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	<title>Andreas Storm &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Andreas Storm &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Andreas Storm zu stabilen Krankenkassenbeiträgen:&#8221;Dieses muss zur Not bei der geplanten Verabschiedung der Gesundheitsreform im</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/andreas-storm-zu-stabilen-krankenkassenbeitraegendieses-muss-zur-not-bei-der-geplanten-verabschiedung-der-gesundheitsreform-im-290/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/astorm.jpg" alt="Andreas Storm" align="left" border="0" height="111" width="91" /></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Andreas Storm, CDU-Gesundheitsexperte, ist am 31. Juli 2003</b></b></span> 
<span style="color: #000000"><b><b> </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b> 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/astorm.jpg" alt="Andreas Storm" align="left" border="0" height="111" width="91" /></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Andreas Storm, CDU-Gesundheitsexperte, ist am 31. Juli 2003</b></b></span><br />
<span style="color: #000000"><b><b> </b></b></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<br />
</span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b><br />
Moderator: </b>Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de. Heute begrüße ich im ARD-Hauptstadtstudio<br />
den CDU-Bundestagsabgeordneten und Gesundheitsexperten Andreas Storm.<br />
Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben, kann’s losgehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Jawohl. Ich bin gespannt auf die Fragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Keine lange Vorrede, eine ganze Menge Fragen gleich zu dem, was viele<br />
bewegt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edgi</b>: Trotz<br />
der geplanten Gesundheitsreform heben 16 von 250 Betriebskrankenkassen<br />
ihre Beitragssätze an diesem Freitag an. War das so von Ihnen gedacht<br />
und was ist das für eine Strategie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gewusst wie</b>:<br />
Können Sie uns erklären, wie es sein kann, dass die Krankenkassen<br />
jetzt angekündigt haben, ihre Beiträge erhöhen zu wollen?<br />
Kann man dagegen nicht vorgehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die Krankenkassen, die heute bekannt gegeben haben, dass sie ihre Beiträge<br />
zum ersten August erhöhen wollen, haben erklärt, dass diese<br />
Beitragssatzerhöhungen nichts mit der Gesundheitsreform zu tun haben.<br />
Sie sind vielmehr darauf zurückzuführen, dass die meisten der<br />
betreffenden Kassen ihre Zahlungen an den Finanzausgleich zwischen den<br />
Krankenkassen, den sogenannten Risikostrukturausgleich, zu niedrig angesetzt<br />
haben. Ich halte es für sehr ärgerlich, dass die Kassenvertreter<br />
beim gestrigen Spitzengespräch mit dem Gesundheitsministerium nicht<br />
auf diese bevorstehende Beitragserhöhung hingewiesen haben. Deshalb<br />
muss jetzt alles dafür getan werden, dass es nicht zu weiteren Beitragserhöhungen<br />
kommt und die Krankenkassen, die gestern gemachte Zusage für stabile<br />
Beiträge bis zum Jahresende auch einhalten. Dieses muss zur Not bei<br />
der geplanten Verabschiedung der Gesundheitsreform im September im Bundestag<br />
gesetzlich geregelt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Garnix</b>: Warum<br />
haben gestern die Kassenvertreter gestern denn nichts gesagt? Methode?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Das muss man die Kassenvertreter fragen. Ich möchte dazu bewusst<br />
nicht spekulieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Cayser</b>: Wird<br />
durch die Beitragserhöhung von heute von einzelnen Kassen das Ziel<br />
