<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Affäre &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/affaere/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 12 Aug 2015 11:30:53 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Affäre &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Netzpolitik-Affäre: Ein Appell an uns alle</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzpolitik-affaere-ein-appell-an-uns-alle-146585/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/netzpolitik-affaere-ein-appell-an-uns-alle-146585/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2015 11:30:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Guardian]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[netzpolitik.org]]></category>
		<category><![CDATA[SPIEGEL]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=146585</guid>

					<description><![CDATA[Die Reaktionen auf die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org machen Mut. Denn sie zeigen, so Sascha Lobo im Spiegel, dass es „durchaus [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span lang="de-DE"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/International-Monetary-Fund-CC-BY-NC-ND-2-0.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-146597 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/International-Monetary-Fund-CC-BY-NC-ND-2-0.jpg" alt="International Monetary Fund CC BY NC ND 2-0" width="640" height="280" /></a>Die Reaktionen auf die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org machen Mut. Denn sie zeigen, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/netzpolitik-affaere-das-versagen-von-deutschlands-eliten-kolumne-a-1046824.html" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">so Sascha Lobo im Spiegel</span></a></span><span lang="de-DE">, dass es „durchaus möglich [ist], die Politik so unter Druck zu setzen, dass sie sich gezwungen fühlt zu handeln.“ Ein Blick nach Großbritannien macht deutlich, dass das nicht selbstverständlich ist. </span></p>
<p>„<span lang="de-DE">Die positive Erkenntnis der vergangenen Tage“, stellt der Journalist </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.deutschlandfunk.de/affaere-um-netzpolitik-org-ein-gewinn-fuer-den-journalismus.720.de.html?dram:article_id=327732" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">Benjamin Hammer fest</span></a></span><span lang="de-DE">, „ist&#8230; die Welle an Solidarität, die die Journalisten Beckedahl und Meister &#8211; aber auch der</span><span lang="de-DE"> </span><em><span lang="de-DE">Journalismus erfahren haben</span></em><span lang="de-DE">. Von Bürgern, Abgeordneten und sogar Ministern“.</span><span lang="de-DE"> </span><span lang="de-DE">Zum Glück. Denn wer weiß, was passiert wäre, wenn diese Solidarität ausgeblieben wäre? Vielleicht wären dann die Redaktionsräume von Netzpolitik.org durchsucht worden, wie die von Cicero 2005 und Konkret 1983. Vielleicht hätte es Verhaftungen gegeben, wie beim Spiegel im Jahr 1962. Vielleicht hätten die Journalisten ihr Material aushändigen, ihre Quellen preisgeben oder in einer Geheimaktion im eigenen Keller ihre Computer zerstören müssen.</span></p>
<h3>Großbritannien: Regierung vs. Guardian</h3>
<p><span lang="de-DE">Letztere Vorstellung mag besonders absurd klingen. Jedem, der im Zuge der Snowden-Veröffentlichungen einen Blick nach Großbritannien geworfen hat, sollte sie jedoch bekannt vorkommen. Dort wurden Journalisten des Guardian – immerhin eine traditionsreiche, international agierende Medienorganisation mit entsprechenden Ressourcen – von Vertretern des GCHQ unter Androhung einer einstweiligen Verfügung genötigt, entweder ihre Laptops mit den Snowden-Dokumenten auszuhändigen oder das Material zu zerstören. Das wäre in etwa so, als wäre der Verfassungsschutz unter Einverständnis der Regierung bei Netzpolitk.org einmarschiert und hätte die Herren Beckedahl und Meister vor die Wahl gestellt, entweder brisante Dokumente zurückzugeben, die Redaktionscomputer zu zertrümmern oder die Schließung ihrer Redaktion in Kauf zu nehmen. Es ist nicht so als seien </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.zeit.de/kultur/2015-08/netzpolitik-pressefreiheit-geheimnisverrat" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">juristische Schritte von Behörden gegen Journalisten</span></a></span><span lang="de-DE"> in Deutschland ungewöhnlich. Aber zumindest von exekutiven Maßnahmen hatte der Generalbundesanwalt abgesehen, ob nun in Reaktion auf die öffentlichen Proteste oder nicht. </span></p>
