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	<title>Agrarpolitik &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Agrarpolitik &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>EU-Agrarsubventionen werden transparent</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/eu-agrarsubventionen-werden-transparent-2613/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Die EU-Agrarsubventionen endlich transparent? Ein europaweites Netzwerk von investigativen Journalisten veröffentlicht jetzt erstmals detaillierte Informationen über die Endempfänger der EU-Agrarsubventionen.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Die EU-Agrarsubventionen endlich transparent? Ein europaweites Netzwerk von investigativen Journalisten veröffentlicht jetzt erstmals detaillierte Informationen über die Endempfänger der EU-Agrarsubventionen.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
Am 1. Dezember 2005 wurde die Website<br />
<a href="http://www.farmsubsidy.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.farmsubsidy.org</a> in der Beta-Version online gestellt. Sie ermöglicht einen öffentlichen und einfachen Zugang zu den relevanten Daten über die Verteilung von EU-Agrarsubventionen. Die EU-Agrarsubventionen betrugen im Jahr 2004 immerhin 43,5 Milliarden Euro und machten somit mehr als 40 Prozent des EU-Haushaltes aus. Obwohl die Subventionen häufig Thema öffentlicher Debatten sind, wird von der EU und den meisten Mitgliedsstaaten geheim gehalten, wer genau das Geld bekommt.
</p>
<p>
Auf der Website wird tabellarisch aufgeführt, wie viel die 25 EU-Länder aus Brüssel jeweils erhalten und wofür sie die Agrarsubventionen verwenden. Das eigentlich Neue ist aber, dass darüber hinaus &#8211; soweit möglich &#8211; die einzelnen nationalen Endempfänger mit Namen und Adresse genannt werden. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass sich unter den größten Empfängern viele große nationale und multinationale Agrarindustriebetriebe sowie wohlhabende und einflussreiche Einzelpersonen befinden. In einer auf der Website verlinkten<br />
<a href="http://www.cer.org.uk/pdf/policybrief_cap_thurston_nov05.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie</a> von FarmSubsidy.org-Mitgründer Jack Thurston wird daher die ineffiziente, unökologische und die von der Lobby der Großkonzerne unterwanderte Allgemeine Agrarpolitik der EU kritisiert. Dies ist aber nur die Meinung des Aktivisten, da sich das Netzwerk von Aktivisten und Journalisten aus mehr als 10 europäischen Ländern nach eigenen Angaben insgesamt als politisch neutral definiert und sich einzig der Transparenz bei der Verwendung der EU-Subventionen, also Steuergeldern, verpflichtet fühlt.
</p>
<p>
<b>Datenerhebung meist sehr schwer</b>
</p>
<p>
Die Daten über die Endempfänger hat das Netzwerk in mühsamer<br />
<a href="http://www.farmsubsidy.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><br />
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="/images/farmsubsidy1.jpg" alt="www.farmsubsidy.org" align="right" border="0" height="643" hspace="10" vspace="10" width="151" /><br />
</a>Kleinarbeit gesammelt. Journalisten und andere Einzelpersonen haben offizielle Anfragen an die zuständigen Behörden in den EU-Ländern gestellt, um Zugang zu den Informationen über die Verwendung der EU-Subventionen zu erhalten. Die Recherchierenden hatten dabei allerdings sehr unterschiedlichen Erfolg. Daher haben sie die EU-Länder je nach ihrem Willen der Zusammenarbeit mit einer Farbzuordnung bewertet. Rot steht für eine Verweigerung, gelb für spärliche Informationen und grün für eine transparente Darstellung der Empfängerdaten.
</p>
<p>
Deutschland gehört zu den Ländern, die sich am wenigsten transparent gezeigt haben und erhielt dafür eine rote Karte. Die grüne Farbe für einen transparenten Umgang mit den Daten verdienten sich nur die drei Länder Dänemark, Niederlande und Schweden. Von diesen Ländern sind vollständig die einzelnen nationalen Empfänger der EU-Subventionen mit Namen und Adresse veröffentlicht.
</p>
<p>
<b>Offenes Netzwerk zum Mitmachen</b>
</p>
<p>
Als Angebot zum Mitmachen steht das Diskussionsforum der Website jedem offen. Die Website soll noch weiter ausgebaut werden und eine Plattform für diejenigen darstellen, die sich mit den Themen Agrarpolitik, Transparenz und Accountability beschäftigen. Daher hofft der Mitgründer Jack Thurston von EU Transparency, dass sie ihr Angebot schon bald auch multilingual gestalten können. Derzeit existiert lediglich das englischsprachige Angebot.
</p>
<p>
Koordiniert wird das Projekt FarmSubsidy.org von dem dänischen Institut<br />
<a href="http://www.dicar.dk/research/databank/eusupportgerman.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DICAR</a> (Danish International Center for Analytical Reporting) und von EU Transparency mit Sitz in London. Finanziert wird es hauptsächlich von der William and<br />
<a href="http://www.hewlett.org/Channels/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flora Hewlett Foundation</a>, dem<br />
<a href="http://europa.eu.int/comm/employment_social/esf2000/index-en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">European Social Fund</a> und der<br />
<a href="http://www.soros.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Society Foundation</a>. Die Veröffentlichung von<br />
<a href="http://www.farmsubsidy.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.farmsubsidy.org</a> kommt vom Zeitpunkt her passend kurz vor der am 13.Dezember beginnenden WTO-Ministerkonferenz in Hong Kong, wo die Agrarsubventionen der EU und der USA das strittigste Thema sind.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Gentechnik und Agrarreform</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/gentechnik_und_agrarreform-205/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/gentechnik_und_agrarreform-205/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 May 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Subvention]]></category>
		<category><![CDATA[Renate Künast]]></category>
		<category><![CDATA[Gentechnik]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<b>Renate Künast 
(Grüne) <!-- #EndEditable --> im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->27.05.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<b>Renate Künast<br />
(Grüne) <!-- #EndEditable --> im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->27.05.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" -->
</p>
<p>
<br />
<b>Moderatorin:</b> Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat.<br />
Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Zum Chat ist heute die Bundesverbraucherministerin, Renate Künast,<br />
ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Frau Künast, sind Sie bereit<br />
für den 60-Minuten-Chat mit unseren Usern?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rkuenast.jpg" align="left" height="110" width="80" />Renate<br />
Künast:</b> Ich bin bereit und voller Erwartung ob der Fragen,<br />
die da kommen.
</p>
<p>
<b>bayer:</b> Was macht ihre Gentechniknovelle? Wird sie<br />
von der Union in bekannter Blockade-Manier im Bundesrat verwässert?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die Opposition versucht das, aber wir werden<br />
das nicht zulassen. Ich meine das die Haftungsregeln und die Mindestanforderungen<br />
zum Schutz der Nachbarn sehr zentrale Regelungen sind und die werden<br />
wir uns von der Opposition nicht raus verhandeln lassen.
</p>
<p>
<b>rübe1:</b> Warum sind sie gegen Gentechnik-Freilandversuche?<br />
Deutschland will doch innovativ sein?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Versuche finden in Deutschland seit vielen<br />
Jahren statt. Bei unserem Gentechnikgesetz geht es darum, die Landwirte,<br />
die schon da sind, auch zu schützen, weil konventionelle und Ökobauern<br />
ihre Produkte ja vermarkten wollen, ohne eine Gentechnik-Kennzeichnung<br />
draufzuschreiben. Genau diesen offenen Bereich regeln wir.
</p>
<p>
<b>nabuler:</b> Wird der Schutz von Naturschutzgebieten vor<br />
gentechnisch veränderter Organismen (GVO) bleiben oder im Gerangel<br />
um einen Kompromiss mit der Union geopfert?
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/transcripte/photos/rkuenast1.jpg" align="right" height="181" width="200" />Renate<br />
Künast:</b> Da fragt immer jemand nach Opfern. Ich würde lieber<br />
die Frage haben, wen man unterstützen kann. Jetzt lautet unser<br />
Vorschlag, dass in ökologisch sensiblen Gebieten eine Entscheidung<br />
der regionalen Naturschutzbehörden erfolgen muss. Und ich glaube,<br />
dass aus den Regionen schon sehr viel Druck auf die Bundesländer<br />
kommt, diese Regel auch zu halten. Wir haben jetzt nämlich 33 gentechnikfreie<br />
Zonen, ein Großteil davon ist in ökologisch sensiblen Gebieten.
</p>
<p>
<b>leckerland:</b> Genmais-Anbau: Die Rahmenrichtlinie 2001/18/EG<br />
der EU verlange ein öffentlich zugängliches Anbauregister.<br />
Stimmt das und gibt es so eins in Deutschland? Wenn nicht, warum?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Es muss ein öffentlich zugängliches<br />
Standort-Register eingeführt werden. Das ist schon Basis, um überhaupt<br />
eine wissenschaftliche Begleitung machen zu können. Wir wollen<br />
sie auch nutzen als Auskunftsregister für den Nachbarbauern. Das<br />
ist Bestandteil unseres Gesetzes.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Der Deutsche Bauernverband fordert klare Regelungen<br />
für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Sie hätten<br />
es versäumt, die EU-Freisetzungsrichtlinie rechtzeitig 2002 in<br />
nationales Recht umzusetzen. Stimmt der Vorwurf?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Richtig ist, dass die Umsetzungsfrist im<br />
Oktober 2002 lag. Ich wurde 2003 zuständig und habe es sofort angepackt.<br />
Aber in Richtung Bauernverband ist natürlich die Frage zu stellen,<br />
warum sie mein Gesetz jetzt nicht vehement unterstützen. Der Bauernverband<br />
muss doch eigentlich die Interessen der Bauern vertreten. Und die sagen<br />
zu 70 Prozent, sie wollen keine Gentechnik und sie brauchen Schutzregeln<br />
für ihren Betrieb.
