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	<title>Andrea Nahles &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Andrea Nahles &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Digital ist besser?! Der netzpolitische Kongress der SPD</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Robert Meyer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 13:56:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Oppermann]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[Die digitale Revolution ist kein Schreckensszenario. Der Netzkongress der SPD-Bundestagsfraktion betonte die Chancen der Digitalisierung. Jedoch stünden Gesellschaft und Politik [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Netzkongress.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-147406" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Teaser-Netzkongress.jpg" alt="Teaser-Netzkongress" width="640" height="280" /></a>Die digitale Revolution ist kein Schreckensszenario. Der Netzkongress der SPD-Bundestagsfraktion betonte die Chancen der Digitalisierung. Jedoch stünden Gesellschaft und Politik vor gewaltigen Herausforderungen, vor allem in den Bereichen Regulierung und digitale Bildung.</p>
<p>„Der Megatrend der Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten“. Sören Bartol, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD nutzte eine treffende wie auch überstrapazierte Phrase zum Einstieg in eine Reihe von Vorträgen und Diskussionen über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Vor allem unter gesellschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten diskutierte die SPD-Bundestagsfraktion über Digitalisierung und Automatisierung. Digitaler Fortschritt sei per se nichts Gutes oder Schlechtes, er müsse der Gesellschaft dienen, konstatiert Fraktionschef Thomas Oppermann.</p>
<h3>Nahles setzt auf Sozialpartnerschaften</h3>
<p>Wir stehen vor enormen Herausforderungen, die Digitalisierung erfordert eine Regulierung der Arbeitswelt, stellte Arbeitsministerin Andrea Nahles in ihrem Vortrag fest. Diese Regulierung müsse nicht zwingend rein staatlicher Natur sein. Jedoch habe die private Selbstregulierung in der Vergangenheit in vielen Fällen nicht funktioniert, weshalb die SPD-Politikerin vor allem auf die Kooperation von Staat und Wirtschaft setze. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten sich an einen Tisch setzen und gemeinsame Lösungen für die digitale Welt erarbeiten. So viele Gesetze wie nötig, so viel Sozialpartnerschaft wie möglich.</p>
<p>Andrea Nahles warnte aber auch vor möglichen Risiken der digitalen Revolution, unter anderem der Gefahr der Überwachung am Arbeitsplatz: „Digitalisierung darf nicht der Leistungskontrolle dienen.“ Insgesamt ließ die Arbeitsministerin jedoch viele Fragen vorerst offen: man stünde am Beginn eines Diskussionsprozesses, der noch viele Jahre lang andauern werde.</p>
<p>Dabei dürfe man sich keine Regeln von Unternehmen aufdrücken lassen: „Wir wollen keine digitalisierungskonforme Demokratie“, betonte SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. Digitale Plattformen wie Uber müssten sich der Rechtslage in Deutschland anpassen, unterstrich Sören Bartol bereits am Freitag. Technische Innovationen dürfen hierdurch jedoch nicht verhindert werden, sondern sollen „mit unserem Wertesystem verbunden werden“.</p>
<h3>Digital is &#8220;The New Normal&#8221;</h3>
<p>Es brauche darüber hinaus auch eine Diskussion und Überarbeitung der schulischen wie beruflichen Aus- und Fortbildung. Die klassische Trennung von Lernen und Leben, jeweils verortet in Schule und Beruf, wird zunehmend aufgelöst. Lebenslanges Lernen und „Learning on the job“ werden die digitale Arbeitswelt in Zukunft bestimmen. Problem dabei sei, dass die Digitalisierung in der Ausbildung noch nicht überall angekommen ist. An Universitäten funktioniere das zwar prächtig, in der Arbeit gebe es noch Aufholbedarf, jedoch seien ausgerechnet Schulen „der letzte Hort des Analogen“, so Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung.</p>
<p>Die digitale Technik müsse selbstverständlicher Teil der Ausbildung werden, so ver.di-Vorstand Lothar Schröder. Er weist aber auch auf ein grundlegendes Problem der Digitalisierung hin: wenn man nicht weiß, wohin sich die Arbeitswelt in Zukunft entwickelt, ist eine gezielte Ausbildung zunehmend schwieriger. Jedoch merkt er an, dass die bestehenden Ausbildungsordnungen oft überraschend offen für digitale Trends seien, sodass manchmal auch kein Änderungsbedarf bestehe. Telekom-Personalvorstand Christian Illek wünscht sich dabei vor allem ein experimentierfreudiges Umfeld. Alte Strukturen müssen hinterfragt werden, um die Arbeitswelt in das digitale Zeitalter zu führen. „Digital ist das neue Normal. Das muss in die Köpfe der Menschen rein“, fasste Gesche Joost zusammen.</p>
<h3>Machen Daten unser Leben besser?</h3>
<p>In einer sehr kontroversen Debatte diskutierten Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, und Frank Schmiechen, Chefredakteur der „Gründerszene“ über die Chancen und Risiken von Big Data. „Kern unseres künftigen Lebens werden Daten sein“, stellt Schmiechen fest. Er verstehe nicht die Angst vor ihrer Nutzung, da sie unser Leben grundlegend vereinfachen und verbessern könnten. „Wir haben nicht Angst vor den Daten, sondern vor der neuen Verantwortung“, die mit ihrer Nutzung einhergehen würde.</p>
<p>Constanze Kurz vom Chaos Computer Club widersprach deutlich. Mit Daten könne man zwar viel erreichen, man denke nur an die Medizin, jedoch fragte sie nach dem Ziel ihrer Gewinnung. Geht es nur um die Optimierung von Prozessen und Werbung oder der Erhöhung des Profits? „Wie viel wissen Sie denn darüber, was mit den Daten, die in Ihrer Hosentasche entstehen, passiert?“ Einigkeit herrschte nur über die steigende Verantwortung des Individuums in einer Welt, die zunehmend von Daten bestimmt wird.</p>
<p>Bild: <a href="http://politik-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politik-digital.de</a>, Robert Meyer</p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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		<title>Andrea Nahles im Wahlkampftalk von politik-digital.de und Cicero online</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alinka Rother]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2013 14:55:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl 2013]]></category>
		<category><![CDATA[Thorsten Faas]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Peer Steinbrück]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Seils]]></category>
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					<description><![CDATA[Noch knapp drei Wochen bis zur Bundestagswahl. Der Wahlkampf-Endspurt hat begonnen. Auf allen Kanälen kämpfen die Parteien um Stimmen, werben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Andrea_Nahles.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-full wp-image-131758" alt="Andrea Nahles" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Andrea_Nahles.jpg" width="640" height="427" /></a>Noch knapp drei Wochen bis zur Bundestagswahl. Der Wahlkampf-Endspurt hat begonnen. Auf allen Kanälen kämpfen die Parteien um Stimmen, werben für ihre Spitzenkandidaten und positionieren sich gegen den politischen Gegner. Wie läuft der Wahlkampf? Welche Themen sind relevant? Was ist von den Parteien bis zur Wahl noch zu erwarten? Und vor allem: Wo steht die SPD?<br />
Am Dienstag den 3. September war SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles zu Gast im Google-Hangout von Cicero Online und politik-digital.de. Zwei Tage nach dem TV-Duell diskutierte sie mit Cicero-Online-Ressortleiter Christoph Seils und dem Politikwissenschaftler Thorsten Faas über den Mitmach-Wahlkampf, Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und die Chancen der SPD am 22. September. Steffen Wenzel, Geschäftsführer von politik-digital.de moderierte die Diskussion.<br />
<iframe hcb-fetch-image-from="http://youtu.be/B6Zq2Af4hjQ" title="Andrea Nahles im Wahlkampftalk von politik-digital.de und Cicero online" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/B6Zq2Af4hjQ?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><br />
&nbsp;</p>
<h3>Weitere Termine der Hangout-Reihe:</h3>
<p>10. September, 10 Uhr: Hangout On Air mit Steffi Lemke, Bundesgeschäftsführerin von Bündnis 90/Die Grünen.<br />
17. September, 17 Uhr: Hangout On Air mit Julia Klöckner, stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU.<br />
&nbsp;<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/boellstiftung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Heinrich-Böll-Stiftung</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-130752" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Die User haben etwas erreicht&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Dörfler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 17:15:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[tagesschau.de]]></category>
		<category><![CDATA[Video-Interview]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Andrea Nahles war am 23. Februar 2010 zu Gast im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User diskutierten mit der SPD-Generalsekretärin unter anderem über die Hartz-IV IV-Reformen, die Rolle der SPD in der Opposition, die kommende Wahl in NRW und den Kursschwenk der Sozialdemokraten in Sachen Netzpolitik.</p><p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Andrea Nahles war am 23. Februar 2010 zu Gast im tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User diskutierten mit der SPD-Generalsekretärin unter anderem über die Hartz-IV IV-Reformen, die Rolle der SPD in der Opposition, die kommende Wahl in NRW und den Kursschwenk der Sozialdemokraten in Sachen Netzpolitik.</p>
<p><!--break--> </p>
<div style="text-align: center"><a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll544.html" title="tagesschau.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Nahles_Video.jpg" height="185" width="306" title="Nahles-Videochat" alt="Nahles-Videochat" /></a></div>
<p>Wenn sie den Videochat noch einmal sehen wollen, klicken Sie einfach auf das Bild.  </p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Was habt ihr bloß alle mit dem Steinmeier? :-)&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/was-habt-ihr-bloss-mit-dem-steinmeier-4275/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[ctekoning]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 10:02:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Mittwoch dem 4. März 2009, war die stellvertretende SPD-Parteivorsitzende  Andrea Nahles zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen der Chatter zur aktuellen Finanzkrise, zum SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier und zu Mindestlöhnen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Mittwoch dem 4. März 2009, war die stellvertretende SPD-Parteivorsitzende  Andrea Nahles zu Gast im tagesschau-Chat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Sie beantwortete Fragen der Chatter zur aktuellen Finanzkrise, zum SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier und zu Mindestlöhnen.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Herzlich willkommen beim<br />
tagesschau-Chat im ARD-Hauptstadtstudio. Ich darf die stellvertretende<br />
SPD-Vorsitzende Andrea Nahles herzlich begrüßen, die inzwischen<br />
eingetroffen ist. Ich darf dieses Mal auch schon jetzt den Usern<br />
danken, die sich mit fast 100 Fragen und fast 1900 Stimmen so engagiert<br />
im Prechat beteiligt haben &#8211; das freut uns sehr! Wir können leider<br />
nicht alle stellen, da sonst keine Zeit mehr für die jetzt live<br />
gestellten Fragen von Ihnen bleibt &#8211; und vor allem auch die Nachfragen!<br />
Frau Nahles, danke dass Sie für uns Zeit haben &#8211; sind Sie bereit?
</p>
<p><b></b></p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Ja klar.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>:<br />
Frau Nahles, die SPD kommt aus dem Umfragetief nicht heraus, obwohl sie<br />
einen neuen Parteivorsitzenden haben. Wie erklären Sie sich das?
</p>
<p>
<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Anahles_0.jpg" align="left" vspace="5" width="179" height="153" hspace="10" /><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Sie kennen offensichtlich unsere neuen Umfragen noch nicht. 🙂 Wir<br />
haben eine Aufholjagd, ja, aber ich bin deshalb zuversichtlich, weil<br />
dieser Zusammenbruch der weltweiten Finanzspekulation mehr Demokratie,<br />
mehr öffentliche Regulierung und mehr Gerechtigkeit nötig macht. Also<br />
SPD.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Jetzt haben Sie sich um eine Antwort gedrückt!
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Nein.
</p>
<p>
<b>Ossi</b>: Wieso wird Steinmeier als Kanzlerkandidat vorgeschlagen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Weil er der populärste Politiker der SPD ist, weil er als<br />
Kanzleramtsminister und Außenminister einen guten Job gemacht hat und<br />
macht.
</p>
<p>
<b>Micu</b>: Sie gehören zu der sogenannten<br />
SPD-Linken. Wird es angesichts der schlechten Umfragewerte der SPD<br />
nicht Zeit, der Ära Schröder vollständig den Rücken zu kehren und die<br />
SPD wieder &quot;linker&quot; auszurichten. Konkret: Eine Zusammenarbeit mit der<br />
Linkspartei zum Beispiel im Rahmen einer rot-grün-dunkel-roten<br />
Koalition für die Bundestagswahl 2009 nicht auszuschließen? Oder: Statt<br />
einen Schröderianer wie Steinmeier zum Kanzlerkandidaten zu berufen,<br />
nicht eine neutralere (wenn Sie so wollen &quot;linkere&quot;) Person wie Klaus<br />
Wowereit zu wählen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Die<br />
Entscheidung, wer Kanzlerkandidat der SPD wird, ist mit überwältigender<br />
Mehrheit im Herbst letzten Jahres gefallen. Und die Frage, wie es mit<br />
einem Linksbündis für 2009 aussieht, ist innerhalb der SPD unter<br />
Einschluss von Klaus Wowereit und mir beschlossen worden: Es wird ein<br />
solches Bündnis nicht geben und das aus programmatisch-inhaltlichen<br />
Gründen. Mir ist schlecht geworden, was die Linkspartei am Wochenende<br />
zu Europa beschlossen hat und wie sie mit wirklich profilierten und<br />
klugen Europapolitikern ihrer Europafraktion umgegangen ist.
</p>
<p>
<b>Lisa</b>: War die Nominierung von Steinmeier ein Fehler? Macht diese Nominierung die Linkspartei stark?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Quatsch. Die Linkspartei wird doch seit Monaten nicht stärker, was habt ihr bloß alle mit dem Steinmeier? 🙂
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Die folgende Frage ist zugleich eine, die viele User vorab für besonders wichtig bewertet haben.
</p>
<p>
<b>Tom</b>:<br />
Wieso hat die SPD die Leiharbeit so liberalisiert, dass es nun faktisch<br />
möglich ist, tarifgebundene Arbeitsplätze durch<br />
Dumpinglohn-Leiharbeitnehmer zu ersetzen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Wir haben sie liberalisiert, aber gleichzeitig eine neue Regel<br />
eingeführt: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Diese Regel ist richtig,<br />
daher wurde die Liberalisierung von dem Deutschen Gewerkschaftsbund<br />
damals auch klar unterstützt. Was dann aber passierte, war weniger gut.<br />
Die christlichen Gewerkschaften wurden durch ein Gerichtsurteil als<br />
tariffähig anerkannt, nachdem wir die &quot;Equal Pay Regelung&quot; vereinbart<br />
hatten.
</p>
<p>
Das hat dann dazu geführt, dass diese Regel systematisch<br />
unterlaufen wurde: durch Dumpingtarifverträge. Deshalb brauchen wir<br />
eine gesetzliche Korrektur und zwar ganz klar: Equal Pay muss ohne<br />
Ausnahme gelten!! Sie darf nicht durch Tarifverträge unterlaufen werden<br />
können. Ich habe außerdem ein Problem mit der sogenannten Konzernleihe<br />
&#8211; das heißt, dass Konzerne ihre eigene Leiharbeitsfirma gründen. Das<br />
müssen wir massiv einschränken, dafür muss man die Entfristung<br />
zurücknehmen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Wird es in dieser<br />
Legislaturperiode unter schwarz-rot noch eine Einigung zum Mindestlohn<br />
bei der Leiharbeit geben? Was ist Ihre Prognose?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Das weiß ich morgen früh hoffentlich. Es sieht nicht super gut aus,<br />
weil die Union blockt, aber wir haben auch die sechs neuen Branchen,<br />
die wir in eine Mindestlohnregel reingebracht haben und nur nach<br />
wirklich harten und zähen Verhandlungen durch bekommen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>:<br />
Kleine Bemerkung am Rande: Frau Nahles schreibt übrigens selbst, wie<br />
Sie auch über die Webcam erkennen können! Sie begründet es damit, beim<br />
Schreiben besser denken zu können.
