnieder, Kriminalität und Arbeitslosigkeit sind so hoch wie vor Ausbruch des Arabischen Frühlings, das Militär bedroht die institutionelle Ordnung und die Priorisierung der Beziehungen zu Israel und den USA stößt die Verbündeten in der Region vor den Kopf. Doch die größte Herausforderung für Mursi dürfte darin bestehen, die <a href="http://www.giga-hamburg.de/dl/download.php?d=/content/publikationen/pdf/gf_nahost_1206.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gräben zwischen den drei politischen Lagern des Landes</a> &#8211; Islamisten, Vertreter des alten Regimes, Liberale &#8211; zu überwinden und die Vorbehalte gegen die islamische Regierung abzubauen. Gerade das religiös gemäßigte, liberale Lager fürchtet einen Gottesstaat nach Vorbild der islamischen Republik Iran. Das Dilemma für die Tahrir-Jugend, den Motor der &#8220;Revolution des 25. Januar&#8221; und anderer, die die seit 1953 währende Herrschaft der Generäle zu Fall gebracht haben: Sie müssen den Muslimbrüdern vertrauen, um eine Rückkehr ins &#8220;alte System&#8221; zu verhindern.</p>
<p>Während ägyptische wie internationale Kommentatoren den jüngsten Coup Mursis &#8211; <a href="http://www.zenithonline.de/deutsch/politik//artikel/das-morsi-manoever-003207/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die weitgehende Entmachtung des Militärs</a> &#8211; vorwiegend als Befreiungsschlag der jungen Demokratie gegen den Würgegriff der Mubarak-Eliten werten, fragt der Journalist Hesham Sallam des <em>Egypt Independent</em> nach der Rolle der <a href="http://www.egyptindependent.com/opinion/morsy-coup-and-revolution" target="_blank" rel="noopener noreferrer">steigenden Unzufriedenheit der Revolutionäre</a> als Triebfeder hinter Mursis Machtdemonstration. Nach seiner Lesart hätten die über die Social-Media-Kanäle verbreiteten Aufrufe zu Massendemonstrationen gegen die &#8220;Herrschaft der Bruderschaft&#8221; am 24. August 2012 Mursi zum entschiedenen Handeln bewegt. Es sind Blogger und Bürgerjournalisten wie <a href="http://www.egyptindependent.com/staff/jano-charbel" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jano Charbel</a>, die erneut auf die Straße gehen werden, um ihren Unmut angesichts von &#8220;Inkompetenz, Lügen, Zensur und Begnadigung der Straftaten der Generäle&#8221; zu äußern. Dabei ist das Stimmungsbild gemischt: Für einige der <a href="http://globalvoicesonline.org/2012/08/18/egypt-decoding-morsis-ousting-of-the-generals/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ägyptischen Social-Media-Aktivisten und Journalisten</a> ist die harte Hand Mursis Mittel zum Zweck, um sich vom Militärrat zu emanzipieren. Für andere hat sich nicht viel verändert im Vergleich zur Ära Mubarak. Zwar machen die Islamisten dem Militär in diesen Tagen die Macht ernsthaft streitig, das Wahlvolk hingegen fühlt sich wie zuvor mit den drängenden Missständen im Stich gelassen.</p>
<h3>Vorbild Obameter</h3>
<p>Mursi hatte nach der Wahl einen 100-Tage-Plan vorgelegt, um die mangelnde Sicherheit, den chaotischen Verkehr, die steigenden Benzinpreise, die schlechte Nahrungsmittelversorgung sowie die hartnäckige Vermüllung der Städte anzugehen. <a href="http://weekly.ahram.org.eg/2012/1108/yo3.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das ambitionierte Versprechen</a> mit insgesamt 64 Punkten halten selbst Mitglieder der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei (FJP), der Mursi angehört, für kaum einlösbar. Doch die ägyptische Jugend nimmt den Muslimbruder beim Wort und wacht über die Einhaltung der Versprechen &#8211; mit Hilfe <a href="http://www.morsimeter.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">des Mursimeters.</a> Modell für das von der Antikorruptions-Organisation Zabatak entwickelte Online-Tool, das den Fortschritt des 100-Tages-Planes dokumentiert und bewertet, ist das <a href="http://www.politifact.com/truth-o-meter/promises/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Obamater des Pulitzer-Preisträgers PolitiFact.</a> Darin werden alle Versprechen gelistet und mit einem Status der Erfüllung versehen. Das nüchterne Ergebnis zur Halbzeit: Zehn Wahlversprechen hat Mursi bisher angepackt und gerade mal eines eingelöst: In den Freitagsgebeten wird der Gesellschaft nun ein bewusster Umgang mit Müll gepredigt. Sauberer ist es dagegen nur dank der <a href="http://www.zenithonline.de//deutsch/gesellschaft//artikel/alle-sollen-mit-anpacken-003145/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">freiwilligen Putzeinsätze seiner Anhänger geworden.</a></p>
<p>Für die Tahrir-Jugend ist demnach das eingetreten, was <a href="http://globalvoicesonline.org/author/tarek-amr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogger und Global Voices-Autor Tarek Amr</a> vor den Wahlen als &#8220;worst case scenario&#8221; bezeichnet hat: die Entscheidung zwischen unsicherer islamistischer Zukunft und Rückkehr ins korrupte, undemokratische System. Das Dilemma: Wer die Inkompetenz der Muslimbrüder und den autoritären Umgang mit den Medien kritisiert, spielt reaktionären Kräften in die Hände, die den Weg für eine erneute Militärherrschaft ebnen wollen. Mit dem offenen Aufruf zum Militärputsch haben Sympathisanten des &#8220;alten Systems&#8221; wie Talkmaster Tawfiq Okasha (Faraeen TV) oder die Tageszeitung Al-Dostour Präsident Mursi gezielt provoziert. Die Regierung reagiert mit Lizenzentzügen, Regierungsgegner widerum klagen die Beschneidung der Pressefreiheit an. <a href="http://weekly.ahram.org.eg/2012/1111/eg10.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die mediale Schlacht um die Deutungshoheit im Lande ist in vollem Gange</a>. Die Ägyptische Menschenrechtsorganisation EOHR spricht von einem Rückschlag für das Recht auf freie Meinungsäußerung. Zuvor hatte der von den Islamisten kontrollierte Shura-Rat, die zweite Parlamentskammer, alle Chefredakteure staatlicher Zeitungen ausgewechselt. Schon spricht man in Kairo von der Pressezensur als &#8220;<a href="http://www.zenithonline.de//deutsch/politik//artikel/pippi-langstrumpf-und-die-muslimbruderschaft-003234/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vererbtes System</a>&#8220;. Ist Mursi auf dem Weg, ein zweiter Mubarak zu werden?</p>
<h3>Internationalaisierung des Machtkampfes</h3>
<p>Ägyptens junge Demokratie entgleitet den Revolutionären, die das Land nach liberal-demokratischem Vorbild neu aufbauen wollten. Ihr notgedrungener Hoffnungsträger Mursi bringt mit der Entmachtung des Militärs die Konsolidierung der jungen Demokratie in Gefahr. Die Wahrscheinlichkeit eines Pusches steigt. Doch damit nicht genug: Der Machtkampf zwischen Militärrat und Muslimbrüder wird nicht nur im eigenen Land ausgetragen. Mit dubiosen Attacken auf US-amerikanische Muslime in Ägypten sollen vermutlich auch die USA in den Konflikt hineingezogen werden, die Ägypten seit Jahrzehnten mit milliardenschwerer Militärhilfe gefügig hielt. Pfründe, die die Generäle gefährdet sehen, wenn Mursi sich vom mächtigen Verbündeten abwenden und möglicherweiese doch den unpopulären Separatfrieden mit Israel aufkündigen sollte. Dabei wäre dem Muslimbruder die Unterstützung in der arabischen Welt sicher. Ein weiteres Indiz für die Internationalisierung des Konfliktes ist der von der staatlichen Nachrichtenagentur angekündigte <a href="http://www.aljazeera.com/news/middleeast/2012/08/2012818182526548301.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">historische Besuch Mursis in Teheran.</a> Die Annäherung an den Iran dürfte die Ängste vor einer Islamisierung im Land noch weiter schüren.</p>
<p>Am 24. August wird sich zeigen, wie unzufrieden die jungen Freiheitskämpfer mit ihrem ersten gewählten Präsidenten tatsächlich sind. Sollte der Protest so gewaltig ausfallen, wie ihn die Propagandisten herbeireden, ist der Muslimbruder Musi gut damit beraten, seine erkämpfte Handlungsfähigkeit schnell unter Beweis zu stellen. Am besten 63 Mal. Das würde nicht nur den Ägyptern, sondern auch den Überlebenschancen der Demokratie zugutekommen.</p>
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		<title>Internationaler Tag der Pressefreiheit: Blog-Brücken schlagen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ralf Pauli]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 May 2012 13:27:05 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Blogger sind sie. Brückenbauer zwischen den Welten. Als Emissäre für die Pressefreiheit hat die Deutsche Welle renommierte Blogger aus China, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/internationaler-tag-der-pressefreiheit-blog-bruecken-schlagen/dw_blogger_shahidul-alam_580_2/" rel="attachment wp-att-115492"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-115492" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/dw_blogger_shahidul-alam_580_2.jpg" alt="Blogger Shahidul Alam (Foto: Ralf Pauli)" width="580" height="373" /></a><br />
Blogger sind sie. Brückenbauer zwischen den Welten. Als Emissäre für die Pressefreiheit hat die Deutsche Welle renommierte Blogger aus China, Iran, Ägypten, Russland und Bangladesh in Berlin zusammengebracht. Ihr gemeinsamer Appell: Blogger als Reporter für Mainstream-Medien einsetzen.</p>
<p>Das Timing ist perfekt &#8211; nicht nur bei seiner spektakulären Flucht aus dem Hausarrest hat der blinde Bürgerrechtler Chen Guangcheng den geeigneten Zeitpunkt abgewartet. Trotz aller Bemühungen der chinesischen Führung, die Flucht zu verheimlichen, verbreitete sich die Nachricht dank chinesischer Blogger wie ein Lauffeuer &#8211; pünktlich zum internationalen Tag der Pressefreiheit. Ohne das Web, so <a href="http://re-publica.de/12/person/isaac-mao/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Isaac Mao</a>, wäre Chens Flucht nicht möglich gewesen. Mao, selbst einer der bekanntesten Blogger der Volkrepublik China, weiß, wovon er spricht. Er kennt die Fluchthelferin Chens persönlich, spricht von ihr als &#8220;that girl&#8221;. Mao verrät, dass die Fluchtdetails online vorbereitet wurden, dass in der chinesischen Blogosphäre der Informationsaustausch über Chen als Machtdemonstration der sozialen Medien wahrgenommen wird. Staatliche Filter und Account-Sperren können die Verbreitung nicht aufhalten. Die Blogger weichen auf ausländische Dienste wie Facebook aus und chiffrieren ihre Texte. Jeder wisse, dass mit &#8220;er&#8221; Chen gemeint sei.</p>
