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	<title>Andre Reisen &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Andre Reisen &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Wir gehen nicht davon aus, dass die Kommunikation im Internet völlig zum Erliegen kommen kann.&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Sep 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Cyber-Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Andre Reisen, IT-Sicherheitsexperte vom Bundesministerium des Innern</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Andre Reisen, IT-Sicherheitsexperte vom Bundesministerium des Innern</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Hallo und herzlich willkommen beim 2. Chat von staat-modern und<br />
politik-digital in der Reihe: &quot;Mail to: Moderner Staat&quot;. Unser heutiger<br />
Gast ist ein Experte auf dem Feld der Internet-Sicherheitstechnik:<br />
Andre Reisen, Diplom-Physiker und Oberregierungsrat im<br />
Bundesministerium des Innern im Referat Sicherheit in der<br />
Informationstechnik. Unser Thema heute: Wie sicher ist das Netz?<br />
Herzlich Willkommen, Herr Reisen!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Herzlichen Dank für die Einladung, an diesem Chat teilzunehmen. Ich<br />
begrüsse auch die Teilnehmer an ihren Tastaturen und Bildschirmen und<br />
freue mich auf einen angenehmen Gedankenaustausch.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wir steigen gleich mit den ersten Fragen ein, würde ich vorschlagen:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>anthraxx:</b> Lässt sich Deutschland mit einer DDoS Attacke vom restlichen Internet abschneiden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Die DDoS-Angriffe im letzten Jahr haben gezeigt, dass einzelne<br />
Dienstleister durchaus angreifbar sind. Die Angriffe zielten jedoch auf<br />
Einzelne und nicht gegen die gesamte Infrastruktur des Internets. Auch<br />
wenn Angriffe gegen Netzknoten-Rechner denkbar sind, gehen wir nicht<br />
davon aus, dass die Kommunikation im Internet völlig zum Erliegen<br />
kommen kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Martin:</b><br />
Hallo Herr Reisen, rechnen Sie mit der Möglichkeit, dass<br />
Cyber-Terroristen einen breit angelegten Angriff auf die<br />
IT-Infrastruktur Deutschlands starten könnten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Es gibt einzelne Verfahren, kritische Infrastrukturen anzugreifen. Dies<br />
ist aber nur theoretischer Natur, konkrete Bedrohungen sind uns nicht<br />
bekannt. Die genannten einzelnen Verfahren, wie die zuvor genannten<br />
DDoS-Angriffe richten sich mehr gegen Einzelne, entstammen in der Regel<br />
dem Hackermilieu und sind Cyber-Terroristen nicht zuzuordnen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Hier ist der zweite Teil der Frage interessant:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>spitzbub:</b> Wie gross ist die Gefahr, dass Terroristen einen Cyberwar beginnen und was könnten solche Attacken beinhalten?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b> Der erste Teil der Frage ist bereits beantwortet, von Attacken gehe ich nicht aus.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Interessant wäre vielleicht darzustellen, welche Bedrohungsszenarien überhaupt existieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
In erster Linie sind gerichtete Angriffe gegen die Verfügbarkeit<br />
einzelner Rechner denkbar, ggf. auch von Infrastruktur-Unternehmen, im<br />
Bereich der Energiewirtschaft, der Telekommunikation etc. Es ist jedoch<br />
nicht wahrscheinlich, dass die gestörten Rechner einen nachhaltigen<br />
Schaden im jeweiligen Bereich verursachen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Zur Sicherheit im Online-Banking kommen wir ein wenig später. Hier<br />
die nächste Frage:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Martin:</b><br />
Herr Reisen, gibt es Planspiele, die einen solchen Angriff<br />
durchspielen. Der KRITIS-Bericht hat aufgezeigt, dass es Schwachstellen<br />
gibt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Es ist für Ende des Jahres ein Planspiel vorgesehen, dass einen<br />
informationstechnischen Angriff auf die BRD simuliert. Das Planspiel<br />