<p><span lang="de-DE">Der Guardian entschied sich 2013 dafür, den Snowden-Laptops im eigenen Keller unter Aufsicht des GCHQ des Garaus zu machen, um dann seine Arbeit mithilfe der New York Times in den USA fortzusetzen – denn dort ist die Pressefreiheit, anders als in Großbritannien, durch den ersten Zusatzartikel der Verfassung geschützt. Hätten die verantwortlich Redakteure das nicht getan, hätte vermutlich Premierminister David Cameron seine kaum verhohlene Drohung wahrgemacht. Großbritannien habe eine freie Presse und er wolle dagegen ungern mit richterlichen Verfügungen oder „anderen, härteren“ Maßnahmen vorgehen, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/world/2013/oct/28/david-cameron-nsa-threat-newspapers-guardian-snowden" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">sagte Cameron damals</span></a></span><span lang="de-DE">, aber die Medien müssten schon eine gewisse soziale Verantwortung beweisen, sonst&#8230;</span></p>
<p><span lang="de-DE">Als der Spiegel 1962 ins Visier der deutschen Behörden geriet, stellten Stern und Zeit den Journalisten Räume und Ressourcen zur Verfügung, damit das Magazin weiterhin erscheinen konnte. Der Guardian entging nur durch Zerstörung seiner Laptops, nicht aber durch öffentliche Proteste oder Solidarität anderer britischer Medien (die ihn wiederholt scharf angriffen) einer einstweiligen Verfügung, die weitere Publikationen der Snowden-Materialien weltweit unterbunden hätte. Chefredakteur Alan Rusbridger wurde vor einen parlamentarischen Sonderausschuss zitiert, wo er sich mit absurden Fragen konfrontiert sah, wie etwa </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/media/2013/dec/03/keith-vaz-alan-rusbridger-love-country-nsa" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">ob er sein Land liebe</span></a></span><span lang="de-DE"> (und, implizit, nicht etwa ihm schaden wolle) oder ob er den Enigma-Code an die Nazis weitergegeben hätte, wäre dieser während des zweiten Weltkriegs in seinen Besitz gelangt. David Miranda, der Partner von Guardian-Journalist Glenn Greenwald, wurde am Flughafen Heathrow </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2013/aug/19/david-miranda-schedule7-danger-reporters" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">neun Stunden lang festgehalten</span></a></span><span lang="de-DE">, weil die Briten vermuteten, er hätte Snowden-Dokumente bei sich. Großbritannien, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://dish.andrewsullivan.com/2013/08/18/cameron-proves-greenwald-right/" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">schrieb der Autor und Blogger Andrew Sullivan zu der Zeit</span></a></span><span lang="de-DE">, sei nun ein Polizeistaat. Ein britisches Gericht stellte später sogar fest, im Fall David Miranda habe die verantwortliche Behörde (die London Metropolitan Police) nach Recht und Gesetz gehandelt, auch wenn dabei „</span><span style="color: #0563c1"><a href="https://firstlook.org/theintercept/2014/02/19/uk-court-david-miranda-detention-legal-terrorism-law/" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">indirekt</span></a></span><span lang="de-DE">“ die Pressefreiheit beschnitten wurde. Und Ermittlungen gegen den Guardian wegen der Snowden-Veröffentlichungen </span><span style="color: #0563c1"><a href="https://firstlook.org/theintercept/2015/07/23/uk-met-police-snowden-investigation-journalists" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">dauern bis heute an</span></a></span><span lang="de-DE">. Begründet wird das alles mit dem Interesse der nationalen Sicherheit und der Gefährdung der Arbeitsfähigkeit der Geheimdienste durch die Veröffentlichung geheimer Details – Sachverhalte, auf die sich auch Hans-Georg Maassen bei seiner Anzeige gegen Netzpolitik.org </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-08/netzpolitik-org-hans-georg-maassen-verteidigt-strafanzeige" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">berief</span></a></span><span lang="de-DE">. </span></p>