<p>Ein Dissident fordert das politische System heraus &#8211; und jeder kriegt es mit. Der chinesischen Führung entgleitet die Kontrolle. Ein Wendepunkt im Kampf für die Meinungsfreiheit? Mao glaubt daran. Vorfälle wie dieser werden in den staatlichen Medien in China mit keiner Zeile, mit keinem Wort erwähnt. Vor beinahe zehn Jahren, führt Mao während des von der Deutschen Welle organisierten Pressegesprächs am Montag in Berlin fort, habe Chen die erste Warnung vom Regime erhalten. Nur habe in China damals niemand von den Prügeln erfahren, die Chen für seine Recherchen zur Ein-Kind-Politik einstecken musste. Heute sind seine Enthüllungen um Zwangsabtreibungen und Sterilisationen von Frauen, die fadenscheinige Verurteilung 2006 sowie seine Freilassung 2010 mit anschließendem Hausarrest in China bekannt &#8211; seine gelungene Flucht in die US-Botschaft nach Peking entblößt die chinesische Führung vor der Internationalen Gemeinschaft &#8211; dank Social-Media-Aktivisten. Der Anfang des &#8220;chinesischen Frühlings&#8221;?</p>
<h3><strong>Chen Symbol für die Macht der Sozialen Medien in China</strong></h3>
<p>Dass neue Medien nicht nur den Regimesturz beschleunigen können, sondern auch demokratische Verfahren transparenter und partizipativer machen, hofft auch <a href="http://re-publica.de/12/person/tarek-amr/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tarek Amr</a>, ebenso wie viele seiner Landsleute. Der ägyptische Blogger hat miterlebt, wie aus Netzaktivisten Politiker oder Journalisten unabhängiger Medien wurden. Wie er selbst. Amr schreibt für <a href="http://globalvoicesonline.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Global Voices Online</a>. Andere Blogger gingen in die Politik &#8211; und twittern heute direkt aus dem ägyptischen Parlament. Wie effektiv die Zusammenarbeit für die demokratische Kontrolle sein kann, legt Amr am Beispiel der Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung dar, die das Parlament &#8211; in dem die gemäßigten Islamisten die stärkste Fraktion sind &#8211; gegen den Wunsch der Bürger nach fairer Vertretung aller Interessensgruppen zu Gunsten der Mehrheit durchsetzen wollte. Die Proteste auf der Straße und in den Medien brachten die  Parlamentarier von ihrem Vorhaben ab. Sie verschoben die Wahl.</p>
<p>Gerade bei Wahlfälschungen ist die Mobilisierung über Facebook oder Twitter enorm, wie die Erfahrungen in Iran 2009 und in Russland im März dieses Jahres gezeigt haben. Doch im Gegensatz zum harten Durchgreifen während der &#8220;Grünen Revolution&#8221;, die &#8211; wie der Exil-Iraner <a href="http://re-publica.de/12/person/arash-abadpour/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arash Abadpour</a> berichtet, viele regimekritische Blogger ins Exil trieb, hat die russische Opposition mit dem zivilgesellschaftlichen Protest eine Art Oppositionskultur für sich entdeckt. Der russische Top-Blogger, Journalist und Internet-Experte <a href="http://thebobs.com/deutsch/2012/alexander-plushev/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Alexander Plushev</a> zeigt sich selbst einigermaßen überrascht vom Umfang der Protestewegung. Am 6. Mai wird sich die Opposition erneut formieren, um am &#8220;Marsch der Millionen&#8221; gegen die Wiederwahl Putins teilzunehmen &#8211; einen Tag vor der Amtseinführung des jetzigen Premierministers. Plushev geht davon aus, dass die Bewegung von Dauer sein wird.</p>
<h3><strong>Blockierte Facebook-Gruppe &#8220;Who is sexier?&#8221; harmlos   </strong></h3>
<p>So hoffnungsvoll wie in Russland heute, so still ist es um die Opposition in Iran. Abadpour, dessen Blog zu den 20 meist gelesenen in persischer Sprache zählt, liefert die Begründung dafür: In Iran werde bereits die Auslebung &#8211; gemessen an westlichen Standards &#8211; banaler Aktivitäten wie etwa eine Wasserpistolen-Schlacht zu sozialem Aktivismus gerechnet. Die moralischen Ansprüche, die die religiöse Führung des islamischen Staates an die Gesellschaft stellt, gelten auch für das Internet.  In diesem &#8220;guten Internet&#8221; &#8211; führt der in Kanada lebende Blogger am Montag in Berlin aus &#8211; hätten auch harmlose Facebook-Seiten keinen Platz.  Dieses Vorgehen könnte aufgrund ihrer &#8220;absurden&#8221; Verhältnislosigkeit in einen Regimesturz münden &#8211; ein Beispiel für Ethan Zuckermans &#8220;Cute Cat Theory&#8221;, die besagt, dass überwachte Bürger sich erst von der Zensur betroffen fühlen, wenn der Staat in banale Alltagsdinge eingreift.</p>
<p>Oftmals jedoch dringen solche Umstände nicht aus der &#8220;Sprachinsel&#8221; des jeweiligen Landes oder Kulturgreises heraus, bilanziert <a href="http://re-publica.de/12/person/markus-beckedahl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Markus Beckedahl</a>, deutscher Blogger und Mit-Gründer und Veranstalter der <a href="http://re-publica.de/12/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">re:publica</a>, auf der die internationalen Blogger auch in verschiedenen Beiträgen als Redner auftreten. Erst durch die Übersetzung seines Blogs in eine andere Sprache könne er außerhalb des deutschsprachigen Raumes gelesen werden. Beckedahl nennt dies &#8220;BridgeBlogging&#8221;, das Überbrücken von Sprachbarrieren. Doch was konkret könne in westlichen Medien &#8211; abgesehen von der Weiterverbreitung von Bloggereinträgen rund um die Welt &#8211; zur Unterstützung der Meinungsfreiheit unternommen werden? Blogger vor Ort als Reporter anheuern &#8211; dieser Appell an große westliche Medien trifft bei den Anwesenden auf ungeteilte Zustimmung. Die Deutsche Welle unterstützt Blogger weltweit. Seit 2004 vergibt sie die  <a href="http://thebobs.com/deutsch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BOBs-Award</a>. Die geladenen Blogger waren Teil der Jury. Hauptgewinner ist der persische Blogger und Journalist Arash Sigarchi mit seinem Blog <a href="http://sigarchi.net/blog/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Window of Anguish&#8221;</a>. Mit der Auszeichnung will die Deutsche Welle &#8220;im Sinne der Meinungsfreiheit den offenen Diskurs im Internet vorantreiben.&#8221;</p>
<h3><strong>BOB-Awards: Iranischer Blog ausgezeichnet</strong></h3>
<p>Für die Chefredakteurin der Deutschen Welle, Ute Schaeffer, liegt der Wert der Blogger nicht allein darin, dass sie sich der freien Meinungsäußerung bedienen. Er rührt auch von ihrem Drang, &#8220;soziale Missstände zu beleuchten und ihre authentische Sicht auf Dinge zu teilen, die oftmals von staatlicher Zensur betroffen sind.&#8221; Das führe zu innovativen und kreativen Wegen der Meinugsäußerung. Das gilt allen voran für den Pakistani <a href="http://re-publica.de/12/2012/04/16/vom-internet-in-kinderschuhen-und-totalitaren-staaten/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shahidul Alam</a>. Der renommierte Photograph setzt sich derzeit für den Ausbau des Internet in den ländlichen Regionen des Landes ein. Denn Informationen aus dem Netzt seien oft die einzige alternative Quelle zu den Staatsmedien. Bestehende Strukturdefizite bei Fernsehen und Rundfunk ergäben, dass nur der staatliche Fernsehsender landesweit senden könne &#8211;  private Anbieter müssten auf das regional begrenzte Kabelnetz zurückgreifen. Gleiches gelte für den Hörfunk. Mit jedem ans Netz angeschlosse ipod-touch, das Alam verteilt, wird das de facto-Informationsmonopol des Staates ein Stück eingeschränkt. Ein Korrespondenznetzwerk soll die weitgehend fehlende Infrastruktur in ländlichen Gebieten überbrücken, schließt Alam.</p>
<p>So unterschiedlich die Erfahrungen der Blogger mit den Bürgerrechten in ihren Heimatländern Iran, Bangladash, Ägypten, China und Deutschland auch sein mögen, so unbestritten ist ihr Verdienst um das Recht auf freie Meinungsäußerung. Auch wenn kritische Töne &#8211; etwa beim Thema westliche Überwachungstechnologie im Nahen Osten oder nur punktuelle Zusammenarbeit der westlichen Medien mit Bloggern weltweit – angeschnitten worden sind, wünschen sich alle Beteiligten eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Mainstream-Medien. Die Deutsche Welle geht hier mit multimedialen Projekten voran. „Jetzt bitte noch auf einer täglichen Basis und nicht nur einmal im Jahr&#8221; – wünscht sich Mao. Dann würden aus Bloggern sicherlich noch schneller Brückenbauer. Und die Presse freier – im Weltdorf.</p>
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		<title>Digitale Presseschau 02/2012</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 18:51:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Marina Weisband kritisiert Boulevardjournalismus, Rückblick 2011: E-Demokratie &#38; E-Partizipation, Pro und Contra Facebook, Digitale Spaltung &#8211; dies und mehr in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Marina Weisband kritisiert Boulevardjournalismus, Rückblick 2011: E-Demokratie &amp; E-Partizipation, Pro und Contra Facebook, Digitale Spaltung &#8211; dies und mehr in der Digitalen Presseschau.</p>
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<h3 align="center"><strong>Video der Woche</strong></h3>
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<div align="center"></div>
<div align="center"><span style="color: #ffffff;">&#8211;</span></div>
