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	<title>Agenda 2010 &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Agenda 2010 &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Suchtrends: &#034;gesamtes TV-Duell&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/infografiken_btw13/suchtrends-gesamtes-tv-duell-132428/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Sep 2013 09:09:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Infografiken zur #btw13]]></category>
		<category><![CDATA[Seehofer]]></category>
		<category><![CDATA[Kette Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Steinbrück]]></category>
		<category><![CDATA[Leiharbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Themen wurden während des TV-Duells zwischen Kanzlerin Merkel und Herausforderer Steinbrück gesucht? Unsere Grafik zeigt die Begriffe, die nach [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/130901_Infografik_Cloud_2_11.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-132429" alt="130901_Infografik_Cloud_2_11" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/130901_Infografik_Cloud_2_11-630x354.jpg" width="630" height="354" /></a>Welche Themen wurden während des TV-Duells zwischen Kanzlerin Merkel und Herausforderer Steinbrück gesucht? Unsere Grafik zeigt die Begriffe, die nach 90 Minuten der Diskussion am stärksten zulegen konnten. Zwei Begriffspaare liegen vorn : “Kette Merkel” und “Agenda 2010”.<br />
<a href="http://www.google.de/elections/ed/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.google.de/wahlen</a><br />
Bild: politik-digital.de</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Reformseite der Bundesregierung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkampagnen-reform1-shtml-2556/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mfalbe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jul 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsminsiterium]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeitsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
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					<description><![CDATA[
                            Start der Serie: „Online-Kommunikation der Regierung“ am Beispiel der Kampagnenseite zur Gesundheitsreform, die gerade einen Refresh erhalten hat. Wie Clara und Ulla im Netz den Erfolg der Agenda 2010 verkaufen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Start der Serie: „Online-Kommunikation der Regierung“ am Beispiel der Kampagnenseite zur Gesundheitsreform, die gerade einen Refresh erhalten hat. Wie Clara und Ulla im Netz den Erfolg der Agenda 2010 verkaufen.<!--break--><br />
                            <strong><br />
                            <br />Start der Serie: „Online-Kommunikation der Regierung“ am Beispiel der Kampagnenseite zur Gesundheitsreform, die gerade einen Refresh erhalten hat. Wie Clara und Ulla im Netz den Erfolg der Agenda 2010 verkaufen.</strong></p>
<p>Dass gute Politik ohne gute Kommunikation nicht möglich ist, ist fast schon so etwas wie eine Binsenweisheit. Die Vermittlung der Inhalte von Politik wird mehr und mehr zu einer kritischen Größe. Die Regierung, die SPD und ihr Ex-Vorsitzender können davon ein Lied singen. Schließlich trat Bundeskanzler Gerhard Schröder auch wegen „Vermittlungsproblemen“ als Parteivorsitzender zurück.</p>
<p>Die Reformen von Arbeitsmarkt und Sozialsystem sind Kernpunkte der Regierungspolitik. Sie sollen Deutschland zukunftsfähig machen und nachhaltig die Innovationsfähigkeit der Gesellschaft sichern. Bei dieser Zielsetzung liegt es nahe, die Kommunikationsfähigkeit der Bundesregierung im „innovativen Medium“ Internet zu betrachten. Kann eine Regierung mit Online-Kommunikation Probleme lösen?</p>
<p>
                            <strong>Massenmedium Internet</strong><br />
                            <br />Das Internet bietet Informationen in Hülle und Fülle und ist zum Massenmedium geworden, wenngleich mit anderer Funktionalität als Bild, BamS und Glotze: der direkte Zugang zum Bürger mit Rückkanal. Die Nutzer haben die Möglichkeit, direkt auf die Informations-Angebote der Regierung zu reagieren, sei es in Foren, im Chat, per E-Mail oder mit eigener Internetseite. Der Bedarf ist hoch – wie ist das Angebot? Der erste Teil unserer Serie stellt die „Online-Kommunikation der Regierung“ am Beispiel der Kampagnenseite zur Gesundheitsreform dar.</p>
<p>                            <strong>Die Online-Kampagne des Gesundheitsminsiteriums: www.die-gesundheitsreform.de<br />
                            <br /></strong><br />
                            <a href="http://www.die-gesundheitsreform.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
                              <img decoding="async" height="144" alt="www.die-gesundheitsreform.de" src="/edemocracy/netzkampagnen/images/gesundheitsreform.jpg" width="200" align="left" border="0" /><br />
                            </a>Kaum ein Reformthema war so heftig umstritten wie die Gesundheitsreform, selten war der Informationsbedarf so hoch wie zum Reizthema Praxisgebühr. Keine leichte Aufgabe für das Gesundheitsministerium von Ulla Schmidt (SPD), so unterschiedliche Gruppen wie Patienten, Journalisten oder „Partner“ der Selbstverwaltung wie Kassenmitarbeiter oder Ärzte mit richtigen Infos zu versorgen. Denn die Einigung über die Reform zwischen Regierung und Union kam spät. Daher war zu Beginn das Hauptanliegen der Kampagnenseite die-gesundheitsreform.de, den politischen Prozess der Gesetzgebung und Inhalte und Ziele der Gesundheitsreform zu verkaufen.</p>
<p>
                            <strong>Selbstvermarktung</strong><br />
                            <br />Mit dem Refresh der Seite am 22.7.04 wird auf die veränderte politische Situation reagiert. Die Bundesregierung gibt jetzt optimistisch und selbstbewußt die Losung aus: „Die Reform wirkt.“ „Nach gut sechs Monaten Gesundheitsreform zeigt sich: Es ist Bewegung in unser Gesundheitssystem gekommen“, sagt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Die Kampagnenseite wird zu einem „Bürgerportal“ weiterentwickelt. Der Bürger soll fit für die Veränderungen gemacht werden: Stichwort „Eigeninitiative“ und „Selbstverantwortung“. „Wer sich kümmert, wird belohnt“, sagt Ruth Rumke, Referatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit im Bundesgesundheitsministerium (BMGS). „Nur wer umfassend informiert ist, kann sich um seine Belange effektiv kümmern, aktiv mitsprechen und eigenverantwortlich handeln.“</p>
<p>                            <strong>Soziale Software</strong><br />
                            <br />Seit dem Start von<br />
                            <a href="http://www.die-gesundheitsreform.de/index.4ml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die-gesundheitsreform.de</a> begrüßt Clara die Nutzer. Clara ist ein Avatar, auch wenn die Verantwortlichen lieber von einer „virtuellen Ratgeberin“ sprechen. Sie greift auf eine Datenbank zu, um eingetippte Fragen zu beantworten. Wenn sie nicht weiter weiß, soll ein Bürgertelefon per Chat oder per Call Center helfen. Hier beantworteten dann echte Menschen die Fragen. Clara war laut Redaktionsbüro so beliebt bei den Besuchern, dass sie während eines „Fortbildungsurlaubs“ im Frühjahr von den Nutzern vermisst wurde.<br />
                            <br />Der üppige Pressebereich verrät den weiteren Schwerpunkt der Seite: Die informationshungrige und kritische Presse mit Material versorgen, um den Berichten den richtigen Dreh zu geben. Neben Pressemitteilungen, Informationsmaterialen und Experteninterviews werden Videos einer Netzreporterin oder O-Töne der Ministerin als mp3-Dateien angeboten. Interessant ist die Guided Tour-Funktion. Im Netzpiloten-Rundflug wird der Nutzer zu anderen relevanten Seiten aus dem Feld der Gesundheitsvorsorge geführt.</p>
<p>                            <strong>Hi-Tech oder Low-Tech</strong><br />
                            <br />Mit Avatartechnik, Multimedia-Angeboten, Guided Tours und dem Bürgertelefon bietet die Seite mit das Modernste der Kommunikationstechnik an. Das Ziel ist klar. Die Fragen sollen möglichst direkt und eindeutig beantwortet werden. Missverständnisse sollen vermieden werden – und müssen ob des rauschenden Blätterwaldes wohl auch. Die Informationen seien gut aufbereitet, sprich wenig Behörden-Deutsch und die Seite sei barrierefrei navigierbar.<br />
                            <br />Die Eindeutigkeit der Kommunikation wird mit einem hohen Grad an Technikeinsatz erkauft. Nicht jedem Bürger dürfte klar sein, wie Avatar, Chat und Pilot funktionieren. Kritiker bemängeln, dass Multimedia-Anwendungen nur von Multiplikatoren oder „Heavy Usern“ genutzt würden. Und der digitale Graben Deutschlands sei breiter als Internet-Enthusiasten es sich wünschen. Noch dominieren in Deutschland die langsamen Modem-Verbindungen und etwas schnelleren, aber schmalspurigen ISDN-Zugänge. Werden so die uninformierten Massen in den Wartezimmern der Republik verfehlt?</p>
<p>                            <strong>Können 1,3 Millionen irren?</strong><br />
                            <br />„In den ersten drei Wochen hatte Clara 30.000 Dialoge“, berichtet Dietrich Boelter, Geschäftsführender Gesellschafter von Ahrens &amp; Bimboese. face2net, die für das Ministerium die Kampagnenseite betreuen. Auch sei die Länge der Dialoge mit der „Mensch-Maschine“ Clara ein Erfolg. Jeder Dialog bestand durchschnittlich aus 9,5 Fragen und 9,5 Antworten. „Danach hat Clara durchschnittlich 10.000 Dialoge im Monat.“ Weniger als gedacht wurde der Chat genutzt. „Über 1,3 Millionen Menschen haben sich bislang auf der Website informiert. Das ist für eine Informationsplattform ein großer Erfolg“, sagt Rumke.</p>
