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	<title>Arabische Welt &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Arabische Welt &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Interkultureller Dialog auf qantara.de</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Charlie Rutz]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 15:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Revolution]]></category>
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					<description><![CDATA[<img width="141" height="89" align="left" src="/sites/politik-digital.de/files/qantara-logo.png" />Das Onlineportal qantara.de will die Verständigung zwischen Orient und Okzident fördern. Die in Europa um sich greifende Islamfeindlichkeit zeigt, dass solch ein Anliegen wichtiger denn je ist.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/qantara-logo.png" alt="" width="141" height="89" align="left" />Das Onlineportal qantara.de will die Verständigung zwischen Orient und Okzident fördern. Die in Europa um sich greifende Islamfeindlichkeit zeigt, dass solch ein Anliegen wichtiger denn je ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am kommenden Sonntag jähren sich die Terroranschläge von 9/11 zum zehnten Mal. Diese schrecklichen Ereignisse, aber auch die Folgen des später von US-Präsident George W. Bush ausgerufenen „War on Terror“ verstärkten das Misstrauen und die Konflikte zwischen westlicher und arabischer Welt, zwischen Christen und Muslimen. Im Westen bildete sich in der Folge eine zunehmende Islamfeindlichkeit heraus – diesen Entwicklungen zum Trotz zeigen die jüngsten Ereignisse der Arabischen Revolution, dass die überwiegende Mehrheit der Menschen in arabischen Ländern nicht religiösen Fanatikern und Extremisten folgt, sondern frei von staatlicher Diktatur und religiösem Fanatismus leben will. Zum Thema 9/11 und dem vermeintlichen Graben zwischen Christen und Muslimen erschien auf dem Online-Projekt der Deutschen Welle <a href="http://de.qantara.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">qantara.de</a> aktuell ein <a href="http://de.qantara.de/Gehasst-gefuerchtet-missverstanden/17094c17595i1p8/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">interessanter Artikel</a> des SZ-Journalisten Matthias Drobinski, in dem er resümiert, dass „der Dialog zwischen Christen und Muslimen im Westen […] um einige Illusionen ärmer, aber […] auch ehrlicher und intensiver geworden“ sei und die Umwälzungen in der arabischen Welt „dem Kampf um die humane Seite der Religion mehr helfen [könnten] als der Tod Osama bin Ladens“.</p>
<p>Das Wort Qantara ist arabisch und heißt übersetzt Brücke. In diesem Sinne soll das Portal einen Raum für konstruktive Debatten über Gemeinsamkeiten sowie Kontroversen zwischen westlicher und arabischer Welt eröffnen: und zwar mehrsprachig. Zuletzt hatte die menschenverachtende Tat von Anders Brevik in Oslo eine neue Debatte über die grassierende Islam- und Ausländerfeindlichkeit in Europa ausgelöst. Politiker wie der Niederländer Gert Wilders oder Online-Plattformen wie „Politically Incorrect“ (PI-News) lassen diesbezüglich <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2011/07/27/pi-news-der-hassblog-der-rechtspopulisten_6714" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tief in die Gedankenwelt</a> des modernen europäischen Rechtspopulismus blicken. Solch radikalem Gedankengut ist am besten mit einem möglichst direkten und vorurteilsfreien interkulturellen Dialog zu begegnen. Dazu will auch qantara.de beitragen. <a href="http://www.auswaertiges-amt.de/sid_87390D703C4A70E4089D86D66024C17E/DE/Aussenpolitik/KulturDialog/InterkulturellerDialog/ERI/ProjekteMedien/Qantara_node.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Auf Initiative des Auswärtigen Amtes</a> ging das Portal erstmals im März 2003 online. Als gemeinsame Träger von qantara.de fungieren seitdem die Deutsche Welle (DW), das Goethe-Institut (GI), die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5489837,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der Anspruch des Portals</a> ist eine fundierte und ausgewogene Berichterstattung zu unterschiedlichen Themen aus der islamischen bzw. arabischen Welt: von der &#8220;EU-Tauglichkeit&#8221; der Türkei über den Karikaturenstreit bis hin zur Rolle der Frauen im Islam.</p>