<p>Beim NDR-Medienmagazin &#8220;Zapp&#8221; erschien der <a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medien_politik_wirtschaft/politiker139.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">interessante Beitrag</a> &#8220;Polit-Neulinge: Erfahrungen mit Journalisten&#8221;. Darin kommen junge Politiker wie die Piratin Marina Weisband zu Wort, die kritisieren, dass einige Medien und Journalisten oft nicht differenziert über politische Inhalte berichten, sondern sich eher für Details aus dem Privatleben oder für Äußerlichkeiten interessieren.</p>
<p><strong><a href="http://www.e-demokratie.org/e-demokratie/elektronische-demokratie-im-jahresruckblick-2011/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rückblick: E-Demokratie 2011</a></strong></p>
<p>Christian Heise lässt auf E-Demokratie.org die Entwicklungen in punkto elektronische Demokratie und Partizipation des Jahres 2011 Revue passieren und kommt mit seinem sehr informativen Beitrag auf Platz 1 unserer Presseschau. In seinen Ausführungen blickt er zurück auf wichtige Events und neue Projekte wie auf interessante Veröffentlichungen.</p>
<p><strong><a href="http://www.bap-politischebildung.de/2012/01/philip-rizk-es-ist-noch-lange-nicht-zu-ende/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Status: Arabischer Frühling in Ägypten</a></strong></p>
<p>Im Interview mit der Online-Ausgabe des Bundesausschuss Politische Bildung (bap) berichtet der deutsch-ägyptische Blogger und Filmemacher Philip Rizk über die Entwicklungen in seiner Heimat Ägypten seit dem Arabischen Frühling. Die gegenwärtige Stimmung im Land bringt er so auf den Punkt: „Die Leute sind der Meinung, nichts oder nicht genug hätte sich verändert, und die Generäle hätten jetzt genau die Position eingenommen, die Mubarak und sein Regime früher hatten.“</p>
<p><strong><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2012/01/facebook-die-neue-nervenbahn-unserer-gesellschaft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook – die neue Nervenbahn unserer Gesellschaft</a></strong></p>
<p>Thomas Knüwer bricht in seinem Blog &#8220;Indiskretion Ehrensache&#8221; eine Lanze für Facebook – es sorge für eine feinere Granulierung unserer zwischenmenschlichen Beziehungen: Sei es beim gemeinsamen Erleben von Trauer oder als spontaner Anlaufpunkt, um mit anderen Menschen ins Gespräch über gemeinsame Interessen und gesellschaftskritische Themen zu kommen.</p>
<p><strong><a href="http://internetunddemokratie.wordpress.com/2012/01/09/warum-das-internet-nicht-reprasentativ-ist/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Warum das Internet nicht repräsentativ ist</a></strong></p>
<p>Der Politiker und Autor des Buches &#8220;Internet und Demokratie&#8221; Stephan Eisel setzt sich kritisch mit den Ursachen einer vermeintlich geringen Repräsentativität des Internet auseinander. Am Beispiel der Affäre Wulff stellt er eine Diskrepanz fest zwischen repräsentativen Umfragen und der Meinungsbildung im Internet, die ihre Ursache in einer dreifachen digitalen Spaltung hätte.</p>
<p><strong><a href="http://blog.zdf.de/hyperland/2012/01/social-swarm-sicher-im-sozialen-netzwerk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schutz vor Facebooks Datensammlung</a></strong></p>
<p>Im ZDF-Blog Hyperland berichtet die Autorin und Journalistin Christiane Schulzki-Haddouti von einem Projekt namens „Social Swarm“, das einen Schutz vor der Datensammelwut des Internetkonzerns Facebook bieten soll. Es handelt sich bei diesem Projekt um eine Meta-Infrastruktur zur Nutzung verschiedener Plattformen mit verschlüsselter Kommunikation. Offene Kommunikationsschnittstellen von Open-Source-Projekten wie Identica und Diaspora sollten damit genutzt und eine vertrauliche Kommunikation ermöglicht werden.</p>
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		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 47</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lena Herzog]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 17:29:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[Jarzombek]]></category>
		<category><![CDATA[Nazis im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/linkliste_banner.png" height="180" width="480" /><br />
Datenhungrige Konzerne, die chinesiche „Internet Water Army“ und wieder einmal die Proteste in Ägypten sind neben anderen die Themen unserer digitalen Presseschau der Woche.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Datenhungrige Konzerne, die chinesiche „Internet Water Army“ und wieder einmal die Proteste in Ägypten sind neben anderen die Themen unserer digitalen Presseschau der Woche.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 align="center"><strong>Unser Video der Woche<br />
</strong></h3>
<div style="text-align: center;" align="center"><iframe src="http://player.vimeo.com/video/29448276?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0" frameborder="0" width="400" height="225"></iframe><a href="http://vimeo.com/29448276"><br />
The Soft War</a> from <a href="http://vimeo.com/columnfive">Column Five</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</div>
<p style="text-align: left;"><span style="color: #ffffff;">&#8211;</span><br />
In „The Soft War“ wird anschaulich dargestellt, welche Länder dieser Welt das Internet auf welche Weise zensieren und was Anonymous und die USA dagegen unternehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.jarzombek.com/blog/2011/11/24/google-vs-freiheit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Jarzombek: Erliegen wir nicht einer Illusion, wo Google und Facebook mehr über uns wissen, als wir dem Staat je anvertrauen würden?</strong></a></p>
<p>Die Wahl für unseren Top-Artikel der Woche fiel diesmal auf einen Blog-Eintrag des CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek. Mit gutem Grund, meint dieser, haben wir in Deutschland strenge Datenschutzrichtlinien und ein Verfassungsgericht, das den Staat immer wieder in seine Schranken weist, wenn es um das Sammeln von Daten geht. Doch zugleich legen wir als Facebook- und Google-Nutzer unsere Daten in die Hände mächtiger Konzerne. Was, wenn diese ihre Macht missbrauchen? Können Abgeordnete unter diesen Umständen überhaupt noch frei sein, fragt der Politiker.</p>
<p><a href="http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/27357/?p1=blogs" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Verdeckte Recherche deckt chinesische „Internet Water Army“ auf</strong></a></p>
<p>Auf „Technology Review“ wird der Chinese Cheng Chen porträtiert, der gemeinsam mit Freunden bezahlten „Propaganda-Postern“ auf der Spur ist. In China herrsche eine rege Nachfrage nach diesen Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Internet innerhalb kürzester Zeit mit ausgewählten Informationen oder Gerüchten zu fluten. Chen arbeitete selbst verdeckt als einer von ihnen und entwickelt heute eine Software, die die „Propaganda-Posts“ erkennen soll.</p>
<p><a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/netz-gegen-nazis-zwickau-trio-distanzierungen-von-npd-und-co-sind-reine-taktik/46570" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Nazis im Netz – Distanzierungen von rechtem Terror sind reine Taktik</strong></a></p>
<p>In einem Interview auf cicero.de erklärt Simone Rafael von „Netz gegen Nazis“, warum die Zurückhaltung rechter Gruppierungen nach der Aufdeckung der rechten Terrorgruppe nichts als Taktik sei. Es sei reiner Selbstschutz, wenn jetzt allen voran die NPD betone, dass sie Gewalt ablehne. In Wahrheit habe sich die rechtsextreme Szene schon lange im Netz etabliert und ermögliche dadurch auch einen besseren Zugang zu ihrem Gedankengut. Nun gelte es, das Bewusstsein für die Problematik zu schärfen.</p>
<p><a href="http://www.theatlantic.com/technology/archive/2011/11/what-the-new-protests-in-egypt-mean-for-the-twitter-revolutions/248881/#.Ts0NXi_T6hY.twitt" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Die Bedeutung der erneuten Proteste in Ägypten für die „Twitter-Revolution“<br />
</strong></a><br />
Was, wenn mobile Endgeräte es in Zukunft leichter machen, Regierungen zu destabilisieren, statt neue zu bilden? Mit dieser Frage setzt sich Rebecca J. Rosen auf „The Atlantic“ auseinander und bezieht sich dabei auf die Proteste in Ägypten. In etablierten Regierungen werden bereits Versuche von E-Government durchgeführt, aber in Ägypten müsse erst einmal herausgefunden werden, welche Art von Regierung das Land bekommen soll. Soziale Medien würden zwar ihren Dienst an Revolutionen tun, schreibt Rosen, aber beim Aufbau eines Staates brauche es weniger Leidenschaft als intelligente Entscheidungen.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-11/sue-gardner-interview/seite-3" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Wikipedia wäre besser, wenn mehr Frauen dabei wären</strong></a></p>
<p>In einem Interview auf „Zeit Online“ wünscht sich Sue Gardner von der Wikimedia Foundation dringend mehr Autorinnen für das Internetlexikon. Ohne diese und ihren Blick auf die Welt würden wertvolles Wissen und Erfahrungen verloren gehen. Erreicht werden soll ein verbessertes Wikipedia aber zusätzlich auch mit verbesserter Nutzerfreundlichkeit, mehr Anerkennung und der Unterstützung von Universitäten.</p>
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		<title>Petition für ägyptische Blogger</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/petition-fuer-aegyptische-blogger-5910/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 15:56:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter ohne Grenzen]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/ROG.jpg" alt="ROG" align="left" height="131" width="110" />Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) warnt vor einer zunehmenden Beschränkung der Internetfreiheit in Ägypten. In einer am heutigen Freitag gestarteten Petition fordert ROG die Freilassung der Blogger Maikel Nabil Sanad und Alaa Abdel Fattah.