<p>                            <strong>Das Medium ist die Botschaft</strong><br />
                            <br />&#8220;Die gesamte Aufbereitung des Portals und die interaktiven Elemente auf der Site dokumentieren die moderne Form der Regierungskommunikation seitens des BMGS&#8221;, sagt Boelter. Im Kommunikationsmix von Regierung und Ministerien wurde die Meßlatte mit dem Internetportal hoch gelegt, in der Hoffnung, dass das Internet als Instrument der Bürgerkommunikation mit seinem speziellen Mehrwert erkannt wird. „Sie ist zentraler Bestandteil der Kampagne. Mit den erreichten Zielen bin ich sehr zufrieden,“ bilanziert Rumke. Wenn die Kampagne im Zweifel mit Kanonen auf Spatzen schießt, ist sie mindestens eine gute Kampagne für das Medium Internet.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich bin überzeugt, dass in Deutschland eine ungerechte Politik keinen Bestand haben wird.&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_bin_ueberzeugt_dass_in_deutschland_eine_ungerechte_politik_keinen_bestand_haben_wirdquot-272/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[thofsaess]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Nov 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Paritätischer Wohlfahrtsverband]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Stolterfoht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/bstolterfoht1.jpg" alt="Barbara Stolterfoht" align="left" border="0" height="116" width="82" /></b> 
<b><span style="color: #000000">Die</span><span style="color: #000000"> Vorsitzende 
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/bstolterfoht1.jpg" alt="Barbara Stolterfoht" align="left" border="0" height="116" width="82" /></b><br />
<b><span style="color: #000000">Die</span><span style="color: #000000"> Vorsitzende<br />
des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Barbara Stolterfoht</span></b><span style="color: #000000"><b><b>,<br />
ist am 6. November 2003 zu Gast im </b></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tacheles.02-Chat<b><br />
von tagesschau.de und poltik-digital.de.</b></b></span></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Politik-Interessierte, herzlich willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Im ARD-Hauptstadtstudio begrüße ich heute Barbara Stolterfoht,<br />
Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Der Paritätische<br />
Wohlfahrtsverband ist der Dachverband der zahlreichen Verbände in<br />
Deutschland, die soziale Arbeit leisten. Viele sind davon in Pflege und<br />
Betreuung tätig. Können wir beginnen Frau Stolterfoht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Die rot-grüne Koalition hat heute ein Rentengesetz verabschiedet,<br />
das für die Rentnerinnen und Rentnern im kommenden Jahr weniger Rente<br />
im Geldbeutel bedeutet. Aus ihrer Sicht ein Fehler?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Ja, das ist ein Fehler. Das mag für Rentner mit der Maximalrente<br />
hinnehmbar sein, für Kleinrentnerinnen und Kleinrentner ist das eine<br />
Katastrophe.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>halligallimit67</b>:<br />
Heute hat der Bundestag über ein Notprogramm entschieden, das die<br />
deutschen Rentner kommendes Jahr in eine Nullrunde schicken wird. Zusätzlich<br />
sollen die Rentner auch noch den kompletten Pflegebeitragssatz übernehmen.<br />
Von wem wurde der vorher bezahlt? Und wem kommt das Geld zu Gute? Wird<br />
es auf alle Pflegebedürftige umgelegt, oder nur auf ältere Menschen?</p>
<p><b>Barbara Stolterfoht</b>: Die Hälfte des Pflegeversicherungsbeitrags<br />
wurde bisher von den Rentnerinnen und Rentnern bezahlt, die andere Hälfte<br />
von den Rentenversicherungen. Das heißt, die Rentenversicherungen<br />
sparen Geld und die Rentnerinnen und Rentner werden stärker belastet.<br />
Berücksichtigen muss man dabei auch noch, dass Rentnerinnen und Rentner<br />
mehr Zuzahlungen und mehr Eigenleistungen für ihre Gesundheit aufbringen<br />
müssen. Da kann es für manche schon eng werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Tom</b>:<br />
Betrifft das auch Menschen mit einer Erwerbsunfähigkeits-Rente?(Frührentner)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Im Prinzip alle. Aber bei der Gesundheitsreform gibt es Obergrenzen bei<br />
der Zuzahlung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fritzchen</b>:<br />
Wie hätte sie Rente ihrer Meinung nach finanziert werden sollen wenn<br />
es keine Nullrunde geben würde?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Der Staat garantiert die Rentenzahlungen. Eine Alternative wäre eine<br />
Anhebung der Beitragssätze gewesen, eine andere eine Erhöhung<br />
des Staatszuschusses &#8211; als Notprogramm wohlgemerkt. Für eine langfristige<br />
Absicherung der Rente braucht es andere Strategien.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>HarleyDavidson</b>:<br />
Private Vorsorge wird immer wichtiger, lese ich. Was kritisieren sie daran?<br />
Wir können uns nicht länger auf den Staat verlassen und müssen<br />
selber was tun. Finde ich gar nicht so schlimm.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Ich kritisiere die private Vorsorge überhaupt nicht. Auch die Pflichtbeiträge<br />
zur Rentenversicherung sind ja ein Stück weit private Vorsorge. Die<br />
Alterseinkommen der Zukunft werden wahrscheinlich aus drei Säulen<br />
bestehen &#8211; der Rentenpflichtversicherung, der betrieblichen Rentenversicherung<br />
und privaten Ansparungen. Wichtig ist mir aber, dass jede und jeder sich<br />
das private Sparen auch leisten kann. Mit Minijobs und Niedriglöhnen<br />
geht das nicht. Da braucht man jeden Pfennig zum Leben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ein Kommentar und eine Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Betriebsratawoberlin</b>:<br />
Auch wir sind in großer Sorge um unseren Sozialstaat und befürchten,<br />
dass durch die Agenda 2010 noch mehr Menschen an den Rand der Gesellschaft<br />
gedrängt werden und im Abseits stehen. Aus unserer Sicht bedeutet<br />
dies dann auch großer emotionaler Sprengstoff, der sich irgendwann<br />
auch entladen wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Wolfgang S</b>.:<br />
Die grundsätzlich vorhandene öffentliche Akzeptanz für<br />
die Beschneidung des Sozial- (und damit Lebens-) standards steht und fällt<br />
mit der Gerechtigkeitsfrage. Was konkret schlagen Sie vor um die &quot;stärkeren<br />
Schultern&quot; der Besserverdienenden und Eigentümer großer<br />
Vermögen stärker zu belasten, damit dem Eindruck einer sich<br />
öffnenden &quot;Belastungsschere&quot; glaubwürdig begegnet<br />
werden kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Also, jetzt erst einmal den Betriebsrat: die Sorge des Paritätischen<br />
Wohlfahrtsverbandes ist es, dass die jetzt auf den Weg gebrachten &quot;Reformen&quot;<br />
zu Lasten der Ärmeren und Arbeitslosen &#8211; Stichwort Hartz4 &#8211; und zu<br />
Lasten der Kranken gehen, die nicht nur mit der Krankheit, sondern auch<br />
noch mit erhöhten Zuzahlungen zu kämpfen haben. Besonders schlimm<br />
ist es für chronisch Kranke. Ich bin überzeugt, dass eine solche<br />
Politik der Ausgrenzung nicht zukunftsfähig ist. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Zur Frage von Wolfgang<br />
S. Die Gerechtigkeitsfrage ist bei all diesen Fragen die zentrale. Ich<br />
finde es nicht gerecht, wenn durch die Hartzgesetze bei den Arbeitslosen,<br />
die jeden Pfennig brauchen, drei Milliarden eingesammelt werden und mit<br />
der Steuerreform, den Menschen mit überdurchschnittlichen Einkommen<br />
in Höhe von mehreren tausend Euro, Steuern erlassen werden. Ich finde<br />
es auch nicht gerecht, wenn Städte und Gemeinden Schulen und Kindertagesstätten<br />
verfallen lassen müssen, weil sie kein Geld haben und auf der anderen<br />
Seite die Einnahmen aus der Körperschaftssteuer um 20 Milliarden<br />
einbrechen. Zu den konkreten Vorschlägen: Die jetzige Krankenversicherung<br />
muss zur Bürgerversicherung weiterentwickelt werden. Das senkt die<br />
Beitragslast. Durch ein transparentes und gerechtes Steuersystem müssen<br />
alle Bürgerinnen und Bürger nach ihrer Leistungsfähigkeit<br />
herangezogen werden und durch eine höhere Erbschaftssteuer auf höhere<br />
Vermögen und eine moderate Vermögenssteuer könnte der Staat<br />
in die Lage versetzt werden, seine Aufgaben besser zu erfüllen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kopfloser</b>:<br />
Sie waren ja auch mal in einem politischen Amt (Sozialministerin). Können<br />
Sie in Ihrer jetzigen Position was bewirken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Ja, Sozialministerinnen haben es in Kabinetten, die sparen müssen,<br />
besonders schwer, können aber trotzdem einiges bewirken. Jetzt ist<br />
meine Aufgabe Beratung und Beeinflussung der Politik und kritische Stimme<br />
des Teils der Bevölkerung zu sein, für die die gegenwärtigen<br />
politischen Entscheidungen eine untragbare Belastung sind. Das ist ein<br />
anderer aber ebenso spannender Wirkungskreis und meine Erfahrung ist,<br />
dass man eine Menge bewirken kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Heißt kritische Stimme im heutigen Politbetrieb: eine möglichst<br />
laute Stimme sein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Also an Lautstärke kann ein Sozialverband es weder mit der Pharmalobby<br />
noch mit den Arbeitgeberverbänden aufnehmen. Die haben öffentlich<br />
und hinter verschlossenen Türen mehr Einfluss als alle Sozialverbände<br />
zusammen. Aber wir tun unser Bestes, um gehört zu werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rosa Luxemburg</b>:<br />
