<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Analyse &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/analyse/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Wed, 27 Aug 2025 08:20:21 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Analyse &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Zwischen medialen Mythen und Gender Bias – ADHS jenseits der Klischees</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/zwischen-medialen-mythen-und-gender-bias-adhs-jenseits-der-klischees-165391/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/zwischen-medialen-mythen-und-gender-bias-adhs-jenseits-der-klischees-165391/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Noomi Lucia Blumenberg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2025 14:07:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themenseite]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Bias]]></category>
		<category><![CDATA[Berichterstattung]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[ADHS]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/?p=165391</guid>

					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><span class="TextRun SCXW126752907 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW126752907 BCX8">ADHS wird nach wie vor überwiegend mit Jungen und Männern in Verbindung gebracht. Bei Mädchen und Frauen bleibt die Störung deshalb oft unerkannt oder wird fehldiagnostiziert – eine Wahrnehmung, die auch durch mediale Darstellung</span><span class="NormalTextRun SCXW126752907 BCX8">en</span><span class="NormalTextRun SCXW126752907 BCX8"> begünstigt wird.</span></span><span class="EOP SCXW126752907 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW254355215 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW254355215 BCX8">Da steht es nun, schwarz auf weiß: Aufmer</span><span class="NormalTextRun SCXW254355215 BCX8">k</span><span class="NormalTextRun SCXW254355215 BCX8">samkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Und ich bin vor allem eins: erstaunt. Ein paar Monate zuvor wurde mir der Verdacht von einer behandelnden Psychologin mitgeteilt. Auch das, zu meiner Überraschung. Ich hatte es einige Zeit vorher selbst vermutet und sogar einen Termin bei einem Psychiater gefunden. Dieser sprach fünfzehn Minuten mit mir, sah sich meine Grundschulzeugnisse an und konkludierte schließlich: es könne keine ADHS vorliegen, es scheine ich sei in der Schule konzentriert gewesen. Ich verließ die Praxis eingeschüchtert und beschloss mir keine Gedanken mehr darüber zu machen.</span></span><span class="EOP SCXW254355215 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW53393461 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">Bei meiner zweiten Diagnostik teilte man mir mit, dass Mädchen</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> und Frauen</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> mit ADHS unter anderem oft nicht diagnostiziert werden, weil sie weniger negativ auffallen</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">, z.B. in der Schule.</span> <span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">Das war ein Augenöffner. </span><span class="NormalTextRun CommentStart SCXW53393461 BCX8">Trotzdem relativierte ich während </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">de</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">r Anamnese</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> sämtliche </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">meiner</span> <span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">Aussagen und Selbstbeschreibungen und verließ den Raum unsicher.</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> Als ich den Befund in der Hand hielt, konnte ich es nicht glauben. Als ich es meinen Freund*innen erzählte, konnte ich es noch immer nicht glauben. Ich </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">glaubte und verstand es erst,</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> als ich begann </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">die Geschichte der Diagnose zu recherchieren und </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">die Berichterstattung zu </span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">analysier</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8">en</span><span class="NormalTextRun SCXW53393461 BCX8"> und feststellte, wie eingeschränkt der mediale, gesellschaftliche und medizinische Blick auf ADHS lange war und noch immer ist.</span></span><span class="EOP SCXW53393461 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="fontsize-213217" ><span><strong><span class="TextRun SCXW75016895 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW75016895 BCX8">Stereotypen und Gender Bias</span></span><span class="EOP SCXW75016895 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="auto">Wie die meisten Menschen, bin ich mit einem sehr stereotypen Bild von ADHS aufgewachsen. Bereits in meiner Kindheit festigte sich das Bild vom im Unterricht störenden Jungen, der nicht stillsitzen kann, Lehrer*innen gegenüber frech oder sogar aggressiv ist und deswegen wahrscheinlich mindestens eine Klassenstufe wiederholen muss. Im Gegensatz zu diesen Stereotypen kann ADHS sehr unterschiedlich aussehen. Die Symptome müssen bereits im Kindesalter präsent sein, in mehreren Lebensbereichen auftreten und die Betroffenen im Alltag einschränken. Sie dürfen ebenfalls durch kein anderes Krankheitsbild erklärt werden. Hohe Impulsivität bzw. geringe Impulskontrolle, geminderte Aufmerksamkeit, aber starke Schübe von Hyperfokus bei Themen und/oder Aktivitäten, die von persönlichem Interesse sind, motorische Hyperaktivität &amp; exekutive Dysfunktion, welche sich z.B. in Schwierigkeiten mit (Selbst-)Organisation oder Prokrastination zeigen können – doch das sind klinische Beschreibungen. Die Erfahrung von ADHS beschreiben Betroffene oft als einen konstanten Chaos im Kopf oder eine immerwährende Unruhe.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Der Grund für die teils zwar wahren, aber irreführenden Stereotypen und den damit einhergehenden, fehlenden Diagnosen bei Mädchen und Frauen liegt unter anderem in der Historie von ADHS.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wissenschaftler*innen gingen lange davon aus, dass ADHS eine Störung ist, die nur im Kindesalter vorliegt und sich auswächst. Sie ist daher erst seit 1992 mit der damals aktuellen Version der </span><i><span data-contrast="auto">International Classification of Diseases</span></i><span data-contrast="auto"> (ICD 10) bei Erwachsenen diagnostizierbar. Gegenstand der Forschung waren bis in die achtziger Jahre Kinder, und vor allem Jungen. Die Geschichte der Ausgrenzung von Frauen aus der medizinischen und psychiatrischen Forschung ist auch </span><a href="https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Frauen-in-der-Medizin-Darum-werden-sie-haeufig-benachteiligt-,medizin284.html"><span data-contrast="none">heutzutage</span></a><span data-contrast="auto"> ein großes Problem. Patriarchale Sozialisation und geschlechtsbezogene Vorurteile wie Erwartungen </span><i><span data-contrast="auto">(Gender Bias)</span></i><span data-contrast="auto"> verändern sowohl die Präsentation als auch die Wahrnehmung von ADHS-Symptomen bei Mädchen und Frauen: sie internalisieren ihre Unruhe eher, sind besser in der Lage Verhalten zu kaschieren oder zu maskieren – sich sozial anzupassen. Sie neigen zu Höflichkeit und Zurückhaltung und behalten Probleme eher für sich. Die Erfahrung von der Norm abzuweichen wird schambehaftet, der Selbstwert leidet. Natürlich wird diese Erfahrung nicht nur von Frauen und Mädchen gemacht, generell hat ADHS eine hohe </span><a href="https://adhs-deutschland.de/begleitstoerungen/die-begleiterkrankungen-bei-adhs-assoziierte-stoerungen-oder-komorbiditaeten"><span data-contrast="none">Komorbidität</span></a><span data-contrast="auto"> mit psychischen, wie physischen Krankheiten und Störungen. Kinder mit ADHS haben in bis zu 30% der Fälle eine Rechen- oder Leserechtschreibschwäche. Bis zu 50% der Erwachsenen mit ADHS leiden im Laufe ihres Lebens unter einer Depression oder einer Angststörung, auch Bluthochdruck ist dreimal so häufig. Das Stereotyp, nur Jungen oder Männer seien betroffen, teilt sich ADHS mit der Autismus-Spektrum Störung. Und nicht nur das, die beiden Diagnosen konnten bis 2013 nicht simultan gestellt werden, da man davon ausging, sie würden einander ausschließen. Mittlerweile ist dies widerlegt und Studien vermuten, dass die beiden eine </span><a href="https://www.medicalnewstoday.com/articles/audhd#overview"><span data-contrast="none">hohe Komorbidität</span></a><span data-contrast="auto"> aufweisen können.</span><br />
<span data-contrast="auto">Ob anerzogenes Verhalten, gesellschaftliche Erwartungen oder Komorbiditäten, meistens wird </span><span data-contrast="auto">eine</span><span data-contrast="auto"> ADHS als zugrunde liegende Problematik nicht erkannt, </span><a href="https://www.focus-gesundheit.de/magazin/gender-health-gap-adhs-wird-bei-frauen-oft-uebersehen"><span data-contrast="none">insbesondere bei Mädchen und Frauen</span></a><span data-contrast="auto">. Aber wie passt das zu den aktuellen Debatten um die sogenannte </span><i><span data-contrast="auto">„Modediagnose“</span></i><span data-contrast="auto"> ADHS?</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="fontsize-213217" ><span><strong><span class="TextRun SCXW72491651 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW72491651 BCX8">Über- oder Unterdiagnostiziert?</span></span><span class="EOP SCXW72491651 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="auto">Egal ob in Artikeln, Podcasts oder Reportagen – momentan wird viel über ADHS berichtet und diskutiert. Im </span><a href="https://www.swr.de/swrkultur/leben-und-gesellschaft/streit-um-adhs-ist-die-krankheit-eine-versteckte-begabung-forum-2025-01-31-100.html"><span data-contrast="none">SWR Kultur Forum</span></a><span data-contrast="auto"> wurde erst Ende Juli die Frage gestellt, ob es sich bei der Diagnose um </span><i><span data-contrast="auto">„eine Krankheit oder eine versteckte Begabung“</span></i><span data-contrast="auto"> handle und in der </span><a href="https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/gesellschaft/adhs-krankheit-astrid-neuy-lobkowicz-e022255/?reduced=true"><span data-contrast="none">Süddeutschen Zeitung</span></a><span data-contrast="auto"> spricht die Ärztin Astrid Neuy-Lobkowicz darüber, dass sie pro Monat 350 Anfragen zu einer Diagnostik bekäme. Oft kommt die Frage, oder gar Behauptung auf, es handle sich bei ADHS um eine </span><a href="https://www.3sat.de/kultur/kulturplatz/kulturplatz-vom-29-maerz-2025-100.html"><span data-contrast="none">Modediagnose</span></a><span data-contrast="auto">. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sieht man sich die Daten aus den 2000er und 2010ern an, lässt sich eine vermehrte Häufigkeit von Diagnosen feststellen. So stieg zwischen 2009 und 2014 laut </span><a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/adhs-in-deutschland-trends-in-diagnose-und-medikamentoeser-therapie-a54340f8-3a0f-4c2e-bc8f-56ba5d5fd14e"><span data-contrast="none">einer Auswertung von Krankenkassendaten</span></a><span data-contrast="auto"> die Menge an Diagnosen bei 18–69-Jährigen von 0,2 auf 0,4 Prozent. Ebenso fand eine in der </span><i><span data-contrast="auto">Cambridge University Press</span></i><span data-contrast="auto"> veröffentlichte </span><a href="https://www.cambridge.org/core/journals/bjpsych-open/article/attentiondeficit-hyperactivity-disorder-diagnoses-and-prescriptions-in-uk-primary-care-20002018-populationbased-cohort-study/E0818CCAE895FF273C7448756CFB0066"><span data-contrast="none">Studie</span></a><span data-contrast="auto"> aus dem Jahr 2023 einen Anstieg an ADHS-Diagnosen in fast allen Altersgruppen in den Jahren 2000 bis 2018 in England.</span><br />