<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/ROG.jpg" alt="ROG" align="left" height="131" width="110" />Die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) warnt vor einer zunehmenden Beschränkung der Internetfreiheit in Ägypten. In einer am heutigen Freitag gestarteten Petition fordert ROG die Freilassung der Blogger Maikel Nabil Sanad und Alaa Abdel Fattah.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Maikel Nabil Sanad und Alaa Abdel Fattah gelten als die prominentesten Blogger Ägyptens. Beide befinden sich derzeit in Haft. Der Kriegsdienstverweigerer Sanad hatte sich schon vor dem Sturz Husni Mubaraks kritisch über die ägyptische Armee geäußert. Nach Mubaraks Sturz und der Bildung einer Interimsregierung durch den Militärrat wurde Sanad von einem Kriegsgericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Ein Berufungsverfahren wurde mehrfach verschoben. Seit dem August befindet er sich im Hungerstreik. </p>
<p>Alaa Abdel Fattah war Ende Oktober verhaftet worden, weil er vor einem Militärgericht die Aussage verweigert und dessen Legitimität bezweifelt hatte. Der Software-Entwickler zählt zu den bekanntesten Bloggern Ägyptens, seit er 2006 wegen der Teilnahme an friedlichen Protesten inhaftiert und erst nach internationalen Protesten wieder freigelassen worden war.
</p>
<p>
Neben ROG haben auch <a href="http://www.amnesty.de/2011/11/3/aegypten-prominenter-blogger-inhaftiert?destination=node%2F17266" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amnesty International</a> und <a href="http://www.hrw.org/news/2011/04/11/egypt-blogger-s-3-year-sentence-blow-free-speech" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Human Rights Watch</a> wiederholt die willkürlichen Verhaftungen von ägyptischen Bloggern kritisiert und <a href="http://action.amnesty.de/l/ger/p/dia/action/public/?action_KEY=8199&amp;d=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagnen</a> gestartet. Die Petition von Reporter ohne Grenzen, die seit heute <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/index.php?id=531" target="_blank" rel="noopener noreferrer">online unterzeichnet</a> werden kann, richtet sich an den von der Militärregierung eingesetzten Ministerpräsidenten Essam Scharaf und soll Ende des Jahres dem ägyptischen Botschafter in Deutschland überreicht werden. 
</p>
<p>
Gegenüber politik-digital betonte ROG-Pressereferentin Anja Viohl, dass der Umsturz in Ägypten viel bewirkt habe und die aktuelle Lage nicht vergleichbar mit den massiven, systematischen Online-Kontrollen vor der Revolution sei. &quot;Aus diesem Grund nahmen wir das Land bereits im vergangenen März von unserer Liste der &#8216;Feinde des Internets&#8217;. Umso bestürzter waren wir, als wir Wochen und Monate später von den Verhaftungen Sanads und Fattahs erfuhren&quot;. Laut Viohl schürten die Verhaftungen die Sorge der Reporter ohne Grenzen, dass es zu weiteren Rückschritten kommen könnte: &quot;Zensur darf in Ägypten nicht wieder schleichend Einzug halten und irgendwann wieder sozusagen selbstverständlich sein&quot;. 
</p>
<p>
Besorgniserregend sei auch der Gesundheitszustand Sanads: Dessen Anwalt befürchte, &quot;dass der Blogger einer Elektrokrampftherapie unterzogen wird, die den Hungerstreik-geschwächten Mann das Leben kosten könnte. Schließlich dürfen wir auch die indirekten Folgen der Verhaftungen nicht vergessen: In der Regel werden dadurch andere Blogger abgeschreckt. Einige von ihnen werden sich nun vermutlich viel vorsichtiger über die Militärregierung äußern und damit  Selbstzensur üben.&quot;<span style="font-size: 11pt;font-family: 'Calibri','sans-serif'"><span>  </span></span> 
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 34</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/presseschau/digitale-presseschau-kw-34-5379/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 15:02:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Daniel Domscheit-Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Assange]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Tunesien]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="/digitale-presseschau-kw-34"><img src="/sites/politik-digital.de/files/logo-linkliste.png" align="left" height="87" width="80" /></a>Ägyptische und tunesische Hacker, ein Leck bei Wikileaks, potentielle Cyberdemokratie in China,  und vieles mehr sind heute Thema in unserer Digitalen Presseschau.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ägyptische und tunesische Hacker, ein Leck bei Wikileaks, potentielle Cyberdemokratie in China, und vieles mehr sind heute Thema in unserer Digitalen Presseschau.</p>
<p>Auch diese Woche hatten wir zahlreiche interessante Artikel zur Auswahl. Sieger wurde diesmal ein Beitrag aus dem Online-Magazin Technology Review von John Pollok. Er beschreibt detailliert die Digitalisierung in Ägypten und Tunesien, ihre Gefahren und Vorteile.</p>
<p><strong><a href="https://www.technologyreview.com/web/38379/?mod=ArabSpring_feature" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wie die ägyptische und tunesische Jugend den Arabischen Frühling hackten</a></strong></p>
<p>Gold geht an: John Pollock. In einem sehr ausführlichen, aber nicht langweilig werdenden Artikel beschreibt er im Magazin <em>Technology Review</em>, wie sich junge Tunesier und Ägypter das Internet zu Nutzen machten, um ihre politischen Ziele zu verfolgen. Es war ein heikles Manöver und viele Menschen, die Online-Plattformen zur Verfügung stellten und Demonstrationen im Netz organisierten, bezahlten die Freiheit ihrer Mitbürger mit ihrem Leben. Eine tolle Chronik der „Online-Ereignisse“ in den arabischen Ländern.</p>
<p><strong><a href="http://www.freitag.de/politik/1134-nerds-ohne-nerven" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kein Vertrauen mehr in Wikileaks</a></strong></p>
<p>In einem einmaligen Artikel erklärt Steffen Kraft wieso der <em>Freitag</em> im Besitz unredigierter US-Botschaftsdepeschen ist und welche Ängste Julian Assange dazu bewegen bei Julian Augstein, dem Verleger des Freitags anzurufen. Selbst Assange ist scheinbar zu der Einsicht gekommen, dass seine Plattform nicht die Sicherheitsstandards einhält, welche Assange und Mitgründer Domscheit-Berg anfangs proklamierten. Kraft greift ebenfalls die Ereignisse auf, die letzten Endes zu den Diskrepanzen zwischen den beiden Köpfen von WikiLeaks geführt haben. Dafür gibt es von uns die Silbermedaille.</p>
<p><strong><a href="http://berlinergazette.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Dreifachkatastrophe in Japan und ihre Auswirkungen auf die Internetnutzung</a> </strong></p>
<p>Der Sachbuch-Autor Yasushisa Hasegawa beschreibt in dieser Woche in der <em>Berliner Gazette</em>, wieso das High-Tech Land Japan bislang das Potential des Internets nicht völlig ausgeschöpft hat und wieso das Internet bis vor kurzem als ein Medium der zweiten Klasse angesehen wurde. Die Katastrophe vom März diesen Jahres veränderte das Nutzerverhalten. Japaner greifen nun häufiger zu Smartphones und ähnlichen Technologien, da diese ihnen schnellere Auskunft über die Ereignisse im Land liefern können, als die herkömmlichen Medien. Ein Artikel, der interessante Einblicke in das digitale Nutzerverhalten der Japaner liefert.</p>
<p><strong><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-08/china-internet-demokratie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ist China auf dem Weg zu einer Cyberdemokratie?</a></strong></p>
<p>Tina Clausmeyer analysiert in der <em>Zeit</em>, inwiefern das Internet auch in der Volksrepublik China angekommen ist. Weiter erläutert sie, ob die seit den Revolutionen in Nordafrika bekannten „Tools of Change“, wie Facebook und Twitter, auch die Demokratisierung in dem autokratischen System Chinas vorantreiben können. Sie kommt zu dem Fazit, dass in China ein enormer Nachholbedarf im Bereich der gesellschaftlichen und politischen Online-Partizipation herrscht, dem womöglich durch eine Zusammenarbeit mit dem Westen begegnet werden kann.</p>
<p><strong><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,781873,00.html#ref=rss" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brauchen wir Datenschutz-Fundamentalisten? Und wenn ja, wozu?</a></strong></p>
<p>Konrad Lischka beantwortet im <em>Spiegel</em> die Frage, ob wir Datenschutz-Fundamentalisten brauchen mit einem klaren „Ja“. Dem Autor geht es weniger darum, ob reguliert werden soll, sondern viel mehr um das Wie. Lischka ist der Meinung, dass nur Provokateure wie Thilo Weichert, der zur Zeit gegen das Einbauen des &#8220;Gefällt mir&#8221;-Buttons auf Webseiten vorgeht, endlich spürbaren Fortschritt im Thema Datenschutz herbeiführen können. Der Spiegel Autor scheint eine generelle Regulierung von Facebook zu begrüßen, jedoch unter der Voraussetzung, dass sie dem Datenschutz zu Gute kommt.</p>
