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	<title>Andy Müller-Maguhn &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Andy Müller-Maguhn &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Buchrezension: Julian Assanges „Cypherpunks“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Oskar Brabanski]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2013 13:56:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinerechte]]></category>
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		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>
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					<description><![CDATA[Für die einen ein Held, für die andern ein Krimineller: Zweifellos hat der immer noch unter Hausarrest stehende Wikileaks-Gründer Julian [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Stilgherrian-CC-BY.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-128159" alt="Stilgherrian CC BY" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Stilgherrian-CC-BY-630x374.jpg" width="630" height="374" /></a>Für die einen ein Held, für die andern ein Krimineller: Zweifellos hat der immer noch unter Hausarrest stehende Wikileaks-Gründer Julian Assange in den letzten zwei Jahren die digitale Öffentlichkeit gleichermaßen gespalten wie geprägt. Jetzt ist mit „Cypherpunks“ sein neues Buch erschienen. Doch wie viel Assange steckt in dem Buch?<br />
Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass das Buch de facto nicht von Julian Assange geschrieben wurde, sondern der Hauptteil die Verschriftlichung einer Diskussion zwischen Jacob Appelbaum, dem Gründer des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hackerspace">Hackerspace</a> <a href="https://noisebridge.net/">„Noisebridge“</a> aus San Francisco, Andy Müller-Maguhn, dem Mitgründer von <a href="http://www.edri.org/">European Digital Rights</a>, sowie Jérémie Zimmermann, dem Mitgründer der französischen Aktivisten-Organisation <a href="http://www.laquadrature.net/">La Quadrature du Net</a>, darstellt. Moderiert wurde das Gespräch, das laut den Beteiligten im vergangenen Herbst in London stattfand, von Assange selbst. Homogener und einiger können Diskussionsteilnehmer wohl kaum sein, sind sie doch alle Internet-Aktivisten, die dem Chaos Computerclub nahestehen und sich für mehr Onlinerechte, Anonymität im Netz und Transparenz einsetzen. Der Diskussion vorangestellt ist eine kurze Einleitung über die staatlichen und wirtschaftlichen Repressionen gegen Wikileaks, seine Gründer und Aktivisten.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cover_cypherpunks.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-128160" alt="Quelle: Campus Verlag" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cover_cypherpunks-305x485.jpg" width="305" height="485" /></a><br />
Und als Aktivisten-Credo liest sich auch das Buch. Julian Assanges Hauptthese ist, dass Staaten und Organisationen drei elementare Freiheiten haben sollten: die Freiheit der Kommunikation und damit verbunden die Gedankenfreiheit, die Freiheit der Mobilität sowie die Freiheit der wirtschaftlichen Interaktion. Diese Grundpfeiler der Staatlichkeit (die Assange absurderweise der Hisbollah zuschreibt und sie so zu einem legitimen Staat erhebt) sieht der Wikileaks-Chef in heutiger Zeit durch mächtige Staaten bedroht. Gemeint sind damit in erster Linie die Vereinigten Staaten, aber mittlerweile nicht mehr nur. Infolge der lückenlosen Überwachung elektronischer Kommunikation &#8211; die USA haben Server, auf denen sie jeden Telefonanruf und jede E-Mail speichern &#8211; sei eine freie Kommunikation nicht möglich, so die These. Genauso wenig sei noch die Freiheit der wirtschaftlichen Interaktion garantiert, wo doch jede Finanztransaktion in den USA zentral gespeichert und der Regierung zur Verfügung gestellt wird. So hat die US-Regierung zum Beispiel nicht nur ein weiteres Instrument der Überwachung (Kenntnis u.a. darüber, wer mit Wikileaks sympathisiert und ihnen Geld spendet), sondern auch einen Hebel für Repressionen (wirtschaftliche Sanktionen gegen Wikileaks wie Sperrung von Konten). Die eingeschränkte Freiheit der Mobilität illustriert Assange vor allem am Beispiel von Jacob Appelbaum, der wiederholt bei der Ein- oder Ausreise in die USA aufgehalten, schikaniert und verhört wurde.<br />