</p>
<p>
Hier kommt Platz zwei aus dem Prechat:
</p>
<p>
<b>Balduin</b>: Wie und wodurch will sich die SPD wieder als Partei der sozialen Gerechtigkeit profilieren?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Wir sind das &#8211; gegen anders lautende Gerüchte &#8211; immer gewesen. Und<br />
dennoch: Wir wollen einen neuen, sozial regulierten Kapitalismus global<br />
und das heißt, es muss Schluss gemacht werden mit der systemischen<br />
Verantwortungslosigkeit. Wer verantwortlich ist für diese globale<br />
Finanzkrise mit ihren Verheerungen, muss klar sein und das muss<br />
Konsequenzen haben. Gerecht ist, dass Vermögende, die die<br />
Hauptprofiteure der letzten Jahre waren, durch einen Sonderbeitrag an<br />
der Bewältigung der Krise finanziell beteiligt werden. Gerecht ist,<br />
wenn es eine Börsenumsatzsteuer gibt, wenn Steueroasen trockengelegt<br />
werden, wenn es trotz der Krise ordentliche<i> </i>Lohnrunden gibt &#8211;<br />
wie jetzt im öffentlichen Dienst. Gerecht ist es, wenn wir für genügend<br />
Geld für Kurzarbeit sorgen, auch öffentliche<br />
Beschäftigungsmöglichkeiten vorbereiten, wo das nicht reicht &#8211; und auch<br />
im Einzelfall Unternehmen helfen. Mindestlöhne muss es außerdem<br />
flächendeckend geben.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Börsenumsatzsteuer &#8211; auf nationaler oder europäischer Ebene?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Erstmal national, gerne auch europäisch. Die Briten haben schon eine.
</p>
<p>
<b>Gerd</b>: Wäre eine Verstaatlichung von Banken unter Rot-Grün undenkbar, beziehungsweise nicht durchsetzbar gewesen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Bei einer Krise, wie der, die wir erleben, wäre eine Verstaatlichung in jeder Koalition möglich.
</p>
<p>
<b>Donaldduck</b>:<br />
Müsste die SPD angesichts dieser tiefgreifenden Finanz- und<br />
Wirtschaftskrise nicht gemeinsam mit anderen europäischen<br />
Sozialdemokraten an einem Masterplan feilen, der nicht allein aktuelle<br />
Probleme bekämpft und mildert, sondern längerfristig ein<br />
zukunftsfähiges Modell einer neuen Balance des Verhältnisses zwischen<br />
Staat und Markt elaboriert, was sich einmal auf EU-Ebene installieren<br />
lässt?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Richtig, wir haben im<br />
letzten Herbst ein gemeinsames Papier zur Bewältigung der Finanzkrise<br />
erarbeitet, dass sich in vielen Punkten auf der Tagesordnung der G 20<br />
wiederfindet. Richtig ist aber, es muss nach den Löscharbeiten noch<br />
mehr Hirnschmalz in die Frage reingesteckt werden. Wie wollen wir in<br />
Zukunft die Macht der Banken demokratisch kontrollieren, wie sieht eine<br />
neue Weltwirtschaftsordnung aus. Ich erkenne in den USA, ja selbst in<br />
Ländern wie der Schweiz, eine Offenheit für strukturelle und<br />
perspektivische Fragen, die mich ermutigt.
</p>
<p>
<b>Balduin</b>: Warum wird eine Verkäuferin bei<br />
Veruntreuung von 1,30 Euro fristlos entlassen und der Manager bzw.<br />
Investmentbanker, der Milliarden veruntreut und ganze Volkswirtschaften<br />
ruiniert, mit hohen Boni belohnt und nicht bestraft?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Das ist eine gute Frage. Dass die Verkäuferin für dieses kleine<br />
Vergehen überhaupt vor Gericht gehen musste und das nicht vor Ort im<br />
Betrieb gütlich geklärt werden konnte, ist schon ein dickes Ding. Man<br />
hätte auch als Gericht anders entscheiden können! Fest steht aber auch,<br />
dass die Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Chef von Hypo Real<br />
Estate ermittelt. Es muss ihm Untreue nachgewiesen werden. Ich denke,<br />
das hier noch einige Verantwortliche angeklagt werden. Insgesamt ist<br />
aber eine Verschärfung der Haftungsregeln nötig.
</p>
<p>
<b>JB</b>:<br />
Finden Sie es nicht etwas einseitig, allein den Bankern die Schuld in<br />
die Schuhe zu schieben. Schließlich hat der Staat es doch auch<br />
verschlafen, den Ordnungsrahmen an neuartige Finanzinstrumente<br />
anzupassen &#8211; und in der Zeit, in der diese Instrumente neu aufgelegt<br />
wurden, war ja schließlich großteils die SPD an der Regierung.
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Die Hauptverantwortung liegt definitiv in einem auf kurzfristige<br />
Renditen abzielenden System. Während die Politik jetzt jeden Tag Rede<br />
und Antwort steht und stabilisiert und hilft, hat kaum jemand von den,<br />
sorry, Brandstiftern sich öffentlich seiner Verantwortung gestellt.<br />
Wenn ich in den letzten Jahren gefragt habe, warum die Managergehälter<br />
immer astronomischer wurden, hieß es: Ja, wir tragen ja auch so viel<br />
Verantwortung. Schön, sage ich da. Nur wo erleben wir das in diesen<br />
Monaten denn? Ja, auch die politische Ebene hat nicht genügend<br />
reguliert. Viele haben nur die dynamischen Seiten der Entwicklung<br />
gesehen, die Risiken wurden von allen unterschätzt.
</p>
<p>
<b>Edel</b>: Welche Mitschuld an der Wirtschaftskrise hat die Politik?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich sehe, dass wir die Rating-Agenturen nicht genügend kontrolliert<br />
haben. Ich denke, es gab eine unselige Euphorie in puncto<br />
Privatisierung bis hin in die Kommunen. Ich denke, dass viele faule<br />
Papiere nicht auf den Markt hätten kommen dürfen, es aber kaum wirksame<br />
Aufsichten dafür gab. Und das war vielfach auch gewollt. Ich erinnere,<br />
dass aber schon in Heiligendamm Peer Steinbrück und Angela Merkel (man<br />
kann sagen zu spät, aber ich sage immerhin früher als alle anderen)<br />
eine schärfere Regulierung und mehr Transparenz eingefordert haben.<br />
Damals voll blockiert von den USA und Großbritannien.
</p>
<p>
<b>W.friess: </b>Aber bei den Landesbanken sitzen doch viele Politiker in den Aufsichtsräten, haben diese versagt?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b>Es<br />
gibt offensichtlich die Tendenz, jetzt die Politiker zu den<br />
eigentlichen Sündern zu stempeln. Vielleicht weil die<br />
Hauptverantwortlichen die Bühne nicht betreten.
</p>
<p>
<b>Roland</b>:<br />
Bestraft man mit der Börsenumsatzsteuer (wie auch mit der<br />
Abgeltungsteuer) nicht Privatanleger, die bereit sind, riskant zu<br />
investieren?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: 0,5 Prozent auf Aktienverkäufe die über 1000 Euro liegen&#8230;. das ist nicht unzumutbar.
</p>
<p>
<b>UweD</b>: Frau Nahles, was genau sind faule Papiere. Können Sie das erläutern?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Schlechte Risiken, die mit ein paar guten vermischt werden und dann eine rote Schleife drumrum bekommen.
</p>
<p>
<b>UweD</b>:<br />
Mit der Börsensteuer bestraft man Unternehmen, denen man die Aufnahme<br />
von Kapital schwerer macht. Die Folge der Steuer ist eine<br />
Verschlechterung der Rendite. Somit wird diese Anlageklasse weniger<br />
interessant.
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Lieber UweD, was<br />
schlagen Sie denn vor? Sollen wir das weiter so beschleunigt laufen<br />
lassen? Ohne Beteiligung an den immensen Kosten &#8211; auch an die nächste<br />
Generation betreffenden Folgekosten?
</p>
<p>
<b>KaFi</b>: Ich<br />
lese hier auf der Tagesschau-Seite vom &quot;Rettungskonzept&quot; für Opel.<br />
Demnach sollen 3500 Stellen gestrichen werden und die anderen müssen<br />
sich auf Lohnkürzungen einstellen. Meine Meinung dazu ist, dass hier<br />
auf Kosten der Arbeitnehmer &quot;gerettet&quot; wird. Wie denken Sie darüber?
</p>
<p>
<b>Deumex</b>:<br />
Aus aktuellem Anlass: Wie sehen Sie die Chancen, angesichts des<br />
Rettungsplans die Marke Opel zu erhalten? Inwieweit könnte die News von<br />
heute, 3500 Stellen zu streichen, darauf einen Einfluss haben?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ja, auch die Arbeitnehmer werden leider wie auch schon in der<br />
Vergangenheit einen bitteren Preis für das Rettungspaket erbringen<br />
müssen. Vordringlich ist jetzt aber erstmal das es überhaupt eine<br />
stabile zukunftsweisende Lösung gibt.
</p>
<p>
<b>J2009</b>: Warum haben Sie nach dem Rücktritt Becks nicht für den SPD-Vorsitz kandidiert? Angst?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Haha.
</p>
<p>
<b>J2009</b>: &quot;Haha&quot; ist eine wirklich tolle Antwort für eine SPD-&quot;Spitzenpolitikerin&quot;!
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Oh je, ein bisschen Augenzwinkern geht immer. Ich finde die Frage,<br />
sorry, sehr merkwürdig. Ich habe 2005 als Generalsekretärin kandidiert,<br />
mit vielen Folgen für mich, aber auch für meine Partei. Von Angst kann<br />
keine Rede sein &#8211; aber Augenmaß, Realismus und Mehrheiten sind da schon<br />
wichtige Stichworte.
</p>
<p>
<b>Yoshi</b>: Gerade auf junge Menschen übt Politik<br />
keinen großen Reiz mehr aus. Intransparenz, Rechthaberei und<br />
Unaufrichtigkeit sind Stichworte, mit denen Politik in Verbindung<br />
gebracht wird. Wie wollen Sie die Politik, insbesondere für junge<br />
Menschen wieder positiv erfahrbar machen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Mal eine Frage zurück: Ist das jetzt nicht die Zeit, wo klar wird, wer<br />
überhaupt noch in der Lage ist verantwortlich zu handeln, ist das nicht<br />
die Zeit der Politik und ist das nicht vielleicht die beste Erfahrung?<br />
Ich weiß um viele Unzulänglichkeiten im politischen Betrieb, aber ich<br />
bitte alle von den Zuschauertribünen runter zu kommen. Wir brauchen<br />
mehr Demokraten und mehr Menschen, die mitmachen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>:<br />
Frau Nahles, wir haben nebenbei im Chat eine Umfrage gemacht, die<br />
natürlich nicht repräsentativ sein muss: &quot;Ist die SPD noch links?&quot; Die<br />
Antwort ist: 37 Prozent sagen ja, 63 Prozent sagen nein. Wollen Sie<br />
darauf reagieren?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Was sagt uns<br />
das? Jeder, der meine Politik in den letzten Jahren verfolgt hat weiß,<br />
dass ich mir meine eigene Meinung nicht nehmen lasse &#8211;<br />
nichtsdestoweniger ist die SPD eine linke Volkspartei.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Zwei Fragen zum Altkanzler sind eingetroffen:
</p>
<p>
<b>Ozz</b>: Glauben Sie, dass Gerhrad Schröder der SPD noch mal nützen könnte?
</p>
<p>
<b>Karsten</b>:<br />
Was halten Sie von der neuen außenpolitischen Agenda des ehemaligen<br />
SPD-Parteivorsitzenden Gerhard Schröder? War die Iranreise mit<br />
Steinmeier abgestimmt?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Das kommt<br />
ehrlich auf die Situation an, wie er sich einbringt und welcher Anlass.<br />
Er hat sich in der SPD sehr stark zurückgezogen in den letzten Jahren.<br />
Ich denke es ist richtig, auch Gesprächskontakte zum Iran zu haben. Das<br />
heißt nicht, deren Politik zu billigen, aber Gespräche gerade von<br />
ehemaligen Funktionsträgern können Brücken bauen.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Stichwort Managergehälter: Wird es eine Einigung heute Abend im Koalitionsausschuss dazu geben ?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich denke ja &#8211; allerdings gehen uns die Punkte, die wir im Konsens mit<br />
der Union hinkriegen können, leider noch nicht weit genug. So will die<br />
Union in keinem Fall eine Deckelung der steuerlichen Absetzbarkeit von<br />
Managergehältern &#8211; wir aber schon.
</p>
<p>
<b>Mfm</b>: Was sind Ihre persönlichen Vorschläge zur Bekämpfung der Finanzkrise?
</p>
<p>
<b>Dr. PushPull</b>: Wie wollen wir jemals von dieser Staatsverschuldung herunterkommen? Es wird doch wohl zu einer Geldentwertung kommen?!
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Wir haben im Konsens in der SPD Spitze unsere Vorschläge erst am Montag<br />
veröffentlicht. Unter dem Titel Steinmeier/Steinbrück-Papier. Sie<br />
finden das auf der Homepage www.spd.de. Diese Vorschläge teile ich und<br />
bin darüber hinaus der Meinung, dass wir auch über eine stärkere<br />
Verpflichtung der Europäischen Zentralbank für Beschäftigung eintreten<br />
sollten. Die Staatsverschuldung wird uns tatsächlich noch lange<br />
beschäftigen. Daher auch mein Vorschlag, über höhere Steuern für<br />
Spitzenverdiener und Vermögende wenigstens einen Teilausgleich zu<br />
schaffen. Ob und inwieweit eine inflationäre Entwicklung droht, will<br />
ich nicht spekulieren.
</p>
<p>
<b>Altlast</b>: Ich gehöre zum<br />
Heer der Langzeitarbeitslosen. Wie ich, werden viele Betroffene durch<br />
Zuteilung von unsinnigen, aber teuren Trainingsmaßnahmen letztendlich<br />
unvermittelbar, da zu lange arbeitslos. Wie würde eine SPD-Regierung<br />
das Problem angehen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Ich wäre dankbar, wenn sie mir das mal konkreter schildern könnten: andrea.nahles@bundestag.de.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Zwei persönliche Fragen zum Schluss:
</p>
<p>
<b>Selhan</b>: Könnten Sie sich als erste Frau im Amt der SPD-Parteivorsitzenden vorstellen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Vorstellen ist das eine&#8230;..
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: &#8230;und das andere?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Eben.
