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	<title>Anke Domscheit-Berg &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Anke Domscheit-Berg &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wenn Roboter keine Sozialbeiträge bezahlen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Mar 2019 09:36:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Domscheit-Berg]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Anke Domscheit-Berg über Buzzwords, das bedingungslose Grundeinkommen und nachhaltige Technologien. Das Gespräch führten Steffen Wenzel und Sarah Heuberger</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em><strong>Frau Domscheit-Berg, wir gehen mal davon aus, dass Sie momentan nicht sonderlich zufrieden sind mit der Digitalstrategie und den Digitalinitiativen der Bundesregierung. Aber was kann man denn besser machen?</strong></em></p>
<p>Das was zuallererst fehlt, ist eine vernünftige Governance-Struktur und eine Strategie, die auch eine ist. Es wurde ein Papier veröffentlicht, in dessen Titel das Wort steht, aber davon wird es noch lange keine Strategie. Da wurden nur irgendwelche Projekte aufgelistet. Es kommen nicht mal Begriffe wie Digitalrat vor. Warum hat man den denn? Open Access oder Netzneutralität spielen offenbar auch keinerlei Rolle, weil sie kein einziges Mal vorkommen. Aber es kommt 56 mal „Cyber“ vor und 30 mal „Blockchain“. Ich habe wirklich das Gefühl, die Bundesregierung hat sich die buzzigsten Buzzwords rausgesucht und gehofft, dass ihre Digitalstrategie dadurch innovativ wird.</p>
<p><em><strong>Dann haben Sie jetzt die Chance, es besser zu machen. Was sind Ihre Vorschläge?</strong></em></p>
<p>Über allem steht doch die Frage, in welcher Art Gesellschaft wir leben wollen und wie wir Technik dafür nutzen können. Das ist das Erste, das wir uns überlegen müssen. Dann brauchen wir eine vernünftige Infrastruktur. Das muss eine der höchsten Prioritäten überhaupt sein. Das fängt an bei ordentlicher Glasfaser, wo viel Zeit verloren wurde. Die Infrastrukturfrage hat auch mit der Angleichung der Lebensverhältnisse von Stadt und Land zu tun, etwa wenn es darum geht, dass gerade in der digitalen Gesellschaft Zukunft wieder stärker im ländlichen Raum stattfinden kann. Da müssen wir erst recht dafür sorgen, dass die Dörfer und Provinzen an das globale Netz angeschlossen sind. Dann muss niemand, der nicht will mehr in die Städte ziehen. Wir brauchen die Infrastruktur also nicht in “selten und teuer” oder nur für die Städte, sondern für alle als Grundrecht und als Daseinsvorsorge.</p>
<p><em><strong>Im Interview mit der Chip letztes Jahr haben Sie 5G „das Netz für Reiche“ genannt. Was können wir tun, um digitale Teilhabe für alle zu gewährleisten?</strong></em></p>
<p>Teilhabe setzt voraus, dass es die Infrastruktur gibt und dass man sich ihre Nutzung leisten kann. Wir haben eines der teuersten und löchrigsten Mobilfunknetze Europas. Für Zugang zum Gigabit-Netz fehlt uns die Glasfaser und wo es sie gibt, ist sie zu teuer. Dabei ist Glasfaser als Infrastruktur der digitalen Gesellschaft, ein natürliches Monopol: Jeder braucht sie, aber nur einmal, einmal in richtig. Das ist ein bisschen wie bei Abwasserrohren: Das Leben ohne Abwasserrohr ist ein unschönes. Aber ich brauche doch keinen Wettbewerb über Abwasserrohre. Ähnlich ist es mit Stromleitungen. Ich habe genau eine Stromleitung in mein Haus, kann aber trotzdem von fünf Anbietern Strom kaufen. Auch bei der Glasfaser sollte der Wettbewerb auf der Dienstebene stattfinden, nicht bei der Infrastruktur. Man muss nicht gleich die Telekom verstaatlichen, aber man kann die Versorgung mit der digitalen Infrastruktur zur Daseinsvorsorge erklären und mit den Milliarden für Breitbandförderung aus Steuermitteln primär Kommunen ermöglichen, damit, ihr eigenes Glasfasernetz auszubauen und über die Stadtwerke zu betreiben – genau wie die Abwasserrohre. Dann wird es gut und preiswert – wie in Schweden, wo zwei Drittel aller Kommunen ihr eigenes Glasfasernetz besitzen.</p>
<p><em><strong>Ist das auch ein Bürokratieproblem in Deutschland? Man hört ja immer wieder von Kommunen, die ihre Fördergelder für den Glasfaserausbau zurückgeben, weil es ihnen zu kompliziert ist.</strong></em></p>
<p>Bei uns vor dem Haus wurde neulich Glasfaser verlegt, man erkennt diese Art Spezialfahrzeuge für Glasfaser ja sofort. Mein Mann hat die Bauarbeiter angesprochen und sich nach oben durchgefragt. Die Mitarbeiter des skandinavischen Unternehmens erzählten ihm, wie die Bürokratie in Deutschland ihnen alle Pläne durchkreuzte. Denn alle hundert Meter sei jemand anders verantwortlich für die Genehmigung: Es ist jemand anderes für die Böschung eines Flusses zuständig, als für das Flussbett selber. Es gibt zum Beispiel untere und obere Forstbehörden, untere und obere Wasserbehörden, untere und obere Straßenbaubehörden. Und es gibt Naturschutzbehörden, falls ein geschütztes Biotop auf dem Weg liegt. Manche Behörden reagieren schnell, andere ewig nicht. Dann hat man eine wahnsinnig teure Maschine, die in einem Ritt von Skandinavien bis Berlin Glasfaser verlegen könnte. Aber zwischendurch fehlen immer wieder Genehmigungen. Dafür stelle ich mir als Lösung einen Runden Tisch Breitband vor, wo alle Beteiligten einmal im Monat gemeinsam die vorliegenden Anträge abarbeiten. In Schweden klappt das viel besser.</p>
<p><em><strong>Abgesehen von der Infrastruktur, welche anderen großen Herausforderungen bei der Digitalisierung sehen Sie noch?</strong></em></p>
<p>Wir brauchen eine soziale Revolution, die die digitale begleitet, also einen Umbau unserer sozialen Sicherungssysteme. Das gehört nach ganz oben, ins Kanzleramt. Das Thema hätte im Koalitionsvertrag stehen müssen, da kommt es aber nicht vor. Da hätte drin stehen müssen, dass man sich auch mit den langfristigen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft und der Zukunftsfähigkeit der sozialen Sicherungssysteme beschäftigt. Was passiert denn, wenn die Lohnquote immer weiter sinkt? Was ist, wenn ich künftig Fabriken habe, in denen fast ausschließlich Roboter Sachen produzieren, die keine Lohnsteuer bezahlen und auch keine Sozialbeiträge? Wir Menschen werden aber immer noch da sein und wir werden alt und zu Pflegefällen. Wir werden keinen Mangel an Wertschöpfung haben, aber sie muss anders verteilt werden, wenn das über Löhne immer weniger passiert.</p>
<p><em><strong>Das böse Wort Umverteilung. Vielleicht müsste man es anders nennen.</strong></em></p>
<p><img decoding="async" class="alignleft wp-image-155798" src="/wp-content/uploads/2020/06/181218_BV_IV_Anke_Domscheid-Berg_0001_by_Johannes_F._Raebel.jpg" alt="Anke Domscheid-Berg by Johannes F. Räbel" width="214" height="143" />Das wäre aber auch wieder in die Tasche gelogen. Aber wenn wir mal zurückschauen zur letzten großen industriellen Revolution: Auch die ist mit extremen sozialen Verwerfungen einher gegangen. Auf einmal hatte man Kinderarbeit und 16 Stunden lange Arbeitstage – auch an Wochenenden, Arbeitsschutz war ein Fremdwort. Die Arbeits- und Lebensbedingungen waren unerträglich. Wegen dieser sozialen Verwerfungen entstanden damals Errungenschaften der heutigen sozialen Sicherungssysteme. So entstanden Gewerkschaften, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung – das war nichts weniger als eine soziale Revolution. Die damaligen Maßnahmen reichen heute nicht mehr aus. Die aktuelle industrielle Revolution wird ihre eigenen sozialen Erfindungen brauchen, um die negativen Auswirkungen der Umbrüche zu mildern.</p>
<p><em><strong>Auch viele CEOS im Silicon Valley haben dieses Problem erkannt und setzen sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ein. Was gäbe es denn Ihrer Meinung noch für andere Optionen?</strong></em></p>