Legitimiert werde diese zutiefst antidemokratische Entwicklung durch die sogenannten vier Reiter der „Infokalypse“: Kinderpornographie, Terrorismus, Geldwäsche und der Krieg gegen bestimmte Drogen. Mit diesen vier Kriminalitätsbereichen werde die Einschränkung der Bürgerrechte legitimiert und der einzelne Bürger unter Generalverdacht gestellt. Dabei werde nicht in Einzelfällen bei begründetem Verdacht ermittelt, sondern es würden prophylaktisch alle Daten gespeichert – und das zu einem Bruchteil der Kosten der sonstigen Geheimdienstarbeit. „Rechtmäßige Überwachung ist ein Euphemismus &#8211; absolut, wie rechtmäßiger Mord &#8211; oder rechtmäßige Folter“ lautet der Konsens der Diskussionsteilnehmer.</p>
<h3>Welchen Ausweg aus der Totalüberwachung gibt es?</h3>
<p>Alle Diskussionsteilnehmer zeichnen den Kampf für Onlinerechte als Kampf zwischen David und Goliath: auf der einen Seite das Monster des illegitim handelnden Staates, der sukzessive Bürgerrechte einschränkt, seine Bürger verdächtigt und in wirtschaftliche Interessen verstrickt ist, auf der anderen Seite einige Cypherpunks (ein Hybridwort aus Cipher (Chiffre), Cyber und Punk) &#8211; jene Krieger, die mittels Internetaktivismus, Kryptographie und verschiedenen Technologien den Staat bekämpfen. Als Beispiel nennen sie den Erfinder der <a href="http://bitcoin.org/en/">Bitcoins</a>, der nicht-verfolgbaren Internetwährung. Zu welcher Seite sich die Diskussionsteilnehmer zählen, dürfte offensichtlich sein.<br />
Wenig überraschend ist auch die Haltung von Julian Assange, der stellenweise diszipliniert mitdiskutiert, hier und da aber belehrend, ja arrogant auftritt und seinen Mitstreitern andauernd ins Wort fällt: „Ich bin nicht dafür, dass wir die Idee einer Avantgarde vertreten sollten“, konstatiert Jacob Appelbaum. „Warte mal, warum eigentlich? Ich bin ein bisschen Avantgarde. Wo ist das Problem damit?“, wirft Assange zum Beispiel selbstgefällig ein.<br />
Wesentlich neue Aussagen trifft keiner der vier Internetaktivisten: Vor allem Assange hält an seiner Linie fest, die er seit seinen frühen Schriften verfolgt. Die Diskussion bleibt – trotz thematischer Kapitel – unstrukturiert und wenig zielorientiert. Auch die Auswahl der Diskussionsteilnehmer, die weitestgehend auf einer Linie argumentieren, sorgt für gegenseitige Zustimmung und Ergänzung: Wirklich kontrovers wird die Diskussion an keiner Stelle. Alle interessanten Aussagen (und ja, es gibt sie) werden von der Endzeitrhetorik zu sehr ideologisch eingefärbt, um ernst genommen zu werden. Schade eigentlich.<br />
Bilder: Stilgherrian (CC BY 3.0), Campus Verlag</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Interview mit Andy Müller-Maguhn, deutscher ICANN-Kandidat</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/icann-europa-sieben-kopfe-ein-posten/interview_mit_andy_mueller_maguhn_deutscher_icann_kandidat-740/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ICANN Europa - Sieben Köpfe, ein Posten]]></category>
		<category><![CDATA[ICANN]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Andy Müller-Maguhn]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Andy Müller-Maguhn wird als Kandidat für den Posten des ICANN-Direktors hoch gehandelt.
