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	<title>Arbeit &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Wissenschaftsjahr 2018 – Arbeit, Innovation und Gleichstellung in der Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Philip Matthiessen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Oct 2018 08:35:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[Arbeit und Arbeiten verändern sich so rasant wie nie zuvor. Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren direkt miteinander, wodurch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-155388" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Titelbildcut.jpg" alt="Titelbildcut" width="922" height="500" />Arbeit und Arbeiten verändern sich so rasant wie nie zuvor. Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte kommunizieren direkt miteinander, wodurch neue Arbeitswelten entstehen. Diese so konkret und anschaulich wie möglich darzustellen, hat sich die Veranstaltung &#8220;Wissenschaftsjahr 2018 – Arbeitswelten der Zukunft&#8221; als Ziel gesetzt.</p>
<figure id="attachment_155410" aria-describedby="caption-attachment-155410" style="width: 192px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="  wp-image-155410" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CareJackcut1-305x464.jpg" alt="" width="192" height="292" /><figcaption id="caption-attachment-155410" class="wp-caption-text">Care Jack</figcaption></figure>
<p>Im Fokus steht dabei vor allem die Frage nach Reichweite und Tiefe der Veränderungen in der Arbeitswelt. Beispielhaft wurden einige innovative Ansätze in der <a href="https://www.fraunhofer.de/de/veranstaltungen-messen/veranstaltungen/zukunftsarbeit.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fraunhofer-Erlebniswelt #Zukunftsarbeit</a> als interaktive Exponate präsentiert, die zukünftig Bereiche wie Produktion, Medizin oder Pflege verändern werden.</p>
<p>Dazu gehört z.B. der Care Jack, ein an den Menschen angepasstes Geschirr, das den Arbeitenden bei schwerer körperlicher Arbeit unterstützt. Er erkennt korrekte Hebebewegungen oder weist daraufhin, wie Gewicht noch besser verteilt werden kann. Außerdem kann er dem Nutzer beim in die Knie gehen durch mechanische Federsysteme das Heben schwerer Last erleichtern.</p>
<p>Ein weiteres spannendes Beispiel ist das Perceptual User Interface System, das dem Computer durch Kameras und Projektoren ermöglicht, mit dem oder der ProduzentIn zu interagieren. Das System kann dem oder der Produzierenden auf das Produkt Montageanweisungen projezieren, die korrekte Montage prüfen oder Materialfehler, die der oder die Produzierende entdeckt, ins System aufnehmen und zur Ausbesserung weiterleiten. Und das alles ohne Tablet, PC oder sonstige Hilfsmittel.</p>
<p>Doch wer entwickelt eigentlich solche intelligenten Helfer und wie sieht es in Forschung und Technik mit der Gleichstellung zwischen Männern und Frauen aus? Dieser Frage widmete sich die Diskussionsrunde „Frauen in der Tech-Szene“, die am vorletzten Tag der Veranstaltungsreihe stattfand.</p>
<h3>Frauen in der Tech-Szene</h3>
<p>Die Techbranche ist so zukunftsrelevant wie kaum eine andere, das steht fest. Gerade dort ist es daher wichtig, für Diversität und Perspektivenpluralismus zu sorgen. Aktuell wird die Szene aber deutlich von Männern dominiert, besonders in der Führung. Warum besteht dieses Verhältnis und welche Wege führen heraus? Diesen und anderen Fragen stellten sich die Diskussionsteilnehmer Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Leiter der Abteilung &#8220;Forschung für Digitalisierung und Innovationen&#8221; des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Katharina Hochfeld, stellvertretende Leitung des Center for Responsible Research and Innovation des Fraunhofer IAO und Christine Henning von der Gesellschaft für Informatik (GI), Fachgruppe &#8220;Frauen und Informatik in der GI&#8221;.</p>
<p>Die Forscherin Hochfeld stellte fest, der Großteil der Organisationen, Unternehmen wie öffentliche Einrichtungen, hätten eigentlich erkannt, dass sie für Gleichstellung sorgen müssten und riefen verschiedene Diversity-Programme ins Leben. Trotzdem sei der Erfolg bisher nur mäßig eingetreten, was zeige, dass die Gründe tiefer lägen. Wichtigster Faktor wären die Stereotypen, die zwar menschlich seien, aber eben bedeutende Nachteile mit sich brächten. Die Untersuchung des Fraunhofer IAOs zeigte, dass vor allem die Zuschreibung von Fähigkeiten zentral für die Unterschiedlichkeit der Karriereerfolge ist. Männer und Frauen sind sich einig, wer erfolgreich sein will, benötigt Durchsetzungsvermögen und die Fahigkeiten des Selbstmarketings und des Networkens. Wurden die Teilnehmer der Untersuchung aber gefragt, welche Attribute sie Frauen oder Männern zuschreiben würden, antwortete die Mehrheit mit denselben Kategorien bei der Beschreibung der Männer. Frauen wurden aber eher Attribute wie Teamfähigkeit oder Empathie zugeschrieben. Diese ungleiche, in großen Teilen unbewusste, Beurteilung prägt das Geschlechterverhältnis in Organisationen maßgeblich.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Faktor sei die Veränderung der Kommunikation und Arbeitsweise der männlichen Kollegen, sobald eine Frau in die Abteilung oder das Team eintritt, so Hochfeld weiter. Viele hätten das Gefühl sich in ihrem gewohnten Umgang untereinander beschränken zu müssen und würden daher männliche Kollegen bevorzugen.</p>
<p>Die Informatikerin Henning betonte, dass diese Beurteilung auch schon in der Schule problematisch sei und dazu führe, dass Mädchen empfohlen würde: &#8220;Mathematik studieren ist doch zu schwer, versuch lieber etwas anderes.&#8221; Diese Mädchen, gerade auch in den ländlichen Regionen, müssten schon früh dabei unterstützt werden, mutig voranzuschreiten und sich in der Studien- und Berufswahl nicht von Geschlechterrollen beeinflussen zu lassen.</p>
<figure style="width: 305px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-155392 alignleft" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/PerceptualUserInterfacecut-305x153.jpg" alt="PerceptualUserInterfacecut" width="305" height="153" /><figcaption class="wp-caption-text">Perceptual User Interface&nbsp;</p>
<p></figcaption></figure>
<p>Prof. Dr. Lukas stimmte seinen Diskussionspartnerinnen zu und sieht ein Push- and Pull-Modell als Weg, um Gleichstellung im Berufsleben und speziell in der Tech-Branche zu erreichen. Auf der einen Seite müssten, wie Henning schon betonte, junge Frauen bei der Karrierewahl motiviert werden, nicht-traditionelle Tätigkeiten und Studiengänge auszuwählen. Dazu könnten die Stärkung von Vernetzung und interdisziplinärem Lernen in der Schule und z.B. auch die Auflösung der Prädestination des Karriereweges durch die Leistungskurswahl, wie Hochfeld anmerkte, dienen. Auch monoedukative Modelle, wie Mädchenschulen, die mitunter viel höhere Zahlen von Studierenden der MINT-Fächer, Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik unter den Absolventinnen aufweisen würden, könnten hilfreich sein, so Henning.</p>
<h3>&#8220;Wir müssen bei den Führungskräften anfangen.&#8221;</h3>
<p>Auf der anderen Seite stehe, laut Lukas, aber das Vorleben von Gleichstellung in den Eliten der Gesellschaft. &#8220;Wir müssen bei den Führungskräften anfangen.&#8221; Nur so könnten Vorbilder erzeugt werden, die jungen Frauen anziehen und bei der Berufswahl helfen könnten. Wichtig sei im späteren Berufsleben auch die Veränderung der Arbeitsverhältnisse hinsichtlich der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, so Hochfeld. Viele Frauen mit bedeutenden Karriere würden ähnlich leben wie die erfolgreichen männlichen Kollegen. Zuhause übernehme dann häufig der Mann mehr familiäre Pflichten, was die gleichen negativen Folgen für die Partnerschaft haben könne.</p>
<p>Abschließend sind sich die Diskutierenden einig, Frauen müssten in Machtfragen stärker für ihre Position kämpfen und auf ihren Zielen beharren. Dieses Einfordern müsse jetzt geschehen und gemeinsam mit einem strukturellen Wandel in der Förderung junger Mädchen einhergehen, da das Bewusstsein dafür in der Gesellschaft nie größer war als heute. Nur so kann Gleichstellung in allen Branchen und speziell in der Tech-Branche ermöglicht werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Titelbild: Redaktion, CC-BY-SA 3.0</h3>
