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		<title>Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Jul 2016 10:07:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Im ersten Byte schuf der User digital und analog. Das Judentum gilt als [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2839175509_0aa7753e5a_b.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-149846 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/2839175509_0aa7753e5a_b.jpg" alt="Telefonierender Jude an der Klagemauer von David Ortmann" width="640" height="480" /></a>Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Im ersten Byte schuf der User digital und analog. Das Judentum gilt als die älteste monotheistische Religion, die Beziehung von Mensch und Gott in der Welt zu ergründen. Im Jahre 5776 seit Anbeginn der Schöpfung wird auch das Digitale in die Glaubenswelt integriert. Über koscheres Internet, den digitalen Sabbat und Glaube zwischen Tradition und Moderne.</p>
<h3>Gemeinsam und doch verschieden</h3>
<p>Alles begann mit dem Ruf an Abraham. Der Herr sprach: „Zieh weg aus deinem Land, [&#8230;] in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen.“ Große Visionen hatten auch die Macher des Videospiels „<a href="https://www.kickstarter.com/projects/phoenixistudios/video-game-bible-chronicles-the-call-of-abraham" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bible Chronicles-The call of Abraham</a>“. Hier sollten die Spieler noch einmal direkt die Geschichte des Vaters der Völker, hebräisch Abraham, nachspielen und nachempfinden können. Dieser Traum ist jedoch ausgeträumt, verschiedene Umstände verhinderten eine Realisierung des Projekts. Das göttliche Versprechen jedoch wurde gehalten. Heute berufen sich der Islam, das Christentum und insbesondere das Judentum auf Abraham als ihren Stammvater.</p>
<p>Am Berg Sinai, nach dem Auszug aus Ägypten offenbarte Gott Moses die zehn Gebote. Zusammen mit der Tora und dem Talmud sind sie heute die Grundlage der jüdischen Religion, sind hier doch die 613 Mitzwot, also die 365 Verbote und 248 Gebote, enthalten, an denen sich ein jüdisches Leben zu orientieren habe. Heute gibt es unterschiedliche Ausrichtungen, orthodox, konservativ und liberal, die sich unterschiedlich streng an diese Vorschriften halten. Orthodoxe Juden sehen in den heiligen Schriften eine strenge Verbindlichkeit, während das liberale Judentum diese stets dem jeweiligen Zeitgeist anzupassen versucht. Das konservative Judentum nimmt hierin eine Mittlerrolle zwischen der traditionellen und der modernen Ausrichtung ein.</p>
<p>Für die Partnerwahl spielt die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen nicht selten eine wichtige Rolle. Darum ermöglicht es die Dating App <a href="http://jcrush.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">JCrush</a>, ob säkular, traditionell oder konservativ, gezielt Dates je nach Glaubensauffassung zu arrangieren.</p>
<h3>Alles digital und doch koscher?</h3>
<p>Zu den strengsten Gruppen zählen die Ultraorthodoxen, auch als Haredi, von hebräisch charada für gottesfürchtig, bezeichnet. Kern ihres Glaubens ist es, ein aus ihrer Sicht gottgefälliges Leben in der Befolgung der jüdischen Gesetze und im Studium der heiligen Schriften zu führen. Moderne Technologien werden in den meisten Fällen als etwas Sündhaftes abgelehnt. Heute gehören dieser Richtung etwa 1,5 Millionen Gläubige an. Davon leben etwa 700.000 in Israel, wo sie rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung stellen. Andere Zentren sind unter anderem New York, London, Zürich und Wien.</p>
<p>Um ein technisches Gerät benutzen zu dürfen, bedarf es einer Zustimmung durch die zuständigen Rabbiner. Dank deren Segen gibt es seit einigen Jahren koschere Smartphones. Um nicht in Versuchung geführt zu werden, verfügen diese Apparate weder über SMS oder E-Mail von Sozialen Medien ganz zu schweigen. Mit diesen Smartphones lässt sich lediglich telefonieren, am Sabbat, wenn jegliche Elektrizität verboten ist, sogar zum Preis von 2€ die Minute. Im Gegenzug kann der Benutzer im jiddischen Betriebssystem aus einer Reihe frommer Klingeltöne wählen.</p>
<p>Wie so vielen technischen Neuerungen stand das ultraorthodoxe Rabbinat dem Internet sehr skeptisch gegenüber und warnte eindringlich davor. In vielen Haredi-Gemeinden müssen die Benutzer von Smartphones die Notwendigkeit für deren Besitz nachweisen. Nicht selten besitzen die Gläubigen jedoch zwei verschiedene Geräte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich  Chatdienste wie Whatsapp auch in ultraorthodoxen Gemeinden der USA <a href="http://www.theverge.com/2015/10/27/9620752/whatsapp-hasidic-jewish-internet-ban" target="_blank" rel="noopener noreferrer">großer Beliebtheit</a> erfreuen. Rabbiner erkannten, dass sie ihre ablehnende Haltung gegenüber den digitalen Medien nicht lange aufrechterhalten konnten. Viele Haredi-Familien sind auf die digitalen Alltagshelfer angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Daher ging die ultraorthodoxe Community dazu über, ein eigenes, ein koscheres Internet zu schaffen. Suchmaschinen wie <a href="http://www.4torah.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">4Tora</a> oder <a href="https://searchenginewatch.com/sew/news/2052159/koogle-the-kosher-search-engine" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Koogle</a> garantieren, dass beim Surfen nur koschere Inhalte angezeigt werden. Hinter diesen Suchmaschinen stehen verschiedene religiöse und weltliche Unternehmen, die Seiten nach unerlaubten Inhalten durchforsten und diese gegebenenfalls sperren oder zensieren.</p>
<p>Mittlerweile haben viele Unternehmen in Israel das Potenzial der ultraorthodoxen Bevölkerung erkannt. Trotz  Zuwendungen durch den Staat, den einige radikale jüdische Gemeinschaften dennoch nicht anerkennen, haben die Haredi Familien häufig Probleme, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Klassisch haben diese Familien bis zu acht Kinder, wobei die Frauen für die Ernährung der Familie zuständig sind, während die Männer sich in der Jeschiwa, Toraschule,  dem Studium der heiligen Schriften widmen. An dieser Stelle möchten Initiativen wie <a href="http://www.kamatech.org.il/english/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kamtech</a> ansetzen und Haredi in die boomende israelische IT-Industrie vermitteln. Dort werden sie nicht nur als günstige Arbeitskräfte, sondern als Marktöffner für eine eigene Zielgruppe mit besonderen digitalen Bedürfnissen entdeckt.  Es zeigt sich, anstatt die Digitalisierung der Welt zu bekämpfen beginnt die ultraorthodoxe Gemeinde die neuen Technologien für sich zu interpretieren, sie für ihr Weltverständnis zu nutzen.</p>
<h3>Tradition und Wandel</h3>
<p>Erfinderisch darin zu sein, die eigenen Regeln in der modernen Gesellschaft einzuhalten, das zeichnet den jüdischen Umgang mit der eigenen Religion aus. Um in modernen Zeiten den eigenen Glauben zu leben, hat sich in den letzten Jahren eine Vielzahl an technischen Hilfsmitteln entwickelt. Sei es das Torastudium to go auf dem Smartphone, Gebete oder Sinnsprüche für den Tag: <a href="http://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/2192548/jewish/Jewish-Apps.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verschiedene Anwendungen</a> können dabei helfen den Glauben digital und lebendig zu halten. Das orthodoxe Startup Rusty Bricks, beheimatet in New York, hat besonders viel Erfindergeist in den letzten Jahren bewiesen. Mit <a href="https://www.rustybrick.com/glass.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jew Glasses</a> entwickelte das Unternehmen eine Google Brille mit besonderen Bedürfnissen für gläubige Juden. Neben den Zeiten für den Beginn des Sabbats zeigen die Gläser auch den Weg zur nächsten Synagoge sowie deren Gottesdienstzeiten.</p>
<p>Für einen jüdischen Gottesdienst bedarf es eines Minjans, das Quorum von zehn jüdischen Männern. Dank <a href="/www.rustybrick.com/iphone-minyan.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Minyan Now</a> kein Problem mehr. Die App ermöglicht es, eine Uhrzeit und einen Ort für das gemeinsame Gebet  zu bestimmen. Alle anderen User im Umkreis werden direkt informiert und können ihre Teilnahme am Gottesdienst bestätigen.</p>
<p>Soviel moderne Dinge, das ist bestimmt nicht koscher, oder? Die App <a href="http://iskosher.com/how-does-it-work/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Iskoscher</a> gibt Gewissheit. Mithilfe eines Barcode Scans vergleicht die Anwendung  Datenbanken verschiedener Rabbinate weltweit und gibt Auskunft, ob das Produkt geeignet ist oder nicht.</p>
<h3>Ein Klick in die Moderne</h3>
<p>“Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, lautete das Credo der Aufklärung. Zur gleichen Zeit erlebte auch das Judentum seine Aufklärung, die Haskala, abgeleitet von sekhel Vernunft. Jahrhunderte lang durch Sonderstellungen abgegrenzt, wurden im Zuge der Modernisierung Bürger jüdischen Glaubens Bürgern christlicher Konfessionen gleichgestellt.</p>
<p>Juden konnten erstmals ihre Berufe frei wählen, studieren und bekamen einen Zugang zur bürgerlichen Gesellschaft, deren Ideale viele ansprachen. Wie sollte es nun weiter gehen mit dem Judentum?</p>
<p>Reformer wie der Rabbiner Abraham Geiger begründeten als Antwort das liberale Judentum. Viele religiöse Vorschriften, die nicht mehr als zeitgemäß empfunden wurden, wurden angepasst um die Integration der jüdischen Gemeinden in die Gesamtgesellschaft zu fördern.</p>
<p>Heute spielen die Kaschrutgesetze, also Speisegesetze, in dieser Auslegung kaum eine Rolle. Ob Gläubige am Sabbat Autofahren oder Elektrizität benutzen, steht jedem frei selbst zu entscheiden. Dafür werden Gottesdienste sowohl auf Hebräisch als auch in der Landessprache gefeiert. Jüdische Traditionen sollen modern und zeitgemäß im Dialog mit anderen Religionen gelebt werden. Neue Möglichkeiten der Teilhabe bieten Angebote wie die erste Online Synagoge <a href="http://simshalom.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SimShalom</a> in New York. Hier können Juden, aber auch Interessierte Gottesdiensten beiwohnen oder in begleitenden E-Learning Angeboten die jüdische Theologie erlernen. Spezielle Kurse führen sogar bis zur <a href="http://www.convertjudaism.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konversion</a>, dem Giur, alles online inklusive einem Beit Din, dem offiziellen rabbinschen Gericht zur Anerkennung des Beitritts, via Skype. Solche Angebote sind jedoch sehr umstritten.</p>
