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	<item>
		<title>&#034;Rot-Grün ist klare erste Präferenz&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nina Schröter]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 17:13:11 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[NRW-Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Erweiterung]]></category>
		<category><![CDATA[Cem Özdemir]]></category>
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					<description><![CDATA[Cem Özdemir war am Montag, den 08. März 2010 zu Gast im
tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User diskutierten mit dem Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen unter anderem über mögliche Koalitionen nach der NRW-Wahl, die Einführung von Mindestlöhnen, den Atomausstieg und den EU-Beitritt der Türkei.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Cem Özdemir war am Montag, den 08. März 2010 zu Gast im<br />
tagesschau-Videochat in Zusammenarbeit mit politik-digital.de. Die User diskutierten mit dem Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen unter anderem über mögliche Koalitionen nach der NRW-Wahl, die Einführung von Mindestlöhnen, den Atomausstieg und den EU-Beitritt der Türkei.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<center><a href="http://www.tagesschau.de/interaktiv/chat/chatprotokoll548.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="/wp-content/uploads/videochat___zdemir.jpg" height="242" width="400" /></a></center><br />
Wenn Sie den Videochat noch einmal sehen wollen, klicken Sie einfach auf das Bild. </p>
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			</item>
		<item>
		<title>Machnig (BMU): &#8220;Grüne Technologien sind die Zukunft&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/machnig-bmu-gruene-technologien-sind-die-zukunft-4462/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sruff]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 15:50:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Atomenergie]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Montag, 20. Juli 2009, beantwortete der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, Fragen der User zum Thema Atomenergie im <a href="http://www.bmu.de/chat_atomenergie_und_endlagerung/doc/44599.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chat </a>des Bundesumweltministeriums. Dabei nahm er Stellung zu den aktuellen Störfallen in deutschen AKWs, Fragen der Endlagerung von Atommüll und Perspektiven von Erneuerbaren Energien. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Montag, 20. Juli 2009, beantwortete der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, Fragen der User zum Thema Atomenergie im <a href="http://www.bmu.de/chat_atomenergie_und_endlagerung/doc/44599.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Chat </a>des Bundesumweltministeriums. Dabei nahm er Stellung zu den aktuellen Störfallen in deutschen AKWs, Fragen der Endlagerung von Atommüll und Perspektiven von Erneuerbaren Energien. <!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: So, es ist 13 Uhr. Gleich die erste Frage an unseren Gast: Können wir starten?<b></b>
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Ja, wir können starten.
</p>
<p><b></b></p>
<p>
<b>Ersti</b>: Guten Tag. Sollte nicht eigentlich Herr Gabriel am Chat teilnehmen? Ich meine, dass ich das gestern so gelesen hatte.
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Das stimmt. Herr Gabriel hat heute einen Krankheitsfall in der Familie und kann deswegen nicht hier sein. Somit sorry.
</p>
<p>
<b>Makulatur</b>: Warum sagen Sie, dass die Atomenergie eine schmutzige Energie ist?<b></b>
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Kernenergie produziert große Mengen radioaktiven Abfalls und<br />
Kernenergie ist eine Risikotechnologie. Daraus ergibt sich, dass<br />
Kernenergie eben keine saubere, keine fehlerfreundliche und auf Dauer<br />
keine verantwortbare Energieversorgung darstellt.
</p>
<p>
<b>Hermelinr</b>: Rebecca Harms proklamierte: &quot;Die Asse säuft ab.&quot; Wie erst ist die Gefahr und wie sehen Lösungen aus?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Die Lage ist ernst. Wir sind dabei, uns einen möglichst vollständigen<br />
Überblick über die reale Gefährdungssituation zu schaffen. Auch wir<br />
lernen manchmal staunend und ungläubig dazu. Asse hat keinerlei<br />
Sicherheitsreserven. Das wird jeden Tag deutlicher. Wir haben eine<br />
Studie in Auftrag gegeben, die Optionen prüft. Dabei werden drei<br />
unterschiedliche Stilllegungsszenarien geprüft und bewertet. Erst wenn<br />
das abgeschlossen ist, werden wir endgültig entscheiden können.
