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	<title>Attac &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Attac &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>ATTAC feiert seinen fünften Geburtstag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Karsten Pöhl stellt zwei Bücher vor, die berichten, wie die inhaltliche und organisatorische Zukunft von ATTAC aussehen kann und welche Fragen entstehen: Sollten illegale Einwanderer ein Existenzgeld bekommen? Oder leidet ATTAC selbst unter Globalisierungssymptomen?<br /></strong></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Karsten Pöhl stellt zwei Bücher vor, die berichten, wie die inhaltliche und organisatorische Zukunft von ATTAC aussehen kann und welche Fragen entstehen: Sollten illegale Einwanderer ein Existenzgeld bekommen? Oder leidet ATTAC selbst unter Globalisierungssymptomen?<br />
Die Globalisierungskritiker können, wie wir in Davos, Seattle und Genua gesehen haben, Massen mobilisieren. ATTAC ist heute in 45 Ländern der Erde vertreten. Der Erfolg stellt diese Bewegung vor neue organisatorische wie inhaltliche Herausforderungen. Am 3. Juni 2003 – zeitgleich mit dem G 8-Gipfel in Evian-les-Bains &#8211; jährte sich die Gründung von ATTAC zum fünften Mal. Trotz ihres jugendlichen Alters (die SPD ist, zum Vergleich, gerade 140 Jahre alt geworden) wurde diese Bewegung an diesem Tag durch einen 15minütigen historischen Rückblick im ”Zeitzeichen” auf WDR 5 (Radio) geadelt.<br />
<strong>Leidet ATTAC unter Globalisierungssymptomen?</strong><br />
Geschichte und Besonderheiten des Experiments ATTAC sind im Buch von Christiane Grefe, Mathias Greffrath und Harald Schumann, &#8220;ATTAC &#8211; Was wollen die Globalisierungskritiker?&#8221;, umfassend dargestellt: In Deutschland hat ATTAC nicht nur Einzelpersonen, sondern u.a. auch Gewerkschaften, Umweltverbände und seit kurzem (Beitritt der Stadt Göttingen) auch Kommunen als Mitglieder. Werden diese Institutionen zuviel Einfluß gewinnen? Wird es weiterhin gelingen, am Konsensprinzip und am weitgehenden Fehlen von Hierarchien festzuhalten? Weltweit gibt es keine zentrale Steuerung, sondern nur eine Patenschaft der französischen Gründerorganisation für neue Landesgruppen. Lokale Teile des Netzwerkes organisieren Veranstaltungen für andere Teile, bearbeiten Themen oder organisieren Proteste. Straffe Organisationsstrukturen fehlen, das Internet ist das wesentliche Bindemittel von ATTAC. Über das Internet werden – für jeden Interessierten – Pressemitteilungen und ein Newsletter (in der jeweils gewünschten Sprache) verbreitet. Wird das auf die Dauer genügen? Haben der deutsche Naturschützer und der senegalesische Intellektuelle wirklich gemeinsame Interessen? Immerhin: Auf die Globalisierung der Finanzmärkte, der Konzerne – kurzum des Geldes – folgt mit ATTAC die Globalisierung der Kritik am bestehenden Weltwirtschaftssystem.<br />
<strong>Welche Inhalte werden ATTAC künftig beschäftigen?</strong><br />
Inhaltlich kann sich ATTAC nicht mehr begnügen mit der Kritik des Weltfinanzsystems und der Forderung nach der Tobin-Steuer auf Devisentransaktionen. Beim Hamburger VSA-Verlag erscheint seit kurzem eine Reihe kleinformatiger, preiswerter Taschenbücher mit Texten von ATTAC, genannt ”Attac Basis Texte”. Band 6 dieser Reihe, &#8220;Sozialstaat. Wie dei Sicherungssysteme funktionieren und wer von den Reformen profitiert&#8221;, ist der Auseinandersetzung über den Sozialstaat gewidmet. Auf nur 90 Seiten wird die Geschichte des Sozialstaats abgehandelt, ebenso die demographische Frage sowie die Zukunft des Renten- und Gesundheitssystems. Den Dogmen der Neoliberalen vom Heil durch den Markt stellen die Autoren &#8211; Christian Christen, Tobias Michel und Werner Rätz &#8211; zum einen teilweise weithin unbekannten Fakten entgegen: z. B. über die Privatisierung des Rentensystems in Chile oder über die geringe Belastung des Faktors Kapital mit Steuern in Deutschland. Zum anderen entwickeln sie Ansätze einer eigenen Utopie, insbesondere durch die Forderung nach einem Existenzgeld, keine neue Forderung, die die Autoren jedoch insofern radikalisieren, als dass sie das Existenzgeld auch illegalen Einwanderern zubilligen wollen. Jeder kann sich vorstellen, welche Dynamik illegaler Einwanderung dann einsetzen würde, die zu fürchterlichen Gegenreaktionen führen dürfte!<br />