</p>
<p>
<b>Moderatorin</b>:<br />
Heute morgen konnte man Sie beim Frühstück im Café Einstein im<br />
Regierungsviertel sehen. Mit wem und zu welchem Thema tagten Sie da &#8211;<br />
verraten Sie das im Chat?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>: Staatssekretär Axel Nawrath (Finanzministerium). Thema: Finanzkrise. Was sonst. 🙁
</p>
<p><a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll480-magnifier_pos-3.html" onclick="windowOpen('/interaktiv/chat/chatprotokoll480-magnifier_pos-3.html',820,700,1,1);return false;" title="Zur Fotostrecke des Beitrages [neues Fenster]"><br />
</a></p>
<p>
<b>Moderatorin</b>: Das war eine knappe Stunde hier<br />
im tagesschau-Chat. Herzlichen Dank, Andrea Nahles, dass Sie sich<br />
mitten in einer themenreichen Bundestags-Sitzungswoche Zeit für die<br />
Diskussion mit den Lesern von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
genommen haben. Ein Dankeschön auch an unsere User für die vielen<br />
Fragen, die wir leider nicht alle stellen konnten.Das<br />
tagesschau.de-Team wünscht allen noch einen schönen Tag.
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles</b>:<br />
Besten Dank und sorry für die Tippfehler&#8230; (Anm. der Redaktion: im<br />
Chat schrieb sie &quot;Tipfehler&quot;, grinste danach und sagte: &quot;Den Tippfehler<br />
habe ich absichtlich gemacht&quot;)
</p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/was-habt-ihr-bloss-mit-dem-steinmeier-4275/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht kaputt&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotdas_deutsche_gesundheitssystem_ist_nicht_kaputtquot-135/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[mullrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jul 2006 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[große Koalition]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/quotdas_deutsche_gesundheitssystem_ist_nicht_kaputtquot-135/</guid>

					<description><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Donnerstag, 6. Juli, war 
Andrea Nahles, MdB der SPD, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in 
Kooperation mit politik-digital.de. Sie diskutierte mit den Nutzern 
über die Vor-und Nachteile der Gesundheitsreform und die Unstimmigkeiten 
in der Großen Koalition.</span></span></b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="normal">
<b><span style="font-size: x-small">Am Donnerstag, 6. Juli, war<br />
Andrea Nahles, MdB der SPD, zu Gast im tagesschau-Chat <span style="font-size: x-small">in<br />
Kooperation mit politik-digital.de. Sie diskutierte mit den Nutzern<br />
über die Vor-und Nachteile der Gesundheitsreform und die Unstimmigkeiten<br />
in der Großen Koalition.</span></span></b><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b><b>Moderator:</b></b> Herzlichen willkommen<br />
zum tagesschau-Chat zur gerade beschlossenen und doch wieder heftig<br />
diskutierten Gesundheitsreform. Chat-Gast im ARD-Hauptstadtstudio<br />
ist heute Andrea Nahles, SPD-Bundestagsabgeordnete und Gesundheitsfachfrau<br />
ihrer Fraktion. Vielen Dank, dass Sie gekommen sind, Frau Nahles.<br />
Wir haben ja mehrere Anläufe gebraucht, schön dass es<br />
jetzt geklappt hat. <br />
Können wir loslegen?
</p>
<p>
<b><b>Andrea Nahles: </b> </b>Hallo auch von meiner Seite.
</p>
<p>
<b>Maximo:</b> Können Sie mir bitte mal erklären<br />
wie es sein kann, dass die privaten Krankenkassen sich die gut verdienenden,<br />
meist weniger Kranken (jungen) Menschen herauspicken können<br />
und die öffentlichen Krankenkassen nur die Belastenden Versicherten<br />
übernehmen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Das ist ein System, das es nur noch in Deutschland<br />
und in Chile auf dieser Welt gibt. Ich habe ein Konzept mitentwickelt,<br />
die Bürgerversicherung, wo wir diese Systemgrenze überwinden<br />
wollen. In der großen Koalition ist das nicht umsetzbar. Aber<br />
ich gebe das Ziel nicht auf.
</p>
<p>
<b>conny:</b> Sehr geehrte Frau Nahles, wieso ist es<br />
nicht möglich, weitere Finanzierungsquellen für die Sozialsysteme<br />
heranzuziehen? Es ist doch seit langem bekannt, dass Arbeitnehmer<br />
als Hauptfinanzierungsquelle nicht ausreichen, um das System dauerhaft<br />
existenzfähig zu machen.
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> So ist es. Fragen Sie Herrn Stoiber, Herrn Koch<br />
und Frau Merkel. Genau darüber hat es ja heftige Auseinandersetzungen<br />
gegeben. Wir wollten eine neue Steuersäule ins System einbringen,<br />
die Beiträge senken. Das wurde kurz vor der Koalitionsrunde<br />
am Sonntag plötzlich kaputt gemacht, aber ich glaube, dass<br />
wir schon in ein bis zwei Jahren zu diesem Punkt zurückkommen<br />
werden.
</p>
<p>
<b>ZipUall:</b> Werden Sie dem Gesetz zustimmen, wenn<br />
es so formuliert wird, wie die Eckpunkte es erwarten lassen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ich habe keinen Grund anzunehmen, dass es so am<br />
Ende rauskommt. Aber wenn ja, sehe ich meine Ja-Stimme nicht in<br />
der Urne verschwinden.
</p>
<p>
<b>anna@home:</b> Welche drei grundlegenden Dinge hätten<br />
Sie persönlich gerne an dem Gesundheitskompromiss noch geändert?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ich möchte, dass die privaten Kassen sich finanziell<br />
am Solidarsystem beteiligen. Ich halte einen Fonds, der einen Zusatzbeitrag<br />
von bis zu einem Prozent &#8211; nur für Arbeitnehmer – fordert,<br />
ungerecht, und ich möchte eine Umfinanzierung hin zu Steuern,<br />
um die Beiträge zu senken und die Kosten auf den Faktor Arbeit<br />
zu entlasten.
</p>
<p>
<b>Maximo:</b> Ist es überhaupt denkbar, den privaten<br />
Krankenkassen das Geschäft mit der Gesundheit wieder zu entziehen?<br />
Besteht hier nicht ein Anspruch?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Niemand will die privaten Krankenkassen vom Markt<br />
drängen. Alle Länder um uns herum haben eine solidarische<br />
Krankenversicherung für alle und gleichzeitig private Anbieter<br />
auf dem Markt. Aber die Privaten können sich die besten Risiken<br />
und hohen Einkommen rausfiltern und bezahlen gleichzeitig nicht<br />
für Behinderte und für sozial Schwache mit &#8211; jedenfalls<br />
nur in homöopathischen Dosen. Das ist nicht in Ordnung.
</p>
<p>
<b>Katja:</b> Privat Versicherte leisten schon jetzt<br />
einen großen Beitrag zur Finanzierung des Gesundheitswesens.<br />
Uns können die Ärzte wenigstens das in Rechnung stellen,<br />
was ihre Arbeit wert ist. Und wieso sollten wir uns an einem &quot;Solidarsystem<br />
&quot; beteiligen, wenn noch nicht einmal unsere Kinder ebenso &quot;solidarisch<br />
&quot; kostenfrei mitversichert sind?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> 8,5 Milliarden werden den Privaten alleine über<br />
die Beihilfe für die Beamten als staatlicher Zuschuss gewährt.<br />
Die Privaten setzen auf der Infrastruktur des Gesundheitssystems<br />
auf, die die 90 Prozent gesetzlich Versicherten aufbringen Nein,<br />
die Privaten verschaffen einzelnen Ärzten Mehreinnahmen, sind<br />
aber wie beim Cappuccino der Schaum oben drauf. Sie leisten gute<br />
medizinische Versorgung &#8211; damit da kein falscher Eindruck entsteht<br />
&#8211; aber das können sie eben auch, weil sie durch ihre privilegierten<br />
Aufnahmebedingungen auch mehr Reserven haben.
</p>
<p>
<b>Paul:</b> Sagen Sie bitte auch, dass die privaten<br />
Krankenkassen die Arztkosten quersubventionieren.
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Wer bekommt die höheren Vergütungen? Alle<br />
Ärzte? Nein. Es sind vor allem Ärzte in urbanen Verdichtungsräumen<br />
und vor allem Fachärzte, die von vielen PKV-Patienten profitieren.<br />
Bei mir in der Eifel oder im Osten davon keine Spur. Hier gibt es<br />
wenig Privatpatienten, deshalb bin ich froh, dass es uns gelungen<br />
ist, die Vergütungsstruktur der Ärzte auf neue Füße<br />
zu stellen. Alle erhalten nicht mehr die Punkte (die die bestrafen,<br />
die mehr tun, die intransparent sind, wo die Ärzte keine Planungssicherheit<br />
haben), sondern Festbeträge und indikationsbezogene Zuschläge.<br />
Das ist wirklich ein guter Erfolg des Kompromisses.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kommentar zum gleichen Thema von Gerdbeck an Katja in<br />
Sachen Beitrag der PKV:
</p>
<p>
<b>gerdbeck:</b> @Katja: Ein armer Assistenzarzt sieht<br />
davon auch keinen Pfennig. Den neuen Sportwagen des Chefarztes zu<br />
finanzieren, ist wahrlich keine Leistung!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Führt die Umstellung bei den Ärzten nicht<br />
zu höheren Kosten? So sagen es Experten.
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ja, das kann im Anlauf sein, das finde ich einen<br />
berechtigten Einwand. Für mich wiegt es den Wert dieser Strukturveränderung<br />
jedoch auf, dass die Mehrkosten teilweise von den Klinikärzten<br />
aufgebracht werden &#8211; zugunsten der niedergelassenen Ärzte,<br />
das ist das eigentliche Problem, da will ich auch noch mal mit Kollegen<br />
nachgehen, ob wir das nicht anders lösen können.
</p>
<p>
<b>Daniel:</b> Frau Nahles, mit dem Fondmodell werden<br />
die Betriebskrankenkassen, die nur junge, kräftige, gesunde<br />
Arbeiter haben, den Durchschnittssatz nach unten treiben und mit<br />
der Kohle auskommen, sogar weniger brauchen. Die anderen Krankenkassen,<br />
die die Rentner und Arbeitslosen haben, werden schlicht pleite machen.<br />
Wie wird das bei der Gesundheitsreform berücksichtigt oder<br />
verhindert?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Das wird einerseits durch einen Risikostrukturausgleich<br />
abgemildert, der auch nach Krankheit, Alter und Geschlecht ausgestaltete<br />
Umverteilungen zwischen den Kassen organisiert. Andererseits soll<br />
die Abweichung nach oben begrenzt werden. Nur ein Prozent darf es<br />
an Zusatzbeiträgen für die Kassen geben, die nicht so<br />
gut dastehen wie die Betriebskrankenkassen.
</p>
<p>
<b>ZipUall: </b>Frau Nahles, es kann doch nicht Ihr Ziel<br />
sein, immer mehr Geld in das System zu pumpen. Warum denken Sie<br />
nicht mal darüber nach, Leistungen auszugliedern oder mehr<br />
Kontrolle dadurch in das System zu bringen, dass jeder Versicherte<br />
nach der Behandlung eine Rechung bekommt?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Seit 2004 kann jeder, auch der AOK-Versicherte,<br />
eine Rechnung vom Arzt bekommen, wenn er danach fragt. Leider ist<br />
das bisher ein stumpfes Schwert gewesen, da die Rechnung sehr unverständlich<br />
für die Patienten war und der Arzt aufgrund eines komplizierten<br />
Punkteabrechnungssystems für seine Leistungen auch nicht weiterhelfen<br />
konnte. Das wird durch die Reform jetzt transparenter und besser.<br />
Also demnächst ist eine verständliche Rechnung zu bekommen.<br />
Das finde ich auch gut. Zu Leistungsausgrenzungen: Das ist doch<br />
der Grund, warum wir uns krankenversichern: dass wir im Falle eines<br />
Falles auch tatsächlich abgesichert sind. Die Union wollte<br />
alle Unfälle privatisieren. Das wäre doch verrückt.<br />
Wer versichert denn einen Parkinson-Patienten, der ständig<br />
hinfällt, und wenn, ja für wie viel? Für mich berühren<br />
solche massiven Leistungsausgrenzungen die Grundidee einer solidarischen<br />
Krankenversicherung, und ich bin dankbar, dass wir das verhindert<br />
haben.
</p>
<p>
<b>Torsten25:</b> Warum wird nicht endlich ein marktwirtschaftliches<br />
Element für die Krankenversicherung eingeführt, indem<br />
die Patienten nicht feste Praxisgebühren und Zuzahlungen sondern<br />
5 &#8211; 10% des Honorars/Preises erstatten müssen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Eine interessante Idee, die auch erörtert wurde.<br />
Wir haben im System jetzt nur eine Regelung wonach ein bestimmter<br />
Prozentsatz an Gesamtbelastung nicht überschritten werden darf.<br />
Für den einzelnen werde ich mir das noch mal anschauen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Es kam auch schon prompt Protest, aber mit Grenzbelastung<br />
wäre das ja erledigt.
</p>
<p>
<b>anyron:</b> Das markwirtschaftliche Element wäre<br />
unsolidarisch. 10% einer 15000-Euro-Rechnung ist doch etwas anderes<br />
als 10% einer 50-Euro-Rechnung, nicht?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Weiter damit:
</p>
<p>
<b>joachim:</b> Sind Sie eigentlich privat versichert?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> AOK Rheinland-Pfalz. Mich nehmen die Privaten ohnehin<br />
nicht mehr, weil ich schwerbehindert bin. Tja.
</p>
<p>
<b>er.call:</b> OECD und WHO bescheinigen, dass die deutschen<br />
NL-Ärzte 60% mehr Patientenbesuche abrechnen als der Durchschnitt<br />
der 30 Industrienationen. Glauben Sie, dass die Deutschen um 80%<br />
mehr die Arztpraxen besuchen &#8211; oder glauben Sie, dass die NL-Ärzte<br />
das unkontrollierte Abrechnungssystem ausnutzen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ja die Deutschen lieben offensichtlich die Ärzte<br />
oder die Zeitschriften im Warteraum oder die kleinen Schwätzchen<br />
am Rande.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zweimal zum gleichen Thema:
</p>
<p>
<b>Gernfried2000:</b> Warum wird in der GKV ein 120 kg<br />
schwerer, nicht zum Abnehmen bereiter, rauchender Diabetiker mit<br />
einem gesund lebenden Menschen gleichgestellt. Wie weit muss Solidarität<br />
gehen?
