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	<title>Alltag &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Alltag &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Vom Glück, Franzose zu sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:46:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Mentalität]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalcharakter]]></category>
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					<description><![CDATA[von Ulrich Wickert: In einem teuren, ständig ausgebuchten Restaurant sollte sich jeder Tourist mit einem französischen Allerweltsnamen anmelden. Die Wahrscheinlichkeit, so am Abend an einem besseren Tisch Platz nehmen zu können, ist dreimal so hoch, als wenn der Deutsche sich mit einem Namen wie Müller oder Schulz melden würde.<p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>von Ulrich Wickert: In einem teuren, ständig ausgebuchten Restaurant sollte sich jeder Tourist mit einem französischen Allerweltsnamen anmelden. Die Wahrscheinlichkeit, so am Abend an einem besseren Tisch Platz nehmen zu können, ist dreimal so hoch, als wenn der Deutsche sich mit einem Namen wie Müller oder Schulz melden würde.</p>
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		<title>Lies mich? Blogg mich?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:44:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett"> Twoday.net rühmt sich, der erste Anbieter deutschsprachiger        Weblogs zu sein. Twoday.net hat 12 Monate aus den hier beheimateten        Blog in Buchform zusammengestellt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Twoday.net rühmt sich, der erste Anbieter deutschsprachiger Weblogs zu sein. Twoday.net hat 12 Monate aus den hier beheimateten Blog in Buchform zusammengestellt.<!--break--></p>
<p>Ein Buch ist ein analoger Massenspeicher. Eine Readme-Datei erklärt ein größere Programm-Datei. Ein Weblog oder Blog ist die Verbindung des nautischen Logbuchs mit dem Internet. Alle drei Kommunikationsformen werden hier von Alexander Ostleitner und Michael Schuster zusammengeführt.<br />
Als Gemeinsamkeit haben die Blogs die Technik. Mit ihnen lässt sich ohne großen Aufwand &#8211; und das meint vor allem: schnell &#8211; ein persönlicher Platz im virtuellen globalen Dorf besetzen. Womit dieser Platz besetzt wird, bleibt Bloggerin und Blogger überlassen, falls das IOC nichts dagegen hat<br />
Entsprechend breit gestreut ist das thematisch besetzte Feld. Politik-digital.de benutzt seinen Metablog (http://www.politik-digital.de/metablocker/) für die journalistische Meinung und Meldung. Die Verbreitung von Meinungen und Meldungen mittels Blog brachte in Athen auch olympia.blogg.de unter die Leute. Daneben gibt es dann aber auch so charmante Projekte wie seinen VW-Bulli blogen zu lassen (gesehen und gelesen auf http://www.becksstreetboys.org/bulli/weblog.php).<br />
<strong>Journalismus, Trends und ein VW-Bus</strong><br />
Aha, wieder ein neuer Trend im virtuellen Dorf, der den Informationsuperhighway mit Leben füllt, denkt sich der uninteressierte Beobachter. Und, um es vorweg zu nehmen: Wer vorher noch keine Affinität zu den neusten Trends des Netzes hatte und unter CMS, RSS usw. amerikanische Waffentechnologie oder die neusten Musikrichtungen vermutet, der wird mit „Readme.txt“ nichts anfangen können.<br />
Ein Jahr der Community von twoday.net soll das Buch nachzeichnen. Dieses Jahr (Februar 2003 bis Februar 2004) wird durch die Augen der Blogger und Bloggerinnen erzählt. Durch die jeweiligen Einträge von „Cut1977“, „großstadtneurotikerin“ und „zora“ kommt so ein subjektives Allerlei zusammen.<br />
Problematisch daran ist Vieles. Zum einem: Blogs sind ein Computerdingsbums. Direkt Bloginhalte auf Papier zu drucken und zwischen Buchdeckel zu pressen funktioniert nicht. Blogs funktionieren nicht sequentiell von links nach rechts wie eine Buchzeile. Ein besonderes Gimmick ist der automatische Eintrag von anderen Blogs in das eigene mittels RSS-Feed. Also die Möglichkeit, die Meldung eines anderen im eigenen Blog live und in Farbe zu kommentieren. Bücher können diese Verschränkung nicht nachzeichnen und somit fehlt „readme.txt“ ein ganz entscheidendes Merkmal seines Gegenstandes.<br />
<strong>Senkrecht vs. Waagerecht</strong><br />
Außerdem ist ein Blog, wie jede andere Netztextart, mehr oder minder senkrecht. Im Netz wird von oben nach unten gelesen. Oben stehen die relevanten oder neuen Informationen. Wen es interessiert, der scrollt nach unten durch. Im Blog steht also oben der neuste Eintrag, darunter dann die Kommentare der Besucher dazu, dann die älteren usw. Wen es nicht interessiert, der surft weiter.<br />
Nicht so in „readme.txt“. Hier muss von links nach rechts und von vorne nach hinten mit der dadurch erzeugten gleichen Wertigkeit für jeden ins Buch aufgenommenen Eintrag Seite für Seite gelesen werden. Flucht nur durch Überblättern, nicht durch Links. Also muss alles mitgenommen werden, was im Netz nicht zur Kenntnis genommen worden wäre.<br />
<strong>Warum überhaupt?</strong><br />
Damit verbunden das überwältigende Problem des Buches: Es wird nicht klar, wofür und warum (außer dem Marketing-Effekt, twoday.net hat ein eigenes Buch, hoho) das Buch stattfindet. Wer in der Community von twoday.net präsent ist, wird seine Lieblingsblogger und –bloggerinen online verfolgen bzw. als Lieblingsblogger oder –bloggerin online seine Leser haben. Wofür also dann noch das Buch kaufen?<br />
Wer noch nie was von twoday.net hörte aber Interesse an dem Phänomen „Blog“ hat, wird auch vermissen, dass dieses Phänomen nicht erklärt wird. Außer natürlich implizit als Kummerkasten, Meckerecke und Tagebuch im virtuellen Raum. Politische und gesellschaftliche Relevanz, Informationsfluss von unten nach oben und Meinungstransport wird hier verdrängt durch BBaB: Durch Beziehungskisten, Bürostress und andere Banalitäten.<br />
Dieser Text erscheint auch in der Berliner Literaturkritik (www.berliner-literaturkritik.de).<br />
Literaturangaben:<br />
OSTLEITNER, ALEXANDER / SCHUSTER, MICHAEL (Hg.): Readme.txt. Weblogs. Twoday.net 2003-2004. BoD GmbH, Norderstedt 2004. 179 S., 20,90 €.</p>
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		<title>Lies mich? Blog mich? Ein Kompott aus 12 Weblog-Monaten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:40:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett"> Twoday.net rühmt sich, der erste Anbieter deutschsprachiger        Weblogs zu sein. Twoday.net hat 12 Monate aus den hier beheimateten        Blog in Buchform zusammengestellt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Twoday.net rühmt sich, der erste Anbieter deutschsprachiger Weblogs zu sein. Twoday.net hat 12 Monate aus den hier beheimateten Blog in Buchform zusammengestellt.<!--break--></p>