<h3>Bilder im Text: Redaktion, CC-BY-SA 3.0</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Mehr als Selbstzweck oder Selbsterhaltung &#8211; Arbeit in der digitalen Welt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jun 2017 15:33:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Arbeiten, um zu leben? Leben, um zu arbeiten? Die Diskussion um den gesellschaftlichen Stellenwert von Arbeit wird in den Zeiten der Digitalisierung auch zunehmend zu einer Debatte über Identität und Notwendigkeit. Denn was passiert, wenn durch den Wandel relevante soziale Strukturen plötzlich radikale Umbrüche erfahren? Haben wir uns sozusagen selbst unnütz gemacht? Ein Kommentar.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Wären Zeitreisen nicht immer noch eine der wenigen Utopien unserer postmodernen Technologiegesellschaft, so könnte man sie direkt fragen: Die Menschen der vergangenen Jahrhunderte und Jahrtausende, die ihren täglichen Überlebenskampf durch Substistenzwirtschaft, Ackerbau und schweißtreibende Akkordarbeit in Fabriken bestritten. Was für sie wohl eher eine paradiesische Fantasie darstellte, könnte in naher Zukunft Realität werden – und für Viele heute schon ein Albtraum: Die (fast) arbeitslose Gesellschaft. Es könnte nicht mehr allzulange dauern, bis die Industrie 4.0 unser Verständnis von Arbeit vollständig revolutioniert. Intelligente Maschinen übernehmen dann einen Großteil von dem, was wir heutzutage noch selbst erledigen. Sie vernetzen sich autonom, produzieren und selektieren relevante Informationen. Sie sind Chauffeur, Dienstleister, Anwalt. Übrig bleiben all jene Jobs in Branchen, in denen zwischenmenschliche Kommunikation als unersetzlich angesehen wird &#8211; oder die, bei denen Maschinen nicht eingesetzt werden können.</p>
<h3>Arbeit als soziales Kapital</h3>
<p>Das klingt auf den ersten Blick fantastisch, denn: Schon seit Menschengedenken wird versucht, etwa mit Hilfe von effizienzsteigernden Werkzeugen Arbeitsprozesse zu optimieren. Der Versuch, Zeit und Energie durch den Einsatz arbeits-erleichternder Hilfsmittel zu sparen, diente natürlich lange zuallererst der Selbsterhaltung. Trotzdem ging es hier auch immer um Zeiteinsparung. Zeit, die aus der heutigen Perspektive wiederum für die höheren Genüsse und Freuden des Lebens übrig bleiben könnte: Freunde, Familie, Partnerschaft, Hobbys. Sollte man meinen. Doch mit der Industriegesellschaft und der ökonomischen Weiterentwicklung hat auch ein ideologischer Paradigmenwechsel stattgefunden.</p>
<p>Arbeit ist längst nicht mehr nur lästiges Übel. Blickt man auf die Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts bis heute, so lässt sich vor allem eines feststellen: Arbeit ist zum Selbstzweck geworden. Zwar kann nicht verleugnet werden, dass ihre Bedeutung etwa im Vergleich zu den 50er und 60er Jahren durchaus einen kulturellen Bedeutungswandel erfahren hat. Nichtsdestotrotz sind Begriffe wie “Tüchtigkeit”, “Fleiß” und “hohe Arbeitsmoral” auch heute noch Tugenden, die nicht nur als Plattitüden Arbeitszeugnisse schmücken. Wer hart arbeitet und Leistung bringt, der erfährt auch Anerkennung, so der soziale Mechanismus. Der Selbstoptimierungsanspruch der ausdifferenzierten Hochleistungsgesellschaft verschärft dieses Denken sogar noch einmal erheblich. Denn auch für eigentlich erfüllende Jobs sind enorm hohe Erwartungshaltungen ab einem gewissen Punkt schädlich.</p>
<h3>Alte Konzepte helfen kaum</h3>
<p>Eben diese Mentalität ist es, die die Integration der Gesellschaft in das kommende Digitalzeitalter zunehmend erschwert. Und das betrifft alle. Unternehmer sorgen sich um flexiblere Arbeitszeiten im Betrieb, Arbeitnehmer um ihren Arbeitsplatz und die Politik steht gar vor einem völligen Umdenken, weil althergebrachte ideologische Parteigrundsätze durch die Digitalisierung sichtbar infrage gestellt werden. Bestes Beispiel Grundeinkommen: Weil durch den digitalen Wandel nicht nur viele Arbeitsplätze verloren gehen, sondern auch der Arbeitsmarkt völlig umstrukturiert werden muss, braucht es neue Konzepte. Diese Konzepte und Strategien können jedoch kaum aus dem Blickwinkel gewerkschaftlicher Tarifverträge und fixer Wochenarbeitszeit gelöst werden. Ebenso ist es wenig realistisch, Vollbeschäftigung als politisches, weil psychologisches Allheilmittel für eine funktionierende Gesellschaft zu betrachten. Dennoch dominieren derartige Vorstellungen unsere heutige Kultur und werden auch in Debatten immer wieder argumentativ gegen eine bedingungslose Mindestsicherung genutzt.</p>
<h3>Arbeit ist fester Bestandteil der eigenen Identität</h3>
<p>Das ist auch nur verständlich, denn wer einen Großteil seiner Lebenszeit im Job verbringt, für den ist Arbeit nicht nur reine Erwerbstätigkeit. Sie schafft Kommunikation, feste soziale Strukturen, das Gefühl gebraucht zu werden und damit schlussendlich auch einen Teil unserer Identität. Unsere Gesellschaft ist ohne Frage arbeits-fokussiert. Wer nicht arbeitet, der ist nicht solidarisch. Er leistet nichts für die Gemeinschaft und könnte ihr sogar gefährlich werden, denn wie ein Sprichwort sagt: Beschäftige dich, sonst kommt der Kopf noch auf dumme Gedanken. So ließ Detlef Scheele, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, bei einer Fraktions-Veranstaltung der SPD kürzlich verlauten, Beschäftigungslosigkeit führe häufig zu einem persönlichen Gefühl der “Entwertung” bei Betroffenen. Deshalb sei es besonders für Kinder wichtig, dass das Arbeitsamt Eltern irgendeine Art von Job verschaffe, schon um den innerfamiliären Vorbildcharakter zu wahren.</p>
<h3>Digitalisierung ist kein reines “Selbstverwirklichungs-Programm”</h3>
<p>Jene Art zu denken kann im digitalen Wandel jedoch kaum bestehen. Der Philosoph Richard David Precht etwa <a href="http://www.deutschlandfunk.de/die-zukunft-der-arbeit-wir-dekorieren-auf-der-titanic-die.911.de.html?dram:article_id=385022">betont in Interviews immer wieder, die Vorstellung von Arbeit müsse vollkommen transformiert werden.</a> Arbeit werde für die Menschen künftig viel mehr als das definiert werden, “worin sie selbst vorkommen und nicht als das, wofür sie Geld kriegen.” Dies darf nicht falsch verstanden werden: Die Digitalisierung ist, zumindest kurzfristig, kein reines “Selbstverwirklichungs-Programm”. Arbeit verändert sich, Arbeitsplätze werden weniger, aber sie werden auch weiterhin existieren. Vielmehr geht es darum, angemessen und sozialverträglich auf deutlich kürzere Arbeitszeiten und die Flexibilität zu reagieren, die die digitale Dynamik mit sich bringt. Wir müssen die Freiräume und Optionen nutzen, um soziale Sicherheit in einem neuen gesellschaftlichen Klima zu schaffen. Hierbei dürfen wir uns jedoch nicht ausschließlich bereits existierenden sozialpolitischen Instrumenten widmen, die rein auf Umverteilung und veralteter Arbeitsethik beruhen.</p>
<h3>Kultureller Wandel und kluge Politik sind nötig</h3>
<p>Wichtiger wäre es, zu akzeptieren, dass sich unsere Vorstellung des Arbeitsbegriffs in naher Zukunft stark verändern wird. Wie genau, das lässt sich bisher kaum vorhersagen. Klar ist aber, dass es nicht nur eines strukturellen, sondern vor allem auch eines kulturellen Wandels bedarf. Denn die Digitalisierung bietet uns letztendlich auch die Möglichkeit, die immer häufigere Diagnose “Burn-Out” zu bekämpfen. Und: Mehr Zeit bietet auch mehr Freiraum für kreative Schaffensprozesse. Dies könnte auch Innovationen antreiben und damit die Qualität von Dienstleistungen und Produkten erhöhen. Auch wenn sich viele darum sorgen, es könne zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft in Digitalisierungs-Gewinner und -Verlierer kommen: Schlussendlich können wir einer solchen Entwicklung nur durch kluge Konzepte der Sozialpolitik und konsequente Investition in digitale Weiterbildung begegnen. Denn die Digitalisierung wird kommen, doch die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Gerade deshalb kommt es auf die richtige Herangehensweise an. Um Ängste zu vermeiden und Herausforderungen zu bewerkstelligen.</p>