der Reform gefährdet? Und was werden Sie dagegen unternehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Wie bereits gesagt, handelt es sich bei den heute bekannt gegebenen Beitragserhöhungen<br />
ja um ein Sonderproblem. Wenn es nicht zu einer Beitragserhöhungswelle<br />
kommt, hat das keinen nachhaltigen Einfluss auf das Erreichen der Reformziele.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Nein</b>: Die Stimmen<br />
mehren sich, dass die Reform scheitern wird, wenn es darum geht, die einzelnen<br />
Reformpunkte in Gesetze zu binden. Glauben Sie, dass die Reform in ihrer<br />
jetzigen Form überleben wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die Eckpunkte der Konsensrunde müssen als Gesamtpaket umgesetzt werden.<br />
Jeder muss wissen: Wer einzelne Teile des gefundenen Kompromisses in Frage<br />
stellt, gefährdet damit die Reform als Ganzes.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fischer</b>: Die<br />
CDU-Chefin Merkel hat eine Bürgerversicherung befürwortet, während<br />
ihr Rivale, Hessens Ministerpräsident Roland Koch, die Kopfpauschale<br />
bevorzugt. Also wieder ein Zwist wie bei der vorgezogenen Steuerentlastung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Diese Behauptung, die heute in der Presse zu lesen war, ist nachweislich<br />
falsch. Frau Merkel lehnt eine Bürgerversicherung im Gesundheitswesen<br />
nachdrücklich ab.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Angelika S</b>:<br />
Seehofer bezeichnet fast täglich den Gesundheitskompromiss als vorläufig<br />
und setzt sich dafür ein, möglichst schnell eine Bürgerversicherung<br />
einzuführen. Sind Sie seiner Meinung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bürger</b>:<br />
Herr Storm, was halten Sie von der Bürgerversicherung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Ich halte eine Bürgerversicherung aus vielen Gründen für<br />
einen falschen Weg. Im übrigen sollten wir uns jetzt auf die Umsetzung<br />
der gerade beschlossenen Gesundheitsreform konzentrieren. Die Frage nach<br />
einem Systemwechsel sollte dann zu Beginn der nächsten Wahlperiode<br />
geklärt werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wieso erst dann? Solang braucht man doch nicht, um die derzeitigen Pläne<br />
umzusetzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die jetzt geplante Gesundheitsreform enthält eine Reihe von neuen<br />
Elementen, wie z.B. veränderte Zuzahlungen oder Zusatzversicherungen.<br />
Wir müssen damit erst einmal Erfahrungen sammeln. Im übrigen<br />
halte ich die beiden Alternativen für einen Systemwechsel, also die<br />
Bürgerversicherung und die Kopfpauschale, noch nicht für so<br />
überzeugend, dass sie bereits jetzt umgesetzt werden könnten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rüruppig</b>:<br />
Wer sich als Sozialpolitiker versteht und jahrelang mit dem bestehenden<br />
Gesundheitssystem gekämpft hat, neigt der Bürgerversicherung<br />
zu. Stimmt das so?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Nein. Es gibt auch viele Sozialpolitiker, die das Kopfpauschalenmodell<br />
für besser halten. Die öffentliche Debatte der letzten Tage<br />
hat da vielleicht einen etwas verzerrten Eindruck hinterlassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Heiko</b>: Wozu<br />
brauchen wir so viele Krankenkassen? Kann man nicht per Gesetz eine einzige<br />
staatliche machen? Man bedenke die vielen Verwaltungskosten, die eingespart<br />
werden können. Bei Versicherungen wie der Arbeitslosenversicherung<br />
geht das doch auch (Man stelle sich das Chaos mit 200 Arbeitslosenversicherungen<br />
vor).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Früher hatten wir über 1000 Krankenkassen. Heute sind es 315.<br />
Von diesen 315 sind 253 Betriebskrankenkassen. Trotz der heute bekannt<br />