<span data-contrast="auto">Eine andere aktuelle</span> <a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0165032725008638?via%3Dihub"><span data-contrast="none">Studie</span></a> <span data-contrast="auto">im </span><i><span data-contrast="auto">Journal of Affective Disorders </span></i><span data-contrast="auto">konnte hingegen keinen Anstieg in der globalen Prävalenz von ADHS seit 2020 feststellen. Sie merkt ebenfalls an, dass es aufgrund der Covid-19 Pandemie und unzureichenden, hochqualitativen Studien zur Thematik schwer ist, aussagekräftige Ergebnisse zur Prävalenz von ADHS zu erzielen. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Was jedoch in den in den letzten zehn Jahren enorm anstieg, ist die </span><a href="https://www.aerzteblatt.de/news/pravalenz-von-adhs-weltweit-nicht-angestiegen-nachfrage-nach-diagnostik-schon-20ea2623-4957-4438-aecf-bf28fe14e127"><span data-contrast="none">mediale Aufmerksamkeit</span></a><span data-contrast="auto"> für ADHS: zwischen Januar und Mai 2014 wurden global 5.775 Artikel zu ADHS veröffentlicht, im gleichen Zeitraum 2024 waren es 25.080 Artikel.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="fontsize-213217" ><span><strong><span class="TextRun SCXW23475743 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW23475743 BCX8">Einsamkeit, trotz Aufmerksamkeit</span></span><span class="EOP SCXW23475743 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="TextRun SCXW254402997 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Die größere gesellschaftliche und mediale Aufmerksamkeit ermöglicht es Betroffenen </span><span class="NormalTextRun CommentStart SCXW254402997 BCX8">einfacher an Informationen zur Störung kommen, somit</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> beginnen</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> bisherige Stigmata </span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">sich zu lösen</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> und die Menge an Menschen, die vermuten unter ADHS zu leiden, steigt. </span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Die Autor</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">*innen der Studie des </span></span><span class="TextRun SCXW254402997 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Journal </span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">of</span> <span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Affective</span> <span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">Disorders</span> </span><span class="TextRun SCXW254402997 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">vermuten dies ebenso. Somit verlängern sich Wartelisten, bis sie geschlossen werden – ein relevanter Aspekt der ohnehin bereits bestehenden medizinischen- und vor allem psychiatrischen Unterversorgung: Kosten müssen entweder vollständig oder teils selbst erbracht werden, nur eine Minderheit des medizinischen Fachpersonals ist auf ADHS spezialisiert und behandelt, wie bereits erwähnt, oftmals unter einem Gender Bias. Der Prozess zur Diagnose und Behandlung, wie z.B. durch Medikation ist dadurch stark erschwert, in den meisten Fällen dauert es Jahre von eine</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">m</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> Ver</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8">dacht</span><span class="NormalTextRun SCXW254402997 BCX8"> bis zur Behandlung.</span></span><span class="EOP SCXW254402997 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="fontsize-213217" ><span><strong><span class="TextRun SCXW105178728 BCX8" lang="DE-DE" xml:lang="DE-DE" data-contrast="auto"><span class="NormalTextRun SCXW105178728 BCX8">Von </span><span class="NormalTextRun SCXW105178728 BCX8">Verklärung</span> <span class="NormalTextRun SCXW105178728 BCX8">und</span><span class="NormalTextRun SCXW105178728 BCX8"> Veränderung</span></span><span class="EOP SCXW105178728 BCX8" data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><span data-contrast="auto">ADHSler*innen können durch ihre unkonventionelleren Denkweisen oft sehr kreativ und energiegeladen sein und besondere Problemlösungs-Kompetenzen aufweisen. Viele wollen diese Eigenschaften nicht missen und sich insbesondere nach einer späten Diagnose bestärken, ihr Sein frei und ohne Scham ausleben. Begleitet wird dies durch einen Perspektivwechsel, den Betroffene momentan zunehmend für sich schaffen. Statt ADHS als Störung zu bezeichnen, wird sie dem Konzept der Neurodivergenz zugeschrieben, dies</span><span data-contrast="auto"> lehnt </span><span data-contrast="auto">an das wesentlich ältere, </span><i><span data-contrast="auto">soziale Modell von Behinderung</span></i><span data-contrast="auto">, welches theoretisiert, dass psychische oder physische Einschränkungen bzw. Behinderungen durch soziale und gesellschaftliche Umstände erst zu Einschränkungen werden. So sieht das Konzept der Neurodivergenz neurobiologische Abweichungen nicht als krankhaft, sondern als Teil menschlicher Vielfalt. Der Begriff ist nicht neu, bereits 1998 schrieb der Journalist Harvey Blume im Atlantic zu Neurodiversity. Im Spektrum der Neurodiversität liegen ADHS, Autismus, Legasthenie, Dyskalkulie und Dyspraxie.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sowohl das soziale Modell von Behinderung als auch Neurodivergenz werden von Betroffenen wie Wissenschaftler*innen diskutiert, insbesondere weil es Einschränkungen gibt, die Betroffene unabhängig von ihrer Umwelt beeinträchtigen. Die Konzepte werden allerdings auch als sinnvoll erachtet um psychiatrische, medizinische und gesellschaftliche Institutionen und Normen zu kritisieren und (Selbst-)Akzeptanz zu stärken.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Auch die Berichterstattung zu ADHS legt ihr Augenmerk auf diese Wandlung und die neu gefundene Bestärkung der Identifikation mit Neurodivergenz, interpretiert diese jedoch als </span><i><span data-contrast="auto">„Hype“</span></i><span data-contrast="auto"> um die Störung – eine fehlgeleitete Konklusion. Der Spiegel beschreibt in einem gleichnamigen, aktuellen </span><a href="https://www.spiegel.de/kultur/adhs-diagnose-wie-der-hype-um-hyperaktivitaet-zu-steigenden-zahlen-fuehrt-a-c0060b55-88e5-40fc-9656-a4afd662ce04"><span data-contrast="none">Artikel</span></a> <i><span data-contrast="auto">„die neue Attraktivität“</span></i><span data-contrast="auto"> der Diagnose. Dort liegt die Problematik; obwohl Betroffene ihre Erfahrungen mit ADHS zu leben, ADHSler*innen </span><i><span data-contrast="auto">zu sein</span></i><span data-contrast="auto">, von Scham befreien und positives darin sehen, vielleicht sogar Vorteile finden, lässt nicht darauf schließen, die Diagnose würde als etwas Begehrliches gesehen. Ein nicht zu vernachlässigender Teil der aktuellen medialen Berichterstattung und Atmosphäre legen dies allerdings nahe. Man könne so weit gehen, es als neustes ADHS-Stereotyp zu sehen – etwas womit man sich gerne und leicht identifiziert, eine beliebte Gruppenzugehörigkeit. Die Wahrnehmung und Verbreitung von ADHS in Kultur und Gesellschaft sollte auch medial analysiert werden, doch das muss scharfsinnig und emphatisch geschehen. Denn wenn eine ADHS bei vielen Betroffenen, zumeist Frauen, erst im Erwachsenenalter erkannt wird, und dies nur nach einem langen Weg des Ungewissen und Scham, kann die Diagnose wirklich so populär sein?</span><span data-ccp-props="{&quot;134233117&quot;:false,&quot;134233118&quot;:false,&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:1,&quot;335551620&quot;:1,&quot;335559685&quot;:0,&quot;335559737&quot;:0,&quot;335559738&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:278}"> </span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Titelbild unter Public Domain:<br />
Der Struwwelpeter: Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug Tafel 2, 1858, Heinrich Hoffmann</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-3"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
</div>]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/zwischen-medialen-mythen-und-gender-bias-adhs-jenseits-der-klischees-165391/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Big Data – Datensammlung: Fluch oder Segen?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/big-data-datensammlung-fluch-oder-segen-145161/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/big-data-datensammlung-fluch-oder-segen-145161/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2015 17:20:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Profiling]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ole Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Schaar]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutzbeauftragter]]></category>
		<category><![CDATA[Big Data]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=145161</guid>

					<description><![CDATA[Predictive Policing, personalisierte Werbeanzeigen im Internet oder selbstfahrende Autos. In fast allen Bereichen des Lebens fallen große Mengen von Daten [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2503_Big-Data.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145166" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2503_Big-Data.jpg" alt="2503_Big Data" width="640" height="280" /></a>Predictive Policing, personalisierte Werbeanzeigen im Internet oder selbstfahrende Autos. In fast allen Bereichen des Lebens fallen große Mengen von Daten an. Nicht immer ist ersichtlich, wo Daten erhoben oder wie und von wem diese genutzt werden. Welche Chancen und Risiken Big Data innewohnt, diskutierte die Berliner Datenschutzrunde.</p>
<p>Beim Einkaufen im Internet, der Eingabe in das Navigationssystem, einer Überweisung vom Konto, einem Telefonat mit dem Geschäftspartner oder der Interaktion in sozialen Netzwerken. Bei fast allen Tätigkeiten der Moderne entstehen große Daten-Mengen, die zu groß oder zu komplex sind, um sie mit klassischen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten. Es entsteht Big Data. Akteure wie staatliche Einrichtungen, Geheimdienste aber auch Wirtschaftsunternehmen, die Zugriff auf solche Datenmengen haben, können Rückschlüsse auf die Menschen und ihr Verhalten ziehen. Es besteht ein Machtgefälle zwischen Staat und BürgerInnen, ebenso wie zwischen Unternehmen und VerbraucherInnen, sagte Peter Schaar, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz, in der Berliner Datenschutzrunde am 24. März in Berlin. Das erwartete „Internet der Dinge“ würde die Möglichkeit, sich dieser Datensammlung zu entziehen, erschweren oder wohl gänzlich verhindern. Eine Rückkehr zu einem Datenaufkommen von 1969 (<a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/420-BVerfG-Az-1-BvL-1963-Mikrozensus.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mikrozensusbeschluss</a>) oder 1983 (<a href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%2065,%201" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Volkszählungsurteil</a>) ist ausgeschlossen und ein Rückbau nicht mehr möglich. Deshalb benötige es eine gute Moderation und Regelung der Daten und ihrer Verwendung.</p>
<p>Profilbildung ist alltäglich und sollte nicht dämonisiert werden, forderte der Jurist Niko Härting. Bei der Speicherung der Daten gelte grundsätzlich das deutsche Datenschutzrecht. Wichtig bei der Auswertung der Daten seien jedoch Regulierungen für die Auswertenden. Es müssten klare Transparenzanforderungen an die Verarbeitung gestellt werden, auf der anderen Seite aber bei den kontrollierenden (Datenschutz-)Behörden auch entsprechender Sachverstand angesiedelt sein. Weiterhin müsse der Verbraucherschutz gesichert sein und Schutz vor Diskriminierung und Manipulation bestehen. Das soziale Netzwerk Facebook hat beispielsweise <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2014-06/facebook-nutzer-manipulation-studie" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anfang 2013 die Nutzereinträge vorgefiltert</a>, um die Ausbreitung von Emoticons zu testen. Dafür wurden Nachrichtenströme hunderttausender NutzerInnen modifiziert. Die Datenverwendungsregeln von Facebook lassen ein solches Vorgehen zu.</p>
<h3>Ohne Big Data keine wirtschaftliche Prosperität</h3>
<p>Auch im Bereich der Medizin und der Mobilität spielen Daten in Zukunft eine wichtige Rolle. Moderne Autos sammeln bereits jetzt eine Vielzahl an Daten, ob beim Multimediasystem oder der Einparkhilfe. „Ohne Big Data wird es keine wirtschaftliche Prosperität geben!“, betonte der parlamentarische Staatssekretär des Bundesinnenministeriums Ole Schröder. Er ist mitverantwortlich für das IT-Sicherheitsgesetz, das zurzeit erarbeitet wird. Für die Bildung von Profilen seien keine gesonderten Regelungen vorgesehen. Man müsse jedoch die Nutzung reglementieren. Die alten Datenschutzrichtlinien der Datensparsamkeit und –Vermeidung seien in Gänze nicht mehr zeitgemäß und müssten um neue Ansätze der Anti-Diskriminierung und –Manipulation sowie Transparenzregeln ergänzt werden.</p>
<h3>„Einwilligung ist der Fetisch des Datenschutzes“</h3>