Seit 1990 ist er Sprecher des <a href="https://www.ccc.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Clubs</a>,
der sich vor allem als Forum der Hacker-Szene sieht und die Förderung der
Informationsfreiheit anstrebt.<br />
Im Interview mit politik-digital definiert er
das Ziel von ICANN und spricht über seine Wahlkampfinhalte.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Andy Müller-Maguhn wird als Kandidat für den Posten des ICANN-Direktors hoch gehandelt.<br />
Seit 1990 ist er Sprecher des <a href="https://www.ccc.de/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Chaos Computer Clubs</a>,<br />
der sich vor allem als Forum der Hacker-Szene sieht und die Förderung der<br />
Informationsfreiheit anstrebt.<br />
Im Interview mit politik-digital definiert er<br />
das Ziel von ICANN und spricht über seine Wahlkampfinhalte.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sie haben den Sprung in die Reihe der<br />
ICANN-Kandidaten mit über 2800<br />
Stimmen geschafft und damit fast alle anderen Bewerber abgehängt. Haben<br />
Sie eine Erklärung für das große Wählervertrauen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Als Aktivist und Sprecher des CCC bin ich im Themenkreis Internet und<br />
Gesellschaft ja schon eine Runde unterwegs. So gesehen könnte man behaupten,<br />
daß ich nicht erst seit der ICANN-Wahl &quot;Wahlkampf&quot; betreibe, sondern<br />
mich eben schon 10 Jahre auch als Sprecher gegenüber der Presse und<br />
auf zahlreichen Podiumdiskussionen für freien Informationsfluss und<br />
die Würdigung des Netzes als öffentlichen Raum kümmere.<br />
Ein bisschen überrascht war ich allerdings selbst.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Woran liegt es eigentlich, dass vor<br />
allem die Deutschen die<br />
Kandidatenliste dominierten? Warum ist das Thema ICANN im Ausland so<br />
wenig bekannt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Offenbar hat die von Spiegel und Heise ja doch relativ<br />
intensiv betriebene<br />
Berichterstattung über Icann, die bevorstehende Wahl und die Möglichkeit,<br />
sich als Wähler registrieren zu lassen doch ziemliche Wirkung gehabt.<br />
Es macht ein bisschen den Eindruck, als seien die Internet Nutzer<br />
in Deutschland, die sich auch um die gesellschaftlichen Folgen der<br />
Technologie Gedanken machen doch relativ zahlreich im Gegensatz<br />
zu anderen europäischen Ländern.<br />
Offenbar haben in vielen anderen Ländern die Medien die Relevanz<br />
des Themas noch nicht erkannt.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie wird ihr Wahlkampf jetzt ablaufen?<br />
Digital oder auch analog?<br />
Haben Sie &quot;Wahlkampfhelfer&quot;?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Der &quot;Wahlkampf&quot; hat ja zum Glück mit dem, was man normalerweise<br />
mit dem Begriff &quot;Wahlkampf&quot; assoziert nicht viel zu tun. Also keine<br />
Luftballons und auch keine Plakate mit blöden Sprüchen. Ich habe auch<br />
keine Wahlkampfhelfer.<br />
Was momentan passiert ist, daß sich eine Kommunikationsbasis zwischen<br />
den verschiedenen Nutzern in den europäischen Ländern aufbaut, damit<br />
so etwas wie eine europäische Vertretung überhaupt möglich ist. Das<br />
nimmt viel Zeit in Anspruch, viele E-Mails, teils direkt, teils über<br />
Mailinglisten und noch mehr Presseanfragen aus allen möglichen<br />
europäischen Ländern. Nach derzeitigem Stand werde ich wohl<br />
im September auch noch ein bisschen in Europa herumreisen und<br />
mich ein paar Diskussionen stellen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie wollen Sie es schaffen bei den<br />
europäischen @large-Membern bekannt<br />
zu werden?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Also, derzeit habe ich nicht den Eindruck, daß es mein Problem ist, bei<br />
den europäischen @large-Member bekannt zu werden, die Schwierigkeit<br />
besteht eher darin, eine Kommunikationsbasis für inhaltliche Auseinan-<br />
dersetzung aufzubauen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Können Sie ihr Wahlprogramm<br />
in Stichpunkten umreissen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Mehr Transparenz, mehr Beteiligungsoptionen, Dezentralisierung.<br />