</p>
<p>
<b>H.Direske foodwatch:</b> Für echte Wahlfreiheit der<br />
Verbraucher müsste auch der Gentechnik-Futtereinsatz auf Endprodukten<br />
deklariert werden. Werden Sie sich dafür einsetzen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich werde mich wieder dafür einsetzen.<br />
Wir haben es nämlich versucht, aber die Europäische Kommission<br />
hat argumentiert, dass sich die gentechnische Veränderung nicht<br />
in Fleisch, Milch oder Käse nachweisen lässt. Deshalb sei<br />
das nach den internationalen Kennzeichnungsregeln nicht zulässig.<br />
Also müssen wir jetzt weiter forschen.
</p>
<p>
<b>grünertag:</b> Ist ihr Gesetz ein Gentechnik-Verhinderungsgesetz?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das ist ein Gesetz gegen die schleichende<br />
Dominanz von Gentechnik, und es soll sicherstellen, dass die Bauern,<br />
die keine Gentechnik anwenden wollen, auch noch eine Chance haben.
</p>
<p>
<b>jägerauskurpfalz:</b> Die Geheimhaltung der Standorte<br />
von Genmais-Anbau ist ein umweltpolitischer Skandal. Was werden sie<br />
dagegen unternehmen? Oder haben sie die genehmigt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Dieser Versuch ist federführend von<br />
Sachsen-Anhalt betrieben worden und die Vereinbarung, die die mit den<br />
Saatgutunternehmen geschlossen haben, sieht keine Bekanntgabe der Standorte<br />
vor. Im Augenblick versuchen die Agrarminister der Länder, und<br />
offenbar sogar der Bauernverband, doch noch zu einer Veröffentlichung<br />
zu kommen. Für die Zukunft kann das neue Gentechnikgesetz diese<br />
Probleme lösen (Standortregister).
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wenn es so durchkommt. Wie stehen die Chancen,<br />
dass die Union in Ihrem Sinne mit Ihnen verhandelt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ja, die CDU-Länder haben ja vorgeschlagen,<br />
statt unserer Standortregelungen einen Standortfond einzurichten. Aber<br />
sie haben sich im Bundesrat nicht getraut, eine gesetzliche Regelung<br />
vorzuschlagen. Danach sollen die Hersteller einen angemessenen Beitrag<br />
zahlen und der Rest soll aus dem Bundesetat kommen. Das ist natürlich<br />
ein unsittlicher Antrag. Aus meinem Etat zahle ich nichts. Dann müsste<br />
ich ja auch für alle anderen Produzenten Haftungsrisiken übernehmen.<br />
Es wird also schwierig.
</p>
<p>
<b>cami:</b> Der Verbraucher greift im Supermarkt in der<br />
Regel zum billigsten Produkt, es interessiert nur der Preis. Ihre Ziele<br />
werden am Geiz des Verbrauchers scheitern und damit werden auch viele<br />
landwirtschaftliche Betriebe, die in Deutschland viele Wettbewerbsnachteile<br />
haben, &quot;pleite&quot; gehen. Warum verschließen Sie ihre Augen<br />
vor der Realität?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Es gibt zwei Märkte, die wachsen. Der<br />
Billigmarkt und der Markt hoher Qualität, bzw. Ökomarkt. Der<br />
Fragesteller hat Recht, dass sich die Verbraucher hier oft kurios verhalten.<br />
Einige kaufen billig, billig, und fragen dann erstaunt, wo die Arbeitsplätze<br />
geblieben sind. Beides geht natürlich nicht zusammen. Wenn die<br />
WTO-Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen sind, werden wir noch mehr<br />
Konkurrenz bei den Agrarprodukten haben. Die deutsche Landwirtschaft<br />
muss also ihren Teil des Marktes finden. Meines Erachtens können<br />
das nur Qualitätsprodukte sein oder nachwachsende Rohstoffe.
</p>
<p>
<b>kristin:</b> Werden Bioprodukte dann nicht noch teurer<br />
oder werden gentechnische Produkte kostspieliger sein?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das wird davon abhängen, wer den Aufwand<br />
zu zahlen hat. Ich meine, dass der, der eine neue Technologie auf den<br />
Markt bringt, auch die Verpflichtung hat, den anderen zu schützen.<br />
Also müssen die Gentechnikanbauer Abstandsregeln einhalten und<br />
gegebenenfalls Schadensersatz zahlen. Eines sehen wir natürlich<br />
alle: Dass hier große Lobbys am Werk sind.
</p>
<p>
<b>User27:</b> Thema Verbraucherschutz/Information: Wieso<br />
kann man zwar den Abfüllort/Verpackungsort eines Produktes feststellen,<br />
aber nicht den Herstellungsort? Vor allem bei wenig verarbeiteten Produkten<br />
wäre das sehr sinnvoll. Z.B. wird Fleisch einfach nochmals in Deutschland<br />
umgepackt, damit es „deutsch&quot; ist.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Der ganze Kennzeichnungsbereich bei den<br />
Lebensmitteln muss meiner Meinung nach klarer geregelt werden. Die EU<br />
will ja gerne die Regionen stärken. Und Herkunftsbezeichnungen<br />
international verankern. Dann muss man dem Produkt auch ansehen, wo<br />
es tatsächlich herkommt. Leider hat die Europäische Kommission<br />
hier gerade Ideen, alles hinter einer europäischen Herkunft zu<br />
verstecken. Dem werden wir nicht zustimmen.
</p>
<p>
<b>Agrarhandel:</b> GVO-Freiheit soll vom Handel und den<br />
Landwirten garantiert werden. Wie soll das funktionieren, wenn noch<br />
nicht mal die Saatguthersteller eine GVO-Freiheit garantieren? Ganz<br />
abgesehen von den noch nicht festgelegten Grenzwerten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> GVO heißt gentechnisch veränderte Organismen.
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Der sehr wichtige noch offene Punkt im Bereich<br />
GVO ist die Frage der Schwellenwerte für Saatgut. Wir wollen diese<br />
bei der Nachweisgrenze festgelegt sehen. Das ist Voraussetzung dafür,<br />
dass die Landwirte tatsächlich unter den Schwellenwerten für<br />
Lebensmittel bleiben können. Diese Nachweisgrenze wird im Augenblick<br />
noch innerhalb der Kommission in Brüssel sehr strittig diskutiert.
</p>
<p>
<b>fleischer:</b> In Brandenburg gab es doch den Skandal<br />
um verseuchtes Futtermittel? Aber die Justiz konnte wenig machen, da<br />
die Gesetze kaum Strafen vorsehen. Unglaublich, werden sie das ändern?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Leider kann ich nicht auch noch die Rolle<br />
der Staatsanwältin übernehmen. Meine Mitarbeiter sehen die<br />
Lücke, die die Staatsanwälte gesehen haben, nicht. Trotzdem<br />
werten wir deren Gutachten aus und überlegen dann, mit dem Bundesministerium<br />
für Justiz, ob Änderungen nötig und möglich sind.<br />
Aber bitte nicht vergessen, dass der Fehler viel früher liegt.<br />
Der Fehler ist da entstanden, wo keine hinreichende Kontrolle der Lagerstätte<br />
erfolgt ist. Das versteht kein Mensch, dass eine Halle, von der alle<br />
in der Umgebung wissen, dass sie in der DDR ein Lager für gefährliche<br />
Pflanzenschutzmittel war, ohne Kontrollen zur Lagerung für Getreide<br />
genutzt werden kann.
</p>
<p>
<b>strikt4:</b> Frau Künast, haben sie schon mal gentechnisch<br />
veränderte Lebensmittel gegessen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich weiß es nicht, es gab ja keine<br />
Kennzeichnung.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Stichwort Agrarsubventionen:
</p>
<p>
<b>zeus:</b> Kurz vor den EU-Wahlen werden sie sicher die<br />
Agrarsubventionen nicht ansprechen, aber werden sie da einschreiten<br />
und den Irrsinn stoppen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben gerade in der Beratung in Bundestag<br />
und Bundesrat eine grundlegende Änderung der Agrarsubvention. Dann<br />
wird es in Zukunft in Deutschland in den Regionen einheitliche Flächenprämien<br />
geben und es wird nicht mehr der bevorzugt, der bestimmte Produkte anbaut<br />
oder besonders viele Tiere hält. Außerdem gibt es konkrete<br />
Umweltauflagen, bei deren Nichteinhaltung Geld zurück gefordert<br />
werden kann. Das sind eigentlich alles Selbstverständlichkeiten,<br />
ich will dieses am 9. Juli dann endlich durch den Bundesrat kriegen.<br />
Das wäre dann ein Grund zu feiern.
</p>
<p>
<b>Imanuell:</b> Frau Ministerin, bleiben Sie auch heute<br />
noch bei Ihrer Aussage, dass bis 2010 rund 20 Prozent der landwirtschaftlichen<br />
Fläche ökologisch bewirtschaftet wird?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich bleibe dabei, und esse darauf einen<br />
Ökokeks &#8211; wenn es davon einen hier gäbe. Im Juni diskutieren<br />
wir in Brüssel einen europäischen Aktionsplan zur Förderung<br />
des Ökolandbaus. Das ist also auch eine gute Unterstützung.
</p>
<p>
<b>klausi:</b> Frau Ministerin, ich frage mich, wie glaubwürdig<br />
Ihre Politik noch ist, wenn Sie durch grundsätzlich sinnvolle Verordnungen<br />
und Gesetzte Tierschutz verordnen, diese aber im grenznahen Bereich<br />
nicht mehr greifen (Beispiel: Legehennen an der Tschechischen Grenze.)<br />
Wie reagiert die deutsche bzw. europäische Politik darauf?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben den Tierschutz ins Grundgesetz<br />
geschrieben. Und ich glaube, dass allein daraus eine gute Begründung<br />
abzuleiten ist, warum es in Deutschland in Zukunft keine Käfige<br />
mehr geben soll, bei denen eine Legehenne so viel Platz hat wie ein<br />
Din-A4-Blatt. Damit gehen wir der EU einen Schritt voran. Was wir natürlich<br />
tun müssen, ist die Verbraucher aufzuklären, z.B. über<br />
die Kennzeichnung von Eiern, um so den Konsum von Nicht-Käfig-Eiern<br />
zu steigern.