<p>Es gibt möglicherweise andere, aber ich habe noch keine andere und schon gar keine bessere Idee als das BGE gehört. Ich glaube im übrigen nicht, dass es einen Mangel an Arbeit geben wird. Aber bezahlte Arbeit wird weniger werden, deshalb muss sowohl die bezahlte als auch die unbezahlte Arbeitszeit gerechter verteilt werden. Es wird auch Phasen geben, in denen man länger keine bezahlte Erwerbsarbeit hat und stattdessen neue Dinge erlernt. Da brauche ich mir jetzt aber kein lebenslanges Bildungs-Bafög ausdenken, denn das BGE passt auch hier, es ist ein lebenslanges Bildungs-Bafög.</p>
<p><em><strong>Würde das BGE vielleicht auch dabei helfen, dass mehr Leute sich trauen, zu gründen?</strong></em></p>
<p>Ich beschäftige mich sehr viel mit dem Thema Frauen in Startups und Innovationen und den Folgen unserer Sozialisierung. Ich weiß, dass Frauen tendenziell risikoaverser sind und eher nicht gründen, wenn sie nicht ein gewisses Sicherheitsnetz haben. Es gibt aber auch Männer, auf die das zutrifft. Momentan muss man drei Kriterien erfüllen, um erfolgreich zu gründen: Man muss eine gute Idee haben. Man muss von der Kompetenz her in der Lage sein, sie umzusetzen. Leider muss man aber auch noch extrem risikofreudig sein. Es gibt aber viele, die erfüllen Kriterium eins und zwei, aber Nummer drei nicht. Das heißt aber nicht, dass ihre Innovation nicht wichtig ist. Als Gesellschaft verzichten wir auf einen großen Teil an Innovationen, weil wir potenziellen Gründern nicht die Existenzangst nehmen. Mit dem BGE könnten wir das tun.</p>
<p><em><strong>Das BGE könnte also insofern ein Instrument sein, wie man die sozialen Umbrüche durch die Digitalisierung nachhaltig gestalten könnte. Inwiefern gehören Digitalisierung und Nachhaltigkeit für Sie zusammen?</strong></em></p>
<p>Ich finde, man muss sie sogar zwingend zusammen denken. Wir müssen nicht erst der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg zuhören, um zu wissen, dass da wirklich die Kacke am Dampfen ist. Und natürlich muss man alles, was die Digitalisierung hergibt, dafür nutzen, diese Veränderung zu erreichen. Gleichzeitig macht die Digitalisierung das Problem manchmal auch noch größer. Ob durch die Server, die einen Haufen Strom verbrauchen, der möglicherweise nicht sauber ist, oder durch die seltenen Erden in der Elektronik, die ständig weggeworfen wird. Mit dem Internet of Things wird das noch schlimmer. Aber auch wenn die GroKo kein nationales Roaming im Mobilfunk ermöglicht, werden vielerorts drei Basisstationen nebeneinander stehen, obwohl man eigentlich nur eine bräuchte. Das ist Ressourcenverschwendung!</p>
<p><em><strong>Wo sehen Sie denn das Potential der Digitalisierung zu mehr Nachhaltigkeit beizutragen?</strong></em></p>
<p>Zum Beispiel bei wirklich gut integrierten Mobilitätskonzepten in Smart Cities, wo man sinnvollen Nutzen aus dem Datenaustausch schöpft, weil ÖPNV, Fahrräder, und gemeinsam genutzte Autos, die mit sauberem Strom fahren, einfach kombiniert werden können, um von A nach B zu kommen. Das macht Mobilität einfacher, mit viel, viel weniger CO2 Ausstoß. Das ist keine Science Fiction, aber man muss es zur Priorität machen. Gerade im ländlichen Raum. Ich hatte noch nie ein Auto. Jetzt wohne ich glücklicherweise in Bahnhofsnähe, der Zug fährt stündlich nach Berlin. Aber die Leute im Ort wollen nicht nur nach Berlin, sondern auch nach Himmelpfort oder in einen der anderen umliegenden Orte. Da fahren teilweise Rufbusse dreimal am Tag zu festen Zeiten, die man anderthalb Stunden vorher anrufen muss. Wenn es eine App gäbe, mit der ich ein Fahrzeug rufen kann, das mich zu jeder Zeit an jedem Ort 365 Tage im Jahr zum Beispiel nachts um drei von Steinförde nach Fürstenberg fahren könnte – wie perfekt wäre das denn? Wenn das dann ein 3D-gedrucktes autonomes Fahrzeug wie zum Beispiel der kleine Olli von Local Motors ist, der sich ohne fossile Brennstoffe bewegt, umso besser. Wer braucht dann noch ein eigenes Auto? Das muss nur intelligent organisiert sein und man muss zum Beispiel flexibler arbeiten können, damit nicht alle zur gleichen Zeit von A nach B und wieder zurück wollen.</p>
<p><em><strong>Wie kann man diese Begeisterung der breiten Masse vermitteln?</strong></em></p>
<p>Klassische Bildung ist zu langsam und erreicht nicht die Breite, dafür brauchen wir andere Lernorte, wo man neue Technologien auch sehen und anfassen kann. Dafür ist unser Versteh-Bahnhof ein gutes Beispiel, den wir letztes Jahr hier in Fürstenberg an der Havel eröffnet haben. Das ist ein sogenannter Makerspace, aktuell vor allem für Kinder und Jugendliche, aber perspektivisch kann jeder vorbeikommen, sich 3D-Drucker oder Lasercutter anschauen oder ausprobieren, ein Repair-Café kommt auch dazu. Im Osten ist die Reparaturkultur eh noch viel stärker ausgeprägt. Es kamen auch schon Handwerker bei uns vorbei, die sich neugierig einen 3D-Drucker aus der Nähe anschauten, um zu sehen, ob er für sie nützlich sein könnte.</p>
<p><em><strong>Helfen diese Orte, Digitalisierung greifbar zu machen?</strong></em></p>
<p>Auf jeden Fall, denn jeder kann so neue Technologien kennenlernen und dabei Ängste abbauen und das nicht nur gruselig finden. Viele sehen Digitalisierung vor allem als Bedrohung, dabei bietet sie auch jede Menge Potenzial. Menschen haben Angst vor dem, was sie nicht kennen. Und wo es Wissenslücken gibt, werden sie oft mit schwarzen Vorurteilen ausgefüllt. Auch deshalb müssen wir diese Lücken schließen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>Anke Domscheit-Berg<br />
Die 51-Jährige ist Publizistin, Netzaktivistin und parteilose Bundestagsabgeordnete für Brandenburg in der Linksfraktion. Beruflich, politisch und ehrenamtlich engagiert sie sich vor allem für die Themenbereiche Digitale Gesellschaft, Open Government und Geschlechtergerechtigkeit. Sie lebt mit ihrer Familie im Norden von Brandenburg in Fürstenberg/Havel.</p>
<hr />
<p>Bilder: Johannes F. Räbel</p>
<p><em>Die „Digitale Debatte“ ist eine neue Interviewreihe von politik-digital und dem Print- und Online-Magazin <a href="https://berlinvalley.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berlin Valley</a>, in der wir uns mit PolitikerInnen, ExpertInnen und VordenkerInnen über den digitalen Wandel unterhalten.</em></p>
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		<title>Document Freedom Day 2013</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Mar 2013 13:28:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Open Government]]></category>
		<category><![CDATA[Malte Spitz]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Domscheit-Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Document Freedom Day]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Brigitte Zypries]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Fokus des internationalen Aktionstags „Document Freedom Day (DFD)“ stehen die Bedeutung offener Standards und Dokumentenformate für freien Wettbewerb und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/DocumentFreedomDay.org-cc-by-sa-e1364387370763.png"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-127848" alt="DocumentFreedomDay.org CC BY-SA 3.0" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/DocumentFreedomDay.org-cc-by-sa-630x473.png" width="630" height="473" /></a>Im Fokus des internationalen Aktionstags „Document Freedom Day (DFD)“ stehen die Bedeutung offener Standards und Dokumentenformate für freien Wettbewerb und Informationszugang. An jedem letzten Mittwoch im März werden dabei jährlich Internetauftritte ausgezeichnet, die offene Standards anbieten und unterstützen.<br />
Der <a href="http://www.documentfreedom.org/index.de.html">Document Freedom Day</a> will auf die Bedeutung und Benutzung offener Standards aufmerksam machen. Warum das nötig ist? Jeder kennt folgende Situation: Man bekommt von einem Kollegen eine Datei geschickt, die man nicht öffnen kann. Die nächsten Stunden sucht man (mal erfolgreich, mal vergeblich) nach der richtigen Software, um die Datei öffnen zu können. Ein Problem, das durch die Benutzung offener Standards hinfällig wird. Offene Standards verhindern ein sogenanntes „Vendor lock-in“, bei dem der Empfänger ein Dokument nur öffnen und/oder bearbeiten kann, wenn er die gleiche Software benutzt wie der Verfasser bei der Erstellung des Dokuments. Offene Standards sollen zudem zu mehr Konkurrenz führen und dadurch langfristig kostengünstigere und effektivere IT-Lösungen ermöglichen.</p>