Müssten die Wohlfahrtsverbände nicht angesichts einer Allparteienkoalition<br />
zum Sozialabbau sich stärker auch mit den Ansätzen zu außerparlamentarischem<br />
Widerstand und Protest befassen, bzw. diesen mitentwickeln und unterstützen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und was tun Sie konkret?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Also, es war bisher erstaunlich ruhig in Deutschland. Das scheint sich<br />
jetzt zu ändern. Wohlfahrtsverbände unterstützen Initiativen<br />
und Aktionen im Interesse der Menschen, die sie vertreten. Der Paritätische<br />
kooperiert mit den anderen Verbänden, wie zum Beispiel dem Kinderschutzbund<br />
und dem VDK, mit den Gewerkschaften und mit Attac. Ich bin überzeugt,<br />
dass in Deutschland eine ungerechte Politik keinen Bestand haben wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Welche Partei macht Ihrer Ansicht nach noch eine gerechte Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Keine der großen Volksparteien &#8211; und die kleinen Parteien schon<br />
gar nicht &#8211; tut sich zur Zeit mit einer Politik zu Gunsten der Durchschnittsverdiener<br />
und der Schwächeren in der Gesellschaft hervor. Es gibt allerdings<br />
Unterschiede: Ich finde die Pläne der CDU und der FDP zum Fürchten.<br />
Diese Pläne gefährden in der Tat den sozialen Frieden in Deutschland.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>BerlinerStudi</b>:<br />
Und wen würden Sie unterstützen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Als Vorsitzende eines großen Wohlfahrtsverbandes unterstütze<br />
ich gar keine Partei sondern fordere eine sozial gerechtere Politik bei<br />
allen Parteien ein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Freundfeind</b>:<br />
Sind die Parteien also gegenüber der Wirtschaft offener als gegenüber<br />
den Bürgervertretungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Es ist etwas komplizierter. Die Politik hat nicht den Mut gegenüber<br />
mächtigen Bevölkerungs- und Wirtschaftsgruppen Opfer zu verlangen.<br />
Das Schicksal der Gesundheitsreform hat das mehr als deutlich gezeigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Judith</b>:<br />
Es heißt immer mal wieder, dass Deutschland sich im Würgegriff<br />
der Verbände befindet. Was halten sie von der These?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Auch das würde ich wieder etwas differenzierter sehen. Es ist unglaublich<br />
schwierig in einer pluralistischen Gesellschaft, politischen Konsens zu<br />
organisieren. Hinzu kommt, dass eben manche Interessen ungehinderteren<br />
Zugang zu politischen Machtzentren haben als andere und dass insgesamt<br />
eine Politik zu Gunsten des Sozialstaates und zu Lasten von Wirtschaftsinteressen<br />
kaum noch möglich ist. Ob das ein Sachzwang ist oder ein änderbarer<br />
Tatbestand ist, darüber wird die politische Diskussion in den nächsten<br />
Jahren gehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Krückstock</b>:<br />
Unionsfraktionschefin Angela Merkel konterte gegenüber der Regierung,<br />
Rot-Grün flüchte sich bei der Rente zum wiederholten Mal in<br />
„Notoperationen“. Der CSU- Sozialexperte Horst Seehofer attackierte<br />
die rot-grünen Rentenpläne massiv. Geht es hier wirklich um<br />
unser Wohlergehen, oder doch wieder nur um Wahlkampf?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Angesichts der Tatsache, dass in 16 Jahren Regierung Kohl, notwendige<br />
Reformen permanent verschlafen worden sind, finde ich dies nur Wahlkampfpolemik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ortrud</b>:<br />
Was kann man denen sagen, die durch die Komplexität des Problems<br />
überfordert sind und die wichtige kontroverse Diskussion &#8211; z.B. in<br />
der SPD &#8211; als Zerstrittenheit wahrnehmen und sich in Verdrossenheit gegenüber<br />
allen Entscheidern &quot;da oben&quot; zurückziehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Tja, das ist eine schwere Frage. Weitermachen und kämpfen für<br />
das was man für richtig hält, in Parteien und Verbänden,<br />
in Initiativen und Selbsthilfegruppen. Das ist das einzige, was hilft.<br />
Resignieren nützt nur denen, die zielgerichtet ihre Interessen verfolgen.<br />
Um es mit einem Zitat von Brecht zu sagen: &quot;Lege Deine Finger auf<br />
jeden Posten, frag wie kommt er dahin&#8230;&quot;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Während der Zeiten niedrigerer Arbeitslosigkeit konnte die Politik<br />
es sich eher leisten, Reformen liegen zu lassen. Jetzt haben wir 4,15<br />
Millionen Arbeitslose:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mmmm</b>:<br />
Bei einem Festakt an der Berliner Humboldt- Universität sagte Eichel,<br />
langfristig dürfe die „Rente mit 67“ kein Tabu sein.<br />
Außerdem soll die Arbeitszeit verlängert werden, damit Deutschland<br />
im internationalen Wettbewerb mithalten könne. Wie passt das mit<br />
unserer Arbeitslosigkeit zusammen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Gar nicht. Ich halte es für absurd, über die Rente mit 67 Jahren<br />
zu diskutieren und längere Arbeitszeiten zu fordern in Zeiten hoher<br />
Arbeitslosigkeit. Was wir brauchen, ist die Chance für über<br />
55-jährige in den Betrieben zu bleiben. Sie sind ja reihenweise aussortiert<br />
worden, mit einer teuren Frühverrentungspolitik. Was wir brauchen,<br />
ist eher Arbeitszeitverkürzung als Arbeitszeitverlängerung.<br />
Um das Arbeitsvolumen auf mehr Hände und Köpfe zu verteilen.<br />
Und was wir brauchen, sind Unternehmer, die mit Innovationskraft, Phantasie<br />
und Mut neue Arbeitsplätze schaffen. Und übrigens, es wäre<br />
ja schon fast ein Wunder, wenn in unserem Lande alle Menschen arbeiten<br />
könnten und Arbeit hätten bis 65. Das tatsächliche Renteneintrittsalter<br />
liegt weit darunter, nämlich knapp über 60.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>T. Heinz</b>:<br />
Arbeitsvolumen ist doch ein völlig falscher Begriff. Arbeit schafft<br />
Arbeit. Wenn man produktiv ist und so mehr verdient als man kostet, können<br />
auch wieder mehr Menschen eingestellt werden. Wirtschaftswachstum heißt<br />
das und hat uns schon mal Vollbeschäftigung gebracht. Arbeit ist<br />
zu teuer, daher schrumpft die Nachfrage danach.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Das halte ich für ein Gerücht und eine gern gepflegte Legende.<br />
Bei den Schweden ist die Arbeit teurer als bei uns, gleichwohl ist die<br />
Arbeitslosigkeit wesentlich geringer. Bei den Polen kostet die Arbeitsstunde<br />
4 Euro 50 Cent und die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 20 Prozent. Wir<br />
wären auch kaum Exportweltmeister, wenn unsere Arbeit tatsächlich<br />
zu teuer wäre. Es kommt wesentlich auch auf andere Faktoren an, wie<br />
den Bildungsstand der Arbeitnehmerschaft und die Produktivität des<br />
einzelnen Arbeitsplatzes. Wir brauchen auch an diesem Punkte eine differenziertere<br />
Betrachtungsweise.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Wilfried</b>:<br />
Das eigentliche, oder vermutlich das einzige Problem momentan in diesem<br />
Staate ist ja dessen Verschuldung &#8211; wenn die Ausgaben für Zinszahlungen<br />
für andere Zwecke zur Verfügung ständen, wären alle<br />
strukturellen Probleme vermutlich lösbar. Ist es da nicht sinnvoll,<br />
bis 2010 in den sauren Apfel zu beißen und auf Teufel oder Eichel<br />
komm raus zu sparen (auch wenn es weh tut und sozial völlig ungerecht<br />
ist), um wieder handlungsfähig zu werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Ein Beispiel dafür, dass sparen mit Augenmaß betrieben werden<br />
muss ist die hessische Landesregierung: Sie fördert weiterhin Vertriebenenverbände<br />
und streicht sämtliche Zuschüsse für Schuldnerberatungsstellen.<br />
Es gibt Bereiche in denen nicht gespart werden darf, wenn man zukünftigen<br />
Generationen keinen Schaden zufügen möchte. Dazu gehört<br />
Bildung, dazu gehört eine verlässliche soziale Sicherung für<br />
alle und eine zukunftsfähige Infrastruktur. Ansonsten ist die Verschuldung<br />
des Staates seit mindestens 25 Jahren ein politisch verleugnetes Problem,<br />
das als erstes Hans Eichel wirklich angepackt und thematisiert hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sie haben vorhin ein transparentes und gerechtes Steuersystem gefordert:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Roswita</b>:<br />
Was halten Sie vom Steuerreformvorschlag von Friedrich Merz?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Klingt gut, schauen wir mal, ob er nicht im Kampf der Interessengruppen<br />
auf der Strecke bleibt. Ich bin nicht sicher, ob die Durchschnittseinkommen<br />
wirklich entlastet werden, wenn ihnen alle Vergünstigungen von Entfernungspauschale<br />
bis steuerfreie Nachtzuschläge gestrichen werden.Viele Arbeitnehmer<br />
haben nur deswegen ein einigermaßen erträgliches Einkommen,<br />
weil sie nachts und Schicht arbeiten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>AltundWeise</b>:<br />
In der Rürup-Kommission stimmten Sie als einziges Mitglied dem Abschlussbericht<br />
der Kommission nicht zu. Was sagen sie dann erst zur Herzog-Kommission?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Schöne Frage. Ich war mit den Ergebnissen zu wenig einverstanden,<br />
um zustimmen zu können. Aber eins muss man der Rürup-Kommission<br />
lassen, und insbesondere ihrem Vorsitzenden: da wurde solide gearbeitet<br />
und gerechnet und die Vorschläge hatten Hand und Fuß und passten<br />
zusammen. Die Vorschläge der Herzog-Kommission sind unsolide und<br />
unsozial.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Merker</b>:<br />