<p>Ein Buch ist ein analoger Massenspeicher. Eine Readme-Datei erklärt ein größere Programm-Datei. Ein Weblog oder Blog ist die Verbindung des nautischen Logbuchs mit dem Internet. Alle drei Kommunikationsformen werden hier von Alexander Ostleitner und Michael Schuster zusammengeführt.<br />
Als Gemeinsamkeit haben die Blogs die Technik. Mit ihnen lässt sich ohne großen Aufwand &#8211; und das meint vor allem: schnell &#8211; ein persönlicher Platz im virtuellen globalen Dorf besetzen. Womit dieser Platz besetzt wird, bleibt Bloggerin und Blogger überlassen, falls das IOC nichts dagegen hat<br />
Entsprechend breit gestreut ist das thematisch besetzte Feld. Politik-digital.de benutzt seinen Metablog (http://www.politik-digital.de/metablocker/) für die journalistische Meinung und Meldung. Die Verbreitung von Meinungen und Meldungen mittels Blog brachte in Athen auch olympia.blogg.de unter die Leute. Daneben gibt es dann aber auch so charmante Projekte wie seinen VW-Bulli blogen zu lassen (gesehen und gelesen auf http://www.becksstreetboys.org/bulli/weblog.php).<br />
<strong>Journalismus, Trends und ein VW-Bus</strong><br />
Aha, wieder ein neuer Trend im virtuellen Dorf, der den Informationsuperhighway mit Leben füllt, denkt sich der uninteressierte Beobachter. Und, um es vorweg zu nehmen: Wer vorher noch keine Affinität zu den neusten Trends des Netzes hatte und unter CMS, RSS usw. amerikanische Waffentechnologie oder die neusten Musikrichtungen vermutet, der wird mit „Readme.txt“ nichts anfangen können.<br />
Ein Jahr der Community von twoday.net soll das Buch nachzeichnen. Dieses Jahr (Februar 2003 bis Februar 2004) wird durch die Augen der Blogger und Bloggerinnen erzählt. Durch die jeweiligen Einträge von „Cut1977“, „großstadtneurotikerin“ und „zora“ kommt so ein subjektives Allerlei zusammen.<br />
Problematisch daran ist Vieles. Zum einem: Blogs sind ein Computerdingsbums. Direkt Bloginhalte auf Papier zu drucken und zwischen Buchdeckel zu pressen funktioniert nicht. Blogs funktionieren nicht sequentiell von links nach rechts wie eine Buchzeile. Ein besonderes Gimmick ist der automatische Eintrag von anderen Blogs in das eigene mittels RSS-Feed. Also die Möglichkeit, die Meldung eines anderen im eigenen Blog live und in Farbe zu kommentieren. Bücher können diese Verschränkung nicht nachzeichnen und somit fehlt „readme.txt“ ein ganz entscheidendes Merkmal seines Gegenstandes.<br />
<strong>Senkrecht vs. Waagerecht</strong><br />
Außerdem ist ein Blog, wie jede andere Netztextart, mehr oder minder senkrecht. Im Netz wird von oben nach unten gelesen. Oben stehen die relevanten oder neuen Informationen. Wen es interessiert, der scrollt nach unten durch. Im Blog steht also oben der neuste Eintrag, darunter dann die Kommentare der Besucher dazu, dann die älteren usw. Wen es nicht interessiert, der surft weiter.<br />
Nicht so in „readme.txt“. Hier muss von links nach rechts und von vorne nach hinten mit der dadurch erzeugten gleichen Wertigkeit für jeden ins Buch aufgenommenen Eintrag Seite für Seite gelesen werden. Flucht nur durch Überblättern, nicht durch Links. Also muss alles mitgenommen werden, was im Netz nicht zur Kenntnis genommen worden wäre.<br />
<strong>Warum überhaupt?</strong><br />
Damit verbunden das überwältigende Problem des Buches: Es wird nicht klar, wofür und warum (außer dem Marketing-Effekt, twoday.net hat ein eigenes Buch, hoho) das Buch stattfindet. Wer in der Community von twoday.net präsent ist, wird seine Lieblingsblogger und –bloggerinen online verfolgen bzw. als Lieblingsblogger oder –bloggerin online seine Leser haben. Wofür also dann noch das Buch kaufen?<br />
Wer noch nie was von twoday.net hörte aber Interesse an dem Phänomen „Blog“ hat, wird auch vermissen, dass dieses Phänomen nicht erklärt wird. Außer natürlich implizit als Kummerkasten, Meckerecke und Tagebuch im virtuellen Raum. Politische und gesellschaftliche Relevanz, Informationsfluss von unten nach oben und Meinungstransport wird hier verdrängt durch BBaB: Durch Beziehungskisten, Bürostress und andere Banalitäten.<br />
Dieser Text erscheint auch in der Berliner Literaturkritik (www.berliner-literaturkritik.de).<br />
Literaturangaben:<br />
OSTLEITNER, ALEXANDER / SCHUSTER, MICHAEL (Hg.): Readme.txt. Weblogs. Twoday.net 2003-2004. BoD GmbH, Norderstedt 2004. 179 S., 20,90 €.</p>
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		<title>Chatten und Skypen mit 83 Jahren</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wie-die-alten-surfen/chatten-und-skypen-mit-83-jahren-2446/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[esubklew]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Mar 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie die Alten surfen]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Silversurfer]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) Dr. Erna Subklew, geboren 1923, ist täglich bis zu vier Stunden im Internet unterwegs. Sie ist als Online-Redakteurin aktiv und engagiert sich für lebenslanges Lernen im Netz. Wofür sie das Internet nutzt und welche Vorteile es älteren Menschen bringt, schreibt sie in diesem Erfahrungsbericht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Artikel) Dr. Erna Subklew, geboren 1923, ist täglich bis zu vier Stunden im Internet unterwegs. Sie ist als Online-Redakteurin aktiv und engagiert sich für lebenslanges Lernen im Netz. Wofür sie das Internet nutzt und welche Vorteile es älteren Menschen bringt, schreibt sie in diesem Erfahrungsbericht.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Wenn ich so zurückdenke, dass ich vor zehn Jahren noch überhaupt nichts mit dem Internet zu tun haben wollte und mich heute doch oft drei bis vier Stunden mit dem PC beschäftige, so kann ich es selbst nicht ganz glauben. Natürlich habe ich &#8211; wie so viele Senioren &#8211; den ersten PC von meinen Kindern geschenkt bekommen. Natürlich war es einer, den sie nicht mehr haben wollten, weil es schon bessere gab. Aber ich habe inzwischen schon längst einen neuen, mit dem ich viel mehr anstellen kann als vorher. Zunächst habe ich den PC als bessere Schreibmaschine gebraucht. Ich musste damals viel für meine Doktorarbeit schreiben.<br />

</p>