<blockquote><p>„Der Erfolg des Internets ist ein Erfolg offener Standards. Offene Standards sind innovationsfördernd, weil neue Produkte leichter entwickelt werden können. Offene Systeme sind anpassungsfähiger und unterstützen damit die deutsche Softwareindustrie.“<br />
Brigitte Zypries (SPD) – MdB und frühere Bundesjustizministerin</p></blockquote>
<p>Besodere Bedeutung kommt der offenen Bereitstellung von Daten bei der Verwaltung zu. Der Document Freedom Day soll deshalb auch daran erinnern, dass es wichtig ist, Informationen allen Bürgern offen und frei zur Verfügung zu stellen. Dieser Meinung schließen sich Netzpolitiker aller Parteien an, so schrieb der netzpolitische Sprecher der Grünen Malte Spitz passend zum DFD auf <a href="http://gruen-digital.de/2013/03/document-freedom-day-mehr-offene-daten-wagen/">gruen-digital</a>:</p>
<blockquote><p>„Transparenz und Zugang zu Informationen sind notwendige Voraussetzung für die Meinungs- und Willensbildung und notwendige Voraussetzung für Partizipation, Teilhabe und Mitbestimmung in einer modernen und lebendigen Demokratie.“</p></blockquote>
<p>Auch <a href="http://politik-digital.de/anke-domscheit-berg-engagiert-in-der-allianz-der-willigen/">Anke Domscheit-Berg</a>, Expertin für Open Government und Gründerin von opengov.me <a href="http://www.piratenpartei.de/2013/03/26/document-freedom-day-auch-politik-braucht-offene-standards/">nutzt den DFD</a>, um zu bekräftigten, dass ein moderner demokratischer Staat seinen Bürgern gegenüber in der Bringschuld sei. Staatliche Behörden und Institutionen müssten ihren Bürgern alle nicht personenbezogene Dokumente und Daten „proaktiv“ in offenen Formaten und Standards zugänglich machen.<br />
<strong>And the award goes to&#8230;</strong><br />
Jedes Jahr werden am Document Freedom Day weltweit Internetauftritte ausgezeichnet, die offene Standards anbieten und unterstützen. Anstatt einer goldenen Trophäe vergeben die jeweils nationalen Initiatoren den Document Freedom Award in Form einer <a href="https://wiki.fsfe.org/DFD-2013-Berlin?action=AttachFile&amp;do=view&amp;target=cake-small.JPG">Document Freedom Day-Torte</a>. In diesem Jahr darf sich die taz über den deutschen Document Freedom Award freuen. Überreicht von der <a href="http://fsfe.org/">Free Software Foundation Europe (FSFE)</a> und dem <a href="http://old.ffii.org/index.de.html">Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII)</a>, wird die <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2013/03/27/auszeichnung-fur-die-taz-document-freedom-award-2013/">taz</a> unter anderem für ihren Einsatz in der Verwendung Offener Standards bei elektronischen Abonnements ausgezeichnet.<br />
Im vergangenen Jahr ging das DFD-Gebäck in Deutschland übrigens an die 1&amp;1 Internet AG für die automatische Bereitstellung des Offenen Standards XMPP für alle Kunden ihrer Mailangebote. In Österreich ging der Award an die Stadt Wien, die für ihr <a href="http://data.wien.gv.at/">Open Government Data-Portal</a> geehrt wurden. Das <a href="http://politik-digital.de/offene-kritik-an-offenen-daten-der-bundesregierung/">Open Government-Portal der Bundesregierung</a> <a href="https://www.govdata.de/">&#8220;govdata&#8221;</a> ist nicht/war noch nie unter den Gewinnern.<br />
<br />
Bild: DocumentFreedomDay.org</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Digitale Demokratie oder digitale Elite?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-demokratie-oder-digitale-elite-125719/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Jan 2013 16:43:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Christoph Bieber]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Niggemeier]]></category>
		<category><![CDATA[Malte Spitz]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Domscheit-Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Carolin Emcke]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[Am vergangenen Sonntag eröffnete die Berliner Schaubühne ihre Diskussionsreihe zur Postdemokratie mit dem Thema „Digitale Demokratie: Ist das noch postdemokratisch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Streitraum2.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-125724" title="Im &quot;Streitraum&quot; von links nach rechts: Anke Domscheit-Berg, Christoph Bieber, Carolin Emcke, Malte Spitz und Stefan Niggemeier" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Streitraum2-630x342.jpg" width="630" height="342" /></a><br />
Am vergangenen Sonntag eröffnete die Berliner Schaubühne ihre Diskussionsreihe zur Postdemokratie mit dem Thema „Digitale Demokratie: Ist das noch postdemokratisch oder schon nicht mehr?“. Vertreter aus Wissenschaft, Medien und Politik waren sich grundsätzlich einig: Das Internet hilft, Verkrustungen aufzubrechen und Elitenklüngel auseinanderzutreiben. Dazwischen wurde immer wieder leise gewarnt, nicht gleich die nächste Elite auf den Thron zu setzen.<br />
Postdemokratie: Seit der Publikation des gleichnamigen Buches von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Colin_Crouch" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Colin Crouch</a> im Jahr 2005 ist der Begriff in aller Munde – zumindest bei Politikwissenschaftlern. Mit Postdemokratie wird ein Zustand der Entdemokratisierung beschrieben, bei dem Lösungen für politische Probleme nicht mehr durch die Diskussion und Arbeit vieler verschiedener Menschen, sondern lediglich innerhalb einer abgeschlossen, intransparenten Elite und einem unübersichtlichen Verwaltungssystem gefunden werden. Alle Versuche zur polititischen Beteiligung durch die Bürger verpuffen oder werden gegeneinander ausgespielt; Verkrustung setzt ein und irgendwann bewegt sich nichts mehr.<br />
Herunter gebrochen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner meint der Begriff das typische „Die-da-oben-wir-hier-unten-Gefühl“. Parallel zur Prominenz des Begriffs entwickelte sich aber auch eine neue Hoffnung: Das Internet mit seinen vielfältigen Kommunikationswegen, seinen unvorhersehbaren Innovationen und seiner rasant wachsenden Bedeutung im alltäglichen Leben von Millionen Menschen, dieses Internet soll es richten. Der Verkrustung wird mit Verflüssigung begegnet, Stichtwort „liquid democracy“.</p>
<h3>12.000 Fragen in 72 Stunden</h3>
<p>Diese Hoffnungen standen auf der gestrigen Podiumsdiskussion auf dem Prüfstein. Zum Gespräch mit der langjährigen Schaubühnen-Moderatorin, Journalistin und Buchautorin Carolin Emcke trafen sich der Duisburger Politikwissenschaftler Christoph Bieber (Professor an der NRW School of Governance), der Spiegel-Journalist und Blogger Stefan Niggemeier, der Netzpolitikexperte der Grünen Malte Spitz und die Unternehmerin und Neu-Piratin Anke-Domscheit-Berg vor einem vollbesetztem Publikum.<br />
Malte Spitz konnte mit seinen Erfahrungen aus dem Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg eindrucksvoll dokumentieren, dass sich mit dem Internet die Erreichbarkeit der politischen Eliten verbessert hat. Im Rahmen ihres Projektes mit dem bezeichnenden Titel „<a href="http://www.gruene-bw.de/wahl/drei-tage-wach.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Drei Tage wach</a>“ konnten dem Grünen Wahlkampfteam per Twitter Fragen gestellt werden, die sofort beantwortet wurden. Innerhalb von 72 Stunden erreichten laut Spitz 12.000 Fragen das Wahlkampfteam.<br />
Kein Wunder also, dass Politiker immer häufiger speziell geschultes Personal für die Betreuung ihrer Internetauftritte einstellen. Es geht nicht mehr nur darum, einmal pro Woche Bürgerbriefe zu beantworten; auf den Parteien und ihren Kandidaten lastet der Druck der Echtzeit-Erwartung, sagte der Grünen-Politiker. Der Kontakt von Wählern zu Politikern, aber auch von Politikern zu ihren Wählern ist direkter geworden. Dazu braucht es jetzt eben nicht mehr „Bild, BamS und Glotze“, wie noch Altkanzler Gerhard Schröder in seiner Amtszeit proklamierte.</p>