Sind die Frauen die Verlierer der Agenda 2010?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Ja. Frauen verdienen weniger und werden härter getroffen, wenn soziale<br />
Leistungen gestrichen werden und mehr zugezahlt werden muss. Frauen haben<br />
schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn die Leistungen der Bundesanstalt<br />
für Arbeit zusammengestrichen werden und Frauen leiden mehr unter<br />
Rentenkürzungen, weil ihre Renten ohnehin nur die Hälfte der<br />
Männerrenten ausmachen und sie über betriebliche Renten und<br />
private Rentenversicherungen wesentlich schlechter abgesichert sind. Nicht<br />
alle Frauen verfügen über einen Ehemann, der all diese locker<br />
finanziell auffangen kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Unsere Chat-Stunde ist um, vielen Dank für Ihr Interesse. Vielen<br />
Dank Frau Stolterfoht, dass Sie zu uns gekommen sind. Das tacheles.02-Team<br />
wünscht allen noch einen schönen Tag!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barbara Stolterfoht</b>:<br />
Danke für die Einladung, es hat Spaß gemacht.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Mir ist kein einziger aktueller Unionsvorschlag bekannt, der auch nur einen kurzen Gedanken an eine große Koal</title>
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		<dc:creator><![CDATA[espies]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 May 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Jusos]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Florian Pronold]]></category>
		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Kündigungsschutz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/fpronold.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" border="0" height="126" width="92" />Florian 
Pronold</b><b>, Initiator des Mitgliederbegehrens MdB (SPD), </b><b>am 
27. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span> 
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/fpronold.jpg" alt="Heidemarie Wieczorek-Zeul" align="left" border="0" height="126" width="92" />Florian<br />
Pronold</b><b>, Initiator des Mitgliederbegehrens MdB (SPD), </b><b>am<br />
27. Mai 2003, zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span><br />
<!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<b><br />
Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der bayerischen Jusos, Florian<br />
Pronold, ist heute im ARD-Hauptstadtstudio unser Chat-Gast. Herr Pronold,<br />
sind Sie bereit?<br />
Florian Pronold: Ja. klar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus:</b><br />
Guten Tag, Herr Pronold, wie wollen Sie die Agenda 2010 verbessern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Es gibt zwei Bereiche. Als erstes will ich Sie ergänzen, das ist<br />
die Frage der gerechten Verteilung. Das Zweite ist die Frage, wie man<br />
Konjunktur ankurbelt, um tatsächlich mehr Wachstum und Beschäftigung<br />
zu erzielen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ohrfeige:</b> Sie<br />
sind ja offensichtlich gegen die Agenda 2010 des Kanzlers. Welche Möglichkeiten<br />
sehen Sie, um die hiesige Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, und<br />
somit neue Arbeitsplätze zu schaffen? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Richtig ist, dass ich gegen Teile der Agenda 2010 bin. Die Ankurbelung<br />
der Konjunktur, zum Beispiel durch die Stärkung der Kommunen, ist<br />
ein richtiger Schritt. Wir müssen aber mehr tun, um die derzeitige<br />
Rezession mittels Konjunkturpolitik zu überwinden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andi:</b> Sie brauchen<br />
67.000 Unterschriften für ihr Mitgliederbegehren. Die Zeit läuft<br />
gegen Sie. Glauben Sie, Sie können es noch schaffen? (Sie haben ja<br />
gerade mal 12.000)</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir sind jetzt fast bei 20.000 und bei Volksbegehren in Bayern ist es<br />
so, dass 50 Prozent der erforderlichen Unterschriften in den letzten zwei<br />
Tagen eingehen (von 12 Tagen).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Dennoch: Die Unterschriftenaktion verläuft eher schleppend. Haben<br />
Sie nicht mit mehr Zustimmung von Seiten der Basis gerechnet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wenn Sie die inhaltlichen Fragestellungen anschauen und die aktuelle FORSA-Umfrage<br />
zu Grunde legen, dann sehen Sie, dass wir in vielen Einzelpunkten die<br />
Mehrheit der Partei hinter uns haben. In den anderen stimmen uns immerhin<br />
40 bis 50 Prozent zu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smily:</b> Denken<br />
Sie nicht, dass ihre Aktion (Mitgliederbegehren) die Partei spaltet und<br />
das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler stört?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Demokratie braucht Diskussion.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nicht-mitglied:</b><br />
Rechnen Sie sich noch Chancen aus, ihre Positionen gegen Schröder<br />
und Co. durchzusetzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir haben schon einige Erfolge erzielt. Es gilt der alte Spruch: Wer kämpft,<br />
kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was für Erfolge rechnen Sie ihrer Initiative an?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Erstens, dass es überhaupt einen Sonderparteitag gibt. Zweitens,<br />
dass nicht nur ein Ja oder Nein möglich ist, sondern dass jetzt schon<br />
in den Leitantrag für den Parteitag konkrete Änderungsanträge<br />
eingearbeitet sind. Und inhaltlich: In den Punkten Tarifautonomie, Umlagefinanzierung<br />
für mehr Ausbildungsplätze und bei der Ausgestaltung des zukünftigen<br />
Arbeitslosengeldes II.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fenzz:</b> Herr<br />
Pronold, was ist Ihnen wichtiger, das Festhalten an überholten und<br />
nicht mehr bezahlbaren Sozialleistungen oder der Machterhalt von Rot-Grün?<br />
Im Falle einer nicht zustande kommenden Koalitionsmehrheit würde<br />
Gerhard Schröder doch zurücktreten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Mike:</b> Wären<br />
Sie auch bereit, die Regierung mit ihrem Votum zur Agenda 2010 scheitern<br />
zu lassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir kämpfen dafür, dass die SPD weiterhin regierungsfähig<br />
ist. Und dafür braucht es eine Politik, die mehr bewirkt als derzeit<br />
die Agenda 2010 verspricht. Wir wollen den Kanzler stützen, nicht<br />
stürzen und deshalb müssen wir das Vertrauen vieler enttäuschter<br />
Wählerinnen und Wähler zurückgewinnen. Fast alle wollen<br />
mehr soziale Gerechtigkeit in die Agenda 2010 bringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine direkte Nachfrage zu Ihrer Äußerung zu Diskussionen in<br />
der Demokratie:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smily:</b> Demokratie<br />
braucht Diskussion??? Kann man das nicht auch intern austragen, und somit<br />
nicht das Ansehen der Partei verletzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ja. Meine Erfahrung ist, dass dies in einer Mediengesellschaft nicht mehr<br />
hinter verschlossenen Türen geht. Und erst recht nicht geht, wenn<br />
die Parteispitze &#8211; wie ursprünglich geplant &#8211; ja überhaupt keine<br />
Mitentscheidung der Parteimitglieder zulassen wollte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>testat:</b> Herr<br />
Pronold, haben Sie sich viele Feinde in der SPD gemacht, seitdem Sie das<br />
Begehren gestartet haben? Wie gehen Sie damit um?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Mir geht es um eine inhaltliche Diskussion. Ich habe versucht, keine persönlichen<br />
Verletzungen entstehen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass fast alle in<br />
der SPD auch eine solche Diskussionskultur pflegen. 😉</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Dann kommen wir mal zu den Inhalten:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>faulpelz:</b> Die<br />
Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes will der Kanzler verkürzen. Das<br />
finde ich richtig. Warum sind Sie dagegen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wenn jemand 30 Jahre gearbeitet hat, mit über 50 arbeitslos wird,<br />
hat er keine Chance, einen neuen Job zu kriegen. Nach den ursprünglichen<br />
Plänen wäre er nach einem Jahr in der Sozialhilfe gelandet,<br />
was bedeutet, er müsste sein gesamtes Vermögen &#8211; Eigentumswohnung,<br />
Erspartes &#8211; aufbrauchen, bevor er irgendeine staatliche Unterstützung<br />
kriegt. Und das, obwohl er 30 Jahre einbezahlt hat, um sich gegen dieses<br />
Risiko zu versichern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>suzi:</b> Wäre<br />
es nicht im Interesse der Arbeitnehmer den Kündigungsschutz zu lockern<br />
und Billigjobs anzubieten? Für kleinere Unternehmen wäre es<br />
sicherlich förderlich, da Sie so bei guter Auftragslage mehrere Leute<br />
einstellen könnten. So könnte man mehrere Leute von der Straße<br />
nehmen. Das Sozialhilfe Niveau müsste dann angepasst werden. Gewährleistet<br />
muss sein, dass Sozialhilfe nie mehr sein darf, als ein Einkommen aus<br />
einem Minijob + einem entsprechenden Bonus aus der Sozialkasse. Was denken<br />
Sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>jung_dynamisch:</b><br />
Der SPD-Reformplan zielt auf die Lockerung des Kündigungsschutzes<br />
ab. Ist das unsozial in ihren Augen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold</b>:<br />
Es ist wirkungslos. 1996 haben die Unternehmen 500.000 neue Jobs versprochen,<br />
wenn der Kündigungsschutz gelockert wird. Kein einziger wurde damals<br />
zusätzlich geschaffen. Unternehmen stellen nicht Leute ein, weil<br />