<p>
<br />
Aber als die Dissertation dann fertig war und ich genügend Zeit hatte, ging ich ins Internet. Was heißt ging: Ich nahm einige Übungsstunden. Die bekam ich zu Weihnachten geschenkt &#8211; wiederum von meinen Kindern. Dann besuchte ich noch einige Kurse und endlich stand ich dem Ganzen nicht mehr so fremd gegenüber. Als ich dann die ersten Möglichkeiten zur Arbeit mit dem Internet begriffen hatte, konnte ich auch an den weiterführenden Kurse von<br />
<a href="http://www.vile-netzwerk.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ViLE</a> teilnehmen, dem virtuellen und realen Lernnetzwerk für ältere Erwachsene. Dort bekam man mit bestimmten Themen auch immer ein Stück Technik vermittelt. Ich bin dort auch Gründungsmitglied. Und schließlich nahm ich noch an der Ausbildung für Online-Redakteure des Projekts<br />
<a href="http://www.lerncafe.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LernCafe</a> von ViLE teil, was wiederum ein Stück mehr an Möglichkeiten bei der Arbeit mit dem PC bot. Langsam aber ständig hat sich mein Gebrauch des Internets erweitert. Das wichtigste dabei sind natürlich die E-Mails. Es gibt eigentlich kaum ein Mittel, mit dem man so gut in Verbindung zur Außenwelt treten kann. Sicherlich haben meine Verwandten noch nie so oft Nachricht von mir erhalten, als seit der Zeit, da ich mailen kann. Vor allem ins Ausland ist es das Verständigungsmittel.
</p>
<p>
<b>Schwere Gegenstände mit einem Click</b>
</p>
<p>
Für mich, die ich schon ziemlich alt bin, spielt auch das Einkaufen eine<br />
<br />
ständig steigende Rolle. So kann ich zum Beispiel ohne viel<br />
<br />
Schwierigkeiten meinen Enkeln auch größere und schwerere Gegenstände schenken, wenn ich sie über das Internet bestelle und ihnen ausliefern lasse. Neulich habe ich doch tatsächlich Teppiche in Dänemark gekauft und sie in München verschenkt, ohne dass ich einen Fuß vor die Tür gesetzt habe. Vor allem aber Bücher kaufe ich über das Internet. Seit neuestem mache ich auch Online-Banking und finde es schade, dass man das Geld noch immer vom Automaten holen muss. Wenn ich hier so begeistert vom Internet schreibe, weiß ich, dass es auch seine negativen Seiten hat. Wir werden ja fast zum gläsernen Menschen. Oder die vielen Spams, die bei den E-Mails zu finden sind. Aber das, was der eigentlich Grund meines Internetzuganges war, ist ja immer noch das Lernen. Eben erst nehme ich an einem<br />
<a href="http://elearning-politik.net/moodle" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kurs</a> über Europa-online teil, zum 50. Jahrestag der EU. Schließlich müssen auch Ältere in der Gegenwart leben, sollen neugierig sein und können so noch eine Menge lernen.
</p>
<p>
<b>Seniorenlesekreis mit Chat und Forum</b></p>
<p>Ein besonderer Gag ist der<br />
<a href="http://www.gemeinsamlernen.de/vile-netzwerk/Lesen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Literaturkreis im Internet</a>. Aus den Vorschlägen der Teilnehmerinnen kommen die Vorschläge der Bücher, die gelesen werden sollen. Unter &quot;Materialien&quot; werden die Biographie der SchriftstellerIn, Rezensionen, Inhaltsangabe und was wir sonst noch zu dem Buch finden, ins Internet gestellt. Schon kurz nach dem Beginn des Lesens, schreiben wir unsere Gedanken ins Internet-Forum und sprechen darüber. Nach einiger Zeit gibt es einen Chat dazu, und nach wiederum einiger Zeit treffen wir uns real und besprechen unsere weiteren Gedanken, Eindrücke oder machen eine Zusammenfassung. Demnächst haben wir auch vor, eine Audio-Konferenz zu halten &#8211; vielleicht über den Internet-Sprachübertragungsdienst Skype. Das Besprechen eines Buches von Anfang an hat den Vorteil, dass man viele Aspekte, die bei einer Diskussion verloren gehen würden, gleich anspricht. Das bedeutet nicht, dass im Verlaufe des Lesens nicht auch Annahmen revidiert werden müssen. Bei der Beurteilung von Literatur ist sowieso nichts endgültig. Vielleicht ist unser Lesen nicht einmal wissenschaftlich, aber es macht Spaß. Wir haben viel Glück gehabt bei der Auswahl unserer Literatur und fanden die Bücher, die wir gelesen haben nachher oft in der Top-Ten-Liste. Bei &quot;Die Vermessung der Welt&quot; von Daniel Kehlmann lagen wir zum Beispiel richtig. Wir lesen auch Sachbücher bei ViLE. Die &quot;<br />
<a href="http://www.gemeinsamlernen.de/vile-netzwerk/Lesen/sachbuch/Sachbuch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kulturellen Werte Europas</a>&quot;, herausgegeben vom &quot;Forum für Verantwortung&quot; haben es auf die<br />
<br />
stattliche Zahl von über 50.000 Aufrufen gebracht. Das Interesse an dem Thema scheint groß zu sein. Dieser Lesekreis ist rein virtuell.<br />
<br />
Mitmachen kann jeder, der sich für ein Buch interessiert und sich beim<br />
<br />
Lesen anmeldet, gleich ob bei der Belletristik oder dem Sachbuch. Man muss dazu nicht einmal ViLE-Mitglied werden.</p>
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			</item>
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		<title>Im Leben von Offlinern</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wir-sind-offliner/im-leben-von-offlinern-2712/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wir sind Offliner]]></category>
		<category><![CDATA[Senioren]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kluft]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Offliner]]></category>
		<category><![CDATA[Hausfrau]]></category>
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					<description><![CDATA[(Protokolle) Das Leben vor 1995 – für manche immer noch Realität: Sie leben analog. eMails schreiben, surfen, Bahnfahrkarten online bestellen, das machen ihre Kinder oder Enkel, sie selbst haben damit nichts zu tun. Drei Offliner berichten über ihren Alltag, politik-digital.de hat protokolliert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Protokolle) Das Leben vor 1995 – für manche immer noch Realität: Sie leben analog. eMails schreiben, surfen, Bahnfahrkarten online bestellen, das machen ihre Kinder oder Enkel, sie selbst haben damit nichts zu tun. Drei Offliner berichten über ihren Alltag, politik-digital.de hat protokolliert.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Frauen über 60 – das sind die statistischen Offliner, so der &quot;(N)Onliner-Atlas 2006&quot; der Initiative D21. Aber wie beeinflusst das Internet den Alltag von Menschen, deren Leben weitgehend analog verläuft? In welchen Situationen kommen sie mit der digitalen Welt in Berührung? Und vor allem: Was halten sie vom Internet? Marianne, Wilfried und Irma sind offline und erzählen von gläsernen Menschen, Online-Wahlen und den Vorteilen von Bargeld.</p>
