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	<title>Apotheke &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Apotheke &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Bis Ende des Jahres erwarten wir 20.000 Arbeitslose aus den Apotheken.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[kreinhardt]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Jul 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Apotheke]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Günter Friese]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/hfriese.jpg" alt="Karl-Günter Friese" align="left" border="0" height="133" width="95" /></b><span style="color: #000000"><b><b> 
Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA, Bundesvereinigung Deutscher 
Apothekerverbände, ist am 21. Juli 200</b>3</b></span><b> 
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</b></span><b>.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/hfriese.jpg" alt="Karl-Günter Friese" align="left" border="0" height="133" width="95" /></b><span style="color: #000000"><b><b><br />
Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA, Bundesvereinigung Deutscher<br />
Apothekerverbände, ist am 21. Juli 200</b>3</b></span><b><br />
zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de</b></span><b>.</b><!--break--><br />
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
<span style="color: #000000"><br />
</span></span><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif; color: #000000"><b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Heute ist Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA, Bundesvereinigung<br />
Deutscher Apothekerverbände, unser Gast. Kann es losgehen?<b><br />
</b></span>
</p>
<p>
<b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Hans-Günter<br />
Friese</span></b><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">:<br />
Ja, gerne.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Herr Friese, die Eckpunkte der Gesundheitsreform sind raus, Apotheker<br />
dürfen sich künftig ein bisschen mehr Konkurrenz machen, drei<br />
Apotheken darf künftig jeder besitzen. Ein schlechter Tag für<br />
einen Spitzen-Lobbyisten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Damit ist die Apotheke und mit ihr der Apotheker in seiner<br />
Unabhängigkeit tangiert. Denn wir befürchten dass aus Mehrbesitz<br />
Fremdbesitz entsteht<br />
und dann der gewollte unabhängige Ratschlag des Apothekers durch<br />
die Weisung des Fremdkapitals überlagert ist: also ein rabenschwarzer<br />
Tag für den Patienten, der nach wie vor unabhängig beraten werden<br />
will.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>spock</b>: Das<br />
Mehrbesitzverbot von Apotheken soll fallen. Mehr Wettbewerb ist doch volkswirtschaftlich<br />
sehr sinnvoll, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Schon jetzt haben die Apotheken in Deutschland wegen der hier<br />
geltenden Niederlassungsfreiheit einen enormen Wettbewerb. Dies ist der<br />
Grund für die Spitzenleistung, die die Apotheken in ihrem Dienstleistungspaket<br />
erbringen. Außerdem ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis der deutschen<br />
Apotheken im internationalen Vergleich spitze.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Wenn der Wettbewerb die Spitzenleistung erbringt, dann ist eine &quot;Apothekenkette&quot;<br />
aber doch keine wirkliche Gefahr?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Doch, denn durch Fremdbesitz bzw. Apothekenketten hält<br />
das Kapital Einzug in die Beratungsqualität der Apotheken und überlagert<br />
sie.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>franchise</b>:<br />
Warum verhindert Fremdbesitz unabhängige Beratung? Bei McDonalds<br />
werde ich doch auch nicht automatisch schlecht beraten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Kapitalgeber auch<br />
sein eingebrachtes Kapital vermehrt sehen will &#8230;</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das will der Apotheker auch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: &#8230; und damit steht nicht das Optimum an Therapie im Vordergrund.<br />
Außerdem ist der Apotheker in einer Kette weisungsbefugt und in<br />
soweit nicht mehr freiberuflich tätig mit seiner persönlichen<br />
Verantwortung und Haftung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>eva</b>: Wenn Sie<br />
ehrlich sind, denken Sie nicht, dass die Apotheken auch ganz gut von den<br />