<p>In einem <a href="http://de.qantara.de/Internet/291b102/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">eigenen Dossier</a> wird in der deutschsprachigen Ausgabe die Rolle des Internet in der arabischen Welt unter die Lupe genommen, wobei der letzte Artikel, der sich mit Bloggern in der arabischen Welt beschäftigt, schon etwas älter ist (Dezember 2010) und zu den Entwicklungen der vergangenen Monate dort noch kein Beitrag erschien. Hier hätte man aktuelle Beiträge über die zentrale Rolle, die Internet und soziale Medien für die Arabische Revolution gespielt haben, erwartet. Allerdings wird darauf in Beiträgen eines eigenen <a href="http://de.qantara.de/Arabischer-Fruehling/78b18/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dossiers „Arabischer Frühling“</a> eingegangen: <a href="http://de.qantara.de/Wir-gehen-nicht-zurueck-in-unsere-Kuechen/16412c16624i1p419/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie in diesem Interview</a> mit der tunesischen Bloggerin Lina Ben Mhenni. Ein <a href="http://de.qantara.de/Vielfalt-des-Aufstands/17084c17585i0p93/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">informativer aktueller Beitrag</a> zum Arabischen Frühling ist z.B. „Vielfalt des Aufstandes“, der sich mit der syrischen Oppositionsbewegung auseinandersetzt. Hier zeigt sich auch die Stärke der Webseite: die Bereitstellung tiefergehender und komplexer Analysen.</p>
<p>In einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FcOD_mmeQLQ" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview vom August 2011</a> erklärt der Redaktionsleiter von qantara.de Loay Mudhoon: „quantara.de leistet seit fast sieben Jahren einen wichtigen Beitrag zur Verständigung und Annäherung der Kulturen. […] quantara.de ist ein Debattenportal, eine offene Dialogplattform für alle möglichen Autoren und Beiträge. Das wichtigste ist dabei, dass man kritisch sein sollte, allerdings ohne Hetze und Pauschalisierung.“ Ein großer Vorteil von Portalen wie qantara.de sei es, dass diese ohne kommerziellen Druck und fern von medialen Gesetzmäßigkeiten, die auf sensationsorientierten Journalismus setzen, agieren könnten.</p>
<p>Im Disclaimer von qantara.de wird darauf verwiesen, dass verschiedene Positionen, die dort präsentiert werden, nicht die Haltung von Redaktion oder Träger widerspiegeln. Es gehört also zum redaktionellen Selbstverständnis von qantara.de, keine explizite Sichtweise vorzugeben. Dass dies mitunter schwierig umzusetzen ist, zeigt ein Vorfall aus dem Jahr 2008, der <a href="http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=2068" target="_blank" rel="noopener noreferrer">bei haGalil.com</a> dokumentiert wurde und über den die <a href="http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/2944" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jüdische Allgemeine berichtete</a>. Damals hatte die Redaktion von qantara.de <a href="http://de.qantara.de/wcsite.php?wc_c=3798" target="_blank" rel="noopener noreferrer">einen Beitrag</a> des israelisch-deutschen Journalisten Igal Avidan zunächst abgelehnt. Auf Druck des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (DKR) entschuldigte sich die Deutsche Welle schließlich für den Vorgang. Trotz dieses kritikwürdigen Vorfalls finden sich keine Hinweise darauf, dass der Berichterstattung von qantara.de eine grundsätzlich einseitige politische Ausrichtung zugrunde liegt. Das garantieren auch die unterschiedlichen Verantwortlichen der Plattform (Bundeszentrale für politische Bildung, Goethe-Institut etc.) und der politische Wille, der dahinter steht. Beispielhaft für die Ausgewogenheit ist die Berichterstattung über den Nahost-Konflikt auf quantara.de. Während <a href="http://de.qantara.de/Weder-Hamas-noch-Fatah-repraesentieren-die-Palaestinenser/2937c3031i1p369/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in diesem Artikel</a> mit dem Titel „Weder Hamas noch Fatah repräsentieren die Palästinenser“ deutliche Kritik an palästinensischen Repräsentanten und Terroranschlägen wie durch die Hamas geübt wird, kommt <a href="http://de.qantara.de/Israel-wurde-auch-einseitig-ausgerufen/16850c17112i1p234/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">in diesem Interview</a> mit dem israelischen Journalisten und Schriftsteller Uri Avnery vornehmlich Kritik an der Politik Israels zur Sprache.</p>
<p>Die Webseite qantara.de ist sehr übersichtlich strukturiert. In der Navigationsleiste finden sich gleichgeordnet die Kategorien Politik, Gesellschaft, Kultur, Dossiers, Dialoge, Bildergalerien und Leserbriefe, während im rechten Seitenbereich u.a. auf die Präsenzen bei Facebook und Twitter sowie den Newsletter und aktuelle Termine aufmerksam gemacht wird. Eine hierarchisch-strukturierte Darstellung der Inhalte in Form einer Seitenübersicht sucht man bei qantara.de allerdings vergebens. Das Alleinstellungsmerkmal und Besondere der Webseite ist der Zugang der Inhalte in mehreren Sprachen – eine Grundvoraussetzung für den interkulturellen Dialog!</p>