<p>Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion, die bis heute vielseitig und bunt in verschiedenen Gebräuchen und Traditionen gelebt wird. Denn wie weiß ein altes jüdisches Sprichwort: “Die besten Fragen haben mehr als eine Antwort.“ Die Halacha, das jüdische Gesetz sagt, jüdisch ist, wer zum Judentum konvertiert ist, oder wer eine jüdische Mutter hat. Aber nicht nur religiöse und säkulare Juden auch  Goys, scherzhaft für Nichtjuden, interessieren sich für die verschiedenen Ausprägungen des jüdischen Lebens.</p>
<p>Verschiedene Webseiten  wie <a href="http://thejewniverse.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jewuniverse</a>  geben Einblick in alle Formen und Farben des Judentums zwischen Nordsee und Südsee. Ob als Workout <a href="http://thejewniverse.com/2010/shvitzing-to-the-oldies/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Shvitzing auf Jiddisch</a>, jüdisch Flirten oder die neusten koscheren Rezepte für den Sabbat das Angebot ist vielseitig.</p>
<h3>Sabbat to go?</h3>
<p>“Am siebten Tage sollst du ruhen“, so steht es schon in der Schöpfungsgesichte. In dem Heckmeck aus dem Tohuwabohu an Nachrichten, Chats und Informationen, die jeden User täglich umgeben, ist dies kaum mehr vorstellbar. „Wenn Israel nur ein einziges Mal den Sabbat wirklich halten würde, würde der Messias kommen, denn das Halten des Sabbat kommt dem Halten aller Gebote gleich.“ An diesen frommen Wunsch knüpft das <a href="http://www.sabbathmanifesto.org/unplug/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sabbath Manifesto</a> an. Am Sabbat des dritten März sind alle User weltweit eingeladen, für 24 Stunden auszuschalten und ein kurzes digitales Sabbatical zu nehmen.</p>
<p>Ein Tag ohne unsere vertrauten Begleiter fern des Cyberspace erscheint schwierig, daher allen Organisatoren und Teilnehmern für den Erfolg des Projektes ein großes „Mazel Tov“.</p>
<h3>Alle Artikel der Sommerreihe</h3>
<p><em>Prolog:</em> <a title="Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel" href="http://politik-digital.de/news/religion-und-internet-glaube-im-digitalen-wandel-149744/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Religion und Internet: Glaube im digitalen Wandel</a><br />
<em>Teil 1:</em> <a title="Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media" href="http://politik-digital.de/news/auf-einer-wellenlaenge-mit-gott-zwischen-godspots-und-social-media-149751/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf einer Wellenlänge mit Gott? Zwischen Godspots und Social Media</a><br />
<em>Teil 2:</em> <a title="Ecclesia 2.0 – Ein Like für die frohe Botschaft" href="http://politik-digital.de/news/ecclesia-2-0-ein-like-fuer-die-frohe-botschaft-149772/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ecclesia 2.0 &#8211; Ein Like für die frohe Botschaft</a><br />
<em>Teil 3:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/judentum-und-internet-613-mitzwot-und-einen-digitalen-sabbat-149842/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Judentum und Internet &#8211; 613 Mitzwot und einen digitalen Sabbat<br />
</a><em>Teil 4: </em><a title="Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird" href="http://politik-digital.de/news/fatwas-on-the-internet-wenn-der-glaube-digital-wird-149890/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fatwas on the Internet – Wenn der Glaube digital wird</a><br />
<em>Teil 5:</em> <a title="Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen" href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-korea-digitalisierte-traditionen-149874/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Korea: Digitalisierte Traditionen<br />
</a><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/glaube-in-indien-und-china-von-mantren-und-digitalem-hoellengeld-149888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Glaube in Indien und China: Von Mantren und Tablets als digitalem Höllengeld</a><br />
<em>Teil 7:</em> <a href="http://politik-digital.de/news/der-gottesalgorithmus-digitale-suche-nach-dem-goettlichen-150280/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Gottesalgorithmus? &#8211; Digitale Suche nach dem „Göttlichen“ </a><br />
<em>Teil 8</em>: <a href="http://politik-digital.de/news/sterben-2-0-auf-dem-weg-zur-digitalen-unsterblichkeit-150291/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sterben 2.0 – Auf dem Weg zur (digitalen) Unsterblichkeit?</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Titelbild: <a href="https://www.flickr.com/photos/davidortmann/2839175509/in/photolist-7ivYMp-8YapSA-Kzbc9-3VeDV5-5jTvXT-6QXi8E" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Telefonierender Jude an der Klagemauer</a> von <a href="https://www.flickr.com/photos/davidortmann/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David Ortmann</a> via <a href="https://www.flickr.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr</a>, <span class="licensetpl_attr">licenced <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-NC 2.0</a></span></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Internet der Dinge – Teil 2: Intelligentes Shopping</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internet-der-dinge-teil-2-intelligentes-shopping-140942/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lukas Böhm]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2014 14:33:13 +0000</pubDate>
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</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Entwicklung technischer Geräte hat seit jeher  vor allem immer auf eines abgezielt: das tägliche Leben bequemer, effizienter und schneller zu machen. Konsequent zu beobachten ist das am Smartphone, das inzwischen zum täglichen Begleiter der Mehrheit aller Deutschen geworden ist: Es ersetzt nicht nur Karte, Kompass, Computer und Kontoauszug, sondern längst auch Fotoapparat und MP3-Player.<br />
Immer weniger Alltagsgegenstände scheinen eine eigene Daseinsberechtigung zu haben, wenn das, was früher einmal nicht mehr als ein Handy war, doch letztlich alles in einem ist. Viel scheint es nicht mehr zu integrieren zu geben, und spätestens mit Apples iBeacon-Technologie verschafft sich ein neuer Trend Raum: die Effizienzsteigerung des eigenen Verhaltens.<br />
Man könnte auch sagen: Wenn keine Mühen mehr übrig bleiben, die uns durch unsere vernetzten Begleiter abgenommen werden können, dann müssen eben neue Erleichterungen erfunden werden:  Mein Handy hilft mir einkaufen. Aber was kommt da noch, mit einer Technik, die in der Lage ist, mich bis auf Zentimeter genau zu orten?<br />
Die Firma Apple genießt einen geteilten Ruf: innovativ, schick, teuer und sehr verschlossen in puncto Interna und neue Produkte. Doch obwohl Apple-Nutzer schon seit drei Jahren mit kompatiblen Geräten ausgestattet werden, hat der Konzern die iBeacons-Technologie besonders erfolgreich aus dem öffentlichen Fokus rausgehalten – aus gutem Grund.</p>
<h3>Zur Sache: Was passiert da eigentlich genau?<b>    </b></h3>
<p>Weder die Idee noch die Technik ist grundlegend neu, es wird nur feiner: Es geht darum, Menschen auch in geschlossenen Räumen exakt zu orten – und zu steuern.<br />
In der Apple-Version ist die Technik als „iBeacon“ registriert, zu Deutsch „Leuchtfeuer“. Sie basiert auf der <a href="http://www.heise.de/mac-and-i/artikel/iBeacons-statt-NFC-2140159.html?artikelseite=1">Bluetooth Low Energy (BLE) Technologie</a>, die das Problem der „indoor navigation“ löst: GPS verliert in geschlossenen Räumen schnell die Verbindung und kann den Nutzer schon mal zwei Meter weiter links positionieren als geplant. Die Alternative über W-LAN belastet die Smartphone-Batterie. Und die konkurrierenden Hersteller von Android-Geräten haben mit ihrem <a href="http://t3n.de/news/apple-ibeacon-nfc-499992/">Versuch</a> auf dem Gebiet mittels NFC nicht unbedingt glanzvoll vorgelegt.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jonathan-Nalder-4.jpg"><img decoding="async" class=" wp-image-140964 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Jonathan-Nalder-4-630x421.jpg" alt="Jonathan Nalder 4" width="315" height="210" /></a>In diese Lücke stößt nun Apple und verspricht Abhilfe: Festinstallierte Sender (Beacons), klein, günstig, schlichtes Design, funken ein monotones Bluetooth-Signal, das von kompatiblen Apple-Geräten empfangen werden kann, vorausgesetzt die entsprechende App ist installiert und aktiv. Das Smartphone kombiniert die Signalstärke aller Beacons, in deren Reichweite es sich befindet, und ist so in der Lage, die Position des Nutzers zu bestimmen. Beacons dienen also als Navigationsanker, die die Position eines Endgeräts bestimmen helfen – oder genauer: die seines Benutzers. Auf Zentimeter genau.<br />
Alle Apple-Produkte seit 2011 sind mit Bluetooth 4.0 ausgestattet und somit prinzipiell in der Lage, diese Technik zu nutzen. Mit seinem aktuellen Betriebssystem (iOS 7) hat Apple zwar eine ganze Palette kompatibler Geräte. Die Sender allerdings werden aktuell noch von Drittherstellern bezogen, erst in den letzten Wochen wurden <a href="http://www.techradar.com/news/computing/apple/apple-is-working-on-its-first-ibeacon-hardware-but-what-could-it-be--1257095">Gerüchte</a> laut, Apple steige selber in die Hardware-Produktion ein.</p>
<h3>Wozu das Ganze?</h3>
<p>Für bestimmte Personengruppen kann die Technik natürlich sehr sinnvoll sein: Wenn der Aufenthaltsort von Menschen exakt bestimmt werden kann, sind Navigationssysteme für blinde oder sehbehinderte Menschen denkbar, der Blindenhund würde überflüssig.<br />
Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten, die aktuell diskutiert werden, ist jedoch ungleich größer: im Museum zielgenau zum Bild des Lieblingsmalers navigiert werden, dazugehörige Informationen können mit dem Smartphone gleich mit abgerufen werden. Auf der Business-Messe ohne Umwege die Gesprächspartnerin finden. Im Flughafen vom eigenen Handy zum Gate gebracht werden, mitsamt dem Hinweis: „Jetzt Bordkarte und Reisepass bereit halten!“.<br />