sie sie nachher wieder kündigen wollen, sondern wenn sie sich dadurch<br />
mehr Gewinn erwarten. Zur Frage Sozialhilfe &#8211; Minijobs: Sozialhilfe deckt<br />
das zum Leben notwendige Minimum ab. Ich weiß nicht, was man da<br />
noch kürzen soll. Vor allem, wenn bereits nach geltendem Recht diese<br />
gestrichen werden kann, wenn jemand eine zumutbare Arbeit verweigert.<br />
Und um vernünftig leben zu können, braucht man mindestens drei<br />
Minijobs. Da wären mir ordentliche Beschäftigungsverhältnisse<br />
lieber.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Müntefehrings-Jünger:</b><br />
Und wie soll ein Staat einen Rentner bei der EnBw, der mit 53 in den Vorruhestand<br />
geht, dauerhaft finanzieren? Wie sieht es da europäisch aus? Kennen<br />
Sie einen Nachbarstaat, in dem eine solche Geschichte möglich wäre?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:<br />
</b>Richtig ist, dass Blüm mit der langen Bezugsdauer von Arbeitslosengeld<br />
eine Möglichkeit geschaffen hat, ältere Arbeitnehmer leichter<br />
und früher in Rente gehen zu lassen. Die Idee war auch, dass jüngere<br />
nachrücken. Dort besteht Reformbedarf, aber das Kernproblem ist,<br />
dass viele krankheitsbedingt früher in Rente gehen. Die Lösung<br />
liegt bei der Humanisierung der Arbeitswelt, nicht bei Rentenkürzungen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Parteisoldat:</b><br />
Es ist doch so, dass Unternehmen bei guter Auftragslage eher mehr Leute<br />
einstellen, und da ist es der Sache doch förderlich, wenn der Arbeitgeber<br />
bei Bedarf diese Personen wieder entlassen darf. Oder sehe ich das falsch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein, das entspricht dem geltenden Kündigungsschutzrecht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Trotz ihrer Wünsche: Eine tiefgreifende Veränderung der Agenda<br />
wird es wohl nicht mehr geben. Werden Sie dann im Bundestag bei der Abstimmung<br />
der Reform-Gesetze gegen Kanzler Schröder stimmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Wir werden mindestens sechs verschiedene Gesetzesvorschläge auf dem<br />
Tisch liegen haben. Bevor ich nicht weiß, wie diese im Detail aussehen,<br />
kann ich schlecht etwas über mein Abstimmungsverhalten sagen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Nervt es Sie nicht, dass der Kanzler ständig Entscheidungen über<br />
politische Sachfragen mit seiner Person verknüpft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nerven ist der falsche Ausdruck. Ich halte es für falsch, weil damit<br />
keine Überzeugung durch inhaltliche Argumente mehr stattfinden kann<br />
und ein demokratischer Prozess sollte doch gerade von inhaltlichen Argumenten<br />
bestimmt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andi:</b> Erhoffen<br />
Sie sich in der Nach-Schröder-Ära Punkte durch ihre Aktion?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein. Wer in der Politik etwas verändern will, muss auch mal anecken.<br />
Wenn man dann zuviel Sorgen hat, ob man noch &quot;Everybody`s Darling&quot;<br />
ist, ist man vielleicht am Ende &quot;Everybody`s Depp&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wie stehen Sie zu dem Vorwurf, Sie leisteten nur Widerstand gegen Schröders<br />
Reformen, um sich bekannt zu machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich bin 15 Jahre ehrenamtliches und aktives Mitglied meiner Partei. Daraus<br />
leite ich meine Berechtigung her, mich in inhaltliche Debatten einzumischen.<br />
Wenn Inhalte mit Personen verknüpft sind, halte ich Bekanntheit für<br />
ein notwendiges Übel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus:</b><br />
Welche politische Stellung möchten Sie anpeilen? Wenn Sie dies geschafft<br />
haben, welche Ziele wollen Sie erreichen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Der zweite sozialdemokratische Ministerpräsident in der Geschichte<br />
Nachkriegs-Bayerns. <br />
Zu den Zielen: Die CSU für all ihre Skandale strafrechtlich zur Rechenschaft<br />
zu ziehen, auch auf die Gefahr hin, wesentlich mehr Gefängnisse bauen<br />
zu müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>140jahre:</b> Die<br />
SPD ist ja letzte Woche 140 Jahre alt geworden. Wie sehen denn die nächsten<br />
Jahre Sozialdemokratie aus? Neoliberal oder Sozialismus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Im Kaffeesatz lesen war ich noch nie besonders gut. Ich kämpfe dafür,<br />
dass die SPD sich weiterhin für eine Gesellschaft mit mehr Gleichheit<br />
und mit mehr Gerechtigkeit einsetzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>werter:</b> Welche<br />
Grundwerte der Sozialdemokratie sehen Sie in Gefahr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich befürchte, dass die Werte Solidarität und Gerechtigkeit<br />
eine andere Bedeutung bekommen, ähnlich wie Sie bisher von konservativen<br />
oder liberalen Politikern verwandt worden sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zurück zur Realpolitik:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Realist:</b> Ist<br />
es sozial gerecht, wenn nicht mehr finanzierbare Sozialsysteme gegen die<br />
Wand gefahren werden und die Jüngeren dann trotz hoher Einzahlungen<br />
später kaum etwas bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Das ist nicht so. Bloß weil dieses Schreckensbild fast täglich<br />
von interessierten Kreisen an die Wand gemalt wird, hat es mit der Realität<br />
wenig zu tun. Unser Sozialstaat basiert darauf, dass die Erwerbstätigen<br />
für alle (!) nicht Erwerbstätigen aufkommen. Der zu verteilende<br />
Kuchen wird laufend größer, er wird nur immer ungerechter verteilt.<br />
Da liegt das Problem.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mayer:</b> Die<br />
Reform der 400-Euro-Jobs nach den Vorschlägen von CDU und CSU erweist<br />
sich als Riesenerfolg: Nach ersten Schätzungen der zuständigen<br />
Bundesknappschaft in Cottbus sind seit dem vergangenen April rund 600.000<br />
neue Arbeitsverhältnisse im Niedriglohnsektor entstanden, davon circa<br />
30.000 im Privathaushalt. Was sagen Sie nun?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Dass ich diese Zahl nicht glaube. In den Privathaushalten sind wir davon<br />
ausgegangen, dass Schwarzarbeit in legale Arbeit übergeführt<br />
wird. Neue Jobs haben dort kaum Platz gegriffen. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Die NRW-Hasser:</b><br />
Wäre eine große Koalition nicht das Gebot, um eine echte Agenda<br />
&quot;Ich helfe Deutschland&quot; auf den Weg zu bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moa:</b> Stichwort<br />
Bremen: Könnte eine Große Koalition auf Bundesebene die drängendsten<br />
Probleme nicht viel besser lösen als Rot-Grün contra Bundesrat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Es kommt in erster Linie darauf an, was für eine Politik gemacht<br />
wird.<br />
Mir ist kein einziger aktueller Unionsvorschlag bekannt, der auch nur<br />
einen kurzen Gedanken an eine große Koalition rechtfertigen würde.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Die NRW-Hasser:</b><br />
Herr Pronold, was sagen Sie zu Herrn Steinbrück. Sind Sie persönlich<br />
ein Verfechter von Rot-Grün, oder kommt darauf an, dass genug rot<br />
dabei ist? Auch wenn etwas Gelb vielleicht die Stimmung in Berlin aufheizen<br />
würde?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Mein Problem ist, dass bei Grün viel zu viel Gelb ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch mal zur Agenda:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Smily:</b> Die<br />
Parteispitze wird doch von den Parteimitgliedern gestützt und gewählt.<br />
Denken Sie wirklich, dass eine Mitentscheidung der Parteimitglieder auf<br />
solche Art und Weise stattfinden muss??? Ich als kleines Gemeinderatsmitglied<br />
trage die Entscheidungen mit, und durch die Wahl meines Delegierten entscheide<br />
ich, oder etwa nicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Parteispitze hat 1993 dafür gesorgt, dass es überhaupt ein<br />
Mitgliederbegehren in der SPD gibt. Viele Kommunalgesetze sehen auch Bürgerentscheide<br />
vor. Als Stadtratsmitglied habe ich nicht den Eindruck, dass Bürgerentscheide<br />
schlechtere Ergebnisse bringen, als Gemeinderatsbeschlüsse.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wie viele SPD-Abgeordnete werden denn Ihrer Ansicht nach mit Nein stimmen,<br />
oder knicken am Ende wieder alle ein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Das hängt davon ab, was auf dem Tisch liegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sie könnten es sich doch mal leisten, gegen den Kanzler zu stimmen.<br />
Die Agenda-Gesetze haben doch gute Chancen, dass auch Abgeordnete der<br />
Union zustimmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Union will die SPD von der Regierung wegbringen. Im Zweifelsfall wird<br />
es überhaupt keine Stimme von den Schwarzen geben. Wir brauchen eine<br />
eigene Mehrheit und die gibt es umso leichter, je mehr Kompromissfähigkeit<br />
auf allen Seiten da ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Hat Sie Herr Müntefering in den vergangenen Tagen mal zum Thema &quot;Fraktionsdisziplin&quot;<br />
belehrt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein. Disziplin ist ja auch nicht bedingungslose Gefolgschaft.<br />
sondern hat für mich sehr viel mit dem Prozess vor der Mehrheitsentscheidung<br />
in der Fraktion zu tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moa:</b> Die Mehrheit<br />
der Deutschen will die Agenda 2010. Warum ignorieren Sie dies?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Mehrheit der Deutschen ist auch für Subventionsabbau. Als wir<br />