Patienten gelebt haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Der Apotheker versteht sich in erster Linie als freier Heilberufler<br />
und so will auch die Gesellschaft diesen Beruf: nämlich unabhängig<br />
und damit optimal beraten werden. Erst in zweiter Hinsicht ist der Apotheker<br />
auch Gewerbetreibender und damit Kaufmann.<br />
Zu Eva: Natürlich brauchen auch Apotheken ein angemessenes Vergütungsvolumen,<br />
um die zu erbringenden Dienstleistungen finanzieren zu können. Über<br />
das Einkommen der Apotheken entscheidet das Preisbildungssystem für<br />
Arzneimittel, das gesetzlich vorgeschrieben ist. Nicht der Apotheker entscheidet<br />
über die Höhe seiner Vergütung pro Arzneimittel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Petra S</b>: Aber<br />
Apotheker verkaufen doch auch Produkte, deren Wirkung zweifelhaft ist,<br />
z.B. Franzbranntwein oder zuckerhaltige Lutschpastillen. Apotheken sind<br />
doch auch ein Wirtschaftsunternehmen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Der Apotheker ist gehalten beim Wunsch nach einem Arzneimittel<br />
zuzuraten oder abzuraten. Bedenkliche Arzneimittel werden vom Apotheker<br />
analysiert und im Verhältnis zum Arzt bzw. Kunden entsprechend bewertet.<br />
Wenn dann doch der Kunde ein derartiges Arzneimittel, das immerhin zugelassen<br />
ist, möchte, so ist dies seine freie Entscheidung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Kleine Statistik-Frage zwischendurch zur Einordnung der Größenordnung:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Patient</b>: Wie<br />
hoch ist denn die Wertschöpfung der Apotheken heute in % zum Gesundheitsmarkt?<br />
Wie viel kann denn durch diese Reform eingespart werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Der Wertschöpfungsanteil der Apotheken, bezogen auf die<br />
Gesamtausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung beträgt etwas<br />
2,7 Prozent. Ein derzeit nicht zu definierendes Einsparvolumen muss bedauerlicherweise<br />
immer auch durch Einschränkungen des Dienstleistungsbündels<br />
des Apothekers kompensiert werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal zur Beratung: Es gibt offensichtlich auch andere Erfahrungen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>kettenmail</b>:<br />
Mir hat noch nie ein Apotheker von was abgeraten, ehrlich!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: <i>Ich befürworte ausdrücklich einen pharmazeutischen<br />
Dienstleistungs-Wettbewerb.</i> Mögen die Patienten doch die übernächste<br />
Apotheke aufsuchen, wenn sie sich nicht gut beraten fühlen. Der Wettbewerb<br />
lässt es ja gerade zu.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Noch mal ein kleiner Kommentar zum Fremdbesitz, dann geht&#8217;s aber gleich<br />
weiter:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>patient01</b>:<br />
Herr Friese, ich meine, dass doch die meisten Arzneimittelabgaben in den<br />
Apotheken nicht vom Chef persönlich, von weisungsgebundenen Mitarbeitern<br />
erbracht werden, ohne dass es der Volksgesundheit schadet. Ihre Argumentation<br />
gegen den Fremdbetrieb ist nicht nachvollziehbar.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fremdbesitzer</b>:<br />
Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sollen nicht mehr erstattet<br />
werden. Führt das nicht dazu, dass Ärzte jetzt teuere verschreibungspflichtige<br />
Medikamente verordnen, weil der Patient die haben will, und auch der Arzt<br />
auf jeden Patienten angewiesen ist?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Zu Patient01: <br />
Doch! Der Apothekenleiter ist heilberuflichen Grundsätzen verpflichtet<br />
und diese erarbeitet er in der Regel mit seinem Personal was die Beratungsqualität<br />
und den Beratungsumfang angeht. Bei Fremdbesitz überlagert, ich wiederhole<br />
es, die Mehrung des eingesetzten Kapitals den unabhängigen Rat des<br />
Apothekers. Beispiele in Ländern mit Apothekenketten belegen dies.<br />
Zu Fremdbesitzer:<br />
Das sehen wir genauso und dies bedeutet eine Verschlechterung der Therapie,<br />
weil damit der Patient ein Arzneimittel bekommt, dass eine höhere<br />
Risiko-Nutzen-Relation hat. Außerdem dürfte eine Therapie mit<br />
einem verschreibungspflichtigen Arzneimittel teuer sein.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das will ich nicht verschweigen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>28wolf</b>: Herr<br />
Friese Achtung, Sie laufen hier bei der Diskussion in eine Falle.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Sehe aber keine.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zeliha</b>: Was<br />