<p><strong><a href="http://www.cicero.de/berliner-republik/entern-oder-kentern/42745?seite=1">Wie ist es um die Zukunft der Piraten bestimmt?</a></strong></p>
<p><em>Cicero</em> Autorin Vera Gaserow analysierte diese Woche die Zukunftsaussichten der Piratenpartei. Die Autorin beschreibt den anfänglichen Wahlerfolg der Partei, sowie interne Konflikte und die zu bemängelnde Organisation der Piraten. Politologen gehen davon aus, dass die Wahlen in Berlin zeigen werden, ob die Partei auch in Zukunft Erfolge verzeichnen wird, denn „Die Berliner Piraten sind weiter als die Gesamt-Partei“. Ein interessanter und umfassender Artikel über die Internet-Partei.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ägypten &#8211; Demokratie im Aufbau</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/aegypten-demokratie-im-aufbau-5378/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Aug 2011 17:27:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[el-Baradei]]></category>
		<category><![CDATA[Free Egyptians Party]]></category>
		<category><![CDATA[Freedom and Justice Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Justice Party]]></category>
		<category><![CDATA[Muslimbrüderschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wafd Partei]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Ahmed Khalifa]]></category>
		<category><![CDATA[Al-Wasat Partei]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Berichterstattung über die Situation in Ägypten ist angesichts der aktuellen dramatischen Ereignisse in Nordafrika in den Hintergrund geraten. Im November stehen jedoch in Ägypten erste freie Wahlen an. politik-digital.de sprach mit dem ägyptischen  Sozialwissenschaftler Ahmed Khalifa über die politischen Verhältnisse in seiner Heimat.<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Berichterstattung über die Situation in Ägypten ist angesichts der aktuellen dramatischen Ereignisse in Nordafrika in den Hintergrund geraten. Im November stehen jedoch in Ägypten erste freie Wahlen an. politik-digital.de sprach mit dem ägyptischen  Sozialwissenschaftler Ahmed Khalifa über die politischen Verhältnisse in seiner Heimat.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Seit <a href="/Aegypten-Internet-Social-Media-Twitter-Facebook" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Februar</a> berichtet politik-digital.de über den Einfluss sozialer Medien auf die  Arabischen Revolutionen. Die Folgen der Aufstände für den politischen Aufbau und die Demokratisierung in Ländern wie Ägypten ist jedoch in den vergangenen Wochen anlässlich der dramatischen Situation in Libyen und der Aufstände in Ländern wie Syrien in den Hintergrund geraten. </p>
<p>politik-digital.de wollte wissen, wie sich die Situation in Ägypten heute darstellt und die Demokratisierung voranschreitet. Dazu sprachen wir mit dem Sozialwissenschaftler Ahmed Khalifa, dessen Spezialgebiet die Politikwissenschaft mit dem Fokus auf Friedens- und Konfliktforschung sowie Vergleichende Religionslehre ist. Der gebürtige Ägypter, der seit über 20 Jahren in Deutschland lebt, hat im Januar an den Protesten auf dem Tahrir-Platz teilgenommen: „Ich wollte dieses Ereignis unbedingt live miterleben“. Er verbrachte mehr als zwei Monate in Kairo, führte Interviews mit jungen Politikern und beobachtete die politische Parteienentwicklung in Ägypten. Des Weiteren sprach er mit der Bevölkerung im Landesinneren, um ihre Gedanken und Bedürfnisse besser zu verstehen. Khalifa will mit seiner Recherche die Vorbereitungen zu den Wahlen dokumentieren und schon jetzt zur Transparenz im Land beitragen. </p>
<p><b>Herr Khalifa, es gibt Berichte, die Wahlen für den November ankündigen. Wie ist Ihr aktueller Stand?</b></p>
<p>Ein festes Datum gibt es nicht, aber am 18. September soll die Wahlkommission ihre Arbeit beginnen. Die Wahlen sollen dann im November stattfinden.</p>
<p><b>Laut der neuen Verfassung dürfen sich jegliche Parteien neu gründen. Die Armee verbietet lediglich Parteien, die sich auf religiösen Grundlagen formieren. Warum dürfen dann Parteien wie die Muslimbrüder kandidieren? Sie gelten als Hort des politischen Islams. Stellen sie eine Gefahr für die Demokratie dar?</b></p>
<p>Nein. Die Muslimbrüderschaft ist ein Teil der ägyptischen Gesellschaft. Manche Experten sprechen sogar davon, dass sie 16 bis 30 Prozent der ägyptischen Gesellschaft repräsentieren. Sie nicht zu berücksichtigen, wäre eine Gefahr für die Demokratie. Der Fehler des alten Regimes war es, dass sie dies nicht getan haben. Eines steht aber fest: Die Muslimbrüder wollen auch weiterhin am politischen Geschehen teilnehmen. Die USA haben Kontakt zu ihnen aufgenommen. Alles Weitere wird sich in den kommenden Monaten, vor allem während der Wahlvorbereitungen zeigen. </p>
<p>Die neue Verfassung beruht bisher noch auf der alten Verfassung. Mit dem <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6475010,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verfassungsreferendum</a> vom 19. März hat man sichdarauf geeinigt, eine neue Verfassung erst nach den Parlamentswahlen zu verabschieden. Die dann gewählten Parteien werden eine neue Verfassung aufstellen, die ab diesem Zeitpunkt gültig sein wird. </p>
<p><b>Es wird erwartet, dass sich </b><b>bis zu 100 politische Parteien in Ägypten </b><b>zur Wahl stellen werden. Wie viele davon haben reale Chancen, ins Parlament gewählt zu werden?</b></p>
<p>Es gibt einige Parteien, die eine reale Chance haben. Das sind die, die eine gute politische Infrastruktur und die nötigen finanziellen Mittel haben. Momentan werden Parteibündnisse gebildet, die rein strategische Bündnisse sind. In der jetzigen Übergangsphase, die noch sehr instabil ist, geht es vor allem darum, die Überzeugungen und die Organisation der anderen Parteien zu beobachten. Aber es ist zu erwarten, dass sich dies noch ändern wird kurz vor den Wahlen, da Macht kollegiale Bündnisse und Ideen auch verändern kann. </p>
<p><b>Welchen Parteien rechnen Sie Chancen zu?</b></p>
<p>Die größten Parteien mit den besten Chancen sind die „Al-Wasat“-Partei, die der Muslimbrüderschaft entstammt, und die „Freedom and Justice“-Partei, die von den Muslimbrüdern abgekapselt wurde. Ihnen gehört die jüngere Generation der Muslimbrüder an. Dann gibt es die Justice Party, die sich um den Friedensnobelpreisträger Mohammed el-Baradei gegründet hat, und die „Free Egyptians“. Ihre Anhänger gruppierten sich um Naguib Sawiris. Er ist ein ägyptischer Geschäftsmann in der Telekommunikationsbranche und Kopte. Seine Partei folgt liberalen Ansichten. Die Wafd-Partei spielt heute nur noch eine minimale Rolle, sie musste über die letzten Jahre deutlich an Einfluss einbüßen.</p>
<p><b>Wie gut ist der Wahlkampf der einzelnen Parteien organisiert? Wenn sie sich zu Wahlbündnissen zusammenschließen, erhöht das ihre Chancen auf Erfolg? Sind Parteien, die nicht Teil eines Bündnisses sind, auch gut aufgestellt?</b></p>
<p>Ja, es gibt einzelne allein kämpfende Parteien, die gut organisiert sind. Ich kann von einer Partei berichten, deren Organisation ich mir vor Ort angesehen habe, die erwähnte „Justice Party“ um el-Baradei. Sie hat keine einzelne Führungsspitze, sondern ein Führungskomitee. Dieses bietet eine gewisse Infrastruktur an, von Kairo aus gründet sie sich auch in anderen Städten. Die Partei organisiert Workshops, in denen versucht wird, ein Demokratieverständnis zu vermitteln. Dies geschieht zum Beispiel dadurch, dass die politischen Systeme Deutschlands und Frankreichs verglichen werden, um zu sehen, welches das passendere System für Ägypten wäre. Da werden die Rolle der Verfassung, die Machtbefugnisse des Präsidenten, des Parlaments, die Rolle der Parteien und der Medien analysiert. Sie versuchen aber auch, sich intern demokratisch zu organisieren, indem sie interne Wahlen durchführen. Die Organisation einer Partei ist sehr schwierig und alle Parteien und Mitglieder stehen unter enormen Zeitdruck. </p>
<p><b>Nutzen die Parteien das Internet, um den Wahlkampf zu organisieren und Wähler für sich zu gewinnen? </b></p>
<p>Natürlich!  Alle, wirklich alle haben die Bedeutung und die Stärke dieses Mediums erkannt und nutzen es sehr, sehr intensiv, und zwar Twitter und vor allem Facebook. Die Parteien kommunizieren sehr stark mit der Bevölkerung über soziale Netzwerke. Es sind die wichtigsten Beteiligungs- und Kommunikationsportale für die Parteien geworden. Die Parteien stellen dort öffentlich Fragen, die sie diskutieren lassen, und beobachten sehr genau die Reaktionen der Bürger. Es werden Gruppen gebildet, die Veranstaltungen und Workshops organisieren. Davon werden dann wiederum Videos oder Fotos hochgeladen, um den Bürgern und potentiellen Wählern Nähe zu vermitteln. Man versucht vor allem, durch das Internet Transparenz zu schaffen, denn das ist momentan die wichtigste Aufgabe. </p>
