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	<title>Amnesty International &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Amnesty International &#8211; politik-digital</title>
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		<title>SPD-Obmann Flisek zur Kritik am NSA-Ausschuss: „Von mangelnder Transparenz kann keine Rede sein“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 May 2014 14:30:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter ohne Grenzen]]></category>
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					<description><![CDATA[Anders als seinerzeit der NSU-Untersuchungsausschuss tagt der fast namensgleiche NSA-Untersuchungsausschuss nicht öffentlich. Auch erhielten die Mitgliedern aus rechtlichen Gründen  in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NSA-Ausschuss_offener-Brief.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140001" alt="NSA-Ausschuss_offener Brief" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/NSA-Ausschuss_offener-Brief.png" width="640" height="360" /></a>Anders als seinerzeit der NSU-Untersuchungsausschuss tagt der fast namensgleiche NSA-Untersuchungsausschuss nicht öffentlich. Auch erhielten die Mitgliedern aus rechtlichen Gründen  in der Vergangenheit nicht Zugang zu allen Akten und Informationen. Ein offener Brief verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen forderte das Komitee dazu auf, umzudenken, und forderte mehr Transparenz ein. Auf Anfrage von politik-digital.de bezieht SPD-Obmann Christian Flisek Stellung zur Arbeit des Ausschuss und der Zusammenarbeit mit der Bundesregierung.<br />
Das Interesse der Bundesregierung, sich in Deutschland mit den von Edward Snowden enthüllten Geheimdienstaktivitäten auseinanderzusetzen und diese umfänglich aufzuklären, wird immer wieder stark bezweifelt. Der <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/opposition-zur-nsa-affaere-die-regierung-mauert-die-kanzlerin-schweigt-der-generalbundesanwalt-verweigert-sich-1.1977972" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entschluss der Generalstaatsanwaltschaft</a>, wegen der Abhöraktivitäten der NSA auf deutschem Boden nicht gegen den US-Geheimdienst zu ermitteln, stieß in dieser Woche erneut auf heftige Kritik.<br />
Ebenfalls in der Kritik steht die Aufklärungsarbeit der Geheimdienstaffäre durch den dazu eingesetzten Untersuchungsausschuss. Eine Woche vor der <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/nsa-untersuchungsausschuss-juristen-werfen-bnd-verfassungsbruch-vor-1.1972477" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ersten öffentlichen Sitzung</a> des NSA-Untersuchungsausschusses richteten sich insgesamt sechs Akteure aus der Zivilgesellschaft  in <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/uploads/tx_lfnews/media/140508_Offener_Brief_NSA-Untersuchungsausschuss.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einem offenen Brief</a> an dessen Mitglieder &#8211; darunter  prominente Organisationen wie <a href="https://www.amnesty.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amnesty International Deutschland</a>  und <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reporter ohne Grenzen</a>. In ihrem gemeinsamen Schreiben insistierten die Unterzeichner darauf, die Sitzungen und Beratungen des Ausschusses zukünftig öffentlich abzuhalten. Darüber hinaus solle der Ausschuss Zugang zu relevanten Dokumenten erhalten. Dies sei, so im Weiteren, nicht nur aus Gründen der demokratischen Kontrolle wünschenswert, sondern auch <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/beschluss-zu-bnd-untersuchungsausschuss-verfassungsrichter-ruegen-informationspolitik-der-regierung-a-637855.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in der Vergangenheit</a> bereits durch das Bundesverfassungsgericht hervorgehoben worden, wie die Verfasser betonen.<br />
Nachdem die Aktion öffentlich nicht weiter durch die Ausschussmitglieder kommentiert wurde, wendete sich politik-digital.de direkt an Ausschuss-Mitglieder der Regierungsparteien mit der Bitte um eine kurze Stellungnahme. Zwei Wochen später liegt uns nun die  Antwort von SPD Obmann Christian Flisek vor.<br />
<b>politik-digital.de:</b> Bereits in der Vergangenheit waren die mangelnde Transparenz und die unzureichende Akteneinsicht des Ausschusses eine Streitfrage. Werden Sie bzw. Ihre Fraktionskollegen auf den öffentlichen Brief reagieren? Wären Sie bereit dazu, das Thema erneut zu diskutieren und über Kompromisslösungen zu verhandeln?<br />
<b>Christian Flisek:</b> Der Untersuchungsausschuss wurde auf gemeinsamen Antrag aller Fraktionen eingesetzt und hat dementsprechend eine starke Stellung gegenüber der Bundesregierung. Diese werden wir selbstverständlich im Sinne der bestmöglichen Sachverhaltsaufklärung nutzen.<br />
Von mangelnder Transparenz der Ausschussarbeit kann aus meiner Sicht nicht die Rede sein. Der Ausschuss wurde erst vor wenigen Wochen eingesetzt, hat aber bereits umfangreiche Beschlüsse zur Aktenbeiziehung gefasst. Die ersten Akten wurden von der Bundesregierung in der letzten Woche termingerecht geliefert.</p>
<h3>&#8220;Nur im begründeten Einzelfall kann die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden&#8221;</h3>
<p><b>politik-digital.de:</b> Was spricht Ihrer Überzeugung nachSpricht etwas gegen eine teilweise Öffnung des Ausschusses? Wäre es nicht einem demokratischen Rechtsstaats angemessen, hier für höchstmögliche Transparenz zu sorgen und die öffentliche und parlamentarische Kontrolle über die Geheimdienste wiederherzustellen?<br />
<b>Christian Flisek:</b> Der Öffentlichkeitsgrundsatz ist prägend für die Aufklärungsarbeit von Untersuchungsausschüssen. Dies spiegelt sich auch in den gesetzlichen Regelungen wider. Das Gesetz zur Regelung des Rechts der Untersuchungsausschüsse schreibt vor, dass die Sitzungen zur Beweisaufnahme öffentlich sind. Nur im begründeten Einzelfall kann die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden, etwa wenn Sachverhalte erörtert werden, die zu Recht einer geheimschutzrechtlichen Einstufung unterliegen.<br />
<figure id="attachment_139987" aria-describedby="caption-attachment-139987" style="width: 170px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Flisek.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-139987 " alt="Flisek" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Flisek.png" width="170" height="264" /></a><figcaption id="caption-attachment-139987" class="wp-caption-text">Christian Flisek (1974) sitzt seit 2013 für die SPD im Deutschen Bundestag. Neben seinem Mandat als Obmann im NSA-Ausschuss ist der Jurist außerdem ordentliches Mitglied im Unterausschuss Europarecht, im <a href="http://bundestag-digital.de/5-fragen-an-christian-flisek-spd/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausschuss Digitale Agenda</a> und dem Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.</figcaption></figure><br />
Darüber hinaus haben wir uns unter den Fraktionen darauf verständigt, die Sachverständigenanhörungen als Livestream zur Verfügung zu stellen, sofern die jeweiligen Sachverständigen hiermit einverstanden sind. Aus meiner Sicht ist das ein wichtiger Beitrag, um den Öffentlichkeitsgrundsatz noch stärker zur Geltung zu bringen. Bei Zeugenbefragungen wird es hingegen grundsätzlich keine Übertragung oder Aufzeichnung geben. Dies liegt darin begründet, dass die Zeugen sich in einer besonderen Situation befinden. Sie unterliegen der Wahrheitspflicht und können sich daher auch der Falschaussage strafbar machen, ähnlich wie als Zeuge in einem Gerichtsverfahren. Dies spricht aus meiner Sicht dafür, ähnlich wie vor Gericht, grundsätzlich keine Bildaufzeichnungen von Zeugenaussagen anzufertigen.<br />
Hinsichtlich der Beratungssitzungen des Untersuchungsausschusses ist gesetzlich vorgeschrieben, dass diese nicht öffentlich stattfinden. In diesen Sitzungen werden das weitere Vorgehen, die Terminplanung sowie Beweis- und Verfahrensanträge erörtert bzw. auch beschlossen. Aus meiner Sicht ist diese gesetzliche Trennung zwischen Öffentlichkeit der Beweisaufnahme und nichtöffentlichen Beratungssitzungen gerechtfertigt. Auch für Abgeordnete muss es Raum für Diskussionen ohne Öffentlichkeit geben, zumal die Ergebnisse der Beratungssitzungen keineswegs geheim sind. So werden bspw. Beweisbeschlüsse und Terminplanungen auf der Internetseite des Ausschusses veröffentlicht.<br />