Während viele dieser Einsatzmöglichkeiten das Leben tatsächlich im oben genannten Sinne erleichtern könnten, hat Apple als großen Abnehmer aber ganz andere Branchen ausgemacht: den <a href="http://www.ibeaconsblog.com/">Einzelhandel und die Werbeindustrie</a>. In einer unselig scheinenden Verbindung.<br />
In den USA lassen sich hierfür schon Beispiele finden. Das Edelkaufhaus Macy’s in New York hat die Einsatzgebiete bereits getestet: Beim Betreten des Ladens wird der potentielle Kunde auf das Sonderangebot hinten links aufmerksam gemacht. Und darauf, dass zu diesen Schuhen der Schal aus dem Erdgeschoss besonders gut passt. Die Anprobe wird überflüssig: Mein Handy hat schon mal für mich ausgerechnet, wie ich in diesem Hemd aussehe. Und bezahlen? Das wird im Vorbeigehen erledigt, weil mein Smartphone registriert, dass ich in mich in der „Sale Zone“ befinde, die mit der profan analogen Kreditkarte verbunden ist. So werden auch gleich heiß begehrte Bonuspunkte addiert. Vielen Dank für ihren Einkauf, bis zum nächsten Mal.<br />
Apple probiert diese Version der  Kundenbindung seit einiger Zeit auch in den eigenen Verkaufsstellen: „<a href="http://www.idownloadblog.com/2013/12/06/a-mixed-experience-with-ibeacon-at-the-apple-store/">Welcome to the Apple Store. Find out how to make the most of your visit today.</a>” erscheint auf dem Display des gewillten Kunden.<br />
Es zeigt sich, dass die Frage nach der Zukunft dieser Technik zwischen den Polen „Blindennavigation“ und „Push-Werbung“ wohl eher damit zu beantworten sein wird, wer am meisten Geld in ihre Weiterentwicklung investiert. Das US-amerikanische Marktforschungsinstitut <a href="https://www.abiresearch.com/press/ibeaconble-beacon-shipments-to-break-60-million-by">ABI Research</a> wagt hier einen Ausblick, der skeptisch stimmt: Als größter Markt werden die Werbung, das vernetzte Haus und „asset tracking“ genannt. Was bitte? Was mit der umschreibenden englischen Phrase (übersetzt etwa: Güternachverfolgung) gemeint ist, erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Denn wer könnte sich dafür interessieren, von wo nach wo ich mich bewege, in welchem Laden ich einkaufe, vor welchen Produkten ich am längsten stehen bleibe, wie schnell ich mich bewege? Selbst für alle, bei denen die NSA-Affäre keine nachhaltige Überwachungsparanoia hinterlassen hat, ist die Antwort so einleuchtend wie besorgniserregend: Es interessiert genau dieselben Produzenten, die die Technik momentan anwendbar machen – alle, die etwas zu verkaufen haben.</p>
<h3>Risiken und Nebenwirkungen</h3>
<p>Wenn das Reizwort „NSA“ schon gefallen ist, lautet der erste Einwand natürlich: Datenschutz. Produzenten und Anwender (Apple fällt wie erwähnt gleich in beide Kategorien) werden nicht müde zu <a href="http://radar.oreilly.com/2014/04/ibeacons-privacy-and-security.html?cmp=tw-na-confreg-home-sld14_solid_twitter_posts">betonen</a>, dass iBeacons und vergleichbare Geräte nur in der Lage seien zu senden, nicht aber zu empfangen. Dieser Einwand kann allerdings kaum überzeugen: Denn wenn der Sender meine Position nicht kennt, so errechnet mein Smartphone sie einfach anhand der empfangenen Signale. Und den Standort muss das Smartphone natürlich mit einem App-Händler in Echtzeit abgleichen – sonst erhalte ich die Benachrichtigung über das heutige Sonderangebot zu spät.<br />
Die Nutzung der so generierten Daten ist wie so oft ungewiss und von vielen Interessen geleitet. Für Optimisten hat der gläserne Kunde allerdings auch einen Vorteil: Wenn Bedürfnisse und Konsumgewohnheiten exakt vermessen werden können, so lautet das Argument, dann wird auch nur produziert, was gebraucht wird. Das klingt besonders gut mit dem Hinweis auf die Tonnen von Backwaren, die täglich weggeworfen werden, weil sie nicht gekauft werden. Ein wenig Nachdenken hilft aber auch hier: In den hochtechnisierten und -entwickelten Gesellschaften des Westens zielt Volkswirtschaft schon lange nicht mehr darauf ab, Bedürfnisse zu befriedigen, sondern diese in einer übersättigten Masse <i>überhaupt erst zu erzeugen</i>. Auch deswegen werden Werbeindustrie und Marktforschung Hauptinteressenten dieser Innovation sein.<br />
Und als Einschub muss hier erwähnt werden, dass die weggeworfenen Backwaren auch nicht  die Folge davon sind, dass Bäckereien nicht wüssten, dass das gesamte Sortiment nach 17 Uhr nicht mehr weggeht. Sondern davon, dass eben jene Werbeindustrie errechnet hat, dass Kunden keine halb leeren Regale mögen. Und kein Brot vom Vortag.</p>
<h3>Wohin geht der Trend?</h3>
<p>Der psychologisch vermessene Kunde wird also punktgenau mit Werbung versorgt, um ihn zu Käufen zu bewegen, die er andernfalls vielleicht nicht tätigen würde. Doch auch an anderer Stelle ist Freiwilligkeit ein heikles Thema: Kunden des Herstellers Apple wissen schon seit einiger Zeit, dass sich bestimmte Anwendungen auf ihren Geräten nicht löschen lassen. Umwerfende Technologie hat ihren Preis und zu dem gehört der App-Store eben dazu. Aber wohin geht hier der Trend? Wie viele Kunden könnte Apple wiederum verlieren, wenn die Nutzung von punktgenauen Ortungsdiensten nicht mehr Option, sondern Zubehör ist? Oder wenn Geräte überhaupt nicht mehr dazu gedacht sind, sie auch einmal auszuschalten?</p>
<h3>Je vernetzter das Leben, desto angreifbarer</h3>
<p>Hinzu kommt die Frage nach der Fälschungs- und Manipulationssicherheit. Der Charme von iBeacons liegt in Preis und Einfachheit: Das Einstiegsangebot „<a href="http://estimote.com/?gclid=CLrqtuTnxL8CFQ2WtAod_CUAiw">Developer Preview Kit</a>“ des Herstellers estimote verspricht drei Sender zum Preis von 99 Dollar. Die Batterien halten lange, es wird lediglich ein einziges Signal gesendet. Dieses wäre theoretisch aber auch per Hackerangriff einfach zu kopieren – und der Nutzer somit in die Irre zu leiten. Das wird besonders heikel, wenn mittels indoor navigation auch bargeldlose Bezahlvorgänge abgewickelt werden.<br />
Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen, den Apple mit dieser Innovation ebenso vorantreibt, wird vielfach unter dem Aspekt diskutiert, dass er Sicherheit und Diebstahlschutz verspricht – Stichwort: bezahlen mit dem <a href="http://techcrunch.com/2014/07/12/money-at-our-fingertips/">Fingerabdruck</a>. Hier jedoch schließt sich der Kreis wieder zum Datenschutz: Denn wenn es für jeden Einkauf eine eindeutige persönliche Identifizierung braucht, dann „weiß“ jede Kasse am Ende des Tages nicht nur, wann etwas eingekauft worden ist, sondern auch von wem.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Das Fazit zur indoor navigation im Allgemeinen und der iBeacons-Technologie im Speziellen ist also ein geteiltes: Auch wenn jede Technik neue, faszinierende Möglichkeiten mit sich bringt und potentiell in der Lage ist, das Leben vieler Menschen positiv zu verändern, muss der Einsatz auch für den Hersteller immer rentabel sein: Hier können wir uns darauf einstellen, auf die bekannten Gesichter der Global Player zu treffen. Und dann muss immer die größte Sorge sein, was die Bloggerin Sarah Perez auf <a href="http://techcrunch.com/2014/07/08/in-five-years-ibeaconbluetooth-low-energy-device-market-to-reach-60-million-devices/">techcrunch</a> anspricht: Kann schwerfällige, analoge und vor allem nationale Gesetzgebung in der Lage sein, mit der Hochgeschwindigkeit von technischer Entwicklung mitzuhalten?</p>
<h3>Alle Teile der Sommerreihe Internet der Dinge:</h3>
<p><strong><em>Einführung:</em> <a title="Internet der Dinge – Leben in der smarten Welt" href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-leben-in-der-smarten-welt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leben in der smarten Welt<br />
</a><em>Teil 1</em></strong>: <strong><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-1-smart-wearables/">Smart Wearables</a></strong><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-2-intelligentes-shopping/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><br />
</strong></a><em><strong>Teil 3: </strong></em><strong><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-3-smart-home-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Home<br />
</a><em>Teil 4:</em><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-4-smart-cars/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Smart Cars</a></strong><br />
<em><strong>Teil 5: </strong></em><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-5-smart-country/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Smart Country</strong></a><br />
<strong><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-6-smart-city/">Smart City</a></strong><br />
<em><strong>Teil 7: <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-7-industrie-4-0/">Industrie 4.0 </a></strong></em></p>
<p>Titelbild: <a href="http://pixabay.com/en/black-icon-food-outline-symbol-29647/">Nemo</a><br />
Bild iBeacon Baum: <a href="https://www.flickr.com/photos/jnxyz/13570805343/in/photolist-i8sNUr-kZBpkM-mFdfkZ-mFdgDa-mFepFS-mFcVCt-mFdbBr-mFeuAG-o9xzAK-mFf7vN-nvbSKG-nfKb2c-nwYSE9-mFeQRS-mFcWH6-mFdd6R-mFdjxB-mFeVab-mFeS65-mFerd9">Jonathan Nalder </a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="378" height="66" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div>
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		<title>Internet der Dinge – Teil 1: Smart Wearables</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/internet-der-dinge-teil-1-smart-wearables-2-140870/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jul 2014 10:38:59 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-1"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Hardware, mit der wir ins Netz gehen und unser digitales Leben navigieren, wird immer kleiner. Doch das ist erst der Anfang. Die Technik ist auf dem Weg in jeden erdenklichen Gegenstand, den wir mit uns tragen. „Wearables“ sind der nächste konsequente Schritt und die Einstiegsdroge ins Internet der Dinge. Grund genug, unsere Sommerreihe damit zu beginnen, ein Produkt vorzustellen, das vielleicht schon in naher Zukunft nicht mehr aus unserem Kleiderschrank wegzudenken ist: das Smart Shirt. Was kann es, was will es und wo soll das noch alles hinführen?</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Beginnen wir also unsere Reise durchs Internet der Dinge bei uns selbst, unserem Körper. Er ist eine bedeutende Datenquelle, an deren Erschließung bereits tüchtig gebastelt wird. Hinter dem Schlagwort „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quantified_Self" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Quantified Self</a>“ verbergen sich zahlreiche Konzepte, Anwendungen und Technologien, die die Generierung personenbezogener Daten be- und vorantreiben. Der Bereich der so genannten „Wearables“ (dt. Tragbares) ist dabei nicht nur ein sehr greifbares Beispiel, entsprechende Produkte sind auch bereits weit fortentwickelt. Für das kommende Jahr <a href="http://www.wsj.de/article/SB10001424052702303491404579389270527635840.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">prognostizieren</a> Studien und Experten den kommerziellen Durchbruch der smarten Begleiter. Die meisten davon zielen darauf ab, in unsere ohnehin schon bestehende Gegenstandswelt integriert zu werden. Ob Armband  oder T-Shirt, alles kann mit der entsprechenden Technologie smart gemacht werden.<br />