<h3>Der Klick zum Kindergartenplatz</h3>
<p>Auch in Sachen Transparenz und Kontrolle schafft das Netz neue Tatsachen: Anke Domscheit-Berg merkte an, dass die Berliner Wasserverträge, deren Veröffentlichung 2010 durch einen Volksentscheid durchgesetzt worden war, noch vor der amtlichen Publikation geleakead worden waren. Ein anonymer Mitarbeiter der Verwaltung musste die Unterlagen an die Berliner Tageszeitung taz weitergeleitet haben, die diese <a href="http://www.freitag.de/autoren/tom-strohschneider/nicht-langer-geheim-taz-leakt-berliner-wasservertrage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">online zugänglich</a> machte.<br />
Wenn man bereits sein DHL-Packet online auf dessen Weg zum Empfänger verfolgen oder die Qualität des Urlaubshotels mithilfe der freiwilligen Bewertungen frührerer Gäste online überprüfen kann – weshalb dann nicht auch zukünftig den Kindergartenplatz online buchen? Oder Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung „liken“? Warum sollten die wöchentlichen, von Steuergeldern bezahlten Stimmungsumfragen des Bundespresseamtes nicht per Internet allen zugänglich sein? Gar nicht zu reden von der <a href="http://www.taz.de/!102967/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">viel geforderten Offenlegung der Nebeneinkünfte der Bundestagsabgeordneten</a> oder einer online einsehbaren Auflistung der Meetings eines jeden Abgeordneten mit Lobbyverbänden.</p>
<h3>iPads in die Pflegeheime</h3>
<p>Immer wieder kam die Diskussion auch auf die Frage, wie man ausgegrenzte Bevölkerungsteile besser inkludieren könne. Professor Christoph Bieber attestierte eine klare „Verbreiterung der Debatte“, die von den beiden Politikern am Tisch auch gleich mit Beispielen illustriert wurde: Gerade körperlich benachteiligte Menschen hätten im Internet weniger Hürden zu überwinden, könnten sich weiterbilden und Lösungsvorschlägen einbringen – und würden dafür sogar mit Preisen bedacht, wie das Beispiel von <a href="http://politik-digital.de/raul-krauthausen-von-beruf-sozialheld/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Raul Krauthausen</a> zeigt. Als Stotterer könne er selbst nachempfinden, welche Überwindung es Menschen mit Sprachbehinderung koste, auf öffentlichen Veranstaltungen zu sprechen, sagte Malte Spitz. Das Internet als großer Gleichmacher, als Forum für alle?</p>
<h3>30 Prozent der Europäer nie im Internet</h3>
<p>Der Journalist Stefan Niggemeier äußerte an dieser Stelle leise Zweifel: „Am besten funktionieren im Netz immer noch Themen zum Netz.“ Politische Anliegen, die weniger das Internet und somit die Aktivitäten der Netzaktiven selbst beträfen, würden online auch weniger thematisiert; Proteste dagegen organisierten sich dann doch eher auf konventionellen Wegen. Die Moderatorin zitierte eine Statistik, nach der zwar 50 Prozent der Europäer täglich, dafür 30 Prozent jedoch nie im Internet seien. Erstes Anzeichen für eine „Diktatur der Netzaktiven“, wie Emcke es formulierte?<br />
Auf die Frage aus dem Publikum, ob man denn ermitteln könne, wer da eigentlich bei Twitter und Co. die großen Worte schwingt – sind das nicht immer dieselben? – wurde geantwortet, dass solche Analysen kaum möglich seien. Dass die technischen Mittel zur politischen Beteiligung, wie sie das Internet bis dato bietet, mit großer Wahrscheinlichkeit nur einer bestimmten, mit Zeit und technischem Know-How ausgestatteten Personengruppe zukomme, sei nicht auszuschließen. Damit besteht die Möglichkeit, dass nur eine Elite von der anderen abgelöst würde. Auch die Forderungen von Piratin Domscheit-Berg, Breitband-Internet in Deutschland flächendeckend einzuführen und <del>Enkel in einer Art Generationenvertrag zur Internetnachhilfe mit ihren Großeltern zu verpflichten</del> ihr Wunsch, dass Enkel in einer Art Generationenvertrag ihren Großeltern das Internet nahebringen, werden nicht alleine das Problem lösen. Vielleicht sind solche Bedenken aber auch einfach nur post-postdemokratisch.<br />
[Anm. der Red.: Frau Domscheit-Berg korrigierte unser ursprüngliches Zitat mit dem Hinweis, dass es ihr nicht um den verpflichtenden Charakter gegangen sei, sondern dass zum Beispiel Altersheime nahe gelegene Schulen zwecks Kooperation kontaktieren könnten.]<br />
„Streitraum“, die Diskussionsreihe der Berliner Schaubühne: Mit wechselnden Themen an jedem ersten Sonntag im Monat um 12:00 Uhr; Tickets für 2,50 Euro. <a href="http://www.schaubuehne.de/de_DE/program/streitraum" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Link zum Programm der Schaubühne</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-121978 alignleft" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Digitale Presseschau 27/2012</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Jul 2012 15:22:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Presseschau]]></category>
		<category><![CDATA[Südkorea]]></category>
		<category><![CDATA[ACTA]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Domscheit-Berg]]></category>
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					<description><![CDATA[ACTA ist Geschichte. Genauso wie das Internet als Retter der Welt und das älteste Online-Terminal Frankreichs, der Minitel. Dafür werden [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>ACTA ist Geschichte. Genauso wie das Internet als Retter der Welt und das älteste Online-Terminal Frankreichs, der Minitel. Dafür werden koreanische Schüler bald noch fortschrittlicher sein, als sie ohnehin schon sind. Ach ja, und Computer versuchen es jetzt auf die emotionale Tour. All das in der heutigen Ausgabe der Presseschau.</p>
<p><iframe hcb-fetch-image-from="http://www.youtube.com/watch?v=e7FFOgcKgf4" title="Adieu Minitel: Internet-Vorläufer geht vom Netz" width="840" height="473" src="https://www.youtube.com/embed/e7FFOgcKgf4?feature=oembed&#038;width=840&#038;height=1000&#038;discover=1" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Frankreich sagt Au-Revoir zu einem seiner längsten digitalen Wegbegleiter &#8211; dem Minitel. Eingeführt 1982 von der France Télécom, hat das Online-Terminal den Franzosen 30 Jahre lang gute Dienste erwiesen. Jetzt müssen die Franzosen nicht nur vom Pendant zum deutschen Bildschirmtext Abschied nehmen, sondern auch von einer Zeit, in der Frankreich ganz vorne dabei war, bei der Online-Revolution.</p>
<h3><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-07/acta-ende-kommentar/seite-2">Das Aus für ACTA ist ein Sieg der Demokratie</a></h3>
<p>In Zukunft könnte am 4. Juli nicht nur die Unabhängigkeit der USA gefeiert werden, sondern auch der Sieg der europaweiten Anti-ACTA-Bewegung. Das Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen, kurz ACTA, wurde vom Europaparlament abgelehnt. Ohne die europaweiten Demonstrationen wäre ACTA wohl nicht gestoppt worden. Dieser Sieg für Demonstranten und Bürgerrechtsbewegungen ist laut Patrick Beuth ein Beleg dafür, dass lebendige Demokratie nicht ausgestorben ist und Bürger Politik mitbestimmen können. Allerdings könnte ACTA auch nur ein Etappensieg sein, räumt der Autor ein.</p>
<h3><a href="http://www.berliner-zeitung.de/magazin/was-haben-sie-gegen-facebook--herr-morozov---die-dunklen-seiten-des-internets,10809156,16503206.html">Die dunklen Seiten des Internet</a></h3>
<p>Evgeny Morozov ist Netzaktivist und schreibt unter anderem für die Zeitschrift „Foreign Policy“ eine Kolumne mit dem Namen &#8220;Net.Effect &#8211; How Technology Shapes the World.&#8221; Im Interview mit der Berliner Zeitung beschreibt er, dass die Menschheit auf eine dunkle Seite der Online-Welt zusteuert. Dass das Internet die Welt retten könne, hält Morozov für „Blödsinn“. Heute würde das Internet von autokratischen Staaten für Cyberattacken, Online-Überwachung, Zensur oder Propaganda genutzt, so Morozov. </p>