<p><b>Marianne (62), Hausfrau</b><br />
<br />
„Den Einkommenssteuerbescheid online ausfüllen, übers Internet wählen, statt bei Regen ins Wahlbüro laufen – das klingt schon gut, ich wusste bis vor kurzem gar nicht, dass das geht. Vielleicht gibt es im Internet ja auch noch andere Dienstleistungen die Behördengänge ersetzen, andere Verwaltungsangelegenheiten, keine Ahnung, das könnte ich gut gebrauchen. Aber selbst war ich noch nie im Internet, wenn ich etwas gebraucht habe, dann hat das bis jetzt immer mein Sohn für mich gemacht. Also etwas zu recherchieren oder so. Er hat zum Beispiel ein Zimmer in einer Pension über das Internet für mich gebucht. Oder er hat Preise für ein Produkt verglichen, das fand ich schon ganz gut. Man kann es dann ja auch gleich bestellen. Und wenn man krank ist, kann man sich mit anderen über das Internet austauschen. Und für eMails bräuchte ich ja auch Internet, dann könnte man auch Kontakte im Ausland pflegen. Ich habe ziemlich oft das Gefühl, dass mir etwas fehlt, dass ich das Internet schon bräuchte. Alleine ins Internet zu gehen, ist mir zu kompliziert, man kann wahrscheinlich ziemlich viel falsch machen. Aber neugierig bin ich schon, ich will das mal ausprobieren und surfen, wie man sagt. Nur eines würde ich grundsätzlich nicht machen: Online-Banking kommt nicht in Frage, das ist mir zu unsicher.&quot;</p>
<p><b>Wilfried (62), Feinmechaniker</b><br />
<br />
„Ich selbst war noch nie im Internet, meine Frau schon. Sie nutzt das Netz für eMail-Kontakte und recherchiert Termine und allgemeine Informationen für ihre Verbandsarbeit im Sportverein. Sie hat auch schon eine Reise im Internet gebucht. Aber ehrlich gesagt: Mir ist das zu langweilig. Solange ich alles persönlich erledigen kann, brauche ich das nicht. Ich gehe in die Bank und zahle am Kassenschalter Geld ein oder hebe welches ab, wechsele ein, zwei Worte mit der Frau hinterm Schalter, das ist mir lieber. Auch persönliche Gespräche sind für mich nicht durch eMails oder so etwas zu ersetzen. Ich schaue den Leuten lieber in die Augen, wenn ich mit ihnen rede. Meiner Meinung nach ist das Internet außerdem gefährlich: Es ist schuld daran, dass immens viele Arbeitsplätze verloren gehen, es begünstigt kriminelle Machenschaften. Und außerdem sammelt es die Daten der Bevölkerung – der einzelne wird zum gläsernen Menschen.“</p>
<p><b>Irma (67), Hausfrau</b><br />
<br />
„Grundsätzlich: Ich halte nicht viel vom Internet. Kinder und Jugendliche haben so Zugang zu Sachen, zu denen sie besser keinen hätten. Meine 15-jährige Enkelin ist dauernd im Internet, korrespondiert mit ihren Brieffreundinnen, lädt sich Musik runter – wenn ich bei ihr bin, schaue ich da schon mal mit rein. Die Cousine meines Mannes ist ein Jahr älter als ich und verbringt seit 15 Jahren jede freie Minute mit dem Computer. Ich hätte ehrlich gesagt Besseres zu tun. Mit ihren Kindern und Freunden hat sie in erster Linie Kontakt über eMails. Das ist so unpersönlich, mir wäre ein handgeschriebener Brief immer lieber, und wenn er noch so kurz ist. Gut, für Geschäftsleute ist das schon praktisch, ein Brief oder ein Telegramm ist halt nicht so schnell. Wenn wir verreisen, fahre ich in die Stadt, gehe zum Bahnhof , lasse mich beraten und kaufe dann die Fahrkarten. Diese persönlichen Gespräche sind mir einfach wichtig. Neulich haben wir mit unseren Kindern und Enkeln ein paar Tage Urlaub in Serbien gemacht. Ich habe vorher im Hotel angerufen und gefragt, was es kostet, überschlagen, was wir sonst so brauchen, und entsprechend viel Bargeld getauscht. Eine ec-Karte oder so etwas habe ich nicht. Meine Tochter hat protestiert und gesagt, sie würde ihre Karte mitnehmen, Bargeld, das brauche man heute nicht mehr. Was soll ich sagen: Ohne mein Geld wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen. Bankautomaten haben wir dort fast keine gefunden.“</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Offline und glücklich</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/wir-sind-offliner/wissensgesellschaftshumer_analoge_identitaeten_061207-shtml-2885/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Dec 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kluft]]></category>
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		<category><![CDATA[Offliner]]></category>
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					<description><![CDATA[(Artikel) MP3-Player, Einkaufen ohne Cash, Kinotickets aus dem Netz, Brombeeren mit digitaler Kalenderfunktion – das Leben ist so einfach. Aber wie funktioniert das Ganze in seiner Offline-Version? Ein Blick auf den analogen Alltag im Jahr 2006.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">(Artikel) MP3-Player, Einkaufen ohne Cash, Kinotickets aus dem Netz, Brombeeren mit digitaler Kalenderfunktion – das Leben ist so einfach. Aber wie funktioniert das Ganze in seiner Offline-Version? Ein Blick auf den analogen Alltag im Jahr 2006.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Es ist Herbst, und die nächste saisonale Eskalationsstufe naht unaufhaltsam. Da ein Winterschlaf im menschlichen Dasein nicht vorgesehen ist, ziehen sich die meisten Leute verstärkt in die eigene Wohnung zurück, sie wird ein Hort der Zuflucht. Da bleibt am Jahresende Zeit für eine kuschelige Retrospektive. Wie kann ich von der Digitalisierung der Welt profitieren? Was in meiner Welt ist eigentlich digital und was nicht? Schauen wir uns mal einen fiktiven, aber durchaus realitätsnahen Tag im Leben eines Offliners an und versuchen herauszufinden, was dieser Mensch alles verpasst – und wovon er verschont bleibt.</p>
<p>
                              <strong>(Keine) Zeit für Technikgenuss</strong>
                            </p>
<p>Das Frühstück beginnt wie immer: Kaffee, Toast, keine Lust. Die musikalische Untermalung liefert wie schon seit Jahrzehnten das altvertraute Küchenradio – nicht schön, aber laut. Gespielt werden die Hits der 80er, 90er und das vermeintlich Beste von heute. Und viel Werbung. Und irgendwie auf allen Kanälen dasselbe. Mit einem Notebook wäre Rettung nah, sagt der Kollege im Büro nebenan immer. Die eigene MP3-Sammlung würde Musik nicht nur fürs Frühstück, sondern gleich für mehrere Jahre Urlaub liefern – quasi gigabyteweise gute Laune. Sofern, ja, sofern der Player nicht nach irgendeinem komischen Update schreit – so wie nebenbei auch Windows, Office und zahlreiche andere Programme. Die Maschine will bedient werden und schreit nach dem, was ihr zusteht. Wenn der Rechner dann hochgefahren, die Updates runter geladen, virengeprüft und installiert sind, wenn die Playlist für den morgendlichen Klangteppich schließlich zusammengestellt ist – dann wird es Zeit, endlich ins Büro zu fahren.</p>