<strong>ATTAC kurbelt die demokratische Diskussionskultur an</strong><br />
Hauptanliegen der Globalisierungsgegner ist die demokratische Kontrolle der wirtschaftsgetriebenen Globalisierung. Dass sich ATTAC, eine Gründung mit nicht zufällig französischen Wurzeln, so schnell über die halbe Welt ausbreiten konnte (in den USA fehlt bis heute eine Landesgruppe), zeigt die Notwendigkeit einer – moralischen und intellektuellen – Instanz, die die Interessen der von der Globalisierung Betroffenen artikuliert. Dieser Aufgabe hat sich ATTAC verschrieben und trägt damit zum Erhalt einer demokratischen Diskussionskultur bei – getreu dem Motto der beiden in Porto Alegre abgehaltenen Weltsozialforen: eine andere Welt ist möglich!<br />
<strong>Wie gestaltet sich dem gegenüber die Realität?</strong><br />
Bund, Länder und Kommunen privatisieren die letzten verbliebenen öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften (z. B. die Frankfurter Siedlungsgesellschaft &#8211; wo rot-grüne Bundesregierung und CDU-geführte Landesregierung gemeinsame Sache machten), deutsche Kommunen verpachten ihre Abwassersysteme an US-amerikanische Investoren, Brücken und Veranstaltungshallen werden privat finanziert (wobei schlaue Investoren, wie in Köln, aber nur Gewinne privatisieren, Verluste aber auf die Kommunen abwälzen). Jeder weiß, dass der Angriff auf den Sozialstaat in vollem Gange ist.<br />
<strong>Magazine und Zeitungen fördern Kritik am Sozialstaat</strong><br />
Machte sich Rot-Grün 1999 noch auf die Suche nach Scheinselbständigen, um diese in die Sozialversicherungen zu integrieren, werden solche Einzelkämpfer heute als ”Ich-AG” gepriesen und gefördert, ohne genau hinzusehen, wer da auf wen welches Risiko abschiebt. Bei denen, die (noch) Arbeit haben, schwankt die Stimmung zwischen Wut und ohnmächtiger Frustration, ein Gefühl, das alle fördern, die nach dem (Hau-)Ruck verlangen und demokratischen Diskussionen unterbinden wollen. Bestürzend sind dabei nicht die Forderungen an sich, sondern die Einförmigkeit der Medien. Magazine und Zeitungen, die vor 30 Jahren die sozialliberale Koalition stützten, verwerfen bis heute rechte Ideen in Kultur- und Einwanderungspolitik, sind aber oft willige Nachbeter wohlfeiler Sozialstaatskritik und nutzloser Faulenzerdebatten, die sie doch BILD und Focus überlassen könnten.<br />
<strong>Die Bevölkerung hält am Sozialstaat fest </strong><br />
Anders verhält es sich mit der Bevölkerung. Diese ist sowieso in ihren Werten und Neigungen ganz anders – aktiver, verantwortungsvoller – als modische Volksbeschimpfungen (”Ego-Gesellschaft, Oblomow-Syndrom”) es glauben lassen. Vielfältige empirische Untersuchungen haben ergeben, dass die Bevölkerung am Sozialstaat festhält – obwohl sie dessen Preis kennt und bezahlt, ein bemerkenswerter Befund, besonders wenn man weiß, dass solche Studien oft von Banken oder Versicherungen in Auftrag gegeben werden, die ein starkes (Geschäfts-) Interesse an der Privatisierung sozialer Sicherungssysteme haben. Was die Medien angeht, wurde in Frankreich ein treffender Begriff geprägt, der die Vorherrschaft des Neoliberalismus in Medien und Politik geißelt: ”la pensée unique” &#8211; das Einheitsdenken. Dort hat sich 1998 als Gegenbewegung zu Neoliberalismus und Globalismus die Initiative ATTAC gegründet, die nun ins sechste Lebensjahr eintritt.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Politisierung neuer Nutzer durch Youtube“</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/g8-protest-jenseits-des-zauns/politisierung-neuer-nutzer-durch-youtube-3272/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 May 2007 10:49:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[Attac]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