Ich habe nichts gegen eine Erweiterung des Netzes um kommerzielle<br />
Bestandteile, aber etwas gegen eine Vereinnahmung des öffentlichen<br />
Raumes durch kommerzielle Interessen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was interessiert Sie an ICANN? Reizt<br />
Sie die top-level-domain Vergabe<br />
oder glauben Sie, dass ICANN auch an politischem Einfluss gewinnen kann?<br />
Wäre es vorstellbar, dass ICANN irgendwann zwischen Ländern vermittelt,<br />
wenn es z.B. um Seiten mit volksverhetzenden Inhalten geht?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Es ist mir an einigen Stellen ein persönliches Anliegen,<br />
daß die Architektur<br />
des Netzes nicht in die Hände von Industrieunternehmen und Regierungen<br />
fällt, die kein Verständniss für den globalen Kulturraum Internet haben.<br />
Die Entscheidungen, die bei ICANN gefällt werden, haben weitreichende<br />
Entscheidungen &#8211; auch auf das Internet als Medium und somit auf die<br />
Gesellschaft. Derzeit gibt es eine Reihe von schwellenden Konflikten,<br />
die nach meiner Einschätzung eine klare Interessensvertretung der<br />
Netzbewohner im ICANN braucht.<br />
Die Gefährdung des free flow of information geht dabei derzeit eher<br />
von Industrieinteressen aus. Derzeit.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> E-Demokratie und Online-Wahlen<br />
sind ein beliebtes Thema. In wie weit<br />
können die ICANN-Wahlen hier als Versuchmodell gesehen werden? Oder<br />
können wir eher aus den Fehlern für die Zukunft lernen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Die ICANN Wahl hat ziemlich wenig mit einer Wahl in einer repräsentativen<br />
Demokratie gemeinsam. Hier gibt es viele Besonderheiten zu beachten.<br />
Online-Wahlen halte ich auch nicht durchgehend für sinnvoll, weil<br />
Demokratie zunächst einmal heißen muß, gesellschaftliche Transparenz<br />
aufzubauen und die Informationen verfügbar zu machen, auf deren Basis<br />
man sinnvolle Entscheidungen im großen wie im kleinen fällen kann.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wird ICANN mit den neuen Direktoren weniger USA-lastig und<br />
regierunsnah? Wird ICANN demokratischer?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Zumindest ist die diesjährige @large-Wahl &#8211; bei allen Einschränkungen &#8211;<br />
wohl ein Schritt in die richtige Richtung um tatsächlich zu Nutzer-<br />
legitimierten Entscheidungen und einem dezentralen Ansatz weg<br />
von reiner US-Regierungsdominanz zu kommen. Diesbezüglich<br />
bleibt aber noch viel zu tun.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Wie kommerziell darf das Internet sein?<br />
Wie reguliert muss es sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Das Internet ist ein globaler Kulturraum, der<br />
viele unterschiedliche Auffasungen<br />
über viele Fragestellungen verbindet. Das soll auch so bleiben.<br />
Kommerzielle Anwendungen finden unter anderen Regelungen statt<br />
als nicht kommerzieller Gedankenaustausch. Insofern sollten die<br />
einzelnden Anwendungsbereiche unter Ihren eigenen Regelungen<br />
stattfinden. Die Übertragung kommerzieller Regeglungen auf<br />
nichtkommerzielle Räume sehe ich als  ein Verbrechen an der Sache.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Zum Schluss noch die leidige<br />
Finanzierungsfrage: Sollten Sie<br />
Direktor werden, wie werden Sie diese Tätigkeit finanzieren und organisieren?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Müller-Maguhn</b>: Ich finanziere meine eigene Arbeit grundsätzlich unabhängig, da<br />
verweise ich jetzt mal aus Zeitgründen auf meine offiziellen<br />
Bewerbungserklärungen zu dieser Frage. Organisation<br />
selbstverständlich zum größtenteil über das Netz.  Das mache<br />
ich nun seit 10 Jahren.<br />
Transparenz wird natürlich ein Thema, das ebenso wie begleitende<br />
(Rechts-)beratungen, Zusammenkünfte von Vertreten europäischer<br />
Nutzervereinigungen etc. finanziert werden muß. Diese Fragen<br />
werde ich aber ggf. nicht selbst sondern in Absprache mit anderen<br />
klären.<br />
Ich sehe mich ja auch als Kandidat für diesen  Direktoriumsposten,<br />
als Vertreter eines Netzwerks von Menschen.<br />
</span></p>
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