<p>Derzeit erscheint die Webseite in den Sprachen <a href="http://de.qantara.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Deutsch</a>, <a href="http://en.qantara.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Englisch</a> und <a href="http://ar.qantara.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Arabisch</a> – die <a href="http://tr.qantara.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">türkische Sprachversion</a> wird von der Hauptseite nicht verlinkt und ist inhaltlich nicht auf dem neuesten Stand (letzter Artikel vom März 2011). Die Inhalte der drei genannten Sprachversionen sind jedoch aktuell gehalten. Dabei nimmt das Thema Arabische Revolution, wie nicht anders zu erwarten, derzeit den größten Raum in der Berichterstattung ein. Viele Beiträge auf qantara.de wurden auch auf den Webseiten der Träger (Deutsche Welle etc.) von qantara.de veröffentlicht, <a href="http://www.bpb.de/publikationen/AELMZW,0,Der_arabische_Fr%FChling_und_das_Ende_der_Antithese_des_11_September_Essay.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie dieser</a> von Geert J. Somsen in Politik und Zeitgeschichte 61 (2011) erschienene Essay „Der arabische Frühling und das Ende der ‚Antithese des 11. September’“, oder in anderen renommierten Medien wie der Süddeutschen Zeitung. Die Publikationen setzen häufig ein gewisses Hintergrundwissen zu den behandelten Sachverhalten voraus und richten sich zuvorderst an wissenschaftliche und politische Fachkreise.  Laut Redaktionsleiter Mudhoon spricht qantara.de in erster Linie die sogenannte Informationselite an. Das sollte aber weniger mit der Materie vertraute Leser nicht abschrecken, die sich hier vertiefend informieren können. In einem <a href="http://www.lehrer-online.de/qantara.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">etwas älteren Beitrag</a> aus dem Jahre 2006 empfahl der Islamwissenschaftler Dr. Michael Kiefer gar bei Lehrer-Online die Inhalte auf der Plattform auch als Rechercheinstrument für Lehrerinnen und Lehrer. Anspruchsvoller ist es dagegen, sich als Leser zu den Themen und Debatten auf quantara.de in Kommentaren oder Leserbriefen inhaltlich zu äußern. Echtzeit-Dialoge im Sinne von Foren-Diskussionen finden auf der Seite nicht statt. Jedoch wird in der <a href="http://de.qantara.de/Dialoge/81b19/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rubrik „Dialoge“</a> darauf verwiesen, dass qantara.de Intellektuelle aus unterschiedlichen Kulturkreisen darum bittet, über ein vorgegebenes Thema per E-Mail in einen Dialog zu treten. Die Korrespondenz wird dann auf Deutsch, Arabisch und Englisch veröffentlicht. Derzeit lassen sich dort insgesamt sechs <a href="http://de.qantara.de/Briefwechsel/13729c19/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">lesenswerte Briefwechsel</a> aus den vergangenen Jahren zu Themen wie Antisemitismus im Nahostkonflikt oder Muslime und Integration in Europa finden – hier wären jedoch eine höhere Frequenz und Intensivierung des Dialogs wünschenswert. Für alle anderen Nutzer besteht auf der <a href="https://www.facebook.com/pages/Qantarade-Dialogue-with-the-Islamic-World/80408983549" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Präsenz</a> die Möglichkeit, Diskussionen zu eröffnen, von der jedoch bisher kaum Gebrauch gemacht wird. Zudem können <a href="http://de.qantara.de/Leserbriefe/93b23/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leserbriefe</a> eingereicht werden.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>Wer sich über die aktuelle Berichterstattung in Mainstream-Medien hinaus fundiert zu kontrovers und aktuell diskutierten Themen zwischen westlicher und arabischer Welt informieren will, wird auf quantara.de mit Interviews und gut recherchierten Beiträgen namhafter Experten hinlänglich bedient. Prädikat: Empfehlenswert!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die arabischen Staaten sind in der Syrien-Frage eindeutig zusammengerückt&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jmau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Palästinenser]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensprozess]]></category>
		<category><![CDATA[Naher Osten]]></category>
		<category><![CDATA[Syrien]]></category>
		<category><![CDATA[Arabische Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Rainald Becker]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rbecker.jpg" alt="Rainald Becker" align="left" border="0" height="65" width="80" />Rainald 
