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	<title>Alfred Rosenthal &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Alfred Rosenthal &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Der Netzälteste</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Steffen Wenzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Alfred Rosenthal]]></category>
		<category><![CDATA[Internetnutzer]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">
Der 85jährige Alfred Rosenthal ist der älteste Internetbenutzer
in Deutschland. Lesen Sie das politik-digital-Porträt.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
Der 85jährige Alfred Rosenthal ist der älteste Internetbenutzer<br />
in Deutschland. Lesen Sie das politik-digital-Porträt.</span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
<i>&quot;Ich merkte auf einmal, ich bin Analphabet!&quot;</i></b></span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In vielen Bereichen unseres Lebens geht schon<br />
heute nichts mehr ohne Computertechnologie. Auch als<br />
Kommunikationsmedium ist der Computer aus der<br />
heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.<br />
Vergleichbar mit dem Siegeszug des Telefons steigt<br />
die Zuwachsrate der Internetzugänge unaufhörlich und<br />
Politik und Wirtschaft werden nicht müde, die Chancen<br />
der neuen Informationstechnologien hervorzuheben.<br />
Auch die Internetgemeinde zeigt sich fasziniert von der<br />
Vorstellung, dass die Welt näher zusammenrückt, da<br />
Entfernungen oder Nationalitäten zumindest im Internet<br />
eine immer unwichtiger werdende Rolle spielen. Und<br />
dennoch ist eine Gruppe von Menschen an den Rand<br />
dieses Kommunikationsstromes geraten, die<br />
quantitativ, die größte Altersgruppe darstellt: die über<br />
Sechzigjährigen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Anscheinend steht nämlich nicht nur die Alterspyramide in<br />
westlichen Gesellschaften auf dem Kopf, sondern auch<br />
der Wissenstransfer zwischen den Generationen hat<br />
sich dramatisch verändert. Die Weisheiten und<br />
Lebenserfahrungen des Alters werden angesichts einer<br />
immer schneller drehenden Wissensspirale für viele<br />
junge Menschen immer unwichtiger, da Informationen<br />
und Wissen nicht nur vielschichtiger, sondern auch<br />
kurzlebiger werden. Hingegen reagieren ältere<br />
Menschen oft mit Abneigung und Angst auf neue<br />
Technologien, da eine ständige Reproduktion des<br />
Neuen vielen schwer fällt. Dementsprechend<br />
stiefmütterlich werden viele Senioren auch von den<br />
Bildungseinrichtungen bzw. von den staatlichen Stellen<br />
behandelt, wenn es darum geht Senioren an die Neuen<br />
Medien heranzuführen. Eine Ausnahme stellt der Verein<br />
&quot;Seniorinnen und Senioren in der Wissengesellschaft&quot; (VSiW) dar, der<br />
die Vermittlung von Medienkompetenz für Menschen ab 50 auf dem Weg in die<br />
Wissensgesellschaft fördern möchte. Dafür wurde die Kampagne &quot;Senior-Info-Mobil&quot;<br />
gestartet, bei der ältere Menschen zusammengebracht werden, die<br />
auf das Internet neugierig geworden sind.<br />
Durch die Aktion sollen Berührungsängste abgebaut werden, indem sich die Seniorinnen und Senioren<br />
ohne Kontrolle und vor allem ohne lächerlich machende Kommentare, aber mit direkter Hilfe an Rechner<br />
setzen. So können sie selbst herausfinden, welchen Nutzen ihnen PCs und die neuen Medien<br />
für ihr eigenes Leben bringen. Natürlich kann dies nur ein erster Einstieg sein. Vieles bleibt darüber<br />
hinaus wenigen Anbietern (siehe auch Toplinks) bzw. der Eigeninitiative der Senioren überlassen.<br />
</span>
</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="120"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/koepfe/rosenthal/images/rosenthal.jpg" alt="Alfred Rosenthal" border="1" height="147" hspace="0" vspace="0" width="120" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Alfred Rosenthal</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein Beispiel dafür ist der 85jährige Alfred Rosenthal,<br />