Shooting Star unter den „Smart Wearables“ ist mit Sicherheit die digitale Brille „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Glass" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Google Glas</a>“, mit der der Suchmaschinenanbieter in den vergangenen Jahren viel Aufsehen erregte. Doch auch Fitness-Armbänder und Smart-Watches haben in letzter Zeit die Produktangebote erobert und können durchaus als Vorreiter der Entwicklung betrachtet werden. Größen wie <a href="https://www.apple.com/ios/ios8/health/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Apple</a> oder <a href="http://www.nike.com/us/en_us/c/nikeplus-fuelband#1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Nike</a>, aber auch Startups wie <a href="https://jawbone.com/up" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jawbone</a> oder <a href="http://www.golem.de/news/smartwatch-pebble-jetzt-auch-offiziell-in-deutschland-bestellbar-1407-107660.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pebble</a> bieten entsprechende Produkte an, die uns zunehmend und oft unbemerkt im Alltag begleiten. Doch auch diese Innovationen werden letztlich nur einen Übergangsschritt darstellen. Mit so genannten E-Textiles oder Smart Fabrics hat die Industrie bereits den nächsten Schritt vorweggenommen. Die Verarbeitung von Sensorik in Kleidungsstücken eröffnet ganz neue Möglichkeiten der automatisierten Datenerfassung, und das ohne dass der Konsument ein eigenes Gerät dazu bräuchte.<br />
<b>Zur Sache: Was passiert da eigentlich genau?</b><br />
Führende IT-Unternehmen wie der Chip-Hersteller <a href="http://recode.net/2014/05/28/intel-bets-its-smart-shirt-on-the-future-of-wearables-video/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Intel</a> arbeiten bereits seit Jahren an entsprechenden Lösungen, und die ersten Produkte können schon im Vorverkauf erworben werden. So zum Beispiel das „<a href="http://www.omsignal.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Biometric Sweatwear</a>“ von OMSignal. Das Shirt ist noch kein Massenprodukt, kostet stolze 200 Dollar und ist bis dato vor allem als Sportbekleidung konzipiert. In einem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=hMiOmJHXyC4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Werbevideo</a> zeigen die Macher allerdings auch Menschen, die das Shirt wie selbstverständlich unter ihrer  Alltagsgarderobe tragen. Aber was kann es denn nun? Es misst biometrische Daten wie die Herz- und Atemfrequenz, weiß, wie weit ich gelaufen bin und wie viel Stress mir das bereitet hat. Auch der Kalorienverbrauch pro Bewegungs-Session kann dem figurbewussten Nutzer angezeigt werden.<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cityzen-smart-shirt-sensing-fabric-health-monitoring.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-140890 alignnone" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/cityzen-smart-shirt-sensing-fabric-health-monitoring.jpg" alt="cityzen-smart-shirt-sensing-fabric-health-monitoring" width="476" height="268" /></a><br />
Um dies zu ermöglichen, ist das Hightech-Shirt aus leitfähigen Textilien hergestellt, die die Signale der  zahlreichen Mikrosensoren aufnehmen können. Eine kleine schwarze Box von der Größe einer Streichholzschachtel, das Datenmodul, sammelt und sendet kontinuierlich die so gemessenen Daten. Wifi und Bluetooth sei Dank, ist das Shirt auch schnell mit Smartphone und Laptop verbunden oder speichert die Körperdaten einfach direkt in der Cloud. Die Informationen werden von entsprechenden Apps dann nutzerfreundlich aufbereitet und miteinander verglichen, um Erfolgserlebnisse oder Trainingsrückschritte sichtbar zu machen. So entsteht ein kleines Universum aus Hard- und Software, das die eigenen Daten automatisch aktualisiert, auswertet und Hilfestellungen generiert.<br />
<b>Wozu das Ganze?</b><br />
Womit wir beim Nutzen angekommen wären. „Know yourself. Live better“, mit diesem Spruch bewirbt das Startup Jawbone sein Armband „<a href="https://jawbone.com/up" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UP</a>“, das es bereits für 150 Dollar zu erwerben gibt. Das Unternehmen zeigt damit auf, welche Vision hinter den Tech-Klamotten steckt: Mehr Wissen, mehr Lebensqualität? In diesem Sinne ist die Innovation zunächst für Sportler interessant. Dank der fortlaufenden Vermessung der Vitalfunktionen können Trainingseinheiten optimiert werden. Selbstverständlich würden außerdem Informationen über Fortschritte und Trainingserfolge den gewünschten Effekt nicht verfehlen, wirbt der Hersteller, und auch in den sozialen Medien könne man nach Belieben mit den Ergebnissen prahlen. Ein solches Belohnungssystem würde Anreize schaffen, weiter und härter zu trainieren.</p>
<figure id="attachment_140870" aria-describedby="caption-attachment-140870" style="width: 244px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smartshirt1.png"><img decoding="async" class="size-full wp-image-140870 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smartshirt1.png" alt="Smartshirt1" width="244" height="250" /></a><figcaption id="caption-attachment-140870" class="wp-caption-text">Bald auch auf Ihrem Smartphone: Herzfrequenzmessung über das T-Shirt.</figcaption></figure>
<p>Doch Nutzungsmöglichkeiten lassen sich auch im Alltag erschließen. Ist mit meinem Herz alles in Ordnung? Welche Situationen setzen mich besonders unter Druck und welche Maßnahmen helfen mir zur Entspannung? Wie lang und wann sind meine Tiefschlafphasen? Auf diese und ähnliche Fragen versprechen die Anbieter der Wearables eindeutige Antworten.<br />
Spezielles Augenmerk liegt außerdem auf Menschen, die besonderer Fürsorge und Aufsicht bedürfen, wie Kinder und Menschen hohen Alters oder mit Gesundheitsproblemen. Hier kann vor allem im Hinblick auf die Früherkennung von Gesundheitsrisiken ein großes Potenzial der Technologien erschlossen werden. Allerdings sind auch praktische Anwendungen wie der <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Eltern-sollen-ihre-Kinder-mit-Wearable-LG-KizON-ueberwachen-2252571.html?wt_mc=sm.feed.tw.ho" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kindertracker von LG</a> denkbar, mit dem Eltern ihre Zöglinge nicht mehr aus den Augen oder besser dem Radar verlieren können.<br />
Langfristig ist auch hier Vernetzung der Schlüssel zu einer intensiveren Nutzung der Dienste. Ein Musikplayer, der die Songauswahl meinem Puls anpasst; Rezeptempfehlungen, die auf meinen Energieverbrauch und mein Training abgestimmt sind; oder eben ein intelligentes System, das beim Arzt Alarm schlägt, wenn mit meinen Vitalwerten etwas nicht in Ordnung ist. Komfort und Sicherheit, Belohnungsanreize und medizinische Früherkennung, das sind die offenkundigen Vorteile. Im öffentlichen Bereich ist darüber hinaus denkbar, dass Berufsgruppen im Nah- und Fernverkehr oder im Rettungswesen mit entsprechender Funktionskleidung ausgestattet sind, um neue Sicherheitsmechanismen zu implementieren. Der unternehmerische Erfindungsgeist kennt kaum Grenzen: <a href="http://www.blacksocks.com/de-de/smartersocks.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Socken</a>, die sich selbst sortieren? Oder besser <a href="http://www.fitbark.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das Wearable</a> für den Begleiter auf vier Beinen?<br />
<b>Risiken und Nebenwirkungen</b><br />
Doch Spaß beiseite! Mal ganz abgesehen davon, dass unser Körper durchaus über ein eigenes Alarmsystem verfügt, um Verbrauch von Sauerstoff, Wasser und Nahrung zu kontrollieren, und der Fitnesswahn auch seine fragwürdigen Aspekte mit sich bringt: Wohin wird der Trend zur Selbstvermessung noch führen?<br />
Zunächst mal klingen Wörter wie Herzfrequenz, Puls, Sauerstoffsättigung, Blutwerte und Lungenfunktion nicht nur verdächtig nach Hausarztpraxis, sondern sie gehören letztlich auch genau dorthin. Biometrische Daten sind sehr intim und gleichzeitig erfordern ihre Einordnung und Interpretation mehr als eine App auf dem Smartphone. Darüber hinaus lässt sich bezweifeln, wie entsprechenden Messungen ohne Hinterfragen zu vertrauen ist. Spätestens das Versprechen des Armbandes <a href="https://jawbone.com/up" target="_blank" rel="noopener noreferrer">UP</a>, die Stimmung des Trägers erkennen zu können, sollte Zweifel hervorrufen.<br />
Hinterfragen sollten wir außerdem den gesellschaftlichen Umgang mit dieser neuen Quantität und Qualität an personenbezogenen Daten. Aus dem individuellen Drang zur Selbstoptimierung kann schnell ein sozialer Zwang zur rationalen Lebensführung erwachsen, der bestimmte Verhaltensmuster in Konsum, Gesundheitsvorsorge, Arbeitsalltag oder Freizeitgestaltung stigmatisiert. Gesunde oder ökologische Lebensweisen werden hingegen zur gesellschaftlichen Norm erhoben. Selbstverständlich wissen wir bereits jetzt schon, dass zu viel Kaffee ungesund ist und die meisten von uns mehr Sport treiben sollten. Doch nun sehen wir es schwarz auf weiß: Die Verfehlung wird konkret und ebenso ihre Häufigkeit. Verdrängung unmöglich, Konsequenz unausweichlich. Die Freiheit, sich dem zu entziehen, schwindet mit den Möglichkeiten der Aufzeichnung, und deren Verbreitung könnte schneller vonstatten gehen als erwartet.<br />