</p>
<p>
<b>boogyboy:</b> Ist es nicht kurios, dass die Landwirtschaftsminister<br />
sich in der Leghennenhaltung auf die &quot;Kleinvolière&quot;<br />
als Zukunftsmodell geeinigt haben, obwohl bisher keine Kriterien für<br />
diese Haltungsform festgelegt wurden?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben eine gesetzliche Regelung, die<br />
sagt dass die Käfige in Deutschland abgeschafft werden. Einige<br />
Bundesländer haben versucht, dieses Gesetz über den Bundesrat<br />
wieder zu kippen. Weil ich dieses nicht unterschrieben habe, hatten<br />
meine Kollegen den kleinen Zwang, sich mit mir über zukünftige<br />
Gestaltungen zu einigen. So ist der Begriff &quot;Kleinvolière&quot;<br />
entstanden, der zwei Aussagen hat: Erstens, die Länderminister<br />
werden nicht wieder versuchen, das Käfigverbot zu kippen und zweitens,<br />
sie wollen mit uns konstruktiv eine Haltungsform entwickeln, die eben<br />
den Tieren mehr Bewegungsmöglichkeiten bietet, als ein Käfig.<br />
Das ist doch schon einmal eine Vereinbarung, auch wenn es für die<br />
Fachleute noch viel zu entwickeln gibt.
</p>
<p>
<b>H.Direske foodwatch:</b> Wann beginnt die Agrarwende in<br />
der konventionellen Landwirtschaft? Wann kommen Instrumente wie Stickstoff-<br />
oder Pestizidabgaben, um wenig umweltfreundliche Produktionsweisen zu<br />
verteuern?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die Agrarwende kommt nicht mit einem Donnerschlag<br />
sondern mit vielen Einzelschritten. Wir haben Förderkriterien verändert,<br />
z.B. bezahlen wir kein Geld mehr für Hühnerkäfige. Wir<br />
wollen am 9. Juli das neue Fördersystem verabschieden. Dann wird<br />
der Unterschied zwischen Mais und Grünland endlich aufgelöst.<br />
Und wir werden auch ein Pestizidminimierungsprogramm vorstellen. Änderungen,<br />
z.B. der Düngeverordnung, sind schon auf dem Weg.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zum Abschluss dieses Komplexes:
</p>
<p>
<b>rolando:</b> Werden Sie weiterhin für Insellösungen<br />
in der EU sein? Ich denke dabei an die Legehennenhaltung, Gentechnik,<br />
Tierschutz. Unseren Nachbarländer wird das sicher nur Recht sein,<br />
ihnen öffnet sich ein ansehnlicher Markt, unsere Erzeuger gehen<br />
dabei vor die Hunde. Frau Ministerin ich glaube Sie haben die Zeichen<br />
der Zeit noch nicht erkannt?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich habe am letzten Freitag auf der Landesbauernversammlung<br />
in Brandenburg einen anderen Eindruck bekommen. Die Bauern, gerade die<br />
jüngeren, richten sich längst an den neuen Bedingungen aus<br />
und sehen auch Chancen. Die sieht ja selbst Herr Stoiber. Der zwar im<br />
Bundesrat das Erneuerbare Energien-Gesetz blockiert, aber den chinesischen<br />
Ministerpräsidenten als erstes auf einen Bauernhof führte,<br />
um die neue, mit rot-grünen Geldern bezahlte Biogas-Anlage zu besichtigen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nun kommen wir zum Thema Handytarife bei Kindern<br />
und Jugendlichen:
</p>
<p>
<b>dan11:</b> Sie fordern spezielle Handy Tarife für<br />
Jugendliche wegen der zum Teil hohen Verschuldung. Die Industrie lebt<br />
doch ganz gut von der SMS-Sucht mancher Jugendlicher &#8211; wollen Sie von<br />
gesetzgebender Seite einwirken?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wir haben angefangen, überhaupt in<br />
diesem Bereich Telekommunikation Regeln einzuziehen, damit, angefangen<br />
beim Internet, die Menschen überhaupt erkennen, dass sie gerade<br />
einen Vertrag abschließen, der Geld kostet. Allein für den<br />
nationalen Bereich bei den Handys Regelungen zu erlassen, dauert nicht<br />
nur Zeit sondern würde viele Angebote auf dem Markt gar nicht mit<br />
einschließen wenn sie nicht aus Deutschland kommen. Deshalb ein<br />
allererster Schritt, die Forderung an die Anbieter in Deutschland, spezielle<br />
Tarife für Kinder anzubieten. Die wollen ja auf lange Zeit Gewinne<br />
machen und sie müssen wissen, die zunehmende Verschuldung bei Kindern<br />
kann sich auch einmal gegen sie richten.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Aber werden Sie sich für ein Gesetz stark<br />
machen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Punkt eins ist, die Forderung einen Tarif<br />
für Kinder anzubieten. Punkt zwei: Wir haben ja Schutzregeln für<br />
Kinder im BGB. Jetzt müssen wir analysieren, ob das ausreicht für<br />
diese Technologien. Dann müssen wir mit den anderen Ressorts gegebenenfalls<br />
neue Regeln passgenau für diese Technologien entwickeln.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zuwanderung: Haben sich die Grünen beim Zuwanderungskompromiss<br />
nicht über den Tisch ziehen lassen?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Wahr ist, dass Angela Merkel und Stoiber<br />
eine wahre Kommunikationsblase entwickelt haben, in der nichts ist als<br />
heiße Luft. Wir haben den quälenden Prozess erst einmal gestoppt.<br />
Und mit dem Kanzler ein konkretes Angebot entwickelt. Auf dieses rot-grüne<br />
Angebot ist Stoiber eingegangen, als angeboten wurde, dass für<br />
Integrationsmaßnahmen der Bund aufkommt. Da auch die Wirtschaft<br />
eine Modernisierung des Rechtes fordert, blieb wohl Frau Merkel nichts<br />
anderes übrig, als ja zu sagen. Das ist meine Sicht der Dinge.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Schily, Beckstein und Müller arbeiten nun<br />
an den Details. Hat Ihr Verhandlungsführer Volker Beck denn nun<br />
Einflussmöglichkeiten?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Die CDU suggeriert hier etwas, das nicht<br />
stattfinden wird. Der Kanzler hat die Punkte vorgelegt, und nur aus<br />
denen wird ein Gesetz gemacht. Da ist nichts nachzuverhandeln.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>kevin.lomax:</b> Sehr geehrte Frau Künast, grundsätzlich<br />
&#8211; welches Verbraucherbild haben sie? Das des aufgeklärten mündigen,<br />
oder das des schutzbedürftigen, die Übersicht verloren habender?
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Das des informierten Bürgers. Voraussetzung<br />
ist natürlich, dass er Zugang zu Informationen hat. Deshalb fördern<br />
wir ja Kennzeichnungen und werden das Verbraucherinformationsgesetz<br />
neu auflegen. Aber es gibt natürlich auch Schutzsituationen, die<br />
übrigens das deutsche Recht schon lange kennt. Deshalb gibt es<br />
ja Regeln für minderjährige, gegen Wucher und z.B. spezielle<br />
Regeln für Haustürgeschäfte.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Unsere Zeit ist bereits um. Vielen Dank<br />
an alle User für das große Interesse. Etliche Fragen sind<br />
leider unbeantwortet geblieben. Vielen Dank, Frau Künast, dass<br />
Sie sich Zeit für den Chat genommen haben. Das Transkript dieses<br />
Chats finden Sie auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-Team<br />
wünscht allen noch einen angenehmen Tag!