<b>politik-digital.de:</b> Laut eines <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/nsa-ausschuss-regierung-will-herausgabe-von-dokumenten-verweigern-a-967368.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berichtes im Spiegel</a> hat die Bundesregierung dem Ausschuss Akten zum No-Spy-Abkommen vorenthalten, und auch die Angaben zur geheimdienstlichen Zusammenarbeit werden dem Untersuchungsausschuss unter Umständen nicht vorgelegt. Sehen Sie die Arbeit des Ausschusses dadurch behindert? Halten Sie die Einflussnahme durch die Bundesregierung für angemessen?<br />
<b>Christian Flisek:</b> In Medienberichten war zu lesen, dass die Bundesregierung dem Ausschuss nicht alle Akten vorlegen wolle. Derartige Äußerungen sind aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, zumal der Ausschuss erst vor kurzem mit der Arbeit begonnen und die ersten Akten beigezogen hat.<br />
Die Bundesregierung ist verfassungsrechtlich verpflichtet, die Arbeit des Untersuchungsausschusses zu unterstützen. Nur in engen Grenzen kann sie sich auf den sog. Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung beziehen und eine Aktenvorlage verweigern. Hierfür bedarf es jedoch einer eingehenden, nachvollziehbaren Begründung im Einzelfall. Formelhafte Standardtexte genügen diesen Anforderungen nicht. Denkbar ist darüber hinaus, dass Dokumente, deren Herausgabe die Bundesregierung an sich verweigern dürfte, in einem besonderen Verfahren jedenfalls den Obleuten und dem Vorsitzenden zur Einsichtnahme zugänglich gemacht werden. Im NSU-Untersuchungsausschuss wurde dies bereits erfolgreich so gehandhabt und kann daher auch eine Option für diesen Ausschuss sein.<br />
Außerdem haben wir bei der Bundesregierung durchgesetzt, dass einzelne geheim eingestufte Seiten in einer Akte nicht zu dazu führen, dass die gesamte Akte als geheim eingestuft vorgelegt wird. Die Bundesregierung wird die betreffenden Seiten aussondern und getrennt vorlegen.<br />
Bild: Titel <a href="https://www.flickr.com/photos/koeb/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/koeb</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC-SA 2.0</a>), Portrait <a href="https://www.flickr.com/photos/re-publica/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/re:publica</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Menschenrechte und Internet: Offline gilt auch online!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 12:28:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Co:llaboratory]]></category>
		<category><![CDATA[Konrad-Adenauer-Stiftung]]></category>
		<category><![CDATA[Frank La Rue]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Fleischer]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Kettemann]]></category>
		<category><![CDATA[Owen Pringle]]></category>
		<category><![CDATA[Rikke Frank Jørgensen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesty International]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Dienstag wurden die Ergebnisse der 5. Initiative des von Google geförderten „Internet und Gesellschaft Co:llaboratory“  präsentiert. Drei Monate lang [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/menschenrechte-und-internet-offline-gilt-auch-online/p10009721/" rel="attachment wp-att-43128"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-43128" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/P10009721-630x354.jpg" alt="" width="630" height="354" /></a>Am Dienstag wurden die Ergebnisse der 5. Initiative des von Google geförderten „Internet und Gesellschaft Co:llaboratory“  präsentiert. Drei Monate lang hatten sich Experten aus Wissenschaft, Verbänden, Daten- und Verbraucherschutz sowie aus Internetunternehmen intensiv mit dem Thema Menschenrechte und Internet beschäftigt.</p>
<p>Wie lassen sich klassische Menschenrechte auf das Netz übertragen? Können die Menschenrechte als Basis für globale polyzentrische (Internet-)Governance-Strukturen dienen? Welchen Beitrag kann das Internet für die Durchsetzung von Menschenrechten leisten? Dies waren die entscheidenden Fragen, die in den vergangenen drei Monaten von einer Vielzahl von Experten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft diskutiert worden waren. Antworten unterschiedlichster Art, aber auch neue Fragen wurden  in den einzelnen Expertengruppen erörtert. Den Satz des Tages steuerte Matthias Kettemann vom Institut für Völkerrecht der Universität Graz bei,  mit dem er UN Special-Rapporteur Frank La Rue zitierte: „Whatever States May Do to Curtail Human Rights, the Internet Will Prevail!“</p>
<p>In einer Reihe von Workshops beschäftigten sich die Arbeitsgruppen bei ihrem Abschlusstreffen am Dienstag unter anderem mit der Rolle der Technik, den zentralen Internetakteuren, aber auch mit den etablierten Social Media-Plattformen sowie Videobloggern und deren Einfluss auf die Menschenrechte im Internet. Eine eindeutige Erkenntnis, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung zog, war die klare Diskrepanz zwischen bestehendem (Menschen)Recht und der rasanten Entwicklung des Internet. Owen Pringle, Direktor &#8220;Digitale Kommunikation&#8221; bei Amnesty International in London und Stargast des Abends, veranschaulichte diese Tatsache eindrucksvoll mit einer Zahl: 90 Prozent der heute existierenden Daten gab es vor 2010 noch nicht. Man müsse die Entwicklung der Technik abwarten, um dann Rechtsvorschriften zu erlassen, die dem gewaltigen Umfang auch gerecht werden. In dem Workshop war man sich weitgehend darüber einig, dass zumindest das bestehende Recht dynamischer ausgelegt werden müsse.</p>
<h3>Vier zentrale Akteure bestimmen die Regeln des Internet</h3>
<p>Regierungen, Unternehmen, die Zivilgesellschaft und die technische Community sind aktuell die bedeutendsten Akteure im Internet. Zu diesem Schluss kam die Expertengruppe „Zentrale Internetakteure“. Weil es keine nationale Regulierung gibt, bestimmen diese vier die Spielregeln für die User im Netz. Mit ihnen wird man sich auch in Zukunft in allen Menschenrechtsfragen auseinandersetzen müssen.</p>
<p>Einen Lösungsansatz für die Vielzahl technischer Hürden, denen sich die User oftmals ausgeliefert sehen, lieferte die Gruppe, die sich mit der Verwendung von Technologie im Internet beschäftigte. Zum Schutz persönlicher Daten empfiehlt die Gruppe,  die „default“-Einstellungen sozialer Netzwerke auf die maximale Sicherheit zu stellen und dem User die Wahl zu lassen, welche Daten er wem preisgibt.</p>
<h3>Eine neue Republik!</h3>
<p>Die Experten der Gruppe „Zukunft der Internet Governance“ haben sich der Ideologie der EURA (End User Rights Agreement) verschrieben, welche an die bereits bekannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Endbenutzer-Lizenzvertrag" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EULA</a> (End User License Agreement) angelehnt ist. Sie wollen eine transnationale (also staatenunabhängige) Republik ausrufen. Dabei handelt es sich  nicht um eine echte, territorial gefestigte und anerkannte Republik, sondern um eine Republik in den Köpfen der Menschen, die auf den Menschenrechten basiert, in der sich ein Bewusstsein für Normen entwickelt und die mit genügend Engagement einen normativen Charakter entwickeln soll.</p>
<p>Die Idee ist durchaus sehr ernst gemeint und die Euphorie innerhalb der Gruppe war während der Präsentation deutlich zu spüren. Schließlich wolle man schon im Mai bei der Bloggerkonferenz re:publica &#8220;Pässe&#8221; für die neue Gemeinschaft ausgegeben. Der Eindruck, dass die Mitglieder der Arbeitsgruppe voll dahinter stehen, lässt die Zuhörenden zumindest für einige Minuten verstummen. Doch schnell machten sich erste kritische Stimmen laut, die den ideellen Ansatz zwar anerkennen, aber gleichzeitig auch bemängeln. Konsens herrschte jedoch darüber, dass man den weiteren Verlauf der Bemühungen dieser Gruppe abwarten müsse. Wirklich wegweisend würde die Idee erst, wenn sie sich etabliert habe.</p>
<h3>Blogger aller Länder, vereinigt euch!</h3>
<p>In einem ambitionierten Projekt sammelte die Gruppe „Videoblogger“ Meinungen verschiedener Aktivisten aus allen Teilen der Welt. Blogger aus Pakistan, Chile, Nepal und den Philippinen äußerten sich zu der Frage, wie das Internet die Menschenrechte schützen kann. Das hehre Ziel: ein etablierter Videokanal, auf dem sich Menschen aus aller Welt zu ihren aktuellen Problemen in Form von Kurzvideos äußern können. Eine Partnerschaft mit Amnesty International wäre wünschenswert. Im Herbst soll das Projekt der Bundesregierung vorgestellt werden.</p>