<p>Titelbild: working late, by <a href="https://www.flickr.com/photos/gato-gato-gato/">Tobi Gaulke</a> on <a href="https://www.flickr.com/photos/gato-gato-gato/8545903286/in/photolist-e2aZj7-qyTxkR-jKedY2-9eSTcW-rCuT8f-qqYQ7x-keDg6F-8GiuWN-a8Wuxt-6Yz2Hi-6A7R3u-a9j44q-7Eddic-xhxY4-7FGCDx-82bfbU-8jAAex-7JavNS-TzMrAs-nj8VtB-ebxEbx-rhxAdE-SckRcg-dDbwA1-5FRfwB-9eSWth-9ePDP2-5Et4Ho-9ePQSe-9eSRQj-9eQ3oF-9ePGMp-9eSNHs-7JreyG-4z9Q9d-7LEfXK-e978pX-TzMnay-7D1qyB-7Pzvqq-gjrMhS-7DZTSk-o3neo1-fxZhdJ-7GdZj1-7LWmEj-ehHzbn-4z5AY2-8h1THq-SkKyaf">Flickr</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode">CC-BY-NC-ND 2.0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Schöne, neue Arbeitswelt?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 May 2014 13:22:21 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Arbeitswelt ist im Wandel. Man spricht von einer neuen Generation von Menschen, die flexibel, mobil und selbstbestimmt arbeiten möchte. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/y.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-139810" alt="y" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/y.png" width="636" height="299" /></a>Die Arbeitswelt ist im Wandel. Man spricht von einer neuen Generation von Menschen, die flexibel, mobil und selbstbestimmt arbeiten möchte. Die sogenannte „Generation Y“ gilt als innovativ und sinnsuchend, aber auch als verwöhnt und faul. Politik und Wirtschaft passen sich nur langsam diesen neuen Bedürfnissen an, um keine Wähler und Mitarbeiter zu verlieren. Und auch Arbeitnehmer nutzen die neuen Modelle nur zögerlich und arbeiten meist nicht weniger und effizienter &#8211; wie es der technologische Fortschritt verheißt &#8211; sondern sind überarbeitet bis hin zum Burnout.<br />
&#8220;Wir sind jung und brauchen das Glück&#8221;, schreibt die Journalistin und Autorin Kerstin Bund auf &#8220;<a href="http://www.zeit.de/2014/10/generation-y-glueck-geld" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ZEIT Online</a>&#8220;. In ihrem Buch “Glück schlägt Geld. Generation Y: Was wir wirklich wollen” beschreibt sie, wie Karriere heute neu definiert wird. Die<a href="http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/generation-y-im-pressekompass-so-wird-sie-definiert-a-964518.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Generation Y</a> – Menschen, die nach der Generation X, also zwischen 1980 und 1995, geboren sind – schert sich nicht um traditionelle Statussymbole wie einen Kleinwagen, hohe Gehälter oder Boni. Sie ist vielmehr interessiert an Selbstbestimmung und Flexibilität. Immer mehr Menschen kündigen ihre Festanstellung, um in eigenen Projekten mit Gleichgesinnten zusammenzuarbeiten. Das gilt aber nicht nur für die 20-30-Jährigen, sondern auch für ältere Menschen, die zum Beispiel ein Jahr lang das Hamsterrad gegen ein Sabbatical tauschen oder eine Teilzeitbeschäftigung wählen, um mehr Zeit für die Familie oder Hobbies zu haben.<br />
Überlegungen zur neuen Arbeitswelt gibt es schon länger. Im Jahr 2006 gaben Sascha Lobo und Holm Friebe ein <a href="http://wirnennenesarbeit.de/index.html?nr=20060928113212" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Buch</a> mit dem Titel “Wir nennen es Arbeit – Die digitale Bohème oder intelligentes Leben jenseits der Festanstellung” heraus. Ihr zentrales Argument ist, dass das Internet eine “Individualisierung 2.0” mit sich bringe. Durch die Mobilisierung des Arbeitsplatzes und neue Geschäftsmodelle gibt es immer mehr Selbstständige, die mithilfe von digitalen Technologien in selbstgewählten Strukturen arbeiten. Manch einer nutzt das Internet, um komplett ortsunabhängig sein Geld zu verdienen. Auf einer <a href="http://www.dnx-berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz</a> im Berliner betahaus berichteten “Digitale Nomaden” einen ganzen Tag lang darüber, wie man am besten an weißen Sandstränden online über die Runden kommt.<br />
Die neue Arbeitswelt findet jedoch zum großen Teil noch außerhalb der traditionellen Strukturen statt. Die meisten Unternehmen reagieren langsam auf den Umbruch und fühlen sich von den Veränderungen bedroht: „Für manche Personalchefs sind wir ein Albtraum: Sie halten uns für verwöhnt, selbstverliebt und größenwahnsinnig. Es heißt, wir seien schlecht darin, uns zu hinterfragen, aber groß darin, uns selbst zu überschätzen“, schreibt Bund in ihrem Artikel. Ob die Generation Y nun verantwortungsvoll und leistungsbereit oder fordernd und selbstgefällig ist – irgendwie muss auf diese Entwicklung reagiert werden.</p>
<h3>Wirtschaft und Politik hinken hinterher</h3>
<p>Die soziale Plattform für berufliche Vernetzung XING hat passend zur neuen Arbeitswelt ein Themen-Portal namens „<a href="https://spielraum.xing.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Xing spielraum</a>“ gestartet. Unter dem Motto „Besser leben. Anders arbeiten“ finden sich dort seit Anfang Mai Experten-Interviews, Best Practices und Tipps zur „Orientierung moderner Wissensarbeiter“. In einem <a href="https://spielraum.xing.com/2014/04/wir-brauchen-neuen-sinn-in-unserer-arbeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview</a> zum Thema „New Work“ sagt Ex-Telekom Vorstand Thomas Sattelberger auf „Xing spielraum“: „Ich glaube, dass durch den Wertewandel, der gekoppelt ist mit der Digitalisierung, immer mehr gesellschaftliche Teilbereiche auf Augenhöhe und damit demokratischer und teilhaberischer gestaltet werden.“ Sattelberger plädiert dafür, Begriffe wie „Personalkörper“ oder „Beschäftigte“ mit „Unternehmensbürger“ zu ersetzen. Damit zeige man, dass Menschen sich nicht nur passiv Arbeit nehmen, sondern ihr Kapital, ihre Fähigkeiten und Motivationen in ein Unternehmen investieren.<br />
Flexible Arbeitsmodelle sind in vielen Unternehmen nicht mehr die Ausnahme. BMW zum Beispiel notiert Arbeitsstunden seiner Mitarbeiter außerhalb des Büros und lässt sie dafür an anderen Tagen früher nach Hause gehen. Laut Bundeswirtschaftsministerium bieten bereits vier von fünf Firmen in Deutschland flexible Arbeitszeitmodelle an. Diese gelten jedoch vor allem für Menschen mit Familie. „In vielen Unternehmen gelten noch immer starre Arbeitszeiten und Präsenzpflichten. Statt Vertrauensarbeitszeit herrscht das Diktat der Stempeluhr“, kritisiert Sattelberger im Interview. Er beschreibt deutsche Konzerne als „erfolgsverwöhnte Ozeandampfer“, die herumschlingern und „nicht antwortfähig auf den disruptiven Wandel sind“. Wenn Unternehmen nicht umdenken, bekommen sie eventuell ein Personalproblem. Und auch das Innovationspotenzial kann leiden, wenn kritisch Hinterfragende aussortiert und angepasste Arbeitsbienen befördert werden. Dabei hat eine größere Souveränität der Mitarbeiter viele Vorteile. Studien haben ergeben, dass mehr Autonomie und Vertrauen Beschäftigte kreativer, produktiver und seltener krank anstatt faul macht.<br />
Wenn Unternehmen sich mit den Veränderungen noch schwer tun, wie reagiert dann die Politik? Obwohl einiges getan wird, vor allem im Bereich Vereinbarkeit von Beruf und Familie (wie zum Beispiel die Einführung des Elterngelds im Jahr 2007) , so gilt die Generation Y insgesamt als unpolitisch und hat keine eigene Lobby. Die heute 20- bis 30-Jährigen lassen sich politisch schwer einordnen und protestieren lieber im Internet als in den Institutionen. Wenn es eine Revolution der Arbeitswelt gibt, so ist sie still, schleichend und institutionell schlecht vertreten.</p>
<h3>Wie weit ist es mit der neuen Arbeit?</h3>
<p>Gleitzeit, Homeoffice, Elternzeit, Sabbatical,Teilzeit – alles beliebte und berechtigte Forderungen im modernen Arbeitsmarkt. Doch selbst wenn Unternehmen diese Optionen anbieten, werden sie oft nicht in Anspruch genommen.<br />
Häufig sind diese Konzepte noch nicht voll akzeptiert oder ausgereift. Homeoffice zum Beispiel erzeugt oft noch ein Gefühl des Kontrollverlusts beim Arbeitgeber &#8211; und die Angst der Heimarbeiter,von spontanen Besprechungen ausgeschlossen zu werden. Das Statistische Bundesamt stellte Anfang des Jahres fest, dass heute weniger Menschen von zuhause arbeiten als noch Mitte der Neunzigerjahre. Von Teilzeitbeschäftigten wird oft mehr erwartet als vereinbart und sie sitzen am Ende doch den ganzen Tag im Büro und machen einen schlecht bezahlten Vollzeitjob.<br />