</p>
<p>
<b>MerkelsRache:</b> Warum werden Raucher nicht z.B.<br />
mit höheren Beiträgen belastet und Übergewichtige?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Oh weh, was für eine Gesundheitspolizei stellen<br />
wir uns da denn vor? Prävention zu belohnen, finde ich gut.<br />
Ich bin durchaus für Bonussysteme, aber nicht für Bestrafungen<br />
nach Gewichtsklassen. Nächstens wird der Karneval im Rheinland<br />
verboten, weil er definitiv zu ungesundem Verhalten anhält????<br />
Im Ernst: Gut sind auch Chronikerprogramme, wo Krankheiten wie Diabetes<br />
mit System und Verhaltensänderungen der Betroffenen behandelt<br />
werden und sie davon auch finanziell noch was haben.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Diese Überzeugung habe ich so oft gehört,<br />
da wüsste ich auch gerne, was Sie dazu sagen:
</p>
<p>
<b>Maximo:</b> Ist der Zeitpunkt der Gesundheitsreform<br />
extra zu Zeiten der WM gewählt worden, wo nicht so viel Aufmerksamkeit<br />
auf die weiteren Belastungen für die Bürger fällt?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ja und nein, die Reform war vor dem Sommer schon<br />
lange geplant, auch weil die konkrete Ausgestaltung noch ganz schön<br />
dauern kann. Wir haben ja jetzt erst Eckpunkte. Ich denke aber auch,<br />
dass auf eine Ablenkung spekuliert wurde.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> &quot;Erst Eckpunkte&quot; sagen Sie: Das heißt,<br />
es wird noch viel diskutiert werden müssen zwischen Union und<br />
SPD?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> So ist es. Eine Sache, auf die ich mich ehrlich<br />
gesagt nicht sehr freue 😉
</p>
<p>
<b>Selhan Aerdna:</b> Können Sie den Konflikt und<br />
den Vertrauensbruch zwischen Herrn Struck und Frau Merkel nachvollziehen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ja, Merkel hatte eine klare Ansage gemacht, dass<br />
sie für Umfinanzierung hin zu Steuern ist. Umstritten war nur<br />
noch die Höhe und ob zweckgebunden für Kinder oder nicht.<br />
Dann kippt sie zwei Tage vorher um und zwar richtig.
</p>
<p>
<b>Pragmatiker: </b>Gefährden Franz Müntefering<br />
und erst recht Johannes Kahrs mit seiner Kritik an Frau Merkel nicht<br />
die Koalition?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Frau Merkel macht die Arbeit in der Koalition schwierig,<br />
wenn wir uns nicht mal auf Zusagen der Kanzlerin verlassen können.
</p>
<p>
<b>logan:</b> Wie weit ist das Verhältnis in der<br />
großen Koalition durch den Kompromiss beschädigt?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Es ist angespannt.
</p>
<p>
<b>chico: </b>Frau Nahles, warum werden nicht endlich<br />
die Profiteure des Gesundheitssystems, die Apotheker und die Pharma-Industrie,<br />
angemessen belastet (Arzneipreise freigeben, Apothekergebühren<br />
senken&#8230;)? Liegt es an deren &quot;großartiger &quot; Lobby,<br />
die ja die Patienten bzw. Versicherte nicht haben?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ich muss sagen, dass mich der Mangel an Ergebnissen<br />
in diesem Bereich auch sehr verärgert. Da ich bei Verhandlungen<br />
nicht direkt dabei war, kann ich auch nur mutmaßen. Aber sicher<br />
hatte die Lobby Einfluss.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wer hat die Verhandlungen letztendlich geführt?<br />
Wirklich nur die Koalitionsspitzen? Da müssten doch ein paar<br />
wichtige Fachpolitiker auch zugearbeitet haben, oder?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ja, aber dieses Mal hat das Gesundheitsministerium<br />
eng gespielt &#8211; das können alle bestätigen. Die gesetzlichen<br />
Krankenkassen hatten beispielsweise fast überhaupt keinen Einfluss<br />
nehmen können. Das ist nachvollziehbar, macht aber auch für<br />
Fehler anfällig
</p>
<p>
<b>martin.heuer:</b> Wenn medizinische Angebote sich<br />
&quot;verbessern &quot; und verteuern und immer weniger Beitragszahler<br />
mit immer geringerem Gehalt immer mehr Kranke und Alte &quot;solidarisch<br />
mitversichern&quot;, wird das System auch zukünftig immer mehr<br />
kosten (auch bei den PKV). Den Kostenanstieg wird die Politik nur<br />
durch Leistungsbegrenzungen und individuelle Versicherungskosten<br />
bremsen können.
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Oder durch solidarische Absicherung, z.B. steuerfinanzierte<br />
Einnahmesäule, Verbreiterung der Bemessungsgrundlage &#8211; anders<br />
ausgedrückt: durch Einbeziehung auch von Selbständigen,<br />
Beamten, Gutverdienern und durch Einbeziehung aller Einkunftsarten,<br />
also nicht nur der Löhne, sondern auch der Kapital- und Zinserträge.<br />
Wir sind da an einer Weggabelung. Die eine Richtung haben Sie beschrieben,<br />
die andere habe ich skizziert. Die CDU und SPD tun sich nicht umsonst<br />
so schwer, einen Kompromiss zwischen diesen beiden Polen zu finden.
</p>
<p>
<b>wieso weshalb warum: </b>Ich bin gesetzlich krankenversichert<br />
und löhne derzeit Gott sei Dank nur den Studentenbeitrag, aber<br />
in Zukunft werde ich ja auch zu den regulären Beitragszahlern<br />
gehören. Daher auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels<br />
die Frage: Warum sollte ich in Zukunft ein total kaputtes, bürokratisches<br />
System finanzieren, das zwar sozial genannt wird, aber zunehmend<br />
&quot;Eigenverantwortung &quot; einfordert. Wie verkaufen Sie das<br />
den folgenden Generationen?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Das deutsche Gesundheitssystem ist nicht kaputt.<br />
Nur in wenigen Ländern der Welt ist die Versorgung flächendeckend<br />
und für so breite Teile der Bevölkerung so gut. Wir Deutschen<br />
neigen dazu, das Gute bei der Kritik des noch zu Verbessernden völlig<br />
aus dem Auge zu verlieren. Ich selber war oft im Krankenhaus wegen<br />
meiner Hüfte und kenne das System auch aus eigener Anschauung<br />
&#8211; mein Bruder ist Arzt an der Charité.
</p>
<p>
<b>Juling:</b> Warum haben die Politiker vor richtig<br />
durchgreifenden, radikalen Reformen Angst? Ob bei dem Sozialsystem<br />
oder dem Bildungssystem, immer nur Trippelschritte aus Angst, Wähler<br />
zu verlieren. Warum denkt man nicht einmal an unser Land, anstatt<br />
an die vielleicht abspringenden Wähler. Eine gute Reform und<br />
eine Wahlperiode regieren ist besser als drei Wahlperioden mit Pseudoreformen<br />
an der Macht zu &quot;hängen&quot;&#8230;
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ich kann aber verstehen, dass man Sorgen hat. Wir<br />
müssen eine stabilere Situation bei den Einnahmen und weniger<br />
Lobbyismus bei den Ausgaben erreichen.
</p>
<p>
<b>er.call: </b>Transparency schätzt den Missbrauch<br />
in unserem Gesundheitssystem auf mindestens 10 Milliarden Euro jährlich!<br />
Es gibt ernstzunehmende Schätzungen die bis zu 24 Milliarden<br />
gehen. Wie sehen Ihre Vorschläge zu einer wirklichen Reform<br />
aus, die diesen Missbrauch verhindert?
</p>
<p>
<b>Andrea Nahles: </b> Ja, wir haben noch nicht den großen Wurf geschafft,<br />
weil es nicht genügend Grundkonsens in der großen Koalition<br />
gibt. Wo kein Grundkonsens, kein ausreichendes Vertrauen &#8211; das war<br />
das Problem glaube ich. Ja, wir haben auch Missbrauch und Korruption.<br />
Aber auch da sind fast alle anderen Länder der Welt eher schlechter<br />
aufgestellt. Trotzdem würde ich mir da mehr Kontrolle wünschen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das unser tagesschau-Chat. Frau Nahles ist derzeit wohl<br />
eine der gefragtesten Politikerin in Sachen Gesundheit, daher müssen<br />
wir ein paar Minuten frühe Schluss machen. Der nächst<br />
Termin drängt. Vielen Dank Frau Nahles, vielen Dank an alle<br />
Chatter für das Interesse und die zahlreichen Fragen. Noch<br />
ein Hinweis. Am kommenden Montag, 10. Juli, chatten wir ab dreizehn<br />
Uhr mit unserem ARD-Korrespondenten Wim Dohrenbusch, der die Entwicklung<br />
im Kongo und den Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung der Wahl im<br />
Kongo vor Ort beobachtet. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder<br />
dabei sind. Das tagesschau-Chat-Team wünscht allen noch einen<br />
schönen Tag.
</p>
<p><b>Andrea Nahles: </b> Tschüss und bis zur nächsten Gesundheitsreform.<br />
Andrea Nahles</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wir machen hier kein Ringelpietz&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kbeutel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 May 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="fett">
Andrea Nahles, bekennende Partei-Linke 
und Mitglied im SPD-Präsidium, stellte sich am 25. Mai den 
Chat-Usern<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b> 
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span> 
Im Mittelpunkt standen, zwei Tage nach Münteferings Neuwahlenforderung, 
die Themen Zukunft der Partei und die Regierungsfähigkeit der 
Koalition.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
Andrea Nahles, bekennende Partei-Linke<br />
und Mitglied im SPD-Präsidium, stellte sich am 25. Mai den<br />
Chat-Usern<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b><br />
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist<br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span><br />
Im Mittelpunkt standen, zwei Tage nach Münteferings Neuwahlenforderung,<br />
die Themen Zukunft der Partei und die Regierungsfähigkeit der<br />
Koalition.<!--break-->
</p>
<p>
<span class="fett">Moderatorin: </span>Liebe Politik-Interessierte,<br />
willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein<br />
Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Zum Chat ist heute die Wortführerin der<br />
SPD-Linken Andrea Nahles ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Frau<br />
Nahles, sind Sie bereit für den 60-Minuten-Chat mit unseren<br />
Usern?<span class="fett"></p>
<p>Andrea Nahles:</span> Ja.<span class="fett"></p>
<p>Moderatorin: </span>Frau Nahles, haben Sie mit den anderen aus der<br />
Parteilinken den Kanzler bis aufs Blut gereizt, dass er gar nicht<br />
mehr anders konnte als Neuwahlen anzusetzen?<span class="fett"></p>
<p>Andrea Nahles: </span>Nein. Aber wir haben mit der Politik der letzten<br />
drei Jahre neun Landtagswahlen verloren. Während dieser ganzen<br />
Zeit haben wir uns mehr als solidarisch verhalten. Aber ein &quot;Wir<br />
wählen solange, bis die Wähler es kapieren&quot; halten<br />
wir nicht durch. Deshalb ist nach vorne eine Öffnung für<br />
ein schärferes soziales Profil erforderlich. <span class="fett"></p>
<p>Charles Bronson:</span> Die Menschen wählen die CDU statt der<br />
SPD, weil sie keine Reformen wollen. Dabei wird wohl der Bock zum<br />
Gärtner gemacht. Haben sie nicht einfach ein riesen Kommunikationsproblem?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Das auch. Die Menschen<br />
&#8211; so habe ich es im Wahlkampf gespürt erwarten nicht viel von<br />
der CDU, aber sie sind von uns enttäuscht. Und das hat wirklich<br />
viel mit unserer Politikpräsentation zu tun.</p>
<p><span class="fett">12zehenfaultier:</span> Womit wollen sie eigentlich<br />
Wahlkampf machen? Glaubt Schröder wirklich er kann die Menschen<br />
noch begeistern?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles: </span>Es geht nicht um begeistern,<br />
sondern ums überzeugen. Wir Sozialdemokraten stehen für<br />
Zusammenhalt in einem schwierigen Strukturwandel. Die &quot;anderen&quot;<br />
für marktradikalen Sozialabbau. Es geht darum, wie wir leben<br />
wollen. Ich gebe Ihnen aber recht, wir müssen in den nächsten<br />
2-3 Wochen eine Vorwärtslinie definieren. Was wird besser,<br />
wenn wir im Herbst von den Wähler bestätigt würden.<br />
Da setze ich auf Reformen. Wie zum Beispiel den Abbau von Steuerschlupflöchern.<br />
Die Eindämmung von Spekulationsgewinnen und so.</p>
<p><span class="fett">Moderatorin: </span>Gehen wir ins Detail: Was<br />
sind Ihre Positionen für das Wahlprogramm? </p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles:</span> Wir brauchen einen handlungsfähigen<br />
Staat. Einen Staat, der in die Zukunft investieren kann. In Bildung,<br />
aber auch Gesundheit. Wir müssen den Menschen ein verlässlicher<br />
Partner sein. Das heißt: Wir müssen Konsequenzen aus<br />
der Kapitalismuskritik ziehen. Wir wollen, dass Bildung für<br />
alle finanzierbar bleibt und dass wir mehr Ganztagsschulen und Förderungen<br />
der einzelnen Kinder, Jugendliche und Arbeitnehmer bekommen. Wir<br />
wollen den Sozialstaat nicht abbauen, aber wir müssen ihn weiter<br />
entwickeln. Zum Beispiel indem wir weniger über Abgaben und<br />
mehr über Steuern finanzieren etc. Sozialer Fortschritt nennt<br />
das Müntefering. Finde ich gut.</p>
<p><span class="fett">bech:</span> Wie stellen Sie sich die Zukunft<br />
des Gesundheitsprogramms vor?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles: </span>Wir können in Deutschland<br />
viel mehr machen, um Krankheiten vorzubeugen. Prävention ist<br />
da das Stichwort. Wir sollten in jedem Fall aus dem Kreislauf ausbrechen,<br />
dass wir bei dem Gesundheitssystem immer entweder nur die Leistungen<br />
kürzen oder die Beiträge steigern. Stattdessen setzen<br />
wir auf die Bürgerversicherung &#8211; d.h. Von allen für alle.<br />
Konkret: Alle Bürger in einem guten System versichern &#8211; bei<br />
unterschiedlichen Kassen, privaten wie öffentlichen, aber zu<br />
solidarischen Bedingungen. Das heißt, nicht nur die Löhne<br />
und Gehälter finanzieren unserer Gesundheitssystem, sondern<br />
auch die Kapitalerträge aus Vermögen.
</p>
<p>
<span class="fett">Bender1:</span> Ist die Bürgerversicherung<br />
nicht nur ein Schlagwort und eher unter einer neuen Steuer einzuordnen?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles: </span>Schlagwort. He, ich habe<br />
81 Seiten mit unserer Kommission erarbeitet, unter www.spd.de zu<br />
finden. Aber im ernst: wir wollen die Basis der Einnahmen dadurch<br />
verbreitern, dass alle einzahlen. Das ist Netto gerechnet ein Plus<br />
von 6 Mrd. bei den Einnahmen, weil die Gutverdiener dann auch voll<br />
mit drin sind in der Solidargemeinschaft. Darüber hinaus &#8211;<br />
ergänzend &#8211; wollen wir auch Kapitalerträge, die bisher<br />
überhaupt nicht berücksichtigt werden zur Finanzierung<br />
heranziehen. Im Gegensatz zur CDU bleibt die Finanzierung bei uns<br />
im Wesentlichen eine über die Umlage von Beiträgen.</p>
<p><span class="fett">JH:</span> Also ohne Beitragsbemessungsgrenze?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Die Beitragsbemessungsgrenze<br />
bleibt wie bisher für die Löhne und Gehälter. Aber:<br />
wenn wir Kapitalerträge heranziehen, dann kann man das auf<br />
zwei Wegen machen. Entweder man nimmt das über eine pauschalierte<br />
Steuer ein &#8211; ohne Beitragsbemessungsgrenze, oder – ein zweiter<br />
Weg &#8211; man &quot;verbeitragt&quot; die Kapitaleinkünfte &#8211; wie<br />
es so schön im deutschen Sprachgebrauch heißt. Diesen<br />
Weg &#8211; weil er komplizierter ist &#8211; favorisiere ich jedoch nicht.</p>
<p><span class="fett">Moderatorin: </span>Gehen wir zum Thema Steuern:
</p>
<p>
<span class="fett">takumar:</span> Kaum jemand bestreitet ernsthaft<br />
dass eine Mehrwerteteuererhöhung richtig und unvermeidlich<br />
ist. Wenn das aber so ist, muss man sie dann nicht gleich machen<br />
und mit dem eingenommenen Geld Positives bewirken?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Vielleicht &quot;kaum<br />
jemand&quot; obwohl ich dem noch nicht begegnet bin 🙂 &#8211; aber ich<br />
schon. Bevor wir an die Mehrwertsteuer denken, warum nicht die Veräußerungen<br />
von Aktienverkäufen besteuern. Derzeit und leider von meiner<br />
Regierung so beschlossen &#8211; Steuer Null. Oder: Wieso nicht einen<br />
Aufschlag auf die Einkommenssteuer von 5 % ab einem Einkommen von<br />
300.000 Euro im Jahr? Mehrwertsteuern wirken immer sehr ambivalent<br />
&#8211; sie belasten den Konsum. Die größte wirtschaftliche<br />
Schwäche in Deutschland ist seit Jahren die schwache Nachfrage<br />
auf dem Binnenmarkt. Also, keine vorschnelle Mehrwertsteuererhöhung.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderatorin: </span>Wie wollen sie sich mit<br />
der Forderung nach einer stärkeren Besteuerung großer<br />
Vermögen und privater Erbschaften durchsetzen? Müntefering<br />
und Schröder haben Kurskorrekturen und einer Verwässerung<br />
der Reformagenda 2010 eine Absage erteilt.