<p>Nach dem durchdigitalisierten Arbeitstag im Büro geht es schnell in den Supermarkt. Mist, die Kundenkarte fehlt – also wird es nichts mit dem dürftigen, aber geilen Geizrabatt. Das Portemonnaie war nämlich viel zu dick, die zahlreichen Karten fanden keinen Platz mehr. Dabei verschenkt man doch nur ungern was, mal abgesehen von den paar persönlichen Daten im Kartenantrag. Das Bezahlen mit der ec-Karte fällt leider auch aus – der Magnetstreifen ist defekt. Schade. Bar reicht es nur für den halben Einkaufszettel, denn wozu soll man Bargeld mitschleppen? Man kann doch bargeldlos bezahlen. Und es gibt doch an jeder Ecke einen von weltweit Millionen Geldautomaten, hieß es damals in der Werbung. Entzückend, dass dieser mehrere Euro Gebühren für die Abhebung nimmt – sofern er funktioniert. Ab und zu kann nämlich keine Datenbankverbindung hergestellt werden. Von solchen Störungen war irgendwie nie die Rede. Dabei sollte dank der Vernetzung der Welt alles viel, viel einfacher werden.</p>
<p>Abends ist Zerstreuung angesagt. Wie wäre es ganz altmodisch mit Kino? Nette Idee, aber die jung-dynamische Zielgruppe hat bereits alle guten Plätze Tage im Voraus reserviert. Online. So bleiben nur die mitleidig belächelten Friseursitze in den ersten Reihen. Bevor es dann verkrampft ins Bett geht, muss – sicher ist sicher – noch der alte Nachttischwecker aufgezogen und gestellt werden. Der vom Projektleiter mit Daten voll synchronisierte Terminplaner im Handy ist leider etwas unsicher, denn rechtzeitig zu einem wichtigen Termin stürzt der freundliche digitale Begleiter schon mal spontan ab. Effizient ist das Ding ja, irgendwie, aber leider auch sehr divenhaft. Bestimmt fehlt wieder irgendein Update. Also muss analoge Technik den Alltag retten. Ist ja nicht das erste Mal.</p>
<p>
                              <strong>Es geht auch mal ohne</strong>
                            </p>
<p>Die digitale Welt ist ohne Zweifel eine Bereicherung für unser Leben. Eine beschleunigte und weltoffene Gesellschaft ist mit den Mitteln vergangener Jahrhunderte nicht mehr zu befriedigen. Immer mehr Menschen haben jedoch das Gefühl, dass ihnen ganz persönlich die Kontrolle entgleitet. Immer mehr Geräte buhlen in immer kürzerer Zeit um Aufmerksamkeit, immer kompliziertere Systeme wollen bedient, administriert und gewartet werden. Immer schneller veralten gerade erlernte Techniken und eroberte Systeme. Immer neue Bedrohungen wie Viren, Trojaner und Phishing lassen die Masse der User zusammenzucken. Nichts scheint wirklich sicher im digitalen Raum, außer der gefühlten Unsicherheit. Irgendwie mitmachen, dabei sein, das muss man aber trotz alledem.</p>
<p>Abhilfe schaffen kann hier eine Stärkung der eigenen Medienkompetenz sowie der Ausbau der Fähigkeit, zwischen Sinn und Unsinn zu unterscheiden. Nicht alle Geräte, die angepriesen werden, werden wirklich benötigt. Nicht alle Features muss man nutzen. Und nicht an allen Online-Hypes muss man partizipieren. So bleibt im Falle der Überforderung eine Methode, die überraschend häufig hilft und viele Probleme gar nicht erst entstehen lässt: „Nein“ sagen zur digitalen Überfrachtung – und ab und zu einfach mal abschalten.</p>
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		<title>Der Libanonkonflikt in Video-Warblogs und Web 2.0</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/netzkultur-afischer_web20undnaherosten_060817-shtml-2503/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Während der Libanonkonflikt immer aufs neue eskaliert, bilden sich im Netz neue Formen für den Umgang mit der Krise. Kriegsgegner und Propagandisten, aber auch Nachrichtenangebote entdecken den Nutzen von Web 2.0 für ihre Zwecke.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">Während der Libanonkonflikt immer aufs neue eskaliert, bilden sich im Netz neue Formen für den Umgang mit der Krise. Kriegsgegner und Propagandisten, aber auch Nachrichtenangebote entdecken den Nutzen von Web 2.0 für ihre Zwecke.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Die Sonne geht auf in der Wüste. Junge Männer binden sich in Zeitlupe ihre Schnürsenkel, im Hintergrund spielt ruhige Musik. Doch dann starten Kampfjets in der Morgensonne, explodieren Bomben in Gegenden, die offensichtlich von Zivilisten bewohnt sind. Und die jungen Männer, die Soldaten sind, bahnen sich ihren Weg durch Städte, die in Trümmern liegen. Im Hintergrund singt jemand: „Brothers in arms“.</p>
<p>Doch nicht nur wie<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Wahd2piIr4Q&amp;feature=PlayList&amp;p=BB8C6A9D2201568E&amp;index=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filme wie dieser</a>, die aus der Propagandaabteilung des israelischen Militärs stammen, sondern auch Friedensaufrufe finden sich auf der Videoplattform YouTube<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/results?search_type=search_videos&amp;search_sort=relevance&amp;search_query=Israel%2BLebanon%2BStop%2BWar&amp;search=Search" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zuhauf</a>. Zahlreiche Videos tragen die Titel: „Stop the War“. Und nicht nur Aufnahmen aus dem Libanon fordern ein Einschreiten der Vereinten Nationen, sondern auch Videos von Demonstrationen aus aller Welt. Mit diesen Videos sprechen die Netizens eine deutliche Sprache. Im Zuge der militärischen Auseinandersetzung zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah hat sich im Netz eine Bewegung formiert, die neue Beteiligungsformen des Internet in ihrem Sinne nutzt. Während die<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/extremismus/hkirchner_intifada.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cyberintifada</a> noch vor einigen Jahren vor allem die Störung und Zerstörung israelischer Websites zum Ziel hatte, also auf der technischen Ebene agierte, zeigen sich durch die<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/web20/pbihr_grundlagen_060803.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Web 2.0-Angebote</a> neue Möglichkeiten auf der inhaltlichen Ebene aktiv zu werden. Durch neue Technologien und technische Vereinfachung haben sich interaktive Plattformen entwickelt, von denen flickr.com, youtube.com und wikipedia.org nur die bekanntesten sind.</p>