		<category><![CDATA[Nico Wehnemann]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
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					<description><![CDATA[Nico Wehnemann ist Webmaster bei Attac. Für das globalisierungskritische Netzwerk entwickelt er Online-Protest-formen: „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Protest-formaten“, sagt er im Interview – für Ideen wie ein antikapitalis-tisches Second Life fehle aber das Personal.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nico Wehnemann ist Webmaster bei Attac. Für das globalisierungskritische Netzwerk entwickelt er Online-Protest-formen: „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Protest-formaten“, sagt er im Interview – für Ideen wie ein antikapitalis-tisches Second Life fehle aber das Personal.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b><span class="fett">Sucht man über Google nach „G8-Gipfel“,<br />
stößt man bereits auf Platz drei des Rankings auf die<br />
Attac-Kampagnenwebsite „Keine Macht für G8“. Welche<br />
weiteren Online-Angebote und Protestformen nutzt Attac momentan,<br />
um gegen den G8-Gipfel zu mobilisieren?</span></b><br />
Zum einen haben wir eine Online-Petition, eine Unterschriftenliste,<br />
die nur digital vorliegt. Die Petition kann online auch an Freunde<br />
und Bekannte weitergeleitet werden. <br />
Zum anderen führen wir Online-Demonstrationen durch: Verschiedene<br />
Leute können über in Web-Interface ein Foto von sich auf<br />
eine Website hochladen. Aus diesen Fotos wird dann ein Mosaik generiert.<br />
Dass bedeutet, ein großes, neues Bild erscheint, das aus den<br />
vielen kleinen Bildern besteht. Eingesetzt haben wir diese Protestform<br />
für eine <a href="http://www.stoppt-softwarepatente.de/stopptswp/home.%20" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kampagne</a><br />
gegen Softwarepatente. Damals haben wir das Bild auch auf ein Banner<br />
gedruckt, das vor dem Europäischen Parlament entrollt wurde.
</p>
<p>
<b><span class="fett">So eine Online-Demonstration ist auch vor dem<br />
G8-Gipfel geplant? </span></b><br />
Nicht genauso, aber wir bereiten ein ähnliches Projekt vor,<br />
zwei Wochen vor dem Gipfel soll es online gehen: Attac hat ein Gemälde<br />
von einem Künstler gestiftet bekommen. Das wird hochgeladen<br />
und in verschiedene Segmente geteilt. Die Nutzer können diese<br />
Segmente freischalten: Immer wenn ein Nutzer anklickt: „Ich<br />
bin dagegen“, wird ein Teil des Bildes aufgedeckt. <br />
Weiterhin nutzen wir unseren <a href="http://www.attac.de/nahost/mailomat/mailer.index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mailomaten</a>:<br />
Hier haben die Nutzer die Möglichkeit, einen offenen Brief,<br />
den sie auch noch bearbeiten können, an Politiker zu schicken<br />
– also nach dem Prinzip der Massen-Emails. Allerdings gehen<br />
die Mails nur an Politiker aus dem Wahlkreis des Nutzers. So werden<br />
nicht alle Politiker mit Massenmails genervt, sondern ganz gezielt<br />
die, die ich auch gewählt habe. Zum G8-Gipfel wird es einen<br />
Mailomaten geben, mit dem die Nutzer gegen die Agrarsubventionen<br />
der EU protestieren können.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Wie steht Attac zum Mitmach-Internet Web 2.0?<br />
Nutzen Sie für die Mobilisierung auch interaktive Tools?</span></b><br />