<h3>Viele Fragen – wenige klare Antworten</h3>
<p><strong></strong>Während der Abendveranstaltung stellten Owen Pringle und Rikke Frank Jørgensen vom <a href="http://www.humanrights.dk/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Danish Institute of Human Rights</a> ihre Ergebnisse zum Thema vor. Pringle erwähnte dabei die Fortschritte des Internet und dessen neue Rolle als Problemlöser im Hintergrund. Allerdings mahnte er auch vor übersteigerten Erwartungen. Man befinde sich noch am Anfang der digitalen Revolution. Es gehöre dazu, dass man Risiken eingehen und Fehler in Kauf nehmen müsse, um die Entwicklung voranzubringen. Eine große Bedrohung für die Menschenrechte sieht er in den riesigen Informationsmengen („Big Data“), die durch staatliche und wirtschaftliche Stellen gesammelt würden. Rikke Frank Jørgensen äußerte sich im Anschluss positiv über die bisherige Arbeit des Co:llaboratory. Sie forderte ein strukturierteres Design der internationalen Menschenrechte, um diese besser mit dem Internet zu verflechten. Ein großes Problem sieht sie auch in der Inpflichtnahme von Verantwortlichen.</p>
<p>Bei der abschließenden Podiumsdiskussion argumentierte unter anderem Martin Fleischer, Leiter des Bereichs Cyberpolitik im Auswärtigen Amt, dass die bestehenden Menschenrechte im Prinzip ausreichen, aber noch bewusster im Internet eingesetzt werden müssten. Matthias Kettemann beendete die Veranstaltung so, wie er sie vormittags begonnen hatte – mit dem Zitat „Whatever States May Do to Curtail Human Rights, the Internet Will Prevail!“</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Menschenrechtsarbeit im Netz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/menschenrechtsarbeit-im-netz-5271/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jun 2011 11:29:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesty International]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="http://50jahre.amnesty.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img src="/sites/politik-digital.de/files/amnesty_international.gif" width="170" height="220" /></a><br />
Das 50-jährige Bestehen von Amnesty International nahm politik-digital.de zum Anlass,  ein Interview mit Wolfgang Grenz, dem stellvertretenden Generalsekretär der deutschen Sektion der Organisation, zu führen. Im Gespräch betont er, dass der freie Zugang zum Internet ein Menschenrecht ist.  
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://50jahre.amnesty.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/amnesty_international.gif" width="170" height="220" /></a><br />
Das 50-jährige Bestehen von Amnesty International nahm politik-digital.de zum Anlass, ein Interview mit Wolfgang Grenz, dem stellvertretenden Generalsekretär der deutschen Sektion der Organisation, zu führen. Im Gespräch betont er, dass der freie Zugang zum Internet ein Menschenrecht ist.</p>
<p><!--break--></p>
<p>Bereits seit einem halben Jahrhundert setzt sich <a href="http://www.amnesty.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amnesty International</a> weltweit für den Erhalt und die Durchsetzung der Menschenrechte ein. Am vorletzten Samstag <a href="http://50jahre.amnesty.de/aktuelles/2011/05/27/liveblog-preisverleihung-und-festakt-im-haus-der-kulturen-der-welt-teil-2.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fand im Haus der Kulturen der Welt</a> in Berlin der Festakt zum 50. Gründungsjubiläum sowie die Verleihung des 6. Menschenrechtspreises statt, den der Menschenrechtsverteidiger Abel Barrera Hernández und das von ihm gegründete Menschenrechtszentrum <a href="http://www.tlachinollan.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8220;Tlachinollan&#8221;</a> aus Mexiko erhielten.</p>
<div align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/xUasBLC_ICI" width="480" height="390" frameborder="0"></iframe></div>
<p align="center"><b><br />
(50 Jahre Amnesty Internatio</b><b>nal)</b></p>
<p>Während zu Zeiten der Gründung von Amnesty International im Jahr 1961 Bits und Bytes noch keine Rolle spielten, sind sie heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das gilt auch für die Menschenrechtsarbeit, bei der laut <a href="http://www.amnesty.de/amnesty-international-report-2011" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuellem Jahresbericht</a> der Organisation zunehmend auch Internet und soziale Medien zum Einsatz kommen. So beispielsweise bei <a href="http://action.amnesty.de/l/ger/p/dia/action/public/;jsessionid=AAFD42A26612285E800D3670445B1650-n2?action_KEY=402&amp;d=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Appellen</a> wie für den von den chinesischen Behörden festgenommenen Künstler Ai Weiwei.</p>
<div align="center"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/epVZrYbDVis" width="480" height="349" frameborder="0"></iframe></div>
<p align="center"><b><br />
(Eine sehenswerte Animation von Amnesty International stellt alle</p>
<p>Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor.)</b></p>
<p>Im Gespräch mit politik-digital.de erklärt Wolfgang Grenz, stellvertretender Generalsekretär von Amnesty International Deutschland, warum Internet und soziale Medien eine immer größere Rolle bei der Menschenrechtsarbeit spielen.</p>
<p><b>Herr Grenz, am vorletzten Wochenende hat Amnesty International 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Welches Resümee ziehen Sie nach einem halben Jahrhundert Menschenrechtsarbeit?<br />
</b></p>
<p><img decoding="async" title="Wolfgang Grenz" src="/wp-content/uploads/wolfgang_grenz.png" alt="Wolfgang Grenz" width="148" height="156" align="left" />Amnesty hat ihren Beitrag dazu geleistet, dass die internationale Staatengemeinschaft mehrere Abkommen zur Einhaltung der Menschenrechte geschlossen hat. Anders als noch vor einigen Jahrzehnten stehen heute Regierungen unter einem Rechtfertigungsdruck, wenn gegen sie der Vorwurf der Menschenrechtsverletzung erhoben wird. Die völkerrechtlichen Grundlagen sind da, doch auch nach 50 Jahren müssen wir uns weiterhin dafür einsetzen, dass die Menschenrechte eingehalten werden.</p>
<p><b>Was zählen Sie zu Ihren größten Erfolgen?</b></p>
<p>Einer unserer größten Erfolge war sicherlich der Einsatz für die Abschaffung der Todesstrafe. Vor 50 Jahren hatten sie gerade einmal 19 Staaten abgeschafft. Heute sind es schon 139. Aber auch die <a href="http://www.amnesty.de/urgent-actions-0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sogenannten Eilaktionen</a> zählen zu unseren Erfolgen. Dank des großen Netzwerkes an Unterstützern, die immer wieder an die Staaten appellieren, in denen Menschenrechte verletzt werden, waren bislang immerhin ein Drittel der Eilaktionen erfolgreich.</p>
<p><b>In Ihrem aktuellen Jahresbericht messen Sie neuen Technologien eine zunehmende Bedeutung zu. Welche Vorteile bietet das Netz aus Ihrer Sicht im Rahmen der Menschenrechtsarbeit?</b></p>
<p>Für Menschen, die sich gegen den Missbrauch von Macht durch Staaten und andere Institutionen wehren, sind das Internet und andere soziale Medien zu wichtigen Instrumenten für ihre Arbeit geworden. Das Internet hilft dabei, Menschenrechtsverletzungen schneller an die Öffentlichkeit zu tragen und in kürzester Zeit viele Menschen zu erreichen. Wenn es darum geht, innerhalb von Minuten Tausende von Unterstützern zu erreichen, sind das Internet und seine Dienste besonders effektiv.</p>
<p><b>Inwieweit sind soziale Medien bei Ihrer Arbeit von Relevanz?<br />
</b></p>
<p>Via E-Mail gelingt es uns, Regierungen und andere Institutionen zu kontaktieren, die Menschenrechte verletzen, um uns so für Menschen in Gefahr einzusetzen. Über <a href="http://www.facebook.com/AmnestyDeutschland" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook</a> und <a href="http://twitter.com/amnesty_de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter</a> mobilisieren wir täglich unsere UnterstützerInnen, die mit kleinen Aktionen Großes bewegen. Sie schreiben E-Mails, Briefe, unterzeichnen Online-Petitionen, oder &#8220;teilen&#8221; unsere Meldungen und helfen uns damit, Menschenrechtsverletzungen an die Öffentlichkeit zu bringen. Das Internet ist wichtig und seine Bedeutung für die Menschenrechtsarbeit wächst zunehmend &#8211; für den Erfolg unserer Arbeit ist und bleibt aber die Vielfalt der eingesetzten Technologien und Instrumente wichtig: Wenn der Briefkasten überquillt, das E-Mail-Postfach blockiert ist, dem Fax-Gerät das Papier ausgeht, und das Telefon nicht aufhört zu klingeln &#8211; dann wissen die Verantwortlichen, dass ihre Taten nicht im Dunkeln bleiben werden.</p>