Man darf auch nicht vergessen, dass nur ein kleiner Teil unserer Gesellschaft als Generation Y bezeichnet werden kann. Vielen fehlt es an Mut oder finanziellen Mitteln, um Neues auszuprobieren oder sich selbstständig zu machen. Um das neue Arbeitsmodell auszuweiten, müssen Unternehmen den Wunsch nach mehr Freiräumen und Selbstbestimmung institutionell umsetzen und Arbeitnehmer sich trauen, die neuen Möglichkeiten zu nutzen, um eine breitere Akzeptanz herzustellen. Die Flucht in die (oft prekäre) Selbstständigkeit durch mangelnde Alternativen des Arbeitgebers kann zur Seltenheit werden, wenn beide Seiten die neue Art zu arbeiten zur Normalität werden lassen.<br />
Bild: <a href="http://pixabay.com/en/signpost-migratory-character-62434/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay/Hans</a> <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><small>(CC0 1.0) </small></a><br />
<a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Wir Digitalarbeiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Mayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jun 2013 12:21:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[D64]]></category>
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					<description><![CDATA[„Um fünf fällt der Hammer“, so heißt es umgangssprachlich zum Ende des Arbeitstags. Nur hat das mit der Realität vieler [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildDigiArbeit.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-129209" alt="ArtikelbildDigiArbeit" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/ArtikelbildDigiArbeit.jpg" width="640" height="480" /></a>„Um fünf fällt der Hammer“, so heißt es umgangssprachlich zum Ende des Arbeitstags. Nur hat das mit der Realität vieler Arbeitnehmer nichts mehr zu tun, weil deren Werkzeuge klein und mobil sind. Eine Podiumsdiskussion des D64 widmete sich den Veränderungen der Arbeitswelt, die von der Digitalisierung angetrieben werden. Helfen Laptops und Smartphones im Arbeitsalltag – oder sprengen sie den Feierabend?<br />
Vier Diskutanten aus Politik, Journalismus und Unternehmen wollten – moderiert von der Autorin und Politkberaterin Teresa Bücker – den Chancen und Risiken der digitalen Arbeitsvernetzung nachspüren. &#8220;Die Veränderung der Arbeitswelt &#8211; wird durch die Digitalisierung alles besser?&#8221; Das Fazit der <a href="http://d-64.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">D64</a>-Veranstaltung war ein eher oberflächliches „sowohl als auch“. Zumal das Gespräch auch in die Bereiche Arbeitsdruck und -organisation ausfranste, in denen die Digitalisierung ein, aber nicht der einzige Bestimmungsfaktor ist. Aus der Vogelperspektive wurden aber immerhin die Kräfte sichtbar, die der beschleunigten Arbeitswelt ihre Prägung geben: Digitalkommunikation, Organisationsreform und Konkurrenzdruck.</p>
<h3>Trauen Sie sich, nein zu sagen</h3>
<p>Die Experten im sichelförmigen Sitzkreis waren sich darüber einig, dass die High-Speed-Kommunikation über Mail und Messenger Fluch und Segen zugleich ist. Ein Agenturmitarbeiter aus dem Publikum, Vertreter der digitalen Boheme aus Berlin Mitte, goss die Erkenntnis anschließend in zwei treffende Sätze: „Am Anfang habe ich gedacht: &#8216;Toll, ich kann arbeiten, wo auch immer ich bin&#8217;. Ein Jahr später dann: &#8216;Mist &#8211; wo auch immer ich bin, muss ich arbeiten&#8217;“.<br />
Was aber können Mitarbeiter tun, deren Chefs ihnen in die Freizeit spammen? Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD, sprach sich für gesetzliche Schranken aus, obgleich er das viel diskutierte VW-Modell (Shutdown des Mailservers nach Dienstschluss) für unpraktikabel hält. Die Lösung des Volkswagen-Konzerns befürwortete keiner der Teilnehmer, Konsens war jedoch eine bedachte Unternehmenspolitik. SAP-Organisationsexpertin Petra Meyer appellierte an die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter: Niemand sei gezwungen, immer sofort auf Mails zu antworten. Man könne auch „einfach mal nein sagen“.</p>
<h3>Raus aus dem Büro</h3>
<p>Räumlich und zeitlich flexiblere Arbeit, das „Home Office“, hat die klassischen Nine-to-Five-Grenzen aufgeweicht – besonders in der Kreativszene. Das wurde beim D64-Gespräch auch als Chance gesehen, unterschiedliche Freizeitvorstellungen und Familienleben mit der Arbeit zu vereinbaren. Lars Klingbeil sah „Emazipationspotential durch digitalisiertes Arbeiten“. Flexible Arbeit setze sich mehr und mehr durch, wie der Journalist und Sachbuchautor Markus Albers (&#8220;Morgen komm ich später rein&#8221;) konstatierte. Sowieso müsse die Arbeit vermehrt am Ergebnis, nicht an der Arbeitszeit gemessen werden. „Wir alle kennen das: Man sitzt nur noch im Büro, weil man da eben sitzen muss“. Der Begriff zum Befund heißt „Boreout“, abgeleitet vom englischen Adjektiv „boring“ („langweilig“).</p>
<h3>Arbeiten im Zeitraffer</h3>
<p>Für viele hat der Arbeitstakt jedoch längst eine Geschwindigkeit erreicht, die als Belastung empfunden wird. Petra Meyer von SAP kennt das aus der Software-Branche, wo kürzere Entwicklungszyklen bewirken, dass das Tempo „gefühlt mehr als doppelt so schnell“ geworden ist – was freilich nicht allein eine Folgewirkung neuer Kommunikationstechnologie ist, sondern vornehmlich im Konkurrenzdruck der Globalökonomie begründet liegt. Konsequenz, so oder so, kann jedoch lauten: Burnout. Bei SAP habe sich deswegen auf Initiative der Mitarbeiter ein Arbeitskreis ehemalig Betroffener zusammengefunden, der Unterstützung anbietet und für Warnsignale sensibilisiert.<br />
Igor Schwarzmann von der Mini-Agentur “Third Wave” will das innere Feuer mit einer innovativen Wochenarbeitsplanung am Brennen halten. An vier Tagen wird normal gearbeitet, am fünften sind Meetings, Mails und Telefonate Tabu – stattdessen ist Muße für Lesen und Lernen, denn “Multitasking klappt nicht.” Auch 2013 muss der Hammer noch fallen dürfen.<br />
Bilder: Michael Panse <a id="yui_3_7_3_3_1370340870564_885" href="http://www.flickr.com/photos/michael-panse-mdl/"></a>(<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-ND 2.0</a>), MIKI Yoshihito (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>)</p>
<div><img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /></div>
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		<title>ZEIT KONFERENZ: Zukunft der Arbeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Tobias Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Dec 2012 11:14:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitag veranstaltete Die Zeit eine Konferenz in Berlin über die Auswirkungen der digitalen (R)Evolution auf Wirtschaft und Gesellschaft. Im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/zeit-konferenz-zukunft-der-arbeit/programmbild-der-zeit-konferenz/" rel="attachment wp-att-124264"><img decoding="async" class="aligncenter size-large wp-image-124264" alt="" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Programmbild-der-ZEIT-Konferenz-630x298.png" width="630" height="298" /></a>Am Freitag veranstaltete Die Zeit eine Konferenz in Berlin über die Auswirkungen der digitalen (R)Evolution auf Wirtschaft und Gesellschaft. Im Zentrum stand die Überlegung, wie wir in Zukunft arbeiten und wie die mobile Kommunikation Arbeitsplätze und Unternehmenskultur verändert.<br />
Die Fragen waren gut gestellt: Vor der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft wollte die <a href="http://www.zeit-konferenzen.de/digitale-revolution-2012#ueberblick" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konferenz </a>den Fragen nachgehen, wie Digital Natives in Zukunft leben und arbeiten werden, wie die mobile Kommunikation die Produktivität von Unternehmen beeinflusst und wie sich eine echte Vertrauenskultur im Internet bilden lässt. Dazu wurden zahlreiche Vertreter der Wirtschaft und eine Vertreterin der Gesellschaft eingeladen. Leider standen weder direkt betroffene Mitarbeiter noch so genannte Digital Natives auf der Teilnehmerliste. So unterhielten sich auf der Konferenz Präsidenten, Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer großer Unternehmen darüber, wie ihre Mitarbeiter die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen &#8211; ohne dass diese ihre Perspektive darstellen konnten.</p>