</p>
<p>
<b>Renate Künast:</b> Ich danke für die Fragen und begebe<br />
mich gleich in den Bundestag, wo das Gentechnikgesetz, über das<br />
hier gechattet wurde, in erster Lesung diskutiert wird.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Politik in Deutschland:&#8221;doch gar nicht so schlecht&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[cdowe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Apr 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Tierseuche]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Bärbel Höhn]]></category>
		<category><![CDATA[Landwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Bärbel Höhn im Chat am 06. April 2001</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Bärbel Höhn im Chat am 06. April 2001</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Just als die ersten<br />
Verdachtsfälle der Maul- und Klauenseuche in Deutschland bekannt<br />
wurden, war Bärbel Höhn, Ministerin für Umwelt und Naturschutz,<br />
Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus Nordrhein-Westfalen, zu Gast<br />
beim Chat von stern.de und politik-digital. Mit der Bundesministerin<br />
für Verbraucherfragen, ihrer grünen Parteifreundin Renate Künast, war<br />
ein Disput entbrannt: Vorbeugendes Impfen oder nicht? Damit verbunden:<br />
Exportbeschränkungen für deutsche Klauentiere im Fall der Impfungen.<br />
Höhn war dafür, Künast dagegen.<br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Wenige Stunden vor dem Chat<br />
fand ein Krisengespräch der Ministerinnen statt. Die Kritik der<br />
&quot;Panikmache&quot; von Künast habe sie nicht verstanden, schrieb Höhn im<br />
Chat. Schließlich habe auch das Bundesministerium es als ein<br />
&quot;Wunder&quot; bezeichnet, dass MKS noch nicht ausgebrochen sei. Das Gespräch<br />
stimme sie positiv, dass bald mit einer vorbeugenden Impfkampagne<br />
gestartet werden könne. Ließe man die Seuche einfach grassieren mit der<br />
Hoffnung,<br />
dass dies zu einer natürlichen Auslese führe, hätte man in kürzester<br />
Zeit eine Situation wie in Großbritannien &#8211; unkontrollierbare<br />
Ausweitung der Seuche. Bei vorbeugenden Keul-Maßnahmen könnten zudem<br />
Engpässe in<br />
Tierkörperbeseitigungsanlagen entstehen. Verbrennen und Vergraben der<br />
Tiere aber sei für sie eine Methode aus dem &quot;Mittelalter&quot;.<br />
Viele Chatter gingen die Ministerin für die Kampfhunde-Neuregelungen<br />
scharf an. Wer einen nicht-agressiven Hund habe, der auf der Liste der<br />
gefährlichen Hunde stehe, könne eine Ausnahmeregelung für den<br />
Maulkorbzwang beantragen, entgegnete sie den Hundebesitzern, die sich<br />
zu unrecht stigmatisiert sahen. Auf den Einwurf, dies koste bis zu 690<br />
Mark schrieb Höhn: &quot;Ihr Hund sollte Ihnen das wert sein&quot;.<br />
Die Castortransporte der rot-grünen Bundesregierung verteidigte die<br />
Ministerin. &quot;Es wäre besser gewesen, wenn wir nie in die Atomwirtschaft<br />
eingestiegen wären&quot;, tippte Höhn, &quot;aber so ist leider die Welt nicht&quot;.<br />
Im<br />
Verhältnis zu anderen EU-Ländern sei die Politik in Deutschland &quot;doch<br />
gar nicht so schlecht&quot;. Eine Wende in der Programmatik der Grünen sehe<br />
sie nicht. <br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/politik/chataktuell/archiv/5150_12389.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
<!-- Content Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>			<center><br />
			<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kommentieren<br />
			Sie diesen Artikel!</span></a></i><br />
			</center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
			</span><br />
			<center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><i><a href="http://www.politik-digital.de/salon/diskussion/">Diskutieren<br />
			Sie mit anderen in unserem Forum!</a></i></span><br />
			</center></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Expertenchat mit der DFG zum Thema BSE</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/expertenchat_mit_der_dfg_zum_thema_bse-409/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Feb 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ortwin Simon]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[BSE]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschen Forschungsgemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst-Ludwig Winnacker]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Tierseuche]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Pohlenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<table border="0" width="99%">
	<tbody>
		<tr>
			<td align="right" valign="top">
			<p>
			<b>Moderator: </b>
			</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<table border="0" width="99%">
<tbody>
<tr>
<td align="right" valign="top">
<p>
			<b>Moderator: </b>
			</p>
</td>
<td>Sehr geehrter Herr Professor Winnacker, Herr Professor Pohlenz und<br />
			Herr Professor Simon, im Namen der Deutschen Forschungsgemeischaft und<br />
			von politik-digital heiße ich Sie herzlich willkommen! Wir freuen<br />
			uns, heute einen Chat mit ausgewiesenen Experten veranstalten zu können,<br />
			um so mehr als dass es um ein schwieriges Thema geht: Wahnsinn BSE: Was<br />
			tut die Forschung? Die Fragen werden sicher zahlreich sein, deswegen legen<br />
			wir gleich los:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Brad: </b></td>
<td>BSE: Was ist das eigentlich für eine Krankheit?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>BSE ist eine Krankheit des Rindes. Eine Krankheit bei der es zu Auflösungserscheinungen<br />
			im Gehirn kommt &#8211; mit der Folge, dass die Tiere schreckhaft sind und sich<br />
			ungewöhnlich verhalten.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Krudio: </b></td>
<td>Wie werden BSE und CJK übertragen? &#8211; Evtl. auch über Körperflüssigkeiten?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Die BSE wird durch Aufnahme von kontaminierten Rinderfutter übertragen,<br />
			nach oraler Aufnahme über den Verdauungstrakt. Eine Übertragung<br />
			durch Körperflüssigkeiten ist bisher nicht bekannt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>An Prof. Winnacker:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g810975:</b></td>
<td>Erik Maronde fragt: Wie ernst zu nehmen sind andere Ursachen als Prionen<br />
			für BSE ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Alle Evidenz spricht dafür, dass Prionen die Ursache für<br />
			BSE sind.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>und wir bleiben bei Prof. Winnacker&#8230;</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Krudio:</b></td>
<td>Wie ist der Zusammenhang zw. BSE und CJK? </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td> Es wird aus englischen Forschungsberichten beschrieben, dass<br />
			Menschen die an der neuen Variante der CJD erkrankt sind, durch das BSE<br />
			Agens infiziert wurden, weil man Anhaltspunkte hat, dass bei Gehirnuntersuchungen<br />
			dieser Probanden ein Verteilungsmuster im Gehirn nachzuweisen ist, dass<br />
			dem der BSE entspricht</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Eine kurze klärende Zwischenfrage:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Krudio:</b></td>
<td>Als Laie frage ich mich und jetzt sie: Was sind Prionen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Prionen ist ein Ausdruck für infektiöse Proteine. Proteine<br />
			sind Eiweißbestandteile unseres Körper, und sind normalerweise<br />
			nicht infektiös. Die Prionen wirken dadurch, dass sie in zwei Varianten<br />
			vorkommen, einer natürlichen, die harmlos ist, und einer infektiösen,<br />
			die die Eigenschaft hat, die natürliche Variante in die infektiöse<br />
			Form umzuwandeln.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>wolfi:</b></td>
<td>Frage an Professor Winnacker: Bestünde die Möglichkeit, dass<br />
			das BSE-Prion nicht in der Lage ist. sich an das entsprechende (gesunde)<br />
			menschliche Prion anzulagern und diesem die krankheitsauslösende Raumstruktur<br />
			aufzuzwingen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Das BSE Prion kann in der Tat nicht an jede Art von Prionen anlagern,<br />
			im Falle des menschlichen Prions ist dies aber der Fall. Vielleicht ergänzend:<br />
			BSE Prionen können Schafprionen erkennen, auch Katzen etcc. Aber bislang<br />
			ist von Hund und Pferd nichts bekannt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Jo:</b></td>
<td>Wie sieht die Prognose darüber aus, inwiefern BSE-Erreger irgendwann<br />
			auch bei Schweinen und Hühnern nachgewiesen werden können ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Beim Huhn sind experimentelle Untersuchungen durchgeführt, die<br />
			bisher negativ verlaufen sind.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Und bei anderen Tieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Es gibt soviel Tiere!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>ok, Schweine und Schafe z.B?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>In zoologischen Gärten sind Kudus Antilopen und andere Wildwiederkäuer<br />
			nachweislich erkrankt, ebenso Feliden das sind katzenartige Chitas und<br />
			Ozelot sowie Löwen und Pumas </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Bei Schweinen sind orale Infektionsversuche negativ ausgegangen. Intrazerebrale<br />
			Infektionen dagegen waren möglich. In der Praxis sind auch bei älteren<br />
			Tieren (Sauen, Eber) keine Infektionen bekannt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>TB: </b></td>
<td>Wie erklären Sie es sich, dass in den meisten Betrieben mit BSE<br />
			immer nur ein Tier positiv getestet wurde?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es ist bekannt, dass viele Tiere aus einer gleichen Altersgruppe nicht<br />
			in die Zucht kommen. Wir sehen die Krankheit nur bei älteren Tieren.<br />
			Entsprechend kann nur ein geringer Prozentsatz erkranken, außerdem<br />
			ist die Verdünnung der im Futter vorhandenen Infektionsmasse sehr<br />
			groß, so dass nur wenige Tiere das Agens aufnehmen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g446673:</b></td>
<td>Hat man schon Anhaltspunkte über die infektiöse Dosis? Im<br />
			Rinderfutter ist der Tiermehlanteil relativ gering und darin sind sicher<br />
			nicht viele Prionen enthalten, und doch sind Rinder infiziert worden.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Die Dosis scheint gering zu sein. Nur wenige Gramm von positiven Gehirnmaterial<br />
			reichen aus, um eine Infektion zu erzeugen, aber das Agenz muß sich<br />