</p>
<p>
<b>Paddyoxr</b>: Sind die externen Kosten, wie die für Endlagerung, eigentlich im Atomstrompreis enthalten?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Nein. Bei Asse und Morsleben kommt der Steuerzahler nahezu zu 100<br />
Prozent für die Kosten auf. Bei Schacht Konrad gibt es zumindest eine<br />
Regelung, die Kosten nach Mengen zwischen Bund und<br />
Energieversorgungsunternehmen aufteilt. Es muss gelten: Die<br />
Energieversorgungsunternehmen müssen zukünftig an den Kosten angemessen<br />
beteiligt werden. Das ist zum Beispiel möglich durch die Einführung<br />
einer Brennelementsteuer.
</p>
<p>
<b>Privatuser</b>: Was ist eine fehlerfreundliche Energieversorgung?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Erneuerbare Energien sind eine fehlerfreundliche Technologie. Das<br />
heißt, selbst wenn etwas passiert, sind katastrophale Folgen, z.B. die<br />
Kontaminierung und radioaktive Verseuchung ganzer Landstriche nicht zu<br />
erwarten.
</p>
<p>
<b>Spycherr</b>: Sind Offshore-Windkraftanlagen eine echte Alternative für die Zeit nach dem Ausstieg?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Wir brauchen einen Energiemix, der in den nächsten Jahren Kernenergie<br />
durch mehr Energieeffizienz, einen massiven Ausbau der erneuerbaren<br />
Energien und hocheffiziente fossile Kraftwerke ersetzt. Das ist<br />
energiepolitisch sinnvoll, wirtschaftlich vernünftig und schafft zudem<br />
Arbeit und Beschäftigung.
</p>
<p>
<b>Klausr</b>: Auf der<br />
ganzen Welt ist die Renaissance der Atomkraft im Gange: Darf es<br />
wirklich sein, dass Deutschland sich von der technologischen<br />
Entwicklung abkoppelt und einen Sonderweg geht?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Es gibt keine Renaissance der Kernkraft. Es gibt nur eine Renaissance<br />
der Ankündigung. Trotz Zubau in einigen wenigen Fällen wird die Zahl<br />
der Kernkraftwerke weltweit abnehmen. Außerdem leistet Kernenergie nur<br />
2,5 Prozent am Endenergieverbrauch und knapp fünfzehn Prozent am<br />
Stromverbrauch weltweit. Kernenergie braucht massive staatliche<br />
Subventionen. Dazu sind die allerwenigsten Länder bereit. Die wenigen<br />
Neubauten, wie z.B. in Finnland, zeigen eines: Zeit und Kosten<br />
explodieren.
</p>
<p>
<b>WinnieTheAxe</b>: Worin sehen Sie die größten Gefahren für uns? In maroden osteuropäischen AKWs oder in den hiesigen?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Kernenergie &#8211; ob bei uns oder in anderen Ländern &#8211; ist eine<br />
Risikotechnologie. Auch wenn unsere Sicherheitsstandards besser sein<br />
sollten als z.B. in den osteuropäischen Ländern. Letztlich darf der<br />
Mensch beim Umgang mit der Kernenergie keinen Fehler machen. Gerade<br />
dieses menschliche Versagen ist aber nie auszuschließen.
</p>
<p>
<b>Alterförster</b>: Wie stark ist die Atomlobby nach dem beschlossenen Ausstieg noch?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Lobbies sind nur so stark, wie sich Politik von ihnen beeindrucken<br />
lässt. Wer ein klares Ziel hat, wie zum Beispiel den Ausstieg, den<br />
Ausbau der Erneuerbaren, mehr Energieeffizienz, und weiß, dass dies<br />
eine richtige Alternative ist, lässt sich nicht beeindrucken. Letztlich<br />
entscheidet jedoch der Wähler über politische Mehrheiten, die mehr oder<br />
weniger Atomlobbyismus zulassen. Also: Aufpassen am 27. September.
</p>
<p>
<b>Nwr</b>:<br />
Wo soll der Atommüll endgültig gelagert werden? Welche Kriterien werden<br />
an vermeintlich geeignete Orte gestellt und wo sind diese?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
In Deutschland gibt es bislang kein Endlager für hochradioaktive<br />
Abfälle. Übrigens auch weltweit gibt es keines. Deswegen ist ein<br />
Standortauswahlverfahren in Deutschland erforderlich, dass den besten,<br />
sichersten Standort bestimmt. Sicherheit, insbesondere<br />
Langzeitsicherheit, das heißt eine sichere Lagerung für eine Million<br />
Jahre, ist dabei das entscheidende Kriterium. Nur so kann es überhaupt<br />
Akzeptanz für einen Standort geben.