ist Positives für Apotheken herausgekommen? Meines Erachtens nichts.<br />
Die CDU ist in diesem Bereich umgefallen. Wer ist glaubwürdig Sie<br />
oder die Politik?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Unsere Verbandpolitik setzt auf Glaubwürdigkeit, unterfüttert<br />
durch nachvollziehbare Daten und Fakten. In der Tat wird sich die Politik<br />
fragen lassen, warum sie zunächst gegen Versandhandel, gegen Mehrbesitz<br />
und gegen Einzelvertragsgestaltungen war &#8211; und jetzt dies.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Calmund</b>: Der<br />
Versandhandel mit Medikamenten soll der Einigung zufolge in Grenzen zugelassen<br />
werden, lese ich. Um welche Grenzen geht es und wie bewerten Sie das?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Diese Grenzen müssen offensichtlich noch im Detail erarbeitet<br />
und ausformuliert werden. Ich habe größte Sorge, dass eine<br />
Einengung des Versandhandels unter Berücksichtigung fairer Wettbewerbsbedingungen<br />
mit der öffentlichen Apotheke möglich ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Sven</b>: Was halten<br />
Sie von der letzten Studie wonach bei den Kassen eine Milliarde eingespart<br />
werden könnte wenn zu Medikamenten mit gleicher Wirkung bei weniger<br />
Kosten gegriffen wird? Unterstützen das Apotheken bereits?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Sollten hier die Nachahmer-Präparate, Generika, angesprochen<br />
sein, so hat Deutschland hier mit mehr als 70 Prozent des generikafähigen<br />
Marktes schon den höchsten Anteil in Europa.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Yaojishi</b>: Bitte<br />
ein Statement zur Aussage von Herrn Seehofer, mit ihm werde es keinen<br />
Versandhandel geben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Bitte fragen Sie ihn selbst. Es dürfte klar sein, dass<br />
wir mit den Vertretern aller Parteien den Aspekt der Glaubwürdigkeit<br />
und die Aufrechterhaltung des Apothekers als Angehöriger eines freien<br />
Heilberufs erörtern werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>dobbi2</b>: Denken<br />
Sie nicht, dass nun durch den Versandhandel auch viel mehr gefälschte<br />
Arzneimittel in den Markt kommen werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Dies ist nicht nur nicht auszuschließen, sondern eher<br />
wahrscheinlich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>28wolf</b>: Hallo<br />
Herr Friese, Sie wissen doch genau, dass weder die Versandhandelsbeschränkung<br />
noch die Mehrbesitzbeschränkung vor dem Verfassungsgericht Bestand<br />
haben werden, was dann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Durch den Versandhandel wird wiederum eine Lücke im Vertriebsweg<br />
aufgetan, die unnötig ist. Beispielsweise sind in den USA im März<br />
dieses Jahres Arzneimittel durch den Versandhandel an etwa 4.700 Patienten<br />
falsch ausgeliefert worden. Diese durch einen Computerfehler derart massiv<br />
verursachte Falschlieferung wäre durch eine öffentliche Apotheke<br />
kaum möglich gewesen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Übrigens zur befürchteten Falle vom gleichen User:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>28wolf</b>: Die<br />
Falle ist, dass Herr Friese, wie für Apotheker üblich, anfängt,<br />
über Kosten der Apotheken zu diskutieren, anstatt zu erklären,<br />
dass wir Leistungserbringer sind, deren Leistung gerecht entlohnt werden<br />
muss.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Parasit</b>: Haben<br />
sie sich nicht zu lange gegen die Veränderungen gesperrt, Versandhandel<br />
und Apothekenmehrbesitz. Wäre es nicht ehrlicher und besser gewesen,<br />
den Wandel vorzubereiten und mit zugestalten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Dann droht ein Versorgungschaos mit Arzneimitteln und ist<br />
überhaupt nicht mehr zu vergleichen mit der derzeitigen wohnortnahen<br />
und qualitativ hochstehenden Arzneimittelversorgung der Bevölkerung.<br />
Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Politik nicht diese juristische<br />
Falle sieht bzw. wahrhaben will.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Ich bin mir angesichts der Fragen sicher, dass in mancher Apotheke jetzt<br />
nicht verkauft sondern gechattet wird: Ein Rat für ihre Verbandsmitglieder:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Apofriend</b>:<br />
Versandhandel soll möglich werden. Welche Position wird die ABDA<br />