			in den Körperzellen anreichern, um dann im Gehin oder Rückenmarksmaterial<br />
			gefangen infektiös zu sein</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Infektionsversuche aus Großbritannien haben gezeigt, dass etwa<br />
			ein Gramm Gehirnmasse erkrankter Tiere ausreicht, auf getrocknete Futtermittel<br />
			bezogen (Tiermehl) würde das einer Menge von 200 Miligramm entsprechen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b> Moderator: </b></td>
<td>Bleiben wir beim Futter, Herr Professor Simon:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Slide: </b></td>
<td>Warum wird nun Tiermehl verboten? Und ist das überhaupt sinnvoll?<br />
			Wird das BSE-Erreger eliminieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Tiermehl ist deshalb verboten, weil es als ursächlicher Träger<br />
			des Agens betrachtet wird. Das Verbot bezog sich zunächst seit 1994<br />
			in der EU auf Tiermehle zur Verfütterung an Wiederkäuer. Dabei<br />
			handelte es sich um Produkte aus Säugetiergewebe. Gegenwärtig<br />
			gilt ein generelles Verbot von Futtermitteln die tierische Proteine enthalten<br />
			(Außnahme Milchprodukte) zur Verfütterung an alle Nutztiere.<br />
			Dies ist eine Vortsichtsmaßnahme.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g898646:</b></td>
<td>Wie ist BSE in den Milchaustauscher der Kaelber geraten? </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Milchaustauscher werden gegenwärtig als Möglichkeit zur BSE-Übertragung<br />
			diskutiert. Milchaustauscher enthalten neben Milcheiweißen tierische<br />
			Fette. Das können auch Rindertalg oder Knochenfette gewesen sein.<br />
			Eine Kontamination mit Proteinen aus Risikomaterial kann nicht ausgeschlossen<br />
			werden.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>bleiben wir bei der Milch&#8230;.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Slide: </b></td>
<td>Kann ich mich auch durch Milchprodukte infizieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Englische Untersuchungen haben gezeigt, dass Milch und Milchdrüsengewebe<br />
			das BSE Agens nicht enthält</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>judymobil:</b></td>
<td>Ist es möglich, dass BSE über andere Fleischsorten übertragen<br />
			werden, bei deren Tieren die Krankheit aber nicht ausbricht?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Das BSE Agens ist bisher noch nie im Fleisch nachgewiesen und man darf<br />
			annehmen, dass das für alle Tierspezies gilt.</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>pete:</b></td>
<td>Würden Sie mir nun raten, Fleisch von ökologisch betriebenen<br />
			Höfen zu kaufen oder ist da kein Unterschied bzgl. des BSE-Risikos?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Sie können wählen welches Fleisch auch immer sie möchten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Wenn die Frage eher auf die Häufigkeit des Auftretens voon BSE<br />
			abzielt, so ist abzuschätzen dass die Gefährdung durch Produkte<br />
			aus dem Ökologischen Landbau weniger wahrscheinlich ist.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Die gilt nur solange im ökologischen Landbau garantiert wird,<br />
			dass keine Einträge, die nicht betriebseigen sind, in die Nahrungsmittelkette<br />
			der Tiere erfolgen. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Nach den Richtlinien, die in den meisten Verbänden des ökologischen<br />
			Landbaus gelten, hat die Aufzucht von Kälbern mit Vollmilch zu erfolgen,<br />
			vorzugsweise der Mutter. Tiermehle sind ohnehin nicht zulässig.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g218636:</b></td>
<td>Wie wahrscheinlich ist die Infektion , wenn ich Fleisch von einem erkrankten<br />
			Tier esse?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Eine solche Infektion wäre genau so ungefährlich wie von<br />
			einem nichterkrankten Tier, solange es sich nur um das Fleisch handelt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Slide:</b></td>
<td>Kann ich eigentlich testen lassen, ob ich mich bereits infiziert habe?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es gibt bisher keinen Test für Tiere und meines Wissens auch nicht<br />
			für Menschen, die diese Krankheit erkennen könnten, bevor Krankheitssymptome<br />
			auftreten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Und noch mal Herr Pohlenz:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g388333:</b></td>
<td>Müssen wir in Deutschland mit nCJK-Erkrankungen rechnen bzw. liegen<br />
			schon Verdachtsfälle vor?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ja. Bisher liegen keine Verdachtsfälle vor. Man muß grundsätzlich<br />
			damit rechnen, weil auch eine Infektion bei Reisen ins Ausland durchaus<br />
			möglich ist</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Zur Prävention:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g472781: </b></td>
<td>Gibt es bereits irgendwelche Ansätze, das Prion mittels Antikörpern<br />
			zu markieren und über das Immunsystem zu zerstören?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Es gibt in der Tat Antikörper, aber noch keine Ansätze, mit<br />
			deren Hilfe Prionen zu zerstören.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Eine Impfung wird also in absehbarer Zeit nicht möglich sein?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker: </b></td>
<td>Nein! Einige Arbeitsgruppen denken aber über Therapien nach. Dies<br />
			allerdings steht erst ganz am Anfang.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g481542:</b></td>
<td>Frage an alle: Können Sie ausschliessen, dass es die nvCJD nicht<br />
			auch schon in früheren Zeiten gab und zumindest teilweise nur das<br />
			Ergebnis einer jetzt vorhandenen bzw. verbesserten Diagnostik ist?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Wir können das nicht ausschließen. Es hat aber seit vielen<br />
			Jahren &#8211;  in Deutschland ganz besonders, aber auch weltweit &#8211; ein<br />
			CJD Monitoringsystem gegeben und dabei sind derartige Befunde nicht aufgefallen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Möchte noch jemand ergänzen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es gab in Frankreicht Fälle von jungen Menschen , die nach Verabfolgung<br />
			von Wachstumshormon,  das aus Hirnanhangsdrüsen von Erwachsenen,<br />
			die erkrankt waren, hergestellt wurde im früheren Lebensalter erkrankten </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Inzwischen wird Wachstumshormon gentechnisch hergestellt, so dass diese<br />
			Gefahr nicht mehr besteht.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g141550:</b></td>
<td>Wenn CJK durch BSE übertragen wird, müssten dann nicht schon<br />
			mehr Menschen an CJK erkrankt sein oder rechnet man mit einer starken Zuhnahme<br />
			dieser Erkrankung ? </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Die Inkubationszeit für diese Art von Krankheiten ist sehr lang,<br />
			genaues aber ist nicht bekannt. In England gab es bislang 91 Fälle.<br />
			Wir wissen aber nicht, ob dies der Anfang eines wirklichen Ausbruches ist.<br />
			Dies wird man wohl erst 2004-2005 richtig einschätzen können.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Bleiben wir bei Ihnen, Herr Winnacker und bei den Prionen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Telopher:</b></td>
<td>Wieso werden Prionen in den Medien als infektiös dargestellt,<br />
			obwohl eine direkte Übertragung noch nie nachgewiesen werden konnte?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>In Tierversuchen ist es mit infektiösem Material gemacht worden.<br />
			Das wirkliche Experiment, dass das Koch&#8217;sche Postulat erfüllen würde,<br />
			fehlt bislang. Wichtig ist die Beobachtung, dass Prion-Gen- freie Tiere<br />
			keine Krankheit bekommen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g446673: </b></td>
<td>Was ist die Aufgabe von nichtkrankmachenden Prionen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Vielleicht sollte ich ergänzen. Das Koch&#8217;sche Postulat würde<br />
			bedeuten, dass man mit hochgereinigten Prionen auch tatsächlichen<br />
			infizieren kann.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Weiss man also gar nicht genau, wofür Prionen &quot;gut&quot; sinde?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Nicht wirklich. Aber man kann natürlich ganz allgemein davon ausgehen,<br />
			dass die Evolution solche Gene längst eliminiert hätte, hätten<br />
			sie nicht doch irgendeine Bedeutung.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g810975: </b></td>
<td>Erik Maronde fragt: 1.)Wie geht es nach den veränderten Prionen<br />
			weiter in der Pathogenese? 2. Gibt es Menschen, die genetisch gegen das<br />
			neue CJK gefeit sind, so wie bei HIV ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es ist aus englischen Untersuchungen bekannt, dass aus allen bisher<br />
			erkannten Fällen eine genetische Prädisposition vorliegt und<br />
			zwar codieren diese auf dem Codon 129 für eine bestimmte Arminosäurebindung.<br />
			Dies ist in der Homozygotie nur bei etwa 40% in der englischen Bevölkerung<br />
			der Fall</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Ergänzend: Zur Frage 1: Das infektiöse Prion ist extrem unlöslich<br />
			und verdrängt gewissermaßen die Nervenzellen, tötet sie<br />
			bei dieser Gelegenheit, so dass es zu diesen schwammartigen Erscheinungen<br />
			im Gehirm kommt. Zur Frage 2: Homozygote Individuen sind solche, die zwei<br />
			identische Kopien eines Gens tragen. Bei Rindern ist die Genetik der Empfänglichkeit<br />
			für BSE nicht bekannt. Bei Schafen hinwieder gibt es Untersuchungen<br />
			zur Genetik der Empfänglichkeit gegenüber Scrapie, des lange<br />
			bekannten Schafwahnsinns (Traberkrankheit).</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g472781: </b></td>
<td>Wie erklärt es sich, das das BSE-Prion von der Magensäure<br />
			nicht denaturiert wird und warum durchquert es die Blut-Hirn-Schranke?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Man weiß, dass Anteile des Prionproteins selbst gegen die Proteinnase<br />
			K  resistent sind &#8211; worauf der Test beruht.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Könnten Sie das etwas allgemeinverständlicher formulieren?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker: </b></td>
<td>Ergänzend: Proteines K ist ein Gemisch von Eiweißspaltenden<br />
			Enzymen, das noch viel aktiver ist, als alles, was im Magen in dieser Hinsicht<br />
			vorkommt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Das ist übrigens nicht ein Einzelfall, auch von anderen Proteinen,<br />