ist als Management-Planspiel konzipiert und soll die organisatorischen<br />
Abläufe zwischen Telekommunikationsunternehmen, Energieversorgern und<br />
den Behörden aufzeigen. Das zugrunde liegende Szenario ist nicht vor<br />
dem Hintergrund einer aktuellen Bedrohungslage entwickelt worden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>spitzbub:</b><br />
Werden unsere Server ebenso überwacht wie die in den USA nach dem<br />
Attentat in New York? Dort haben Sicherheitsdienste angeblich Stunden<br />
nach dem Anschlag Abhör-Software an verschiedenen Stellen<br />
installiert&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b> Nein.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hanno:</b> Werden die Terroranschläge Auswirkungen auf die Sicherheitsplanung haben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b> Unmittelbar. Haushaltsmittel in Höhe von 3 Milliarden DM sind<br />
hierfür bereits vorgesehen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>GastimChat:</b> Wie sieht das konkret aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b> Über den Schlüssel zur Aufteilung dieses Betrages wird zur Zeit noch innerhalb der Bundesregierung beraten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>g360710:</b><br />
Welche weiteren Massnahmen sind von der Regierung geplant, um Daten im<br />
Internet transparenter zu machen? Wird man in Zeiten des Terrors noch<br />
&quot;gläserner&quot;? Worin liegt der Unterschied zu vorher?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Notwendig ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Belangen des<br />
Datenschutzes und den Interessen der Strafverfolgungs- und<br />
Sicherheitsbehörden. Für mehr Sicherheit im Internet setzen wir aber in<br />
erster Linie auf die Eigenverantwortung der Diensteanbieter und<br />
unterstützen diese beim Aufbau sogenannter Sicherheitsinfrastrukturen.<br />
Hier ist vor allem die Einführung von Verfahren der elektronischen<br />
Signatur und der Verschlüsselung von Bedeutung. Zur Zeit planen wir<br />
zudem den Aufbau eines Verbundes sogenannter<br />
Computer-Emergency-Response-Teams, der im Rahmen einer gemeinsamen<br />
Kooperation von Stellen in der Wirtschaft, Forschung und der Behörden<br />
als eine Art Frühwarnsystem fungieren kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Wird dies im Innenministerium angesiedelt sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Diese CERTs rekrutieren sich aus den zuvor genannten Bereichen. Der<br />
CERT-Verbund im BSI (Bundesamt für Sicherheit in der<br />
Informationstechnik) wird der Beitrag des Bundes an dieser<br />
Infrastruktur sein. Das BSI unterstützt auch beim Aufbau solcher Teams.<br />
Weitere Teams existieren im deutschen Forschungsnetz (DFN-CERT) und bei<br />
einigen Grossunternehmen. Diese sollen im Rahmen der Kooperation für<br />
diesen Verbund gewonnen werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Martin:</b><br />
Herr Reisen, wie sieht die Kompetenzverteilung beim Kampf gegen den<br />
Cyberterrorismus aus? Hier sind viele Behörden beteiligt: BND, BMI,<br />
Verteidigung, Justiz, BSI etc. Eine Koordination lässt sich jedoch<br />
nicht erkennen!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Der BND ist für Aufklärung im Ausland zuständig, das BMI für Fragen der<br />
inneren Sicherheit, das Verteidigungsministerium für äussere<br />
Sicherheit, das BMJ für Gesetzgebung im Bereich Privatrecht und<br />
Strafrecht (vor allem), das BSI für Fragen der IT-Sicherheit. Die<br />
erforderliche Koordination all dieser Bereiche<br />
findet in ausreichendem Masse statt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tom:</b> Wäre hier nicht eine Ressourcenbündelung BKA + BGS sinnvoll? Kompetenz und Manpower?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Es kommt gerade darauf an, alle unterschiedlichen Facetten des Problems<br />
in der jeweilig zuständigen Behörde zu behandeln und die bereits<br />
angesprochene Kooperation sicher zustellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Martin:</b> Wie sieht die Zusammenarbeit mit anderen Ländern und Regierungen beim Kampf gegen den Cyberterrorismus aus?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Neben den jetzt stattfindenden bilateralen Gesprächen haben in der<br />