<p>Grundsätzliche Kritik bereits an der Bildung von Profilen übte Michaela Schröder von der Verbraucherzentrale Bundesverband. Bisher fehle es an konkreten Definitionen von privaten und öffentlichen Daten. NutzerInnen hätten keinen Überblick mehr, wer auf ihre Daten zugreifen kann und wie diese genutzt werden. Viele Menschen sehen Facebook als privaten Raum an, Informationen von dort sind jedoch zum Teil über Suchmaschinen zu finden. Es gibt bereits die juristische Unterscheidung zwischen unsensiblen und <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__3.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">sensiblen Daten (wie z. B. zu Gesundheit oder Sexualleben)</a>. Letztere unterliegen strengen Schutzbestimmungen. Jedoch ermöglich unsensible Daten den Schluss auf sensible. So konnten Analysten einer Einzelhandelskette<a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/digitale-welt/big-data-mach-dir-ein-bild-von-mir/9050778.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> durch das Kaufverhalten einer Kundin darauf schließen, dass diese schwanger war</a>. Zusätzlich zu technischen Schutzregelungen bedürfe es deshalb der Einwilligung der NutzerInnen über die Profilbildung. Diese müsse dabei jedoch so erklärt sein, dass die Personen verstünden, was sie zustimmen und welchen Nutzen sie daraus ziehen. Dem widersprach Härting: Für ihn ist die „Einwilligung der Fetisch des Datenschutzes“, denn sie habe nicht den Effekt, den sie verspreche.</p>
<p>Grundsätzlich würden sehr wenige NutzerInnen auf darauf achten, wie Unternehmen ihre Daten verwenden. Die NutzerInnen würden den Dienst auswählen, der ihnen den größten Vorteil bringt und den besten Service bietet, der Datenschutz sei dabei nachrangig. Neben der Wirtschaft erhebt auch die Öffentliche Verwaltung eine Vielzahl und in großen Mengen Daten. Diese sollen nun unter anderem zur Vorhersage von Verbrechen genutzt werden – <a href="https://netzpolitik.org/2015/berlin-konkretisiert-schritte-zur-einfuehrung-von-predictive-policing-auch-brandenburg-interessiert-sich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Predictive Policing</a> genannt. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix mahnte deshalb auch, dass nur weil Profilbildung vielerorts möglich sei, man dies nicht zwangsläufig auch zulassen müsse. Für Bedingungen und Regelung zur Datensammlung müsse der Gesetzgeber tätig werden.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/altemark/1598056760/in/photolist-3rdsAL-7fr163-dg6Pv5-aZ7y7X-khg-9qqkKq-4tWxze-cm9YMf-p1mpRv-5BK5qi-4C1MAu-h4ST6z-kwxwoA-5cwAAc-dpcJqU-xiXPt-aywJ1i-kwvVcV-puR46m-84Xbr2-fukqp-9S93UL-kwvN7x-kwxuNS-6ZCEy5-7mCBRh-8Z9pht-xiYny-aZCipZ-pnkY9V-kwxuE5-mt36Ls-aNYfYX-kwvKtX-5SHwTb-kwvVNz-kwxBw1-eAK6u-ap9cuV-fS7qGg-d8dMcy-7noTPo-nK1teZ-nzvn8-dHo3mh-ap9rFX-kwvSLc-a9GV9e-pof2Nr-4mo6sG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mikael altemark</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/big-data-datensammlung-fluch-oder-segen-145161/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Social Media: Analyse-Tools im Bundestagswahlkampf</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/social-media-analyse-tools-im-bundestagswahlkampf-nicht-nur-fuer-journalisten-130054/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/social-media-analyse-tools-im-bundestagswahlkampf-nicht-nur-fuer-journalisten-130054/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Fuchs]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jul 2013 10:31:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Tools]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl-Charts]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://politik-digital.de/?p=130054</guid>

					<description><![CDATA[Am 22. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Und die Wahlkampfmaschinerie ist in Bewegung. Fast wöchentlich wird ein neues Tool [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 22. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Und die Wahlkampfmaschinerie ist in Bewegung. Fast wöchentlich wird ein neues Tool zur Beobachtung und Bewertung der Social Media-Aktivitäten im Bundestagswahlkampf veröffentlicht und präsentiert. Unser Gastautor Martin Fuchs stellt Ihnen die spannendsten Instrumente vor, darunter auch das ehrenamtliche Projekt &#8220;Pluragraph&#8221;, an dem der Autor beteiligt ist.<em></em></p>
<h2>Bundestwitter</h2>
<p><a href="http://bundestwitter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://bundestwitter.de</a></p>
<div><a href="http://bundestwitter.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130069" alt="Bundestwitter" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bundestwitter.jpg" width="460" height="270" /></a></div>
<div>
<p id="stcpDiv"><strong></strong><b>Anbieter:</b> Webentwickler <a href="http://www.thomaspuppe.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thomas Puppe</a>, Berlin</p>
</div>
<p><b>Idee: </b>Bundestwitter.de aggregiert die Tweets der Mitglieder des deutschen Bundestages (und der Fraktionen). Er zeigt die fleißigsten Twitterati der Woche und die aktivsten twitternden Politiker in Rankings an. Zudem bekommt man einen sehr guten Überblick, wer in welcher Fraktion twittert und <a href="http://bundestwitter.de/mdb/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">seit wann</a>. Gimmicks am Rande: Die am <a href="http://bundestwitter.de/hashtag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">häufigsten benutzten Hashtags </a>in der Politik und die <a href="http://bundestwitter.de/karte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">200 letzten Tweets mit Geodaten visualisert</a>. <b> </b><br />
<b>Bewertung: </b>Ein wirklich gelungenes, sauber programmiertes, übersichtliches und vor allem sehr hilfreiches Analyseinstrument für die politische Twittersphäre in Deutschland. Die Grafik ist schlicht und schmal gehalten und überzeugt durch perfekte Usability. Leider sind bisher nur die Bundestagsabgeordneten und Fraktionen abgebildet. Eine Ausweitung auf weitere Politiker wäre wünschenswert.</p>
<h2>Fanpage Karma FanpageRadar zur Bundestagswahl 2013</h2>
<p><a href="http://www.fanpagekarma.com/wahl2013" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.fanpagekarma.com/wahl2013</a><br />
<a href="http://www.fanpagekarma.com/wahl2013" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130070" alt="FanpageRadar Wahl 2013" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/FanpageRadar-Wahl-20131.jpg" width="460" height="314" /></a><br />
<strong>Anbieter:</strong> tasqade GmbH, Berlin. Anbieter von Fanpage Karma, ein Online-Tool zur Analyse von Facebook Fanpages.<br />
<strong>Idee:</strong> Der Fanpage Karma Radar erfasst die aktuelle politische Diskussion und zeigt Trends auf den Fanseiten der Parteien. Auf Grundlage der Parteiaktivitäten erstellt der Radar Rankings zu Fans, Wachstum, Interaktion und Performance der Fanseiten. Zudem gibt es weitere aufbereitete Analysen zu den Top Themen , den Hashtags und den Top- und Floppostings der vergangenen 24 Stunden.<br />
<strong>Bewertung:</strong> Der FanpageRadar ist ein sehr schön und übersichtlich gestaltetes Analyse-Tool für die deutsche Facebook-Parteienlandschaft. Leider werden nur acht Parteien betrachtet. Die Auswahl ist damit selektiv und leider nicht repräsentativ. In Deutschland wurden am 06. Juli 2013 vom Wahlprüfungsausschuss insgesamt 38 Parteien zur Bundestagswahl zugelassen. Die Analysen laden zu weiteren Recherchen im Facebook-Kosmos der Parteien ein. Zum Beispiel auf den Facebookseiten von allen zugelassenen Parteien.</p>
<h2>Online Reputation Manager webpolitics</h2>
<p><a href="http://www.online-reputation-manager.de/webpolitics.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.online-reputation-manager.de/webpolitics.html</a><br />
<a href="http://www.online-reputation-manager.de/webpolitics.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130071" alt="Reputation Manager Webpolitics Bundestagswahl" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Reputation-Manager-Webpolitics-Bundestagswahl1.jpg" width="460" height="335" /></a><br />
<b>Anbieter</b>: <a href="http://www.online-reputation-manager.de/impressum.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reputation Manager GmbH &amp; Co. KG</a>, Kronberg im Taunus. Eine Unternehmensberatung spezialisiert auf Online Reputation Management.<br />
<b>Idee: </b>Wöchentliche Social-Media-Analyse der deutschen Politiklandschaft. Unter anderem liefert die Analyse Erkentnisse über die meistbenutzten Twitter-Hashtags und einen Überblick über die Entwicklung der Partei- und Politikerfanseiten bei Facebook. Die vollständige Analyse <a href="http://www.online-reputation-manager.de/assets/webpolitics-2013---kw-26.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kann als .pdf heruntergeladen</a> werden.<br />
<b>Bewertung</b>: Insgesamt eine recht gute Idee, die Kompetenz als Unternehmensberatung auch auf das politische Feld anzuwenden. Hierfür vermisse ich allerdings konkrete Analysen zur Reputation der Politiker und Parteien in Social-Media und deren Entwicklung im Laufe des Wahlkampfes. Die bisher angebotenen Analysen gibt es an anderer Stelle im Internet aktueller und grafisch schöner aufbereitet.</p>
<h2>Pluragraph</h2>
<p><a href="http://www.pluragraph.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.pluragraph.de </a><br />
<a href="www.pluragraph.de " target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130073" alt="Pluragraph.de" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pluragraph.de_2.jpg" width="460" height="263" /></a><br />
<b>Anbieter: </b> Ein <a href="https://pluragraph.de/pages/ueber-uns" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ehrenamtliches Projekt</a> von <a href="http://pluralog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jona Hölderle</a>, <a href="https://endil.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Niels Richter</a> und dem Autor dieses Beitrags <a href="http://buerger-freunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Fuchs</a>, Hamburg/Berlin.<br />
<b>Idee:  </b>Pluragraph ist eine Plattform für Social-Media-Benchmarking und Social-Media-Analyse im nicht-kommerziellen Bereich. Ziel ist eine möglichst vollständige Auflistung der Social-Media-Aktivitäten von <a href="https://pluragraph.de/categories/organisationen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gemeinnützigen Organisationen (NPOs)</a>, <a href="https://pluragraph.de/categories/politik" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politik</a>, <a href="https://pluragraph.de/categories/kultur" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kultur</a> und <a href="https://pluragraph.de/categories/verwaltung" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Verwaltung</a>. Pluragraph bezieht sich auf Organisationen und Personen im deutschsprachigen Raum, also u.a. in <a href="https://pluragraph.de/categories/deutschland" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutschland</a>, <a href="https://pluragraph.de/categories/oesterreich" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Österreich</a> und der <a href="https://pluragraph.de/categories/schweiz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Schweiz</a>. Die Plattform erstellt tagesaktuelle quantitative Social-Media-Rankings in <a href="https://pluragraph.de/categories" target="_blank" rel="noopener noreferrer">über 170 Kategorien</a> und für aktuell über 8500 Organisationen und <a href="https://pluragraph.de/categories/Politiker/combined_with/deutschland" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Politiker</a> &#8211; auch sortiert nach sozialen Netzwerken. So z.B. für alle <a href="https://pluragraph.de/categories/mdb" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundestagsabgeordneten</a>, alle <a href="https://pluragraph.de/categories/Parteien/combined_with/deutschland" target="_blank" rel="noopener noreferrer">über 100 Parteien</a> und deren Landesverbände in Deutschand, für <a href="https://pluragraph.de/categories/mep" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Europaabgeordnete</a> und viele <a href="https://pluragraph.de/categories/mdl-bayern" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Landtagsabgeordnete z.B. in Bayern</a>. Mehr zur Methodik der Rankings steht <a href="https://pluragraph.de/pages/faq#faq_wert" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.<br />