<h3>Die Briten: Am Debattieren kein Interesse</h3>
<p><span lang="de-DE">Von einer „Guardian-Affäre“ spricht im Königreich niemand. Im Gegensatz zu Deutschland, <a href="https://netzpolitik.org/2015/bericht-von-der-demo-fuer-grundrechte-und-pressefreiheit-breite-solidaritaet-mit-netzpolitik-org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wo </a></span><span style="color: #0563c1"><span lang="de-DE"><a href="https://netzpolitik.org/2015/bericht-von-der-demo-fuer-grundrechte-und-pressefreiheit-breite-solidaritaet-mit-netzpolitik-org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein paar tausend Menschen auf die Straße gingen</a>, <a title="Markus Beckedahl nennt Spendensumme von 150.000 Euro" href="https://youtu.be/EOSRX_RhTeA?t=1h7m23s">150.000 Euro an Spenden für Netzpolitik.org</a></span></span><span lang="de-DE"> zusammenkamen und seit Beginn der Snowden-Veröffentlichungen Widerstand gegen die Überwachung durch NSA und Co. nie ganz einschläft, ging innerhalb der britischen Bevölkerung das Interesse von Anfang an gegen Null. Darüber hatte ich </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://politik-digital.de/news/teepause-beendet-nsa-debatte-in-grossbritannien-ein-jahr-nach-snowden-140180/" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">hier</span></a></span><span lang="de-DE"> bereits letztes Jahr berichtet und seitdem hat sich wenig verändert. Einzig die Ankündigung, dass durch das Verbot verschlüsselter Kommunikation, das David Camerons Regierung mit Hilfe des sogenannten Schnüffelgesetzes anstrebt, beliebte Dienste wie WhatsApp bald Geschichte sein könnten, </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.huffingtonpost.co.uk/2015/07/10/snoopers-charter-bill-causes-social-outcry-as-government-looks-to-ban-whatsapp-and-others_n_7768768.html?1436531131" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">sorgte für etwas Irritation</span></a></span><span lang="de-DE"> unter britischen Nutzern der sozialen Medien. An der Regierung perlt die Kritik ab. Wenn überhaupt scheinen nur die Gerichte – </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/world/2014/jul/22/drip-surveillance-law-legal-challenge-civil-liberties-campaigners" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">nach Klagen durch einzelne Abgeordnete</span></a></span><span lang="de-DE"> – dem Vorstoß der Tories noch Einhalt gebieten zu können. Kürzlich kippte der britische High Court in erster Instanz das im letzten Jahr eiligst eingeführte DRIPA (Data Retention and Investigatory Powers Act) Gesetz. Die darin angestrebte Überwachung sei mit europäischem Recht nicht zu vereinbaren, so die Richter. DRIPA wurde binnen acht Tagen im Parlament vorgelegt und verabschiedet, was den gewählten Volksvertretern, sofern sie überhaupt anwesend waren, keine Zeit ließ, die Vorlage zu debattieren. Das Fehlen jeglicher Debatte zu einem drakonischen Gesetz passt ins Bild: zum Dialog über die Befugnisse der Polizei und Geheimdienste war die britische Regierung zu keiner Zeit bereit.</span></p>
<p><span lang="de-DE">Der Menschenrechtsaktivist </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/jan/15/british-press-freedom-international-scrutiny-guardian-snowden-leaks" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">Thomas Hughes schrieb 2014 im Guardian</span></a></span><span lang="de-DE">, dass Politiker sich mit den Fragen auseinander setzen sollten, die die Öffentlichkeit angehen und interessieren, anstatt diejenigen anzugreifen, die diese Fragen stellen. Dies trifft auf Netzpolitik.org ebenso zu, wie auf den Guardian oder den Spiegel 1962. Leider zeigt die deutsche Regierung kaum größere Dialogbereitschaft, als ihr britisches Pendant. Angesichts des Verhaltens der Politik im Falle Netzpolitik.org fragt man sich vielleicht, wie es Thomas Ammann </span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.stern.de/digital/thomas-ammann/netzpolitik--landesverrat-reloaded--planloses-herumeiern-und-feiges-wegducken-in-der-politik-6372894.html" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">im Spiegel</span></a></span><span lang="de-DE"> tut, „was passieren würde, wenn mal eine richtige, ernsthafte Krise eintritt, in der mutige Entscheidungen gefragt sind.