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Erst mal fordere ich generell,<br />
dass alle Einkommen gerecht und nach ihrer Leistungsfähigkeit<br />
zur Finanzierung unserer Gemeinwesens herangezogen werden. Das gibt<br />
es mehr als die beiden oben genannten Punkte. Gerhard Schröder<br />
und ich tragen gerade öffentlich aus, inwieweit eine &quot;Weiter<br />
so&quot;- Linie in den nächsten Monaten geht. Ich glaube aber,<br />
dass wir eine gemeinsame Wahlkampfplattform finden. Wie gesagt,<br />
wir stecken derzeit mitten in der Frage Agenda 2010 oder Agenda<br />
2010 Plus.</p>
<p><span class="fett">jim knopf: </span>Sie gelten doch als Parteilinke,<br />
wäre das Lafontaine-Bündnis was für sie?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Nein. Seit gestern gehört<br />
Oskar Lafontaine zu meinen politischen Gegnern. Er hat die große<br />
Chance gehabt, linke Politik mit einer Regierungsmehrheit, und damals<br />
hatte die SPD sogar noch eine Mehrheit im Bundesrat, zu machen.<br />
Obwohl ich verstanden habe, warum er als Finanzminister zurückgetreten<br />
ist, habe ich diese Flucht aus allem nie begriffen. Seither führt<br />
er einen privaten Feldzug gegen alle möglichen Leute. Ich kann<br />
bei ihm selber aber keine Zukunftskonzepte erkennen, er ist einer<br />
von gestern.</p>
<p><span class="fett">LinkeEifelerin:</span> Befürchtest du, dass<br />
noch mehr SPD Linke Lafontaine folgen und die Partei verlassen?</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles: </span>Ja, das kann sein. Aber<br />
ich arbeite mit Hochdruck daran das es so wenig wie möglich<br />
werden.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderatorin: </span>Glauben Sie, dass die SPD<br />
Stimmen an ein eventuelles Linksbündnis verliert?</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles: </span>Frage von oben, bitte neue<br />
Frage.
</p>
<p>
<span class="fett">UserTWO10:</span> Welche Strategie halten Sie<br />
im Wahlkampf für richtig: personalisierter oder sachorientierter<br />
Wahlkampf?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Personalisierung alleine<br />
haut definitiv nicht hin. Aber ich denke, die CDU hat ein Problem<br />
mit Merkel und Westerwelle bei ihrer eigenen Klientel.</p>
<p><span class="fett">Moderatorin:</span> Kommen wir zur SPD-Klientel:</p>
<p><span class="fett">Markus75:</span> Schröder muss natürlich<br />
zu seiner Linie (Hartz IV usw.) stehen. Wenn die SPD eine andere<br />
Linie fahren will, geht das nur mit einem anderen Kanzlerkandidaten.<br />
Von daher halte ich die Debatte über Agende 2010 (Plus?) für<br />
eher aussichtslos. Mit Schröder lässt sich ein &quot;Plus<br />
&quot; nicht transportieren. Allenfalls mit Münte.</p>
<p><span class="fett">Deep-Chess:</span> Inwieweit ist die SPD eigentlich<br />
vom Schröder/Müntefering abhängig. Wieso konnten<br />
die Beiden sozusagen alleine das Regierungsbündnis kündigen<br />
und wieso können die Beiden jetzt auch noch ohne die Basis<br />
zu befragen sich selber (Schröder) wieder als Spitzenkandidaten<br />
aufstellen?</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles:</span> Wir brauchen einen Chor<br />
von Stimmen, die harmonieren. Solche krassen Entscheidungen kann<br />
man nicht in einem großen Plenum diskutieren. Das ist zwar<br />
Mist, aber das verstehe ich sogar. Die SPD wird aber am 4.7. und<br />
am 31.8. Parteitage haben, die das Programm und den Kandidaten bestimmen<br />
bzw. aufstellen. Klar ist aber, dass das Schröder ist. Ja,<br />
das ist Zugzwang, aber der ist halt da, wenn man einen 3-Monate-Wahlkampf<br />
führt.
</p>
<p>
<span class="fett">SPD-Braunschweig:</span> Liebe Andrea! Würde<br />
ein thematischer Kurswechsel nicht die letzte Glaubwürdigkeit<br />
der Partei zerstören? Wir Anhänger an der Basis werden<br />
auf jeden Fall die Politik Schröders vertreten und dafür<br />
werben!</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles:</span> Richtig. Deshalb kann es<br />
keinen Kurswechsel im Sinne einer Rücknahme unserer Reformen<br />
geben aber eine ehrliche Bilanz ist auch fällig. Offensichtlich<br />
haben wir Kompetenz in den Augen der Menschen eingebüßt.<br />
Deshalb plädiere ich für eine Neuausrichtung nach vorne.<br />
(Da guck mal genau, wie ich das intoniere). Und mein Eindruck ist,<br />
dass die Leute sehr erleichtert waren als Münte auch noch mal<br />
offensiv die Verantwortung der Unternehmen für Arbeitsplätze<br />
thematisiert hat. Und das müssen wir jetzt füllen. Wenn<br />
wir das nicht machen, glauben uns die Leute grad gar nix mehr.
</p>
<p>
<span class="fett">frischling:</span> Schröder macht den Eindruck<br />
eines angeschossenen, in die Ecke getriebenen wilden Tieres. Haben<br />
sie nicht Angst, er trampelt jetzt alle tot?</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles: </span>Na ja, wir sind seit Jahren<br />
echte Freunde 🙂 Aber ich denke: Rückrat macht stark Und so<br />
fühle ich es auch. Wir haben Respekt – wechselseitig.<br />
Das wird schon gehen.</p>
<p><span class="fett">Nobbi:</span> Nur Müntefering steht für<br />
mehr Staat und das ist ja wohl eine Einbahnstrasse, die die Eigeninitiative<br />
lähmt.
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles: </span>Wir Sozis sehen das so:<br />
Staat ist dafür da, dass alle den gleichen Chancen haben, aber<br />
nutzen müssen die Leute das in Eigeninitiative. Deshalb heißt<br />
es in vielen Feldern „Fordern und Fördern“ &#8211; eben<br />
beides. Unser Staat das ist eben so. Menschen, Gesellschaft, Staat,<br />
aber alles fängt mit den Menschen an und hört auch da<br />
wieder auf.
</p>
<p>
Ich sehe das nicht als Gegensatz, das muss ineinander greifen.<br />
Derzeit mache ich mir Sorgen, weil in meinen Heimatkommunen viele<br />
sinnvolle und wichtige Aufgaben z.B. Büchereien, Streetworker<br />
für junge Menschen etc. nicht mehr finanziert werden können.<br />
Das zu ändern, würde ich gestaltenden Staat nennen.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderatorin:</span> Zu den Grünen:</p>
<p><span class="fett">Renaissance: </span>Finden sie den Umgang mit<br />
dem Koalitionspartner richtig? (Der Mohr hat seine Schuldigkeit<br />
getan&#8230;)</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles:</span> Wir haben mit den Grünen<br />
eine große Schnittmenge an Positionen. Wir haben mit denen<br />
viele erfolgreiche Projekte umgesetzt: z. B. Atomausstieg, den die<br />
CDU wieder rückgängig machen will. Aber auch generell<br />
ein offenes Klima in der Gesellschaft. Ich will das fortführen,<br />
klar ist aber auch, die SPD muss stärker werden, sonst verlieren<br />
wir beide. In diesem Sinne bin ich dafür, dass wir getrennt<br />
auftreten, um dann wieder gemeinsam &quot;zuzuschlagen&quot;.
</p>
<p>
<span class="fett">robert0810: </span>Wie beurteilen Sie die Chancen<br />
einer &quot;Großen Koalition&quot;?</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles:</span> Geschwätz über<br />
große Koalitionen lehne ich strikt ab.</p>
<p><span class="fett">remington steel:</span> Geht es Herrn Schröder<br />
in Wahrheit um eine Große Koalition, unter seiner Führung?</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles:</span> Nein, das hätte er<br />
einfacher haben können. Für die SPD als Partei ist das<br />
keine Lösung, wir machen einen polarisierten Richtungswahlkampf<br />
und nicht Ringelpietz mit Anfassen.
</p>
<p>
<span class="fett">rote_juso_socke:</span> Liebe Andrea, was wäre<br />
denn dein/e persönlicher Rat/Bitte an Parteilinke (besonders<br />
Jusos), die zur Zeit an einen Austritt wie Lafontaine denken?</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles: </span>Mit dem derzeitigen Personal-<br />
und Politikangebot ist die SPD noch zu schwach aufgestellt für<br />
die nächsten Jahre, deshalb: Eintreten und damit Politik verändern,<br />
und nicht Austreten und damit die Linke zerlegen und Mehrheiten<br />
auf Dauer zu verhindern.</p>
<p><span class="fett">szaoralek:</span> Was bleibt H. Schröder<br />
selbst nach einem Wahlsieg übrig als eine große Koalition,<br />
sonst ist das Land nicht regierbar! Oder ist das ein gewollter Abgang?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Meine These: Wir trennen<br />
im Rahmen der Föderalismuskommission die beiden Ebenen Länder<br />
und Bund und nehmen damit viele der derzeitigen Blockademöglichkeiten<br />
weg. Das nervt die Leute nämlich gewaltig. Auf dieser Basis<br />
macht eine Mehrheit auf der Bundesebene für Rot-grün Sinn.<br />
Und zwar im Sinne auch einer Balance der Kräfte. Ich interpretiere<br />
das ganze Manöver von Schröder als Versuch, diese Situation<br />
herbeizuführen. Leicht wird es nicht, aber er ist nicht defensiv<br />
gewesen in den letzten Tagen in den internen Gremien.</p>
<p><span class="fett">waldmann: </span>Befürchten Sie bei dieser<br />
waghalsigen Taktik nicht ein wenig, dass sich die CDU wider Erwarten<br />
zusammenreißt und wirklich effektive Alternativen zur aktuellen<br />
Politik entwirft?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Ich befürchte, dass<br />
die CDU &#8211; genau wie in NRW &#8211; schlicht nicht auf der Bühne der<br />
Wahlauseinandersetzung auftritt, sich schlicht tot stellt, und wir<br />
es dadurch sehr schwer haben werden die realen und unsozialen Alternativen<br />
auch den Leuten vor Augen zu führen.</p>
<p><span class="fett">mierscheid:</span> Hallo Frau Nahles, erhöht<br />
die Neuwahl ihre innerparteilichen Karrierechancen?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Ich bin 2002 aus dem Bundestag<br />
herausgeflogen und dachte, jetzt ist mit meiner Karriere Schluss,<br />
und das Gegenteil war der Fall. Was passiert wenn ich jetzt wieder<br />
reinkomme? Warten wir es ab?. Ich bin bereit.</p>
<p><span class="fett">Moderatorin:</span> Was wäre, wenn der Kanzler<br />
sagen würde, wir brauchen jemand der Flügel einbinden<br />
kann. Das haben sie jahrelang schön gemacht. Sie sind die perfekte<br />
Generalsekretärin?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles: </span>Klar ist, dass wir in<br />
den nächsten Monaten den Generationsaufbau neuer Köpfe<br />
in der SPD forcieren sollten und Müntefering hat das auch angekündigt,<br />
aber was wie genau &#8211; sorry, bisher hatte dafür noch keiner<br />
Zeit.
</p>
<p>
<span class="fett">Moderatorin:</span> Aber sie gehen doch mit<br />
der alten Mannschaft in den Wahlkampf – zunächst.</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles: </span>Soweit die Füße<br />
tragen.</p>
<p><span class="fett">KittyBlue:</span> Fürchten Sie nicht, dass<br />
Frau Merkel als Kanzlerkandidatin bei den Frauen punkten wird und<br />
mit diesem Bonus für die CDU den Erfolg einfährt?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles: </span>Ich glaube tatsächlich,<br />
dass der Wahlkampf nicht so sehr ein personalisierter sein wird.<br />
Aber meine Erfahrung mit Thatcher hat mich vorsichtig gemacht, was<br />
die Beurteilung alleine nach dem Geschlecht angeht. Trotzdem sollten<br />
wir mit der Politik von Renate Schmidt weitermachen und Frauen systematisch<br />
unter die Arme greifen um ihre beruflichen und familiären Startchancen<br />
auf Vordermann zu bringen. Was mich nervt ist, dass Frau Merkel<br />
sehr oft nach Äußerlichkeiten beurteilt wird und das<br />
wirklich Ausmaße annimmt, die ich unfair finde. Ich setzte<br />
mich lieber mit ihr auf der inhaltlichen Ebene auseinander von Frau<br />
zu Frau.</p>
<p><span class="fett">Tomchen:</span> Wie soll denn ein neues Kabinett<br />
aussehen? Sind da nicht einige Kandidaten, die sich 4 Jahre nicht<br />
mehr antun wollen/können?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles: </span>Auch wenn viele Leute<br />
mich jetzt danach fragen, bin nicht &quot;der Kanzler&quot; und<br />
mache auch meine eigenen Leute jetzt nicht schlecht.</p>
<p><span class="fett">UserTWO10: </span>Was ist dran an dem Gerücht,<br />
dass Herr Gabriel nach Berlin wechseln wird?</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles: </span>Die Frage leite ich gerne<br />
an Sigmar weiter.</p>
<p><span class="fett">Andreas Kurzlechner:</span> Frau Nahles, gestern<br />
wurden Sie in den Nachrichten kurz gezeigt mit der Aussage, &quot;Er<br />
(Lafontaine) soll sich warm anziehen&quot;. Hat dieser kurze Clip<br />
Inhalt und Ton Ihrer Aussage korrekt widergegeben, oder eher verzerrt?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles: </span>Das ist das was ich meine.<br />
Ich brauche vor allem Leute in der SPD, deren Herz noch auf der<br />
linken Seite schlägt, wenn Oskar die jetzt für ein linkspopulistisches<br />
Experiment aus der SPD rauslocken will, ist er mein entschiedener<br />
Gegner.</p>
<p><span class="fett">Stefan Schroedter:</span> Stehen Sie in Kontakt<br />
mit Ihrem ehemaligen Parteikollegen Oskar Lafontaine??