im Herbst das konkret in der Steuerpolitik angegangen sind, war die Mehrheit<br />
bei fast jeder Einzelmaßnahme dann für den Erhalt der Subventionen.<br />
Alle sind derzeit abstrakt für Reformen (ich übrigens auch).<br />
Die entscheidende Frage ist: Wie schauen die konkreten Schritte aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>moa:</b> Wenn Schröder<br />
wieder die Vertrauensfrage stellen würde &#8211; würden Sie sich dann<br />
zu einem Ja zur Agenda 2010 hinreißen lassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Keine andere Antwort als oben. Es kommt darauf an, was auf dem Tisch liegt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was dann auf dem Tisch liegt, dürfte doch hinreichend klar sein,<br />
oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich wäre dem Moderator dankbar, wenn er mir die konkreten Gesetzesentwürfe<br />
geben würde weil bisher sind Sie noch nicht da.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mitunterstützer:</b><br />
Sie sind in ihrem eigenen Landesverband nicht ganz unumstritten &#8211; wie<br />
haben die bayerischen Jusos eigentlich auf das Mitgliederbegehren reagiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die bayerischen Jusos haben das Mitgliederbegehren ja eigentlich initiiert.<br />
In meinem Wahlkreis habe ich deutliche Unterstützung durch die örtliche<br />
Partei. Ansonsten führt ein Konflikt ja oft dazu, dass vorübergehend<br />
eine Polarisierung eintritt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>AberHallo-Mann:</b><br />
Au Backe, mit der SPD geht es ja bergab. Herr Pronold, wollten Sie schon<br />
mal die Partei wechseln. Und wohin wären Sie gegangen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Nein. Ich wollte noch nie die Partei wechseln. Ich kann mir nicht vorstellen,<br />
wie in Deutschland mehr Gerechtigkeit durchgesetzt werden soll, wenn die<br />
SPD dabei nicht die treibende Kraft ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus:</b><br />
Mir als eingefleischter Sozialdemokrat gefällt nicht, wie die CDU<br />
Politik macht. Sie blockiert alles, klar Sie ist die Opposition, aber<br />
kann Sie nicht einmal zusammenarbeiten? Was sagen Sie dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Union wird bald im Bundesrat Zugeständnisse machen müssen.<br />
Ihre eigenen Länderhaushalte sind oft schon verfassungswidrig. Deshalb<br />
wird in der Steuerpolitik noch einiges an Bewegung geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Die SPD verliert massiv an Mitgliedern, in Umfragen erreicht Sie nur noch<br />
25 Prozent. Wegen Leuten wie Ihnen, oder würden ohne Politiker wie<br />
Sie noch mehr von der Fahne gehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Das ist schwer zu beurteilen, wenn man es wirklich ernsthaft beantworten<br />
will, würde es mehr Raum brauchen. Ich bin deshalb aber auf den Start<br />
des Mitgliederbegehrens gekommen, weil ich in den Monaten zuvor viele<br />
aktive und langjährige SPD-Mitglieder vom Austritt abhalten musste,<br />
die über den Kurs und den Umgang innerhalb der SPD alles andere als<br />
begeistert waren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Parteisoldat:</b><br />
Sehen Sie Ottmar Schreiner nach dem Rücktritt von Oskar Lafontaine<br />
als neuen Anführer der Parteilinken??? Oder wollen Sie diese Stelle<br />
einnehmen ???</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun,<br />
uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun &#8211; so<br />
die Internationale.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>free__spd:</b><br />
Wie ist es so als mit Abstand junger Bundestagsabgeordneter? Werden Sie<br />
von den Alteingesessenen ernstgenommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Da müssten Sie die fragen, nicht mich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Aber in Ihrer Wahrnehmung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich kann mich nicht beschweren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine letzte Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ohrfeige:</b> Sitzen<br />
Sie eigentlich in irgendeinem Ausschuss? Wie Sieht ihre Arbeit im Bundestag<br />
aus, wenn Sie nicht gerade Mitgliederbegehren starten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Ich bin Mitglied im Finanzausschuss und darüber hinaus &#8211; wenn ich<br />
es spöttisch ausdrücken darf &#8211; &quot;verteidige&quot; ich als<br />
Mitglied des Untersuchungsausschusses die Bundesregierung gegen den Vorwurf<br />
des Wahlbetruges.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
und eine allerletzte:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>mitunterstützer:</b><br />
Gehört die eben zitierte &quot;Internationale&quot; nicht auch zu<br />
dem verstaubten Image der Jusos?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Die Frage ist ja nicht, ob etwas alt oder verstaubt ist, sondern richtig<br />
oder falsch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, eine Stunde ist vorbei. Vielen Dank für<br />
Ihre Fragen, vielen Dank Herr Pronold, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio<br />
gekommen sind. Den nächsten Chat gibt&#8217;s am kommenden Dienstag, 3.<br />
Juni, dann stellt sich Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) von<br />
17.30 bis 18.30 Uhr Ihren Fragen. Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei<br />
sind. Einen schönen Abend wünscht das tacheles.02-Team.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Florian Pronold:</b><br />
Schönen Gruß an die rote Renate!</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Vorschläge sind für unsere Ziele wenig tauglich&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[espies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda 2010]]></category>
		<category><![CDATA[Christine Scheel]]></category>
		<category><![CDATA[Nachtragshaushalt]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/cscheel.jpg" alt="Christine Scheel" align="left" border="0" height="105" width="84" />tacheles.02: 
</b> <b>Christine Scheel, Finanzexpertin der Grünen, am 07. 
Mai 2003, </b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zu 
Gast im tacheles.02 Live-Chat von politik-digital.de und tagesschau.de</b>.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/cscheel.jpg" alt="Christine Scheel" align="left" border="0" height="105" width="84" />tacheles.02:<br />
</b> <b>Christine Scheel, Finanzexpertin der Grünen, am 07.<br />
Mai 2003, </b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zu<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat von politik-digital.de und tagesschau.de</b>.</span><!--break-->
</p>
<p>
<br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Heute ist die Finanzexpertin der Grünen, Christine Scheel, zum chatten<br />
ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Eine Stunde haben wir Zeit. Kann es<br />
losgehen, Frau Scheel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Ja, ich bin bereit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Die Bundesanstalt für Arbeit braucht in diesem Jahr nach eigenen<br />
Angaben vermutlich einen Bundeszuschuss von bis zu 7,5 Milliarden Euro.<br />
Das ist noch weit mehr als bislang befürchtet, ursprünglich<br />
sollte es gar keinen Zuschuss geben. Als Vorsitzende des Bundestags-Finanzausschusses<br />
und Mitglied einer Regierungspartei muss Ihnen da doch der Schweiß<br />
ausbrechen. Im Haushalt ist das nicht vorgesehen, wie wollen Sie das auffangen?</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"></p>
<p><b>Christine Scheel:</b> Wir werden wahrscheinlich die Neuverschuldung<br />
erhöhen müssen. Das hängt auch davon ab, wie die Steuerschätzung<br />
Mitte Mai ausfällt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>steueroasenbewohner:</b><br />
Sind sie für eine moderate Schuldenaufnahme und für ein Konjunkturprogramm,<br />
das Arbeitsplätze schafft? Denn dann werden die staatlichen Steuereinnahmen<br />
steigen und die Schulden können wieder abgebaut werden, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Wir geben in diesem Jahr rund 28 Mrd. Euro für Investitionen aus.<br />
Zudem gibt es für die Kommunen und die Bauindustrie verbilligte Kredite,<br />
in etwa 12 Mrd. Euro. Weitere Konjunkturprogramme würden die Schulden<br />
zu stark erhöhen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ricco:</b> Liebe<br />
Frau Scheel, hat die rot-grüne Regierung den Mittelstand ins steuerpolitische<br />
Aus katapultiert? Und rächt sich diese Strategie jetzt durch die<br />
neuesten Arbeitslosenzahlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel</b>:<br />
Nein. Wir sind nicht allein auf der Welt und stehen natürlich, was<br />
die Steuerbelastung betrifft und die Lohnnebenkosten, im internationalen<br />
Wettbewerb. Daher ist es für den Mittelstand wichtig, dass die Agenda<br />
2010 kommt und damit auch der Weg frei wird, die Sozialversicherungsbeiträge<br />
zu senken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>gqgerqg:</b> Zu<br />
den Reformplänen: Nur, wenn es billiger wird, Arbeitnehmer zu bezahlen,<br />
stellen die Betriebe neu ein, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tschudowsky:</b><br />
Sehr geehrte Frau Scheel. Was halten Sie von der Idee des DGB, die für<br />
2004 vorgesehenen Steuerentlastungen auf dieses Jahr rückwirkend<br />
vorzuziehen, um den Kommunen und den Bürgern mehr Geld in den Taschen<br />
zu lassen. Der DGB rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von bis zu 1,5<br />
%. Wäre das nicht ein psychologisch wichtiges Signal, um die Wirtschaft<br />
wieder in Schwung zu bringen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die kommunalen Haushalte, die Länder<br />