“ Zumindest darauf gibt es eine Antwort: wir sehen sie seit Beginn der Snowden-Enthüllungen vor über zwei Jahren. Es wird munter vertuscht, gemauert und geduckmäusert. Im Zweifelsfalle weiß man schlicht von nichts.</span></p>
<h3>Handlungsaufruf</h3>
<p>„If government fails to lead, respect, and restrain, it is a call to action – an appeal to us all”, <a href="http://www.theguardian.com/technology/2014/jul/18/uk-drip-ripa-law-sceptical-misleading-democracy-martha-lane-fox" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb die Juristin Julia Powles</a> kurz nach der Einführung des DRIPA-Gesetzes. <span lang="de-DE">Also: „Wenn die Regierung darin versagt, zu führen, respektvoll zu handeln, Grenzen aufzuzeigen und diese zu achten, dann ist das ein Handlungsaufruf – ein Appell an uns alle.“ So kann auch die Causa Netzpolitik.org ein Appell an uns alle sein. Nämlich der, anders als die Briten, „</span><span style="color: #0563c1"><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/netzpolitik-affaere-das-versagen-von-deutschlands-eliten-kolumne-a-1046824.html" target="_top" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE">den ganzen nervigen Politikkrempel</span></a></span><span lang="de-DE">” nicht mehr allein „der Bundesregierung zu überlassen“.</span></p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/imfphoto/13761117685/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">International Monetary Fund</a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-ND 2.0)</a></p>
<div></div>
<div></div>
<div>
<div> <img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/netzpolitik-affaere-ein-appell-an-uns-alle-146585/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hohmann-Affäre: CDU-Basis rebelliert im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hohmann-affaere-cdu-basis-rebelliert-im-netz-2703/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/hohmann-affaere-cdu-basis-rebelliert-im-netz-2703/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[mwendler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Nov 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Hohmann]]></category>
		<category><![CDATA[Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Forum]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/hohmann-affaere-cdu-basis-rebelliert-im-netz-2703/</guid>

					<description><![CDATA[Der Ausschluss Martin Hohmanns aus der Unionsfraktion löst im Internetforum der Partei weiter erhebliche Kritik aus. Diese richtet sich gegen die Parteiführung und das gesellschaftliche Meinungsklima.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Ausschluss Martin Hohmanns aus der Unionsfraktion löst im Internetforum der Partei weiter erhebliche Kritik aus. Diese richtet sich gegen die Parteiführung und das gesellschaftliche Meinungsklima.<!--break--><br />
</p>
<p>
Nach dem Ausschluss Martin Hohmanns aus der Unionsfraktion am 14. November muss er auf einem Einzelplatz rechts hinten im Parlament Platz nehmen. Während für die Fraktion das Thema beendet ist, schwappen die Emotionen im Internet-Forum der<br />
<a href="http://www.cdu.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Partei</a> hoch. Unter mehr als 2000 Beiträgen trifft man auf die absurdesten Meinungen. Voller Wut kritisieren die meisten Diskussionsteilnehmer den Verlauf der öffentlichen Debatte. So wie &#8216;Doth&#8217;, der einen der wenigen Verteidiger des Fraktionsausschlusses angreift: &quot;Lies Dir doch mal die Rede durch (auch wenn die Systemmedien sie nicht drucken), dann wüsstest Du, dass Hohmann &#8216;die Juden&#8217; nicht direkt als &#8216;Tätervolk&#8217; bezeichnet hat.&quot; Grund genug für viele Diskussionsteilnehmer, sich unter dem Motto: &quot;man darf ja wohl noch sagen&#8230;&quot;, zu ereifern.</p>