<p><b>Wie nutzt Ihre Organisation das Internet und seine Dienste<br />
konkret?  Gibt es Beispiele dafür, dass das Netz bei der<br />
Durchsetzung Ihrer Ziele besonders effektiv ist? </b></p>
<p>Das Internet, Social Media und mobile Technologien eröffnen neue Möglichkeiten, um an Informationen über Menschenrechtsverletzungen zu gelangen. Stichwort Crowdsourcing: Die kenianische Website <a href="http://ushahidi.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ushahidi.com</a> bietet völlig neue Möglichkeiten zur Konfliktverhütung, indem sie die Öffentlichkeit bei dem Zusammentragen von Informationen einbindet. Einen ähnlichen Weg geht Amnesty mit <a href="http://amnestysaudiarabia.crowdmap.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer">amnestysaudiarabia.crowdmap.com</a>. In Ländern wie Saudi Arabien ist es für unabhängige Organisationen sehr schwierig, an glaubwürdige Informationen über Menschenrechtsverletzungen zu gelangen. Die Idee hinter der Crowdmap ist, dass die Menschen in dem Land selbst die Möglichkeit erhalten, Informationen über Demonstrationen, Verhaftungen, Folter und Tötungen zusammenzutragen und per E-Mail, SMS oder Twitter an Amnesty zu übertragen.</p>
<p><b>Sehen Sie auch Gefahren?</b></p>
<p>Die Transparenz und Offenheit des Internet birgt für Menschen, die in repressiven Staaten über Gräueltaten der Regierungen berichten, auch Gefahren. Politisch aktive BloggerInnen und NetzaktivistInnen werden verhaftet und dafür bestraft, dass sie von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen. Einer von Ihnen war der ägyptische Blogger Kareem Amer, der aus diesem Grund vier Jahre im Gefängnis verbringen musste. Wer sich im Internet bewegt, hinterlässt Spuren und seine Aktivitäten können meist mit einfachen Mitteln nachverfolgt werden. Für kritische Aktivisten in repressiven Staaten ergibt sich daraus eine ganz reale Bedrohung. Fragen des Datenschutzes werden daher in Zukunft einen noch höheren Stellenwert bekommen müssen als bisher.</p>
<p><b>Welche Rolle spielen die sozialen Medien<br />
im Zuge der Arabischen Revolution?</b></p>
<p>Die sozialen Medien sind ein wirksames Instrument, das kritischen Menschen in repressiven Ländern hilft, sich zu verbünden und sich gegenseitig zu unterstützen. Über Facebook, Twitter und andere Netzwerke lassen sich schnell Demonstrationen planen. Am Anfang stand aber nicht das Internet &#8211; sondern die Forderungen der Menschen nach einem Leben in Würde.</p>
<p><b>Ein UN-Bericht vom letzten Freitag, <a href="/un-bericht-klare-kritik-an-netz-zensur" target="_blank" rel="noopener noreferrer">über den wir berichteten</a>, legt nahe, dass der freie Zugang zum Internet bzw. dessen Nutzung ein Menschenrecht ist. Sehen Sie das auch so?</b></p>
<p>Natürlich ist das ein Menschenrecht. Der Zugang zum Internet und dessen freie Nutzung sind Bestandteil der freien Meinungsäußerung, die in Artikel 19 der <a href="http://www.un.org/Depts/german/grunddok/ar217a3.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UN-Menschenrechtskonvention</a> verankert ist.</p>
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		<title>Online-Appell zu Kinderrechten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 16:08:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesty International]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Flüchtlingskinder]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/logo_jetzterstrechte.png" width="110" align="left" height="92" />Am heutigen Internationalen Kindertag startete die Kampagne „Jetzt erst Recht für Flüchtlingskinder!“. Ab sofort kann eine Online-Petition bei campact unterstützt werden.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/logo_jetzterstrechte.png" alt="" width="110" height="92" align="left" />Am heutigen Internationalen Kindertag startete die Kampagne „Jetzt erst Recht für Flüchtlingskinder!“. Ab sofort kann eine Online-Petition bei campact unterstützt werden.</p>
<p>Über 40 Organisationen, Verbände und Institutionen, darunter auch Amnesty International, haben sich in der Kampagne <a href="http://www.jetzterstrechte.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.jetzterstrechte.de</a> zusammengeschlossen, um mittels öffentlichkeitswirksamer Aktionen für die Stärkung der Rechte von Flüchtlingskindern in Deutschland zu werben. Im Vorfeld wurde bereits <a href="http://www.jetzterstrechte.de/cms/upload/PDF/Fluechtlingskinder_in_Deutschland_gemPosPapier_Mai_11.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ein Forderungskatalog</a> zusammengestellt, auf den sich die Kampagne stützt. So soll beispielsweise der Vorrang des Kindeswohls im Aufenthalts- und Asylrecht verankert werden.</p>
<p align="center"><a href="http://www.kinderrechte-jetzt.de/migration/sn1/signer" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/online-petition.png" alt="" width="300" height="429" /></a></p>
<p>Jeder Bürger kann selbst aktiv werden, in dem er sich an einem <a href="http://www.kinderrechte-jetzt.de/migration/sn1/signer" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Appell</a> beteiligt, in dem Bundessozialministerin Ursula von der Leyen dazu aufgefordert wird, die Diskriminierung von Flüchtlingskindern zu stoppen.</p>
<p>Weniger als ein Jahr ist es erst her, dass die deutsche Bundesregierung die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kinderrechtskonvention#Deutsche_Vorbehalte:_Ausl.C3.A4nderrecht_vor_Kinderrechtskonvention" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seit 1992 bestehenden Vorbehalte</a> gegen die UN-Kinderrechtskonvention zurückgenommen hat. <a href="http://www.epo.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=7311:kampagne-fuer-die-rechte-von-fluechtlingskindern&amp;catid=99:topnews" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gegenüber Entwicklungspolitik Online</a> (epo) bemerkt Prof. Dr. Lothar Krappmann, Schirmherr der Kampagne: „Auch Flüchtlings-, Migranten- sowie staatenlose Kinder sind im Besitz all der Rechte, die die Konvention Kindern als unverlierbare Menschenrechte zusichert und dies ungeachtet der ethnischen Zugehörigkeit, der sozialen Herkunft und anderer Merkmale, wie der Nationalität. Durch die Rücknahme der Vorbehalte allein sind die übergangenen oder missachteten Rechte dieser Kinder noch nicht Wirklichkeit geworden.&#8221;</p>
<p>Menschenrechts- und Nichtregierungsorganisationen bedienen sich zunehmend sozialer Medien. Passend zum Thema Menschenrechtsarbeit sowie deren zunehmende Rolle in Netz und sozialen Medien wird politik-digital.de Anfang nächster Woche ein Interview mit Wolfgang Grenz, dem stellvertretenden Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International, veröffentlichen.</p>
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		<title>Amnesty: Netzwerken für eine bessere Welt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/amnesty-netzwerken-fuer-eine-bessere-welt-3505/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Oct 2007 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesty International]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Welt retten im Zeitalter des Mitmach-Webs: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International UK (AI) orientiert sich mit ihrer Kampagnen-Website <a href="http://www.unsubscribe-me.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unsubscribe-me.org</a> an Sozialen Netzwerken wie Myspace oder Facebook. Mit der Aktion will Amnesty gegen Menschenrechstverletzungen im Zuge des &#34;War on Terror&#34;, dem von der USA ausgehenden Einsatz gegen den Terrorismus, vorgehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Welt retten im Zeitalter des Mitmach-Webs: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International UK (AI) orientiert sich mit ihrer Kampagnen-Website <a href="http://www.unsubscribe-me.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">unsubscribe-me.org</a> an Sozialen Netzwerken wie Myspace oder Facebook. Mit der Aktion will Amnesty gegen Menschenrechstverletzungen im Zuge des &quot;War on Terror&quot;, dem von der USA ausgehenden Einsatz gegen den Terrorismus, vorgehen.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Auch im Bemühen um die eigene Sicherheit dürfe man die Rechte anderer nicht aus den Augen verlieren, heißt es auf der Website. Folter von Verdächtigen oder von Gerichten nicht genehmigte Inhaftierungen dürfe man nicht tolerieren.