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Über die letzten<br />
Jahre ab und an, aber nicht eng.<br />
Tomchen: Die Reform hängt doch aber immer noch! Wieso sollten<br />
sich die beiden Seiten denn plötzlich einigen?
</p>
<p>
<span class="fett">Andrea Nahles:</span> Wir hatten eine vierstündige<br />
Parteivorstandssitzung gestern, eine konstruktive Debatte wie ich<br />
sie seit 10 Jahren nicht erlebt habe, das hat mir Zuversicht vermittelt.
</p>
<p>
<span class="fett">JH:</span> Was ihr persönliches wichtigstes<br />
politisches Ziel?!</p>
<p><span class="fett">Andrea Nahles:</span> Politik machen, die den<br />
Menschen nützt.</p>
<p><span class="fett">Moderatorin:</span> Unsere Zeit ist bereits um.<br />
Vielen Dank an alle User für das große Interesse. Etliche<br />
Fragen sind leider unbeantwortet geblieben. Vielen Dank, Frau Nahles,<br />
dass Sie sich Zeit für den Chat genommen haben. Das Transkript<br />
dieses Chats finden Sie auf den Seiten der Veranstalter. Den nächsten<br />
Chat gibt es am nächsten Mittwoch, dem 1. Juni, ab 13.00 Uhr<br />
mit dem SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler. Das tacheles.02-Team<br />
wünscht allen noch einen angenehmen Tag!
</p>
<p>
<span class="fett">Moderatorin: </span>Frau Nahles bedankt sich<br />
für die vielen guten Fragen. Sie musste flugs weg – die<br />
Arbeit am Parteiprogramm wartet.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>&#8220;Der Beitrag wird steigen&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[nhaenel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Aug 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Renteneintrittsalter]]></category>
		<category><![CDATA[Rürup-Kommission]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/anahles.jpg" alt="Andrea Nahles" align="left" height="113" width="87" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Andrea 
Nahles, SPD-Parteivorstandsmitglied, am 28. August 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b> 
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/anahles.jpg" alt="Andrea Nahles" align="left" height="113" width="87" /></b><span style="color: #000000"><b><b>Andrea<br />
Nahles, SPD-Parteivorstandsmitglied, am 28. August 2003 </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="color: #000000"><b><b><br />
</b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist<br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator: </b>Herzlich<br />
willkommen im tacheles.02 Chat. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Heute begrüßen wir im ARD-Hauptstadtstudio das SPD-Parteivorstandmitglied<br />
und Sprecherin der SPD-Linken, Andrea Nahles. Schön, dass Sie für<br />
die nächsten 60 Minuten für die Fragen der Nutzer bereitstehen.<br />
Können wir beginnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
ja!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DKPler</b>:<br />
Wie schätzen Sie den Bericht der Rürup-Kommission ein? Großer<br />
Wurf oder &quot;das totale Scheitern&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Weder das eine noch das andere. Dazwischen. Gute Materialsammlung &#8211; politisch<br />
zu widersprüchlich, um eine klare Linie vorzugeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Ztdfhgvjh</b>:<br />
Wo liegt in den Vorschlägen der Rürup-Kommission die Zukunftsperspektive?<br />
Derzeit geht es doch lediglich um Schadensbegrenzung. Müssen wir<br />
künftig einen einwanderungspolitischen Kniff entwickeln, um unsere<br />
sozialen Sicherungssysteme finanzieren zu können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Gute Anmerkung. Vielfach wird vergessen, dass die demografische Entwicklung<br />
stark von der Erwerbsquote und der Zuwanderung abhängt; insoweit<br />
wäre es das einfachste, dass endlich das fix und fertige Zuwanderungsgesetz<br />
durch den Bundesrat kommt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bert</b>:<br />
Wo liegen denn genau die Widersprüche in dem Rürup-Vorschlägen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Zum Beispiel schlagen die Jungs gleich zwei grundverschiedene Neufinanzierungsmodelle<br />
vor: Bürgerversicherung oder Kopfpauschale. Dann wollen sie an umlagefinanzierter<br />
Rente festhalten, senken die aber soweit ab, dass am Ende vor allem die<br />
Kommunen bezahlen müssen, die für eine soziale Mindestsicherung<br />
gerade stehen müssen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Betrachten wir die einzelnen Vorschläge doch etwas genauer. Das Rentenniveau<br />
soll gesenkt werden. Ist das mit Ihnen zu machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Das Rentenniveau wird bereits durch die Riester-Rente kontinuierlich bis<br />
2010 auf 42 Prozent Bruttolohnniveau abgesenkt. Das ist bereits Gesetz.<br />
Ein weiteres Absenken des Niveaus halte ich nicht für vertretbar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Langleben_lohnt</b>:<br />
Laurenz Meyer kritisierte allerdings abermals den Vorstoß der Experten,<br />
das Rentenalter ab 2011 schrittweise auf 67 Jahre anzuheben. Sind Sie<br />
da einer Meinung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Das kritisiert nicht nur Meyer dagegen haben sich bisher alle Politiker<br />
ausgesprochen. Ich finde, dass wir das Rentenzugangsalter erhöhen<br />
müssen, das liegt derzeit bei 60,3 Jahren im Durchschnitt, und das<br />
liegt an einer verfehlten Frühverrentungspraxis und daran, dass Unternehmen<br />
ältere Menschen zum alten Eisen stempeln. Dafür braucht man<br />
aber nicht das Rentenalter erhöhen, da muss man erst mal dafür<br />
sorgen, dass die derzeitigen 65 Jahre überhaupt erreicht werden,<br />
sonst ist das wegen der Abschläge nur Abzocke der Rentner.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Allerdings schließt Ihr Parteigenosse Clement eine Verlängerung<br />
der Arbeitszeit nicht aus. Wie beurteilen Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich denke, Sie meinen die Erhöhung des Rentenalters? Damit steht<br />
er in der Partei wie häufiger alleine.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>willy_brand</b>:<br />
Sinken bei einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit die Chancen auf<br />
einen neuen Job nicht für Arbeitslose? Wenn ältere Arbeitnehmer<br />
nicht ihren Stuhl räumen, sondern darauf sogar noch länger als<br />
bisher sitzen bleiben, können Jüngere nicht nachrücken.<br />
Verstehe das wer will!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Das stimmt solange die Arbeitsmarktsituation so miserabel ist. Wenn wir<br />
ab 2010-2015 hier aus dem Tal der Tränen kommen, kann eine moderate<br />
Verlängerung sinnvoll sein &#8211; wie gesagt &#8211; der faktischen Lebensarbeitszeit.<br />
Ich stelle mir vor, dass Rentner eine Phase des Ausscheidens haben, wo<br />
sie ohne finanziell schlecht zu stehen, mehr Teilzeit im Alter machen.<br />
Dann könnten auch die jüngeren vom Erfahrungswissen profitieren,<br />
ohne dass die Alten überfordert sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sie haben sich für eine Erhöhung des Beitragssatzes im nächsten<br />
Jahr von 19,9 Prozent eingesetzt. Der Kanzler möchte das nicht. Dazu<br />
noch eine Frage eines Users.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>k71</b>:<br />
Warum sollte der Beitragssatz weiter steigen? Generalsekretär Olaf<br />
Scholz und der Sozialexperte Bert Rürup haben einen stabilen Beitrag<br />
als Ziel genannt. Auch Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) warb dafür,<br />
damit die Lohnnebenkosten nicht weiter zulegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Der Beitrag wird steigen. Es sei denn wir hauen so richtig mit der Axt<br />
in die derzeitige Rente und kürzen. Wir müssten um auf 19,5<br />
zu bleiben neun Mrd. Euro einsparen und da erscheint es mir angesichts<br />
der hohen Arbeitslosigkeit besser, wenn wir 19,9 Beiträge machen,<br />
als den Rentner massiv in die Bezüge zu gehen und ihre Kaufkraft<br />
(sind immerhin 19 Mio. Menschen) damit weiter drosseln. Der Kanzler hat<br />
sich dazu vorsichtig, aber doch offen geäußert. Mal sehen,<br />
was sie machen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cindy</b>:<br />
Sie raten dazu, die Debatte über die Anhebung des Renteneintrittsalters<br />
&quot;gelassener zu führen, als wir es zur Zeit tun&quot;, sagte<br />
Schmidt. Fühlen Sie sich angesprochen und was antworten Sie Frau<br />
Schmidt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Schmidt ist immer gelassen. Klasse, ich nicht. Richtig ist aber, dass<br />
das alles vor 2010 nicht so dramatisch wichtig ist, weil wir bis dahin<br />
keinen Fachkräftemangel haben. Allerdings muss jetzt vorgebaut werden.<br />
Die Leute müssen im Job länger fit bleiben, zwischendurch mal<br />
eine Auszeit nehmen können, mehr Teilzeit z.B. während Erziehungszeiten.<br />
Das ist in Deutschland noch lange nicht selbstverständlich genug.<br />
Das wären so meine Traumvorstellungen, damit Leute länger arbeiten<br />
können und wollen und wir dann nach 2010 nicht ins große Fachkräfteloch<br />
fallen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lehmann</b>:<br />
Warum sollte der Beitragssatz weiter steigen? Generalsekretär Olaf<br />
Scholz und der Sozialexperte Bert Rürup haben einen stabilen Beitrag<br />
als Ziel genannt. Auch Sozialministerin Ulla Schmidt (SPD) warb dafür,<br />
damit die Lohnnebenkosten nicht weiter zulegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Richtig. Ist Abwägung von schlechten Alternativen. Ich bin für<br />
Kaufkraft, solange das Wachstum stottert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kummer</b>:<br />
Mal ehrlich: Verstehen Sie alle Reformen und deren Auswirkungen und deren<br />
Effekte? Ich nicht. Bin gespannt, wie viel ich nächstes Jahr für<br />
meine Gesundheit mehr zahlen muss, wie meine Rente in 30 Jahren aussieht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich verstehe schon einiges, weil ich das jetzt seit einigen Jahren verfolge,<br />
aber ich bin kein Orakel. Die Situation in 30 Jahren hängt davon<br />
ab wie die Wirtschaft in unserem Land dann läuft. Das wird dann &#8211;<br />
wie auch immer &#8211; verteilt. Zwischen Alt und Jung und Arm und Reich. Die<br />
Gesundheit kostet jedenfalls schon nächstes Jahr mehr, das kann man<br />
jetzt schon ausrechnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Eine Nachfrage</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>k71</b>:<br />
Fachkräftemangel? Krankenhäuser beklagen fehlende Ärzte!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ja, kann ich bestätigen, mein Bruder arbeitet in der Charite und<br />
singt mir das Lied jeden Abend. Ich verstehe das teilweise nicht. Ist<br />
wie mit dem Schweinezyklus: Entweder haben wir zu viele Lehrer und Ärzte<br />
oder zu wenige. Warum gibt es da keine übergeordnete Planung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>extrabreit</b>:<br />
Sagen Sie die harten Wahrheiten, die die Regierung verschweigt? Ist das<br />
Ihre Rolle?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Manchmal. Meistens bin ich noch zu freundlich</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Homopoliticus</b>:<br />
Frau Nahles, wie sieht ihre Rentenreform aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich würde die Riester-Zusatzrente, die derzeit nur 14 Prozent der<br />
Bevölkerung abgeschlossen haben, obligatorisch machen. Das bedeutet<br />
aber, dass die Gründe analysiert werden müssen, warum die so<br />
schlecht ankommt. Ich glaube: zu bürokratisch und noch zu teuer für<br />
untere Einkommen. Würde man das machen, müsste man aufgrund<br />
der konjunkturellen Schweirigkeiten jetzt nicht unnötig tief einschneiden,<br />
da die gesetzliche Rente nicht das alleinige Standbein wäre.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lehmann</b>:<br />
Ist die Riesterrente nicht das Gegenteil von Bürokratieabbau?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ja. s.o.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>pixelpark</b>:<br />
Und würde Ihr Bruder die SPD wählen oder CDU FDP?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
SPD &#8211; ist ja mein kleiner Bruder.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Anderes Thema &#8211; Wie steht die Parteilinke zur Bürgerversicherung,<br />
Frau Nahles</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Wir sind dafür &#8211; ganz klar. Und das Gute kommt jetzt: Auch die Parteirechte<br />
hat sich dafür ausgesprochen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wen meinen Sie denn da genau?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Der Seeheimer Kreis hat sich sogar eine eigene Tagung dazu gegönnt<br />
und sich mit kleineren Modifikationen zum Konzept der Parteilinken dafür<br />
ausgesprochen. Anfang September bin ich bei den Grünen zu einer Veranstaltung<br />
eingeladen, wo wir dafür werben. Also, das Thema ist nicht tot, auch<br />
wenn die Parteispitze der SPD sich nicht begeistert zeigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>ztdfhgvjh</b>:<br />
Deckt die &quot;Kopfpauschale&quot; den ganzen Krankenkassenbeitrag, oder<br />
ist es eine Prämie die man zusätzlich zum regulären Beitrag<br />
leisten muss? Abgesehen davon sind 210 Euro für schwach verdienende<br />
viel Geld.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Kopfpauschale ersetzt Krankenkassenbeitrag nicht, es ist vielmehr das,<br />
was der Staat dem einzelnen als Zuschuss abverlangt. Wieviel die Krankenkassen<br />
letztlich brauchen, um alle Leistungen die wir jetzt haben, abzudecken,<br />
ist damit noch nicht beantwortet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>hgjhgj</b>:<br />
Wieso sind Bürgerversicherung und Kopfpauschale Widersprüche?<br />
Kann es den Bürgerversicherten mit einer Pauschale von 240 Euro nicht<br />
auch geben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Sie ließen sich wahrscheinlich kombinieren ein durchdachtes Modell<br />
dafür liegt jedoch noch nicht vor und wurde von der Rürup Kommission<br />
auch nicht vorgestellt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>horst</b>:<br />
Wie wirkt sich die Bürgerversicherung auf die privaten Versicherungen<br />
aus? Gehen die dann pleite und entlassen ihre Mitarbeiter als neue Arbeitslose<br />
auf den Arbeitsmarkt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Das ist nicht notwendig so. Wir favorisieren ein Modell, wo die Privatversicherungen<br />
ebenfalls die Bürgerversicherung anbieten könnten, genau wie<br />
die gesetzliche Krankenkasse und dass das mit Zusatzangeboten ergänzt<br />
werden kann. Sie würden also auch ihren Teil vom Kuchen Abbekommen.<br />
Trotzdem würden sie sich verändern müssen; eine kapitalgedeckte<br />
Vollversicherung privat würde es dann nicht mehr wie heute geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Frau Nahles, können Sie uns erklären, warum bei dem Gesundheitskompromiss<br />
bspw. die Pharmaindustrie oder auch die Kassenärztliche Vereinigung<br />
geschont wurden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Die Opposition wollte es nicht, Schmidt hat es nicht durchgesetzt &#8211; die<br />
Lesart ist verschieden, aber das Ergebnis traurig.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Fühlen Sie sich in dieser Diskussion nicht etwas ohnmächtig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Nein und Ja. Das nennt man Politik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Langleben_lohnt</b>:<br />
Es wird für die Versicherten künftig definitiv nichts billiger,<br />
sondern am Ende alles teurer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Konkret: Es sollen 23 Milliarden Euro eingespart werden. Davon tragen<br />
13 Prozent die Leistungserbringer, 68 Prozent die Arbeitnehmer und 18<br />