Zugegeben, die Shirts, die von den Herstellern bislang vorgestellt wurden, muten noch ein wenig futuristisch an und lassen nicht erwarten, dass bald jeder Mensch in entsprechender Mode herumlaufen wird. Früher oder später könnte die Technologie jedoch den Sprung in unsere Alltagsgarderobe schaffen. Auch OMSignal-Mitgründer Stéphane Marceau <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2014/05/25/my-t-shirt-told-me-to-take-a-chill-pill/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">prognostiziert</a>: „In a decade, every piece of apparel you buy will have some sort of biofeedback sensors built in it.” Welche Produkte und Technologien dabei am Ende die Nase vorn haben und ob tatsächlich unsere gesamte Umwelt „versmartet“ werden wird, sollte hinterfragt werden. Klar ist: Die Wege, auf denen unsere Körperdaten in die Geräte und von dort ins Netz gelangen, sind vorgezeichnet, und wir werden einen immensen Anstieg entsprechender, sehr intimer Datenschätze erleben. Eine Debatte darüber, wie es an dieser Stelle damit weiter geht und wie viele und welche Daten es letztlich sein sollen, ist nicht zu vermeiden.</p>
<h3>Alle Teile der Sommerreihe Internet der Dinge:</h3>
<p><strong><em>Einführung:</em> <a title="Internet der Dinge – Leben in der smarten Welt" href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-leben-in-der-smarten-welt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leben in der smarten Welt</a></strong><br />
<strong><em>Teil 2:</em></strong> <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-2-intelligentes-shopping/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Intelligentes Shopping<br />
</strong></a><em><strong>Teil 3: </strong></em><strong><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-3-smart-home-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Home<br />
</a><em>Teil 4:</em><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-4-smart-cars/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Smart Cars</a></strong><br />
<em><strong>Teil 5: </strong></em><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-5-smart-country/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Smart Country</strong></a><br />
<strong><em>Teil 6:</em> <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-6-smart-city/">Smart City</a></strong><br />
<em><strong>Teil 7: <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-7-industrie-4-0/">Industrie 4.0 </a></strong></em></p>
<p>Titelbild: <a href="http://openclipart.org/detail/1693/various-clothing-by-jicjac" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Clipart/Jic Jac</a> (Public Domain)<br />
Bild &#8211; Display: Screenshot aus <a href="https://www.youtube.com/watch?v=MDa_af2pAdo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Video</a><br />
Bild &#8211; T-Shirt:  <a href="http://www.cityzensciences.fr/en#" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cityzen Sciences</a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="378" height="66" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div>
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		<title>Internet der Dinge – Leben in der smarten Welt</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/themen/internet-der-dinge-leben-in-der-smarten-welt-140764/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jakob Werlitz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Jul 2014 09:40:28 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-2"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Das Internet der Dinge ist keine Zukunftsmusik, es ist real. Wir nutzen es bereits tagein, tagaus und es ist absehbar, was uns in naher Zukunft noch bevorsteht. Während die Wirtschaft jubelt, warnen Datenschützer vor den Risiken, die diese Entwicklung mit sich bringt. Doch worum geht es dabei eigentlich genau und was ist so revolutionär daran? Mit unserer diesjährigen Sommerreihe wollen wir den „Dingen“ auf den Grund gehen und das Phänomen aus seiner Dunstwolke ziehen. In mehreren Beiträgen sollen Instrumente, Technologien und Dienste vorgestellt werden, in denen sich die Idee bereits manifestiert.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Buzzwords sind so eine Sache: In den immer unübersichtlicheren und vielstimmigeren Netzöffentlichkeiten sind sie notwendig und verwirrend zugleich. Sie organisieren und ermöglichen einen gemeinsamen Diskurs und verwässern gleichzeitig den Gegenstand, weil sie zu viele Einzelaspekte unter sich vereinigen. Das <b>Internet der Dinge </b>ist ein solches Buzzword. Es schwirrt seit einer gefühlten Ewigkeit durch Kongresse, Artikel und Diskussionsrunden. 1999 von Technik-Pionier Kevin Ashton eingeführt, avancierte der Begriff „Internet of Things“ (IoT) in den letzten Jahren zum „Next Big Thing“ der IT-Branche. Mehr noch, es gilt als Triebfeder einer „<a href="http://www.bmbf.de/de/9072.php">vierten industriellen Revolution</a>“, in deren Folge sich unsere Gegenwartskultur grundlegend umkrempeln wird.<br />
Nicht verwunderlich also, dass sich über das weite Feld technischer Neuerungen, die unter dem Sammelbegriff zusammengefasst werden können, bereits ein Meer an <a href="http://www.itespresso.de/2013/06/25/studie-bis-2020-generiert-das-internet-of-everything-144-billionen-us-dollar/">Verheißungen</a> und Verwünschungen gelegt hat. Es wird munter gewarnt und entwarnt, gefachsimpelt und philosophiert. Doch bei all den Ausblicken und Prognosen kann schnell übersehen werden, dass das Internet der Dinge längst seinen Weg in unseren Alltag, unsere Geräte und Wohnungen gefunden. Die großen IT-Konzerne der Gegenwart haben in entsprechende Technologien <a href="http://www.boersennews.de/nachrichten/videos/siemens-investiert-in-internet-der-dinge/759995">investiert</a>, forschen <a href="http://www.silicon-saxony.de/news/news-detail/archive/2014/january/article/bosch-forscht-fuer-internet-der-dinge-und-dienste.html?tx_ttnews%5bday%5d=07&amp;cHash=ae2962a6a9c50068371760ce0947b82d">selbstständig</a> an entsprechenden Geräten oder <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/google-kauft-nest-labs-fuer-3-2-milliarden-dollar-a-943362.html">kaufen Startups</a> auf. Die technologische Revolution ist in vollem Gange.</p>
<h3>Zur Sache: Was passiert da eigentlich genau?<b> </b></h3>
<p>Bereits Anfang der 1990er Jahre hatte der Informatiker Mark Weiser von „Ubiquitous Computing“ gesprochen. Die Bezeichnung, die sich in der US-Debatte bis heute durchgesetzt hat, bringt das Phänomen auf den Punkt: Rechner, wohin das Auge blickt. Die Idee ist zunächst so einfach wie einleuchtend: Nachdem wir im Web 2.0 unser Leben ins Internet gestellt haben, verlängern wir nun das Internet in die reale Welt. Intelligente Sensoren und eine Netzverbindung machen aus jedem Ding eine potenzielle Datenquelle.<br />
Wo früher Computer und in jüngerer Zeit Mobilfunkgeräte und Tablets die Schnittstellen im globalen Netz darstellten, sind nun Gegenstände die Pfeiler einer umfassenden Struktur. Nahezu jeder Gegenstand kann von nun an senden und empfangen. Cloud-Computing, Apps und Big Data helfen im Weiteren, die generierten Daten zu organisieren, zu verbinden und zu nutzen. Schon heute verwenden wir viele dieser Dienste und profitieren davon, teils ohne es wahrzunehmen. Das Smartphone speichert fortlaufend unseren Aufenthaltsort, das Auto misst die Temperatur, unser iPhone weiß, wie weit wir gelaufen sind, und schließt die Jalousien, wenn es zu hell ist. Während in der öffentlichen Wahrnehmung häufig technische Geräte wie das Smartphone im Vordergrund stehen, reicht das Spektrum an Anwendungsfeldern weit darüber hinaus. Ob in Wirtschaft, Wissenschaft oder öffentlicher Infrastruktur, <a href="http://postscapes.com/what-exactly-is-the-internet-of-things-infographic" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die Nutzungsmöglichkeiten</a> scheinen nahezu unbegrenzt.</p>
<h3>Wozu das Ganze?</h3>
<p>Durch das umfassende Zählen und Aufzeichnen erweitert sich unser Wissen immens. Unser Körper, unser Verhalten, unsere Geräte und unsere Umwelt: Das Internet der Dinge weiß Bescheid. Wir erlangen Statistiken zu beinahe jedem Aspekt unseres Lebens und können immens davon profitieren. Von der Verkehrsführung über die Logistik bis hin zum Stromverbrauch werden viele Bereiche der Wirtschaft und des Alltags transparenter und folglich optimierbar. So können Konsumenten nicht nur Zeit und Geld sparen, sondern auch Ressourcen effizienter genutzt und die Umwelt geschont werden. Durch den Abgleich von Bedarf und Angebot bieten sich auch Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung und optimalen Auslastung von Gebrauchsgütern – <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/trend-sharing-economy-teilst-du-schon-1.1989642">Sharing-Economy</a>. Kundendaten erlauben außerdem angepasste Produkte je nach Geschmack, Physiognomie oder Wohnort.<br />
Mehr als das, birgt die umfassende Vernetzung unserer Gegenstandswelt auch die Möglichkeit, von überall und jederzeit auf diese zuzugreifen. Das Smartphone wird so zur Schaltzentrale über Haus, Auto und Arbeitsplatz. Noch besser wird das Ganze allerdings, wenn sich die Fenster in meinem Haus von alleine schließen, sobald sie Regen registrieren, oder mein Kühlschrank im Alleingang Milch bestellt, sobald sie aus ist. Letztlich geht die Entwicklung genau in diese Richtung: Maschinen kommunizieren untereinander, voll automatisch, und der Mensch muss nicht einmal mehr eingreifen. Interoperabilität ist das Zauberwort und maximaler Komfort die Versprechung.</p>
<h3>Risiken und Nebenwirkungen</h3>
<p>Die Entwicklung steht zunächst in unserem Dienst. Sie macht uns sicherer, schneller, organisierter. Letztlich entsteht auf diese Weise eine virtuelle Struktur, die unbemerkt neben uns existiert, arbeitet und neue Realitäten schafft. Doch wie so oft, gilt auch hier: Nicht alles, was technisch umsetzbar ist, ist auch ethisch vertretbar, und auch darüber hinaus gibt es zahlreiche Einwände.<br />
<i>Privatsphäre:</i> Wenn jedwedes Datum unseres Lebens abrufbar ist, vernetzt und schließlich zu umfassenden Nutzerprofilen zusammengefasst wird, dann werden auch Konzepte wie Anonymität und Privatsphäre grundlegend in Frage gestellt. Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung erhalten vor diesem Hintergrund einen völlig neuen Stellenwert und werden gleichzeitig durch die Technologie herausgefordert wie nie.<br />