<b>Bewertung:</b> Durch die gut gepflegte und sehr umfangreiche Datenbank bietet Pluragraph.de einen sehr guten und aktuellen Überblick über das was Politiker und Parteien aktuell in den sozialen Netzwerken machen. Zudem lassen sich durch die grafische Gestaltung sehr schön Wachtumsverläufe nachverfolgen. Ein Recherchetool für Best Practice nicht nur für Politiker. Leider sind die Rankings ausschließlich quantitativer Natur. Bisher werden keine qualitativen Rankings angeboten.</p>
<h2>prmagazin Twitter-Barometer</h2>
<p><a href="http://www.prmagazin.de/meinung-analyse/hintergrund/taegliches-twitter-barometer.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.prmagazin.de/meinung-analyse/hintergrund/taegliches-twitter-barometer.html</a><br />
<a href="http://www.prmagazin.de/meinung-analyse/hintergrund/taegliches-twitter-barometer.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130074" alt="PR Magazin Twitter-Barometer" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/PR-Magazin-Twitter-Barometer1.jpg" width="460" height="465" /></a><br />
<b>Anbieter:</b> <a href="http://www.prmagazin.de/heft-verlag/kontakt-impressum.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">prmagazin </a>(Verlag Rommerskirchen GmbH &amp; Co. KG) in Zusammenarbeit mit <a href="http://www.unicepta.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UNICEPTA</a>, ein Unternehmen mit Angeboten in qualitativer Medienbeobachtung und Medienresonanz-Analysen.<br />
<b>Idee: </b>Das &#8220;Twitter-Barometer&#8221; ergänzt das <a href="http://www.prmagazin.de/meinung-analyse/hintergrund/kanzlerduell-juni.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social-Media-Kanzlerduell</a> von prmagazin und Unicepta. Die werktäglich aktualisierte Grafik bildet den Twitter-Buzz zu den Kandidaten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) ab. Es soll &#8220;Pulsmesser&#8221; und Alarmanlage für neu aufkommende Themen sein.<br />
<b>Bewertung: </b>Eine gute Idee, die Tonalität der Tweets zu den beiden Kanzlerkandidaten zu bewerten und grafisch darzustellen. Leider besitzt die Grafik keine all zu große Aussagekraft, da die Methodik leider nicht transparent gemacht wird. Was wird wie und warum gemessen und bewertet? Das <a href="http://www.prmagazin.de/meinung-analyse/hintergrund/archiv-zum-taeglichen-twitter-barometer/twitter-update-mai-2013.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Archiv</a> bietet einen schönen Rückblick auf die jeweils tagesaktuelle politische Stimmung im Netz.</p>
<h2>Tame.it zur Bundestagswahl</h2>
<p><a href="http://tame.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://tame.it</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Tame-it.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130227" alt="Tame it" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Tame-it.jpg" width="460" height="320" /></a><br />
<b>Anbieter: </b><a href="http://tame.it/about" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tazaldoo UG</a>, Berlin<br />
<b>Idee: </b>Tame.it ist ein Instrument zum &#8220;bändigen der eignen Twitter-Timeline&#8221;. <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=mkMSazsIcbM" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tame wertet die eigene Timeline nach Top Hashtags, Top-Twitterati und Top-Links</a> der letzten 24 Stunden aus. Ausgehend davon kann man aber auch das gesamte Twitter-Universum nach Hashtags, Themen oder Twitterati absuchen.Tame eignet sich daher wunderbar als Ausgangspunkt um via Echtzeitsuche nach Themen, Diskussionen oder Experten auf Twitter zu recherchieren.<br />
Zur Bundestagswahl gibt es <a href="http://blog.tame.it/widget-demo/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zudem eine Widget-Demoversion</a> für den Begriff Bundestagswahl und den Hashtag #btw13, die die Top-Links, Top Nutzer und Top Hashtags der letzten 24 Stunden anzeigt.<b> </b><br />
<b>Bewertung: </b> Insbesondere für das Monitoring von aktuellen Diskussionen bietet Tame mehr Möglichkeiten als die normale Twittersuche und stellt die Ergebnisse strukturiert dar. Ebenfalls sehr hilfreich ist die Funktion, die aufzeigt welcher Twitterati bei welchem Thema zur Zeit am aktivsten ist. Insgesamt ist Tame aber noch sehr beta, teilweise unübersichtlich und leider nur beschränkt auf Twitter, das in Deutschland lediglich knapp 800.000 Nutzer hat.</p>
<h2>Twitterbarometer</h2>
<p><a href="http://twitterbarometer.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://twitterbarometer.de</a><br />
<a href="http://twitterbarometer.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130075" alt="Twitterbarometer" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Twitterbarometer1.jpg" width="460" height="354" /></a><br />
<b>Anbieter:</b> Das Twitterbarometer ist eine Kooperation von <a href="http://buzzrank.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BuzzRank.de</a> und <a href="http://saschalobo.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sascha Lobo</a>. BuzzRank ist ein Anbieter von Diensten für Social-Media-Analyse, Monitoring und Reporting.<br />
<b>Idee: </b>Das Twitterbarometer analysiert Tweets in Echtzeit. Gemessen wird die Verwendung von parteibezogenen, positiven oder negativen Schlagworten (Hashtags) wie #CDU- oder #SPD+. Es ergibt sich ein stets aktuelles Bild der politischen Stimmung im Netz.<br />
<b>Bewertung:</b> Bereits 2009 startete Sascha Lobo mit wahlgetwitter.de ein ähnliches Projekt zur vergangenen Bundestagswahl. Die Idee, politische Stimmungen im Netz und via Twitter zu erheben, besitzt weiterhin Sexappeal. Das Twitterbarometer ist eine schön gestaltete Spielerei die erste Hinweise auf die Stimmung geben kann. Da aber nicht alle Twitterati die Technik des &#8220;+&#8221;en und &#8220;-&#8221; verwenden wird es immer nur ein Ausschnitt der Twitterstimmung bleiben. Und dies wiederum ist mit den 800.000 Twitterati in Deutschland nur ein Ausschnitt aus der Gesamtstimmung. Trotzdem: Sehr nützlich.</p>
<h2>Vodafone Institut Online Ranking Politik und Wirtschaft</h2>
<p><a href="http://www.vodafone-institut.de/socio-political-participation/studies-and-papers/orpw-2-online-ranking-politik-und-wirtschaft-mai-2013-teil-1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.vodafone-institut.de/socio-political-participation/studies-and-papers/orpw-2-online-ranking-politik-und-wirtschaft-mai-2013-teil-1.html</a><br />
<a href="http://www.vodafone-institut.de/socio-political-participation/studies-and-papers/orpw-2-online-ranking-politik-und-wirtschaft-mai-2013-teil-1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130076" alt="ORPW 2 Vodafone Institut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ORPW-2-Vodafone-Institut1.jpg" width="460" height="425" /></a><br />
<b>Anbieter:</b> <a href="http://www.vodafone-institut.de/footer-menu/impress-private-policy.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vodafone Institut</a> für Gesellschaft und Kommunikation GmbH in Zusammenarbeit mit der <a href="http://www.ifkw.uni-muenchen.de/lehrbereiche/neuberger/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ludwig-Maximilians-Universität München</a> (Prof. Dr. Christoph Neuberger) und der <a href="https://www.wi.uni-muenster.de/de/institut/gruppen/kuk/personen/stefan-stieglitz" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster</a> (Prof. Dr. Stefan Stieglitz)<br />
<b>Idee:</b> Das #ORPW Forschungsprojekt soll die Grundlagenforschung im Bereich Social-Media-Monitoring zu Themenkarrieren im Internet und den maßgeblichen Multiplikatoren im Netz unterstützen und forcieren. Aus den erhobenen Daten ergibt sich ein Online Ranking von Politik und Wirtschaft. Bis zur Bundestagswahl wird monatlich ein Report veröffentlicht, der zeigt, welche Themen in den sozialen Medien relevant waren und wer dabei die maßgeblichen Akteure gewesen sind.<br />
<b>Bewertung: </b>Eine wissenschaftlich fundierte Betrachtung dieses Forschungsfeldes ist zu begrüßen, gerade wenn so honorige Persönlichkeiten aus dem Wissenschaftsbetrieb am Projekt beteiligt sind. Leider sind die Auswertungen nur rekursiv und nicht aktuell. Zudem sind nur ein Bruchteil der relevanten Blogs als Grundgesamtheit erfasst. Das Netz wird also nur zu einem kleinen Teil wirklich abgebildet. Die <a href="http://www.vodafone-institut.de/socio-political-participation.html#filter=.studiesandpapers" target="_blank" rel="noopener noreferrer">umfangreichen Reports</a> liefern aber eine Reihe von spannenden Analysen und sind definitiv lesenswert.</p>
<h2>Wahl.de</h2>
<p><a href="http://www.wahl.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.wahl.de</a><br />
<a href="http://www.wahl.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130077" alt="Wahl.de" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahl.de_1.jpg" width="460" height="276" /></a><br />
<b>Anbieter:</b>  <a href="http://compuccino.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Compuccino GmbH</a> Berlin. Eine Medienagentur, die auf die Darstellung komplexer Inhalte spezialisiert ist.<br />
<b>Idee:</b>  wahl.de misst und bewertet die Online-Aktivität von Parteien und Politikern. Täglich präsentieren sie die aktivsten und erfolgreichsten politischen Akteure. Mit den Aktivitätsdaten werden Rankings erstellt und  nach Partei und Landesverband gegliedert ausgeben. Die Auswertung berücksichtigt aktuell die letzten 7 Tage.<br />
<b>Bewertung:</b> Der Platzhirsch (seit 2008 am Start) unter den Wahl-Analyse-Portalen. Leider sehr unübersichtlich und von der Usability gewöhnungsbedürftig. Teilweise veraltete Datenbestände und Beschreibungen (&#8220;Im Wahljahr 2009 nimmt&#8230;&#8221;) und tote Links, die ins Nirvana führen. Aber der Blog informiert mit sehr guten Gastautoren über interessante Themen rund um den digitalen Wahlkampf.</p>
<h2>Wahlkampfanalyse.de</h2>
<p><a href="http://wahlkampfanalyse.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.wahlkampfanalyse.de </a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahlkampfanalyse.de_.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130167" alt="Wahlkampfanalyse.de" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahlkampfanalyse.de_.jpg" width="460" height="340" /></a><br />
<b>Anbieter: </b>Unternehmensberatung<b> </b><a href="http://www.eck-consulting-group.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eck consulting group</a>, München und der Social-Media-Analyse-Anbieter <a href="http://complexium.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">complexium GmbH</a>, Berlin.<b> </b><br />
<b>Idee:</b> Analyse der semantischen und inhaltlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der digitalen Kommunikation von Parteien, Wählern, Journalisten und anderen wichtigen Akteuren. Unter anderem mit der ausführlichen Darstellung von Cases, den Top-Themen des Tages im Netz und visualisierten Darstellungen von Thementrends. Hierfür stehen die firmeneigenen Programme Galaxy. Mapping und Galaxy.Cluster zur Verfügung.<b> </b><br />
<b>Bewertung: </b>Gerade<b> </b>frisch an den Start gegangen (10.07.) ist das Portal noch nicht sehr umfangreich befüllt. Die Beobachtung von Thementrends und beliebten Hashtags gibt es auch an anderer Stelle im Netz gut aufbereitet. Die<a href="http://wahlkampfanalysecnt.complexium.de/live/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> visualisierte Darstellung von Themenclustern</a> hingegen wirkt aber spannend, für den Erstnutzer allerdings ein wenig zu unübersichtlich und komplex. Insbesondere politische Akteure finden hier schnell die wichtigsten Nachrichtenartikel zu einem bestimmten Thema geclustert. Hilfreich gerade für wahlkämpfende Politiker, die sich schnell einen Überblick über die Diskussionen verschaffen wollen.</p>
<h2>Wahl-o-Meter</h2>
<p><a href="http://wahl-o-meter.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://wahl-o-meter.com</a><br />
<a href="http://wahl-o-meter.com" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130078" alt="Wahl-o-Meter" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahl-o-Meter1.jpg" width="460" height="398" /></a><br />
<b>Anbieter:</b> Kein Impressum. Die Domain wurde vom Berliner Programmierer <a href="https://www.xing.com/profile/Hendrik_Alschner" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Hendrik Alschner</a> registriert.<br />
<b>Idee: </b>Eine innovative politische Stimmungsprognose. Berechnet sich aus den Nennungen der Parteien und der Namen ihrer wichtigsten Politiker auf Twitter. Die Prognose aktualisiert sich nach eigener Aussage aller 60 Minuten und das Programm soll sofort auf politische Ereignisse reagieren.<br />