Wir haben einen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qiFxN3maNdw" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mobilisierungsfilm</a><br />
auf YouTube geschaltet. Der wurde schon etwa 36.000 mal angesehen<br />
und ist der meist gesehene Film in der Kategorie „News&amp;Politik“.<br />
Zusätzlich haben wir Mailinglisten und Weblogs.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Gibt es ein zentrales Weblog von attac oder<br />
werden die Blogs von den Mitgliedern geführt?</span></b><br />
Das machen die Mitglieder. Während des Gipfels werden wie zusammen<br />
mit einigen Redakteuren von Indymedia eine Blog-Plattform einrichten<br />
und live vom Gipfelgeschehen bloggen. Das Blog wird über <a href="http://www.attac.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.attac.de</a><br />
zu erreichen sein und dort an prominenter Stelle platziert. Auch<br />
das Rahmenporgramm wird über einen Livestream ins Internet<br />
übertragen.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Abgesehen von Videos und Weblogs – welche<br />
anderen, interaktiven Möglichkeiten setzt Attac ein?</span><br />
</b><br />
Wir sind zur Zeit ziemlich unterbesetzt. Es gibt viele Ideen für<br />
den Einsatz von Web 2.0, aber noch keine Arbeitskräfte. Viele<br />
Projekte befinden sich in der Entwicklungsphase, es gibt jedoch<br />
noch nichts Konkretes. Aber wir sind natürlich immer auf der<br />
Suche nach neuen Protestformaten.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Auch wenn Sie noch nichts Konkretes haben &#8211;<br />
welche neuen Formate erscheinen Ihnen denn besonders vielversprechend?</span></b><br />
Vielversprechend sind Tracking-Dienste wie zum Beispiel <a href="http://www.plazes.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Plazes</a>.<br />
Über diese Dienste kann man seinen derzeitigen Standort online<br />
anzeigen lassen, sieht also immer, wo sich jemand befindet. Der<br />
Dienst bietet auch eine Anbindung ans Handy. Das sieht für<br />
uns sehr spannend aus. <br />
Wir haben auch vor, mehr mit Videos zu arbeiten. Zum G8-Gipfel haben<br />
wir zwei Videos veröffentlicht. YouTube war eine Mobilisierungsplattform,<br />
die wir so vorher noch nicht genutzt haben.<br />
Eine weitere Idee von uns: Wir überlegen, ein paralleles Second<br />
Life zu gründen, das nicht so kapitalistisch und kommerziell<br />
ausgerichtet ist wie diese virtuelle Online-Realität, sondern<br />
zeigt, wie wir uns eine gerechte Welt vorstellen, ohne dabei die<br />
erste Welt bloß nachzuahmen.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Das hört sich erst recht nach sehr viel<br />
Arbeit an.</span></b><br />
Das wird es auch sein, aber ich bin zuversichtlich, dass wir da<br />
was hinbekommen. Im Vorfeld des G8-Gipfels fand ein Vortreffen statt,<br />
an dem auch mehrere Programmierer teilgenommen haben. Die Vereine<br />
„<a href="http://www.kompass-verein.de/verein.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kompass<br />
eggs</a>“ und der attac trägerverein e.V. haben sich<br />
angeboten, etwas zu entwickeln. Wenn man sich vernünftig engagiert,<br />
wird man das schaffen können. Eventuell kann man das Projekt<br />
auch unter GNU-Lizenz stellen [die GNU-Lizenz für freie Dokumentation<br />
ist eine Lizenzform, welche die Verbreitung und Veränderung<br />
von Inhalten durch den Nutzer erlaubt, Anm. d. Red.]. So könnten<br />
die Nutzer das Programm selbst weiterentwickeln. <br />
Außerdem planen wir, unsere Internetpräsenz zu überarbeiten<br />
und auf das Content-Management-System Typo3 zu übertragen [Typo3<br />
ist eine frei verfügbare Software für die Erstellung von<br />
Internetseiten, Anm. d. Red.]. Das bietet viele Vorteile, unter<br />
anderem für ein einheitliches Layout.