<p><b>Haben die Parteien eigene Internetseiten?</b></p>
<p>Ja, viele haben eigene Internetseiten. Die Muslimbrüderschaft hat eine sehr gute Internetseite, auf der man alles findet. Diese ist sowohl in Englisch als auch in Arabisch abrufbar und wird ständig aktualisiert. Aber auch andere haben sehr ansprechende und gute Seiten. Viele kleine Parteien ohne Zugang zu finanziellen Mitteln haben aber auch noch keine sonderlich guten Webauftritte. </p>
<p><b>Welche Bedeutung hat die Tatsache, dass während der Aufstände das Internet und soziale Netzwerke eine wichtige Rolle gespielt haben?</b></p>
<p>Soziale Netzwerke und das Internet hatten während der Aufstände sowohl Vorteile als auch Nachteile. Zu den Vorteilen zählt, dass die Aufstände und Demonstrationen leichter und umfassender organisiert werden konnten. Menschen konnten schnell mobilisiert und Treffen konnten koordiniert werden. Des Weiteren tauschten sich Ägypter mit Tunesiern über ihre positiven und negativen Erfahrungen während der Revolution über das Internet aus. Auch Politiker nutzten das Netz, um ihre Meinungen auf Foren auszutauschen und um über den Regierungswechsel zu diskutieren. Junge Ägypter, die eine politische Karriere anstrebten, nutzten es, indem sie beispielsweise auf Blogs geschrieben haben. Natürlich wurde und wird auch sehr viel die internationale Presse gelesen, um ausländische Reaktionen auf die Revolution zu erhalten. Außerdem haben viele Ägypter Zeitungsartikel, wissenschaftliche Texte, Regierungs- und Organisationserklärungen online gelesen, um sich umfassend zu informieren.</p>
<p>Doch das Internet brachte auch schwerwiegende Nachteile mit sich. Viele Aktivisten und ihre politisch motivierten Aktivitäten im Internet wurden von der Regierung überwacht. So konnten sie leicht ausfindig gemacht und verhaftet werden. Das Erschreckende war, dass die Regierung Zugang zu all unseren Internetdaten hatte und zum Teil sogar nachverfolgen konnte, wo wir uns wann bewegten. Wir waren quasi ein offenes Buch für die Regierung. Die Software, die es ermöglicht, geheime Unterlagen sowie Internetaktivitäten von Regimekritikern in sozialen Netzwerken oder auf Skype zu überwachen, wurde übrigens von einer <a href="http://www.mdr.de/fakt/memo104.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutschen Softwarefirma</a> verkauft. </p>
<p><b>Können die kommenden Wahlen frei, unabhängig und transparent sein, oder werden sie noch von dem alten Regime beeinflusst?</b></p>
<p>Das alte Regime versucht immer noch Einfluss auszuüben und probiert mit allen Mitteln zu sabotieren. Das führt häufig zu blutigen Straßenschlachten. Es wird vielfach behauptet, dass das alte Regime mit Schlägertrupps in solche Auseinandersetzungen verwickelt ist. Damit sind sie teilweise erfolgreich, da sie die Sicherheit im Land mit solchen Taten destabilisieren. Sie jagen den Bürgern Angst ein und versuchen ihre Präsenz zu demonstrieren. Das läuft natürlich alles verdeckt ab. </p>
<p>Dazu kommt, dass die Bevölkerung unzufrieden ist. Sie will schnelle Resultate sehen und erkennt nicht an, dass die Demokratisierung ein Prozess ist. Das trifft vor allem auf die ärmere Bevölkerung zu. Sie hatte gehofft, dass sofort nach der Revolution eine gerechte Verteilung stattfinden würde. Das sind alles Faktoren, die mit in die Wahlergebnisse einspielen werden und die eine Prognose über freie Wahlen fast unmöglich machen. Man muss auch bedenken, dass es die ersten freien Wahlen sind, seit Ägypten 1953 als Republik gegründet wurde.</p>
<p><b>Nachdem der Prozess gegen Mubarak gestartet ist, kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Mubaraks und seinen Gegnern. Wer geht für Mubarak auf die Straße?</b></p>
<p>Das ist schwer zu sagen. In der ägyptischen Bevölkerung spielen Emotionen eine sehr große Rolle. Mubarak war lange Zeit lang der charismatische Führer. Es wird oft von den ersten Jahren gesprochen, in denen er äußerst viel Zuspruch erhielt. Hinzu kommt, dass er ein alter Mann ist, der krank ist und leidet – all das spielt in der patriarchalischen Bevölkerung eine sehr große Rolle. Es ist auch möglich, dass Schlägertrupps engagiert wurden,die in der Lage sind, die emotional gesteuerte Bevölkerung zu mobilisieren. </p>
<p><b>Es wird oft behauptet, der Prozess sei nur eingeleitet worden sein, um die Bevölkerung ruhig zu stellen. Wie schätzen sie das ein?</b></p>
<p>Für die Bevölkerung, die jahrelang unterdrückt wurde, ist eine Wahrheitsmission sehr wichtig. Sie muss psychologische Hilfe erhalten, indem die alten Regimeführer zur Rechenschaft gezogen werden. Es ist wichtig, sie vorzuführen und zu befragen. Das ist im Prinzip eine psychologische Rache. Wie das jetzt ablaufen wird, ob Mubarak ins Gefängnis kommt, oder wie er bestraft wird, spielt im Moment noch keine bedeutende Rolle. Entscheidend für die Bevölkerung ist es, zu sehen, dass Mubarak und andere Verantwortliche genauso wie alle anderen Bürger vor Gericht kommen und bestraft werden. </p>
<p><b>In Tunesien resignieren viele junge und arbeitslose Menschen und wollen die Wahlen boykottieren, da sie die Vorteile der Revolution nicht direkt spüren. Ist das in Ägypten ähnlich?</b></p>
<p>Es fehlt einfach an Transparenz. Aber es gibt in Ägypten noch keine politische Kultur, die mit der Demokratie umzugehen weiß. In Deutschland wird man in eine politische Kultur hineingeboren. Aber für die Ägypter ist das alles neu. Sie wissen noch nicht, ob sie einen Teil des Kuchens abkriegen werden, und momentan steht es ökonomisch noch schlecht um das Land. Die arme Bevölkerung hat wenig zu essen. </p>
<p>Deshalb hilft die neue junge, politische und wirtschaftliche Elite den Armen. Auch die Partei um el-Baradei, die Muslimbrüderschaft und die Free Egyptians Party versuchen, Nähe zur Bevölkerung zu demonstrieren. Sie organisieren beispielsweise „Essen auf Rädern“ und wollen damit zeigen: „Wir sind für euch da, wir sind eine Nation und wollen das Land demokratisch aufbauen und Chancengleichheit für alle garantieren.“ </p>
<p><b>Wie sind Sie persönlich mit der Situation in Ägypten zufrieden?</b></p>
<p>Momentan herrscht in Ägypten ein großes Chaos. Wie sollte es auch anders sein, nach einer sogenannten Revolution und dem Rücktritt von Mubarak am 11. Februar. Bis vor kurzem gab es ein System, zwar ein autokratisches System, aber es hat versucht, Ordnung in das Chaos zu bringen, jedoch mit Tyrannei und Gewalt. </p>
<p>Jetzt auf einmal ist alles frei und die Bürger versuchen sich zu orientieren. Es gibt sehr viele junge Leute, die gute politische Arbeit leisten mit sehr viel Geduld und Ausdauer. Ich bin froh über jede Hilfe, die auch von außen ins Land kommt. Deutschland ist da sehr aktiv, es bereitet zum Beispiel unsere Journalisten darauf vor, über die Wahlen und während der Wahlen zu berichteten. Wenn von innen und außen Hilfe kommt, denke ich, dass die Wahlen gut laufen werden und die Demokratie eine Chance hat.</p>
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		<title>Internetzensur fördert Gewalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 14:54:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie zeigt, dass Internetzensur Protest- und Gewaltbereitschaft der Zivilbevölkerung eher befördert als eindämmt.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie zeigt, dass Internetzensur Protest- und Gewaltbereitschaft der Zivilbevölkerung eher befördert als eindämmt.</p>
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Unter Politikern gibt es eine weit verbreitete Meinung: Eine gewisse Kontrolle oder sogar Zensur des Internet führt zu mehr Sicherheit im Land und verringert das Risiko sozialer Unruhen. Vor dem Hintergrund der Proteste in Großbritannien haben Forscher des Forschungsinstituts CNRS in Paris und der Londoner University of Greenwich vor wenigen Tagen ein <a href="http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1909467" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitspapier</a> mit dem Titel „Why net censorship in times of political unrest results in more violent uprisings: A social simulation experiment on the UK riots“ veröffentlicht. Ihre Untersuchung will zeigen, dass die oben aufgeführte Politiker-These keine Grundlage hat. Für die einen mag das Ergebnis überraschend sein, für andere ist es keine Neuigkeit: Soziale Proteste sind konstanter und unkontrollierbarer in Ländern mit Internetzensur. Mehr noch, je strenger diese Zensur ist, desto massiver ist die Protestbewegung in der Gesellschaft.