<b>Bewertung</b>: Der Wahl-O-Meter gibt sich neutral und parteipolitisch unabhängig. Einige Blogger <a href="http://deppentoeter.wordpress.com/2013/03/30/wahl-o-meter-eine-merkwurdige-app-mit-manipulativer-wirkung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zweifeln</a> dies aufgrundder überproportional guten Ergebnisse der AfD in der Prognose an. Die Methodik der Prognoseerstellung wird aus den Beschreibungen nicht ganz klar. Insgesamt wirkt das gesamte Tool etwas intransparent. Gewöhnungsbedürftig ist zudem die Werbung für Energy Drinks auf der Webseite und in der App. Die App (leider nur für Apple) macht aber einen guten Eindruck und sie ist leicht bedienbar.</p>
<h2>WahlRausch.de</h2>
<p><a href="http://www.wahlrausch.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.wahlrausch.de</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahlrausch.de_.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130226" alt="Wahlrausch.de" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wahlrausch.de_.jpg" width="460" height="339" /></a><br />
<b>Anbieter</b>: Unternehmensberatung <a href="http://www.inet-commerce.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet Commerce GmbH</a>, Starnberg in Kooperation mit verschiedenen Software-Häusern.<br />
<b>Idee: </b>WahlRausch.de versteht sich als politische Social-Media-Analyse in Echtzeit. Mit Hilfe einer selber programmierten BigData-Analyse-Software werden die politischen Kommentare von <a href="http://www.wahlrausch.de/Social_media_sentiment-analyse.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">News-Webseiten, Twitter, Foren, Online-Shops und weiterer Social-Media-Portale ausgewertet</a> und als positive und negative Stimmungskurven tagesaktuell grafisch für die sechs im Bundestag vertretenen Parteien dargestellt. Neben dem allgemeinen Überblick über die positive Resonanz der Parteien im Netz, gibt es zudem detaillierte Auswertungen zu jeder Partei und zur <a href="http://www.wahlrausch.de/analysen_politik.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Online-Reputation der Spitzenpolitiker</a>.<br />
<b>Bewertung: </b>Auch wenn ich den Anspruch der Betreiber (&#8220;Entscheidung der Bundestagswahl 2013 vorwegzunehmen&#8221;) etwas zu hoch gegriffen finde, ist WahlRausch.de definitiv ein spannendes Tool um die allgmeine politische Wetterlage im Netz zu erfassen.Und man kann mit Hilfe dieser Daten sehr schön sehen an welchen Tagen und mit welchen Positionen Parteien und Spitzenpersonal im Netz ankamen oder eben auch nicht. Leider gibt es keinen Überblick anhand welcher Kriterien WahlRausch.de Kommentare als positiv oder negativ wertet und wie z.B. mit Ironie umgegangen wird. An dieser Stelle wünschte ich weitere Informationen zur Methodik.<br />
&nbsp;<br />
<em>Dieser Beitrag ist zuerst auf <a href="http://www.hamburger-wahlbeobachter.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.hamburger-wahlbeobachter.de</a> erschienen und stellt keinen vollständigen Überblick über alle Tools dar. Über Ergänzungen und Anmerkungen freut sich der Autor.</em></p>
<div></div>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/social-media-analyse-tools-im-bundestagswahlkampf-nicht-nur-fuer-journalisten-130054/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Twitter-Experiment beim Duell am Rhein</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/twitter-experiment-beim-duell-am-rhein-4848/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/twitter-experiment-beim-duell-am-rhein-4848/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 16:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/twitter-experiment-beim-duell-am-rhein-4848/</guid>

					<description><![CDATA[Am 26.4.10 findet in Düsseldorf das “Das Duell” zwischen
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der SPD-Spitzenkandidatin
Hannelore Kraft statt. Veranstaltender Sender ist der WDR, die Debatte beginnt um 20.15 Uhr und dauert 60 Minuten. Und weil es bei Twitter sicherlich in der Kommentierung hoch hergehen wird, plant politik-digital.de-Vorstand Christoph Bieber ein Experiment.<br />
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 26.4.10 findet in Düsseldorf das “Das Duell” zwischen<br />
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der SPD-Spitzenkandidatin<br />
Hannelore Kraft statt. Veranstaltender Sender ist der WDR, die Debatte beginnt um 20.15 Uhr und dauert 60 Minuten. Und weil es bei Twitter sicherlich in der Kommentierung hoch hergehen wird, plant politik-digital.de-Vorstand Christoph Bieber ein Experiment.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Insgesamt kommt der vermeintliche Wahlkampfhöhepunkt in<br />
Nordrhein-Westfalen jedoch eher unscheinbar daher – die mediale<br />
Orientierung auf ein zentrales Kampagnen-Ereignis lässt lange auf sich<br />
warten. Eine ordentliche “Debatte vor der Debatte” fand (bisher) nicht<br />
statt. Wenn doch noch etwas folgt, dann wird es nur ein kleines<br />
Vorgeplänkel sein – und keine groß inszenierte Positionierung der<br />
Kandidaten als gute oder schlechte Rethoriker.
</p>
<p>
<b>Versuchsaufbau </b>
</p>
<p>
Dennoch wollen wir am kommenden Montag ein kleines Experiment<br />
durchführen – gemeinsam mit Thomas Pfeiffer von webevangelisten.de habe<br />
ich einen kleinen Versuchsaufbau entwickelt, um möglichst viele Tweets<br />
mit debattenbezogenen Inhalten für eine unmittelbare Kommentierung sowie<br />
für eine wissenschaftliche Nachbearbeitung zu sichern. Das wichtigste<br />
Hashtag dafür dürfte #nrwduell sein, außerdem beachten wir natürlich die<br />
Namen der Teilnehmer, Parteikürzel sowie den zuständigen TV-Sender.<br />
Eine kleine Sammlung der wichtigsten Twitterthemen zur Landtagswahl ist<br />
ebenfalls in Vorbereitung.
</p>
<p>
Ein paar Fingerübungen im Umfeld der britischen Prime Minister Debates<br />
haben schon recht spannende Daten hervor gebracht, auch die zeitnahe<br />
Abbildung wesentlicher Themen und Trends scheint gut möglich. An der NRW<br />
School of Governance in Duisburg führt der Kollege Thorsten Faas (Uni<br />
Mannheim) dazu eine Real-Time-Response-Messung durch. Es wird spannend<br />
sein zu beobachten, wie sich die Resultate des zweigleisigen<br />
Debatten-Monitoring ergänzen (oder auch nicht).
</p>
<p>
<b>Erhebliche Reichweite in Großbritannien </b>
</p>
<p>
Das Duell am Rhein wird am Montag nicht annähernd die Dimension der<br />
britischen Debatten erreichen: während der Debattenpremiere am 15. April<br />
sammelte der Dienstleister Tweetminster insgesamt 184.396 Tweets von<br />
36.483 Nutzern. Bei der zweiten Auflage am 22. April ging das<br />
140-Zeichen-Aufkommen ein wenig zurück, gesichert wurden “nur” noch<br />
142,795 Tweets (-41,601) von 28,790 Nutzern (-7,693). Diese<br />
Größenordnung führte auch zu erheblichen Reichweiten-Erfolgen der<br />
britischen Politik – während und kurz nach den Debatten erschienen die<br />
Namen der drei Teilnehmer sowie das allgemeine Hashtag #leadersdebate in<br />
den trending topics bei Twitter. Dort sind politische Themen eher<br />
selten zu Gast, europäische Ereignisse erst recht.
</p>
<p>
Auch wenn das Aufeinandertreffen von Rüttgers und Kraft bei weitem nicht<br />
die mediale Prominenz erreicht wie die Debattenserie vor den<br />
Unterhauswahlen, so wird sich auch hier der Trend zur<br />
Echtzeit-Begleitung eines wichtigen Wahlkampf-Ereignisses im Internet<br />
fortsetzen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/twitter-experiment-beim-duell-am-rhein-4848/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wahlsendung alternativ</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlsendung-alternativ-4571/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlsendung-alternativ-4571/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[sruff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 13:29:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2009]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Community]]></category>
		<category><![CDATA[Stream]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlsendung-alternativ-4571/</guid>

					<description><![CDATA[Als Gegenmodell zur konventionellen Wahlanalyse im Fernsehen organisieren die Podcaster Philipp Banse und Tim Pritlove (<a href="http://www.bundesradio.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bundesradio.de</a>) ihre eigene netzpolitische Elefantenrunde: <a href="http://bundesradio.de/wahlstudio/" target="_blank" title="Wahlstudio" rel="noopener noreferrer">Das „Wahlstudio“</a> wird zur Bundestagswahl am 27. September 2009 ab 15:30 Uhr live aus Berlin-Kreuzberg in die Republik gestreamt.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Als Gegenmodell zur konventionellen Wahlanalyse im Fernsehen organisieren die Podcaster Philipp Banse und Tim Pritlove (<a href="http://www.bundesradio.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bundesradio.de</a>) ihre eigene netzpolitische Elefantenrunde: <a href="http://bundesradio.de/wahlstudio/" target="_blank" title="Wahlstudio" rel="noopener noreferrer">Das „Wahlstudio“</a> wird zur Bundestagswahl am 27. September 2009 ab 15:30 Uhr live aus Berlin-Kreuzberg in die Republik gestreamt.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Ein „Experiment, technologisch wie journalistisch“ kündigen die Macher an: Unter den Gästen der Internetshow finden sich viele bekannte Namen der deutschen Netzszene: Eingeladen sind unter anderem die Blogger Markus Beckedahl (netzpolitik.org) und Johnny Häusler (spreeblick.com), Jakob Augstein (Herausgeber des freitag) und die Initiatorin der Online-Petition gegen Netzsperren, Franziska Heine.
</p>
<p>
Die Gastgeber kündigen einen Rückblick auf den vergangenen Wahlkampf an und wollen das frische Wahlergebnis hinsichlich netzpolitischer Themen analysieren. Gegen 20.30 Uhr soll Schluss sein.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/uncategorized/wahlsendung-alternativ-4571/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Krieg in den Köpfen</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/der_krieg_in_den_koepfen-35/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/buecherreport/der_krieg_in_den_koepfen-35/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Krieg im Irak]]></category>
		<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Massenkultur]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/der_krieg_in_den_koepfen-35/</guid>

					<description><![CDATA[Die SPEX-Autoren Tom Holert und Mark Terkessidis dokumentieren in ihrem neuen Buch &#8222;Entsichert&#8220; die Mobilmachung des &#8222;Kriegsshowbusiness&#8220; seit Vietnam.</strong></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die SPEX-Autoren Tom Holert und Mark Terkessidis dokumentieren in ihrem neuen Buch &#8222;Entsichert&#8220; die Mobilmachung des &#8222;Kriegsshowbusiness&#8220; seit Vietnam.</strong></p>
<p>&#8222;Entsichert&#8220;, das ist der Zustand kurz vor dem Abdrücken der Waffe, der Moment der Spannung im Kino, das kontrollierte Innehalten vor dem finalen Todesschuss. &#8222;Entsichert&#8220; ist auch der Titel der im vorjährigen November erschienen Kriegsanalyse von Tom Holert und Mark Terkessidis. Die zwei Kulturtheoretiker der Popgeschichte haben ihre Schreibtische verlassen, um die jüngsten Kriegsschauplätze wie Pristina, Belgrad, Tetovo, Ho-Chi-Minh-Stadt oder Manhattan aufzusuchen. Die Autoren zeigen in ihrem Buch eingängig, dass eine globale Mobilmachung in Sachen Krieg über Sprache und Medien schon längst erfolgt ist: der Tarnlook bis zum Camouflageunterhöschen ist in Mode und der Fitnesstrend propagiert durchtrainierte Körper à la Riefenstahl. Die Konsumware &#8222;Krieg&#8220; durchzieht das Alltagsleben. Jeder einzelne läuft Gefahr, so Holert und Terkessidis, zum Einzelkämpfer im Neoliberalismus zu mutieren. </p>
<p>Unsere Wirtschaftsform sei, so eine der Grundthesen, schleichend aber spürbar zu einer &#8222;Praxis und Ideologie des Krieges&#8220; entwachsen. Und die Angst würde weiter geschürt. Das Vorgehen gegen &#8222;Schurkenstaaten&#8220; für eine &#8222;globale Sicherheit&#8220; gehöre zum Grundvokabular der Abendnachrichten. </p>