<p>                            <strong>Meinungen weltweit verbreiten</strong></p>
<p>Natürlich werden diese Plattformen auch von Usern genutzt, die in Krisengebieten wie dem Nahen Osten leben. Dort sind diese Angebote oftmals eine willkommene Chance, weltweit mit einer hohen Anzahl an Usern zu kommunizieren und Meinungen zu verbreiten. So ist es nicht verwunderlich, dass die Videoplattform YouTube zu den Schlagworten Lebanon und Israel und War über 1000 Videos anzeigt. Unter ihnen finden sich nicht allein Friedensaufrufe wie das eingangs beschriebene Video, sondern auch<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/watch?v=mMt5oKwrxiQ&amp;mode=related&amp;search=" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nachrichtenmitschnitte</a> und Korrespondentenberichte, minutenlange Statements von muslimischen Gemeindevertretern und kurze Animationsfilme. Einer davon<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Jj_b5f5mbv4&amp;mode=related&amp;search" target="_blank" rel="noopener noreferrer">beschreibt</a> die Gewaltspirale im Nahen Osten kurz aber eindeutig und stellt am Ende die Frage „Was würdest DU tun??“</p>
<p>Die Grenze zwischen Betroffenheit und Propaganda ist bei YouTube jedoch durchaus fließend, wie die Videos des Nutzers „Obession: The Movie“ deutlich machen. Unter diesem Namen versucht ein Regisseur, für seinen zumindest fragwürdigen Film über Islamismus und Terror eine Vertriebsfirma zu suchen. Er hat zahlreiche<br />
                            <a href="http://www.youtube.com/watch?v=uHbV5CSj51I" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beiträge</a> zum „Krieg des radikalen Islams gegen des Westen“ auf die YouTube-Plattform hochgeladen. Hier sprechen sich scheinbar seriöse Experten klar für die Bekämpfung des Terrors aus. Unter dem Titel „Hitler and the Mufti“ werden die Wurzeln des islamischen Terrors mit Hitlers Antisemitismus in direkten Zusammenhang gestellt. Originalaufnahmen von einem Treffen Hitlers mit dem Mufti von Jerusalem sollen hierfür als Beweis dienen. Kategorisierungen der Videos und der Nutzer, die sie bei YouTube hochladen, fallen bei dieser Vielzahl an Videos schwer. Klar ist: Sowohl die libanesische Seite als auch die israelische nutzen die Plattform für ihre<br />
                            <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,429579,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">propagandistischen</a> Interessen.</p>
<p>Neben diesen politischen und den allgemeinen Konflikt beleuchtenden Inhalten bieten die Web 2.0-Plattformen ebenfalls die Möglichkeit, Alltagssituationen zu schildern. Auf der Suche nach den<br />
                            <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/wissensgesellschaft/web20/cjordan_tagging_060803.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tags</a> Israel, Lebanon und War zeigt die Fotoplattform flickr.com 5.928 Bilder, die unter jedem dieser drei Begriffe eingeordnet sind. Viele dieser Bilder zeigen Kriegssituationen, Hubschrauber über Beirut, zerstörte Gebäude. Zwischen diesen Fotografien findet sich jedoch auch ein erstaunliches Foto unter dem Titel “Life goes on”. Ein Brautpaar schreitet über eine menschenleere Straße. Der Bräutigam scheint nicht glücklich, doch der Fotograf vermutet wohl richtig: „Er spiegelt die momentane Stimmung in der Stadt wieder “. Darüber hinaus merkt der Fotograf an, dass er, während er das Foto aus einem fahrenden Auto schoss, sich so schnell wie möglich in Sicherheit<br />
                            <a href="http://www.flickr.com/photos/manunited/195923873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bringen wollte</a>.</p>
<p>                            <strong>&#8220;Wie ein echtes Kriegskorrespondentenfoto&#8221;</strong></p>
<p>Klare Worte finden sich auch unter den anderen gefundenen Bildern: “Wir haben lange genug zugeschaut, es ist Zeit zu handeln und das Schweigen zu brechen. Es geht nicht darum, ob man Muslim oder Jude ist. Es geht darum, ein Mensch zu sein. Wir alle leiden, wir alle bluten und wir alle verdienen es, in Frieden<br />
                            <a href="http://www.flickr.com/photos/moayadphoto/205594792/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zu leben</a>.” Die Sorge um einen Fotografen, der ein zerstörtes öffentliches Gebäude fotografiert hat, wird deutlich anhand der Kommentare unter diesem Bild: „Bitte pass auf dich auf, mein Freund. Ich finde dein Foto ganz erstaunlich. Es sieht aus wie ein echtes<br />
                            <a href="http://www.flickr.com/photos/codernoir/196001323/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kriegskorrespondentenfoto</a>, aber bitte riskiere nicht dein Leben. Sei stark!“</p>
<p>Derzeit sind die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Libanon bei YouTube und Flickr sehr prominent vertreten. Wenn das Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und dem Libanon tatsächlich Bestand hat, werden diesen Krieg bald andere Wörter und Bilder ablösen. Doch der Nahe Osten wird wohl immer ein Thema sein &#8211; nicht nur bei YouTube und Flickr.<br />
                            </p></p>
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		<title>Warblogs: vom Alltag im Kriegsgebiet</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gerade in Kriegszeiten ist eine ausgewogene Berichterstattung Aufgabe der Medien. Blogger zeichnen dagegen ein anderes, subjektives Bild von der Situation vor Ort und machen den traditionellen Onlinemedien damit die Deutungshoheit streitig. Eine Analyse.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade in Kriegszeiten ist eine ausgewogene Berichterstattung Aufgabe der Medien. Blogger zeichnen dagegen ein anderes, subjektives Bild von der Situation vor Ort und machen den traditionellen Onlinemedien damit die Deutungshoheit streitig. Eine Analyse.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
„Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd“. Bereits Bismarck stellt Kriege als Ausnahmesituationen, als Zeiten der Lüge, dar. Arthur Ponsonby betont sogar die Notwendigkeit der Lüge: In Kriegszeiten sei „die Erklärung der Wahrheit ein Verbrechen“.</p>
<p>Wie können angesichts dieser Lügenszenarien Journalisten agieren, deren erklärtes Ziel es ist, wahrheitsgemäß zu berichten? Die saloppe Antwort eines Regierungssprechers lautet: „Die oberste Regel im Krieg ist: niemals lügen. Die zweite: nie die ganze Wahrheit sagen“.