</p>
<p>
<b>AS</b>:<br />
Minister Gabriel hat im Hamburger Abendblatt dazu aufgefordert,<br />
Vattenfall als Energieversorger zu kündigen. Welchen ökologisch<br />
korrekten Energieversorger empfehlen Sie?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Die Verbraucherzentralen und die Umweltverbände können ihnen Anbieter<br />
nennen, die Strom aus erneuerbaren Energien zur Verfügung stellen.<br />
Jeder hat die Wahl. Man muss nur auswählen.
</p>
<p>
<b>Magi</b>: Wie beurteilen Sie die Potentiale der viel diskutierten Sonnenparks in Nordafrika?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Sonne ist die Energie des 21. Jahrhunderts. Es gibt keine<br />
verlässlichere, sicherere und nachhaltigere Energiequelle. Das heißt,<br />
das Potenzial von Photovoltaik und Solarthermie muss in den nächsten<br />
Jahren entwickelt werden. Die Solarthermie in Ländern wie Afrika hat<br />
ein hohes Potenzial. Das sollten wir erschließen. Deswegen ist Desertec<br />
ein gutes Projekt. Es muss aber mehr sein als PR der Energieversorger.
</p>
<p>
<b>Signatus</b>:<br />
Sie sagten, dass Kernenergie massive staatliche Subventionen braucht.<br />
Wie viel fließt hierzulande in die AKWs, wie viel in erneuerbare<br />
Energien?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Die Kernenergie<br />
ist seit den sechziger Jahren mit Milliardenbeträgen gefördert worden.<br />
Die Rückstellungen der Kernkraftbetreiber sind nach wie vor steuerfrei.<br />
Die erneuerbaren Energien fördern wir durch eine Umlage: 2,50 Euro pro<br />
Monat in einem vierköpfigen Haushalt. Wir erwirtschaften mit den<br />
erneuerbaren Energien heute bereits 27 Milliarden Euro an Wertschöpfung<br />
in Deutschland und haben 280.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die<br />
erneuerbaren Energien sind der klare Sieger: Energiepolitisch,<br />
wirtschaftspolitisch, beschäftigungspolitisch.
</p>
<p>
<b>Heinz</b>: Wie viele Störfälle gibt es jährlich in deutschen AKWs?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Seit Beginn der Kernenergienutzung hat es 5.783 meldepflichtige<br />
Ereignisse gegeben. An der Spitze liegt Brunsbüttel mit über 400,<br />
Krümmel hat 313 solcher meldepflichtigen Ereignisse zu verzeichnen. Die<br />
Statistik zeigt, je älter die Kraftwerke, umso höher die<br />
Fehleranfälligkeit. Deswegen müssen ältere Kraftwerke schneller vom<br />
Netz. Das sehen im übrigen 89 Prozent der Deutschen so.
</p>
<p>
<b>Tobias</b>: Wie sicher sind die deutschen AKWs gegen terroristische Angriffe geschützt?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Dazu muss zwischen älteren und neueren Anlagen unterschieden werden.<br />
Ältere Anlagen haben nur einen Containment von ca. 30 Zentimetern<br />
Beton. Jüngere bis zu 1,60 Meter. Kein deutsches Kernkraftwerk ist<br />
absolut sicher gegen den Absturz von großen Passagiermaschinen wie z.B.<br />
Jumbo oder A380.
</p>
<p>
<b>Privatuser</b>: Wie werden die<br />
rund 30 Prozent Stromanteile in Deutschland gedeckt, wenn die KKW<br />
abgeschaltet sind? Durch den Zukauf von französischem Strom?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Deutschland ist Nettoexporteur von Strom. Das heißt, wir produzieren<br />
mehr als wir verbrauchen. Bis 2012 werden allein im Umfang von 12.000 <acronym class="acronym" title="Megawatt">MW</acronym> fossile Kraftwerke und 12.000 <acronym class="acronym" title="Megawatt">MW</acronym> erneuerbare Energie gebaut. Wenn die alten acht Anlagen sofort vom Netz gingen, würden nur ca. 8.000 <acronym class="acronym" title="Megawatt">MW</acronym><br />
vom Netz gehen. Es gibt keine Stromlücke. Es gibt eine Erkenntnislücke.<br />
Eine intellektuelle Lücke bei denjenigen, die glauben, die Kernenergie<br />
sei unverzichtbar.