gegebenen Beitragsanhebungen haben die Betriebskrankenkassen immer noch<br />
deutlich niedrigere Beiträge als andere Krankenkassenarten. Das zeigt,<br />
dass ein Zwang zur Fusion von Krankenkassen keineswegs die Beitragssätze<br />
auf breiter Front reduzieren würde. Im Schnitt sind natürlich<br />
die Beiträge niedriger.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Aber ist das nicht gerade ein Teil des Problems?: Die AOK kriegt die schlechten<br />
Risiken (kranke Versicherte) die guten Risiken (höhere Einkommen,<br />
gesünder) wandern in die Bebtriebskrankenkassen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Deshalb brauchen wir ja auch in Zukunft einen funktionierenden Finanzausgleich<br />
zwischen den Krankenkassen. Die Konsensrunde hat beschlossen, im nächsten<br />
Jahr den Risikostrukturausgleich zu überprüfen und faire Wettbewerbsbedingungen<br />
zwischen den Krankenkassen zu ermöglichen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zur Beitragssenkung:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Anonymous</b>:<br />
Stoiber fordert, dass die Beiträge um nicht weniger als 0,8 Prozentpunkte<br />
sinken sollen. Ist das erreichbar/realistisch oder Wahlkampf in Bayern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Bei der Umsetzung der Gesundheitsreform werden die Kassen im nächsten<br />
Jahr um rund 10 Milliarden Euro entlastet. Davon sollen 3 Milliarden Euro<br />
zum Abbau der Schulden bzw. zum Auffüllen der Mindestrücklagen<br />
verwendet werden. Wenn die verbleibenden 7 Milliarden Euro vollständig<br />
in die Beitragssenkung gehen, dann würde der durchschnittliche Beitragssatz<br />
um 0,7 Prozentpunkte sinken.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Geld</b>: Diese<br />
10 Milliarden trägt der Bürger, oder?!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die Lasten der Gesundheitsreform werden auf nahezu alle Beteiligte im<br />
Gesundheitswesen aufgeteilt. Neben den Versicherten und den Steuerzahlern<br />
(Tabaksteuer) tragen auch die Leistungserbringer ihren Anteil an der Reform.<br />
So müssen Ärzte und Zahnärzte im kommenden Jahr wieder<br />
eine Nullrunde hinnehmen. Die pharmazeutische Industrie wird direkt mit<br />
rund einer Milliarde Euro belastet. Selbst die Krankenkassen müssen<br />
über gedeckelte Verwaltungsausgaben ihren Teil zu den Sparbemühungen<br />
beitragen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Seeblick</b>: Die<br />
gesetzlichen Krankenkassen erachten eine Bürgerversicherung nämlich<br />
für sinnvoll, um die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung<br />
auch für die Zukunft zu sichern. Haben die Kassen denn nicht recht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Mit der Bürgerversicherung wäre ja in erster Linie eine Ausweitung<br />
des Versichertenkreises auf die noch nicht gesetzlich Versicherten verbunden.<br />
Neue Beitragszahler haben aber auch Leistungsansprüche, so dass die<br />
Einbeziehung weiterer Personenkreise finanziell für die Kassen nahezu<br />
zum Nullsummenspiel wird. Auch werden die langfristig zu erwartenden Ausgabensteigerungen<br />
im Hinblick auf den demografischen Wandel durch eine Bürgerversicherung<br />
nicht gelöst.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wie sicher sind diese Rechnungen &#8211; was Bürgerversicherung oder Kopfpauschale<br />
bringt oder spart?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Die Berechnungen hängen natürlich sehr stark von den zugrunde<br />
gelegten Annahmen ab. Neben der Betrachtung der reinen Finanzierungseffekte<br />
ist es aber genauso wichtig, dass beachtet wird, welche gesamtwirtschaftlichen<br />
Auswirkungen eine Veränderung der Finanzierung der Krankenversicherung<br />
hat. Die jetzige Reform wurde ja vor allem deshalb gemacht, um über<br />