jetzt einnehmen, was wird sie den 21.000 deutschen Apotheken vor Ort empfehlen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Richtig, das Geld muss der Leistung folgen und das Leitungspaket<br />
der Apotheken ist im internationalen Vergleich exzellent.<br />
Zu parasit:<br />
Wir Apotheker haben uns den gesellschaftlichen Entwicklungen gestellt<br />
und eigene offensive Konzeptionen vorgelegt: So ist es z. B. schon seit<br />
zwei Jahren möglich, über das Internet Arzneimittel in einer<br />
Apotheke der Wahl zu bestellen und im Einzelfall auch ausgeliefert zu<br />
bekommen. Für uns bedeutet dies eine Weiterentwicklung des Systems,<br />
aber keine irreversible Zerstörung.<br />
Zu apofriend:<br />
Zunächst gilt es, genau zu prüfen, wie die Details eines einzuführenden<br />
Versandhandels aussehen sollen. Auch hier stellt sich die Frage der Glaubwürdigkeit.<br />
Sollte es z. B. nicht zu einer Steuerung der Arzneimittelströme durch<br />
Krankenkassen kommen dürfen, dürfte die öffentliche Apotheke<br />
auch zukünftig ein erhebliches Plus an Arzneimittelsicherheit, Schnelligkeit<br />
der Versorgung, persönlicher Beratung und Kostengünstigkeit<br />
haben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>j.Rau</b>: &quot;Die<br />
Apotheker haben uns mit offensichtlichen Falschmeldungen angegriffen&quot;,<br />
sagte Däinghaus, Gründer des niederländischen Internet-Versenders<br />
DocMorris, dem Blatt. Doc Morris zahle Umsatzsteuer in Deutschland. Dies<br />
bestätigten alle Behörden. Dem Bericht zufolge trat Bundespräsident<br />
Johannes Rau wegen der Vorwürfe der Apotheker gegen DocMorris kürzlich<br />
von seinem Amt als Schirmherr des Gründerpreises zurück, weil<br />
die Jury dieses Jahr die Auszeichnung an DocMorris-Gründer Däinghaus<br />
verliehen habe. Ihr Kommentar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Das Blatt war übrigens die &quot;Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Die Klarstellung unseres Bundespräsidenten hat der Einordnung<br />
von Recht und Gesetz in unsere Lebenswirklichkeit außerordentlich<br />
gut getan. Wir werden auch die Förderer und Sponsoren des Deutschen<br />
Gründerpreises entsprechend hinterfragen. Zwischenzeitlich hat sich<br />
auch der bayerische Wirtschaftsminister Dr. Wiesheu distanziert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Dann frage ich mal anders: Die Apotheker hatten behauptet, Doc Morris<br />
zahlt nur die niedrigere niederländische Umsatzsteuer, das stimmt<br />
offenbar nicht. Geht es schon unter die Gürtellinie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: In dieser Frage befinden sich einige Kammern und Verbände<br />
auf dem Wege von einstweiligen Verfügungen im Rechtsstreit mit DocMorris.<br />
Es wird abzuwarten sein, wie letztendlich in den mündlichen Verhandlungen<br />
bzw. in der Hauptsache entschieden wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Urs</b>: Zur Beurteilung<br />
von Behandlungen wird eine Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit<br />
im Gesundheitswesen gegründet. Sie wird zwar unter die Selbstverwaltung<br />
von Ärzten und Kassen gestellt, das Gesundheitsministerium hat aber<br />
wesentliches Mitspracherecht. Ist das für sie als Heilarbeiter sinnvoll?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Nachfrage: Ist Heilarbeiter ein offizieller Begriff?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Mein Selbstverständnis als Freiberufler impliziert, dass<br />
&#8211; in diesem Falle der Arzt &#8211; nach bestem Wissen und Gewissen sowie seiner<br />
Verantwortung und Kenntnis des Patienten entscheidet, nicht durch mehr<br />
oder weniger theoretische Leitlinien. Dies bedeutet aber auch, dass Freiberufler<br />
(Ärzte, Apotheker&#8230;) eine ständige Verpflichtung zur Fortbildung<br />
haben, wobei sie diese Pflicht zur Aktualisierung ihres Wissens auch ausgesprochen<br />
ernst nehmen.<br />
Zum Moderator: <br />
Nein. Es muss heißen, Freiberufler bzw. Angehöriger eines Heilberufs.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Matthäus</b>:<br />
Gibt es eigentlich schon Zahlen, wie sich der erste, bereits in Kraft<br />
getretene Baustein der Gesundheitsreform, das &quot;Sicherungsgesetz&quot;<br />
von Anfang des Jahres auf die Apothekenlandschaft in Deutschland ausgewirkt<br />
hat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Ja. Dem wirtschaftlichen Chaos in vielen Apotheken (40-50<br />
-prozentige Senkung des Einkommens, Vorsteuern) folgt nicht selten eine<br />
menschliche Tragödie: Bis jetzt sind etwa 10.000 Arbeitskräfte<br />