<h3><a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/digitale-revolution-schulen-in-korea-schaffen-buecher-aus-papier-ab-a-840959.html">Maximal digital</a></h3>
<p>Dass Südkorea ein technisch fortschrittliches Land ist, wissen wir nicht erst, seitdem Samsung den Smartphone-Markt erobert hat. Was jedoch Malte Kollenberg in dieser Woche im Spiegel berichtet, ist für Deutschland noch nicht denkbar. Südkorea möchte bis 2015 alle Schulen digitalisieren, das heißt, Papier, herkömmliche Stifte und Schultafeln sollen durch elektronische Bücher, virtuelle Tastaturen und digitale Whiteboards ersetzt werden.</p>
<h3><a href="http://adfichter.wordpress.com/2012/06/30/opendata-bewegung-warum-ihre-wiege-das-gratis-web-ihr-im-weg-stehen-wird/">Die OpenData-Bewegung: Warum ihre eigene Wiege, das Gratis-Web, ihr im Weg stehen wird</a></h3>
<p>Zu Open Data wurde schon viel geschrieben &#8211; meistens über die Chancen der Transparenz, die dadurch entstehen. Die Schweizer Bloggerin Adrienne Fichter sagt aber, dass alleine die Offenlegung aller Verwaltungsdaten keine Revolution auslösen wird. Nach ihrer Meinung brauche man &#8220;Daten-Architekten&#8221;, die die Informationen strukturieren.</p>
<h3><a href="http://www.cicero.de/salon/streitgespraech-gema-piratin-domscheit-berg-friss-oder-stirb/49905">„Friss oder stirb“</a></h3>
<p>Was passiert, wenn man ein Mitglied der Piratenpartei und einen GEMA-Anwalt an einen Tisch setzt? Cicero Online hat den Dialog zwischen Netzgemeinde und GEMA gesucht und auch gefunden. Am Tisch saßen neben &#8220;Neu-Piratin&#8221; Anke Domscheit-Berg auch  der GEMA-Rechtsanwalt Alexander Wolf. Aber wenn man ganz ehrlich ist: Eine Einigung sieht dann doch anders aus.</p>
<h3><a href="http://taz.de/Turing-Test-zum-Turing-Jahr/!96626/">Zu einem knappen Drittel menschlich</a></h3>
<p>Mit dem jährlich stattfindenden Turing-Test soll ermittelt werden, wie sehr sich ein System der künstlichen Intelligenz, sogenannte Chatbots, menschliches Denkvermögen aneignen kann. Erfolg bei diesem Frage-Antwort-Spiel hat das System, das Menschen ein Drittel der Zeit weis machen kann, dass am anderen Ende ein Mensch sitzt. Beim diesjährigen Test hat ein Chatbot gewonnen, das dem Chatpartner auf einer emotionalen Schiene vorgaukelt ein 13-jähriger Junge aus Odessa zu sein, wie Ben Schwan auf taz.de schreibt. </p>
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		<title>Anke Domscheit-Berg: Engagiert in der Allianz der Willigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexander Wilke]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 15:31:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Köpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Domscheit-Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Open Government Camp]]></category>
		<category><![CDATA[FidAR e.V.]]></category>
		<category><![CDATA[Government 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie ist Mitbegründerin des Open Government 2.0 Netzwerks und setzt sich für Frauenrechte ein. Bereits früh erkannte Anke Domscheit-Berg den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/anke-domscheit-berg-engagiert-in-der-allianz-der-willigen/untitled-1/" rel="attachment wp-att-104959"><img decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-104959" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Untitled-1-630x365.jpg" width="630" height="365" /></a>Sie ist Mitbegründerin des Open Government 2.0 Netzwerks und setzt sich für Frauenrechte ein. Bereits früh erkannte Anke Domscheit-Berg den Einfluss des Internet. Mit politik-digital sprach sie über ihre Selbstständigkeit, ihr Engagement für die Rechte der Bürger im Internet und die Gleichberechtigung der Frauen.</p>
<p>Auch heute hat Anke Domscheit-Berg einen vollen Terminkalender. Ein Treffen folgt auf das nächste und zwischendurch müssen noch telefonisch Absprachen getroffen werden. An diesem Tag geht es direkt vom Hotel in ein Café um die Ecke – der Abendtermin nachher ist auch nur ein paar Straßen weiter. Baulärm schallt noch von draußen nach, und als sich langsam die Tür schließt, kann sie die entspannte Atmosphäre des Cafés in Berlin-Mitte wirken lassen. Trotz der Hektik wirkt die energische Unternehmerin gelassen. Solche Tage kommen schon mal vor im Alltag von Anke Domscheit-Berg. Die Selbstständigkeit lässt es aber zum Glück auch zu, an anderen Tagen auszuschlafen oder einfach mal das gute Wetter in ihrem Garten auf dem Land in Brandenburg zu genießen. Doch es gab Zeiten, in denen sie diese Vorzüge nicht so wahrnehmen konnte, räumt Domscheit-Berg ein.</p>
<h3><em>„Wahrscheinlich ist es ein ziemlich durchschnittlicher DDR-Lebenslauf.“</em></h3>
<p>Es war in der Zeit, in der sie ihr Abitur machte, als die DDR-Obrigkeit die 1968 im Land Brandenburg geborene Anke Domscheit-Berg aufgrund ihrer Begabung für Mathematik und Physik bereits in Richtung IT drängen wollte. Doch für die junge Abiturientin kam damals nur ein Studium der Angewandten Textilkunst in Frage. Unabhängig und frei wollte sie damals unbedingt bleiben. Nach der Wende musste sie sich allerdings eingestehen, dass sich mit der Textilkunst kein Geld verdienen ließ, weshalb sie sich entschied, nun doch ihrer „zweiten Leidenschaft“ nachzugehen.</p>
<p>Das Studium der internationalen Betriebswirtschaftslehre mit drei Fremdsprachen brachte sie nach Großbritannien und anschließend, auf Anraten von Kommilitonen, in eine Unternehmensberatung. Dort machte sie „durch einen dummen Zufall“ bald ihre ersten Erfahrungen in der IT-Beratung. Bereits damals stellte die Berufseinsteigerin fest, dass man das „neue“ Medium Internet viel stärker in die Unternehmensstrukturen einbinden müsste. In ihrer Abschlussarbeit an der Universität in Newcastle hatte sie sich bereits mit „elektronischen Kommunikationsmitteln im internationalen Kontext“ beschäftigt. Doch ihre Vorschläge für eine mediale Anpassung wurden Mitte der 1990er Jahre von ihrem ehemaligen Arbeitgeber zunächst noch belächelt. Zu futuristisch und praxisfern, lauteten die Argumente. Nur wenige Jahre später wurden ihre Ideen wie das Präsentieren von Reisezielen mit Bildern, Zimmerbeschreibungen und Buchung über das Internet auch in diesem Unternehmen übernommen &#8211; weil es mittlerweile zum Standard gehörte.</p>
<h3><em>„Was für Kunden gilt, muss auch für die Bürger gelten“</em></h3>
<p>Als Ende der 1990er Jahre das Internet zunehmend Einfluss auf sämtliche Unternehmens- und Verwaltungsstrukturen nahm, wechselte Domscheit-Berg vom industriellen IT-Bereich in den öffentlichen Sektor. Während ihrer langjährigen Arbeit für Firmen wie Accenture, McKinsey oder Microsoft  und deren Kunden erkannte sie, von welchen Vorteilen zahlende Konsumenten zunehmend profitierten: Kommunikation und Bestellmöglichkeiten rund um die Uhr über elektronische Kanäle, Auftragsverfolgung, Beratung, Auskunft oder Beschwerden-Online-Services, die eigentlich jeder Bürger in Deutschland auch bei Behörden haben sollte.</p>
<h3><em>„Wir haben ein tolles, hyperaktives Team – die Allianz der Willigen!“</em></h3>
<p>Mit ihrem Interesse an einer Verbesserung der Bürgerservices mit Hilfe neuer Technologien war sie – wie sie schnell feststellte &#8211; nicht allein. Bei der Ausrichtung des ersten Government 2.0 Bar Camps in Deutschland fand sich rasch eine größere Zahl von Gleichgesinnten und Interessierten, die ihre Begeisterung teilten. Im Herbst 2009 konnte dann das erste deutsche Government Bar Camp stattfinden – mit großem Erfolg. Man hatte den Kritikern bewiesen: Die Verwaltung passt in ein Bar Camp, gerade weil neben Wissenschaftlern, Studenten und Experten aus der Wirtschaft immerhin ein Drittel der Teilnehmer aus der Administration kamen. Nachdem man gezeigt hatte, welche innovativen Ansätze und Möglichkeiten vorhanden sind, wollte man die Netzwerkeffekte des Bar Camps weiter nutzen. Der organisierte Kern um Anke Domscheit-Berg entschied sich in der Folge, das <a href="http://www.gov20.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Government 2.0 Netzwerk</a> zu gründen. Zeitgleich entstand das Open Data Network. Die Grundmotive damals waren  klar: Man müsse die vielen „Goldnuggets“ in den Verwaltungen finden und miteinander vernetzen, die interessierten und engagierten Beamten also – „eine Allianz der Willigen, Leute, die etwas machen wollen“ und mit gebündelten Kräften die Idee einer offeneren Verwaltung weiter verbreiten und Widerstände abbauen.</p>