eine Senkung der Beitragssätze einen Anreiz für die Schaffung<br />
neuer Arbeitsplätze zu geben. Auch bei der Frage, ob man eine Bürgerversicherung<br />
oder eine Kopfpauschale einführen soll, kommt den Konsequenzen für<br />
den Arbeitsmarkt eine wichtige Bedeutung zu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Kopfgeld</b>: Die<br />
Kopfpauschale entlastet obere Einkommen besonders, kommt also einer Umverteilung<br />
von unten nach oben gleich. Das ist ungerecht Herr Storm!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">A<b>ndreas Storm</b>:<br />
Weil die Kopfpauschale die unteren Einkommen stärker belastet, kann<br />
sie nur dann ernsthaft in Erwähnung gezogen werden, wenn sie mit<br />
einem starkem sozialen Ausgleich verbunden wird. Das Finanzvolumen für<br />
diesen sozialen Ausgleich wird auf mindestens 25 Milliarden Euro geschätzt.<br />
Für mich kommt das nur in Frage, wenn dieser soziale Ausgleich dauerhaft<br />
sichergestellt und deshalb dem Zugriff des Finanzministers entzogen werden<br />
kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Diego</b>: Herr<br />
Storm, wie hoch sind Ihre Bezüge als Beirat der Barmenia? Sind Sie<br />
Lobbyist? Verträgt sich Ihre Tätigkeit für diese PKV mit<br />
Ihrer Tätigkeit im &quot;Gesundheitsausschuss&quot; des Bundestages?<br />
Und da Sie Herr Storm Beirat bei einer PKV sind, müssen Sie natürlich<br />
GEGEN die Bürgerversicherung sein, nicht wahr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Ich gehöre dem wissenschaftlichen Beirat der Barmenia in meiner Funktion<br />
als Arbeitsgruppenvorsitzender der CDU/CSU Bundestagsfraktion an. Dieser<br />
wissenschaftliche Beirat ist kein Entscheidungs- oder Kontrollgremium<br />
wie ein Aufsichtsrat, sondern er führt Vertreter aus Wissenschaft<br />
und Politik zusammen. In dem Gremium sind zahlreiche namhafte Gesundheitsökonomen<br />
und Mitglieder der Bundestagsfraktionen vertreten. Dieses hat also schon<br />
von der Aufgabenstellung nichts mit einer Geschäftstätigkeit<br />
für das Unternehmen zu tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zur Kopfpauschale und zum sozialen Ausgleich:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Apotheker</b>:<br />
Da der Staat aber häufig klamm ist, befürchten Kritiker der<br />
Kopfpauschale, dass Politiker und Lobbyisten jedes Jahr einen Milliardenringkampf<br />
veranstalten – Gesundheitsreformen würden zur Dauerinstitution.<br />
Hätten sie Lust auf weitere Verhandlungen und steckt die letzte Ihnen<br />
noch in den Gliedern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Knapp drei Wochen intensive Verhandlungen hinterlassen natürlich<br />
ihre Spuren. Der Aufwand hat sich nach meiner Überzeugung aber gelohnt,<br />
denn wenn die Reform umgesetzt wird, gewinnen wir Zeit für die Entscheidung<br />
der Systemfrage am Beginn der nächsten Wahlperiode. Falls man sich<br />
dann für den Systemwechsel zur Kopfpauschale entscheidet, muss von<br />
vornherein sicher gestellt sein, dass der Zugriff auf die erforderlichen<br />
Finanzmittel für die Finanzierung des sozialen Ausgleichs dem Finanzminister<br />
entzogen sein muss.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Willy</b>: Glauben<br />
Sie, dass diese leichte Absenkung des Versicherungsbeitrages die Kaufkraft<br />
ankurbeln kann? Andererseits müssen die Leute ja jetzt immer etwas<br />
Geld auf der hohen Kante haben, falls sie mal krank werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Entscheidend ist zunächst, dass der Teufelskreislauf aus steigenden<br />
Sozialbeiträgen und wegfallenden Arbeitsplätzen durchbrochen<br />
wird. Dabei ist klar, dass der durch die Senkung der Beitragssätze<br />
gewonnene Spielraum von den Versicherten weitgehend auch wieder für<br />
Gesundheitsausgaben aufgewendet wird muss. Per Saldo erwarte ich aber<br />