Becker</b><b>, ARD-Korrespondent in Ägypten während des 
Irak-Kriegs, </b><b>war am 24. April 2003</b></span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zu 
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/rbecker.jpg" alt="Rainald Becker" align="left" border="0" height="65" width="80" />Rainald<br />
Becker</b><b>, ARD-Korrespondent in Ägypten während des<br />
Irak-Kriegs, </b><b>war am 24. April 2003</b></span> <span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>zu<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de und politik-digital.de.</b></span><!--break--></p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Heute begrüßen wir Rainald Becker, ARD-Korrespondent in Kairo/<br />
Ägypten. Wir haben eine Stunde Zeit. Sind Sie bereit und kann es<br />
losgehen? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Ja, Hallo und Grüße vom Nil</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Becker, Sie waren in den vergangenen Tagen für eine Stippvisite<br />
in Syrien. Ihr Ziel war es, sich einen Eindruck über die Lage vor<br />
Ort verschaffen. Wie waren denn Ihre Eindrücke?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Das leben in Syrien verläuft auf den ersten Blick völlig normal,<br />
aber unter der Decke, wenn man mit den Menschen spricht, ist Spannung<br />
und Unsicherheit zu spüren. Jeder fragt sich hinter vorgehaltener<br />
Hand, wie es politisch weitergeht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marie: </b>Wie<br />
waren ihre Arbeitsbedingungen in Syrien?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Okay, aber jedes Drehvorhaben, vor allem die sensiblen, wie z.B.<br />
Aufnahmen an der Grenze zum Irak müssen genehmigt werden. In meinem<br />
Fall wurde die Anfrage abgelehnt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Werden Sie es noch mal versuchen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Na, für den kommenden Weltspiegel ist es zu spät, aber natürlich<br />
werden wir Syrien und die politische Entwicklung nicht aus den Augen verlieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Eine Nachfrage zur Ablehnung der Aufnahmegenehmigung von Marie:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Marie:</b><br />
Mit welcher Begründung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Die Begründung ist in solchen Fällen immer die gleiche: nicht<br />
im Interesse des Landes und zu unsicher für Journalisten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rzeznik: </b>Als<br />
wie real schätzt die syrische Bevölkerung die Gefahren eines<br />
drohenden Krieges ein?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Derzeit als nicht real, aber für die weitere Zukunft des<br />
Landes will sich niemand wirklich festlegen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Jule: </b>Besitzt<br />
Syrien tatsächlich Massenvernichtungswaffen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Gute, aber schwer zu beantwortende Frage. Es gibt Berichte &#8211;<br />
nicht bestätigt &#8211; über Chemiewaffen &#8211; Tests vor einigen Jahren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rzeznik: </b>Wie<br />
unabhängig berichten die syrischen Medien über die Situation<br />
im Irak und über die Spannungen zwischen USA und ihrem Land?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>So unabhängig wie Medien in arabischen Ländern sind,<br />
d.h. die meisten Zeitungen, das Fernsehen und der syrische Rundfunk, sind<br />
entweder staatsnah oder gar von regierungstreuen Managern geleitet. Im<br />
Mittelpunkt steht immer das syrische und das arabische Interesse.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Iberischer<br />
Halbpinsel: </b>Wie sieht die Zukunft in Syrien aus, ist mit einem<br />
demokratischen System mit oder ohne militärische Intervention zu<br />
rechnen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>In absehbarer Zeit sicherlich nicht. Das würde einen radikalen<br />
Regimewechsel voraussetzen, und dazu ist die syrische Bevölkerung<br />
weder bereit noch in der Lage. Wir reden hier von einem Regime, dass sich<br />
mit Hilfe einer Einheitspartei und Geheimdiensten an der Macht hält,<br />
und das seit 30 Jahren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Eine Frage von Wetzel zum Regimewechsel:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Wetzel: </b>Kann<br />
es sein, dass manche die Ablösung der Baath-Regierung in Syrien begrüßen<br />