in den Apotheken bedauerlicherweise freigestellt worden. Bis Ende des<br />
Jahres erwarten wir 20.000 Arbeitslose aus den Apotheken. <br />
Die wirtschaftliche Lage wird für viele Apotheken leider das Aus<br />
bedeuten. Und hier ist im Besonderen die Politik zu fragen, warum sie<br />
nicht das eigentliche Sparopfer für die Apotheke mit 350 Mio. Euro<br />
eingehalten hat: Bekanntlich ist der Ertragsverlust dreimal höher<br />
als angeblich gesetzlich gewollt. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Bierogen</b>: Können<br />
Sie den &quot;worst case&quot; dieser heute beschlossenen Maßnahmen<br />
beschreiben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Das ist nicht mein Selbstverständnis. Es gilt zu prüfen,<br />
überall zu intervenieren, wo es möglich ist und ich bin sicher,<br />
die deutsche Apotheke nimmt auch diese Herausforderung an und wird &#8211; wenn<br />
auch in reduzierter Anzahl &#8211; überleben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Barmer</b>: Auch<br />
nach Ansicht des Bundesverbandes der Innungskrankenkassen (IKK) wird die<br />
Reform den gewünschten Effekt verfehlen. &quot;Mit dieser Reform<br />
bleiben die Beitragssätze eher bei 14 Prozent, statt auf 13,6 Prozent<br />
zu sinken&quot;, sagte am Montag der stellvertretende IKK-Vorsitzende<br />
Gernot Kiefer. Was denken Sie wie sich die Beiträge entwickeln werden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Die Vorstellung der Politik zielt auf 13 Prozent. Ich muss<br />
erst die Details der Eckpunkte und ihre finanziellen Auswirkungen kennen.<br />
Dazu müssen unsere Fachleute selbstverständlich befragt werden.<br />
Voreilig werde ich mich nicht zu einer Aussage hinreißen lassen<br />
können. Aber eines muss deutlich gesagt werden, im Besonderen gravierend<br />
sind die strukturellen Veränderungen, die uns den Boden entziehen,<br />
die von den Patienten und Kunden gewünschten Dienstleistungen auch<br />
künftig in Gänze erbringen zu können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Idefix</b>: Wie<br />
hoch schätzen die Sie reduzierte Apothekenanzahl?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Ich bin nicht in der Lage, dies vorherzusagen. Apotheken sind<br />
Kleinbetriebe und machen in soweit nicht spektakuläre Pleiten wie<br />
dies Großbetriebe zuweilen tun. Zum Teil müssen Verpflichtungen<br />
wie Mietverträge usw. erfüllt werden, was neben der Enteignung<br />
des Geschäftswertes der Apotheke zu beachten ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Daraus lese ich, dass Sie mit einer höheren Zahl von Apotheken-Pleiten<br />
rechnen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Das ist nicht auszuschließen und bedeutet im Ergebnis<br />
ein niedrigeres Niveau bezüglich der gewünschten wohnortnahen,<br />
flächendeckenden Arzneimittelversorgung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Matthäus</b>:<br />
Wird die ABDA bis zur Einbringung der neuen Gesetzesentwürfe in den<br />
Bundestag im September versuchen, noch auf die Inhalte Einfluss zu nehmen?<br />
&#8211; Und wie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Die Gespräche mit der Politik gehen weiter. Darüber<br />
hinaus wird noch sehr viel &quot;Kleinarbeit&quot; zu leisten sein, wenn<br />
es um die Ausformulierung der Eckpunkte bis hin zu einem Gesetzentwurf<br />
geht. Bekanntlich liegt der Teufel (bzw. für uns die Hoffnung) im<br />
Detail.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator</b>:<br />
Liebe Gesundheits-, Apotheken- und Politik-Interessierte, unsere Zeit<br />
ist vorbei. Vielen Dank für die vielen Fragen. Herzlichen Dank, Herr<br />
Friese, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Morgen kommt die Beauftragte<br />
für die Stasi-Akten, Marianne Birthler zwischen 15.00 und 16.00 Uhr<br />
zum Chat. Sie sind herzlich eingeladen, mit der derzeit wohl kompetenteste<br />
Person in Sachen Stasi-Akten und alte Westspitzel (Stichwort Rosenholz)<br />
zu diskutieren. Einen schönen Abend Herr Friese, einen schönen<br />
Abend an alle Userinnen und User!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Hans-Günter<br />
Friese</b>: Die Beantwortung der Fragen hat Spaß gemacht. Keinen<br />
Spaß macht, sich mit den heute bekannt gewordenen Eckpunkten auseinander<br />
zu setzen. Aber wir kämpfen weiter um die Sache des Patienten, um<br />
eine gute Versorgungsqualität mit Arzneimitteln<br />
und &#8211; was legitim ist &#8211; um unsere Apotheke.</span></p>
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