<i>Diskriminierung:</i> Versicherungen interessieren sich naturgemäß  immens dafür, wie und wie viel wir essen und uns ernähren, ob wir uns die Zähne putzen oder rauchen, wie wir Auto fahren und ob wir Haus, Auto und Fahrrad angemessen gegen Einbruch und Diebstahl sichern. „<a href="http://www.br.de/themen/ratgeber/inhalt/computer/telefonica-auto-versicherung-100.html">Pay as you Drive</a>“ – Verfahren machen jetzt schon deutlich, wohin die Reise in dieser Hinsicht gehen könnte: Versicherungsprämien orientieren sich an messbaren Datenströmen. Im Rahmen der <a href="http://politik-digital.de/im-netz-der-daten/">Debatte über Big Data-Verfahren</a> wird bereits ausgiebig darüber diskutiert, wo die ethischen Grenzen einer solchen datenbasierten Einordnung liegen.<br />
<i>Entscheidungsfreiheit: </i> Die letzten Bereiche, in denen noch von einer Trennung zwischen materieller Welt und virtueller Sphäre gesprochen werden konnte, werden nun auch von der Digitalisierung ergriffen. Der Bereich dessen, was wir noch verstehen, nachvollziehen und kontrollieren können, ist und wird in diesem Geflecht immer stärker eingeschränkt. Mit der Automation geben wir immer größere und weitreichendere Entscheidungen an Maschinen und Algorithmen ab. Fragen der Verantwortung und Haftung sind hier ebenso zu stellen wie <a href="http://politik-digital.de/big-data-into-the-control/">die Frage nach Handlungsautonomie</a>.<br />
<i>Fremdzugriff</i><i>:</i> Garagentür auf, Alarm aus – Einbrechen leicht gemacht? <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/kuehlschrank-verschickt-spam-botnet-angriff-aus-dem-internet-der-dinge-a-944030.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fälle</a>, in denen die technische Infrastruktur gehackt wurde, haben in der Vergangenheit bereits für Aufsehen gesorgt. Auch in Wirtschaft und Politik wird die Frage nach der Sicherheit und Manipulierbarkeit entsprechender Geräte und Technologien diskutiert. Denn eines ist klar: Mit der Digitalisierung all unserer Alltagsgegenstände erweitern sich die Angriffsfläche für Cyberkriminalität sowie dadurch entstehende Schäden immens.</p>
<h3>Die Sommerreihe „Internet der Dinge“</h3>
<p>Trotz allem: Wirtschaft und Politik können und wollen den Zug nicht verpassen, sondern vielmehr  in voller Fahrt aufspringen. Es geht um Geld, neue Industriezweige, Innovationspotenziale und eine Wachstumsbranche. Die Probleme müssen weiter diskutiert werden, doch sich dem Wandel zu verschließen, ist schier unmöglich. Wir wollen das Internet der Dinge greifbar machen. Mit unserer Sommerreihe werfen wir einen Blick auf Anwendungsfelder und ganz konkrete Produkte. Wir wollen wissen, wie diese technologische Revolution im Kleinen aussieht und funktioniert, was sich verändert und mit welchen Folgen. Was bedeutet es, wenn nahezu mein gesamtes Haus mit Sensoren ausgestattet ist, und was habe ich davon? Was verbirgt sich hinter der „Smart City“ und warum sollte ich intelligente Unterwäsche tragen? Die nächsten Wochen werden es zeigen.</p>
<h3>Alle Teile der Sommerreihe Internet der Dinge:</h3>
<p><strong><em>Teil 1</em></strong>: <strong><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-1-smart-wearables/">Smart Wearables</a></strong><br />
<strong><em>Teil 2:</em></strong> <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-2-intelligentes-shopping/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Intelligentes Shopping<br />
</strong></a><em><strong>Teil 3: </strong></em><strong><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-3-smart-home-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Home<br />
</a><em>Teil 4:</em><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-4-smart-cars/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Smart Cars</a></strong><br />
<em><strong>Teil 5: </strong></em><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-5-smart-country/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Smart Country</strong></a><em><strong>Teil 6: </strong></em><a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-6-smart-city/"><em><strong>Smart City</strong></em></a><br />
<em><strong>Teil 7: <a href="http://politik-digital.de/internet-der-dinge-teil-7-industrie-4-0/">Industrie 4.0 </a></strong></em><br />
Bild: <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png">deviantart/dadallone</a>  (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 3.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="378" height="66" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
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		<title>Rückblick SXSW 2013: Techniktrends und Politik</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Mar 2013 10:24:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wilkommen bei der SXSW – der größten und bedeutendsten Technologie-Messe. Wo Startups und neue Spielereien das Licht der Welt erblicken [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Al-Gore-auf-dem-SXSW-Gui-Ambros-cc-by-nc-sa-3.0.jpg"><img decoding="async" alt="&quot;Al" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Al-Gore-auf-dem-SXSW-Gui-Ambros-cc-by-nc-sa-3.0-630x389.jpg" /></a>Wilkommen bei der SXSW – der größten und bedeutendsten Technologie-Messe. Wo Startups und neue Spielereien das Licht der Welt erblicken und alte Haudegen vor einer „hacked democracy“ warnen. Adrian Rosenthal und Lucas Mohr waren auf der South by Southwest (SXSW) und haben sich die aktuellen Trends im Bereich der politischen Kommunikation angeschaut. Ein Bericht aus Tausend und einer App.<br />
Die vielleicht wichtigste Veranstaltung im Bereich digitaler Kommunikation, die South by Southwest (kurz SXSW), findet jedes Jahr Anfang März in Austin, Texas statt. Was ursprünglich als Festival zur Förderung lokaler Bands und Filmemacher begann, ist heute als Geburtsstunde bekannter Startups wie Twitter und Foursquare bekannt und hat dieses Jahr mehr als 25.000 Besucher angezogen. Das Besondere an der <a href="http://sxsw.com">SXSW</a> ist dabei sicherlich der weltweit einzigartige Mix aus klassischer Konferenz, vielen Sessions mit großer Themenbreite und unzähligen Networking-Gelegenheiten mit Leuten aus der ganzen Welt. Für uns ein Grund, um uns auf die Suche nach neuen Trends, Startups und interessanten Diskussionen und Akteuren zu begeben – natürlich auch aus dem Bereich politischer Kommunikation.<br />
Wer war da, was gab es zu sehen? Ex-Vizepräsident Al Gore gab sich die Ehre, Data-Guru Nate Silver hielt eine der Keynotes, und auch Cory Booker, der Bürgermeister von Newark und aktuell einer der größten Hoffnungsträger der US-Demokraten, ließ sich in einer Podiumsdiskussion zu seiner Rolle als <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP16125">„New Media Politician“</a> befragen. Zac Moffatt, der Digitalchef der Romney-Kampagne, sprach auf einem Panel unter anderem mit dem Chef-Datenanalysten der Obama-Kampagne Dan Wagner über die Bedeutung von Big Data mit Blick auf Wähleransprache im letzten US-Wahlkampf. Den Gründer des <a href="http://personaldemocracy.com/">Personal Democracy Forums</a> Andrew Rasiej, trifft man dann abends nach den Workshops entspannt auf ein Bier auf einer der zahlreichen Networking-Partys. Daneben gab es weitere Veranstaltungen, auf denen Vertreter von NGOs, Regierungen oder Agenturen über Themen wie <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP12986">Digital Diplomacy</a> oder <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP3470">Crowdsourcing für kommunale Haushalte</a> sprachen und dabei zumeist auch das Publikum mit einbezogen.<br />
Im Fokus der SXSW standen aber natürlich – zum Teil wiederkehrende – Trends. Von der <a href="http://www.google.com/glass/start/">Google-Brille</a> über <a href="http://www.engadget.com/2013/01/08/samsungs-evernote-ready-t9000-smart-fridge-hands-on/">smarte Kühlschränke</a> bis zu dem Gerücht von einer <a href="http://www.theverge.com/2013/3/4/4062448/apple-watch-will-run-ios-and-arrive-later-this-year-say-sources">Apple-Uhr</a> – neue Technologien zeigen, dass auch der Alltag immer mehr von der digitalen Welt durchdrungen wird – und das zu jeder Zeit und an jedem Ort.<br />
Aber konzentrieren wir uns hier lieber auf Trends und Persönlichkeiten, die auch für die politische Kommunikation im Social Web von Bedeutung sind, denn hier hatte die SXSW einiges zu bieten.</p>
<h3>Alles wird Mobil und lokal – auch für die Politik</h3>
<p>Ein Trend, der vielleicht schon keiner mehr ist, aber insbesondere im Ausstellungsbereich der SXSW sehr präsent war, kann unter dem Stichwort SoLoMo (SocialMobileLocal) zusammengefasst werden. Die große Mehrheit der dort vorgestellten Produkte waren Mobile-Apps oder zumindest auf den mobilen Bereich ausgelegte Websites. Die Palette an Angeboten reichte von interaktiven <a href="http://www.aurasma.com/#/whats-your-aura">Augmented Reality Apps</a> über Kontaktvermittlungen im unmittelbaren Umfeld bis hin zu spielerischen Apps. Der mobile Bereich wird immer mehr zum Hauptspielplatz des Internets und verknüpft die virtuelle Welt mit der realen. Obwohl die gezeigten Apps kaum bis wenig Bezug zu politischer Kommunikation hatten, sind die anwesenden Strategen und Politikberater sicher sehr aufmerksam über die Fachmesse gegangen. Denn bereits im letzten US-Präsidentschaftswahlkampf spielte der mobile Sektor eine wichtige Rolle. Nicht nur für das Fundraising, sondern auch mit Blick auf das <a href="http://politik-digital.de/praesidentschaftswahl-2012-konferenz-zu-us-kampagnentrends/">Targeting</a>. Die Inspiration für neue Wahlkampf-Apps kommt von den taktangebenden Startups, die jedes Jahr auf der SXSW ausstellen.</p>
<h3>Big und Open Data &#8211; Die Amerikaner machen den nächsten Schritt</h3>
<p>Erst jüngst ist in Deutschland mit <a href="https://www.govdata.de/">GovData</a> ein Portal gestartet, das offene Regierungsdatendatensätze frei zugänglich macht. In den USA ist dies mit <a href="http://www.data.gov/">data.gov</a> bereits seit einigen Jahren möglich. Hier beschäftigt man sich aktuell eher mit der Frage, was man tun kann und muss, um die Beteiligung der Bürger weiter zu intensivieren. Zum einem sind <a href="http://challenge.gov/search?cat=155">Wettbewerbe</a> hilfreich, zum anderen gibt es Überlegungen, einen finanziellen Anreiz zu schaffen. Unternehmen und Startups, aber auch NGOs oder Einzelpersonen können sich künftig als Dienstleister bei der amerikanischen Regierung bewerben und werden bei Bedarf mit einzelnen Projekten beauftragt.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lucas-Mohr-und-Adrian-Rosenthal-21.jpg"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-127882" alt="Lucas Mohr und Adrian Rosenthal 2" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Lucas-Mohr-und-Adrian-Rosenthal-21-195x119.jpg" width="195" height="119" /></a><strong>Lucas Mohr</strong> leitet im Berliner Büro von <a href="http://www.ketchum.com/de/ketchum-pleon-germany">Ketchum Pleo</a>n die Digital-Unit.<br />