würden, auch wenn es die Amerikaner tun?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Sicher gibt es manche, die das begrüßen würden, aber offen<br />
sagen will das keiner, und zu viele profitieren auch vom Regime.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wer würde das denn begrüßen? Dazu passt auch<br />
die Frage:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rinder wahn:<br />
</b>Was macht die syrische Opposition, gibt es sie und wo sitzt sie?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Die syrische Opposition, die, die sich offen als solche bezeichnet,<br />
sitzt im Ausland in Europa, den USA. Im Land ist eine offen geäußerte<br />
Opposition mit dem Ziel eines Regimewechsels nicht möglich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Micha: </b>In<br />
den letzten Wochen sah es Medienberichten zufolge so aus, als würde<br />
bald ein Angriff der USA auf Syrien erfolgen. Jetzt bemühen sich<br />
die Amerikaner um Beschwichtigung. Wie kam es zu diesem Meinungswechsel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Offensichtlich Einsicht in das derzeit nicht Mögliche. Für<br />
einen Angriff auf Syrien gibt es bisher keine bestätigte Rechtfertigung,<br />
und ein solcher Akt würde die ganze arabisch-islamische Welt endgültig<br />
gegen die USA aufbringen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Assembly:<br />
</b>Hat der Druck der USA auf Syrien schon Auswirkungen auf die Politik<br />
des syrische Staatschefs Assad gehabt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Ja, denn die arabischen Staaten sind in der Syrien-Frage eindeutig<br />
zusammengerückt und Assad hat sich sofort auch europäischer,<br />
insbesondere französischer Unterstützung vergewissert. Auch<br />
die Russen sind gegen jede Aktion gegen Syrien. Zudem hat Syrien bei den<br />
Vereinten Nationen eine Resolution eingebracht, mit dem Ziel, den gesamten<br />
Nahen Osten WMD (Massenvernichtungswaffen-) frei zu bekommen, also auch<br />
Israel.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sms: </b>Was<br />
ist das syrische Interesse im Irak-Konflikt und der Nachkriegszeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>In erster Linie Ruhe an der Grenze, keine Verbindungen mit dem<br />
Saddam &#8211; Regime deutlich werden zu lassen, und sich selbst so demokratisch<br />
wie möglich nach außen zu präsentieren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Gabriel: </b>Hat<br />
Bashar Assad knapp drei Jahre nach dem Tod seines Vaters die von der Bevölkerung<br />
Syriens in den jungen Herrscher gesetzten Erwartungen erfüllt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Nur teilweise, denn die alten Weggefährten seines Vaters<br />
ist er nicht losgeworden. Der Außen- und der Verteidigungsminister<br />
beispielsweise regieren ganz sicher im Sinne des Vaters weiter. Zaghafte<br />
Liberalisierungsversuche sind inzwischen weitgehend im Sande verlaufen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie verlassen kurz Syrien und kommen zu einem anderen Konfliktherd:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MatthiasA.:<br />
</b>Ich habe eine Frage: Was ist eigentlich mit den Kurden? Geraten<br />
sie wieder in Vergessenheit? Man hat den Kurden immerhin einen Kurdenstaat<br />
versprochen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Die Kurden werden im Nachkriegsirak sicher eine Rolle spielen,<br />
die Frage ist nur welche. Ein Kurdenstaat ist nicht im Interesse zum Beispiel<br />
der Türkei, aber auch nicht des Iran. Und bei den USA ist man wohl<br />
noch dabei, die Meinung zu finden. Im Moment spricht vieles dafür,<br />
dass man erst mal eine Art weitgehender Autonomie zugestehen wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>StWeber: </b>Meinen<br />
Sie, dass der Irak-Krieg die Friedenschancen in Israel eher erhöht<br />
oder verringert hat? Wird es zu einer weiteren Radikalisierung der extremen<br />
Moslems kommen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Das kann man nie ausschließen, aber für Frieden mit Israel<br />
ist vor allem die politische Entwicklung der palästinensischen Selbstverwaltung<br />
entscheidend. Das neue Kabinett wird wesentlich dazu beitragen können<br />
und müssen, dass der Friedenplan des sogenannten Quarttets wirklich<br />
eingesetzt werden kann. Der sieht ja bekanntlich die Gründung eines<br />
Palästinenserstaates 2005 vor.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Wie ist denn in der arabischen Welt die Reise von Außenministern<br />