</p>
<p>
<b>Alex</b>: Hängt die Suche<br />
nach einem Standort für ein Endlager vom Zeitpunkt des Ausstiegs aus<br />
der Kernenergie ab? Wenn nein, warum vermischt man beide Themen in der<br />
öffentlichen Diskussion?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Ein Endlager in Deutschland muss bis zum Jahre 2035 zur Verfügung<br />
stehen. Kernenergie muss die Frage einer sicheren Endlagerung<br />
beantworten. Sonst wird es keine Akzeptanz geben. Auch für kein<br />
Endlager. Deshalb hängen beide Fragen zusammen.
</p>
<p>
<b>Hallo</b>:<br />
Als wie ehrlich darf man die Aussagen zur Kernenergie im Wahlkampf<br />
beurteilen, besonders von den Parteien, die auch schon mal eine<br />
Verlängerung der Laufzeiten gefordert haben?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Wahlen entscheiden über die Richtung eines Landes. Auch in der<br />
Energiepolitik. Das ist das Wesen der Demokratie. Deswegen geht es um<br />
Alternativen. Die Alternative lautet Ausstieg aus der Kernenergie oder<br />
Verlängerung der Laufzeiten auf unbestimmte Zeit. Da muss sich jeder<br />
entscheiden. Wenn Herr Pofalla von der Öko-Energie Kernenergie spricht,<br />
weiß er entweder nicht, wovon er spricht, oder er will die Menschen<br />
hinter die Fichte führen.
</p>
<p>
<b>Sina</b>: Ich komme<br />
aus der Nähe des Atommülllagers Asse, von dem jede Woche eine neue<br />
Schreckensmeldung erscheint. Es ist ein unglaublicher Skandal, der hier<br />
passiert ist. Wann gibt es für Asse eine vertretbare Lösung und wie<br />
sieht diese aus?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Das <acronym class="acronym" title="Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit">BMU</acronym><br />
ist erst seit dem ersten Januar 2009 für die Asse verantwortlich.<br />
Seitdem haben wir für Klarheit, Transparenz und Aufrichtigkeit in der<br />
Diskussion geworben. Dazu gehört auch, dass wir einen<br />
Optionenvergleich, also die Frage &quot;Was kann unter dem Stichwort<br />
Sicherheit in der Asse getan werden?&quot; auf den Weg gebracht haben. Dabei<br />
haben wir drei Optionen bewerten lassen: 1. Rückholung des<br />
eingelagerten radioaktiven Materials, 2. Umlagerung innerhalb der Asse<br />
und 3. Vollverfüllung des Bergwerks mit einem Spezialbeton. Die<br />
Bewertung und Abschätzung dieser drei denkbaren Optionen ist noch nicht<br />
abgeschlossen. Erst wenn dies erfolgt ist &#8211; und zwar unter der Maßgabe<br />
höchstmöglicher Sicherheit für die Bewohner der Region und die<br />
Beschäftigten &#8211; werden wir entscheiden.
</p>
<p>
<b>BrentSpar</b>: Herr Machnig, warum würde eine Laufzeitverlängerung für AKWs den Ausbau von erneuerbaren Energien behindern?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnigr</b>:<br />
Die Antwort ist einfach. Investitionen in die erneuerbaren Energien,<br />
Investitionen in andere Kraftwerke würden zurückgestellt. Das können<br />
wir uns gerade jetzt in der Krise nicht leisten. Denn was wir brauchen,<br />
sind Investitionen für mehr Wachstum, für mehr Beschäftigung und für<br />
Innovationen.