<p><b>Noch immer ein Tätervolk</b><br />
<br />
&#8216;Bürger 2003&#8217; zum Beispiel möchte gerne &quot;Reichskristallnacht&quot; sagen – wie zu seiner Schulzeit 1983. Statt dessen müsse er von der &quot;Reichspogromnacht&quot; sprechen. &quot;Das zeigt das gestörte Verhältnis zur Geschichte in Deutschland und wie krank dieses Land ist.&quot; Ein anderer Nutzer bereichert das Forum mit einer &quot;freien, unmanipulierten&quot; Umfrage unter seinen drei Enkeln (8,6 und 3 Jahre). Nach einem Fotovergleich des &quot;ungedienten Struck&quot; mit General Günzel in der Lokalzeitung hatten sich die Kinder &quot;ungezwungen eine gute und richtige Meinung&quot; gebildet: sie waren &quot;zu 100% für Hohmann&quot;. Thorsar zufolge sind &quot;die Israelis/Juden kein deut besser als irgendwelches Volk auf diesem Planeten.&quot; Im Gegenteil hätten sie aus dem &quot;3. Weltkrieg&quot;, in dem sie &quot;1963 mit Hilfe der Amerikaner Israel erobert und seitdem ein Volk systematisch vernichtet&quot; hätten, nichts gelernt. Schlussfolgerung: &quot;Die Juden waren nicht nur ein Tätervolk in der Vergangenheit, sie beweisen durch ihre Taten sogar, dass Sie nicht daran interessiert sind, dies zu ändern.&quot;
</p>
<p>
<b>Abschalten als Methode</b><br />
<br />
Die Liste des verbreiteten Unsinns ließe sich noch seitenlang fortsetzen. Als erste Reaktion hat die CDU &quot;Öffnungszeiten&quot; (von 9.30-16.30 Uhr) für das Forum eingeführt. &quot;Wir müssen schließlich kontrollieren, ob Beiträge mit rechtsradikalem Hintergrund eingestellt werden&quot;, erklärt Arne Delfs von der Pressestelle der Partei. Ein Mitarbeiter kümmere sich darum und lösche entsprechende Postings. Wie in der Politik will die CDU auch im Forum eine ganz klare Abgrenzung zwischen konservativem Gedankengut und rechtsradikalen Ideen erreichen. Ob das gelingt, ist fraglich. Zumindest die Beispiele des CDU-Forums lassen Zweifel zu. Eine inhaltliche Reaktion der Pressestelle oder gar der Parteiführung auf die Forumsbeiträge erfolgt nicht.
</p>
<p>
Auch an anderen Stellen im Internet wird versucht, die Auswirkungen der Hohmann-Affäre durch Löschen zu minimieren. Zunächst wurde der Link von Martin Hohmanns<br />
<a href="http://www.martinhohmann.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> zum<br />
<a href="http://www.a-k-c.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arbeitskreis Konservativer Christen</a> entfernt. Am 13. November schließlich wurden alle Inhalte von der Seite der Nationalkonservativen genommen, da &quot;in Deutschland bei bestimmten Themen die Meinungsfreiheit nicht gewährleistet&quot; sei, wie es dort jetzt heißt. Wer sich dennoch ein Bild vom Denken dieses Gremiums machen möchte, findet im<br />
<a href="http://www.archive.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet-Archiv</a> eine<br />
<a href="http://web.archive.org/web/20011005012454/a-k-c.de/Grundsatzliches/grundsatzliches.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grundsatzresolution</a>. Kernforderung der hessischen Gruppe: Kampf gegen Schröders &quot;sozialistische Republik&quot; durch eine &quot;brutalstmögliche Kampagne zur Erhaltung unseres Vaterlandes&quot;.
</p>
<table border="0" cellpadding="2" width="146">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div class="tidy-2">
			Erschienen am 19.11.2003
			</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
			<i><br />
			<a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:">Kommentieren Sie diesen Artikel!</a><br />
			</i></p>
<p>			<i><br />
			<a href="/salon/diskussion/">Diskutieren Sie mit anderen in unserem Forum!</a><br />
			</i><br />
			
			</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<hr class="tidy-3" noshade="noshade" size="1" width="390" />
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<!-- Content Ende --></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/hohmann-affaere-cdu-basis-rebelliert-im-netz-2703/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