Vergangenheit vor allem Diskussionen zu Cyber-Crime stattgefunden. Hier<br />
sind vor allem zwei Initiativen von Bedeutung: 1. Die aktuellen<br />
Beratungen im Europarat zu einem Übereinkommen zur<br />
Datennetz-Kriminalität und 2. die Beratungen der EU-Mitgliedstaaten<br />
sowie der<br />
Kommission bezüglich der dieses Jahr seitens der Kommission<br />
veröffentlichten Mitteilung zur &quot;Schaffung einer sicheren<br />
Informationsgesellschaft durch Verbesserung der Sicherheit von<br />
Informationsstrukturen und -bekämpfung von Computer-Kriminalität&quot; und<br />
&quot;Sicherheit der Netze und Informationen: Vorschlag für einen<br />
europäischen Politikansatz&quot;. Cyber-Terrorismus kann vor dem Hintergrund<br />
der aktuellen Ereignisse in den USA zukünftig eine stärkere Rolle<br />
spielen als bisher.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Martin:</b><br />
Herr Reisen, die momentanen Aktivitäten beschränken sich auf die<br />
Defensive. Gibt es Pläne, im Konfliktfall selbst offensive<br />
Cyberattacken gegen die Gegner zu fahren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Selbstverteidigung ist sicherlich ein legitimes Mittel. Konkrete<br />
Überlegungen, ob oder ob nicht, möchte ich an dieser Stelle nicht<br />
diskutieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>anthraxx:</b> Wieviele Angriffe werden auf staatliche Systeme im Schnitt ausgetragen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Staatliche Systeme waren auch von den Virenattacken wie &quot;I Love You&quot;<br />
betroffen (auch wenn unser Antivirenschutz sehr gut ist.(;-)). Konkrete<br />
Zahlen habe ich nicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Hier eine Nachfrage zum eben behandelten Thema &quot;Selbstverantwortung der Provider&quot;:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>GastimChat:</b><br />
Die Provider schaffen es aber noch nicht mal, strafrechtlich belangbare<br />
Inhalte, wie Kinderpornos aus dem Netz zu verbannen, wie soll dann<br />
Eigenverantwortung in Bezug auf mögliche Terroranschläge möglich sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Ich möchte nochmal betonen, dass Terroranschläge und Fragen der<br />
Sicherheit im Internet zunächst einmal nichts miteinander zu tun haben.<br />
Selbstverständlich können auch Terroristen sich des Internets als<br />
Kommunikationsplattform bedienen. Die Selbstregulierung, von der ich<br />
gesprochen habe, zielt in erster Linie darauf, dass<br />
Internetdienstleister, die in ihrem Bereich erforderlichen<br />
Sicherheitsmassnahmen ergreifen, damit die Nutzer z.B. sicher am<br />
e-commerce teilnehmen können. Selbstverantwortung bedeutet aber auch,<br />
dass Contentprovider die von ihnen bereit gestellten Inhalte auf<br />
strafbare Inhalte freiwillig untersuchen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b>Wir<br />
wechseln zu einem anderen Thema, zu dem hier bereits einige Fragen<br />
vorliegen: Online-Banking und Sicherheit im eCommerce. Hier die erste<br />
Frage:<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>GastimChat:</b> Welche Verfahren sind für Online-Banking die sichersten. Würden Sie per e-mail Ihre Kreditkartennummer verschicken?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Die Kreditkarteninstitute sind in der Regel relativ kulant, wenn es um<br />
Beanstandungen geht, die eine eventuelle Kompromittierung der<br />
Kreditkartennummer darstellen. Da dies in der Regel eine Menge Schrift<br />
und Telefonverkehr bedeutet und die prinzipielle Möglichkeit einer<br />
missbräuchlichen Verwendung besteht, mache ich es nicht.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ulf:</b> Welcher Zahlungsstandard hat im Netz die besten Chancen, sich durchzusetzen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Grundsätzlich derjenige, der angemessene Sicherheitsmechanismen<br />
implementiert hat und der (das ist ein nicht zu vernachlässigender<br />
Faktor) die erforderliche Durchdringung im Markt durch hohe Kundenzahl<br />
erreicht. Erforderlich ist ebenso, dass ein solcher Standard<br />
&quot;offen&quot; ist, d.h. mit möglichst vielen Verfahren interoperabel ist. Ob<br />