</p>
<p>
<b>Energater</b>: Frau Merkel hat am Wochenende behauptet, das <acronym class="acronym" title="Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit">BMU</acronym> blockiere die Lösung der Endlagerfrage. Stimmt das?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Frau Merkel behauptet viel, wenn der Tag lang ist. Richtig ist: Das <acronym class="acronym" title="Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit">BMU</acronym><br />
hat bereits 2006 einen Vorschlag für ein Standortauswahlverfahren<br />
bereitet nach internationalem Stand von Wissenschaft und Technik, wie<br />
es etwa in der Schweiz durchgeführt wird. Der Koalitionspartner war<br />
nicht bereit, diesen Weg mitzugehen. Mit dem <acronym class="acronym" title="Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit">BMU</acronym><br />
wird es nur auf der Grundlage eines solchen Auswahlverfahrens eine<br />
Entscheidung über ein Endlager geben. Das erwarten die Menschen in<br />
Deutschland auch von uns. Denn sie haben Anspruch auf Sicherheit.
</p>
<p>
<b>Pragmatiker</b>: Die Wortwahl von Herrn Gabriel ist in den letzten Wochen spürbar polemischer geworden. Ein letztes Aufbäumen vor der Abwahl?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Zur Politik gehören Klarheit und auch klare Alternativen. Polemisch ist<br />
der, der Kernenergie &quot;Öko-Energie&quot; nennt oder verharmlosend von einer<br />
Brückentechnologie spricht, während gleichzeitig Parteifreunde wie Herr<br />
Oettinger oder der <acronym class="acronym" title="Freie Demokratische Partei">FDP</acronym>-Wirtschaftsminister<br />
in Nordrhein-Westfalen laut über den Neubau von Kernkraftwerken in<br />
Deutschland nachdenkt. Wer auf so etwas hinweist und auch deutlich<br />
hinweist, ist keinesfalls polemisch. Er sagt nur, was ist. Und das<br />
sollte jeder wissen.
</p>
<p>
<b>171717</b>: Wieso darf eigentlich ein Bundesministerium mit Steuergeldern Wahlkampf (&quot;Atomkraft? Nein Danke&quot;) betreiben?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Wir betreiben keinen Wahlkampf. Wir stellen uns der Debatte. Jede Frage<br />
kann gestellt werden und wird auch beantwortet. Manchmal muss man damit<br />
leben, dass auf die gestellte Frage nicht die erwartete Antwort kommt.<br />
Das ist Teil einer Debatte.
</p>
<p>
<b>Krümmlmonsta</b>: Welches ist der sicherste Reaktor Deutschlands?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Die Stillgelegten.
</p>
<p>
<b>frontalblick</b>:<br />
Gibt es internationale Mindeststandards, die beim Betrieb eines<br />
Kernkraftwerks eingehalten werden müssen? Wenn ja, wer kontrolliert<br />
sie?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Es gibt Mindeststandards, die allerdings nicht verbindlich sind, die in nationales Recht umgesetzt werden sollen.
</p>
<p>
<b>Spycher</b>: Gibt es eigentlich alte DDR-Reaktoren, die noch in Betrieb sind?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Nein.
</p>
<p>
<b>Nwr</b>: Wo wird der Atommüll bislang in Deutschland überall &quot;zwischen&quot;-gelagert?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Wir haben Zwischenlager dezentral an den jeweiligen<br />
Kernkraftstandorten. Das kann allerdings nur eine Lösung für einen<br />
Übergangszeitraum sein.
</p>
<p>
<b>Humyp</b>: Wie national<br />
können eigentlich energiepolitische Probleme noch behandelt werden? Ist<br />
es nicht Zeit für ein globales Energiekonsortium?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Energiepolitik ist eine globale Frage. Wir müssen sie europäisch und<br />
national beantworten. Deutschland hat das in den letzten Jahren<br />
erfolgreich getan. Wir gelten inzwischen weltweit beim Thema<br />
Energieeffizienz, erneuerbaren Energien oder moderner<br />
Kraftwerkstechnologie mit Spitzenwirkungsgraden als Benchmark. Das<br />
zeigt, dass der eingeschlagene Weg richtig war. Grüne Technologien sind<br />
die Zukunft. Auf diese sollten wir setzen, gerade in der jetzigen<br />
Krise.