</p>
<p>
Was für den Journalismus angesichts seiner politischen und wirtschaftlichen Verstrickungen eine große Herausforderung zu sein scheint, könnte für Warblogs leichter zu realisieren sein: eine authentische Kriegsberichterstattung. So verhilft der jüngste Konflikt zwischen Israel und Libanon den Online-Kriegstagebüchern einmal mehr zum Ruhm.</p>
<p><b>Eine Bandbreite an Stimmen und Meinungen</b>
</p>
<p>
Ähnlich wie 2003 im Irak tauschen sich derzeit im Nahen Osten viele Menschen online über den Krieg aus. Die aktuelle Warblog-Szene in der Krisenregion entwickelt sich dabei unter anderen Voraussetzungen als etwa die irakischen Kriegstagebücher. Am Nahostkonflikt sind vor allem Länder beteiligt, in denen zahlreiche Menschen über einen Internetanschluss verfügen. So präsentieren sich hier nicht nur einige vereinzelte Warblogger, sondern eine ganze Bandbreite an Stimmen und Meinungen wird im Internet laut. Kann dieses Potpourri an subjektiven Wahrnehmungen und Erfahrungsberichten eine Alternative zur Berichterstattung traditioneller Onlinemedien sein? Worin unterscheiden sich die Angebote?
</p>
<p>
Der 13. und 30. Juli 2006 sind ereignisreiche Tage im Nahen Osten. Das schlägt sich auch in den Medien nieder: Am 13.07. dominieren die Berichte über den ersten Großangriff der Israelis auf Beirut und Umgebung. Gut zwei Wochen später erregen die Bomben auf die libanesische Ortschaft Kana weltweite Aufmerksamkeit. Die Onlineausgaben von Süddeutscher Zeitung und Spiegel reagieren mit einer umfangreichen dossierartigen Berichterstattung, die sie noch am selben Tag online stellen.<br />
<br />
Die Warblogger hingegen scheinen es mit der Aktualität weniger genau zu nehmen. Viele der Autoren posten nicht mehr am gleichen Tag einen Beitrag zu den Geschehnissen. Häufig bieten sie erst Tage später ausführliche Berichte an. Hinsichtlich der Aktualität laufen die Onlinemedien den Warblogs deswegen wohl den Rang ab.</p>
<p><b>Die Stärke der Warblogs liegt in den Augenzeugenberichten</b></p>
<p>Nicht jedoch in der Berichterstattung: sie ist gekennzeichnet durch die Wiedergabe von persönlichen Eindrücken. Die Stärke der Warblogs liegt in den Augenzeugenberichten, die teilweise schonungslos offen gelegt werden. So berichtet das Warblog<br />
<a href="http://anecdotesfromabananarepublic.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anecdotes from a Banana Republic</a> aus Beirut vor Ort in Kana. Die Bloggerin beschreibt, was er in den Trümmern der zerstörten Häuser gesehen hat: „Babyfotos, …, Handtaschen, …, Joghurtbecher, …, Berge von Mathematik- und Französisch-Hausaufgaben.“ Doch nicht immer sind die Augenzeugenberichte derart emotional besetzt, teilweise liefern sie auch nebensächliche Informationen: „Der Strom fiel für einige Sekunden aus“, schreibt der gleiche Blogger beispielsweise kurz nach Kriegsbeginn aus der libanesischen Hauptstadt.
</p>
<p>
Die Onlinemedien der Süddeutschen Zeitung und des Spiegel hingegen berufen sich selten auf Augenzeugen als Quellen. Überwiegend werden dort offizielle Quellen wie Regierungen, Polizei oder Armee zitiert. Überhaupt dominiert die neutrale Art der Berichterstattung die traditionellen Onlinemedien. Die Analysen bei SZ und Spiegel Online zeichnen sich dadurch aus, dass sie den aktuellen Konflikt auf globaler Ebene erläutern und neben Reaktionen aus Europa, Amerika und Russland auch die Folgen für Börse und Tourismus zur Sprache bringen.