<p><strong>Kriegsspektakel und Spektakelkrieg</strong><br />Die Autoren decken auf, wie Hollywoodkino, Videospiele und die Bildmaschinerie der Nachrichten auf die Menschen wirken. Wie kommen Sprachschöpfungen wie &#8222;Killerviren&#8220;, &#8222;Scheidungskampf&#8220; und &#8222;Guerillamarketing&#8220; zu Stande? Laut Holert und Terkessidis befinden wir uns in einem &#8222;massenkulturellen Krieg&#8220;. Die &#8222;Massenkultur&#8220; des Westens sei von der Kultur des Krieges durchdrungen; an den aktuellen Kriegsschauplätzen, außerhalb unserer behüteten Sicherheitszonen, bestimme dagegen der Krieg die Kultur der Massen. Zur Beweislage ihrer Thesen haben sich Holert und Terkessidis auch auf dem Rummelplatz der Actionfilmgeschichte umgeschaut. Wie ein Barometer der politischen Stimmungslage funktionieren die Ballerstreifen von &#8222;Rambo&#8220; bis &#8222;Universal Soldier&#8220;, die Exportschlager der amerikanischen Filmindustrie erreichen ihr Publikum von der Ersten bis zur Dritten Welt. </p>
<p>Die Unterscheidungsmoral des Actionkinos funktioniert als Corporate Identity der amerikanischen Politik. Diese Kausalität zeigen die Autoren am Sinnspiel von &#8222;Star Wars&#8220; &#8211; Reagan&#8217;s Raketenabwehr im Weltraum ist gleichlautend mit George Lucas&#8217; SF-Kultfilmen. Hollywood, behaupten die Autoren des Buches, legitimiere den Konsumenten zu einer Identifikation innerhalb des Freund-Feind-Schemas.</p>
<p><strong>Der erste Living-Room War</strong><br />Die Initiation der fetischisierenden Kinomaschinerie aus Bild-Erinnerung-Trauma liegt für Holert und Terkessidis in Vietnam. Das Schlachten wurde zum Hauptthema einer nationalen Gefühlsrotation, die sich mit der Produktion von Filmklassikern wie &#8222;Apokalypse Now&#8220; oder &#8222;Full Metal Jacket&#8220; bis zu &#8222;Black Hawk Down&#8220; selbst nährt. Die Massenkonsumware Krieg wurde zum Bestseller durch die Einbindung der Gegenkultur, einer Melange aus Hippiekiffern und Surf´n Roll. Vietnam ist auch der Motor, der Reagan kurz nach Amtsantritt vor Gründern einer Veteranen-Stiftung zu der im Buch zitierten Aussage veranlasste: &#8222;Das Schlimme an Vietnam war, dass wir euch nie erlaubt haben, den Krieg zu kämpfen, den ihr hättet kämpfen können. Und damit haben wir euch den Sieg verweigert, den all unsere anderen Veteranen genießen durften. Das wird nie wieder passieren&#8230;&#8220;.</p>
<p>Wie die Autoren in fünf Kapiteln erklären, sind es vor allem Männer, die die Sehnsucht nach Action und Ausnahmezustand treibt. Sie sind die testosterongeplagten Headhunter und &#8222;Lifestylerekruten&#8220; &#8211; sie stellen die Amokschützen in den Schulen von Erfurt und Littleton.</p>
<p> Das letzte Kapitel widmet sich mit dem 11. September der &#8222;Kriegsarchitektur des Westens&#8220; und &#8222;dem Vitalismus der Kampfzone&#8220;. Kriegerische Zustände beherrschten die Börsianer an der Wall Street und Ground Zero ist die tiefe Narbe: &#8222;Das Bedürfnis nach Sicherheit verwandelt die Stadt immer weiter in eine Kampfzone, während die &#8222;warzone&#8220; zum Ort körperlicher Erfahrung in der Massenkultur avanciert&#8220;. </p>
<p><strong>Sich weigern, mobilisiert zu werden</strong><br />Der Vormarsch des American Way of Life in die islamische Welt scheint beschlossene Sache zu sein. George Bush am 21. November 2001: &#8222;Afghanistan ist erst der Anfang im Krieg gegen den Terror. Es gibt andere Terroristen, die Amerika und unsere Freunde bedrohen und andere Nationen als willige Sponsoren. Wir werden diese Übeltäter über die Jahre auf der ganzen Welt bekämpfen&#8220;. Der Lektüre von &#8222;Entsichert&#8220; verleihen die aktuellen Ereignisse eine unheimliche Brisanz: was geschieht, wenn Rambo nach erfolgreichen operativen Maßnahmen und humanitären Aktionen in der Golfregion wieder nach Hause kommt?</p>
<p>The winner takes it all: Holert und Terkessidis demontieren in akribischer Recherche die inflationär eingesetzte Mär vom Siegertypen. Wie simpel und gefährlich kriegstreiberische Rhetorik arbeitet und wohin die Identifikation mit einer hochtechnisierten Tötungsindustrie führt, mündet nach den gut lesbaren 257 Seiten in ein Statement gegen die Vereinnahmung durch das Kriegsshowbusiness &#8222;&#8230;sich zu weigern, mobilisiert zu werden.&#8220; </p>
<p>Kulturpessimistische Verneinung und Verweigerung anstelle von machbarer Politik? Mit der Schuldzuweisung an die Massenmedien machen es sich die Autoren zu einfach. Ihr Bild des Nachrichtenkonsumenten ist zu schablonenhaft und negativ gefärbt. Dass Bilder lügen, dass Kriege herbeigelogen werden und mit immer neuen Wortschöpfungen für den Zuschauer erträglich gemacht werden, ist nicht neu. </p>
<p>   </p>
<table width="146" border="0" cellpadding="2">
<tr>
<td bgcolor="#FFCC33">
<div align="center">Erschienen am 06.3.2003</div>
</td>
</tr>
</table>
<p></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/buecherreport/der_krieg_in_den_koepfen-35/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Studie &#8220;Bloggen für die Bundestagswahl</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/studie-bloggen-fuer-die-bundestagswahl-2986/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/studie-bloggen-fuer-die-bundestagswahl-2986/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Nov 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[PDS]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker-Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlblog]]></category>
		<category><![CDATA[Negative Campaigning]]></category>
		<category><![CDATA[WASG]]></category>
		<category><![CDATA[Watchblog]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/studie-bloggen-fuer-die-bundestagswahl-2986/</guid>

					<description><![CDATA[Die Deutsche Medienbeobachtungs Agentur GmbH hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 eine Analyse von Politikerweblogs durchgeführt. Volker Agüeras Gäng hat sich die Ergebnisse angesehen und für politik-digital.de zusammengefasst.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Deutsche Medienbeobachtungs Agentur GmbH hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 eine Analyse von Politikerweblogs durchgeführt. Volker Agüeras Gäng hat sich die Ergebnisse angesehen und für politik-digital.de zusammengefasst.<!--break--></p>
<p>
<b>Die Deutsche Medienbeobachtungs Agentur GmbH hat im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 eine Analyse von Politikerweblogs durchgeführt. Volker Agüeras Gäng hat sich die Ergebnisse angesehen und für politik-digital.de zusammengefasst.</b>
</p>
<p>
<b>Internet-Plattformen unterstützen den Erfolg eines Weblogs</b>
</p>
<p>
Hervorstechend ist die Verteilung der Weblogger unter den Parteien. SPD und Grüne, dicht gefolgt von der FDP stellen die meisten Blogger im Wahlkampf 2005. Diese drei Parteien zusammen kommen auf einen Anteil von 81 Prozent gegenüber 10 Prozent bei PDS/WASG und 9 Prozent bei der CDU/CSU.</p>
<p>Knapp die Hälfte der Beiträge insgesamt stammt von der SPD. Die Studie führt dies auf zwei Faktoren zurück. Zum einen habe die SPD die am längsten bestehenden Weblogs, zum anderen biete das SPD-eigene Angebot „roteblogs.de“ eine Plattform, „die Mitglieder motiviert, eigene Blogs zu gründen und Unterstützung bei der Umsetzung bietet.</p>
<p>Die Bereitschaft der Leserschaft von Politiker-Weblogs sich auf einen Dialog mit dem Politikern mittels der weblog-typischen Kommentarfunktion einzulassen, werde durch die Platzierung des Weblogs im Netz beeinflusst. Je prominenter die Plattform, umso kommentarfreudiger die Leser. Die Weblogs von Andrea Nahles (SPD), Oswald Metzger (B90/Grüne) und Silvana Koch-Mehrin (FDP) – alle bei „Focus-Online“ beheimatet &#8211; erhielten die meisten Kommentare aller hundert<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/pr/presse/Blogs_Teil3/Focus_Blogs_staerkstes_Feedback.JPG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">untersuchten Weblogs</a>. Hierbei spielten, so die Vermutung der Studienmacher, die 1,5 Millionen Page-Visits der Hauptseite von Focus-Online mit eine Rolle.
</p>
<p>
<b>Politische Inhalte und Auseinandersetzung mit dem Gegner machen den größten Teil der Beiträge aus</b>
</p>
<p>
Was in der Wahlwerbung oft vermisst wird, findet in Weblogs vermehrt statt. Die inhaltliche politische Auseinandersetzung mit Themen und Gegnern.<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/pr/presse/Blogs_Teil3/Sachpolitische_Themen_vorn.JPG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sachpolitische Themen</a> dominieren die Agenda, dicht gefolgt von parteipolitischen Diskussionen. Dabei profilieren sich die bloggenden Politiker insbesondere im „Negative Campaigning“, um Programme und Personen anderer Parteien zu kritisieren.
</p>
<p>
Extrembeispiele solcher Kampagnen sind so genannte „Watchblogs“, die ausschließlich darauf fokussieren, „Äußerungen der politischen Gegner kritisch zu betrachten“. Als Beispiele hierfür werden die Weblogs „Stimmt-nicht-gruene.de&quot; und „Merkel-tv.de&quot; vorgestellt, die jedoch beide mittlerweile nicht mehr online sind.</p>
<p>Die Studie betont, dass der<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/pr/presse/Blogs_Teil3/Blogger_ihre_Sache_ernst.JPG%09" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stil der Darstellung</a> beim Großteil der Politikerweblogs ernst ist. Über ein Drittel der Beiträge sei argumentativ wertend. Unbegründete Wertungen fänden sich lediglich bei acht Prozent der Beiträge. Ironische oder polemische Beiträge seien noch seltener zu finden.
</p>
<p>
<b>Netzwerkcharakter der Bloggosphäre wird nicht ausreichend genutzt</b>
</p>
<p>
Die Studie kritisiert, die mangelnde Vernetzung der Politiker-Weblogs untereinander, wodurch Synergie-Effekte verschwendet würden. Nur fünf Prozent der ansonsten gerne genutzten Verlinkungen zu Quellen im Internet führten zu anderen Politikerweblogs. Politiker verschenkten dadurch Chancen eines „weblogübergreifenden Dialogs“.</p>
<p>Im Stile des erfolgreichen Weblogs von US-Präsidentschaftskandidat Hwoard Dean nutzt einzig die FDP ihren Weblog „Bürgerfond“ zum Spendenaufruf.
</p>
<p>
Insgesamt zeigt die Studie, dass Politiker-Weblogs ein sinnvolles Instrument der Kommunikation zwischen Politik und Bürger sein können. Einzig die Vernetzung der Politiker untereinander lässt noch Spielraum nach oben. Zu beobachten bleibt, wie die vor den Bundestagswahlen 2005 gegründeten Weblogs danach weiter betrieben werden oder wie viele dann überhaupt noch existieren.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/studie-bloggen-fuer-die-bundestagswahl-2986/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Blogs im Dienst politischer Kommunikation</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/blogs-im-dienst-politischer-kommunikation-2428/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/blogs-im-dienst-politischer-kommunikation-2428/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker-Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[AUSSCHNITT Medienbeobachtung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Mediennutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/blogs-im-dienst-politischer-kommunikation-2428/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett">
Weblogs und Wikis versus Info-Stände und Interviews? Der Einsatz neuer Medien für den Wahlkampf trägt zum einen der veränderten Mediennutzung in der Bevölkerung Rechnung und demonstriert zum anderen Modernität der Partei. Acht Thesen zum Erfolg von Weblogs bei deutschen Wahlen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Weblogs und Wikis versus Info-Stände und Interviews? Der Einsatz neuer Medien für den Wahlkampf trägt zum einen der veränderten Mediennutzung in der Bevölkerung Rechnung und demonstriert zum anderen Modernität der Partei. Acht Thesen zum Erfolg von Weblogs bei deutschen Wahlen. <!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Online-Medien werden immer wichtiger in der Mediennutzung. Besonders Jüngere suchen sich ihre Informationen gezielt im Netz. Aber auch die Internet-Nutzung der Gesamt-Bevölkerung wächst weiter, so die aktuelle Online Studie von ARD und ZDF. Die Nutzung von Weblogs ist allerdings noch nicht im Alltag angekommen – erst eine geringe Anzahl der Internet-Nutzer liest sie regelmäßig und noch weniger User beteiligen sich über Kommentare an den Diskussionen (<br />
<a href="http://www.baces.uni-bamberg.de/Texte/Discussion%20Pap%209.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vgl. Abold 2005</a>) : Ist der Wahlkampf in Deutschland bereits reif für bloggende Politiker? Maren Heltsche, Mitarbeiterin in der Abteilung Medien-Analyse bei AUSSCHNITT Medienbeobachtung, ist Projektverantwortliche für die Weblog-Analyse „Bloggen für die Bundestagswahl“ und stellt im Rahmen ihrer Bestandsaufnahme zum Einsatz von Weblogs in den Parteien folgende Thesen auf.