<h3><em>„Die Lobbyarbeit gehört nun mal dazu“</em></h3>
<p>Um die Arbeit des Government 2.0-Netzwerks bekannt zu machen, sei es notwendig, auf zahlreichen Veranstaltungen Präsenz zu zeigen, Vorträge zu halten, auch mal Gast in Talkshows zu sein, Beiträge für Medien oder Artikel für den Vereinsblog zu verfassen. Diese Lobbyarbeit „gehört nun mal dazu“, wie Domscheit-Berg pragmatisch feststellt. Ein fester kompetenter Kern an Engagierten müsse fähig sein, die Ergebnisse nach außen zu tragen und der Öffentlichkeit verständlich zu präsentieren. Das größte Hindernis besteht in der Unwissenheit, die in großen Teil der Bevölkerung aber auch bei Journalisten noch vorherrsche. Genau da setze das Open Government Netzwerk an und leiste Aufklärungsarbeit. Darüber, dass zum Beispiel der gläserne Staat nicht mit dem gläsernen Bürger zu verwechseln ist. Vor nichts graut Anke Domscheit-Berg mehr, als vor einem Überwachungsstaat, wie sie ihn in der DDR erleben musste, betont sie wiederholt. Sobald jedoch auch regionale Zeitungen von den Erfolgen offenen Regierens berichteten, sei der Schritt zur oft zitierten allein erziehenden Mutter mit drei Kindern nicht mehr weit, die von der Öffnung von Verwaltungen profitiere.</p>
<p>Für ein positives Beispiel hält Domscheit-Berg die Initiative „Apps für Deutschland“, die das Government 2.0-Netzwerk  &#8211; gemeinsam mit zwei anderen NGOs und unterstützt durch das Bundesinnenministerium &#8211; durchgeführt hat. Viele nützliche Anwendungen seien dabei entwickelt worden, mit denen das Leben der Bürger einfacher gestaltet werden kann. Mit solchen Veranstaltungen fällt es auch dem Government 2.0 Netzwerk leichter, die breite gesellschaftliche Ebene zu erreichen. Die größte Schwierigkeit, der sich die Mitglieder immer wieder stellen müssen, ist der ehrenamtliche Charakter der Arbeit. Auch wenn das Netzwerk sich mittlerweile als vielseitiger und kompetenter Ansprechpartner bewiesen hat, müssen die Mitglieder stets ihre beruflichen Verpflichtungen, ihr Privatleben und die Arbeit im Netzwerk organisieren. Das bedeutet zeitweise einen immensen Aufwand, der von wenigen Personen geleistet wird, und letztlich bleibe oft die Ernüchterung, einige Ziele aufgrund des personellen Mangels nicht erreichen zu können. Das sei ein Grund, warum  die „nachts arbeitenden Ehrenamtslobbyisten“, wie Domscheit-Berg sich und ihre Mitstreiter bezeichnet, oft mit verwandten Organisationen wie dem Open Data Network gemeinsame Sache machen.</p>
<h3><em> „Eine weitere Leidenschaft ist der Weiberkram“</em></h3>
<p>Neben ihrer Arbeit im Open Government Netzwerk setzt sich Anke Domscheit-Berg in Frauennetzwerken wie dem<a href="www.ewmd.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> European Women’s Management Development Network</a> oder der <a href="http://www.fidar.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Initiative FidAR e.V.</a>(Frauen in die Aufsichtsräte) und mit dem eigenen Beratungs- und Trainingsunternehmen <a href="http://www.fempower.me/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fempower.me</a> für die Rechte der Frauen, speziell in Berufen mit Aufstiegschancen und auf Führungsebenen ein. Sie findet, dass es endlich eine Frauenquote brauche. Mit dieser Meinung ist sie nicht allein, eine große Mehrheit der Frauen sieht das inzwischen genauso. Kaum eine Frau wolle zwar  „Quotenfrau“ sein, aber auch ohne gesetzliche Quote erhielten die wenigen Frauen in Topführungspositionen heute dieses Label. Letztlich haben zehn erfolglose Jahre der freiwilligen Vereinbarung zwischen Wirtschaft und Bundesregierung auch die Erkenntnis gebracht, dass es ohne den verfassungsrechtlich gebotenen Eingriff des Staates zur Herstellung von mehr Gleichberechtigung offenbar nicht zu nennenswerten Fortschritten kommt. Die von Familienministerin Kristina Schröder eingeführte <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=168620.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flexiquote</a> hält sie für „sinnlos“. Allerdings zeige die aktuelle Führungsstruktur in deutschen Unternehmen deutlich, dass ein Wandel vollzogen werden müsse. Wenn tatsächlich eine rein leistungsspezifische Auswahl von Führungspersonal durchgeführt würde, müssten auch keine Quoten eingeführt werden, leider entspräche dies jedoch noch nicht der Praxis.</p>
<p>Heutzutage denke man vielerorts über Frauen nur in zwei Stereotypen, bemängelt sie: entweder als führungsstarke, aber männlich wahrgenommene Persönlichkeit oder als betont weiblich – und damit „zu schwach und zu emotional für eine Führungsrolle“. Mischformen – die führungsstarke feminine Frau &#8211; seien in der Vorstellung vieler Menschen nicht möglich, was häufig zu Fehleinschätzungen ihrer Leistungsfähigkeit führt. Das musste Anke Domscheit-Berg am eigenen Leib erfahren. Sie ist selbst Mutter eines zwölfjährigen Kindes. Trotz ihres vielfältigen Engagements und der beruflichen Erfolge hat sie direkte und indirekte Diskriminierung erlebt. Dass die ganze Debatte um eine Quote doch eigentlich gar nicht nötig sei, macht sie am Beispiel Norwegens deutlich, wo nach der Erfüllung der Quote jegliche Diskussion hinfällig wurde und keines der von Kritikern prognostizierten Desaster eintrat, selbst die durchschnittliche Qualifikation von Aufsichtsräten war durch die Quote gestiegen. Für Domscheit-Berg sind Quoten zwar eine ungeliebte aber effektive „Brückentechnologie“, die sich vielfach bewährt hat, nicht zuletzt bei den politischen Parteien.</p>
<h3><em>„Ich habe keinen klassischen Tagesablauf“</em></h3>
<p>Ein kurzer Blick auf die Uhr: Die Zeit ist schon bald um und der nächste Termin steht an. Da stellt sich die Frage: Wie kriegt Anke Domscheit-Berg das alles hin? Gelassen antwortet sie: „Ich schaffe eigentlich nie all das, was ich will“. Aber ihre Selbstständigkeit lässt es zu, sich die Arbeit einzuteilen. Das war auch ein Grund, weshalb sie damals ihre Festanstellung gekündigt hat. Sie genießt die Unabhängigkeit, das zu tun, worauf sie Lust hat. Allerdings will sie die Zeit, in der sie fest angestellt war, nicht missen. Immerhin hat sie dort ihre Expertise erhalten und die Erfahrungen gesammelt, von denen sie heute Gebrauch macht. Der Luxus der Selbstständigkeit erlaubt es ihr auch hin und wieder, nachts zu arbeiten und morgens länger zu schlafen oder einfach mal mitten in der Woche einen Tag frei zu machen. Wenn sie dann noch Zeit hat, wie zum Beispiel während der vielen Zugfahrten quer durch Deutschland, widmet sie sich ihrem privaten Hobby – dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla_Knitting" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Guerilla-Stricken</a>.</p>
<div></div>
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		<title>Das Soziale am Netz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Drescher]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 16:02:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Open Data]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Domscheit-Berg]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Best]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Rheinboldt]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/fes_talk2.jpg" height="172" width="450" />Apfelbäume, Ozonwerte und Menschenfreunde: Am ersten Tag der Berliner Social Media Week versuchte man beim Talk in der Friedrich-Ebert-Stiftung anhand praktischer Beispiele dem Wesen der digitalen Gesellschaft auf den Grund zu gehen. 