</p>
<p>
<b>Pam</b>: Kann die Kernkraft nicht<br />
wesentlich zum Klimaschutz beitragen und sollten wir deshalb nicht die<br />
Laufzeiten unbedingt verlängern?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Kernenergie ist keine Klimaschutztechnologie. Das ist eines der<br />
Märchen, die immer erzählt werden. Die Internationale Energieagentur<br />
hat vor kurzem deutlich gemacht, dass wenn Kernenergie weltweit einen<br />
Beitrag leisten soll, 40 Kernkraftwerke pro Jahr zwischen 2010 und<br />
2050, also ca. 1.600, zugebaut werden müssten. Und nun die Frage: Wo<br />
gibt es 1.600 sichere Standorte? Wo gibt es entsprechende<br />
Endlagerkapazitäten? Wie soll das finanziert werden, denn Kernenergie<br />
ist die kapitalintensivste Energieinvestition. Wie lösen wir das<br />
Problem der Proliferation? Also die Weiterverbreitung der Technologie,<br />
die auch zu anderen Zwecken, z.B. Atomwaffen, genutzt werden kann.
</p>
<p>
<b>Schlad</b>:<br />
Minister Gabriel war gerade in Tschernobyl. In diesem Zusammenhang<br />
wurde diskutiert, den Atommüll dort zu lagern. Ist das eine ernsthafte<br />
Alternative?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Es gilt die<br />
nationale Verantwortung für die erzeugten radioaktiven Abfälle. Das ist<br />
bislang der internationale Konsens. Also muss Deutschland für seine<br />
eigenen Abfälle sorgen.
</p>
<p>
<b>Kutt</b>: Was ist in Jülich los? Hier haben doch offenbar die Atomkraftbetreiber wieder mal alles unter den Teppich gekehrt?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Hier sind neue Erkenntnisse zu Tage getreten. Die Kontaminationen im<br />
Reaktor sind erheblich höher als bislang angenommen. Zudem geht es um<br />
die Störfallsicherheit, das heißt um die Frage in welchem Umfang bei<br />
einem Wassereintritt Wasserstoff entsteht und damit Explosionsgefahren<br />
verbunden sind.
</p>
<p>
<b>Pam</b>: Warum wird die<br />
Forschung zur Atomenergie (zum Beispiel zum Fusionsreaktor) trotz<br />
Atomausstiegs von der Bundesregierung weiterhin mit Milliardensummen<br />
gefördert?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: Kernfusion ist ein globales Projekt, in dem die <acronym class="acronym" title="United States of America - Vereinigte Staaten von Amerika">USA</acronym>,<br />
Japan, Russland und Europa auf der Grundlage von sehr langfristigen<br />
Verträgen zusammenarbeiten. Wir brauchen endlich ein globales<br />
Energieprojekt, dass sich um die Entwicklung der erneuerbaren Energien<br />
kümmert.
</p>
<p>
<b>Svs</b>: Die internationale Agentur für<br />
erneuerbare Energien wird ihren Sitz im arabischen Raum haben. Wie kann<br />
Deutschland dort weiter seine Führungsrolle einbringen?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>: <acronym class="acronym" title="Internationale Agentur für Erneuerbare Energien">IRENA</acronym><br />
ist eine internationale Agentur, die auf Vorschlag Deutschlands<br />
gegründet worden ist und die die Aufgabe hat, Ländern bei der<br />
Entwicklung ihres Weges in eine erneuerbare Zukunft durch<br />
Technologie-Know-How, Finanzierungs-Know-How etc. zu unterstützen. <acronym class="acronym" title="Internationale Agentur für Erneuerbare Energien">IRENA</acronym><br />
wird zukünftig drei Standorte haben: In Abu-Dhabi, in Bonn ein<br />
Technologiezentrum und eine Verbindungsstelle in Wien. Wir werden <acronym class="acronym" title="Internationale Agentur für Erneuerbare Energien">IRENA</acronym> weiter unterstützen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien auch in anderen Teilen der Welt ist auch gut für unsere Unternehmen.
</p>
<p>
<b>Aomfreund</b>: Herr Gabriel, warum machen sie nicht das, was sie rechtlich können &#8211; also die unsicheren Reaktoren einfach abschalten.
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Wir können die unsicheren Reaktoren nur dann abschalten, wenn wir den<br />
sicheren Nachweis erbringen, dass eine Gefahr entsprechend des<br />
Atomgesetzes vorliegt. Dies erfordert eine intensive atomrechtliche<br />
Aufsicht. Dem kommen wir nach. Es gibt allerdings eigentumsrechtliche<br />
Garantien für die Betreiber. Eigentum verpflichtet &#8211; insbesondere beim<br />
Nachweis von Sicherheit.