</p>
<p>
<object height="355" width="425"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/TZ1NYizv2sw&amp;rel=1"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/TZ1NYizv2sw&amp;rel=1" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" height="355" width="425"></embed></object>
</p>
<p>
<i>Kampagnenvideo zu unsubscribe-me.org</i>
</p>
<p>
Schon vom Ansatz her geht AI einen etwas anderen Weg: Nutzer<br />
unterschreiben nicht irgendeine Unterschriftenliste, um einer Kampagne<br />
zuzustimmen, vielmehr tragen sie ihren Namen aus &#8211; als Zeichen, dass<br />
sie der Missachtung von Menschenrechten eben nicht zustimmen.
</p>
<p>
Dazu gibt<br />
es alle Features, die so zu einem Sozialen Netzwerk gehören: Man kann<br />
bloggen, Profile anlegen, Fotos hochladen, Gruppen gründen oder ihnen<br />
beitreten und Freunde einladen. Überblicksseiten zeigen, welche<br />
Aktionen man selbst bereits erledigt hat und was andere Nutzer bisher<br />
zur Kampagne beigetragen haben.
</p>
<p>
Das Layout scheint ebenfalls an die<br />
Gewohnheiten jugendlicher Online-Netzwerker angepasst &#8211; bunt auf grau,<br />
sich bewegende Schriften, manchmal ein wenig unübersichtlich.<br />
Bei den Fans der großen Internet-Netzwerke kommt auch die<br />
Kampagnen-Website gut an. Bei Facebook, MySpace und dem Fotodienst<br />
Flickr.com haben sich etwa eigene &quot;unsubscribe&quot;-Gruppen gegründet &#8211; und<br />
wiederum mit der Aktion vernetzt.
</p>
<p><i></i></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Yahoo will kein Menschenrechts-Komitee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jun 2007 09:44:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Yahoo]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesty International]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Aktionäre des Internetdienstleisters Yahoo haben zwei Anträge für einen stärkeren Einsatz für Menschenrechte <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/91087" target="_blank" rel="noopener noreferrer">abgelehnt</a>. Auf ihrer Hauptversammlung berieten sie darüber, ob Yahoo Internet-Zensur deutlicher Widerstand leisten soll und ob der Konzern ein Komitee für Menschenrechte einrichtet. In beiden Fällen folgten die Aktionäre den Empfehlungen des Vorschlags und stimmten mehrheitlich gegen die Anträge.
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Aktionäre des Internetdienstleisters Yahoo haben zwei Anträge für einen stärkeren Einsatz für Menschenrechte <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/91087" target="_blank" rel="noopener noreferrer">abgelehnt</a>. Auf ihrer Hauptversammlung berieten sie darüber, ob Yahoo Internet-Zensur deutlicher Widerstand leisten soll und ob der Konzern ein Komitee für Menschenrechte einrichtet. In beiden Fällen folgten die Aktionäre den Empfehlungen des Vorschlags und stimmten mehrheitlich gegen die Anträge.</p>
<p><!--break--><br />
New Yorker Pensionskassen und <a href="http://sev.prnewswire.com/computer-electronics/20070612/DCTU07012062007-1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Amnesty International</a> forderten von Yahoo unter anderem, Nutzerdaten nicht so zu speichern, dass Behörden darauf Zugriff haben. Yahoo äußerte zwar Bedauern darüber, dass Staaten wie etwa China Internet-Inhalte zensierten &#8211; dennoch will man auch in Zukunft den Behörden nachkommen, wenn diese beispielsweise verlangen, nicht alle Suchergebnisse anzuzeigen. Allerdings wolle man die Nutzer über derartige Zensurmaßnahmen informieren.<br />
Die Forderung nach einem Komitee für Menschenrechte lehnte Yahoo mit der Begründung ab, dass sich das Management im täglichen Geschäft bereits ausreichend mit diesen Fragen auseinandersetze. </p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Satellitenbilder von zerstörten Dörfern im Sudan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Gievert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Jun 2007 11:16:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Satellitenbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesty International]]></category>
		<category><![CDATA[Sudan]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Menschenrechstorganisation Amnesty International zeigt im Internet Satellitenaufnahmen, um auf den Bürgerkrieg in der Region Darfur im Sudan aufmerksam zu machen. Auf den <a href="http://www.eyesondarfur.com/" >Satellitenaufnahmen </a>sind Vorher-Nachher-Bilder von überfallenen und zerstörten Dörfern zu sehen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Menschenrechstorganisation Amnesty International zeigt im Internet Satellitenaufnahmen, um auf den Bürgerkrieg in der Region Darfur im Sudan aufmerksam zu machen. Auf den <a href="http://www.eyesondarfur.com/" >Satellitenaufnahmen </a>sind Vorher-Nachher-Bilder von überfallenen und zerstörten Dörfern zu sehen.<!--break--></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Flüchtlinge vor innenpolitischem Kalkül schützen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/fluechtlinge_vor_innenpolitischem_kalkuel_schuetzen-239/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Mar 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Amnesty International]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Lochbihler]]></category>
		<category><![CDATA[Häusliche Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Barbara Lochbihler<!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->08.03.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Barbara Lochbihler<!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->08.03.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderatorin:</b><br />
Liebe Politik-Interessierte, willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe<br />
tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wird unterstützt von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de.<br />
Zum Chat ist heute die Generalsekretärin der deutschen ai-Sektion,<br />
Barbara Lochbihler, ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Sind Sie bereit<br />
für den 60-Minuten-Chat mit unseren Usern?</span>
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/blochbihler.jpg" alt="Barbara Lochbihler, Generalsekretärin ai-Sektion Deutschland" align="left" height="115" width="84" />Barbara<br />
Lochbihler:</b> Ja, gerne!