Fischer und sein Treffen mit Arafat aufgenommen worden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Die deutsche Rolle im Friedensprozess wird hier grundsätzlich<br />
positiv gesehen, zumal nach der deutschen Haltung zum Irak-Krieg, aber<br />
die Wirkung einer solchen Reise ist nicht wirklich und unmittelbar zu<br />
messen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoGRA: </b>Warum<br />
engagiert sich Außenminister Fischer nicht noch stärker im<br />
Friedensprozess und übernimmt sogar eine ECHTE Vermittlerrolle?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Das ist so nicht möglich aus zwei Gründen: 1. Das besondere<br />
deutsche Verhältnis zu Israel und 2. eine Lösung sollte auch<br />
nach den Vorstellungen der arabischen Staaten von ihnen selbst kommen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Regine: </b>Wird<br />
das aktuelle palästinensische Attentat Auswirkungen auf den Friedensprozess<br />
in Israel haben?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Wie bei jedem Attentat &#8211; so zynisch das klingen mag &#8211; hat es<br />
kurzfristig hemmende Wirkung, mittel- und langfristig aber keine, denn<br />
es gibt selbst nach Einschätzung der Beteiligten keine Alternative<br />
zum Friedensprozess.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoGRA: </b>Welchen<br />
Einfluss wird Präsident Arafat noch auf die weitere Entwicklung des<br />
Nahost-Friedensprozesses haben? Welche Macht hat Abbas?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Arafats Einfluss ist zwar noch zu spüren, aber zunehmend weniger.<br />
Selbst bei seinen arabischen Gesprächspartnern gilt er als Auslaufmodell.<br />
Sein Einfluss stirbt langsam, und das ist für die Entwicklung nur<br />
gut. Abbas muss jetzt beweisen, dass er seinem Ruf als gemäßigter<br />
Reformer auch Taten folgen lässt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Auch wenn wie sie sagen, dass alle den Friedensprozess wollen,<br />
warum stockt er dann so?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Gute Frage, die Antwort darauf wäre der Schlüssel zur<br />
Lösung. Er stockt, weil die Motoren des Prozesses, also die USA,<br />
Europa, Vereinte Nationen u.a. jetzt den Focus auf Irak gerichtet hatten<br />
und er stockt, weil Sharon nur Reformen bei den Palästinensern fordert,<br />
selber bei seinen Siedlern aber so gut wie nicht aktiv wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Danke für die Blumen, eine weitere Frage zum Friedensprozess:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Edasimi: </b>Kann<br />
man überhaupt von Friedenprozess sprechen, ohne dass zu einer vollständigen<br />
Räumung der Siedlungen und einer Lösung für beide Parteien<br />
in Jerusalem?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Was sie beschreiben, ist der angestrebte Zustand. Derzeit verlieren<br />
sich die Politiker im Gerangel um den Weg dahin, wie es gehen kann und<br />
welche Forderungen auf dem Tisch liegen, wurde schon vor vielen Jahren<br />
im Oslo-Vertrag beschrieben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>JoGRA: </b>Inwieweit<br />
ist Ministerpräsident Scharon überhaupt bereit, einen Palästinenserstaat<br />
zu akzeptieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
Die Frage hat er für meine Begriffe nie wirklich klar beantwortet.<br />
Er zieht sich immer zurück auf die Sicherheitsinteressen Israels<br />
und sichere Grenzen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Themenwechsel hin zu einem anderen Land in der Region:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MatthiasA.:<br />
</b>Was für eine Rolle spielt die Türkei in der Nachkriegszeit</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Die Türkei hat vielfältige Interessen, zum einen kann<br />
ihr nicht an einem kurdischen Nachbarstaat gelegen sein, zum anderen darf<br />
sie eine starke Islamisierung an ihren Grenzen nicht zulassen. Das gefährdet<br />
ihre Einbindung in westliche Bündnisse wie Nato und eine mögliche<br />
Mitgliedschaft in der EU. Sie darf aber auch durch zu restriktive Politik<br />
nicht die islamischen Bruderstaaten verprellen &#8211; eine Gratwanderung für<br />
die türkische Regierung in der kommenden Zeit.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Im Rundflug zurück nach Ägypten, wo Sie sich ja gerade befinden:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Beto: </b>Hat<br />
sich der Zorn der Ägypter über den Einmarsch der Amerikaner<br />
im Irak etwas gelegt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> <b>Rainald Becker:<br />