</p>
<p>
<b>Weblogs haben als Kommunikationsform im Wahlkampf Potenzial</b>
</p>
<ol>
<li>Weblogs spielen dem modernen Wahlkampf in die Hände. Personalisierung, Authentizität, Aktualität und Interaktion sind die Faktoren, die diese Kommunikationsform besonders kennzeichnen. Diese Faktoren gelten zugleich als Träger für einen erfolgreichen Wahlkampf. In ihren eigenen Weblogs können Parteien und Politiker ortsunabhängig, ungefiltert und ohne Zeitverzug ihre Standpunkte veröffentlichen.
	</li>
<li>Die Entwicklung von Politikerblogs steht in Deutschland noch am Anfang. Im anglo-amerikanischen Raum erzielen Weblogs an sich, aber speziell auch Politikerblogs eine höhere Aufmerksamkeit und werden zielgerichteter eingesetzt, z.B. zu Fundraising-Zwecken und zur Freiwilligen-Rekrutierung. Innerhalb der deutschen Politikerblogs zeichnen sich unterschiedliche Typologien ab, z.B.: einfache Online-Tagebücher (Dokumentation eigener Erlebnisse), Negative Campaigning-Blogs (Watchblogs, die Positionen und Auftritte des Gegners unter die Lupe nehmen), Fundraising-Blogs (Sammlung von Spenden), Visions-Blogs (Skizzierung eigener Zukunftsvorstellungen), Kolumnen-Blogs (unterhaltsame Kommentare, zum Teil mit journalistischem Anspruch).
	</li>
<li>Der diesjährige Bundestagswahlkampf ist noch zu früh für den Durchbruch der Politikerweblogs als Wahlkampfinstrument, da die Nutzung von Blogs unter den Deutschen noch nicht breit etabliert ist. Viele Blogs bekommen kein Feedback in Form von Kommentaren. Zukünftig wird die Bedeutung von Weblogs zur Ansprache spezifischer Zielgruppen wachsen. Wichtige Zielgruppen sind neben vornehmlich jungen Wählern auch Journalisten als Multiplikatoren.
<p>	<b>Der politische Dialog über Weblogs ist noch nicht sehr ausgeprägt</b>
	</li>
<li>Politiker tun sich teilweise schwer, einen guten Blogstil zu finden. Ein interessanter Stil ist schwierig und eine Gratwanderung. So wirkt die bloße Nacherzählung persönlicher Erlebnisse und das unpersönliche Verargumentieren der Standpunkte der eigenen Partei oft langweilig. Andererseits kann eine vermeintliche Authentizität beim Leser oft unfreiwillige Komik hervorrufen. Hilfreich, gerade für „Anfänger“, sind zentrale Guidelines zu Stil und Inhalt.
	</li>
<li>Die Verlinkungen in den einzelnen Politiker-Blogs und Hinweise auf die Weblogs sind bisher nicht sehr stark. Es entsteht kein dichtes Diskussionsnetzwerk unter den bloggenden Politikern und anderen Plattformen, auf denen sich politisch Interessierte tummeln. Die Besucherfrequenz liegt wahrscheinlich oft unter den Erwartungen. An der geringen Anzahl der Kommentare lässt sich zudem ein mangelndes Interesse der Leser an Interaktion ablesen. Insgesamt scheint die Anbindung an hoch frequentierte Plattformen, wie z.B. Focus Online, besser für die Öffentlichkeitswirksamkeit und erfolgreiche Partizipation zu sein.
<p>
	<b>Weblogs sind Chance und Risiko für die gesteuerte Parteienkommunikation</b>
	</p>
</li>
<li>Der Aufbau von Weblogs kann zentral begleitet werden, um dezentral zu kommunizieren. Über Dach-Plattformen, z.B. wahl.de (parteiübergreifend) oder roteblogs.de (SPD), wird ein einheitliches Gestaltungsraster für interessierte Parteiblogger zur Verfügung gestellt. Dabei werden einzelne Abgeordnete und Parteimitglieder zum Bloggen animiert, Schwellenängste abgebaut und nach außen ein visuell einheitlicher Auftritt im Sinne eines Corporate Designs ermöglicht. Parteien haben hier auch Briefingmöglichkeiten und können inhaltliche Vorgaben und Tipps an die Blogger in ihren eigenen Reihen richten.
	</li>
<li>Das eigene Weblog bietet einzelnen Politikern eine Chance zur Positionierung der eigenen Person und eigener Standpunkte. Über den Anschluss an eine parteigebundene oder auch parteiübergreifende Plattform ist der Einzelne sofort in ein Netzwerk eingebunden, kann entstehende Synergieeffekte nutzen und unter anderem mit einer besseren Erreichbarkeit seines Blogs rechnen.
	</li>
<li>Durch die Vielzahl an Plattformen und damit an persönlichen Meinungen und Standpunkten wird es für die Parteiführung problematisch, eine einheitliche Parteilinie zu wahren und einzelne Standpunkte zu überprüfen. Weblogs sind eine gute öffentliche Plattform für kritische Stimmen innerhalb der Partei. Die Kommentare bieten zudem eine Kritikmöglichkeit für den politischen Gegner. Für die Redaktionen bzw. Einzelblogger ist es eine Richtungsentscheidung, bestimmte Kommentare zuzulassen oder nicht.</li>
</ol>
<p>
Wie geht man mit kritischen Kommentaren um? Begreift man sein Weblog als Forum für den offenen Dialog, muss man auch missbilligenden Kommentaren Raum geben und seine Sichtweise entgegenhalten? Das kostet Zeit, bringt auch Nutzen im Sinne von Interaktion und Glaubwürdigkeit. Das Löschen von unliebsamen Kommentaren ist ein „NoGo“, wird in der Blogosphäre erkannt und abgestraft. Daran sollten sich auch Polit-Blogger halten.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
AUSSCHNITT Medienbeobachtung untersuchte den Einsatz von Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005. Zentrale Fragestellungen dabei waren:
</p>
<ul>
<li>Welche Parteien nutzen die Kommunikation über Weblogs in welcher Stärke?</li>
<li>Mit welchen Themen sind Parteien in Blogs präsent?</li>
<li>Welche Blogs sind am erfolgreichsten und warum?</li>
</ul>
<p>
Untersucht wurden Beiträge und Kommentare aus Weblogs, die von einem Politiker oder einer Gruppe von Politikern geführt werden, die der Landes- oder Bundesebene einer der folgenden Parteien angehören: SPD, CDU/CSU, Bündnis 90/Grüne, FDP, PDS/WASG.<br />
<br />
Untersuchungszeitraum: 01.07.05 – 18.09.05 (alle Weblogs, die bis zum 11.09. gestartet sind). Codiert wurden 2.860 Beiträge.
</p>
<p>
Die gesamte Studie kann bei AUSSCHNITT Medienbeobachtung unter 0 30/20 39 87-5 72 (Ansprechpartnerin: Birgit M. Grigoriou, Leitung Unternehmenskommunikation) angefordert werden.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/blogs-im-dienst-politischer-kommunikation-2428/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/weblogs-im-bundestagswahlkampf-2005-3105/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/weblogs-im-bundestagswahlkampf-2005-3105/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2005 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Neuwahlen zum Bundestag 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2005]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker-Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlblog]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[Linkspartei.PDS]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog-Nutzer]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsumfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Internetnutzer]]></category>
		<category><![CDATA[politisches Weblog]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsführer]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Partei-Weblog]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/weblogs-im-bundestagswahlkampf-2005-3105/</guid>

					<description><![CDATA[Nach ersten Gehversuchen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sich Weblogs neuerdings zu einem neuen Wahlkampfinstrument und zu einer neuen politischen Informations- und Diskussionsplattform entwickelt. Wie sehr konnten sich Weblogs aber im Wahlkampf zur
Bundestagswahl 2005 etablieren?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach ersten Gehversuchen bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sich Weblogs neuerdings zu einem neuen Wahlkampfinstrument und zu einer neuen politischen Informations- und Diskussionsplattform entwickelt. Wie sehr konnten sich Weblogs aber im Wahlkampf zur<br />
Bundestagswahl 2005 etablieren?<!--break--></p>
<p>
<b><br />
</b>
</p>
<p>
Die Studie „Internet im Wahlkampf 2005“ des Lehrstuhls für Politikwissenschaft II der Universität Bamberg geht der Frage nach, wie sich Akzeptanz und Nutzung von politischen Weblogs im Laufe des Wahlkampfs verändert haben. An der Online-Befragung, die in Kooperation mit dem Bamberger Centrum für Europäische Studien durchgeführt wurde, haben sich bei den beiden Befragungswellen im Juni und September 2005 insgesamt knapp 1300 Internetnutzer beteiligt.