Prozent werden über Steuern umfinanziert (Tabaksteuer z.B.).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und wer setzt sich diesmal durch: Eichel oder Schmidt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Tendenz unklar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Nun zu konkreteren Dingen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>grobi</b>:<br />
Entscheidend ist zunächst, dass der Teufelskreislauf aus steigenden<br />
Sozialbeiträgen und wegfallenden Arbeitsplätzen durchbrochen<br />
wird. Dabei ist klar, dass der durch die Senkung der Beitragssätze<br />
gewonnene Spielraum von den Versicherten weitgehend auch wieder für<br />
Gesundheitsausgaben aufgewendet werden muss. Per Saldo erwarte ich aber<br />
schon einen Schub für mehr Wachstum und Beschäftigung durch<br />
diese Reform, sagte der CDU Experte Storm. Sehen sie das auch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Blödsinn. Sage ich mal so drastisch. Die Lohnnebenkosten steigen<br />
ja für die Arbeitnehmer, sie werden nur für die Arbeitgeber<br />
gesenkt. Das macht für deren Investitionsentscheidungen sehr wenig<br />
aus. Auch die Entscheidung für oder gegen Arbeitsplätze wird<br />
danach gefällt, ob Aufträge da sind. Das hängt jedoch vielmehr<br />
von der Nachfrage nach Dienstleistungen und Produkten ab. Wenn die Belastung<br />
der Arbeitnehmer allerdings steigt, s.o, drückt das die Nachfrage.<br />
Kurz: Ich vertrete da eine andere Philosophie als Storm.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>das_tier</b>:<br />
Gehen Sie eine Wette ein, dass die Krankenkassen im kommenden Jahr ihre<br />
Beiträge wirklich senken, sagen wir mal um mindestens 0,5 Prozentpunkte?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ja, sie werden gezwungen. 0,5 würde ich aber nicht wetten wollen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sondern? Wie viel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Keine Ahnung. Hängt von Arbeitslosigkeit ab.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Steigt die auf fünf Mio.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Die BA (Bundesanstalt für Arbeit) hat das prognostiziert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>börti</b>:<br />
Warum ist die Positivliste für Arzneimittel nicht gemacht worden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Dagegen hat die FDP und die Pharmaindustrie massiv Druck gemacht. Es gibt<br />
einige Einschränkungen, was die Verschreibungspraxis angeht, bin<br />
ich aber skeptisch, ob wir ohne Positivliste die kostentreibenden Verschreibungen<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">eindämmen<br />
können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie ist da die Parteimeinung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Die Positivliste ist nötig. Schweden hat 35 00 zugelassene Medikamente,<br />
Deutschland 55.000. Da stimmt doch was nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DKPler</b>:<br />
Für Arbeitnehmer, die um 1970 herum geboren wurden, sinkt die Rendite<br />
ihrer Rentenbeitragszahlungen auf Null. Wer aber heute Berufsanfänger<br />
ist und erst nach 2040 das Rentenalter erreicht, der erhält sogar<br />
nur 80 Prozent seiner nicht zu knappen Beiträge zurück. Tolle<br />
Reformvorhaben ihrer Partei. Dann ist es ja wirklich einleuchtend, warum<br />
das Wort &quot;demokratischer Sozialismus&quot; aus dem Parteiprogramm<br />
gestrichen werden soll!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Bin 1970 geboren. Die Rentenhöhe hängt davon ab, was wir 2010,<br />
2020, 2030, 2040 umverteilen KÖNNEN. Ich sehe da viele Stellgrößen,<br />
die wir verändern müssen, z.B. haben wir eine äußerst<br />
miserable Erwerbsquote von Frauen. Kurz: Ich denke die Prognosen für<br />
die nächsten 20 Jahre sind nicht statisch, sondern veränderbar.<br />
Was meine Partei vorschlägt, versucht das Rentenniveau (netto) bei<br />
über 60 Prozent zu stabilisieren und zusätzlich eine kapitalgedeckte<br />
Säule aufzubauen, die staatlich gefördert wird. Alles andere<br />
sind erst mal nur Vorschläge der Rürup-Kommission. Also, ich<br />
sehe das nicht so pessimistisch wie Sie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bebel68</b>:<br />
Ist die SPD nicht inzwischen auch eine neoliberale Partei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
www.forum-dl21.de, gute Adresse für solche die das nicht hinnehmen<br />
wollen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>danman_dk1</b>:<br />
Guten Tag Frau Nahles, verliert die SPD Ihrer Meinung nach an Profil?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ja, das befürchte ich durchaus, an mir liegt es nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie muss Ihrer Ansicht nach Gerechtigkeit neu definiert werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
das ist immer ein guter Versuch wert, auf der Höhe der Zeit sein.<br />
Politik muss auch immer wieder gute Ideen und Anliegen in die Gegenwart(sprache)<br />
Übersetzen, allerdings hat das Grenzen. Gerechtigkeit hat mit Chancen<br />
zu tun, es hat aber auch damit zu tun, ob es eine Würde der Schwächeren<br />
gibt, die man achtet und ob gleiche Chancen auch meint, dass die soziale<br />
Herkunft nicht schon den Rest des Lebens (negativ wie positiv) vorprogrammiert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>DKPler</b>:<br />
Sie haben den Teil meiner Frage zur Streichung des Wortes &quot;demokratischer<br />
Sozialismus&quot; aus dem Parteiprogramm nicht beantwortet!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Demokratischer Sozialismus ist eine Quelle der Ideen, ein Motor der sozialdemokratischen<br />
Bewegung und das kann auch für die Zukunft so sein, wenn wir es schaffen,<br />
ihn in die Gegenwart zu übersetzen Es wäre der Mühe wert,<br />
besser jedenfalls, als ihn einfach ersatzlos zu streichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Was Herr Scholz über den Begriff &quot;demokratischer Sozialismus&quot;<br />
denkt, wissen wir jetzt. Aber was denkt Ihr Parteivorsitzender?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Der meinte am Montag im Parteivorstand, wäre doch ein schönes<br />
Thema für den Parteitag, so ist er, der Gerd.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>lola</b>:<br />
Stecken ihre SPD-Fraktionskollegen vom linken Flügel nicht in einem<br />
bedauerlichen Dilemma? Stimmen sie im Bundestag gegen die Reformen, unterstützen<br />
sie die Opposition. Stimmen sie den Reformvorhaben zu, machen sie sich<br />
mit ihrer Kritik an den Reformen unglaubwürdig und &quot;verraten&quot;<br />
ihre eigentlichen Überzeugungen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ich bin nicht mehr in der Fraktion. Es ist nicht so einfach zu beantworten<br />
was ich machen würde, wenn&#8230;.,denn es geht immer konkret um die<br />
Machtfrage, also hat die eigene Partei eine Mehrheit oder wollen wir,<br />
dass Merkel Bundeskanzlerin wird. Ich nicht, meine linken Kollegen auch<br />
nicht, und so wird es oft am Ende trivial. Trotzdem haben wir natürlich<br />
Einflussmöglichkeiten in der Gesetzgebung und auch im Parteivorstand,<br />
wo ich bin. Ein Konflikt bleibt es. </span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Aber<br />
ich sage auch, Politik ist ein Prozess, der Kompromisse erfordert das<br />
ist der Kern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Apropos Ihr Parteivorsitzender, was sagen Sie dazu, dass sich Herr Schröder<br />
und Herr Fischer noch mal zur Wahl stellen wollen 2006?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Dream-Team.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Keine Glückwünsche?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Wenn sie gewinnen, ist dafür immer noch Zeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>bebel68</b>:<br />
Andrea, wirst du noch einmal für den SPD-Parteivorstand kandidieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Yes.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Zum Abschluss des Renten dominierten Tages:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>nöhl</b>:<br />
Wie sind sie eigentlich versichert, Frau Nahles? Riester-Rente?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Nein, bin ja vier Jahre im Bundestag gewesen und habe dadurch keine Rente,<br />
das gibt es erst nach acht Jahren, überlege deshalb noch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Chat-Freunde, die Stunde ist vorbei. Vielen Dank fürs Kommen,<br />
Frau Nahles, und Dank an alle Teilnehmer fürs Kommen. Im nächsten<br />
Chat geht es um die bayerische Landtagswahl. Den Auftakt macht der Spitzenkandidat<br />
der SPD, Franz Maget, am 2.9 .03 um 17.30 Uhr. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats<br />
finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter tagesschau.de, politik-digital.de,<br />
unterstützt von tagesspiegel.de.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles</b>:<br />
Ihr seid ja richtig friedlich gewesen. Vielen Dank.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Jeden Tag eine neue Parole macht die Basis ziemlich ratlos&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[hneymanns]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Andrea Nahles]]></category>
		<category><![CDATA[IG Metall]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Irak-Konflikt]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/anahles.jpg" alt="Andrea Nahles" align="left" height="113" width="87" /> 
SPD-Vorstandsmitglied Andrea Nahles, am 26. Februar 2003 </b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de 
</b></span><b>im ARD-Hauptstadtstudio</b>.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/anahles.jpg" alt="Andrea Nahles" align="left" height="113" width="87" /><br />
SPD-Vorstandsmitglied Andrea Nahles, am 26. Februar 2003 </b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>ist<br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
</b></span><b>im ARD-Hauptstadtstudio</b>.</span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de<br />
Heute ist Andrea Nahles, SPD-Vorstandsmitglied und Sprecherin des Forums<br />
Demokratische Linke 21 ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Eine Stunde<br />
haben wir Zeit, kann es losgehen Frau Nahles?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Ja, gerne.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zuckerpuppe:</b><br />
Liebe Frau Nahles: was machen Sie jetzt eigentlich genau, seitdem Sie<br />
aus dem Bundestag ausgeschieden sind? Ist das nicht bitter, jetzt in der<br />
zweiten Reihe zu stehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich arbeite für die IG Metall in Berlin und arbeite weiter ehrenamtlich<br />
in der Politik. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Löns:<br />
</b>Warum besinnt sich Schröder in schwierigen &#8211; und für<br />
ihn unpopulären &#8211; Zeiten so oft auf die linke Tradition der SPD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Es gibt zur Zeit eine große Verunsicherung in der eigenen Anhängerschaft.<br />
Hat man auch bei den Landtagswahlen gesehen. Deshalb versucht Schröder<br />
da sicher Vertrauenskapital aufzubauen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hillu: </b>Sie<br />
kritisieren die Wirtschaftspolitik von Minister Clement. Wie sehen ihre<br />
Vorschläge zur Reduzierung der Arbeitslosenzahlen aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Wir brauchen in erster Linie Investitionen &#8211; vor allem auf der kommunalen<br />
Ebene. Dafür ist es nötig, die Finanzpolitik umzustellen. Clement<br />
verzettelt sich in Einzelfragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>In welchen Einzelfragen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Kündigungsschutz ist sicher die Prominenteste.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cle_home:</b><br />
Unterstützen Sie den Sparkurs von Hans Eichel oder sollte der Staat<br />
die Wirtschaft mit mehr Geld ankurbeln?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Sparen ist o.k., wenn die Konjunktur gut läuft. Zur Zeit würgen<br />
wir die Wirtschaft damit ab. Deshalb bin ich für eine vorübergehende<br />
Lockerung der Sparpolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Wie lange soll die Lockerung denn dauern, eine Besserung der Wirtschaftslage<br />
ist ja nicht in Sicht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Alle treten zur Zeit auf die Bremse: Die Konsumenten, der Staat,<br />
die Wirtschaft. Dann kommt mit Sicherheit nix in Gang. Deshalb müssen<br />
wir diesen Teufelskreislauf nach unten durchbrechen und jetzt im öffentlichen<br />
Bereich ankurbeln.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
Sie sagen, dass &quot;Die Kommunikation unserer Politik hat doch um ein<br />
Vielfaches zu wünschen übrig gelassen, es ist oft nicht so rüber<br />
gekommen, es gab zu viele Irritationen, da müssen wir einfach besser<br />
werden.&quot; Was hätte besser laufen können?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Tatsache ist, dass wir zur Zeit jeden Tag eine neue Parole von der Parteispitze<br />
hören, das ist nicht mehr nachvollziehbar und macht die Leute an<br />
der Basis ziemlich ratlos. Man kann nicht Steuererhöhungen vorschlagen,<br />
die man im Bundesrat absehbar nicht durchbekommt, sich dafür öffentlich<br />
prügeln lassen und sich wundern, dass man Wahlen darüber verliert.<br />
Mist ist auch, dass es Kurswechsel gab bei der Vermögenssteuer, wo<br />
alle in der SPD dafür waren und einige Ministerpräsidenten das<br />
machen wollten und dann hat Schröder das in letzter Minute verhindert.<br />
Nicht glücklich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>&quot;Parole&quot; &quot;Mist&quot; &#8211; harte Worte für die<br />
eigenen Genossen &#8211; die SPD krebst in den Umfragen bei 30 Prozent herum,<br />
ist es da taktisch klug, als Parteilinke die eigene Regierung abzuwatschen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Wir haben hohe Solidarität im Wahlkampf 2002 und auch vor<br />
den Landtagswahlen gezeigt, aber das hat dann seine Grenze erreicht, wenn<br />
die Politik, die vorgegeben wird nicht erfolgreich verläuft und es<br />
Änderungen braucht. Im übrigen: Die SPD hat zwei Flügel,<br />
damit sie fliegen kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Noch mal zur Person und zur IG Metall:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zuckerpuppe:</b><br />
Was ist denn Ihre Aufgabe bei der IG Metall?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich kümmere mich um die Kommunikation mit den politischen Entscheidungsträgern<br />
und mache politische Einschätzungen für Zwickel &amp; Co. und<br />
habe da noch so ein paar Sonderprojekte, die ich nicht unbedingt hier<br />
ausbreiten will :-))</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cle_home:<br />
</b>Wo ist für die IG Metall die Grenze der Reformen? Die Gewerkschaften<br />
wollen &quot;ohne Tabus&quot; und &quot;offen&quot; über alles reden.<br />
Aber wo ist beim Kündigungsschutz Schluss?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Einerseits werden wir in der Öffentlichkeit als totale Reformverweigerer<br />
gebrandmarkt, als Traditionalisten beschimpft. Andererseits gibt es natürlich<br />
Bereitschaft der Gewerkschaften zu Reformen, z.B. Gesundheitspolitik.<br />
Beim Kündigungsschutz sehe ich nicht viel Spielraum, da haben sich<br />
die Vorsitzenden der Gewerkschaften ja klar geäußert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>SPD-Fraktionschef Franz Müntefering liegt derzeit auf ihrer<br />
Linie. Er will beim Kündigungsschutz nichts verändern, allenfalls<br />
über die Abfindungen reden. Bei Wirtschaftsminister Clement sieht<br />