</p>
<p>
Diese Zusammenhänge bieten Warblogs nicht, sie geben Überblicksdarstellungen auf einer individuellen Ebene. Die Erfahrungswelt der Warblogger – und damit auch ihre Analyse – ist subjektiver. Der Konflikt wird in seinen Konsequenzen für den eigenen Alltag oder den der Landsleute analysiert. Durch diesen individuellen Bezug vieler Kriegstagebücher wirken ihre Beschreibungen emotional und wenig distanziert. Die Blogger verleihen dem mit ihren Insider-Informationen ein menschliches Gesicht. Das Warblog<br />
<a href="http://muqata.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">The Muqata</a> etwa berichtet über getötete israelische Soldaten und listet diese namentlich auf. Doch damit nicht genug: Sogar Ort und Datum ihrer Begräbnisfeiern werden veröffentlicht. „Seine Beerdigung findet um 16.30 Uhr auf dem Kiryat Sha’ul Militärfriedhof statt.“
</p>
<p>
<a href="/warblogs-vom-alltag-im-kriegsgebiet-teil-2">Weiter zu Teil 2 &gt;&gt;</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Warblogs: vom Alltag im Kriegsgebiet (Teil 2)</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/warblogs-vom-alltag-im-kriegsgebiet-teil-2-3652/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Aug 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<b>Warblogger suchen den Kontakt zu ihren Lesern</b>
<p>
Warblogger verstehen sich jedoch nicht nur als Lieferanten von Informationen dieser Art an ihre Leser, sondern möchten mit ihnen in Kontakt treten. Interaktivität spielt bei den Tagebüchern des Nahostkonflikts also eine große Rolle. In vielen Postings regen die Blogger ihre Nutzer dazu an, Fragen zu stellen und ihre Meinung kundzutun. „Bitte kommentiert oder postet neue Beiträge“, fordert der Blogger von Anecdotes from a Banana Republic ausdrücklich seine Leser auf. In den Onlineausgaben der Süddeutschen Zeitung und des Spiegel werden allenfalls indirekte interaktive Angebote gemacht. So bieten beide Medien Foren an, in denen sich die Leser über den Krieg austauschen können. Direkte Nutzerkommentare sind jedoch nicht zu finden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Warblogger suchen den Kontakt zu ihren Lesern</b></p>
<p>
Warblogger verstehen sich jedoch nicht nur als Lieferanten von Informationen dieser Art an ihre Leser, sondern möchten mit ihnen in Kontakt treten. Interaktivität spielt bei den Tagebüchern des Nahostkonflikts also eine große Rolle. In vielen Postings regen die Blogger ihre Nutzer dazu an, Fragen zu stellen und ihre Meinung kundzutun. „Bitte kommentiert oder postet neue Beiträge“, fordert der Blogger von Anecdotes from a Banana Republic ausdrücklich seine Leser auf. In den Onlineausgaben der Süddeutschen Zeitung und des Spiegel werden allenfalls indirekte interaktive Angebote gemacht. So bieten beide Medien Foren an, in denen sich die Leser über den Krieg austauschen können. Direkte Nutzerkommentare sind jedoch nicht zu finden.<!--break-->
</p>
<p>
<br />
Insgesamt bieten die untersuchten Onlinemedien weniger Nutzerservice. Meist stellen sie nur Links zu internen Angeboten (Foren, Umfragen, Dossiers) her und verweisen nicht auf externe Berichte. Ganz anders die Warblogs: Hier werden Medienberichte aus verschiedenen Ländern verlinkt, darunter Israel und Libanon, Deutschland und die USA. Der Nutzer erhält dadurch einen guten Überblick über die unterschiedlichen Perspektiven.</p>
<p>Diese werden noch stärker in den Kommentaren der Blogger akzentuiert. Subjektivität und Persönlichkeit gelten im Allgemeinen als Stärke der Weblogs und auch die israelischen und libanesischen Warblogger vertreten ihre Meinungen mit deutlichen Worten. Der Warblogger Gash beispielsweise verurteilt „Israels willkürliche Ungesetzlichkeit, beim Gemetzel an Zivilisten“ und bezeichnet die Israelis als „blutrünstige Bastarde.“ Auch Ironie und Zynismus sind beliebte Stilmittel. Sie machen die Blog-Kommentare eingänglich. Der Nutzer sollte sich jedoch bewusst sein, dass hier Meinungen transportiert werden, die auch Beleidigungen nicht scheuen. So wird Im Warblog Anecdotes from a Banana Republic nach dem Vorfall in Kana zynisch resümiert: „Die EU ist &#8216;geschockt&#8217; und &#8216;bestürzt’ über das Massaker. Geschockt? Bestürzt? Etwa so wie ‘Jimmy, ich bin bestürzt, dass du mit deinem brandneuen Fahrrad gegen einen Baum gefahren bist’ oder wie ‘Bobby Sue, ich bin bestürzt, dass du diese Kekse nicht mit deiner Schwester teilen willst’.“ Die Journalisten von SZ und Spiegel Online geben wesentlich moderatere Kommentare. Zwar werden auch hier Meinungen transportiert, aber es wird auf ausreichende Begründung und die Vermeidung von Beleidigungen wert gelegt.</p>
<p><b><br />
In Warblogs werden die Ereignisse individuell aufbereitet</b></p>
<p>Auch bei der Präsentation von Informationen unterschieden sich beide Angebotsformen deutlich. Während die großen Onlinemedien auf die üblichen journalistischen Darstellungsformen wie Nachrichte, Reportage und Kommentar zurückgreifen, werden in den Warblogs die Ereignisse zum Teil individuell und künstlerisch aufbereitet. Der Künstler Mazen Kerbay etwa verarbeitet die Kriegsereignisse auf seinem Kerblog in Bildern und Gedichten. Über Kana schreibt er: “Vor 2000 Jahren, in Kana, verwandelte Jesus Wasser in Wein. Heute, in Kana, verwandelten die israelischen Streitkräfte Kinder in Asche.“</p>
<p>Es geht hier aber nicht darum, zu entscheiden, welches Angebot lesenswerter ist. Sowohl die klassischen Medien als auch Warblogs zeigen Stärken und Schwächen. Die traditionellen Medien punkten mit Vollständigkeit und Aktualität; Warblogs zeichnen sich vor allem durch Augenzeugenberichte und persönliche Statements aus.</p>
<p>Wer einen umfassenden Einblick ins Kriegsgeschehen wünscht, sollte einen Medienmix aus beiden Formaten wählen. Warblogger können die Medien durchaus auch ergänzen: Sie können zusätzliche Informationen liefern und als &#8216;Watchdogs’ der Medien fungieren, indem sie fehlerhafte Medienberichte korrigieren oder kritisieren. Das zeigt auch das jüngste Beispiel von manipulierten Bildern aus dem brennenden Beirut: ein Fotograph der Nachrichtenagentur Reuters hatte einige Bilder aus der libanesischen Hauptstadt digital bearbeitet, um sie dramatischer wirken zu lassen. Reuters stellte diese Bilder online – die Fälschung flog erst durch einige Blogger auf. Sie konnten nachweisen, dass die Bilder manipuliert worden waren. Reuters suspendierte daraufhin den Fotographen und entfernte die Bilder.</p>
<p><a href="/edemocracy/netzkultur/jsommerhaeuser_warblogsimlibanon_060817_teil1.shtml"><br />
&lt;&lt; Zurück zu Teil 1</a></p>
<p>Der Artikel basiert auf einer Analyse, die die Autorin für politik-digital.de erstellt hat. Sie hat an zwei Tagen die Berichterstattung der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung (SZ) und von Spiegel Online mit den Meldungen von zwölf ausgewählten Warblogs verglichen.</p>
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