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Um ihre These zu belegen, nutzten Casilli und Tubaro das „<a href="http://www.brookings.edu/reports/2001/01technology_epstein.aspx" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Civic Violence Model</a>“ von Joshua M. Epstein. Die Forscher greifen die Variablen und Szenarien von Epsteins Modells auf, das aufzeigt, unter welchen Umständen Menschen geneigt sind, zu demonstrieren. Die Sozialwissenschaftler fügen ihre eigene Variable hinzu, nämlich soziale Medien und die Zensur derselben. Die Möglichkeit der Demonstranten, ihre Umgebung zu „scannen“ oder mithilfe des Internet Polizeieinsätze zu verfolgen und Ansammlungen von Demonstranten zu inspizieren, spielt eine wichtige Rolle für Menschen. Dadurch können sie abschätzen, wo sich bereits viele Menschen versammelt haben und wo Demonstrationen durchführbar wären. Wenn das Internet jedoch ganz oder auch nur teilweise staatlich zensiert wird, kann die Polizei diese Menschenansammlungen viel weniger eingrenzen und dagegen vorgehen. Die Maßnahmen auf beiden Seiten werden sehr viel unkoordinierter und dementsprechend können sich die Proteste ausweiten.
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Das Fazit, das die Studie zieht: Je strenger die Zensur, desto unkontrollierbarer werden also die Ausschreitungen. Als Beleg führen Casilli und Tubaro die Situation in Ägypten an. Als das Internet dort von Mubaraks Regime kontrolliert wurde, verringerten sich die Demonstrationen nicht etwa, sondern erreichten eine nicht vorhersehbare Dimension. In London hingegen, wo das Internet zur Zeit der Aufstände frei zugänglich war, konnte die Polizei schnell herausfinden, wo sich die Randalierer befanden, und ging gezielt gegen sie vor.
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Mit ihrem Arbeitspapier wollten die Forscher zeigen, dass „der Tausch von demokratischen Werten und Redefreiheit gegen einen illusorischen Gedanken von Sicherheit“ nicht zielführend ist.</p>
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		<title>Digitale Presseschau &#8211; KW 22</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Johann Eggert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jun 2011 17:49:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Eric Schmidt]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="/digitale-presseschau-kw-22"><img src="/sites/politik-digital.de/files/logo-linkliste.png" align="left" height="82" width="75" /></a>Die Top 6-Links aus der politik-digital.de-Redaktion befassen sich in dieser Woche mehrheitlich mit internationalen Themen. Vom Konflikt in Syrien, dem Internet- und Technikverständnis eines US-amerikanischen Literaten bis zur Transparenz bei Entwicklungshilfe-Maßnahmen reichen die online veröffentlichten Beiträge, die wir Ihnen heute ans Herz legen möchten. Am besten hat uns dann aber doch ein Feuilletonbeitrag über die Debatte zur Netzneutralität in Deutschland gefallen.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Top 6-Links aus der politik-digital.de-Redaktion befassen sich in dieser Woche mehrheitlich mit internationalen Themen. Vom Konflikt in Syrien, dem Internet- und Technikverständnis eines US-amerikanischen Literaten bis zur Transparenz bei Entwicklungshilfe-Maßnahmen reichen die online veröffentlichten Beiträge, die wir Ihnen heute ans Herz legen möchten. Am besten hat uns dann aber doch ein Feuilletonbeitrag über die Debatte zur Netzneutralität in Deutschland gefallen.</p>
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<a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/netzneutralitaet-die-buergerrechte-der-heavy-user-1.1103178" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das digitale Bürgerrecht auf Netzneutralität</a></strong><br />
Der Kampf um einen diskriminierungsfreien Zugang zum Internet ist schon seit längerer Zeit kein Nischenthema für Expertenarbeitskreise und verschrobene Technikblogger mehr. Niklas Hofmann schreibt im Feuilleton der <strong>Süddeutschen Zeitung</strong> über eine stetig zunehmende Ökonomisierung des Internet und die damit zusammenhängenden Probleme. Die unabwendbar heraufziehenden Konflikte zwischen ökonomischem Interesse der Service-Provider und dem &#8220;digitalen Bürgerecht&#8221; auf Netzneutralität werden in dem Beitrag, der in der vergangenen Woche in der Druckausgabe der Süddeutschen Zeitung erschienen ist, kritisch beleuchtet und haben nach unserer Meinung den ersten Platz in der aktuellen digitalen Presseschau verdient.</p>
<p><a href="http://www.nytimes.com/2011/05/29/opinion/29franzen.html?_r=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Die Freiheit(en) der digitalen Welt</strong></a><br />
Die Vereinigten Staaten, ein Land des allzu unkritischen Forschrittsglaubens? Keinesfalls, wie in dieser Woche Jonathan Franzen eindrucksvoll bewiesen hat. Der amerikanische Schriftsteller, berühmt geworden mit dem Werk &#8220;Korrekturen&#8221;, schreibt in einem Essay für die Online-Ausgabe der <strong>New York Times</strong> über seine persönlichen Erfahrung mit zunehmender Digitalisierung. Mit der immer stärkeren Technisierung des menschlichen Alltages werde, so Franzen in seinen Reflexionen, die Grundlage für eine Rede vor Collegestudenten gewesen sind, auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unser Verhältnis zur Natur grundlegend verändert. Eine Veränderung, die Franzen anhand seiner eigenen Liebe zur Vogelbeobachtung wortmächtig darstellt. Franzen fordert die Studenten auf, nicht feige zu sein, sondern hinauszugehen, sich der Welt und ihren Wesen zu stellen – auch wenn sie damit zwangsläufig Schmerzen in Kauf nehmen.</p>
<p><a href="http://blog.zeit.de/open-data/2011/05/30/entwicklungshilfe-opendata-transparenz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Transparente Entwicklungshilfe</strong></a><br />
Finanzielle Mittel, die in Entwicklungshilfeprojekte fließen, stehen allzu häufig im Verdacht, in den Nehmerländern in dunklen Kanälen zu versickern oder anderweitig missbraucht zu werden. Möglicherweise kann das Internet zukünftig dabei helfen, den Verbleib der Gelder transparenter zu machen. Im &#8220;Open-Data-Blog&#8221; auf <strong>Zeit-Online</strong> wird über den Versuch berichtet, die für Entwicklungshilfe-Maßnahmen aufgewendeten Gelder transparent darzustellen. Grundlage dieses Vorhabens ist das sogenannte “IATI-Register”. In der Folge der Parisier Erklärung über die Verwendung von Entwicklungshilfegeldern bermüht sich die OECD bereits seit dem Jahr 2008 um die Gestaltung dieses Prozesses. Das deutsche Entwicklungshilfeministerium äußert sich, so wird in dem Blog-Beitrag berichtet, aktuell aber noch zurückhaltend zu diesem Projekt.</p>
<p><a href="http://www.infowar-monitor.net/2011/05/7349/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Die Rache der Machthaber im Netz</strong></a><br />
Die NATO-Lufttschläge gegen den libyschen Machthaber Gadafi und dessen perfide Strategien menschlicher Schutzschilder oder des Verstecks in Krankenhäusern sind in den Medien allgegenwärtig. Die Despoten im Nahen und Mittlern Osten haben jedoch auch im Internet aufgerüstet, wie ein Artikel zeigt, den wir unseren Leserinnen und Lesern in dieser Woche an vierter Stelle empfehlen möchten. Der <strong>Info-War-Monitor</strong> berichtet aktuell über die sogennante “Syrian Electronic Army”. Bereits während des Frühjahrs hatte die Koordination der Protestbewegungen über das Internet einen maßgeblichen Anteil bei der Überwindung autoritärer Herrschaftsstrukturen in Tunesien und Ägypeten geleistet. Der Beitrag auf &#8220;Info-War-Monitor&#8221; beleuchtet nun die Gegenseite &#8211; die Arbeit der von Regierungsseite getragenen “Syrian Electronic Army”, die ebenfalls unter der Bezeichnung &#8220;Syrian Electronic Soldiers&#8221; auf Webseiten der syrischen Ooppositionsbewegung die Systemgegner zu verunsichern sucht und in sozialen Netzwerken wie Facebook für den Machterthalt von Bashir Al Assad trommelt.</p>