</p>
<p>
Das charakteristische Merkmal von Weblogs ist, dass sie die Zugangsschranken bei der Veröffentlichung von Texten im Internet abbauen. Sie erlauben jedem Internetnutzer ohne technische Vorkenntnisse, Webseiten zu publizieren, Kommentare zu schreiben und Verweise zu anderen Quellen zu erstellen. In der politischen Kommunikation sind vor diesem Hintergrund insbesondere zwei Gruppen von Nutzern von Interesse: politische Parteien und Kandidaten auf der einen und politisch interessierte Bürger auf der anderen Seite. Erstere wurden dabei bereits quantitativ analysiert und ein Übergewicht von Blogs der SPD und der Grünen festgestellt (siehe dazu die Studie der „<br />
<a href="http://www.ausschnitt.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ausschnitt Medienbeobachtung</a>“). In qualitativer Hinsicht wurde vor allem die<br />
<a href="/text/edemocracy/wahlkampf/bundestagswahl05/wahlkampfinderblogshaere050818.shtml" target="_blank" rel="noopener noreferrer">geringe persönliche Komponente</a> der parteipolitischen Weblogs beklagt.</p>
<p>Wie aber sieht es auf Seiten der Bürger als Adressaten parteipolitischer Kommunikation aus? Fördern zivilgesellschaftliche Weblogs im Wahlkampf tatsächlich die Information und den Meinungsaustausch über politische Themen, wie dies beispielsweise von<br />
<a href="/edemocracy/wahlkampf/wahlkampf_blogosphere050525.shtml?link=550" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jan Schmidt</a> erwartet wird? Die Ergebnisse der Onlineumfrage zeigen, dass sich in der untersuchten Gruppe der politisch interessierten Internetnutzer knapp ein Drittel regelmäßig durch das Lesen von Weblogs über aktuelle politische Sachthemen informiert.</p>
<p>Der Anteil der Befragten, die überhaupt nichts mit dem Begriff „Weblog“ anzufangen wussten, ist dabei im Laufe des Wahlkampfs deutlich zurückgegangen, die Zahl der Leser jedoch beinahe konstant geblieben. Die Möglichkeit der Artikulation von Meinungen und politischen Aussagen über die Kommentarfunktion bzw. das Schreiben von eigenen Beiträgen in Weblogs wurde im Wahlkampf von einem knappen Viertel der Internetnutzer regelmäßig wahrgenommen. Auch hier haben sich die Anteile von Juni bis September nur geringfügig verändert. Bei den Nutzern stehen vor allem private Weblogs sowie Weblogs von Journalisten hoch im Kurs. Die Nutzung von Parteiblogs hat im Wahlkampfverlauf sogar eher abgenommen, während Weblogs von Kandidaten beliebter wurden.</p>
<p>Wie nicht anders zu erwarten stellen die Nutzer von Weblogs dabei keinesfalls einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung dar. Als Autoren von politischen Weblogs treten vor allem vergleichsweise jüngere Internetnutzer auf. Der Frauenanteil der Umfrage fällt mit etwa 20 Prozent insgesamt wie bei den meisten Online-Umfragen sehr niedrig aus. Daher ist es umso bemerkenswerter, dass unter den Weblog-Nutzern ein gleicher bis geringfügig höherer Anteil Frauen zu beobachten ist. Dies zeigt, dass die Möglichkeiten politischer Weblogs von internetaffinen Frauen mindestens ebenso häufig genutzt werden wie von Männern. Lediglich die Kommentarfunktion von Weblogs wird von weiblichen Nutzern eher unterdurchschnittlich wahrgenommen.</p>
<p>Die bei den Internetnutzern generell überdurchschnittliche formale Bildung ist bei den Weblog-Autoren nochmals deutlich höher. Über 85 Prozent derjenigen, die ein eigenes Weblog führen, haben mindestens die Hochschulreife erworben. Auch das politische Interesse ist generell bei den Nutzern politischer Weblogs deutlich höher als bei den übrigen Befragten. Über 90 Prozent der Mitglieder der politischen Blogosphäre geben an, stark bis sehr stark an politischen Themen interessiert zu sein. Analog zur parteipolitischen Verteilung der Parteiblogs, dominieren auch bei den Autoren zivilgesellschaftlicher Weblogs die Anhänger des linken politischen Spektrums. Über den gesamten Wahlkampf hinweg gaben über 60 Prozent der Politblogger an, bei der bevorstehenden Wahl der SPD, den Grünen oder der Linkspartei ihre Stimme zu geben.</p>
<p>Die Rolle und Bedeutung von Weblogs im Bundestagswahlkampf 2005 schätzen die Befragten sehr differenziert ein. Ein besonderer Verdienst dieser Form der Veröffentlichung von Inhalt im Internet ist für über 50 Prozent der Nutzer, dass hier auch Themen zu finden sind, die in den herkömmlichen Massenmedien nicht zu lesen sind. Einen erkennbaren Einfluss auf die öffentliche Meinung leiten daraus allerdings nur gut 15 Prozent der Nutzer ab, wobei dieser Anteil im Verlauf des Wahlkampfs tendenziell eher zurückgegangen ist. Als glaubwürdige Informationsquelle werden politische Blogs von knapp einem Viertel der Nutzer betrachtet, wobei sich die große Mehrheit voll darüber im Klaren ist, in Weblogs keine parteipolitisch neutralen Informationen, sondern politische Meinungen und Standpunkte vorzufinden.</p>
<p>Weit über die Hälfte der Nutzer sehen daher auch eine positive Wirkung von Weblogs auf die Diskussion politischer Themen in der Öffentlichkeit. Bei der Betrachtung dieser Einstellungen zu politischen Weblogs zeigt sich durchgängig und konstant über die Zeit hinweg, dass Autoren wesentlich stärker vom Nutzen und der Bedeutung von Politblogs überzeugt sind, als diejenigen, die sich lediglich als Leser einstufen. Insbesondere im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit, die von den Lesern eher negativ, von den Autoren jedoch tendenziell positiv beurteilt wird, ergeben sich deutliche Unterschiede.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Insgesamt können zwei Schlussfolgerungen im Hinblick auf die politische Bedeutung von Weblogs abgeleitet werden. Zum einen bleibt trotz des Medienhypes um Weblogs im Wahlkampf 2005 die Nutzung dieser Form des Meinungsaustausches die Angelegenheit einer kleinen Gruppe von hoch gebildeten, politisch stark interessierten Internetnutzern, die politisch eher dem linken Spektrum zuzuordnen ist.</p>
<p>Zum anderen stellen Weblogs für diese Gruppe eine starke Bereicherung des Angebots an politischer Information und eine Plattform für politische Diskussionen dar. Da die Zusammensetzung der politischen Blogosphäre darauf schließen lässt, dass es sich dabei vor allem um so genannte Meinungsführer handelt, ist eine starke indirekte Wirkung von Weblogs auf die „öffentliche Meinung“ jedoch keineswegs ausgeschlossen.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/neuwahlen-zum-bundestag-2005/weblogs-im-bundestagswahlkampf-2005-3105/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Traue keiner Statistik, die&#8230;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/traue-keiner-statistik-die-3007/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/news/traue-keiner-statistik-die-3007/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[shidde]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Feb 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Repräsentativität]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Marktforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Befragung]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialforschung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/traue-keiner-statistik-die-3007/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="fett">
Mit dem Internet erschließt sich auch der Markt- und Sozialforschung ein neues Feld. Zeitschriften, Bundesämter und Forschungsunternehmen führen Umfragen durch, die online besucht und ausgefüllt werden können. Diese schnellen und unkomplizierten Online-Umfragen scheinen jedem den schnellen Weg zu mehr Informationen zu ebnen. Aber sind die Ergebnisse dieser Umfragen auch wissenschaftich nutzbar?
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Mit dem Internet erschließt sich auch der Markt- und Sozialforschung ein neues Feld. Zeitschriften, Bundesämter und Forschungsunternehmen führen Umfragen durch, die online besucht und ausgefüllt werden können. Diese schnellen und unkomplizierten Online-Umfragen scheinen jedem den schnellen Weg zu mehr Informationen zu ebnen. Aber sind die Ergebnisse dieser Umfragen auch wissenschaftich nutzbar?
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
Der <a href="http://www.spiegel.de/archiv/dossiers/0,1518,334706,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Uni-Spiegel</a> tut es, das<br />
<a href="http://www.umweltbundesamt.de/laermumfrage/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umweltbundesamt</a> auch und<br />
<a href="http://www.perspektive-deutschland.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Perspektive Deutschland</a> sowieso. Sie führen Umfragen durch, die online besucht und ausgefüllt werden und dem Herausgeber alle gewünschten Informationen liefern sollen. Inzwischen gibt es sogar<br />
<a href="http://www.2ask.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unternehmen</a>, die im Internet schnell und unkompliziert das Erstellen einer Online-Umfrage anbieten und jedem den Weg zu mehr Informationen zu ebnen versuchen. Mittlerweile kann man sogar selbst (beispielsweise mit dem OpenSource CMS Mambo) eigene Umfragen schnell und einfach erstellen. In Anbetracht der Fülle an Online-Umfragen stellt sich jedoch die Frage, wie sinnvoll diese Methode ist und ob dieser Forschungsansatz wirklich zum Erfolg führt. Anders gefragt: sind die Ergebnisse dieser Umfragen repräsentativ? Sind sie ein Spiegelbild der Wirklichkeit oder liefern sie nur einen Ausschnitt, der unter Umständen der Wirklichkeit nicht gerecht wird?</p>
<p>Von Vorteil ist in jedem Fall die große Anzahl von Teilnehmern, die man mit dem relativ niedrigen Aufwand einer Online-Umfrage erreichen kann. Und dies zu einem Aufwand, der sich auch für kleinere Befragungen lohnt und große Umfragen teilweise überhaupt nur ermöglicht. Erst recht, da dieser Weg die Teilnehmer unabhängig von Uhrzeit, Tag oder anderen äußeren Umständen erreicht. Von Bedeutung ist auch die Tatsache, dass niemand nötig ist, der die Umfrage durchführt, also die Fragen stellt und damit ebenfalls die Ergebnisse beeinflussen kann. Denn auch die Erscheinung des Befragenden, sein Auftreten und die Situation an sich, haben Einfluss auf das Ergebnis der Befragung.</p>
<p>Aber auch die Methoden und Risiken von Umfragen liegen klar auf der Hand: Wie bei jeder Umfrage, beeinflusst die Aufmachung von Online-Polls den Teilnehmer, die Fragestellung und in diesem Fall noch der Weg, auf dem der Teilnehmer auf die Umfrage gestoßen ist. Schon damit sind die ersten Möglichkeiten eröffnet, den Befragten in einer Weise zu beeinflussen, die vielleicht nicht gewünscht ist, aber durchaus kalkuliert werden muss.</p>
<p>Dabei sind es nicht immer gleich die Suggestivfragen, die dem Teilnehmer eine bestimmte Antwort abringen, sondern vielleicht einfach nur die Reihenfolge und Anzahl der Fragen, insgesamt oder pro Abschnitt und die Menge der möglichen Antworten. Ein weiteres Risiko birgt ganz generell der Rahmen, in dem der Teilnehmer an der Befragung teilnimmt, und auf die bei einer Online-Befragung noch weniger Einfluss genommen werden kann, als bei Umfragen generell schon. Dies kann von Vorteil sein, birgt aber eben auch ein gewisses Risiko. In der Eile noch schnell die letzten Antworten gegeben, dabei der Tochter die Schuhe anziehen und schon ändert sich die Perspektive auf Deutschland. Zumindest zwischen Tür und Angel, zwischen 14.00 Uhr und 14.05 Uhr und zwischen Schreibtisch, PC, Teilnehmerin und Tochter. Hinzu kommt der Einfluss, den die Aufbereitung der Online-Umfrage auf den Teilnehmer vor dem PC oder Laptop nimmt. Kleinigkeiten wie Schriftgröße, Lesbarkeit und das generelle Design können dabei eine Rolle spielen. Hinzukommen Kriterien wie der persönliche Geschmack, da online der Kreativität des Umfragenden keine Grenzen gesetzt sind.</p>
<p>Prinzipiell gilt natürlich auch hier die Frage, ab wie vielen Teilnehmern eine Umfrage überhaupt repräsentativ ist: im Sinne der Annäherung an eine objektive Wahrheit &#8211; denn repräsentieren tut eine Umfrage immer etwas. Auch eine Online-Umfrage muss natürlich einen beträchtlichen Pool an Ergebnissen erst einmal sichern, bevor überhaupt an eine Auswertung der Ergebnisse gedacht werden kann. Und wenn diese Umfrage über einen zu langen Zeitraum läuft um diese Menge zu erreichen, dann hat sich die Stimmung vielleicht schon wieder geändert; die äußeren Umstände und der Rahmen führen zu einer Verschiebung der potentiellen Antworten und der Teilnehmer.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt darf nicht außer Acht gelassen werden: wer sind diese Teilnehmer, die an diesen Online-Umfragen teilnehmen? Das Ergebnis wird schon allein dadurch beeinflusst, dass möglicherweise ganz bestimmte Menschen die Zeit haben, an Umfragen teilzunehmen. Auch hat nicht jeder einen Internetzugang. Wohl sind es auch nur bestimmte Menschen, die diejenigen Seiten aufrufen, die zu Umfragen führen. Damit handelte es sich um keine repräsentative Mischung aus der Bevölkerung, der nun im Kleinen entsprochen würde – außer vielleicht es handelte sich um eine Online-Umfrage unter Internetnutzern über ihre Internetnutzung.</p>
<p>Ein Risiko besonderer Art birgt die Online-Umfrage allerdings noch zusätzlich, das die Ergebnisse nicht sämtlicher Online-Umfragen relativieren soll, aber in Einzelfällen sehr beträchtlich ist: niemand kann kontrollieren, ob der Befragte die Wahrheit sagt. Dieses Risiko mag für Umfragen ganz generell gelten, wird aber durch die bereits erläuterten Begleitumstände der Online-Umfrage noch verstärkt. Die Möglichkeit, online mal ganz schnell und ganz unauffällig die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen aufzupolieren, kann nicht ausgeschlossen werden.</p>
<p>Das mag bei Fragen zu persönlichem Empfinden, Geschmack oder sogar politischer Orientierung nicht so bedeutend sein und gilt wohl für jede Umfrage, ob nun online oder auf Papier. Wenn es aber um harte Fakten geht, so kann es eine ganze Umfrage zum Kippen bringen oder zumindest das Ergebnis in Frage stellen. Denn wenn keine Kontrolle darüber besteht, ob der Student wirklich nach sieben Semestern seine zwei Studiengänge mit Bravour bestanden hat, dann stellt sich doch die Frage, was von einer solchen Umfrage noch zu halten ist. Oder generell gefragt, was von der Methode der Online-Befragung zu erwarten ist, denn: glaube keiner Statistik, die vom Befragten selbst gefälscht werden kann!</p>
<p>Um diese Gefahren zu vermeiden und den Wert von Umfrageergebnissen zu steigern, können ein paar einfache Maßnahmen ergriffen werden: schon mit einem Mindestmaß an Transparenz erzielt man die nötigen Einblicke für den Interessierten. Dabei geht es um Informationen zur Methodologie und den Rahmendaten. Also die Fallzahl, die Definition von Untersuchungseinheiten, den Erhebungszeitraum und weitere Informationen, die bei der Interpretation der Ergebnisse relevant sind. Denn den Unterschied zwischen den nackten Daten und den interpretierten Informationen sollte man nicht unterschätzen.
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/news/traue-keiner-statistik-die-3007/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