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Wenn man die Diskussion über den Frauentag<br />
hierzulande verfolgt, könnte man meinen, frau brauche gar keinen<br />
Frauentag mehr?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Wir brauchen 365 Frauentage im Jahr, aber<br />
leider verschwindet die Gleichstellungsdebatte immer mehr und deshalb<br />
sind solche Erinnerungstage notwendig.
</p>
<p>
<b>herdaringe:</b> Sehr geehrte Frau Lochbihler, der internationale<br />
Frauentag wird inzwischen sehr routiniert begangen. Das wirkt ein wenig<br />
wie ein Ritual. Sollten Frauenthemen nicht immer und wie ein Querschnittsthema<br />
auf der Agenda stehen? Ist ein solcher Tag nicht eher hinderlich, weil<br />
er mal kurz ein Schlaglicht wirft, aber am Tag drauf alle Beteiligten<br />
wieder für ein Jahr in Agonie verfallen?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Eine zweigleisige Strategie ist besser:<br />
als Querschnittsthema und als Frauenthema, das intensiv in die Diskussion<br />
gebracht werden soll. Es reicht nicht, nur an den Frauentagen zu arbeiten<br />
&#8211; unser ai-Thema Gewalt gegen Frauen findet ja auch nicht nur an bestimmten<br />
Tagen statt. Es ist traurige Realität: jede dritte Frau weltweit,<br />
vorsichtig geschätzt, wird Opfer einer schlimmen Gewalterfahrung.
</p>
<p>
<b>sunny:</b> ai startet nun eine neue Kampagne für Frauen: Wie<br />
soll sie konkret aussehen und was versprechen Sie sich von ihr?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Die Kampagne heißt &quot;Hinsehen<br />
und Handeln: Gewalt gegen Frauen verhindern&quot;. Es geht um private<br />
Gewalt, öffentliche Gewalt und Gewalt im Krieg. Wir wollen von<br />
den jeweiligen Regierungen, dass sie sich ihrer Verantwortung stellen<br />
und das Leben und die körperliche Unversehrtheit von Frauen schützen.<br />
Und wir wollen von Jeder und Jedem von uns, dass wir nicht wegsehen,<br />
sondern diese Straftaten und Menschenrechtsverletzungen zur Anzeige<br />
bringen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Nachfrage zum Nutzen des Frauentags:
</p>
<p>
<b>herdaringe:</b> Also nutzen Sie den Tag einfach als das, was er<br />
ist: Eine Gelegenheit, die Medien fürs Thema einzuspannen?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Ja, dies auch, ebenso wie den 25.11., den<br />
Tag des Widerstands gegen Gewalt gegen Frauen. Ein einheitlicher Tag<br />
hilft, auch die internationale Vernetztheit besser zu nutzen und zu<br />
fördern. Denn dieses Problem ist ein universelles und kann nur<br />
von allen, in allen Regionen der Welt bekämpft werden.
</p>
<p>
<b>ralf_79:</b> Gewalt gegen Frauen hat trotz verbesserter internationaler<br />
Rechtsstandards weltweit zugenommen berichtet ai. Welche Maßnahmen<br />
können denn noch ergriffen werden, um ein Umdenken zu erzielen?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Die Rechtsnormen müssen in die Praxis<br />
umgesetzt werden, z.B. die Strafverfolgung von Soldaten und ihren Befehlshabern,<br />
wenn sie Frauen im Krieg vergewaltigen. Dies ist seit 1998 als Kriegsverbrechen<br />
anerkannt, wird aber noch kaum zu Strafverfolgung gebracht. Bei familiärer<br />
Gewalt ist es wichtig, dies in die Öffentlichkeit zu bringen und<br />
nicht nur die Gesetze zu verbessern, sondern auch die Schutz- und Beratungseinrichtungen<br />
für Frauen, z.B. Frauenhäuser, mit ausreichend Finanzmitteln<br />
auszustatten anstatt dort einzusparen.
</p>
<p>
<b>ailer:</b> Sie schreiben: &quot;Auch die Bundesregierung steht national<br />
und international in der Pflicht, sich aktiv für die Menschenrechte<br />
von Frauen einzusetzen&quot;. Ist das Kritik an der Regierung?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Nein, aber notwendige Erinnerung. Zum Beispiel<br />
setzen wir uns jetzt dafür ein, dass bei der Afghanistankonferenz<br />
Ende des Monats in Berlin konkret Frauenrechte beim Wiederaufbau auf<br />
die Tagesordnung gesetzt werden. Auch wünschen wir uns, dass dieses<br />
Thema gegenüber traditionellen Führern, z.B. religiösen<br />
Führern, zur Sprache gebracht wird und von ihnen eindeutige Aussagen<br />
eingeholt werden &#8211; dass sie Gewalt gegen Frauen ächten.
</p>
<p>
<b>ailer:</b> Aber die Regierungen dürfen sich doch nicht in die<br />
inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einmischen. Was soll Deutschland<br />
da tun?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Menschenrechtsschutz ist keine innerstaatliche<br />
Angelegenheit. Es sind internationale universelle Rechte, die nicht<br />
mit der Schutzbehauptung auf sogenannte Kultur und Tradition eingeschränkt<br />
werden sollen. Viele der Regierungen haben sich selbst für die<br />
Einhaltung dieser Rechte eingesetzt, bzw. Konventionen ratifiziert,<br />
wollen aber nicht wegen mangelnder Umsetzung kritisiert werden. Teil<br />
unserer Arbeit ist es, den Frauen und Männern, die in den jeweiligen<br />
Ländern für Frauenrechte kämpfen, eine Öffentlichkeit<br />
zu geben, denn Folter und Vergewaltigung sind überall gleich schlimm<br />
und keinesfalls zu rechtfertigen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Stichwort &quot;Häusliche Gewalt&quot;:
</p>
<p>
<b>Janina:</b> Frau Lochbihler, Sie haben gesagt: &quot;Gewalt gegen<br />
Frauen ist eine sehr weit verbreitete Menschenrechtsverletzung, aber<br />
auch eine sehr versteckte&quot;. Sehen Sie die größten Gefahren<br />
für Mädchen und Frauen innerhalb der eigenen Familie?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Weltweit geht die familiäre Gewalt<br />
gegenüber Frauen zu 90 Prozent von Männern aus, überwiegend<br />
davon von Familienangehörigen. Sie ist die am meisten verbreitete<br />
Form von Gewalt gegen Frauen. Schwierig wird es für die Frauen,<br />
die Angehörigen, die sie lieben, von denen sie gegebenenfalls auch<br />
finanziell abhängig sind, anzuzeigen. In einzelnen Staaten ist<br />
es auch schwierig, dies überhaupt zur Anzeige zu bringen, weil<br />
dann die Frau wiederum für sexuelles Fehlverhalten angezeigt wird,<br />
oder wegen Verletzung der sog. Familienehre.
</p>
<p>
<b>User Christian:</b> Sehr geehrte Frau Lochbihler, kennen sie das<br />
Gutachten von Prof. Dr. Bock zum Gewaltschutzgesetz?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Wir finden es generell gut, dass dieses<br />
Gesetz es ermöglicht, dass gewalttätige Partner nun aus der<br />
gemeinsamen Wohnung gewiesen werden können. Dennoch, das Gesetz<br />
ersetzt nicht weitere Hilfs- und Schutzangebote für Frauen.