<p>Die Konferenz wurde von Ursula von der Leyen eröffnet, die in ihrer Rede besonders die Chancen betonte, die die Digitalisierung mit sich bringt. Von der Leyens Darstellung moderner Arbeitsabläufe in global agierenden Großunternehmen zeichnete ein äußerst optimistisches Bild des Alltags in deutschen Büros, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales sprach aber den Kern der gesellschaftlichen Veränderung an. Für sie ist der Gedanke der Partizipation in die Unternehmenskulturen zu integrieren, damit die positiven Effekte der Digitalisierung genutzt werden können. Im Alltag heißt das für von der Leyen, dass sich zwar die Grenzen zwischen Innen und Außen und zwischen Dauerbeschäftigung und Projektarbeit auflösen, Unternehmen aber eine hochflexible Belegschaft und den Zugang zu einem weltweiten Meer an Fachkräften erhalten.</p>
<p>Ob dies eine Bedrohung oder ein Fortschritt bedeutet, komme darauf an, wie wir als Gesellschaft diese digitale Arbeitswelt gestalten. Im Digitalen lägen zwar die Eintrittsbarrieren niedriger und es gebe einen fast schrankenlosen Zugang zur Arbeitswelt, Unternehmen dürften aber nicht den Fehler machen, im Cloud-basierten Arbeiten vor allem ein Mittel zur Kostensenkung zu sehen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber seien gemeinsam in der Pflicht, eine digitale Arbeitskultur zu entwickeln. Nach von der Leyen soll die Politik diesen Wandel sich ungestört entwickeln lassen, jedoch aufmerksam beobachten. Ihrer Meinung nach ist ein neues und modernes Verständnis von Führung nötig, das Rahmenbedingungen setzt, in denen Menschen und Organisationen sich Veränderungen in der digitalen Welt anpassen können, denn die einzige Konstante in der digitalen Welt sei der Wandel. Deshalb bedürfe es einer Philosophie der Resilienz, des Biegens statt Brechens, und keines Strukturkonservatismus.</p>
<p>Im Anschluss ging der Unternehmensberater und ehemalige Chefredakteur der japanischen Financial Times, Charles Leadbeater, auf seine Vision unserer Arbeitswelt im Jahr 2030 ein. Für ihn ist die Frage entscheidend, ob Technologie für uns als Gesellschaft gedacht ist oder wir Menschen nur noch für die Technologie notwendig sind. Sein Vergleich mit einer Schreibmaschine, einem praktischen Werkzeug, das seine Bestimmung ideal umsetzt, und mit modernen Smartphones, zu denen einige Menschen eine besorgniserregend enge Beziehung entwickelten, verdeutlichte, dass wir schon jetzt Antworten auf die Fragen von morgen finden müssen. In der Zukunft würden wir hoch entwickelte Systeme geschaffen haben, in denen wir einen ebenso hohen Grad an Empathie beherrschen sollten. Hoch entwickelte Systeme, wie soziale Netzwerke als Spiegelbild der Gesellschaft oder eine veränderte Kommunikation , machten einen gewissen Grad an Medien- und Netzkompetenz nötig, die unsere Gesellschaft in öffentlichen Räumen lernen müsste.</p>
<p>In der anschließenden Gesprächsrunde unterhielten sich Ulrich Homburg (Vorstand von DB Mobility Logistics AG), Henning Kagermann (Präsident von acatech), Christian Macht (Groupon Central Europe) und René Schuster (CEO von Telefónica Deutschland) darüber, was die digitale Revolution für die Wertschöpfung bedeutet. Am Nachmittag erörterten Thomas Vollmoeller (Vorstandsvorsitzender von XING), Volker Smid (Vorsitzender der Geschäftsführung von Hewlett-Packard), Thomas Schröder (Geschäftsführer von Microsoft Deutschland) und Sebastian Dettmers (Geschäftsführer von StepStone Deutschland) die Chancen der digitalen Revolution für Unternehmen und Mitarbeiter.</p>
<p>Ohne anwesende Mitarbeiter und nicht frei von Eigenwerbung gegenübr den anderen Wirtschaftsbossen kamen leider nur leere Phrasen heraus wie ″<em>If you got a brain then you are a startup.</em>″ (Schuster), ″<em>Auf Möglichkeiten von Social Media muss man sich als Unternehmen ernsthaft einlassen, sonst wird der Shitstorm immer größer.</em>″ (Homburg), ″<em>Führungskultur wird sich verändern und skandinavischer werden.</em>″ (Vollmer) oder ″<em>Junge Mitarbeiter muss man nicht mehr nach Feedback fragen, die geben es von allein.</em>″ (Schröder). Von praktischen Erfahrungen wurde nicht berichtet und die Eigendarstellungen der Herausforderungen durch die Digitalisierung wirkten oft geschönt. Etwas Praxiserfahrung einer offen darüber erzählenden unteren Angestelltenebene hätte beiden Diskussionsrunden gut getan.</p>
<p>Den Abschluss der Konferenz bildete ein als Generationengespräch titulierte Diskussion zwischen Anke Domscheit-Berg, Gründerin und Inhaberin von fempower.me und opengov.me, und Wolfgang Grupp, alleiniger Geschäftsführer und Inhaber des Textilunternehmens Trigema. Die zwei Gäste hätten mit ihrer Haltung zum Internet und der Digitalisierung unterschiedlicher nicht sein können, doch wurde der Unterhaltungscharakter schnell durch Grupps antiquiertes und sexistisches Weltbild gestört. Zwar lässt Grupp das Internet im Unternehmen nutzen, z.B. für den Betrieb eines Online-Shops oder wenn er E-Mails diktiert bzw. sich ausdrucken lässt, er selbst allerdings möchte sich nicht “vom Internet vergewaltigen lassen” und „mute das auch seinen Mitarbeitern nicht zu“.</p>
<p>Grupp, der für sein erfolgreiches Unternehmen mit einer sozialen Firmenphilosophie bekannt ist (z.B. garantiert Grupp den Kindern seiner Angestellten einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz), bietet Frauen in seinem Unternehmen sogenannte Mutterschichten für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf an, nicht aber den männlichen Mitarbeitern, denn ″<em>Männer arbeiten doch eh, weil sie dafür sorgen, dass Mutter und Kind Brot und Butter auf dem Tisch haben</em>″. Die netzaffine Unternehmerin Domscheit-Berg wirkte zum Glück von der Existenz derartig extremer Ansichten im Jahr 2012 mehr fasziniert als abgeschreckt, so dass die Diskussion lebhaft zu Ende geführt wurde. Domscheit-Berg betonte anhand des Beispiels Hamburger Transparenzgesetz und persönlich erlebter Mehrwerte durch Social-Media-Kommunikation als positive Beispiele die Chancen der Digitalisierung.</p>
<p>Im Fazit war die perfekt organisierte ZEIT KONFERENZ ein Ort, an dem die richtigen Fragen gestellt, leider aber die ″falschen″ Gäste zur Beantwortung eingeladen wurden. Es ist einer bestimmten Managergeneration nicht zu verübeln, dass sie den digitalen Wandel in ihren Unternehmen zwar noch aus wirtschaftlichen Gründen einführen lassen, ihn aber persönlich nicht so nachvollziehen können, wie jemand, der den Wandel (er)lebt. Gerade angesichts der von der Bundesministerin für Arbeit und Soziales erwähnten Aufwertung externer Projektmitarbeiter wäre die Betrachtungsweise dieser Menschen spannend gewesen, denn sie sind es, die die globale Vernetzung unserer Arbeitswelt am besten repräsentieren und nutzen.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/internationale-datenschutzkonferenz-von-paragrafenreitern-und-versaeumnissen/cc-lizens/" rel="attachment wp-att-121978"><img decoding="async" class="aligncenter size-medium wp-image-121978" alt="CC-BY-SA-Lizenz" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x53.png" width="305" height="53" /></a></p>
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		<title>Auch die Politik braucht soziale Innovation</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/soziale-innovation/auch-die-politik-braucht-soziale-innovation-11440/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Hans-Werner Franz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:09:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Thema soziale Innovation ist im Aufwind. Die OECD mit ihrem Forum für soziale Innovation und die Europäische Kommission (z.B. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Thema soziale Innovation ist im Aufwind. Die OECD mit ihrem <a href="http://www.oecd.org/document/21/0,3746,en_2649_34417_44255253_1_1_1_1,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Forum für soziale Innovation</a> und die Europäische Kommission (<a href="http://ec.europa.eu/enterprise/policies/innovation/policy/social-innovation/index_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">z.B. Social Innovation Europe</a>) haben es auf ihre Fahnen geschrieben. Auch die Unesco ist gerade dabei, ein entsprechendes Programm vorzubereiten. Ebenso ist das Thema inzwischen bei etlichen nationalen Regierungen virulent. Sie alle lassen sich bei ihren neuen Programmen inspirieren von den Ergebnissen der Wiener Konferenz vom September 2011, konzentriert in der <a href="http://www.socialinnovation2011.eu/social-innovations/materials" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wiener Erklärung</a>. Das könnte auch für Deutschland und den deutschen Sprachraum Anregung sein, die vorhandenen Programme zu überdenken.</p>