<p><a href="http://allthingsd.com/20110531/googles-executive-chairman-eric-schmidt-live-at-d9/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Verbrüderung abgesagt</strong></a><br />
Es war, ist und bleibt der sprichwörtloiche &#8220;Kampf der Giganten&#8221;. Googles scheidender Vorstandschef Eric Schmidt gesteht in einem auf dem Portal <strong>All things digital</strong> veröffentlichten Video-Interview ein, im kommerziellen Wettbewerb mit dem Online-Netzwerk Facebook nicht immer klug gehandelt zu haben. Die Chance eines möglichen Zusammengehens der beiden weltweit meistbesuchten Internetseiten habe er für Google verpasst, so Schmidt. Sie hätte darin bestanden, noch mehr Inhalte und Nutzerprofile des mitgliederstärksten Sozialen Netzwerkes in die Suchfunktion von Google zu integrieren. Nach Schmidts Abgang wird Larry Page, einer der Gründer der leistungsstärksten Suchmaschine, erneut an die Spitze des kalifornischen Unternehmens rücken.</p>
<p><a href="http://www.heise.de/tp/artikel/34/34744/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Die digitale Steinzeit</strong></a><br />
Zu guter Letzt haben wir eine launig verfasste Serie gefunden, in der die Geschichte der Internet-Entwicklung nachvollzogen wird. In Zeiten, in denen man seinen Webbrowser fast standardmäßig auf einem mobilen Endgerät in der Hosentasche mit sich herumträgt, wirken Erzählungen von Internet-Pionieren wie Vinton Cerf, der sich in der vergangenen Woche zu verschiedenen Vorträgen in Berlin aufgehalten hat, wie aus einer anderen Zeit. Markus Kompa unternimmt in seinem Beitrag für das Blog <strong>Telepolis</strong> eine solche Zeitreise und berichtet in der fünfteiligen Artikelserie von seinen ersten Gehversuchen im Internet bis hin zu netzpolitischen Bestrebungen der vergangenen zwei Jahre. Wie lange die von Kompa beschriebene Epoche her ist, mögen damalige Browsernamen wie Netscape Navigator oder Mosaic verdeutlichen; für Menschen die heute mit dem Internet aufwachsen, beinahe Fremdwörter.</p>
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		<title>Links, zwo, drei, vier &#8211; KW 10</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Mar 2011 15:35:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Politikverdrossenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Amn Dawla Leaks]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[E-Voting]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Estland]]></category>
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					<description><![CDATA[Ägyptische Stasi-Akten geleakt, Politische Verdrossenheit im Netz, Fünfte Gewalt Internet und SMS-Voting bei Estland-Wahl.
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ägyptische Stasi-Akten geleakt, Politische Verdrossenheit im Netz, Fünfte Gewalt Internet und SMS-Voting bei Estland-Wahl.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-03/egypt-egileaks-geheimdienst-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Ägyptische Stasi-Akten im Netz</strong></a></p>
<p>Kai Biermann von Zeit Online berichtet davon, wie ägyptische Demonstranten die Archive der ägyptischen Staatssicherheit (= Amn Dawla) vor dem Schredder retten und online stellen wollen. So scheinen sich bereits jetzt Beweise über gefälschte Wahlen und Belege dafür zu finden, wie die Opposition im Land jahrelang bespitzelt und unterdrückt wurde. Angeblich sollte auch deutsche Technik dabei helfen, die Computer und Internetverbindungen der Ägypter auszuspähen.</p>
<p><a href="http://www.AmnDawlaLeaks.tk" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Amn Dawla Leaks</strong></a></p>
<p>Inzwischen wurde eine Facebook-Seite namens Amn Dawla Leaks in <a href="http://www.facebook.com/AmnDawlaLeaks" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arabisch</a> und <a href="http://www.facebook.com/AmnDawlaLeaksEN" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Englisch</a> ins Leben gerufen, deren Mitglieder sich dazu verschrieben haben, Dokumente der ägyptischen Staatssicherheit ins Netz zu stellen. Eine erste Sammlung von Veröffentlichungen lässt sich z. B. <a href="http://leaksource.wordpress.com/2011/03/06/amn-dawla-leaks-egyptian-security-force-files/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a> finden.</p>
<p><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34314/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Politische Netzverdrossenheit</strong></a></p>
<p>In einem Interview mit Julius Jasso von Telepolis legt Sina Kaufmann, Gründerin des Online-Magazins <a href="http://www.politikorange.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politorange</a>, dar, dass die Netzverdrossenheit der Parteien zu neuer Politikverdrossenheit bei den Bürgern führe. Das Beispiel der Hamburger Bürgerschaftswahl zeige, dass die Parteien von innovativen Wahlkampagnen im Netz noch weit entfernt seien. Die Politik müsse verstärkt auf eine dauerhafte Bürgerbeteiligung im Sinne des Crowdsourcing setzen, so Kaufmann. Auf dem Weg in eine Social Media basierte Demokratie seien gerade auch zivilgesellschaftliche Initiativen wie <a href="http://liqd.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Liquid Democracy e.V</a> und <a href="http://opendata-network.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OpenData Network</a> wichtige Eckpfeiler.</p>
<p><strong><a href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/16/0,1872,8219248,00.html?dr=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fünfte Gewalt Internet?</a></strong></p>
<p><strong></strong>Das ZDF-Magazin Frontal21 veröffentlichte auf seiner Webseite Kurzvideos zur Macht des Netzes. So sei binnen Tagen die Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg von der so genannten Schwarmintelligenz zerpflückt worden. Und in der arabischen Welt habe das Netz gar als Brandbeschleuniger gegen Despoten gedient. Zu Wort kommt unter anderen Markus Beckedahl, der Betreiber von <a href="http://www.netzpolitik.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzpolitik.org</a>, der das Internet als fünfte Gewalt bezeichnet.<br />
Ergänzend dazu passt ein <a href="http://futurezone.at/netzpolitik/2105-die-macht-der-vernetzten-massen.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Artikel</a> von Gerald Reischl und Patrick Dax von futurezone.at über die Macht der vernetzten Massen und ein <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/guttenberg-ruecktritt-und-das-internet-in-den-faengen-der-digitalen-buerger-1659438.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beitrag</a> von Florian Güßgen über das Netz als mächtiges Bürgermedium.</p>
<p><a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/1/0,3672,8217569,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>SMS-Voting bei Estland-Wahl</strong></a></p>
<p>Daniela Hefner von heute.de setzt sich mit dem E-Voting in Estland auseinander. Nachdem die Esten seit 2007 auch online bei Parlamentswahlen abstimmen können, sei dies nun auch per Handy möglich. Zuvor konnten bereits per SMS Parkgebühren bezahlt oder Fahrscheine gekauft werden. Das Land sei vom Parlament bis zur Schule total vernetzt. Dazu führt Hefner als Beispiel an, dass bereits 90 Prozent der Steuererklärungen online erfolgen und sich Eltern im elektronischen Klassenbuch über den Leistungsstand ihrer Kinder informieren könnten.</p>
<p><a href="http://www.zeit.de/2011/11/Interview-Leutheusser-Schnarrenberger" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Regulierung im Netz</strong></a></p>
<p>In einem Interview mit Zeit Online äußert sich Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung. Darin spricht sie sich deutlich gegen Netzsperren aus. Zudem laufe der Anspruch, national zu regulieren, damit der Bürger sich sicher fühlt, gerade im Netz oft ins Leere. Es bedürfe eines gemeinsamen Handelns auf internationaler Ebene, z. B. durch eine Charta für das Netz, die verbindliche Standards und Handlungsempfehlungen definiert, so Leutheusser-Schnarrenberger. Zuvor müsse der Internetnutzer aber dazu befähigt werden, als selbstbestimmter Akteur zu handeln.</p>
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