das anders aus. Sie haben erklärt, sie wollten sich nicht mehr &quot;erpressen&quot;<br />
lassen. Wie sah er denn aus, der Erpressungsversuch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Wenn ein Minister mit hoher Öffentlichkeitswirkung seine<br />
politische Glaubwürdigkeit an einem einzigen Punkt, der zu verhandeln<br />
ist, festmacht, dann ist das so, als würde er diejenigen, die das<br />
begründet anders sehen, in den Schwitzkasten nehmen. Dann wird jeder,<br />
der sachlich anderer Meinung ist zu jemanden, der ihm persönlich<br />
schadet. So kann eine Willensbildung nicht laufen. Ich habe mich auch<br />
deshalb geärgert, weil es längst auch vernünftige Gespräche<br />
gegeben hat, wie man da ohne Provokation vorgehen kann. Clement neigt<br />
leider zu heftigen Auftritten, das ist nicht immer hilfreich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sideshow:</b><br />
Finden Sie nicht, das Interessensgruppen (wie die IGM) in diesem Land<br />
viel zu sehr auf die Bremse treten und einen bedenklichen Kurs (mit Modellen,<br />
die den heutigen Herausforderungen nicht mehr gerecht werden) fahren,<br />
was das wirtschaftliche und gesellschaftliche Fortkommen behindert? Und<br />
das obwohl die Gewerkschaften nur noch einen kleinen Teil der Bevölkerung<br />
überhaupt vertreten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Die deutschen Gewerkschaften organisieren derzeit 6 Millionen<br />
Arbeitnehmer<br />
das ist keine Minderheit; oft ist das &quot;wording&quot; der Gewerkschaften<br />
ein wenig unzeitgemäß, so empfinde ich es jedenfalls, aber<br />
es ist völlig überzeichnet was da an Negativimage in der Presse<br />
über Gewerkschaften zu lesen ist. In den Betrieben vor Ort werden<br />
ungeheuer flexible und zeitgemäße Lösungen miteinander<br />
verabredet. Ich finde, dass die Gewerkschaften eine sehr gute Arbeit machen,<br />
was die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt angeht. Sie sind oft<br />
einfach eine Anlaufstelle und eine Stütze für die Interessen<br />
der Beschäftigten; wenn das diskreditiert wird, dann frage ich mich,<br />
welche Interessen dahinter stehen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Haben Sie das Gefühl, dass die Gewerkschaften im Moment eine besonders<br />
&quot;schlechte Presse&quot; bekommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ja.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jüppchküsch:<br />
</b>Sie vertreten eher den linken, gewerkschaftsnahen Flügel<br />
in der SPD. IG-Metallchef Zwickel wir nachgesagt, dass er an der Übernahme<br />
von Vodafone bei Mannesmann persönlich kräftig mitverdient hat.<br />
Steinkühler musste vor einigen Jahren aufgrund von Aktien-Insiderwissen<br />
zurücktreten. Was meinen Sie: Jeder von uns bereichert sich doch<br />
mehr oder weniger, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt. So hat der Sozialismus<br />
doch keine Chance oder sehen Sie das anders?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Zwickel hat nichts an der Übernahme verdient, er hat zugegeben, dass<br />
es besser gewesen, mit „Nein“ zu stimmen, als es um die hohe<br />
Abfindung von Esser ging. Aber er hat sich (als einziger übrigens)<br />
nur enthalten. Immerhin! Eine persönliche Bereicherung hat es zu<br />
keinem Zeitpunkt gegeben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Glaube ich gerne, aber eine Frage an die Insiderin: Wie ist das Feedback<br />
in der Gewerkschaft angesichts dieser immens hohen Abfindungen. Das sind<br />
für &quot;normale&quot; Arbeitnehmer ja schon Traumzahlen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Die Abfindungen sind lächerlich hoch und nicht zu rechtfertigen.<br />
Das ist auch die Grundstimmung in den Gewerkschaften</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Der Zauber<br />
von Madeira:</b> Was halten Sie denn konkret von Michael Sommer.<br />
mit der IG Metall ist der ja auch nicht immer auf einer Linie, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Michael Sommer macht seinen Job öffentlichkeitswirksamer<br />
und moderner als sein Vorgänger und das finde ich gut. Das er sich<br />
mit der Mehrwertsteuer an einer Stelle mal vergaloppiert hat, nun ja.<br />
Ansonsten sehe ich aber eine große Übereinstimmung zwischen<br />
DGB und IGM.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>cle_home:</b><br />
Hans Eichel sagte im &quot;Wahlbetrugs-Ausschuss&quot;, dass in der Politik<br />
nicht um Fakten gehe, sondern um Meinungen und politische Entscheidungen.<br />
Teilen sie seine Ansicht von Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Es geht nicht nur um Faktenhuberei. Es geht auch darum, ob man Tendenzen<br />
in die eine oder andere Richtung verstärkt. Wenn man in eine abschwächende<br />
Konjunktur auch noch mit Horrorzahlen reinhaut kann das den Abschwung<br />
befördern. Wirtschaft ist zu 50% Psychologie hat mal jemand Schlaueres<br />
gesagt als ich. Das heißt nicht, dass man frei erfinden sollte.<br />
Aber es heißt doch, dass es auch um Abwägungen geht</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie ehrlich kann Politik dann noch sein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Politik wird von den Entwicklungen immer eingeholt und geprüft<br />
und in einer Demokratie steht sie immer im Kreuzfeuer der Demokraten.<br />
Sie hat die Verpflichtung zur &quot;Ehrlichkeit&quot;, aber das ist eben<br />
kein Begriff, der im privaten wie im politischen Spielräume von Entscheidungen<br />
ausschließen würde. Wo es Spielräume auszuloten gibt,<br />
gibt es auch Fehlentscheidungen, Irrtümer, bewusste Täuschungen,<br />
Ungenauigkeiten, oder man nennt das auch &#8211; LEBEN</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Welcher politischer Flügel schlägt ehrlicher, der rechte oder<br />
der linke?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Keiner von beiden, keine taugliche Kategorie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sideshow:<br />
</b>Wie glauben Sie ist der &#8211; von allen Seiten unbestritten notwendige<br />
&#8211; Reformprozess nun anzupacken? Ist es nicht so, dass die politisch Verantwortlichen<br />
immer mehr Ihr Vertrauen verspielen, nicht den Mut haben, über Parteigrenzen<br />
hinweg endlich aktiv zu werden und gemeinsam das Land für die Zukunft<br />
fit zu machen? Und ganz konkret &#8211; da Sie ja nun nicht mehr ein Mandat<br />
der SPD-Bundestagsfraktion haben: Ist die aktuelle Regierung aus Ihrer<br />
Sicht gescheitert, wenn nicht bis zum Sommer endlich mehr passiert?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich bin zuversichtlich das wir einen guten Batzen Reformumsetzung bis<br />
zum Sommer haben werden. Ich finde aber auch, dass die Ungeduld sehr unpassend<br />
ist. Wir haben die mit Abstand größte arbeitsmarktpolitische<br />
Reform mit Hartz angepackt. In den Arbeitsämter ist derzeit ein Umbruch,<br />
ein Neuanfang wie noch nie. Davon habe ich mich erst letzte Woche selber<br />
überzeugt bei mir vor Ort. Und bevor überhaupt etwas sichtbar<br />
wird, etwas wirken KANN, schreien alle schon nach neuen Reformen. Demokratie<br />
und auch Reformen brauchen Zeit. Aktionismus &#8211; und danach scheint es manchmal<br />
zu gehen -hilft überhaupt nicht. Ich stimme Ihnen jedoch zu: es muss<br />
in der Gesundheitspolitik Strukturreformen geben. Da sind wir dran. Und<br />
wir brauchen auch neue Impulse bei der Investitionspolitik.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
Aber Hartz wurde doch &#8211; wie er selbst bemängelt – verwässert&#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
&#8216;Tschuldigung. Aber Hartz ist nicht Buchstabe für Buchstabe umgesetzt<br />
worden. Da finde ich, dass der Manager etwas gekränkt reagiert hat.<br />
Die Kernpunkte Zeitarbeitsfirmen (PSA) und Mini-Jobs und Umbau der Bundesanstalt<br />
laufen doch auf vollen Touren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zu einem anderen Thema, beginnend mit einer &quot;Glaubens&quot;-Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>irene_adler:</b><br />
Glauben Sie, dass der Krieg kommt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Ja, leider.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Es gibt nur noch ein kleines Fenster für eine friedliche Lösung<br />
und daran arbeitet Deutschland im Verbund mit Frankreich auf Hochdruck.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>joe333:</b><br />
Halten sie einen US-Angriff auf den Irak ohne weitere UN-Resolution für<br />
völkerrechtswidrig?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sozenfreund:<br />
</b>Frau Nahles, warum liefert die Bundesregierung nicht die Waffen<br />
an die Türkei, welche von der Nato angefordert wurden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Die UN-Resolution ist für einen Krieg die einzige legitime Grundlage.<br />
Die Türkei wird von uns materiell unterstützt um ihre Verteidigung<br />
aufrechtzuerhalten. Für mehr haben wir keine Kapazität da wir<br />
massiv im Kosovo, Bosnien und Afghanistan engagiert sind</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">j<b>oe333:</b><br />
Wie stehen sie zu den Überflug- und Nutzungsrechten der US-Truppen<br />
in Deutschland im Falle eines Angriffs auf den Irak ohne eine neue UN<br />
Resolution?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Die müssen und sollten wir gewährleisten. Deutschland hat mit<br />
seinem klaren Nein zu einer Beteiligung an dem Krieg und zu seiner konsequenten<br />
Diplomatie viele Chancen auf eine KRIEGSVERHINDERUNG ermöglicht.<br />
Da wiegt für mich diese Frage gering.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Trotzdem: Wäre es nicht völkerrechtlich konsequent,<br />
diese dann zu verweigern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Nein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sonnenlicht:</b><br />
Hat Frau Merkel in den USA mit ihrer Kritik an der Regierung einen Tabubruch<br />
begangen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ja, aber schlimmer ist, dass Frau Merkel sich an den Rockzipfel der Bush-Administration<br />
hängt</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Zuckerpuppe:</b><br />
Was sagen Sie zu den Vorschlägen der CDU, wonach die Bundeswehr nun<br />
auch im Inneren eingesetzt werden soll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Panikmache.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lunabar:</b><br />
Die Koalition der Antikriegsgegner ist ja einen ziemlich unhomogene Gruppe:<br />
Rechte treffen auf Linke, Antisemiten auf Philosemiten, Globalisierungsgegner<br />
auf Labelträger&#8230; ist es überhaupt eine Bewegung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich glaube, dass es nicht eine so kohärente Bewegung ist wie in den<br />
80ern. Es sind auch keine rein pazifistischen Strömungen dominant.<br />
Es ist eine Koalition der Vernunft.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Sie unterstützen Schröders Kurs in der Irak-Frage in vollem<br />
Umfang. Keine Bedenken wegen des zerbrochenen deutsch-amerikanischen Porzellans?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Wir sollten nicht unnötig eskalieren, aber ich sage: Bush hat sich<br />
mit seiner Präventivschlag- Strategie sehr weit vom bisherigen vernünftigen<br />
außenpolitischen Konsens entfernt, dass da was dagegen gesetzt werden<br />
musste und muss. USA ist nicht gleich Bush-Administration.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Was passiert, wenn der irakische Diktator Saddam Hussein nicht<br />
wie vom Waffeninspektor Blix gefordert, seine El-Samud 2-Raketen vernichtet<br />
&#8211; und Blix die nötige Kooperation des Irak als nicht vorhanden feststellt<br />
&#8211; ist dann das &quot;letzte Mittel Gewalt&quot; nicht notwendig? Könnte<br />
das von der SPD nicht mitgetragen werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Im Memorandum, das Deutschland und Frankreich dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt<br />
haben, ist als letztes Mittel Gewalt angeführt. Es ist aber doch<br />
so, dass es den Anschein hat, als sei die Gewalt schon beschlossene Sache<br />
für einen Teil des UN-Sicherheitsrat und die andere Seite versucht,<br />
die friedlichen Möglichkeiten auszuschöpfen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Das beantwortet nicht ganz meine Frage: Alle drücken sich<br />
gerne vor den „was-wäre-wenn“ &#8211; Szenarien, aber trotzdem<br />
muss man sich die Frage als Politiker doch mal stellen, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:<br />
</b>Deutschland wird sich nicht an einem Krieg beteiligen. Wie die<br />
genaue Abstimmungssituation ist &#8211; auch wenn das ausweichend klingt &#8211; kann<br />
ich nicht sagen. Es ist für mich nur klar, was Schröder erklärt<br />
hat, wird er auch halten: Eine den Krieg legitimierende Resolution wird<br />
Deutschland nicht zustimmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>peter_licht:</b><br />
Warum glauben Sie zieht Blair mit? Er hat davon keine innenpolitischen<br />
Vorteile &#8211; weder von den Bürgern, noch von der eigenen Partei. Was<br />
treibt ihn?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Es gibt sicher auch den seltenen Fall :-)), dass ein Politiker einfach<br />
das tut, was er für richtig hält. Das unterstelle ich Blair<br />
&#8211; obwohl ich seine Meinung nicht teile &#8211; durchaus. Es kommt Geltungsbedürfnis<br />
und mittelfristige – „Wir sind die besten Partner der USA<br />
in Europa“-Überlegungen dazu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Noch eine „was-wäre-wenn“-Frage: Wie schätzen<br />
sie den Schaden ein, wenn die USA und Großbritannien ohne UNO-Mandat<br />
gegen Irak ziehen. Ist die UNO dann eine &quot;Ruine&quot;, wie es jüngst<br />
mehrfach in der Presse zu lesen war?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ich glaube im Gegenteil, dass sich die mangelnde Legitimation höchst<br />
negativ für die USA und Großbritannien auswirken werden. Meine<br />
Befürchtung ist, dass die Welt durch so ein Verhalten insgesamt unsicherer<br />
wird. Die UN ist allerdings ohne die USA immer in einer schwierigen Situation.<br />
Deshalb muss versucht werden, beieinander zu bleiben. Es kann aber nicht<br />
sein, dass die UN für die USA immer nur dann funktioniert, wenn sie<br />
die Meinung der USA voll umsetzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Noch mal zur Person:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hillu: </b>Wo<br />
sehen Sie denn Ihre politische Zukunft? wollen Sie 2006 wieder in den<br />
Bundestag?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andrea Nahles:</b><br />
Ja, ich werde kandidieren. Ich bin weiter politisch sehr aktiv, es ist<br />
nicht so,<br />
dass ich da einen größeren Bruch ausmache.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Liebe Chat-Freunde, eine Stunde ist vorbei. Herzlichen Dank Frau<br />
Nahles, dass Sie ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen sind und herzlichen<br />
Dank an alle User/innen für das Interesse. Noch ein Terminhinweis:<br />
Am Dienstag, 4.März, kommt der Leiter des Aspen Institute, Jeffrey<br />
Gedmin, zum Chat. Das Aspen Institute ist vermutlich die wichtigste amerikanische<br />
Denkfabrik in Deutschland. Gedmin ist Experte für die deutsch-amerikanischen<br />
Beziehungen und den Nahen Osten. Wir würden uns freuen, wenn Sie<br />
wieder dabei sind. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie<br />
auf den Webseiten der Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de<br />
sowie des Unterstützers tagesspiegel.de. Die Website von Andrea Nahles<br />
erreichen Sie unter http://www.andreanahles.de. Das tacheles.02-Team wünscht<br />
allen noch einen schönen Abend.</span></p>
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