<p>Nicht alles, was sich unter diesem neuen Etikett versammelt, ist neu. Aber zum ersten Mal bekommt eine vielfältige Versammlung von Themen einen gemeinsamen Namen. Als soziale Innovation kann man all jene neuen sozialen Handlungsweisen (also auch Politiken) bezeichnen, die von den Bürgerinnen und Bürgern oder relevanten Gruppen angenommen worden sind, weil sie bestimmte soziale Bedürfnisse anders oder besser befriedigen.</p>
<p>Unter der Rubrik soziale Innovation kann man in jüngerer Zeit so unterschiedliche Neuerungen versammeln wie die Arbeitszeitkonten in den Betrieben und Kurzarbeit, die Deutschland so gut durch die Krise haben kommen lassen, die Kommunikation via Internet, die unsere Formen des Arbeitens und Kommunizierens so tiefgreifend verändert hat. Aber auch der Einzug von McDonald’s, der als neuer Typ von Gastronomie für viele Menschen eine völlig veränderte Form des gemeinsamen Essens bedeutet hat. Damit ist klar: Wie bei dem herkömmlichen Innovationsbegriff, der eher auf technische Produkte bezogen ist, geht es auch hier nicht um Gut oder Böse. Was die Einen als Vorteil ansehen, mögen Andere ignorieren oder gar ablehnen.</p>
<p>Dabei hat die Wissenschaft es leicht, denn sie sagt unter Bezug auf Schumpeter: Innovation ist das Neue, das sich durchgesetzt hat. Das gilt für Innovation in jeglicher Form. Das lässt sich empirisch prüfen und belegen. Politik und ihre Programme müssen jedoch entscheiden, <em>bevor</em> sich etwas Neues durchgesetzt hat. Nicht selten sind Gesetze sogar die Form der Durchsetzung des Neuen. Bei Programmen geht es jedoch darum, Entscheidungskriterien zu entwickeln, wofür Geld ausgegeben, welche Neuheit gefördert werden soll. Die Vergabekriterien dazu sind bekannt. Sie hängen wie bei allen anderen Projektanträgen, die gefördert werden sollen, von der Qualität des Antrags ab. Er muss wissenschaftlich überzeugend begründen: Wie neu ist das Neue, das vorgeschlagen wird? Was macht es besser als das, was gegeben ist? Was bringt es der Gesellschaft? Wie gut ist das Projektkonsortium dafür geeignet, das zu erforschen und zu entwickeln? Wie solide ist das Forschungs- und Entwicklungsdesign beschrieben, mit dem das erreicht werden soll? Wie gut sind die dafür geplanten Ausgaben begründet?</p>
<p>Nichts muss neu erfunden werden. Nicht wenige Programme der Europäischen Kommission, aber auch viele nationale oder EU-kofinanzierte Programme haben auch in den vergangenen Jahren schon sozial-innovativen Ideen Raum gegeben, die wir heute unter dem Label Soziale Innovation versammeln. Zum Beispiel das große Programm „Humanisierung des Arbeitslebens“ der siebziger und achtziger Jahre fällt in diese Kategorie. Nur wissen wir heute, dass man die Menschen nicht belehren kann, sondern mit ihnen zusammen das Neue erforschen und entwickeln muss.</p>
<p><strong>Welche Rolle hat die Wissenschaft?</strong></p>
<p>Politik nutzt Wissenschaft in vielfältiger Weise, nicht nur als Quelle des aktuell verfügbaren Wissens, sondern gerne auch als Legitimation für längst getroffene Entscheidungen. Weniger gerne sehen politisch Verantwortliche, wenn WissenschaftlerInnen sich einmischen. Auch viele WissenschaftlerInnen selbst ziehen es vor, ihre Ergebnisse unverbindlich zur Verfügung zu stellen.</p>
<p>Soziale Innovationsprojekte verlangen den Forschenden jedoch ab, dass sie nicht nach dem klassischen Forschungsparadigma verfahren: Wir fragen, Sie antworten. Wir publizieren, Sie können es ja lesen. Sozialforschung muss sich in vollem Umfang ihrer Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Wissenschaft bewusst sein, und dies muss sich auch in den Methoden und Instrumenten des Forschungs- und Entwicklungsprozesses sowie in den Kommunikationsformen widerspiegeln, die zum Einsatz kommen. Dazu gehört, dass man schon bei der Formulierung der Fragestellung darauf achtet, dass die Sichtweisen der beteiligten und betroffenen gesellschaftlichen Gruppen eingeholt werden und Berücksichtigung finden, dass Betroffene beteiligt und in die Interpretation der Ergebnisse eingebunden werden und dass als Ergebnis nicht nur akademische Lesekost angerichtet wird, sondern (zumindest) auch Werkzeuge und Handreichungen für die Praxis geliefert werden. Für die Programmverantwortlichen in Politik und Ministerien ist es daher wichtig zu wissen, dass sie für solche Projekte mit den rein akademischen Evaluatoren, die den Daumen für die Bewilligung der Projekte heben oder senken, nicht immer gut fahren werden.</p>
<p>Dabei darf es auch Pannen und Misserfolge geben. Sozialwissenschaftliche Projekte sind im Vergleich zu Technikprojekten ziemlich billig zu haben. Auch bei den weitaus mehr Millionen verschlingenden Projekten der technischen Innovation sind nicht alle Projekte ein Erfolg. Und die Innovation, die ihr Gegenstand war, noch seltener. 90 Prozent dessen, was als „Innovationspanther“ abspringt, landet als lahmer Hauskater in der Ecke und wird nie ein ökonomischer Dauerbrenner. Partizipatorisch angelegte soziale Innovationsprojekte hingegen haben zumindest bei den beteiligten Menschen einer Stadt, einer Region, eines Verbandes oder Unternehmens schon etwas bewirkt. Politik sollte daher mehr Mut zu sozialen Experimenten zeigen und soziale Innovationsprojekte aktiver fördern.</p>
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		<title>SPD sagt &#8220;No Nokia&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jan 2008 14:08:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Nokia]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
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		<category><![CDATA[Kampagnenwebsite]]></category>
		<category><![CDATA[Partei]]></category>
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					<description><![CDATA[Schneller und massenhafter Protest: Die SPD Nordrhein-Westfalen hat die Internet-Kampagne <a href="http://nonokia.nrwspd.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#34;No Nokia&#34;</a> gestartet und bündelt Protest gegen die Schließung des hoch subventionierten Handywerkes in Bochum. In wenigen Tagen kamen so nach eigenen Angaben über 15.000 Unterstützer zusammen und der Server ging in die Knie.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Schneller und massenhafter Protest: Die SPD Nordrhein-Westfalen hat die Internet-Kampagne <a href="http://nonokia.nrwspd.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;No Nokia&quot;</a> gestartet und bündelt Protest gegen die Schließung des hoch subventionierten Handywerkes in Bochum. In wenigen Tagen kamen so nach eigenen Angaben über 15.000 Unterstützer zusammen und der Server ging in die Knie.<!--break--></p>
<p>
Im Blog stehen hunderte Proteststatements von “Das häßliche Gesicht des Kapitalismus zeigt sich hier” bis “Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft! Gemeinsam können wir das Problem lösen und die Arbeitspätze erhalten!”. Außerdem gibt es eine Online-Unterschriftenliste und Online-Videos.</p>
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		<title>Mit Staunen und Zittern</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/mit_staunen_und_zittern-87/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:45:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Absolventin]]></category>
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		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[von Amélie Nothomb</b>Scheitern im Land der Kindheit.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>von Amélie NothombScheitern im Land der Kindheit.<br />
Manche Menschen verklären das Land ihrer Kindheit, das sie früh verlassen haben. So ging es der belgischen Diplomatentochter Amélie Nothomb mit ihrem Geburtsland Japan. Erst am Ende ihres Studiums kam sie zurück nach Japan, um dort ein einjähriges Praktikum in einem großen Unternehmen zu absolvieren. Was sie dort Anfang der 90er Jahre erlebte, hat sie in diesem Roman verarbeitet.<br />