			die als Futterzusatzmittel eingesetzt werden (z.B. Betaglucanasen) ist<br />
			bekannt, dass sie bis Ende Dünndarm aktiv bleiben.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>FaustGymnasium-10b:</b></td>
<td>Warum kann man Prionen nicht bekämpfen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Prion-Proteine sind bisher im Blut nicht nachgewiesen. Ihr Weg vom<br />
			Darm ins Gehirn ist bisher nicht sicher bekannt, eventuell benutzen sie<br />
			perineuronale Lymphscheiden, um an den Hirnstamm zu gelangen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Prionen sind zunächst einmal keine klassischen Erreger. Sie vermehren<br />
			sich also nicht. Was passiert ist, dass die Masse an Prion im Gehirn konstant<br />
			bleibt, aber nach und nach in eine unlösliche Form umgewandelt wird.<br />
			Dieser Umwandlungsprozess müßte zu einer Bekämpfung beeinflusst<br />
			werden. Zu diesem Zweck müßte man ihn im Reagenzglas beherrschen.<br />
			Dies ist bislang nicht wirklich der Fall.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Eine Frage an Herrn Pohlenz&#8230;</td>
</tr>
<tr>
<td><b>Milchproduzent aus S-H.:</b></td>
<td>Wann ist der Test am lebenden Tier möglich?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Kürzlich wurde berichtet, dass voreilige Mitteilungen hierüber<br />
			nicht der Wahrheit entsprechen und wir vor  Mitte des Jahres 2002<br />
			keine zuverlässige Nachweismethode zu erwarten haben</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Sue: </b></td>
<td>Meine Frage: Ist es nicht möglich, am lebenden Tier Rückenmark<br />
			zu punktieren, um dann dieses auf BSE-Erreger zu untersuchen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Man müßte im Hirnstammbereich testen und dieser ist so schwer<br />
			zugängig, dass das nicht ohne schwerwiegende Folgen für das Tier<br />
			bleiben würde </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>TB:</b></td>
<td>Ist es wirklich sinnvoll, bei einem nachgewiesenen BSE Fall den gesamten<br />
			Stall zu räumen, oder könnte man da systematischer Vorgehen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Die emotionale Frage gibt dem Landwirt die Möglichkeit, alle Tiere<br />
			zu entfernen und so hat er keine Nachteile und wird nicht aus der Gesellschaft<br />
			ausgeschlossen. Bei einer Neubestückung seines Bestandes kann er wieder<br />
			Milch und Fleich/Tiere verkaufen.   Die fachliche Beurteilung<br />
			rechtfertigt die totale Tötung aller Tiere nicht unbedingt, weil wir<br />
			wissen, dass nur einzelne Tiere erkranken Aber in Deutschland ist bisher<br />
			in 2 Fällen nachgewiesen, dass auch 2 Tiere aus einem Bestand betroffen<br />
			waren</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>hier wird Protest laut:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>wolfi:</b></td>
<td>An Professor Pohlenz: Ihre Aussage ist falsch. Ein Mainzer Universitäts-Professor<br />
			hat eben einen solchen Test seit 18.01.2001 in Tübingen zur Zulassung<br />
			vorliegen!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Das ist ein erfreulicher Fortschritt 🙂</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Kennen Sie den Test?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Nein! Es wäre gut, wenn sich der Erfinder/Entdecker in diese Diskussion<br />
			einschaltet </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Solange noch mal zur Ernährung, Herr Simon:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>pete: </b></td>
<td>Ist argentinisches Rindfleisch sicher? Wenn ja &#8211; warum?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Da wir die Ernährung der Tiere in Argentinien von hier aus nicht<br />
			beurteilen können, ist die Frage so nicht zu beantworten. Sofern es<br />
			sich um eine extensive Haltung handelt, ohne Zufütterung, ist es als<br />
			sicher zu betrachten.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Jo: </b></td>
<td>Wie ist die Tatsache zu begründen, dass tierische Fette, die theoretisch<br />
			in Lebensmitteln eingesetzt werden dürfen, für best. Futtermittel<br />
			nicht mehr zugelassen sind ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Die Gesetzgebung in Deutschland hat versucht, durch das umfangreiche<br />
			Verbot von Proteinen und Fetten tierischer Herkunft jegliche Kontaminationen<br />
			und Verwechslungsmöglichkeiten auszuschließen. Prinzipiell sollte<br />
			für die Zukunft in Deutschland und in der EU die Option offen gehalten<br />
			werden, Futtermittel, die aus Schlachtabfällen mit Lebensmittelqualität<br />
			stammen, einsetzen zu können. In der EU ist der Einsatz von tierischen<br />
			Fetten übrigens nicht verboten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g189607:</b></td>
<td>Viele der Tiere in den 90&#8217;ern wurden auch mit Wachstumshormonen behandelt,die<br />
			aus den Drüsen erkrankter Tiere stammen könnten. Wurde dieser<br />
			Infektionsweg ebenfalls in der Forschung berücksichtigt ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ja, die Pharmazeutische Industrie ist sich seit vielen Jahren über<br />
			diese kritische Frage im klaren. Es wurde vorher bereits darauf hingewiesen,<br />
			dass heute Hormone syntetisch hergestellt werden</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Sämtliche Hormone zum Zweck der Leistungsförderung sind in<br />
			der gesamten EU seit Ende der 80er-Jahre verboten &#8211; dies im Gegensatz zur<br />
			U.S.A.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<table border="0" width="100%">
<tbody>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Der grosse Rahmen:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g586464: </b></td>
<td>Fällt BESE unter die Definition &quot;Tierseuche&quot;? Wenn nein &#8211; sind<br />
			dann aus der Seuchenbekämpfung abgeleitete Methoden zur Eindämmung<br />
			und Kontrolle der Krankheit akzeptabel?</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td> Die BSE ist nicht von Tier zu Tier übertragbar. Trotzdem<br />
			ist die Maßnahme diese wenig gut erkannte Krankheit, die in England<br />
			ein seuchenhaften Verlauf angenommen hatte, durch unsere Maßnahmen,<br />
			die man durch die Tierseuchengesetzgebung hat, zu maßregeln. Es gibt<br />
			keine andere Wahl. Zum zweiten Teil der Frage muß man sich überlegen,<br />
			dass durchaus das Schweizer Modell der Kohortentötung eine sinnvolle<br />
			Maßnahme sein kann &#8211; das bedeutet, dass in einem Bestand in dem ein<br />
			erktanktes Tier festgestellt wird, wie folgt gemaßregelt wird: Direkt<br />
			verwandte Tiere zu dem Tier werden getötet, ebenso wie die Tiere aus<br />
			dem Jahrgang davor und danach, weil man annimmt, dass diese mit gleichen<br />
			Jungtierfutter gefüttert wurden. In der Schweiz liegen mit dieser<br />
			Methode gute Erfahrunge vor. Man kann auf die Art ein drittel Verlust von<br />
			Tieren akzeptieren und es bleibt genetischen Potential aus der Herde erhalten</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>M@xx: </b></td>
<td>Woher weiß ich, ob ich mit Prionen infiziert wurde?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Dies ist leider nicht nachzuweisen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Segel:</b></td>
<td>Ich habe gehört, dass es auch in den USA erste Fälle von<br />
			BSE gibt. Ist das richtig und würde die Gefahr evtl auch auf das argentinische<br />
			Rindfleisch übergehen können ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Es wurde in der FT vor einer Woche mitgeteilt, dass diese Möglichkeit<br />
			besteht. Dies ist bisher nicht bewiesen.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Kommen wir mal zum Engagement der Forschung:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g835013: </b></td>
<td>Wieviel Gelder werden insgesamt von der Bundesregierung, den Ländern<br />
			und der EU für Forschungszwecke zur Verfügung gestellt?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>In England wurden seit Anfang der Seuche 140 Millionen Pfund zur Verfügung<br />
			gestellt. Die DFG hat in den vergangenen zehn Jahren zu neurodegenerativen<br />
			Erkrankungen DM 30 Millionen und seit 1994 zum Thema Prionen rund 6.5 Millionen<br />
			ausgegeben.  Zudem sind von der EU eine Reihe von Projekten gefördert<br />
			worden, wahrscheinlich in ähnlicher Größenordnung. Derzeit<br />
			werden in den Ländern zum Teil größere Projekte aufgelegt,<br />
			deren Größenordnung noch nicht genau bekannt ist.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>pete:</b></td>
<td>Gibt es seit der BSE-Krise eine Forschungsinitiave? Vom Bund initiert<br />
			und gefördert? Hat die Wissenschaft vorher geschlafen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Die DFG hat schon seit langem junge Wissenschaftler zu entsprechenden<br />
			Labors in der EU geschickt. In diesem Lande werden seit über 10 Jahren<br />
			Projekte zum Thema Prionenkrankheiten gefördert. Die Zahl der Arbeitsgruppen<br />
			ist allerdings in der Tat nur gering. Wegen der langen Inkubationszeit<br />
			ist die Forschung extrem aufwendig Die Forschung ist auch mit Sicherheitsrisiken<br />
			behaftet. Zudem war infektöses Material nicht zugänglich. Eine<br />
			größere Forschungsinitiative gibt es demnächst in München.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Samuel:</b></td>
<td>Warum ist die Forschung mit Sicherheitsrisiken behaftet?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Weil das Material infektös ist, und in Sicherheitslabors gearbeitet<br />
			worden ist. Im Prinzip könnten sich Mitarbeiter infizieren, wovor<br />
			sie geschützt werden müssen</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>kurzer Zwischenschub:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>wolfi:</b></td>
<td>An Herrn Professor Pohlenz: bei dem Erfinder und Entdecker handelt<br />
			es sich um Herrn Professor W.E.G. Mueller, Universitaet Mainz</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ich danke für diesen Hinweis. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ChristianKoth:</b></td>
<td>Was wird in Deutschland in Jahr 2001 für BSE-Forschung zur Verfügung<br />
			stehen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Bayern wird ein 12 Mio Programm für zwei Jahre auflegen, Baden-Würtemmberg<br />
			15 Millionen für 5 Jahre, der Bund hat eine größere Summe<br />
			angekündigt. Bei der DFG wissen wir es nicht genau. Es kommt auf die<br />
			Anträge an, die eingereicht werden. Das BMBF hat angekündigt,<br />
			für dieses Jahr und für nächstes Jahr DM 15 Mio zur Verfügung<br />
			zu stellen, die gleiche Summe stand in den vergangenen fünf Jahren<br />