sich nun EDIFACT, HBCI, oder andere Verfahren durchsetzen, bleibt<br />
abzuwarten. Ich setze jedoch auf Verfahren, die elektronische<br />
Signaturen nach dem deutschen Signaturgesetz beinhalten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Und<br />
im Micropayment, also für das Zahlen von Kleinstbeträgen? Gilt hier das<br />
gleiche? Es gibt ja Stimmen, die gerade in diesem Bereich die<br />
Möglichkeiten des Geldverdienens im Internets hoch einschätzen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Ich denke, dass sich hier Verfahren des m-Commerce auf Basis<br />
entsprechender Chipkarten durchsetzen werden, z.B. ist denkbar,<br />
zukünftig von seinem Handy (mit<br />
implementiertem Signaturchip) in einem Schritt die Pizza zu bestellen<br />
und zu bezahlen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hanno:</b> Gibt es ausser dem elektronischen Fingerabdruck noch andere Konzepte mit ähnlichem<br />
Sicherheitsstandard?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Es sind ebenfalls Verfahren des Iris-Scans, sowie der Gesichtserkennung<br />
in der Erprobung. Die Verfahren sowie die erforderliche<br />
sicherheitstechnische Evaluierung sind bisher jedoch noch nicht<br />
standardisiert, so dass in der Erprobung zunächst die Funktionalität im<br />
Vordergrund steht. Die erforderlichen Verfahren für eine<br />
Sicherheitsbewertung sind in der Entwicklung. Sobald<br />
Sicherheitsaussagen über die Verfahren getroffen werden können, werden<br />
diese auch im Markt verfügbar werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brian:</b><br />
Wie relevant sind die Sicherheitsunterschiede zwischen Iris-Scan und<br />
digitalem Fingerabdruck &#8211; und welche Technik ist praktikabler?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b> Hierzu sind zunächst die zuvor erwähnten Sicherheitskriterien<br />
erforderlich, zu weiteren Detailinformationen verweise ich auf zwei Studien<br />
zum Thema: <a href="http://www.cesg.gov.uk/biometrics" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.cesg.gov.uk/biometrics</a><br />
und eine andere beim BSI, die sie unter <a href="mailto:biometrie@bsi.bund.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">biometrie@bsi.bund.de</a><br />
erhalten können.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>brian:</b><br />
Welcher maximale Sicherheitsstandard ist bereits heute mit der<br />
durchschnittlichen Technikausstattung der User z.B. beim Online-Banking<br />
möglich?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b><br />
Fragen sie ihre Bank, ob sie ihnen einen Chipkartenleser, die<br />
korrespondierende Smart-Card mit den kryptographischen Verfahren, die<br />
ich oben erwähnt hatte und die zugehörige Software zur Verfügung<br />
stellt. Online-banking, chipkartenbasiert unter Verwendung<br />
angemessener kryptographischer Verfahren, wird von vielen Banken<br />
bereits angeboten und sollte &#8211; sofern richtig implementiert &#8211; für<br />
Angreifer eine meist unüberwindliche Hürde darstellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Chatter und Chatterinnen: Die Stunde ist schon wieder um. Vielen<br />
Dank fürs Mitmachen! Leider konnten wieder einmal nicht alle Fragen<br />
weitergeleitet werden. Im Namen von staat-modern und politik-digital<br />
möchten wir uns auch bei Herrn Reisen für diese informative Stunde<br />
bedanken!<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andre Reisen:</b> Auch von meiner Seite vielen Dank für die interessanten<br />
Beiträge. Alle Fragen, die bisher nicht beantwortet wurden, können<br />
vielleicht durch die Webangebote des BSI (<a href="http://www.bsi.bund.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bsi.bund.de</a>)<br />
oder des BMI (<a href="http://www.bmi.bund.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.bmi.bund.de</a>)<br />
beantwortet werden. Ich wünsche noch einen schönen Abend.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b> Der dritte Chat der Reihe &quot;Mail to: Moderner Staat&quot;, findet am Donnerstag, 18.<br />
Oktober, zwischen 19 und 20 Uhr statt. Dann wird Joachim Jacob, Bundesdatenschutzbeauftragter, ihre Fragen beantworten.</span></p>
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