Mademoiselle Nothomb beginnt ganz unten in der Hierarchie: anfänglich schenkt sie Kaffee und Tee aus, später verteilt sie die Post. Doch, wer unten anfängt, kann noch tiefer fallen: die letzten sieben Monate verbringt sie als Putzfrau auf der Damentoilette. Wie es dazu kommt, dass sie immer weiter absteigt, davon handelt dieses Buch. Bewundernswert ist die gefaßte, positive Haltung der Protagonistin, die offen bleibt für ihre Mitmenschen (insbesondere für ihre von ihr verehrte Vorgesetzte Fubuki) und alle Niederlagen und Zurechtweisungen entdramatisiert. Nebenbei vermittelt das Buch einige Einblicke in das Leben japanischer Firmen und die Mentalität japanischer Salary-Men.<br />
Der &#8220;exotische&#8221; Ort der Handlung ist sicher einer der Gründe für den Erfolg dieses Buches in Belgien und Frankreich (wo eine Premierministerin die Japaner einst als &#8220;Ameisen&#8221; bezeichnete), aber auch eine japanische Ausgabe erscheint gerade. Würden wir genauso gern etwas über das Innenleben europäischer Firmen lesen? Die Firnis der Rationalität ist auch in europäischen Firmen dünn. Sadismus, Verblendung und Überheblichkeit gegenüber Schwächeren und Fremden haben auch hier ihren Platz. Es ist das Verdienst dieses Buches, zumindest die nachdenklichen Lesern genau daran zu erinnern. Außerdem: Wer dieses kleine Büchlein in die Hand nimmt, wird es so schnell nicht mehr aus der Hand legen, da es &#8211; bis auf eine zu lange Passage über die Situation der japanischen Frau &#8211; sehr kurzweilig zu lesen ist. Der Autorin kommt ihr Humor niemals abhanden.<br />
Fazit: Sehr lesenwert. Auf europäische Gegenstücke warten wir gespannt.</p>
<table width="150" border="0" cellspacing="0" cellpadding="2" align="left">
<tbody>
<tr>
<td bgcolor="#FFCC00" width="100"><strong>Buch-Infos</strong></td>
<td rowspan="2"></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#FFFFCC">Amélie Nothomb<br />
Mit Staunen und ZitternZürich (Diogenes Vlg.) 2000</td>
</tr>
</tbody>
</table>
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		<title>Arbeit zwischen Misere und Utopie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgergeld]]></category>
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					<description><![CDATA[von André Gorz </b>Neoliberale und Keynesianer streiten sich über den Weg, der zu beschreiten ist, um Vollbeschäftigung wiederherzustellen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>von André GorzNeoliberale und Keynesianer streiten sich über den Weg, der zu beschreiten ist, um Vollbeschäftigung wiederherzustellen. In der Öffentlichkeit weitgehend Tabu ist hingegen die These vom &#8220;Ende der Arbeit&#8221;, die zum einen besagt, dass das Arbeitsvolumen der Industriegesellschaften dauerhaft sinkt und sinken wird, und zum anderen, dass die Art der Arbeitsplätz zu mehr Flexibilität tendiert (befristete Stellen, Zeitarbeit, Minijobs, Projektarbeit, neue Selbständigkeit).<br />
Die Rarifizierung der Arbeit ist ganz im Interesse der Unternehmen, da sie deren Verhandlungsmacht erhöht, und dies nicht nur, wenn es um die Löhne und Gehälter der Beschäftigten geht. Was leistet die klassische Lohnarbeit für die Beschäftigten? Zuerst einmal gibt sie ihnen Lohn und sichert damit ihren Lebensunterhalt, und dies auch indirekt durch Einbindung in die an die Arbeit gekoppelten sozialen Sicherungssysteme. Zum anderen schafft Arbeit die Gelegenheit, andere Menschen zu treffen, stellt Bindungen zu ihnen her, verschafft dem Arbeitenden Anerkennung und auch die Möglichkeit, sich mit anderen zu messen. Schließlich ist für manche Menschen Arbeit der Ort, an dem sie ihre Ideen und Anliegen verwirklichen können, sie also auf weitgehend freie Weise schöpferisch tätig sein können. Nennen wir diese drei Funktionen der Einfachheit halber die finanzielle, die soziale und die schöpferische Funktion der Arbeit. Obgleich immer mehr Menschen Wissensarbeiter sind und moderne Konzepte betrieblicher Organisation den Beschäftigten mehr Autonomie einräumen, haben nur wenige Arbeitende die Chance, ihre Arbeit als wirklich schöpferisch und damit befriedigend zu erleben. Für Gorz ist dies nicht einfach die Folge betrieblicher Organisationsformen, sondern eine Frage desRahmens: auf Grund der Verwertungsinteressen des Kapitals wird nur Arbeit angeboten, deren Produkte profitabel vermarktet werden können. Der Freiheit der Arbeitenden sind so enge Schranken gesetzt, wodurch es für die meisten eben nicht zur Zufriedenheit mit der Arbeit kommen kann. Die soziale Funktion wiederum der Arbeit ist nicht der Lohnarbeit im speziellen eigen, sondern der menschlichen Tätigkeit, also auch der &#8220;Arbeit&#8221; im Ehrenamt, im eigenen Haushalt oder im Sport.<br />
Grundsätzlich gibt es zwei Konzepte, wie das große Bedürfnis nach Familienarbeit und nach sozialen und politischen Tätigkeiten befriedigt und das Angebot auf dem Arbeitsmarkt offenbar überzähliger Talente nutzbar gemacht werden können: Zum einen können, so sehen Vorschläge z. B. des Soziologen Ulrich Beck oder der Manager Giarini und Liedtke vor, diese Tätigkeiten der herkömmlichen Lohnarbeit ganz oder teilweise gleichgestellt, d.h. aus Mitteln der Allgemeinheit bezahlt werden. Gorz lehnt dieses für ihn &#8220;koloniale&#8221; Ausgreifen der Lohnarbeit in andere Sektoren des menschlichen Lebens, in denen der Sinn der Tätigkeit und der Spaß an ihr Motivation genug sind, ab. Statt dessen schlägt er ein an keine Bedingung gekoppeltes Bürgergeld vor, das so bemessen sein sollte, dass es ein lebenswertes Leben ermöglicht. Jeder Bürger könne davon leben und sich zusätzliche Lebensqualität verschaffen durch Eigenarbeit (eigener Garten, selbst durchgeführte Reparaturen), durch Nachbarschaftshilfe oder die Teilnahme an Tauschringen. Jeder hätte dann die Chance, sich selbst in der gewonnenen Zeit durch von ihm frei gewählte soziale, politische und schöpferische Tätigkeiten frei zu entfalten.<br />
Gorz weiß, dass seine Vorschläge von vielen als Utopien bezeichnet werden, doch sieht er darin keinen Nachteil,denn er betrachtet Utopien als Vorstellungen, die die Realität transformieren sollen und können. Was er aber offenbar unterschätzt, sind die Widerstände, die einem Eckpunkt seiner Pläne, nämlich der Einführung eines existenzsichernden an keine Bedingungen geknüpften Bürgergeldes entgegengebracht werden. Zwar haben es Arbeitgeber und Konservative nicht geschafft, Arbeitslose in den Augen der Mehrheit der Deutschen als Faulenzer zu diffamieren, doch steht es für den Rezensenten außer Frage, dass viele arbeitende Menschen das bedingungslose Grundeinkommen als ungerecht empfinden und ablehnen würden, ganz zu schweigen von den hohen Kosten dieser Reform. Wohlgemerkt: Gorz\&#8217; Ziel &#8211; die Tätigkeitsgesellschaft &#8211; ist richtig. Er steht damit ja auch keineswegs allein da: fortschrittliche Manager, Sozialforscher und Pädagogen plädieren wie er für dieses Leitbild der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Doch es ist wohl geschickter und besser finanzierbar, mit derVerteilung der vorhandenen Arbeit anzufangen, d.h. auf die Lebens- und Leistungslust der jetzt vollzeit Arbeitenden zu bauen. Man könnte jedem Arbeitnehmer z. B. ein verbrieftes Recht auf eine Stundenreduzierung einräumen, wenn das lokale Arbeitsamt mindestens drei Arbeitslose mit ähnlicher Qualifikation seinem Arbeitgeber als Ersatz vorschlagen kann. Oder den Arbeitenden wird ein Recht auf lange Bildungsurlaube oder Sabbatjahre eingeräumt. Während dieser Abwesenheitszeiten vertreten Arbeitslose die Beschäftigten. So funktioniert es mit Erfolg in Dänemark. Arbeitgeber und Gewerkschaften könnten sich auch &#8211; unter dem Druck der Öffentlichkeit und der Politik &#8211; verpflichten, Produktivitätszuwächse in Zukunft ausschließlich in Arbeitszeitverkürzungen umzusetzen. Es ist bekannt,daß Arbeitszeitverkürzungen zu Produktivitätssteigerungen führen, so dass vermutlich ein für alle Seiten sehr segensreicher Kreislauf aus sich selbst verstärkendenArbeitszeitverkürzungen und Produktivitätssteigerungen entstehen würde. Das neue Wohlstandsmodell dafür steht bereit: der Zeitwohlstand.<br />