			zur Verfügung.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Und zum Abschluss noch mal ganz praktisch:</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g790390:</b></td>
<td>Welche Nahrungsmittel sollte man nicht mehr essen?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Gehirn, Rückenmark, Auge, und lymphatisches Gewebe aus dem Darm</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>Guten Appetit ;-))</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Es handelt sich dabei um die als SRM spezifierte Risikomaterialien,<br />
			die besonders behandelt werden und nicht in die Nahrungskette gelangen<br />
			können.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>g64829:</b></td>
<td>Wann können wir mit einem Medikament gegen BSE / Creuzfeld-Jakob-Krankheit<br />
			rechnen und welche Firmen entwickeln dieses?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Daran wird gearbeitet. Die Fortschritte sind langsam, in einem der<br />
			letzten Nature-Hefte fand sich dazu ein Bericht. Einzelheiten über<br />
			Firmen sind uns nicht bekannt. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>marco: </b></td>
<td>Warum hat man das Verfüttern von Tiermehl erlaubt?</td>
</tr>
<tr valign="top">
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Tiermehle werden in Deutschland etwa schon seit 80 Jahren hergestellt.<br />
			Der ursprüngliche Grund war, dass es eine Seuchenbekämpfungsmaßnahme<br />
			war. Die Rohstoffe die zur Herstellung verwendet werden, sind zu etwa 10<br />
			% Kadaver gewesen, der Rest waren Schlacht-Nebenprodukte. Auf Grund des<br />
			hohen Eiweiß-Gehaltes, der günstigen Aminosäuren-Zusammensetzung<br />
			und des hohen Anteils an verfügbaren Phosphors stellen sie hochwertige<br />
			Futtermittel dar. Sie wurden übrigens schon anfang des vergangenen<br />
			Jahrhunderts als Futtermittel auch an Wiederkäuer und Pferde eingesetzt.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator:</b></td>
<td>So, zur letzten Frage. zum Abschluss ;-))</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Veganer:</b></td>
<td>Essen sie selbst denn noch Fleisch ?</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz: </b></td>
<td>Ja! Ich esse Fleisch und esse auch Rindfleisch</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon:</b></td>
<td>Das geht Sie zwar nichts an, aber ich sage in diesem Falle: Ja.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Ja, ich esse sogar noch deutsches Rindfleisch, kaufe es aber in einem<br />
			Laden, von dem ich glaube, dass die Herkunft des Fleisches gut kontrolliert<br />
			ist.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>Moderator: </b></td>
<td>Sehr geehrter Herr Professor Winnacher, Herr Professor Pohlenz und<br />
			Herr Professor Simon, vielen, vielen Dank für den spannenden Chat.<br />
			Es sind sehr viele Fragen unbeantwortet geblieben, von ganz grundlegenden<br />
			bis zu sehr wissenschaftlichen&#8230; Weitere Infos finden alle, die noch offene<br />
			Fragen haben unter www.dfg.de/foerder/pge. Das Transkript dieses Chats<br />
			können Sie nachlesen bei der DFG und bei politik-digital. Vielen Dank<br />
			und hoffentlich &quot;auf Wiederchat&quot;!</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Schlussbemerkung: Wir bedanken uns für das große Interesse<br />
			und hoffen, wir konnten die Fragen zu ihrer Zufriedenheit beantworten.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>OrtwinSimon: </b></td>
<td>Auch mir hat dieser Chat Spaß gemacht, leider bestand offensichtlich<br />
			wenig Interesse an den zukünftigen Fütterungsstrategien unserer<br />
			landwirtschaftlichen Nutztiere. Die Ernährung ist aber gesichert. </td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>JoachimPohlenz:</b></td>
<td>Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass die Öffentlichkeit<br />
			sachlich informiert wird und bin erfreut, dass diese Information auf diesem<br />
			Wege möglich wurde.</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top"><b>ErnstL.Winnacker:</b></td>
<td>Die DFG hofft, dass ihre Bemühungen zur Finanzierung der Forschung<br />
			auf diesem Gebiet bald zu Durchbrüchen führen.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/expertenchat_mit_der_dfg_zum_thema_bse-409/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Zeit für Selbstkritik</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/zeit_fuer_selbstkritik-415/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/zeit_fuer_selbstkritik-415/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[cdowe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jan 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[BSE]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittelindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Horst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/zeit_fuer_selbstkritik-415/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Matthias Horst am 24. Januar 2001</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Matthias Horst am 24. Januar 2001</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Eine falsche Einschätzung der BSE-Gefahr hat der Hauptgeschäftsführer<br />
der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie im Chat mit stern.de<br />
und politik-digital eingeräumt. Prof. Dr. Matthias Horst antwortete im Chat<br />
auf die Frage, ob die Verbände die BSE-Frage heruntergespielt hätten: <i>&quot;Alle,<br />
Politik, Verwaltung und auch die Verbände der Wirtschaft haben sich auf die<br />
BSE-Freiheit verlassen. Im Nachhinein war dies ein Fehler.&quot;</i> Auf die Nachfrage,<br />
ob er an &quot;das Märchen vom BSE-freien Deutschland geglaubt habe&quot;, antwortete Horst:<br />
<i>&quot;Leider ja&quot;.</i></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Fragen der Chat-Gäste kreisten immer wieder um die Frage, ob die<br />
Ernährungsmittelindustrie durch die BSE-Krise Vertrauen verloren habe und<br />
wie dieses Vertrauen wieder hergestellt werden könne. Die Ernährungsmittelindustrie<br />
müsse  <i>&quot;die Verbraucherinformation deutlich verbessern&quot;</i>, räumte Horst selbstkritisch<br />
ein und versprach: <i>&quot;Wir werden dies tun&quot;</i>. Zudem müsse die Industrie, für die er<br />
spreche, <i>&quot;sehr viel mehr als bisher über ihre Produktion, die Qualität ihrer Produkte<br />
und auch über die Wertigkeit&quot;</i> informieren. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Horst sprach sich dafür aus, die BSE-Tests schnell<br />
weiterzuentwickeln und Gesetzesverstöße gegen das Lebensmittelrecht  <i>&quot;mit<br />
aller Schärfe&quot; </i> zu ahnden. Es sei auch  <i>&quot;eindeutig falsch&quot;</i>, nun gegen Brüssel<br />
und die EU-Politik zu wettern:  <i>&quot;Wir müssen bei uns Schwachstellen suchen&quot;</i>,<br />
tippte Horst. Dann müsse gemeinsam mit Brüssel überlegt werden, welche Regelungen<br />
nötig sind.  <i>&quot;Dabei muss Deutschland eine aktivere Rolle spielen&quot;</i> forderte Horst. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Der neuen Ministerin für Verbraucherschutz, Renate Künast (Grüne) stellte Horst<br />
gute Noten aus.  <i>&quot;Sehr beeindruckend&quot;</i> sei, wie sie das Thema aufgegriffen habe.<br />
Positiv sei, dass Künast  <i>&quot;keinen Keil zwischen konventioneller und öko-Produktion<br />
zulassen&quot; </i> wolle. Ihr fehle nicht der  <i>&quot;Stallgeruch&quot;. </i></span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/news/chat/2001/01/22/chat_horst.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
<!-- Content Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>			<center><br />
			<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kommentieren<br />
			Sie diesen Artikel!</span></a></i><br />
			</center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
			</span><br />
			<center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><i><a href="http://www.politik-digital.de/salon/diskussion/">Diskutieren<br />
			Sie mit anderen in unserem Forum!</a></i></span><br />
			</center>
			</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span>
</p>
<hr align="left" noshade="noshade" size="1" width="390" />
<!-- Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="540">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#000000" height="1" width="120"><spacer type="block" height="1"></spacer></td>
<td bgcolor="#000000" height="1" width="420"><spacer type="block" height="1"></spacer></td>
</tr>
</tbody>
</table>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/zeit_fuer_selbstkritik-415/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>In ferner Zukunft vielleicht auch schwarz-grün?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/in-ferner-zukunft-vielleicht-auch-schwarz-gruen-416/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/in-ferner-zukunft-vielleicht-auch-schwarz-gruen-416/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jan 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[BSE]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Kerstin Müller]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/in-ferner-zukunft-vielleicht-auch-schwarz-gruen-416/</guid>

					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Kerstin Müller am 17. Januar 2000</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Kerstin Müller am 17. Januar 2000</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ob Kerstin Müller,<br />
Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Grüne, auch gerne<br />
Landwirtschaftsministerin geworden wäre? Zumindest blieb sie in dieser<br />
Frage diplomatisch:<br />
<i>&quot; Ich werde in meinem Amt als Fraktionsvorsitzende gebraucht&quot;</i> erklärte sie im Chat von politik-digital und stern.de und verwies darauf, dass Renate Künast <i>&quot;eine hervorragende<br />
Verbraucherschutzministerin werden&quot;</i> wird. Trotzdem sei es nach wie vor zu bedauern, dass Andrea Fischer ihren Hut nehmen mußte: <i>&quot;es ist schon absurd, dass ausgerechnet eine Grüne<br />
die Verantwortung für die jahrzehntelange verfehlte Landwirtschaftspolitik übernimmt&quot;</i>. In jedem Fall werde sich in diesem Ministerium<br />
einiges ändern. Verbraucherinteressen statt Agrar-Lobby sei nun das Motto, so die Grünen-Politikerin.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> Das Thema BSE<br />
stand auf der Chat-Liste verständlicherweise ganz oben, aber auch zu<br />
Joschka Fischer und seiner militanten Vergangenheit wurde Kerstin<br />
Müller befragt.<br />
<i>&quot;Man sollte ihn heute an seiner Arbeit als Außenminister messen und die ist sehr gut&quot;</i> zog sie ihren Schluss aus einer Debatte, die sie selber<br />