<strong>Adrian Rosenthal</strong> ist Head of Digital and Social Media bei<a href="http://www.mslgroup.de/"> MSL Germany</a>.<br />
Zusammen besuchten beide dieses jahr die SXSW in Austin. Zudem bloggen sie auf <a href="http://www.amerikawaehlt.de/">amerikawaehlt.de</a> über digitale Trends und aktuelle Entwicklungen im Online-Campaigning mit einem Fokus auf US-Wahlkämpfe.</div></div><br />
Der größere Anteil der Sessions und Keynotes auf der SXSW beschäftigte sich aber mit dem Thema Big Data. Natürlich versuchen Unternehmen, mit den von ihnen gesammelten Daten weitreichende Erkenntnisse über ihre Zielgruppen und Konsumenten zu bekommen, um so zum Beispiel ihren Social Media-Content zu optimieren. Für die Politik sind die Daten und die Analyse dieser aber mindestens ebenso wichtig. Während Romneys Big Data Project Orca floppte, hatte Obamas Programm mit dem Namen <a href="http://www.slate.com/articles/news_and_politics/victory_lab/2012/02/project_narwhal_how_a_top_secret_obama_campaign_program_could_change_the_2012_race_.html">Narwhal</a> eine wichtige Bedeutung. Daher wurde die <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP15588">„Big Data Democracy: The Rise of Analytics“</a> vielfach auf der SXSW diskutiert und immer wieder wurde die bedeutende Rolle von Big Data vor allem für zukünftige Wahlkämpfe hervorgehoben. Das hat auch der allseits geschätzte Ober-Data-Nerd Nate Silver in seiner <a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP15875">Keynote</a> noch einmal betont, wobei er vor allem darauf einging, wie man Umfragen richtig deutet bzw. akkumuliert und damit das Verhalten der Wählerschaft einigermaßen verlässlich voraussagen kann. Hier müssen die Republikaner deutlich aufholen in kommenden Wahlkämpfen, und es wird spannend zu beobachten sein, wie sie das anstellen wollen.</p>
<h3>Crowdfunding als Chance für öffentliche Einrichtungen</h3>
<p>Crowdfunding ist derzeit in aller Munde und bislang vor allem aus dem <a href="http://www.kickstarter.com/projects/597507018/pebble-e-paper-watch-for-iphone-and-android">Kreativ- und Produktbereich</a> bekannt. Einen interessanten Ansatz, wie auch staatliche Einrichtungen Crowdfunding für sich nutzen können, zeigte die Veranstaltung &#8220;<a href="http://schedule.sxsw.com/2013/events/event_IAP984">Can Crowdfunding Save Local Government Budgets?</a>&#8220;. Die Idee ist relativ simpel: Staatliche Einrichtungen oder die Bürger stellen auf einer Plattform wie <a href="http://citizinvestor.com/">Citizinvestor</a> oder <a href="http://spacehive.com/">Spacehive</a> ein Projekt ein und rufen zur Spendenbeteiligung auf. Bei den Projekten handelt es sich meist um kleine lokale Initiativen wie den <a href="http://www.publicservice.co.uk/news_story.asp?id=19279">Bau eines Gemeindezentrums</a> oder das Pflanzen von Bäumen. Eine Chance, nicht nur Geld einzusammeln, sondern auch für Aufmerksamkeit und Transparenz beim Verbleib von Geldern zu sorgen. Einige offene Fragen bleiben allerdings, zum Beispiel die der Legitimation. Denn warum sollten Bürger noch zusätzliches Geld zur Verfügung stellen, wenn sie doch bereits Steuern zahlen? Weiterführende Informationen zum Thema gibt es auf der Webseite von <a href="http://www.ethanzuckerman.com/blog/2012/08/10/how-do-we-make-civic-crowdfunding-awesome/">Ethan Zuckerman</a>.</p>
<h3>Cory Booker &#8211; Der New Media-Politiker</h3>
<p>Obwohl die Keynote-Unterhaltung zwischen Al Gore und <a href="http://allthingsd.com/author/walt/">Walter Mossberg</a> über Gores neues Buch „The Future: Six Drivers of Global Change“ interessant war, hat Newarks Bürgermeister Cory Booker ihm doch die Schau gestohlen. Während Gore vor einer „hacked democracy“ warnte, in der zu viel Macht in den Händen einiger Mächtiger konzentriert sei, sprach der demokratische Hoffnungsträger Cory Booker sehr persönlich und anschaulich über seine Nutzung sozialer Medien. Booker, der übrigens auch als <a href="http://techland.time.com/2013/03/12/cory-booker-sxsw/">SXSW Speaker of the Year</a> ausgezeichnet wurde, nutzt vor allem Twitter (auf das ihn tatsächlich erst Ashton Kutcher brachte), um mit seinen Wählern in direktem Kontakt zu bleiben. Für ihn ist Twitter in erster Linie keine nationale Diskussionsplattform, um mit anderen Politikern zu streiten, sondern dezidiert ein lokales Beteiligungstool, bei dem vor allem Transparenz und Authentizität zählen würden.</p>
<h3>Startups und Politik</h3>
<p>Dass sich auch Tech-Firmen und Startups immer stärker in Wahlkämpfe einbringen, konnte man bereits im jüngsten US-Wahlkampf gesehen, bei dem sowohl Google als auch Facebook sowie ihre Mitarbeiter wichtige Wahlspender waren. Zudem haben diese Unternehmen unter dem Damoklesschwert von SOPA, PIPA und Co. ihr Lobbying extrem professionalisiert, da sie mehr und mehr von politischen Entscheidungen mit Hinblick auf Themen wie Datenschutz betroffen sind. Auf der SXSW bot der republikanische Senator Jerry Moran auf seinem Panel „Why Public Policy Should Matter to Your Startup“ eine Plattform, um mit Vertretern von Startups über deren Herausforderungen für die Politik zu diskutieren. Dabei sprachen Moran und seine Gesprächspartner über ein breites Themenspektrum von Datenschutz bis hin zur Reform des Einwanderungsrechts speziell für Fachkräfte, die dringend von Startups benötigt werden. Moran ist zudem einer der Sponsoren des <a href="http://www.techdirt.com/blog/innovation/articles/20130213/01150321959/third-times-charm-startup-act-30-introduced-this-time-with-infographic.shtml">Startup Act 3.0</a>, einem Gesetzesentwurf, der Startups unter anderem bei der Anwerbung von Fachkräften helfen soll.<br />
Politische Kommunikation im Social Web ist mittlerweile auf jeden Fall ein fester Bestandteil der SXSW geworden und zieht daher auch immer <a href="http://pandodaily.com/2013/03/11/republicans-and-keg-stands-at-this-years-sxsw-tech-and-politics-collide/">mehr Politiker an.</a> Wir sind gespannt auf das kommende Jahr – und überlegen mittlerweile, wie wir die Reise zum <a href="http://personaldemocracy.com/">Personal Democracy Forum</a> Anfang Juni in New York organisieren können.<br />
Bild: Gui Ambros (cc by-nc-sa 3.0)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>Bundesregierung eröffnet eigenen Appstore</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Germar Molter]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Nov 2012 16:58:02 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bundesregierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit GovApps ist seit wenigen Tagen eine App-Plattform der Bundesregierung online, die Apps staatlicher Einrichtungen zur Verfügung stellt. Der Schwerpunkt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/bundesregierung-eroeffnet-eigenen-appstore/smartphone-2/" rel="attachment wp-att-123220"><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-123220" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smartphone1-630x418.jpg" alt="Smartphone liegt auf einem Tisch" width="630" height="418" /></a>Mit GovApps ist seit wenigen Tagen eine App-Plattform der Bundesregierung online, die Apps staatlicher Einrichtungen zur Verfügung stellt. Der Schwerpunkt liegt auf dem regionalem Bezug und dem Datenschutz.</p>
<p>Die Plattform steht auch privaten Anbietern offen, sofern die kostenlosen oder gebührenpflichtigen Apps einen „Nutzen für die Allgemeinheit“ haben. Was dies bedeutet, soll in den nächsten Monaten evaluiert werden.</p>
<p>Vorteile des <a href="http://www.govapps.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">neuen App-Marktplatzes</a> sollen die Sortierung nach Regionen in Deutschland (z.B. nach Bundesländern) und ein hohes Datenschutzniveau sein. Zu einem späteren Zeitpunkt wird auch die Überprüfung der Apps auf Malware oder eine Zertifizierung der Apps erwogen. Die Plattform will Verbraucher bei ihrer Auswahl von Apps unterstützen, indem sie hilft, vertrauenswürdige von nicht-vertrauenswürdigen Apps zu unterscheiden.</p>
<p>Jens Fromm vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS), das die Plattform im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik entwickelt hat, wies gegenüber politik-digital.de darauf hin, „dass die Entwickler ihre Apps nicht bei GovApps hochladen, sondern weiterhin über die klassischen App-Stores vertreiben“. Auf GovApps können sie jedoch weitergehende Informationen liefern und ihre regionale Ausrichtung stärker hervorheben. „Zusätzlich müssen Informationen zum Datenschutz bei uns hinterlegt werden“, so Fromm weiter.</p>
<p>Die Bundesregierung folgt damit einem Trend, dem auch andere Länder wie die <a href="http://apps.usa.gov/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Vereinigten Staaten</a> folgen: Das Angebot an Apps und Marktplätzen für Apps wird vielseitiger. Wie es genutzt wird, entscheiden letztlich die Verbraucher.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-121978 alignleft" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Wie Apps die Welt verändern wollen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Schumacher]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Jul 2012 09:49:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Apps]]></category>
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		<category><![CDATA[New York Civil Liberties Union]]></category>
		<category><![CDATA[UNICEF]]></category>
		<category><![CDATA[NGO]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer kennt sie nicht: Apps, die das tägliche Leben beeinflussen? Ob Straßenkarten, Restaurant-Kritiken oder Fahrplanauskünfte &#8211; Apps sind moderne Helferlein. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wie-apps-die-welt-veraendern-wollen/6794795074_579ee82486_b/" rel="attachment wp-att-119690"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-119690" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/6794795074_579ee82486_b-e1343723831424.jpg" width="630" height="418" /></a><br />