und der Bund bei so hohen Steuerausfällen noch verfassungskonforme<br />
Haushalte aufstellen könnten. Trotz der hohen Schuldensituation bleiben<br />
wir dabei, 2004 und 2005 die Steuern weiter zu senken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Was erwarten Sie sich von den Vorschlägen der Gewerkschaften, die<br />
morgen vorgestellt werden sollen. Werden diese Ihrer Meinung nach noch<br />
in die rot-grünen Reformpläne einfließen oder ist schon<br />
alles festgeklopft?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Die Vorschläge sind für unsere Ziele wenig tauglich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Das ist ein knappes, recht vernichtendes Urteil.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Selbstverständlich wird man über vernünftige Übergänge<br />
reden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ricco:</b> Liebe<br />
Frau Scheel, Hans Eichel sitzt auf leeren Kassen, der Kanzler auf Bergen<br />
von Arbeitslosen. Glauben Sie, dass die Agenda 2010 mehr sein kann als<br />
&quot;alter Wein in neuen Schläuchen&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Die Agenda 2010 ist nicht alles. Wichtig ist auch Bürokratieabbau,<br />
mehr Vertrauen der Bürger in die Politik und damit auch mehr Lust<br />
für Investitionen. Außerdem müssen wir die Eigenkapitalbasis<br />
der Unternehmen stärken und Selbstständigkeit mehr fördern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch mal zu den Gewerkschaftsvorschlägen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>eisernelady:</b><br />
Was sind vernünftige Übergänge?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Vernünftige Übergänge bedeutet, dass nicht jemand nach<br />
30 Jahren vom Arbeitslosengeld sofort in die Sozialhilfe rutscht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Mit Bezug auf tschudowskys Frage fragt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ruben:</b> Wer<br />
spricht hier von 1,5 Prozent Wachstum. Zahlreiche Institute gehen wieder<br />
von einer Nullrunde aus. Ist da so eine Steuersenkungspolitik nicht ein<br />
gerade fatales Konzept?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Wir gehen derzeit von einem Wachstum von 0,5% aus. Wir orientieren uns<br />
steuerpolitisch im internationalen Kontext und daher ist es wichtig, um<br />
Deutschland als Investitionsstandort attraktiv zu halten, auch vernünftige<br />
Steuersätze zu haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Am Montag sprachen Sie davon, dass man bei vier oder fünf Milliarden<br />
Euro Zuschuss für die Bundesanstalt für Arbeit &quot;sehr ernsthaft&quot;<br />
über einen Nachtragshaushalt nachdenken müsse. Bei 7,5 Milliarden,<br />
die jetzt veranschlagt werden und ihren vorsichtigen Äußerungen<br />
zum Wachstum, dann ist ein Nachtragshaushalt wohl Fakt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Wir müssen noch die Steuerschätzung abwarten, bevor wir entscheiden,<br />
ob ein Nachtragshaushalt notwendig ist. Der Finanzminister hat noch einen<br />
Kreditermächtigungsrahmen von knapp 10 Mrd. Euro.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Der Kreditrahmen dürfte nach Expertenmeinung mit den Bundesanstalt-für-Arbeit-Milliarden<br />
bereits weg sein &#8211; da höre ich jetzt mehr Finanzminister Eichel sprechen,<br />
als die grüne Finanzexpertin Christine Scheel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Ich halte aufgrund einer guten Transparenz einen Nachtragshaushalt für<br />
die klarere Lösung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>holger:</b> Warum<br />
kümmert man sich überhaupt noch um die Meinungen der Verbände?<br />
Sollte man sich nicht hinstellen und sagen: &quot;Was ihr wollt ist uns<br />
schnuppe. Ihr wollt eh nur Stillstand. Wir machen jetzt was wir für<br />
richtig halten. Basta!&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Wir sollten uns von der Lobbypolitik lösen, das stimmt. Politiker<br />
sind für das Gemeinwohl gewählt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bürger:</b><br />
Warum gehen Politiker nicht mit gutem Beispiel voran und verzichten einfach<br />
auf ihr Kindergeld. Dieses gilt auf für Besserverdienende.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Es steht jedem frei diese Summen zu spenden. Leider ist aufgrund der Rechtssprechung<br />
des Bundesverfassungsgerichtes eine Zahlung des Kindergeldes nur für<br />
niedrigere Einkommen rechtlich nicht möglich. Gesellschaftspolitisch<br />
hielte ich das allerdings für sinnvoll.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>eisernelady:</b><br />
Selbst wenn es der Bundesregierung gelingt, bis 2006 die Nettokreditaufnahme<br />
des Bundes auf Null zu senken, kommen wir jemals wieder von diesem Schuldenberg<br />
herunter?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Gute Frage: 1291, 5 Milliarden Euro beträgt die Staatsverschuldung<br />
nach Angaben des Bundes der Steuerzahler am heutigen Mittwoch. Der rechnet<br />
so: Bei einer Schuldentilgung von 1 Milliarde Euro monatlich würde<br />
es 110 Jahre dauern bis die Schulden getilgt sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Ich befürchte, dass wir aufgrund der wirtschaftlichen Situation bis<br />
2006 die Nettokreditaufnahmen (NKA) nicht auf Null setzen können.<br />
Insgesamt wird deutlich, dass es zwingend ist, dass wir weiter Subventionen<br />
abbauen und sparen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Welche Subventionen sind nach ihrer Meinung als nächstes &quot;dran&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Die Steinkohlesubvention wird seit 1999 bis 2005 vertraglich um knapp<br />
50% abgebaut. Dies muss natürlich weiter gehen. Außerdem erwarte<br />
ich mit großer Spannung den Vorschlag der Ministerpräsidenten<br />
Koch und Steinbrück zum Subventionsabbau. Die größte Steuersubvention<br />
in Deutschland ist die Eigenheimzulage mit 9,5 Mrd. Euro pro Jahr.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>teuro22:</b> Ist<br />
die Vermögenssteuer die Lösung der staatlichen Finanzprobleme?<br />
Aber kaum gegen die CDU/CSU Opposition durchsetzbar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Nein. Außerdem auch nicht durchsetzbar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bdi__:</b> Hans<br />
Eichel hat versprochen: Wir werden keine zusätzlichen neue Schulden<br />
machen. Aber die Konjunktur lahmt, die Arbeitslosenzahlen sind sehr hoch.<br />
Warum werden die Wohlhabenden und die Unternehmen nicht stärker in<br />
die Pflicht genommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Wir haben steuerliche Unternehmensgestaltungen begonnnen einzuschränken,<br />
damit auch große Konzerne wieder ihren Beitrag zum Steueraufkommen<br />
leisten. Kleine und mittelständische Unternehmen sind die, die Steuern<br />
zahlen und ausbilden. Wohlhabende haben höhere Steuersätze als<br />
Kleinverdiener.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine kurze Spezialfrage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ulrich:</b> Wird<br />
sich in der nächsten Zeit etwas beim Verlustvortrag bzw. Rücktrag<br />
ändern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Es gibt 250 Mrd. Euro Verlustvorträge in deutschen Unternehmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Verlustvortrag: Verrechnung von Gewinnen mit Schulden</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Ich finde, dass wir eine Begrenzung der Verlustverrechnung mit Gewinnen<br />
vornehmen sollten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ruben:</b> Frau<br />
Scheel, sie haben die Frage nach dem Mittelstand vorhin nicht beantwortet.<br />
Warum wird dem Mittelstand eine deutlich höhere steuerliche Belastung<br />
zugemutet als großen Lobbyisten wie VW?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Die Steuersätze für Körperschaften gelten für alle<br />
gleich. Personenunternehmen haben viele Vorteile, die sie in einer anderen<br />
Rechtsform nicht hätten, z.B. günstigere Erbschaftssteuer.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sind größere Unternehmen nicht im Vorteil? Sie könn(t)en<br />
ins Ausland ausweichen, haben große steuerrechtlichen Abteilungen.<br />
Spielt das eine wesentliche Rolle?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Ja. Allerdings sind wir dabei, dass Gewinne, die in Deutschland entstehen,<br />
auch in Deutschland versteuert werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>holger:</b> Was<br />
ist mit der unterschiedlichen steuerlichen Behandlung von Freiberuflern.<br />
Die müssen keine Gewerbesteuern zahlen. Wann wird das geändert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Demnächst wird ein Gesetz zur Stabilisierung der Kommunalfinanzen<br />
vorgelegt. Bei allen Modellen der Sachverständigenkommission sind<br />
die Freiberufler mit einbezogen. Allerdings wird unterm Strich keine höhere<br />
steuerliche Belastung für die Selbstständigen entstehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>andrak:</b> Aber<br />
der Mittelstand hat auch viele Hemmklötze. Die leichte Betriebskündigung<br />
für Kleinbetriebe unter 4 Personen ist gut, doch leider haben davon<br />
Mittelständler mit 5 und mehr Personen nichts davon. Sie bleiben<br />
weiterhin geknebelt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Aus diesem Grund wollen die Grünen mehr Flexibilität für<br />
Betriebe mit fünf und mehr Personen. Die genaue Ausgestaltung wird<br />
derzeit in der Koalition diskutiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>eisernelady:</b><br />
Wie genau können sie sagen, was eine Senkung des Spitzensteuersatzes<br />