Fazit: Gorz\&#8217; Buch ist gedankenreich, ohne unnötige Rücksichtnahmen und im besten Sinne visionär. Freiheit, Würde und Glück des arbeitenden Menschen stehen im Mittelpunkt von Gorz\&#8217; Denken. Kleine Schwächen, wie etwa seine allzu positive Einschätzung des bisher auch nach dessen eigener Einschätzung mehr in der Theorie als in der Praxis fruchtbaren Wirkens des deutsch-amerikanischen Professors F. Bergmann (&#8220;New Work&#8221;), fallen nicht ins Gewicht. Frankreich, die Wahlheimat des vor den Nationalsozialisten geflüchteten Wieners Gorz, bietet wohl zur Zeit das beste Experimentierfeld für die Zukunft der Arbeit, da dort nicht nur innovativ gedacht, sondern auch gehandelt wird. Die Erfolge können sich sehen lassen: Auch wenn man die staatlich geschaffenen Jobs für Jugendliche (Emplois jeunes) nicht mitzählt, wurden dort 1999 454.00 neue Stellen geschaffen (Le Monde vom 20.05.2000). In den letzten 35 Jahren wurde nur einmal, nämlich 1969 eine annähernd so hohe Zahl neuer Stellen in einem Jahr geschaffen. Und ungefähr ein Drittel dieser Stellen geht nach amtlicher Darstellung zurück auf die gesetzliche Einführung der 35-Stundenwoche. Wie peinliche wirkt da der Kommentar mancher deutscher Journalisten, beispielsweise die Aussage des FAZ-Journalisten Barbier im sonntäglichen ARD-Presseclub, dass Frankreich sich auf eine Rezession einstellen müsse als Folge der Umsetzung der 35-Stundenwoche.</p>
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		<title>Arbeit und menschliche Würde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Oskar Negt]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Globalsierungskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenwürde]]></category>
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					<description><![CDATA[<p><b>Arbeit und menschliche Würde</b></p><p><b>Eine Analyse und Kritik des reifen Kapitalismus und seiner Globalisierung</b></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Arbeit und menschliche Würde</strong><br />
<strong>Eine Analyse und Kritik des reifen Kapitalismus und seiner Globalisierung</strong><br />
Bei den meisten Menschen in Deutschland dürfte ein eher flaues Gefühl aufkommen, wenn von Globalisierung die Rede ist. Und das, obwohl sich die Befürchtungen, die sich mit der Debatte um den &#8220;Standort Deutschland&#8221; verbanden, nicht bewahrheitet haben: Deutschland ist weiterhin ein Hauptexportland. Im Welthandel sind es die ohnehin schon ärmsten Länder, die weiter an Boden verloren haben. Die Globalisierung hat also das Auseinanderdriften von Arm und Reich gefördert. Und doch sind die Sorgen der erfolgreichen und reichen Deutschen begründet, sagt uns Negt, der die Globalisierung nur für ein neues Gewand des alten Kapitalismus hält, welcher seit dem Ende des &#8220;realen Sozialismus&#8221; nicht nur in alle Erdteile ausgreift, sondern der auch bei uns auf eine nur marktförmig strukturierte Wirtschaft und Gesellschaft drängt.<br />
Negt unternimmt die philosophisch begründete Analyse und Kritik des reifen Kapitalismus und seiner Globalisierung. Dabei greift er vor allem auf Kant und Marx, aber auch auf Max Weber, Hegel, Adorno, Foucault und Aristoteles zurück. Er unterscheidet &#8211; in der Tradition Karl Mannheims &#8211; Ideologie von Utopie. Globalisierung und Neoliberalismus sind für Negt eine Ideologie, weil sie die wahren Machtverhältnisse verschleiern und das Aktivwerden Betroffener bzw. Benachteiligter verhindern. Andere haben deswegen den Neoliberalismus hingegen als &#8220;Utopie&#8221; bezeichnet (Pierre Bourdieu). Doch Negt sieht sich wohl in der Tradition der Renaissanceutopisten Campanella, Morus und Bacon, die er anerkennend würdigt, nicht zuletzt, weil diese den Rückgang des Volumens fremdbestimmter Arbeit postuliert haben. Die Utopie ist ein Bild, das transformierend auf die Gesellschaft einwirkt.<br />
Die Welt des ungezügelten Kapitalismus ist geprägt durch eine weiter wachsende Kluft zwischen armen und reichen Ländern und auch zwischen den Schichten innerhalb der Länder, eine Kluft, die Gewalt und Konflikte begünstigt. Betriebswirtschaftliches Denken allein ist für die von Negt eingeforderte gesamtgesellschaftliche &#8220;Ökonomie des ganzen Hauses&#8221; untauglich. Die Arbeitslosigkeit, die Deutschland in der 90er Jahren pro Jahr 180 Milliarden DM (und damit mehr als der Aufbau der Neuen Bundesländer) gekostet hat, ist für ihn ein Akt der Barbarei:<br />
&#8220;Arbeitslosigkeit ist ein Gewaltakt. Sie ist ein Anschlag auf die körperliche und die seelisch-geistige Integrität, auf die Unversehrtheit der davon betroffenen Menschen. Sie ist Raub und Enteignung der Fähigkeiten, &#8230; in Gefahr sind zu verrotten und schwere Persönlichkeitsstörungen hervorzurufen.&#8221;<br />
In unserer Gesellschaft sieht Negt eine Aufspaltung in zwei Realitäten: zum einen die Realität derer, die gesicherte und auskömmliche Arbeit haben, zum anderen diejenigen,die aus dieser Welt ausgeschlossen sind. Diese zweite Realität, ist laut Negt für die in der ersten Realität Befindlichen kaum nachvollziehbar.<br />
Warum aber wird nicht statt der Arbeitslosigkeit nützliche Arbeit finanziert? Weil Arbeitslosigkeit und Armut in ihren sozialpsychologischen Folgen zentrale Faktoren der Systemstabilisierung seien! An pragmatische Lösungen für das Problem der Arbeitslosigkeit glaubt Negt nicht. Die Bewältigung dieses Krisenherdes sei nicht anders zu leisten als durch schwerwiegende Eingriffe in die bestehenden Macht- und Wirtschaftsstrukturen. Nötig sei ein Paradigmenwechsel hin zu den Bedürfnis- und Interessenstrukturen lebendiger Menschen als Ausgangspunkt der Betrachtung und der Veränderung.<br />
Als Träger des Widerstandes sieht Negt vor allem die Gewerkschaften, deren gesamtgesellschaftliche Verantwortung &#8211; man könnte sagen: deren Utopiefähigkeit &#8211; er beschwört. Als Kernforderung zur Umgestaltung der Gesellschaft sieht Negt die Verkürzung der Arbeitszeit an. Zeitnot halte überholte Herrschaftsstrukturen aufrecht. Denn Bildungsprozesse, die Voraussetzung für Mündigkeit und selbstgesteuerte gesellschaftlich-politische Aktivität sind, bedürfen der Zeit. Die durch Arbeitszeitverkürzung Entlasteten würden dadurch von Gefangenen einer gesellschaftlichen Maschinerie zu &#8220;assoziierten und kooperativen Produzenten, &#8230; die den überwiegenden Teil ihrer Sozialphantasie und ihrer Arbeitsenergie auf politische Gemeinwesenarbeit konzentrieren.&#8221; Allerdings übersieht Negt nicht die Fallen einer vergrößerten Freizeit: durch ein erhöhtes Konsum- und Unterhaltungsangebot drohe sich die für Bildung und menschliche Beziehungen gewonnene Zeit wieder der Taktvorgabe technischer Apparate und ihrer Inhalte zu unterwerfen.<br />
Die Begrenzung und Steuerung der Technik ist ein weiteres Anliegen Negts, ebenso wie die Kritik an seinen Soziologenkollegen Ulrich Beck und Anthony Giddens, denen er zu geringe Abgrenzung zum Neoliberalismus und damit Ausbeutbarkeit ihrer Konzepte (Risikogesellschaft, Individualisierung) vorwirft. Bemerkenswerte psychologische Einsichten gelingen Negt bei seiner Analyse der seelischen Lage Langzeitarbeitsloser und bei seiner Nachzeichnung der psychischen Mechanismen der deutschen Einheit.<br />
Negts Buch ist von einem tiefen humanistischen Antrieb und Sorge um die Menschenrechte aller geprägt. Es könnte auch betitelt sein : &#8220;Die geistige Situation der Zeit&#8221;, denn es kommt dem Wunsch nach Orientierung entgegen. Die Berichte vom Weltsozialgipfel in Porto Alegre zeigen uns, dass diese Zeit zu Ende geht. Immer mehr Menschen sagen: &#8220;There must be an alternative &#8211; Eine andere Welt ist möglich!&#8221; Gewiß fehlt noch der Konflikt, in dem eine neue Bewegung auch in Deutschland einen ersten Sieg gegen die Neoliberalen erzielen könnte. Aber der kann schnell kommen, etwa beim Versuch, das Gesundheitssystem in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zu verwandeln.<br />
Eigentlich paßt Negts Buch perfekt in die Zeit, aber seine Länge macht es für arbeitende Menschen schwer verdaulich. Wer andere Kritiker des Neoliberalismus (wie Bourdieu oder André Gorz) oder Ethiker (Hans Jonas) gelesen hat, wird zudem finden, dass Negts Buch nicht viel Neues enthält. Seine konkreten sozialpolitischen Forderungen &#8211; Arbeitszeitverkürzung und eine verbesserten Grundsicherung &#8211; liegen schon länger auf dem Tisch. Es handelt sich um bekannte, aber wichtige und hochaktuelle politische Gedanken in akademisch ausgearbeiteter Form.<br />
Arbeit und menschliche Würde, von Oskar Negt, Göttingen (Steidl) 2002, 2. Aufl.</p>
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