</p>
<p>
<b>Praktiker</b>: Wie kann<br />
es sein, dass Unsummen in Milliardenhöhe von jedem einfachen<br />
Steuerzahler in die Förderung der Kernenergie geflossen sind und die<br />
Kernkraftunternehmen (sowie CDU/CSU und <acronym class="acronym" title="Freie Demokratische Partei">FDP</acronym>) trotzdem von billigem Atomstrom sprechen können, der angeblich die Steuerzahler entlastet?
</p>
<p>
<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Atomstrom ist weder sicher noch billig. Wer alle Kosten einrechnet,<br />
müsste zugeben, dass Kernenergie teurer ist als die erneuerbaren<br />
Energien.
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<b>N21</b>: In der ganzen Diskussion wird<br />
mir zu wenig über Morsleben geredet. Dies ist doch ein drastisches<br />
Symbol für den laxen Umgang mit den hochgefährlichen Stoffen in der<br />
Vergangenheit. Halten Sie Morsleben für eine sichere Einrichtung?
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<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Morsleben birgt erhebliche Risiken. Auch Morsleben hat wie Asse kein<br />
atomrechtliches Genehmigungsverfahren durchlaufen. In Morsleben haben<br />
wir aber Stabilisierungsmaßnahmen mit einem Spezialbeton durchgeführt.<br />
Und wir führen jetzt ein Planfeststellungsverfahren mit<br />
Öffentlichkeitsbeteiligung für die Stilllegung durch.
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<b>Anis</b>:<br />
Biblis B sollte vergangenen Sonntag wieder ans Netz gehen. Nun steht<br />
der Termin im September erneut an. Glauben Sie, dass sich das die<br />
Atomkraftbetreiber so kurz vor der Wahl trauen?
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<b>Matthias Machnig</b>: Bislang hat Hessen erklärt, Biblis B bis zur Klärung bestimmter Fragen nicht wieder ans Netz gehen zu lassen.
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<b>Bürgerin</b>:<br />
Sollte man nicht auf den Deal der Kernkraftbetreiber eingehen, die die<br />
enorm hohen Zusatzprofite bei einer längeren Kernkraftwerkslaufzeit in<br />
die erneuerbaren Energien stecken wollen?
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<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Das ist ein schlechtes Geschäft. Ein schlechtes Geschäft für die<br />
Sicherheit, ein schlechtes Geschäft für zusätzliche Investitionen in<br />
die erneuerbaren Energien und ein schlechtes Geschäft für die<br />
Energieinfrastruktur und den Energiemix in Deutschland. Schlechte<br />
Geschäfte sollte man nicht abschließen. Das gilt für die Politik wie<br />
auch für das Privatleben.
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<b>Seelos</b>: Wie reagieren Sie, wenn RWE das <acronym class="acronym" title="Atomkraftwerk">AKW</acronym> Biblis B wieder anfährt, ohne vorher Ihre Forderungen erfüllt zu haben?
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<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Ich gehe davon aus, dass das gilt, was das Land Hessen gerade erklärt<br />
hat: Dass nämlich erst dann ein Anfahren erfolgt, wenn die<br />
Störfallsicherheit gegeben ist. Das wäre doch eine schöne Aufgabe für<br />
den zuständigen Ministerpräsidenten und seine Umweltministerin.
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<b>Moderator</b>: Wir sind schon kurz vor Ende unseres Chats: Das Schlusswort gebührt dem Gast:
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<b>Matthias Machnig</b>:<br />
Tolle Fragen. Ich bin erstaunt, wie intensiv doch die Debatte verfolgt<br />
worden ist. Das ist gut, denn nur wenn die Öffentlichkeit wichtige<br />
Grundsatzfragen verfolgt, kann es zu guten Entscheidungen kommen.
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<b>Moderator</b>:<br />
Unsere Zeit ist leider auch schon um. Das waren 60 Minuten<br />
Internet-Live-Chat des Bundesumweltministeriums. Das Transkript dieses<br />
Chats können Sie in Kürze auf www.bundesumweltministerium.de nachlesen.<br />
Das Chat-Team wünscht allen Beteiligten noch einen schönen Tag.</p>
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