Wer kennt sie nicht: Apps, die das tägliche Leben beeinflussen? Ob Straßenkarten, Restaurant-Kritiken oder Fahrplanauskünfte &#8211; Apps sind moderne Helferlein. Doch können sie auch etwas verändern? Wenn man ehrlich ist, sollen sie unser Leben vor allem bequemer machen. politik-digital.de hat sich vier Apps angeschaut, die das Prädikat „weltverbessernd“ verdient haben. Denn auch Weltverbesserer nutzen Smartphones.</p>
<p><strong>Alles in einem: Cause.it verbindet Freiwillige, Organisationen und Geschäfte</strong></p>
<p>Nicht die Verbesserung der Welt, aber die Verbesserung des Gemeinschaftslebens in Kommunen verspricht die neue App <a title="Cause.it" href="http://cause.it/">&#8220;Cause.it&#8221;</a>. Damit sollen Wohltäter Rabatte bei lokalen Händlern bekommen, wenn sie freiwillig ihre Zeit oder Social Media-Konten für gemeinnützige Organisationen “spenden“. Eine Win-Win-Win-Situation, da nicht nur die NGOs davon profitieren, sondern auch Geschäfte, die neue Kunden gewinnen, und außerdem Freiwillige, die mit ihren Aktionen Gutes tun können. Der Grundgedanke, der hinter der Entwicklung dieser App steckt, ist die Zusammenführung von Freiwilligen, gemeinnützigen Organisationen und kleinen Geschäften zur Verbesserung der Gemeinschaft lokaler Gemeinden.</p>
<p>Nutzer von &#8220;Cause.it&#8221; können zwischen zwei Handlungen unterscheiden: zum einen &#8220;say cause&#8221;, womit sie zum Beispiel über eine gemeinnützige Organisation twittern sollen und zum anderen &#8220;do cause&#8221;, womit sie beispielsweise Bäume pflanzen oder Essen aus Supermärkten abholen und gemeinnützigen Organisation bringen können. Mit beiden Aktivitäten lassen sich Punkte sammeln, die der Freiwillige dann nutzen kann, um Rabatte bei lokalen Händlern zu erhalten.</p>
<p><strong>UNICEF: Schuldeneintreibung für einen guten Zweck</strong></p>
<p>Wer kennt das nicht? Man leiht einem Freund oder Kollegen kleinere Geldbeträge, weil er gerade kein Bargeld dabei hat. Eine freundschaftliche Geste, die nicht selten in Vergessenheit gerät. Die App <a title="Repay for Good" href="http://www.unicef.de/presse/2011/repay-for-good/">&#8220;Repay for Good&#8221;</a>, die vergangenes Jahr von UNICEF-Deutschland veröffentlicht wurde, will genau das verhindern, allerdings nicht zum Wohl des Gläubigers, sondern fürs Gemeinwohl.</p>
<p>Denn diese Mini-Schulden, die viele vergessen, können in einigen Teilen der Welt eine große Hilfe bedeuten. &#8220;Repay for Good&#8221; bittet nämlich den Schuldner per SMS oder E-Mail, das ausstehende Geld direkt an UNICEF zu spenden. Der Gläubiger kann mit der App im Vorfeld sogar aussuchen, welches UNICEF-Projekt mit dem Geld unterstützt werden soll. Eine gute Alternative, um Schulden einzutreiben. So können sich in Zukunft nicht nur Mini-Gläubiger, sondern auch Mini-Schuldner bei Rückzahlungen gut fühlen.</p>
<p>[youtube http://www.youtube.com/watch?v=q4cHiI_QE0s&amp;feature=player_embedded#!;w=630&amp;h=340]</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Bürgerrechtler-App: Stop &amp; Frisk Watch </strong></p>
<p>Das ist Bürgerrechtsüberwachung 2.0: Die App <a title="Stop and Frisk Watch" href="http://www.nyclu.org/app">&#8220;Stop &amp; Frisk Watch&#8221;</a> der NGO New York Civil Liberties Union (NYCL) soll Polizeikontrollen überwachen und so rechtswidrige oder rassistische Überprüfungen verhindern beziehungsweise dokumentieren. Bisher nur in New York City verfügbar, soll die Überwachungs-App dazu dienen, polizeiliche Kontrollmaßnahmen flächendeckend zu dokumentieren und andere Nutzer warnen, wenn eine Kontrolle im Gange ist.</p>
<p>Die App besteht aus drei primären Funktionen: 1. Durch das Filmen wird der Vorgang dokumentiert und nach Beendigung automatisch ans NYCL geschickt, 2. Nutzer werden mithilfe der App vor Polizeikontrollen gewarnt, 3. Berichterstattung von Polizeiinteraktionen. Dazu besitzt die App einen &#8220;Kenne deine Rechte&#8221;- Bereich, in dem die Bürger sich über ihre Rechte informieren können, wenn sie mit der Polizei konfrontiert werden.</p>
<p>Die Bürgerrechtler-App &#8220;Stop &amp; Frisk Watch&#8221; könnte für Aufsehen sorgen, denn in den USA werden immer noch viele Bürger Opfer rechtswidriger Kontrollen. Insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund sind davon betroffen. Ein neues Mittel, um auf diese Rechtswidrigkeit zu reagieren.</p>
<p><strong>Charity Miles: Gutes tun beim Training</strong></p>
<p>Immer mehr Menschen begeistern sich für den Laufsport. Man hat den Eindruck, dass mittlerweile jede kleinere Stadt einen Marathon-Lauf ausrichtet. Wenn man schon tagtäglich die Kilometer zählt, warum nicht für einen guten Zweck? Die App <a title="Charity Miles" href="http://www.charitymiles.org/">&#8220;Charity Miles&#8221;</a> will das nun ermöglichen. Athleten wie Hobby-Läufer können in den USA mit der App 25 Cent pro Meile für neun verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen(z.B. Feeding America oder Autism Speaks) &#8220;erlaufen&#8221;. Auch Radfahrer können sich beteiligen, bekommen aber nur 10 Cent pro Meile.</p>
<p>Die erlaufenen Beträge zahlen verschiedene amerikanische Unternehmen an die Organisationen. Damit wird man als Läufer nicht nur zum Wohltäter, sondern die Unternehmen können auf besondere Weise mit den Konsumenten in Verbindung treten. Hilfsbereitschaft funktioniert mit &#8220;Charity Miles&#8221; auch sportlich.</p>
<p>Die Apps zeigen, dass neue Wohltätigkeitskonzepte durchaus Erfolg versprechen. Insbesondere die junge Generation wird damit angesprochen. Aufpassen muss man ein wenig bei den Apps, die massiv von Unternehmen unterstützt werden. Natürlich kann man zum Beispiel mit &#8220;Charity Miles&#8221; etwas Gutes tun, allerdings stehen die Kundengewinnung und das Prestige der spendenden Firma dabei im Vordergrund. Nichtsdestotrotz zeigt die Kreativität der Entwickler das enorme Potential von Apps &#8211; auch im Bereich der Gemeinnützigkeit.</p>
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		<title>(Mobile) Preisträger gesucht</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 16:44:28 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Grimme-Online-Award]]></category>
		<category><![CDATA[klicksafe]]></category>
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					<description><![CDATA[In wenigen Tagen geht es los: Nominierungen für den Grimme Online-Award 2012 sind gefragt. Nachdem im vergangenen Jahr unter anderem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-6212" title="Grimme-Institut" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/grimme-institut.jpg" alt="" />In wenigen Tagen geht es los: Nominierungen für den Grimme Online-Award 2012 sind gefragt. Nachdem im vergangenen Jahr unter anderem das Wiki-Projekt GuttenPlag“ zu den Preisträgern zählte, werden bis Mitte März erneut innovative Projekte in vier Kategorien gesucht, darunter erstmals auch Smartphone-Anwendungen.</p>
<p>Malte Spitz mit seinem „<a href="http://www.zeit.de/datenschutz/malte-spitz-vorratsdaten" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verräterischen Handy</a>“ zählte in der Vergangenheit ebenso zu den Preisträgern wie das „<a href="http://www.lawblog.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">LawBlog</a>“ von Rechtsanwalt Udo Vetter oder das Informationsportal „<a href="http://www.irights.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">iRights.info</a>. Websites oder digitale Projekte mit einem besonders innovativen Ansatz oder herausragender journalistischer Leistung werden auch im Jahr 2012 wieder mit dem „<a href="http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=7" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Grimme Online-Award</a>“ prämiert.</p>
<p>Mit einer wesentlichen Neuerung tragen die Veranstalter jedoch den Entwicklungen auf dem stetig wachsenden Markt für Smarthone-Anwendungen Rechnung. Neben „klassischen“ Internetangeboten können erstmals auch Apps nominiert werden. &#8220;Wir möchten den Wettbewerb öffnen für Apps, die plattformübergreifend verfügbar sind, sich an die allgemeine Öffentlichkeit richten und besondere publizistische Qualität aufweisen&#8221;, so die Begründung von Friedrich Hagedorn vom Grimme-Institut. Die vorgeschlagenen Apps müssen den bekannten Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie der Kategorie „Spezial“ zuzuordnen sein.</p>
<p>Mit den Neuerungen &#8211; auch publizistische Einzelleistungen im Netz sollen eine stärkere Bedeutung bekommen &#8211; wolle man „auf der Höhe der Zeit“ sein, wie der Direktor des Grimme-Instituts Uwe Kammann verlauten ließ.</p>
<p><strong>Ende der Nominierungsphase am 15. März</strong></p>
<p><strong></strong>Die Nominierungsphase beginnt am 15. Januar. Internetnutzer und Anbieter sind dann aufgerufen, bis zum 15. März 2012 ihre Vorschläge einzureichen.  Am 8. Mai 2012 wird das Grimme-Institut die Nominierten bekanntgeben. Anschließend besteht für die Öffentlichkeit die Möglichkeit, über den Gewinner des Publikumspreises mitzubestimmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die diesjährige Preisverleihung findet mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stadt Köln sowie zahlreicher weiterer Partner aus der Medien- und Kreativindustrie am 20. Juni 2012 im Rahmen des <a href="http://www.medienforum.nrw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Medienforum NRW</a> in Köln statt.</p>
<p><strong>EU-Inititaive „klicksafe“</strong></p>
<p><strong></strong>Dort werden ebenfalls die Gewinner des &#8220;klicksafe-Preises für mehr Sicherheit im Internet&#8221; präsentiert werden. Hierbei handelt es sich um eine Initiative, die in Kooperation mit der Stiftung „Digitale Chancen“ Angebote und Projekte prämiert, die in vorbildlicher Weise einen sicheren Umgang im und mit dem Internet fördern“, wie es im Pressetext heißt. Auch für den <a href="http://www.digitale-chancen.de/klicksafepreis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">klicksafe-Award</a> könen vom 15. Januar bis 15. März 2012 Vorschläge eingereicht werden.<strong></strong></p>
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