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/fes_talk2.jpg" height="172" width="450" />Apfelbäume, Ozonwerte und Menschenfreunde: Am ersten Tag der Berliner Social Media Week versuchte man beim Talk in der Friedrich-Ebert-Stiftung anhand praktischer Beispiele dem Wesen der digitalen Gesellschaft auf den Grund zu gehen. </p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Von Beirut über Buenos Aires bis Berlin diskutieren dieser Tage Wissenschaftler, Marketingexperten und Medienaktivisten während der internationalen <a href="http://socialmediaweek.org/berlin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Social media Week</a> über den Einfluss sozialer Medien auf Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft. Von ähnlicher Perspektive nahm man sich auch am Montag bei der  Konferenz <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CB4QFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.fes.de%2Faktuell%2Fdocuments2011%2F110919_SMW.pdf&amp;rct=j&amp;q=%22Die%20digitale%2C%20offene%20Gesellschaft%22&amp;ei=YUh7TvmLOMLG0QWa7emRDA&amp;usg=AFQjCNHX5gFqjr0oGG5CgdA-6lQiBhGDlw&amp;cad=rja" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Die digitale, offene Gesellschaft&quot;</a> in der <a href="http://www.fes.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Friedrich Ebert Stiftung</a> in Berlin dem Thema an – begann aber mit einer eher grundsätzlichen Reflexion über das Internet selbst. Dieses sei, so argumentiert der Medienwissenschaftler Stefan Münker in seiner Eröffnungsrede, vor allem &quot;eine ganz materielle Geschichte&quot;. Schließlich seien die Billionen umgesetzter Dollar genauso wenig virtuell wie die weltweit Milliarden von angeschlossenen Geräten und Menschen. Die Hardware und die Logarhythmen bildeten dabei die Grundstruktur und formten immer mehr unsere Wahrnehmung, zum Beispiel durch die personalisierte Suche bei Google. Trotzdem sei das Internet eher eine soziale als eine technische Schöpfung, zitiert Münker den Begründer des www, Tim Berners-Lee. Die Bedeutung des Internet entstehe erst mit dem Gebrauch durch seine Nutzer. Deswegen ließen sich zukünftige Entwicklungen auch kaum vohersagen. Bestes Beispiel dafür sei der Wandel von Twitter vom persönlichen Befindlichkeitsorgan zur globalen Nachrichtenplattform. &quot;It`s the practice, stupid!&quot;, resümiert Münker seine Keynote. Mit der praktischen Nutzung werde auch die Unterscheidung zwischen der realen und virtuellen Welt immer mehr obsolet, denn die Online-Aktivitäten würden immer stärker mit dem restlichen Leben verknüpft. 
</p>
<p>
<b>Neue Formen des Kollektivs   </b></p>
<p>Wie soziale Interaktion im Netz mit dem realen Leben verbunden wird, diskutierte auch die anschließende Podiumsrunde mit Moderator Jens Best, Anke Domscheit-Berg vom Verein <a href="http://www.gov20.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Government 2.0</a>, dem Sozialunternehmer Jörg Rheinboldt, Jeanette Hofmann vom Wissenschaftszentrum Berlin sowie Katharina Frosch, Initiatorin von <a href="http://www.stadtgarten.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">stadtgarten.org</a> und <a href="http://mundraub.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mundraub.org</a>. Letztere Initiative hat sich dem legalen &quot;Mundräubern&quot; verschrieben und bertreibt eine interaktive Karte, auf der Nutzer bereits mehrere tausend Orte mit herrenlosen Obstbäumen, Kräuterbeeten oder Himbeerhecken eingetragen haben. Inzwischen organisiere sich die Community selbstständig und das nicht nur online, erzählt Katharina Frosch: So hat sich beispielsweise eine Gruppe von &quot;Mundräubern&quot; zusammengefunden und gemeinsam eine Saftpresse erstanden. Der Austausch finde aber immer noch stärker online statt, eine gewisse Diskrepanz zwischen der virtuellen und realen Öffentlichkeit bleibe bestehen, vermutet Katharina Frosch. </p>
<p>Was die Digitalisierung vorantreibt, ist auch das Heilsversprechen, dass die digitale die bessere Gesellschaft sein kann. Der &quot;Menschenfreund&quot; Jörg Rheinboldt glaubt, dass die Menschen gerne gemeinschaftlich Gutes tun. Und deshalb biete die digitale Welt neue Beteiligungsmöglichkeiten: zum Beispiel die Spendenplattform <a href="http://www.betterplace.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">betterplace.org</a>, auf der Nutzer direkt und individuell gemeinnützige Projekte unterstützen können und deren Mitbegründer Rheinboldt ist.
</p>
<p>
<b>Offenheit als Prinzip &#8211;  Information als Währung </b></p>
<p>Ein weiteres Phänomen der digitalen Gesellschaft ist die Bemühung, mithilfe des Internet den Staat und die Verwaltung transparenter zu gestalten. Dafür engagiert sich Anke Domscheit-Berg mit dem Verein Government 2.0 in Projekten wie dem <a href="http://daten.berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Data Portal Berlin</a>. Auf dem kürzlich online gegangenen Portal sind Datensätze und Statistiken aus der Berliner Verwaltung für jeden frei einsehbar. Mit der bloßen Offenlegung sei aber noch nicht viel erreicht. Mehrwert entstehe vor allem dann, wenn die Informationen maschinenlesbar seien und weiterverarbeitet würden. So wie bei der Anwendung <a href="http://ozon.sonar1.mobi/berlin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ozon-Sonar</a>, die basierend auf den öffentlichen Datensätzen den aktuellen Ozonwert für Berlin grafisch visualisiert. Möglich wurde die erfolgreiche Umsetzung des Open Data Portals in Berlin nach Meinung von Domscheit-Berg auch dank abendlicher Offline-Stammtische mit Vertretern aus Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. </p>
<p>Auch Jeanette Hofmann vom <a href="http://www.wzb.eu/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wissenschaftszentrum Berlin</a> sieht die Notwendigkeit, bei der Gestaltung des digitalen Wandels alle Interessengruppen zusammenzubringen. Das geschehe beispielsweise innerhalb des globalen <a href="http://www.intgovforum.org/cms/aboutigf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet Governance Forum</a> (IGF), bei dem Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zum Dialog über die Regulierung des Internet zusammenkommen. Das sei für alle Beteiligten sehr bereichernd, versichert Hofmann, die regelmäßig den Foren beiwohnt, auch wenn das Gremium über keinerlei Entscheidungsgewalt verfüge und deswegen von manchen als &quot;zahnloser Tiger&quot; kritisiert würde. Zumindest aber fördere es den internationalen Austausch, ohne den eine Regulierung des globalen Internet gar nicht mehr denkbar sei.</p>
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		<title>“Wir brauchen eine Kanzlerinnen-Initiative”</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian Drescher]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 13:52:43 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Am Ra<img src="/sites/politik-digital.de/files/teaser_OGP.png" title="Logo Open Goverment Partnership" align="left" height="94" width="100" />nde der UNO-Generalversammlung fällt kommenden Dienstag (20.9.) der offizielle Startschuss für die &#34;Open Government Partnership&#34;. Eine Beteiligung Deutschlands könnte nach Meinung vieler Experten dem Thema Open Government hierzulande neuen Schwung verleihen. Die Bundesregierung zögert jedoch bisher mit einer Zusage.