als <i>&quot;absurd&quot;</i> bezeichnete. Trotzdem freut sich Kerstin Müller darauf, Joschkas Leben verfilmt im Kino zu sehen, denn von dem Gerücht, dass<br />
Hollywood Interesse an der Fischerschen Biographie angemeldet hat, habe sie auch schon gehört.<br />
Um allen Gerüchten vorzubeugen: Kerstin Müller ist selber nicht militant gewesen, allerdings war sie bei Sitzblockaden dabei <i>&quot;und<br />
würde das für bestimmte Anliegen auch immer wieder tun&quot;</i>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Für die Zukunft der Grünen will die Fraktionsvorsitzende sich nicht festlegen:<i>&quot;im Prinzip würde ich für eine ferne Zukunft auch schwarz/grüne Koaltionen nicht<br />
ausschließen&quot;</i>. Wichtig war ihr allerdings, dass die Grünen nicht als reine &quot;Mehrheitsbeschaffer&quot; fungieren, sondern <i>&quot;ganz klar der Motor für Reformen&quot;</i> sind.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Das ausführliche Transkript finden sie <a href="http://www.stern.de/news/chat/2001/01/08/chat_kmueller.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</b><br />
<!-- Content Ende --></p>
<table border="0" cellpadding="2" cellspacing="0" width="390">
<tbody>
<tr>
<td align="center">
<p>
			&nbsp;
			</p>
<p>			<center><br />
			<i><a href="mailto:redaktion@politik-digital.de?subject=Artikel:"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kommentieren<br />
			Sie diesen Artikel!</span></a></i><br />
			</center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
			</span><br />
			<center><br />
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><i><a href="http://www.politik-digital.de/salon/diskussion/">Diskutieren<br />
			Sie mit anderen in unserem Forum!</a></i></span><br />
			</center></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p></span></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Kuhhandel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ehebecker]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Agrarpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[BSE]]></category>
		<category><![CDATA[Lobbyismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>BSE-Krise zwischen Agrar-Lobbyismus, Verbraucherschutz und Bauernopfern</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>BSE-Krise zwischen Agrar-Lobbyismus, Verbraucherschutz und Bauernopfern</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die BSE-Krise fordert Opfer und reißt Lücken, auf der Weide, in den Läden und in<br />
den Ministerien. Nach den Rücktritten der Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer und<br />
des Landwirtschaftsministers Karl-Heinz Funke sind die Wünsche der Opposition erfüllt<br />
worden, obwohl eben diese Opposition zu Regierungszeiten auch nicht mit Wissen um die Gefahr<br />
geprahlt hat. Das Thema Rindfleisch ist mit den Rücktritten noch lange nicht vom Tisch.<br />
Schuld an der Krise haben nämlich alle ein bisschen, die Politik, die Bauern und der<br />
Verbraucher.<br />
</span>
</p>
<table>
<tbody>
<tr>
<td><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/images/ribbon.gif" alt="Ribbon" /> </td>
<td>
			<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
			Überraschend ist denn auch <br />
			weniger das Auftreten von BSE-<br />
			Fällen<br />
			in Deutschland, als <br />
			vielmehr das vermeintliche <br />
			Erstaunen, der hektische<br />
			Aktio-<br />
			nismus und die an Schlamperei <br />
			grenzende Naivität auf Seiten<br />
			<br />
			der politisch Verantwortlichen <br />
			aber ebenso bei den wütend<br />
			protestierenden Bauern und <br />
			empörten Verbrauchern. Ehrliche<br />
			Bestürzung<br />
			kann im Grunde nur <br />
			noch derjenige glaubhaft machen, <br />
			der bisher davon<br />
			ausgegangen ist, <br />
			dass Seuchen &#8211; insbesondere in einer durch <br />
			industrielle<br />
			Agrarproduktion, Subventionen und maßlose Mobilität geprägten<br />
			Wirtschaftsgemeinschaft &#8211; an Landesgrenzen halt machen würden. Also im Grunde<br />
			niemand mehr. </span></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Daher gilt es vor allem zu hinterfragen, welche institutionalisierten Interessen bisher durch<br />
wen in der deutschen BSE-Debatte vertreten wurden und wie sich die Positionen, Argumentations-<br />
und Handlungsstrategien angesichts der jetzt bestätigten BSE-Fälle binnen kürzester<br />
Zeit um 180-Grad gedreht haben. Die Interessen der Bauern, die nicht nur in ihren Verbänden,<br />
sondern auch in den zuständigen Ministerien über ein vertretbares Maß hinaus<br />
institutionalisiert sind und das politische Handeln in der BSE-Krise bestimmt haben, treten<br />
plötzlich hinter den Verbraucherschutz zurück.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">So wurden aus knallharten Agrar-Lobbyisten wie Ex-Landwirtschaftsminister Funke oder dem<br />
Präsidenten des Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, über Nacht flammende Vertreter<br />
von Verbraucherinteressen. Indem sie das zerstörte Image ihrer Klientel &#8211; zumindest<br />
verbal &#8211; durch schonungslose Offenheit zurück gewinnen woll(t)en, betreiben sie unter den<br />
gegebenen Umständen jedoch nichts anderes als Lobbyismus. Gesundheitsministerin Fischer<br />
verteidigte hingegen bis zuletzt die Sicherheit der deutschen Wurst, obwohl sie sicherlich<br />
nicht zu den Agrar-Lobbyistinnen zu zählen ist und eingestehen musste, dass sie selbst<br />
keine deutschen Wurstwaren kaufen würde. Nach dem deutschen BSE-GAU war sie vor allem<br />
darauf  bedacht, die Zuständigkeit für den Verbraucherschutz vom<br />
Landwirtschaftsministerium auf das Gesundheitsministerium zu übertragen. Eine Forderung,<br />
die angesichts der in ihrem Ressort eine Woche lang &#8211; bzw. vier Jahre &#8211; ignorierten<br />
Risikowarnung für Wurstwaren durch die Bundesanstalt für Fleischforschung nicht gerade<br />
für Vertrauen bürgt. Ebenso wenig wie der sich anschließende Aktionismus einer<br />
Eilverordnung, die mangels juristischer Handhabe (keine &quot;Gefahr im Verzug&quot;) nicht zu Stande<br />
kam und noch relativ glücklich durch die Selbstverpflichtung der angeschlagenen<br />
Fleischindustrie abgefangen wurde.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch das innerhalb einer Woche durch Kabinett und Parlament verabschiedete Tiermehlverbot<br />
hinterlässt mehr Fragen als Antworten. Vor allem die, warum es nicht schon viel früher<br />
beschlossen worden ist und warum das unter hochgradigem BSE-Verdacht stehende Rückenmark<br />
von Rindern erst Anfang Oktober 2000 aus der Nahrungsmittelkette verbannt worden ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Aber auch der gutgläubige Verbraucher und der fahrlässige Landwirt müssen sich an<br />
die eigene Nase fassen. Trotz der jahrelangen Diskussion über die BSE-Gefahr und<br />
offensichtlicher Mängel bei der Prävention war das Vertrauen in die Politik,<br />
Futtermittelhersteller und Fleischproduzenten quasi blind. Wer hatte bisher gewusst, was<br />
Separatorenfleisch und Milchaustauschfutter ist und wie bzw. woraus sie gewonnen werden?<br />
Wer hat sein Konsumverhalten konsequent umgestellt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Zu gerne wurde den Beschwörungsformeln und Imagekampagnen geglaubt, nach denen deutsches<br />
Rindfleisch BSE-frei sei und dem Verbraucherschutz mit einer Kennzeichnungspflicht genüge<br />
getan werden könne. Ein Etikettenschwindel, wie sich herausstellen musste, der zum Bumerang<br />
geworden ist, weil das dreifache D für Aufzucht, Schlachtung und Verarbeitung in<br />
Deutschland im Verdachtsfall zum &quot;Gütesiegel&quot; für BSE-Fleisch wird. Die Reaktionen<br />
der Nachbarländer, die deutsches Importfleisch verbannen und Wurstwaren aus den Regalen<br />
räumen, zeigen dies überdeutlich.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese finale Option des Verbraucherschutzes ist zu oft die einzige Handlungsstrategie gewesen,<br />
die auf der EU-Ebene und auch von den Bundesländern verfolgt worden ist. Im Mittelpunkt<br />
stand dabei jedoch immer die &quot;Reinheit&quot; des eigenen Fleisches und weniger die Verantwortung<br />
für die Gesamtheit des Marktes mit seinen Produzenten und Konsumenten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In diesem Punkt haben stets die Interessen der Agrarpolitik dominiert und das politische<br />
Handeln bestimmt. Die Politiker sind jedoch nicht allein für die gegenwärtige Situation<br />
verantwortlich zu machen. Bauern, Fleisch- und Futtermittelindustrie haben entweder auf<br />
fahrlässige Weise oder sogar wider besseren Wissens ihre Produktionspraktiken beibehalten.<br />
Jetzt stehen sie vor dem Scherbenhaufen eines ruinierten Rindfleischmarktes. Um so<br />
befremdlicher ist, dass gegenwärtig der Ruf nach Entschädigungen für die<br />
betroffenen Bauern lauter zu vernehmen ist als ein Bekenntnis zu strukturellen<br />
Veränderungen. Andere Branche sind auch unternehmerischen Risiken und den<br />
Gesetzmäßigkeiten des Marktes ausgesetzt und nicht durch den Staat gegen eigenes<br />
Missmanagement abgesichert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Politik ist jedoch für ihr gegenwärtiges Krisenmanagement selbst verantwortlich.<br />
Und für das zu Stande kommen der jetzigen Situation zumindest teilweise. Wer den nationalen<br />
Fleischmarkt frei von BSE halten will muss, konsequent testen und darf seine Augen nicht vor<br />
unliebsamen Tatsachen verschließen. Nicht untersuchte Verdachtsfälle befreien nicht<br />
von BSE, sondern erhöhen die Verbreitungsgefahr und die Dunkelziffer. Mit Tiermehl<br />
&quot;verunreinigtes&quot; &#8211; oder richtiger: systematisch bis an die Toleranzgrenze gepanschtes &#8211;<br />
Mischfutter und falsch deklarierte Wurstsorten stellen kriminelle Delikte dar und verlangen<br />
nach angemessenen Reaktionen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das zerstörte Vertrauensverhältnis von Bauern und Fleischproduzenten zu Ihren Kunden kann<br />
letztendlich nicht durch die Politiker auf nationaler oder EU-Ebene gekittet werden, sondern<br />
muss mühsam zwischen regionalen Anbietern und Abnehmern wieder aufgebaut werden. Freiwillig und<br />
selbst durchgeführte Futter- und BSE-Tests könnten dies ebenso befördern wie  eine<br />
grundsätzliche Orientierung an den Prinzipien des ökologischen Anbaus und eine damit<br />
verbundener Richtungswechsel in der Agrarpolitik. Aber auch hier ist zu beachten, dass mit dem<br />
Ruf nach der Umverteilung von Subventionen in diese Richtung auch (Öko)Lobbyismus betrieben wird.<br />
</span></p>
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