</p>
<p>
<b>salomom:</b> Hat sich ai schon mal gefragt, in welchen Ausmaß<br />
Männer Gewalt erleiden?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Grundsätzlich unterscheiden wir nicht<br />
bei den Opfern von Menschenrechtsverletzungen, welches Geschlecht sie<br />
haben. mit dieser Kampagne wenden wir uns aber gezielt dem Thema Gewalt<br />
gegen Frauen zu. Diese Menschenrechtsverletzung betrifft etwa ein Sechstel<br />
der Weltbevölkerung. Es ist wichtig, dass gerade Männer Verantwortung<br />
übernehmen für die Gewalt der Geschlechtsgenossen und dies<br />
nicht als ein Frauenthema abtun. Wir brauchen aktive, handelnde Männer,<br />
die nicht wegsehen, wenn Frauen in ihrem Bekanntenkreis oder weit weg<br />
in einem Bürgerkrieg Gewalt angetan wird.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Dazu noch eine Frage:
</p>
<p>
<b>Maximilian:</b> &quot;Akzeptieren&quot; viele Frauen Missbrauch<br />
oder Gewalt, weil &quot;das immer schon so war und der Mann halt die<br />
Macht hat&quot;? Fehlt also eine Aufklärung zur Selbstbestimmung?<br />
Hilfe zur Selbsthilfe?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Vielen Frauen weltweit fehlt noch immer<br />
die Möglichkeit zur wirtschaftlichen Selbständigkeit und auch<br />
zur Möglichkeit außerhalb des Familienklans zu leben. Es<br />
fehlt auch das Wissen über die Rechte der Frauen auf körperliche<br />
Unversehrtheit.
</p>
<p>
<b>katharina_w:</b> Täglich hört und liest man von Gewalt<br />
gegen Frauen, überall. Kommt Ihnen Ihr Kampf nicht manchmal vergeblich<br />
vor?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Nein, seit ich mich als Studentin mit der<br />
Unterdrückung von Frauen beschäftigt habe ist mir das Thema<br />
wichtig geworden. Und es hat mir selbst geholfen, mich weiter zu entwickeln<br />
und an einem selbstbestimmten Leben zu arbeiten.
</p>
<p>
<b>Provinzei:</b> Wenn die Landesregierungen nun in ihren Sparpaketen<br />
vor allem an sozialen Einrichtungen wie Frauenhäusern und Beratungsstellen<br />
sparen, ist das doch definitiv wieder ein Rückschritt. Wie wollen<br />
bzw. können Sie dem begegnen?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Ja, definitiv. ai wird, so gut es geht,<br />
die bestehenden Fraueninitiativen und -verbände unterstützen<br />
gegen diese Streichungen. Wir können hinzufügen, dass dies<br />
Menschenrechtsthemen sind, nicht nur Probleme leerer Kassen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Blicken wir auf die internationale Ebene:
</p>
<p>
<b>Beirut82:</b> Wie ist die Menschenrechtsituation in der Türkei?<br />
Ist ai an den Demokratisierungstendenzen in der Türkei beteiligt?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Es wurden in den letzten Jahren positive<br />
Gesetzesänderungen erreicht aber leider ist die Umsetzung noch<br />
lange nicht so weit. Wichtig ist es, dass die Regierung die eigenen<br />
Institutionen, wie Polizei, intensiv dazu anhält, die neuen Regeln<br />
umzusetzen und vor allem auch die schweren Verbrechen, wie Folter, zur<br />
Anzeige und Aufklärung bringt. In einem Klima der Straflosigkeit<br />
kann eine grundsätzliche Änderung erfolgen und können<br />
Menschen langsam Vertrauen in ihre Einrichtungen haben.
</p>
<p>
<b>Provinzei:</b> In anderen Ländern herrscht eine komplett andere<br />
Familientradition, auf die wir schlecht den &quot;westlichen Stempel&quot;<br />
setzen können. Ist es dort dann wirklich ratsam, die &quot;unabhängige<br />
Frau&quot; zu fordern? Wäre es nicht sinnvoller, innerhalb der<br />
bestehenden Strukturen zu arbeiten? Man würde auf weniger Widerstand<br />
stoßen.
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Die Menschenrechte, auch das auf körperliche<br />
Unversehrtheit, ist in jeder Kultur und Tradition vorhanden. Deshalb<br />
sprechen Frauen aus allen Kulturen und Traditionen sich für die<br />
Einhaltung dieser Rechte aus. Denn ein Leben in dauernder Angst vor<br />
Gewalt, ist ein unmögliches. Frauenrechte fördern, heißt<br />
eben, an bestehenden Gesetzen in jeder Gesellschaft anknüpfen,<br />
deren Umsetzung fordern und, wo es noch diskriminierende Gesetze gibt,<br />
diese zurückzunehmen. Ein beeindruckendes Beispiel, wie betroffene<br />
Frauen mit Hilfe internationaler Unterstützung sich gegen Genitalverstümmelung<br />
eingesetzt haben und einsetzen, ist Afrika. Zuerst, etwa in den 70er<br />
Jahren, war das ein Tabuthema, das bei westlichen Frauenrechtlerinnen<br />
wichtig war. Es gab eine Reihe von Aktionen, auf allen Ebenen, und viele<br />
Afrikanerinnen haben das zu ihrem Thema gemacht. 2003 hat nun die OAU,<br />
die Organisation Afrikanischer Union, eine Erklärung verabschiedet,<br />
die diese Menschenrechtsverletzung als eine nicht afrikanische Tradition<br />
erklärt.
</p>
<p>
<b>PAule:</b> Wie ist die Situation im Irak derzeit? Ändert die<br />
Annahme der Verfassung etwas für die Frauen? Werden die Frauen<br />
berücksichtigt?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Wie von unserer ai-Mission vor Ort berichtet<br />
wurde, ist zum einen positiv, dass Frauenrechte und Mitbestimmung, etwa<br />
eine Quote im Parlament zu haben, in den Text aufgenommen wurden. Die<br />
Verhältnisse, unter denen Frauen aber nun seit Monaten im Irak<br />
leben müssen, sind unzumutbar und gekennzeichnet von vielen Formen<br />
der Gewalt gegen sie, die sie vor dem Krieg nicht kannten.
</p>
<p>
<b>nakita:</b> Wieviel Generationen wird so ein Umdenken innerhalb<br />
der Frauen im Nahen Osten wohl dauern, speziell im Irak? Gibt es da<br />
Prognosen?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Die Rolle der Frauen im Irak, und deren<br />
Position in der Gesellschaft war eine der am besten entwickelten in<br />
der ganzen Region und ist nicht einfach zu vergleichen mit der Situation<br />
in Afghanistan. Generell kann gesagt werden, dass in der jeweiligen<br />
Auslegung und Interpretation des Korans es zu unterschiedlichen Ausprägungen<br />
von z. B. Familien- und Erbrecht kommt. Deshalb keine Verallgemeinerung,<br />
sondern immer die konkrete Lage in jedem Land und in jeder Gesellschaft<br />
ansehen.
</p>
<p>
<b>konstruktor:</b> Was ist denn der wesentliche Unterscheid zwischen<br />
der Lage der Frauen in Irak und in Afghanistan?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Die irakische Gesellschaft hatte aufgebaute<br />
Strukturen, ein Bildungssystem, das Frauen auch förderte, ein auch<br />
zum Teil säkulares Staatsverständnis etc. In Afghanistan gibt<br />
es eine Gesellschaft die 23 Jahre Krieg hinter sich hat. Zur Zeit der<br />
sowjetischen Besatzung gab es Bildungs- und Förderungsmöglichkeiten<br />
für Frauen. Auf diese Einrichtungen ist aber nicht von den &quot;Mujaheddin&quot;<br />
zurückgegriffen worden.
</p>
<p>
<b>nakita:</b> Ich habe den Artikel über den Radiosender in Kabul<br />
gelesen, da gibt&#8217;s noch viel zu tun, glaub ich.
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Ja!
</p>
<p>
<b>nakita:</b> Gibt es denn Frauenverbände in Afghanistan?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Ja. Sogar während der Talibanzeit haben<br />
sich Frauen heimlich getroffen und versucht privat Wissen und Bildung<br />
weiter zu geben. Auch in den Flüchtlingslagern waren Frauen aktiv.<br />
Heute sind noch weit mehr Organisationen tätig, in den Städten,<br />
aber auch in den Provinzen. Schwierig ist es, wenn regionale Kriegs-<br />
und Stammesfürsten das öffentliche Engagement von Frauen nicht<br />
zulassen und Frauen, die öffentlich auftreten und für z. B.<br />
Frauen in der Politik werben, bedrohen.