den Staat kosten würde? Ich habe gelesen, dass sie keine aktuellen<br />
Zahlen haben, wie stark welche Einkommensgruppe von den Steuererleichterungen<br />
profitieren wird. Alles nur Spekulation?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Selbstverständlich gibt es Berechnungen des Finanzministeriums.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>33%:</b> Sind Steuersenkungen<br />
das richtige Mittel? Die OECD ermittelte für 2001, dass Deutschland<br />
mit 21,7% den niedrigsten Steueranteil am Bruttoinlandsprodukt in Europa<br />
hatte. Nur Japan und die USA sind niedriger. Ist diese staatliche Großzügigkeit<br />
gerecht(-fertigt)?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Das hängt auch damit zusammen, dass in Deutschland die Freibeträge<br />
für Familien mit Kindern in der Einkommenssteuer verankert sind.<br />
Darüber hinaus gibt es noch andere Komponenten, die, wenn man sie<br />
herausrechnen würde, uns ein Stück weiter nach oben katapultieren<br />
würden. Außerdem muss man die Steuer- und Abgabenbelastung<br />
gemeinsam betrachten. Bei den Abgaben liegen wir im internationalen Vergleich,<br />
leider an der Spitze.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Selbst wenn es bei den Lohnkosten eine gewisse Senkung gibt, scheint mir<br />
das eine interessante Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Thomas Gramse:</b><br />
Sehen Sie denn durch die Osterweiterung der EU keine Gefahr für die<br />
deutsche Wirtschaft, wenn die Lohnnebenkosten unverändert hoch bleiben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Wir können die Lohnnebenkosten natürlich nicht auf das Niveau<br />
der EU-Beitrittsländer senken. Deutschland hat zum Glück Wettbewerbsvorteile<br />
bei Bildung, Infrastruktur und Lieferungen just-in-time.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bdi__:</b> Die<br />
erste Stufe der Steuerreform hat den Staat 30 Milliarden gekostet, aber<br />
die Binnennachfrage nicht belebt. Wurden da nicht die Falschen entlastet?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Wir senken den Tarif insgesamt ab, so dass alle Einkommen davon profitieren.<br />
Übrigens bedeuten höhere Steuersätze nicht automatisch<br />
höhere Steuereinnahmen. Wichtig ist die Steuergestaltung weiter einzuschränken<br />
und zu einer Vereinfachung zu kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ricco:</b> Liebe<br />
Frau Scheel, der Kanzler hat die Parole ausgeben: Wer gegen meine Agenda<br />
ist, ist gegen meine Regierung. Wie wollen die Grünen da dem Packet<br />
ihren Stempel aufdrücken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Wir haben im Vorfeld der Regierungserklärung natürlich dem Bundeskanzler<br />
unsere Vorschläge vorgetragen und vieles ist davon in der Agenda<br />
2010 zu finden. Diese Agenda steht für die Koalitionsfraktionen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Natürlich<br />
kommt dennoch die Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>agenda007:</b><br />
Wird die Agenda innerhalb der Grünen zu einer Spaltung führen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:<br />
</b>Nee, niemals. Da haben wir schon schwierigere Debatten gehabt, siehe<br />
Außenpolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Also, die Grünen-Fraktion steht bei der Abstimmung über die<br />
Agenda 2010 hinter dem Kanzler?</span>
</p>
<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Christine Scheel:</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Na klar. Auch vor dem Kanzler übrigens.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Und die SPD-Fraktion? Sie sitzen ja schließlich nahe bei einander,<br />
da müssten Sie das doch eigentlich wissen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Zum Glück müssen wir nicht die Probleme der SPD-Fraktion klären.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Immerhin wissen wir damit, dass die SPD-Fraktion noch Probleme hat. Und<br />
noch mal zu den Grünen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>33%:</b> Aber Herr<br />
Ströbele wird da doch anderer Meinung sein, oder gibt es das linke<br />
Gewissen in den Grünen nicht mehr und nur noch Neoliberale?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Es gibt nur Ordoliberale. Ich kenne in der Grünen Fraktion keinen<br />
Neoliberalen. Wir sind doch nicht die FDP.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cypher:</b> Frau<br />
Scheel, wäre es Ihrer Meinung nach nicht sinnvoller sowohl die Rentenfinanzierung<br />
als auch die Gesundheitsvorsorge vollständig privat zu betreiben,<br />
um die Lohnnebenkosten endlich nachhaltig zu senken? Ist Ihrer Meinung<br />
nach eine vollständige Finanzierung aus Steuern der richtige Weg<br />
oder wollen Sie an der Finanzierung durch Arbeitgeber/Arbeitnehmer festhalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Wir wollen an der Umlagefinanzierung festhalten und gleichzeitig die individuelle<br />
Verantwortung stärker einbeziehen. Daher haben wir bei der Rente<br />
neben der gesetzlichen Altersvorsorge die private und betriebliche Komponente<br />
gestärkt. Bei der Gesundheitsvorsorge steht dies nun an, dass ein<br />
höherer Eigenbeitrag geleistet werden muss. Wie dies genau geschieht,<br />
ob durch Zuzahlungen oder andere Maßnahmen, ist noch nicht entschieden.<br />
Es gibt in Europa kein Land, das die Rente und Gesundheit rein privat<br />
finanzieren lässt. In der Schweiz gibt es sogar eine Bürgerversicherung,<br />
in die alle einbezahlen egal ob Beamte, Selbstständige oder abhängige<br />
Beschäftigte, und die hat auch einen Arbeitgeberanteil.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Beimel:</b> Frau<br />
Scheel, sind sie für oder gegen Ausstiegsklausel bei Flächentarifverträgen?<br />
Und glauben Sie, dass die Gewerkschaften auch die Arbeitslosen adäquat<br />
vertreten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Gewerkschaften in den letzten<br />
Jahren um die Arbeitslosen gekümmert haben. In der Realität<br />
gibt es heute schon Ausstiegsklauseln. Ich halte viel von betrieblichen<br />
Bündnissen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ein Vorwurf mit Verweis auf eine grundlegende grüne Handlungsmaxime:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>agenda007:</b><br />
Und von Nachhaltigkeit hört man bei den Grünen nichts mehr.<br />
Auch Finanzpolitik darf spätere Generationen nicht mit Schulden belasten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Das ist genau der Punkt. Wir haben den Begriff der Nachhaltigkeit von<br />
der Umweltpolitik auf die praktische Finanzpolitik und übrigens auch<br />
die Wirtschaftspolitik übertragen. Aus diesem Grund versuchen wir<br />
alles, um späteren Generationen Handlungsspielräume zu geben,<br />
d.h. Schulden vermeiden, wo immer es geht und eben nicht die Vorstellungen<br />
der Gewerkschaften umsetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ohhhe:</b> Ich<br />
habe gelesen, dass ihr Parteikollege hier im Chat letztes Jahr auf die<br />
Frage, warum Reformen so schwer seien, sagte: &quot; Ehrliche Antwort:<br />
weil Politiker d i e Besitzstandswahrer schlechthin sind. &quot; Sie auch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Ich weiß nicht, welcher Parteikollege von Frau Scheel das war, es<br />
gab eine Menge Chat’s, aber vorstellen kann ich es mir.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ohhhe:</b> Es war<br />
Oswald Metzger!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Es gibt viele Abgeordnete der Oppositionsparteien, die jede Forderung<br />
nach Mehrausgaben von Lobby-Verbänden bedienen wollen, damit sie<br />
ja keinen Wähler verlieren. Das ist eine falsche Politik und zudem<br />
unehrlich, denn in Regierungsverantwortung muss man sich entscheiden,<br />
ob man mehr Geld ausgeben und mehr Schulden machen oder die Linie der<br />
Haushaltskonsolidierung verfolgt. Ich persönlich bin für Konsolidierung,<br />
auch wenn es weh tut.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DerWeise:</b> Wann<br />
gibt es endlich eine Steuergesetzgebung, die von normalen Menschen überblickt<br />
und verstanden werden kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Ich habe diese Hoffnung auch noch nicht aufgegeben. Allerdings haben wir<br />
in Deutschland ein über jahrzehnte gewachsenes Steuersystem, in dem<br />
alles &#8211; von der Wohnungsbauförderung über Kulturförderung<br />
bis hin zur Familienpolitik &#8211; im Steuerrecht geregelt ist. Daher brauchen<br />
wir einen gesellschaftspolitischen Konsens, alle Sondertatbestände<br />
aus dem Steuerrecht herauszunehmen. Da würden sich einige wundern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, es gibt noch reichlich Fragen, leider ist<br />
unsere Zeit vorbei. Herzlichen Dank Frau Scheel, Herzlichen Dank an alle<br />
UserInnen für Ihr Interesse.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Noch zwei Terminhinweise:<br />
am Montag, 12. Mai kommt Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul<br />
von 18.00 bis 19.00 Uhr zum tacheles.02-Chat, am 22. Mai antwortet FDP-Vizefraktionschef<br />
Otto Solms von 17.00 bis 18.00 Uhr auf Ihre Fragen. Wir freuen uns, wenn<br />
Sie wieder dabei sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Die Transkripte aller<br />
tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter tagesschau.de<br />
und politik-digital.de sowie des Unterstützers tagesspiegel.de. Das<br />
tacheles.02-Team wünscht allen noch einen angenehmen Abend.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Christine Scheel:</b><br />
Vielen Dank an alle Beteiligten. Die Zeit ist vergangen wie im Flug.</span></p>
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