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Ra<img decoding="async" src="/wp-content/uploads/teaser_OGP.png" title="Logo Open Goverment Partnership" align="left" height="94" width="100" />nde der UNO-Generalversammlung fällt kommenden Dienstag (20.9.) der offizielle Startschuss für die &quot;Open Government Partnership&quot;. Eine Beteiligung Deutschlands könnte nach Meinung vieler Experten dem Thema Open Government hierzulande neuen Schwung verleihen. Die Bundesregierung zögert jedoch bisher mit einer Zusage.</p>
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Barack Obama ist einer, der an die Idee des Open Government glaubt und dies auch international vertritt. So rief er bei der letztjährigen UNO-Generalversammlung zu einem stärkeren Engagement für Open Government auf und fordert die UN-Staaten zum Handeln auf: &quot;Wenn wir hier nächstes Jahr zurückkommen, sollten wir konkrete Zusagen zur Förderung von Transparenz, der Bekämpfung von Korruption und der Stärkung des bürgerlichen Dialogs mitbringen&quot;.  </p>
<p>Genau ein Jahr später startet als Ergebnis des US-Engagements nun die <a href="http://www.opengovpartnership.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Government Partnership</a> (OGP) – mit dem Ziel, eben diese Zusagen umzusetzen. Sich partnerschaftlich und gemeinsam für bessere und transparentere Regierungsarbeit einsetzen, lautet das Credo der multilateralen Initiative: So will man sich unter anderem für eine offenere Regierung und Verwaltung, mehr Bürgerbeteiligung, die Rechenschaftspflicht von Regierenden und Unternehmen sowie für eine stärkere Nutzung technologischer Lösungen einsetzen. Die exakte Definition sowie die Umsetzung konkreter Maßnahmen und Ziele mit sogenannten Aktionsplänen bleibt den einzelnen Mitgliedern überlassen. So jedenfalls sieht es die im Juli 2011 veröffentlichte <a href="http://www.opengovpartnership.org/downloads/OGP-Roadmap-2011-08-07.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Roadmap&quot;</a> (<a href="https://docs.google.com/document/pub?id=1BkelwpdMWdtGdE-dnino2kRuGWsY_Uhb8kQXfXcRENc&amp;pli=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutsche Übsersetzung hier</a>) der Initiative vor.  </p>
<p>Beim ersten Gipfeltreffen der OGP am kommenden Dienstag in New York sollen nun eine offizielle Deklaration und erste Aktionspläne vorgelegt werden. Auf Einladung der US-amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton und ihres brasilianischen Kollegen Antonio Patriota werden neben den beiden Initiatoren USA und Brasilien auch hohe Regierungsvertreter von Indonesien, Mexiko, Norwegen, den Philippinen, Südafrika und Großbritannien teilnehmen. Diese Länder gehören seit Juli dem Lenkungskreis der Initiative an. Seitdem haben bereits weitere <a href="http://www.freedominfo.org/2011/09/eight-more-countries-join-ogp-aguino-plan-criticized/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">28 Länder</a> eine formale Beitrittserklärung zu der Initiative abgegeben, darunter auch Spanien, Italien, die Niederlande, Türkei, Israel, Chile und Kolumbien. Deutschland sucht man in der <a href="http://www.opengovpartnership.org/launch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Liste</a> bisher vergeblich. Dabei erfüllt Deutschland, genauso wie 80 weitere Länder, die Aufnahmebedingungen. Doch die Bundesregierung hat bisher noch keine klare Position bezogen. Man wolle abwarten und erst nach Vorliegen der Deklaration über eine mögliche Teilnahme entscheiden, ließ das Bundesinnenministerium auf <a href="http://blog.zeit.de/open-data/2011/09/06/deutschland-beteiligung-international-opengov/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anfrage von Zeit Online</a> verlauten.  </p>
<p><b>Open Government als Chefsache</b></p>
<p>Eine deutsche Teilnahme an dem Partnership wird derzeit unter Open Government-Experten rege diskutiert und erfährt größtenteils Unterstützung. Die Bertelsmann-Stiftung denkt bereits über den Aufbau eines Lobby-Netzwerkes nach und hat erste Gespräche mit anderen Befürwortern geführt.   </p>
<p>Generell Nachholbedarf in Sachen Open Government sieht Friedrich Lindenberg von der Open Knowledge Foundation für Deutschland. Im internationalen Vergleich sei die Idee bisher eher &quot;stiefmütterlich&quot; bedient worden: &quot;Es fehlt an einem klaren Mandat zu Open Government und an den notwendigen Mitteln, um dies auszuführen&quot;, sagte er gegenüber politik-digital.de. Für eine weitere Öffnung von Politik und Verwaltung und die erfolgreiche Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen, wie dem Programm <a href="http://www.verwaltung-innovativ.de/nn_684508/DE/Presse/PM/PresseArchiv/2010/20100818__bundesregierung__beschlie_C3_9Ft__modernisierungsprogramm.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Vernetzte und transparente Verwaltung&quot;</a>, brauche es eine Kanzlerinnen-Initiative, fordert auch Anke Domscheit-Berg, Vorstandsmitglied des Government 2.0 Netzwerk. Ein solches Signal erhofft sich Domscheit-Berg auf Nachfrage von politik-digital.de von einer Beteiligung Deutschlands an der Initiative.  </p>
<p>Auch Frank Frick, bei der Bertelsmann-Stiftung für den Bereich &quot;Good Governance&quot; zuständig, sieht in der internationalen Bewegung großes Potenzial für neue Impulse. Wolle man den breiten Ansatz der OGP konsequent umsetzen, müssten die einzelnen Ministerien ihre Arbeit stärker koordinieren und einige tiefgreifende Veränderungen zulassen: “Als Querschnittsthema braucht Open Government deswegen ein klares politisches Commitment und eine übergreifende Steuerung &#8211; unseres Erachtens aus dem Kanzleramt”, so Frick im Gespräch mit politik-digital.de.
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<b>Zivilgesellschaft stärker einbinden  </b></p>
<p>Ein Beitritt hätte nach Ansicht der Experten aber nicht nur symbolische Kraft. Timo Wandhöfer, der derzeit für das EU-Forschungsprojekt <a href="http://wegov-project.eu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WeGov</a> arbeitet, hebt die Möglichkeit für die Teilnehmer, sich international besser auszutauschen und über Best-Practice-Lösungen zu lernen, als großes Plus der Initiative hervor. Anke Domscheit-Berg erhofft sich durch den internationalen Vergleich einen positiven Erfolgsdruck für Deutschland, abgegebene Versprechen auch umzusetzen und die Ziele der jährlichen Aktionspläne ernst zu nehmen. </p>
<p>Viel Hoffnung haben die Befürworter auch hinsichtlich einer starken Einbindung der Zivilgesellschaft, wie von der OGP vorgesehen: und zwar sowohl auf internationaler Ebene, wo diverse Nichtregierungsorganisationen involviert sind, als auch bei der Begleitung des Prozesses auf nationaler Ebene. So besteht innerhalb der OGP die Verpflichtung, einen unabhängigen Bericht zur Umsetzung von Open Government in den Gesamtprozess mit einzubinden. Hier sollten und könnten sich Kräfte aus der Zivilgesellschaft aktiv und reflektierend einbringen, fordert Frau Domscheit-Berg: &quot;Diese Transparenz und Einbeziehung der Zivilgesellschaft wäre ein großer Gewinn für Deutschland und erhöht  die Wahrscheinlichkeit, dass wir schneller aus einer Phase der Theorie in eine Phase der praktischen Umsetzung eintreten.&quot; Genau hier sieht Friedrich Lindenberg die Krux einer deutschen Beteiligung. Ein Engagement dürfte nicht als Ausflucht genutzt werden, sich weiterhin in langfristigen Planungen zu ergehen, anstatt konkretes Handeln zu ermöglichen: &quot;Der Action Plan darf nicht zum Ersatz für die Action werden&quot;.    </p>
<p>Die Chancen, dass Deutschland beim OGP-Trefffen im März 2012 in Brasilien mit am Tisch sitzen wird, schätzt Sebastian Haselbeck von der Initiative <a href="http://www.glaeserner-staat.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gläserner Staat</a> als durchaus gut ein. Ein Netzwerk zur Unterstützung formiere sich gerade und werde an verschiedenen Stellen für eine Beteiligung werben. Zudem werde sich Deutschland wohl langfristig dem internationalen Druck beugen müssen, vor allem dann, wenn noch mehr europäische Länder der Partnerschaft beitreten. Für Frank Frick von der Bertelsmann-Stiftung geht es dabei auch um Glaubwürdigkeit. “Es stellt sich die Frage, ob man es sich als demokratischer Staat überhaupt leisten kann, nicht mitzumachen”. </p>
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