der einer der ältesten, wenn nicht sogar der älteste<br />
Internet-Nutzer Deutschlands ist. Seit ca. 15 Jahren<br />
beschäftigt er sich nun mehr oder weniger intensiv mit<br />
dem Computer, obwohl er es aus beruflichen Gründen<br />
schon damals nicht mehr mußte, weil er längst in Rente war.<br />
Eine Art<br />
Schlüsselerlebnis widerfuhr ihm, als er Kinder und<br />
Jugendliche beim Spielen am Computer beobachtete<br />
und er nicht begreifen konnte, was da passiert: &quot;Ich<br />
merkte auf einmal, ich bin Analphabet&quot; berichtet<br />
Rosenthal &quot;und ich war bereit, etwas dagegen zu<br />
unternehmen.&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese Bereitschaft hat dazu geführt, dass der Computer<br />
und später die e-mail sowie das Internet zum<br />
Wegbegleiter des Seniors geworden sind. Mittlerweile<br />
nutzt er die neuen Kommunikationsmöglichkeiten, um<br />
z.B. mit seiner in Kalifornien lebenden Tochter, aber<br />
auch mit Verwandten in Israel zu kommunizieren. Die<br />
Vorteile liegen dabei für ihn klar auf der Hand: &quot;Meiner<br />
Tochter eine e-mail zu schreiben ist viel billiger, da in<br />
Deutschland das Porto zu teuer ist.&quot;<br />
Außerdem hat er festgestellt, dass diese Form der<br />
Korrespondenz für ihn eine leichtere Form der<br />
Kommunikation darstellt, denn zum einen kann er<br />
Briefe vom Inhalt jederzeit umstellen, ohne erneut von<br />
vorne anfangen zu müssen und zum anderen &quot;wird<br />
meine Schrift im Alter auch nicht unbedingt besser&quot;.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Für Alfred Rosenthal muß die Technik dem Menschen<br />
helfen und nicht umgekehrt und deshalb verknüpft er<br />
mit ihr konkrete Lebensbezüge. So nutzt er das<br />
Internet eigentlich eher selten, es sei denn er besucht<br />
seine Tochter in den USA und informiert sich vorher<br />
über das aktuelle Wettergeschehen. Die<br />
seniorenspezifischen Angebote im Internet findet er<br />
grundsätzlich gut und seit einem Jahr ist er &#8211; neben<br />
seinem umfangreichen ehrenamtlichen Engagement in<br />
der christlich-jüdischen Zusammenarbeit &#8211; auch<br />
Mitglied im SeniorenNet Rhein-Main. &quot;Hier finde ich<br />
andere Unterhaltungsprogramme und Dinge von<br />
Interesse für Ältere&quot; sagt Rosenthal und räumt<br />
gleichzeitig ein, dass selbst solche Angebote vielen<br />
Senioren die Angst vorm Computer nicht nehmen<br />
können.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               &quot;Ich habe es schon dadurch viel einfacher, da ich,<br />
aufgrund meiner Zeit in den USA, gut Englisch spreche<br />
und viele der Fachbegriffe verstehe.&quot; Deswegen ist er<br />
auch der Meinung, &quot;dass junge Menschen, die Älteren<br />
an den Computer heranführen sollten&quot;. Genauso ist er<br />
auch weiterhin bereit von Jüngeren zu lernen, da Alfred<br />
Rosenthal &quot;soviel wie möglich verstehen will&quot;. Nur seine<br />
Frau hat er noch nicht mit dem &quot;Virus&quot; und seiner<br />
Neugier infizieren können: &quot;Ich kann machen was ich<br />
will, meine Frau hat Angst vor dem Computer!&quot;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">_____________________________________________<br />
Alfred Rosenthal wurde am 29.11.1913 in Hamburg-<br />
Altona geboren. Kurz nach der Machtübernahme der<br />
Nationalsozialisten in Deutschland emigrierte er nach<br />
Palästina. In den 50er Jahren ging er schließlich aus<br />
beruflichen Gründen in die USA. Erst in den 70er<br />
Jahren kehrte er mit seiner Frau nach Deutschland<br />
zurück. Seine Tochter und sein Enkel wohnen weiterhin<br />
in den USA. Alfred Rosenthal lebt heute in Frankfurt<br />
am Main.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Nachtrag: Wie das Leben so spielt, meldete sich kurz<br />
nach Erscheinen dieses Porträts, mit Edith Schlenz<br />
eine 88jährige Internetnutzerin aus Gronau, die dort im<br />
Bethesda-Altenheim lebt.</span></p>
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