schon einen Schub für mehr Wachstum und Beschäftigung durch<br />
diese Reform.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Martinsch</b>:<br />
Ist es nicht ein Widerspruch, auf der einen Seite die Folgen der alternden<br />
Gesellschaft auf die sozialen Sicherungssysteme zu beklagen, auf der anderen<br />
Seite aber Leistungen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft aus<br />
dem Leistungskatalog der GKV herauszunehmen bzw. in einem ganz erheblichen<br />
Umfang zu kürzen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Im Gegensatz zu den ursprünglichen Plänen von Rot-Grün<br />
wurden die Leistungen zur künstlichen Befruchtung ja gerade nicht<br />
aus dem GKV-Katalog herausgenommen. Die zugegebenermaßen sehr hohe<br />
Selbstbeteiligung von 50 % halte ich gerade noch für hinnehmbar</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ein Kommentar oder eine Frage, wie Sie wollen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pkv</b>: Aber dieser<br />
Teufelskreislauf wird doch nicht durchbrochen, wenn Sie den Beitragssatz<br />
um 0,7 Prozent senken und gleichzeitig dem Bürger das doppelte Geld<br />
wieder aus der Tasche ziehen! Glauben Sie wirklich, dass die Bürger<br />
so dumm sind!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Und eine Nachfrage: Ist es nicht so, dass gilt: Es wird für die Versicherten<br />
künftig definitiv nichts billiger, sondern am Ende alles teurer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Der Beitragssatz wird im nächsten Jahr zunächst auf unter 14%<br />
und in den beiden folgenden Jahren auf 13% abgesenkt. Auch nach Inkrafttreten<br />
der letzten Reformmaßnahmen, voraussichtlich 2007, ergibt sich für<br />
die Versicherten im Durchschnitt selbst unter Anrechnung der Zusatzversicherungen<br />
noch eine geringe Nettoentlastung im Vergleich zur derzeitigen Situation.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Aber nur eine &quot;geringe&quot;?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
In der Tat werden mit dieser Reform die Ausgaben im Gesundheitswesen künftig<br />
etwas weniger über lohnbezogene Beiträge und mehr über<br />
andere Finanzierungsformen wie höhere Selbstbeteiligungen oder Steuern<br />
bezahlt. Eine drastische Verminderung der Ausgaben für das Gesundheitswesen<br />
halte ich nicht für realisierbar. Zumindest dann nicht, wenn auch<br />
weiterhin eine qualitativ hochwertige Versorgung für alle Versicherten<br />
gewährleistet sein soll.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>RolandKochForever</b>:<br />
Welchen Rückhalt hat Seehofers Meinung in punkto Buergerversicherung<br />
eigentlich wirklich in der Union?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Nach meiner Einschätzung gibt es derzeit in der Union &#8211; zumindest<br />
in der CDU &#8211; keine Mehrheit für die Bürgerversicherung. Aber<br />
Klarheit darüber werden wir erst haben, wenn ein Parteitag mit Mehrheit<br />
über den künftigen Kurs in der Gesundheitspolitik befunden hat.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Gesundheitsreform-Interessierte, die Stunde ist vorbei. Herzlichen<br />
Dank fürs Kommen, Herr Storm, vielen Dank an alle Teilnehmer für<br />
die interessanten Fragen &#8211; wie immer sind noch viele liegengeblieben.<br />
Das wird aber auch mit Sicherheit nicht der letzte Chat über die<br />
Gesundheitsreform gewesen sein. Noch ein Hinweis: Die Transkripte aller<br />
tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten der Veranstalter tagesschau.de<br />
und politik-digital.de sowie des Unterstützers tagesspiegel.de.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Andreas Storm</b>:<br />
Ich bedanke mich für die interessanten Fragen. Tschüß.</span></p>
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