</p>
<p>
<b>herdaringe:</b> Neuer Bericht von Human Rights Watch zu US-Truppen:<br />
1. Wie ist Ihre Arbeitsteilung mit Human Rights Watch? 2. Warum haben<br />
Sie bislang dazu nichts veröffentlicht, oder irre ich?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Wir sind unabhängige Organisationen,<br />
nichtstaatlich beide, ai mit Sitz in London, HRWatch mit Sitz in Washington.<br />
Wir haben zu Afghanistan und den US Truppen dort kurz nach dem Kriegsbeginn<br />
Bericht über deren Verhalten vorgelegt. Im Irak ist die ai-Mission<br />
zur Zeit vor allem in Basra tätig, dort sind die UK-Truppen stationiert.<br />
In unserer Kritik und Einforderung der Menschenrechte nehmen wir keine<br />
Regierung aus, unsere ai-Sektion in den USA ist sehr aktiv, dies auch<br />
von ihrer eigenen Regierung einzufordern.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Es kommen viele Fragen zum Thema Zuwanderung. Grund:<br />
Heute Abend geht das Vermittlungsverfahren um das seit Jahren umstrittene<br />
Zuwanderungsgesetz in seine entscheidende Runde. Was sagen Sie einem<br />
Unionspolitiker, der die geschlechtsspezifische Verfolgung als Asylgrund<br />
nicht anerkennen will?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Die Mehrheit der Flüchtlinge weltweit<br />
ist weiblich. Nicht nur aus Kriegsgebieten flüchten die Frauen<br />
und Mädchen, sie flüchten auch weil sie von ihren Stammesfürsten<br />
mit Verfolgung bedroht sind, d.h. von Menschenrechtsverletzungen. Dies<br />
ist schon seit Jahren ein international anerkanntes Thema, dem sich<br />
jede PolitikerIn stellen und nicht auf innenpolitisches Kalkül<br />
setzen sollte.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Konkret nachgefragt:
</p>
<p>
<b>fazleserin:</b> Finden Frauen, die sich zu uns flüchten weil<br />
sie wegen ihres Geschlechts verfolgt werden, bei uns Schutz?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Es gibt aufgrund einzelner Urteile Fälle,<br />
in denen Frauen dann nicht zurückgeschoben werden dürfen.<br />
Eine Übernahme der EU-Richtlinie, die eine Anerkennung ermöglichen<br />
würde, steht für Deutschland noch aus. ai drängt auf<br />
die Übernahme dieser Regelung.
</p>
<p>
<b>fazleserin:</b> Zuwanderung: Sind Frauen nur als Arbeitskräfte<br />
willkommen?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> &quot;Arbeitskräfte haben wir angeworben<br />
und Menschen sind gekommen&quot;. Leider hat diese Erkenntnis seit den<br />
60er Jahren noch immer nicht dazu geführt, die Ausländer bei<br />
uns als Menschen mit verschiedenen Bedürfnissen anzuerkennen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Eine weitere Sachfrage:
</p>
<p>
<b>nakita:</b> Falls die Türkei in die EU kommt, können dann<br />
immer noch Asylanträge von dort aus gestellt werden?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Entscheidungsgrundlage ist die Menschenrechtssituation<br />
in der Türkei selbst. Bei einem Asylantrag muss immer im Einzelfall<br />
entschieden werden. Bei einer EU Mitgliedschaft sollten wir davon ausgehen<br />
können, dass die Menschenrechte &#8211; siehe Kopenhagener Kriterien<br />
zum Beitritt &#8211; erfüllt werden.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zurück zu Ihrer Kampagne:
</p>
<p>
<b>petra-33:</b> Gibt es regionale Schwerpunkte ihrer Kampagne? Oder<br />
sprechen sie die Regierungen der mächtigen Länder an?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Zunächst haben wir einen Bericht zu<br />
Mexiko herausgegeben, weitere werden folgen, z.B. zum Kosovo, zu Burundi.<br />
Dass das Thema Gewalt gegen Frauen in allen Regionen bearbeitet werden<br />
muss, heißt für ai, dass wir überall dieses Thema ansprechen<br />
werden und querschnittartig in unserer Arbeit einbauen werden.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Zum Ende kommen wir zur Struktur von ai:
</p>
<p>
<b>herdaringe:</b> Hat ai inzwischen ein Problem der Überalterung?<br />
Früher war es &quot;hip&quot; bei ai dabei zu sein, das hat offensichtlich<br />
ein wenig nachgelassen. Oder?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Was &quot;hip&quot; ist, ist schwer zu sagen.<br />
Das Durchschnittsalter in der deutschen Sektion ist zwischen 40-50 Jahre<br />
alt, wir haben aber zunehmend Jugendliche und junge Erwachsene die neue<br />
Gruppen gründen und das Internet als Aktionsform intensiv neu nutzen.<br />
In ai-Sektionen im globalen Süden ist es umgekehrt, dort haben<br />
wir die meisten Mitglieder die unter 30 Jahre sind. Es wäre toll,<br />
wenn einmischen in die Politik, sei es national und international, wieder<br />
interessant wäre.
</p>
<p>
<b>nakita:</b> Es ist auch, glaube ich, schwerer geworden in solche<br />
Organisationen reinzukommen.
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Aber nein, nur Lust und Zeit sollten sie<br />
mitbringen und Interesse sich für Politik zu interessieren und<br />
dies im globalen Rahmen.<br />
Besuchen sie uns auf der web page: www.amnesty.de
</p>
<p>
<b>herdaringe:</b> Sie sind mit Ihrer Organisation von Bonn nach Berlin<br />
umgezogen. Hat&#8217;s was gebracht? Sind Sie jetzt näher an der Politik<br />
dran und hören die Politiker jetzt mehr auf ai?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Wir haben noch zwei Abteilungen in Bonn.<br />
Aber die Lobby- und Pressearbeit kann in der Intensität, wie wir<br />
sie betreiben, nur in Berlin effizient gemacht werden. Auch sind hier<br />
die überwiegend meisten Botschaften.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Haben Sie denn das Gefühl, in der Berliner<br />
Republik, die sehr mit sich beschäftigt ist, genügend Gehör<br />
zu finden?
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Leider ist Außenpolitik sehr den innenpolitischen<br />
Themen untergeordnet, doch wir sind daran gewohnt die Regierung und<br />
die Opposition an ihre Verpflichtung, Menschenrechtsschutz ernst zu<br />
nehmen, zu erinnern.
</p>
<p>
<b>Moderatorin:</b> Leider ist unsere Zeit bereits um. Vielen Dank<br />
an alle User für das große Interesse. Leider sind viele Fragen<br />
unbeantwortet geblieben. Haben Sie Dank, Frau Lochbihler, dass Sie sich<br />
Zeit für den Chat genommen haben. Das Transkript dieses Chats finden<br />
Sie auf den Seiten der Veranstalter. Das tacheles.02-team wünscht<br />
allen noch einen angenehmen Tag.
</p>
<p>
<b>Barbara Lochbihler:</b> Hinsehen und Handeln ist das Motto der heutigen<br />
Kampagne, aber ich hoffe dies gilt nicht nur für den heutigen Tag.<br />
Danke!
</p>
<p>
<b>Moderator_Cl:</b> Vielen Dank für die vielen Fragen! In einer<br />
Stunde können leider nicht alle beantwortet werden. Die vermutete<br />
Zensur ist ein reines Zeitproblem. Und noch schneller Tippen kann keiner.<br />
Frau Lochbihler hat doch sehr schnell getippt, oder? Vielen Dank und<br />
schönen Tag noch wünscht Ihnen das tacheles.02-Team!
</p>
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