</b>Ja, das hat er zum Teil von selbst durch die doch kürzer<br />
als erwartete Kriegsdauer. Zum anderen ist er auch rigoros gelegt worden<br />
durch extreme Sicherheitsmassnahmen und konsequente Verhaftungen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pete: </b>Wie<br />
beurteilt die öffentliche Meinung in Kairo den Krieg der USA gegen<br />
Irak?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Der Krieg wird nach wie vor als illegal betrachtet und abgelehnt,<br />
aber er ist ja inzwischen auch ein Fakt. Viel wird jetzt davon abhängen,<br />
wie sich die Amerikaner im Irak verhalten, bezogen auf Öl, Nachkriegsordnung<br />
und schnellen Abzug.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>pink: </b>Wie<br />
betrachten die Staaten des Nahen Ostens Europa, eher als Verbündeten<br />
gegen die Supermacht oder eher als Verbündeten der Supermacht?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Man kennt seine Freunde wie zum Beispiel Deutschland und Frankreich,<br />
die durch ihre Haltung zum Krieg hier sicherlich Punkte gesammelt haben.<br />
Aber man verurteilt interessanterweise auch England nicht pauschal, hofft<br />
da eher auf den positiven Einfluss von Deutschland und Frankreich.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Beto:</b><br />
Mal angenommen, die Amerikaner attackieren weitere arabische Länder,<br />
glauben Sie, dass sich das arabische Volk auf die Dauer im Zaum halten<br />
lässt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Ich könnte jetzt diplomatisch abgewogen antworten, aber<br />
kann es angesichts der Radikalität der Frage auch kurz machen: Sie<br />
wären dann wohl nicht mehr ruhig zu halten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Würde das den Regierungen schaden, etwa in Ägypten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:</b><br />
In jedem Fall würde es ihnen schaden, im Extremfall könnte es<br />
sie sogar in ihrer Existenz gefährden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Vorletzte Frage: </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pilot_Pirx:</b><br />
Bekommen wir jetzt als Folge des Krieges eine panarabische Bewegung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Damit rechne ich nicht, dazu sind die Araber untereinander zu<br />
zerstritten. Der letzte Versuch einer panarabischen Bewegung unter Gamal<br />
Abdel Nasser ist auch nach relativ kurzer Zeit gescheitert.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Pilot_Pirx:<br />
</b>Was kann die US-Regierung tun, um ihr Standing in der arabischen<br />
Welt jetzt zu verbessern?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Kurz und klar geantwortet: die Soldaten schnell abziehen, aber<br />
ausreichend Dollars und technisches Know-how dalassen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Jetzt die letzte Frage: Wie lange bleiben sie noch in Ägypten und<br />
wann sehen wir sie in der ARD?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Nun, am Wochenende kehre ich zurück auf meinen angestammten<br />
Arbeitsplatz als politischer Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio in<br />
Berlin, am Sonntag kommt mein Weltspiegel-Beitrag über Syrien, und<br />
danach sehen sie mich wieder aus Berlin. Der arabischen Welt und Politik<br />
bleibe ich aber verbunden, vielleicht führt mich der Weg nach Berlin<br />
ja wieder hierher.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Liebe Chat-Freunde, unsere Gesprächsrunde ist leider vorbei.<br />
Herzlichen Dank, Herr Becker, dass Sie mit uns gechattet haben und vielen<br />
Dank an alle UserInnen für Ihr Interesse. Danke für die sehr<br />
spannenden Antworten, Herr Becker und alles gute für Ihre Rückreise.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rainald Becker:<br />
</b>Ich danke auch. Tschüß vom Nil.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>maxim2003:</b><br />
Vielen Dank, dass sie Zeit für uns hatten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Noch ein Terminhinweis: Am Montag, 28. April 2003, ist Shimon<br />
Stein, israelischer Botschafter in Deutschland, von 17.30 bis 18.30 Uhr<br />
Gast im tacheles.02 Live-Chat. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder<br />
dabei sind. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den<br />
Webseiten der Veranstalter www.tagesschau.de und www.politik-digital.de.<br />
Tschüß aus Berlin!<br />
</span><span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"> </span>
</p>
<p>
&nbsp;</p>
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