</p>
<p>
<span class="fett"><b>Bieten Sie dem Nutzer dann auch mehr Rückkanäle<br />
an? Die gibt es auf der aktuellen Website ja kaum.</b> </span><br />
Rückkanäle für Nutzer sollen angeboten werden. Wir<br />
möchten eine große Diskussionsplattform schaffen. E-Maillisten<br />
sind halt gut für Leute, die sich damit auskennen; in Zukunft<br />
wollen wir transparenter und öffentlicher werden. Über<br />
die Internetseite soll es dann auch möglich sein, andere Attac-Mitglieder<br />
zu finden und Kontakt mit ihnen aufzunehmen und so eine große<br />
Community zu gründen. Wir planen, bis Anfang nächsten<br />
Jahres mit den Arbeiten fertig zu sein.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Wie sind Ihre Erfahrungen: Lassen sich über<br />
die neuen interaktiven Möglichkeiten tatsächlich mehr<br />
Menschen mobilisieren?</span></b><br />
Ja. Gerade YouTube hat uns eine vollkommen neue Gruppe von Nutzern<br />
geöffnet. Viele klicken einfach nur mal bei YouTube rein, um<br />
zu sehen, was es Lustiges gibt. Dann stolpern sie über unser<br />
Video, werden dadurch vielleicht politisiert &#8211; oder zumindest mal<br />
eingeladen, auf unsere Website zu schauen.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Attac und Co. verschlafen das Web 2.0</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/attac-und-co-verschlafen-das-web-20-3269/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[dschulz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 May 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Protest jenseits des Zauns]]></category>
		<category><![CDATA[G8-Gipfel]]></category>
		<category><![CDATA[Attac]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkampagnen]]></category>
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					<description><![CDATA[(Kommentar) Soziale Bewegungen sind - was das Netz angeht - inzwischen keine Vorreiter mehr. Die Aktivisten mobilisieren mit Mailinglisten, machen ein paar gemeinsame Websites, das war es dann auch schon. Diese Schlafmützigkeit kann den Erfolg von Attac und Co. dauerhaft gefährden, kommentiert Daniel Schulz.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>(Kommentar) Soziale Bewegungen sind &#8211; was das Netz angeht &#8211; inzwischen keine Vorreiter mehr. Die Aktivisten mobilisieren mit Mailinglisten, machen ein paar gemeinsame Websites, das war es dann auch schon. Diese Schlafmützigkeit kann den Erfolg von Attac und Co. dauerhaft gefährden, kommentiert Daniel Schulz.<!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Denn soziale Bewegungen sind Aufmerksamkeitsbetriebe. Parteien erreichen<br />
ihre Ziele mit Macht, Unternehmen mit Geld. Soziale Bewegungen haben<br />
beides nicht und können ihre Ziele nur mittelbar erreichen: Über<br />
das Beeinflussen der öffentlichen Meinung.
</p>
<p>
Dafür müssen sie Beachtung erringen. Und das wiederum<br />
tun sie, indem sie sich so überraschend und innovativ verhalten,<br />
dass sie erstens Anhänger gewinnen und zweitens in den Fokus<br />
der Medien geraten.
</p>
<p class="fett">
<b>Zu wenig Aufmerksamkeit, nicht zu wenig Inhalte</b>
</p>
<p>
Inhalte? Ja, Inhalte sind wichtig, niemand begibt sich gern auf<br />
einen Weg, von dem er nicht weiß wohin er führt. Vernetzung?<br />
Auch gut, jeder weiß gern, mit wem er es zu tun hat. Dennoch<br />
muss das Ziel irgendwie erreicht werden. Und selbst mit dem besten<br />
Programm kann eine Bewegung die öffentliche Meinung nicht beeinflussen,<br />
wenn ihr keine Beachtung geschenkt wird. Die Friedensbewegung leidet<br />
nicht an zu wenig Vernetzung oder an zu wenig Programmatik. Sie<br />
leidet an zu wenig öffentlicher Aufmerksamkeit.
</p>
<p>
Um sich diese zu erhalten, muss eine Bewegung sich stets verändern,<br />
neue Formen ausprobieren, beweglich bleiben. Sie muss glaubhaft<br />
die Geschichte erzählen, dass auf ihrer Seite die guten, coolen,<br />
witzigen und interessanten Typen sind und auf der anderen Seite<br />
die Bösen. Wie schon bei David gegen Goliath. Und wenn eine<br />
Bewegung dies gut macht, bekommt sie beides: Anhänger und die<br />
Medien.
</p>
<p class="fett">
<b>Internet auf dem Trip ins Politische</b>
</p>
<p>
Bei den Protesten gegen ein Treffen der Welthandelsorganisation<br />
WTO in Seattle 1999 haben Globalisierungsgegner ihre Geschichte<br />
unter anderem mit ihren Mirror-Sites erzählt. Auf einmal fanden<br />
sich auf scheinbar offiziellen Seiten der WTO Informationen über<br />
deren schändliche Finanzpolitik. Die Welt lachte über<br />
die WTO und den Coup der Globalisierungsgegner.
</p>
<p>
Und was würde heute gestaunt, wenn Attac beispielsweise seine<br />
eigene Version der dreidimensionalen Simulation Second Life herausbrächte?<br />
Neue Medien sind mit <a href="http://www.darfurisdying.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Browsergames</a><br />
über ein Dorf im Darfur-Konflikt und einem Spiel über<br />
die Palästina-Frage gerade auf einem Trip ins Seriöse<br />
und Politische. Was für eine Geschichte könnten die Globalisierungskritiker<br />
erzählen, wenn sie hier Trendsetter wären. Selbst für<br />
die Regionalzeitungen, die gerade Second Life als etwas Neues entdecken,<br />
wäre da noch etwas dabei. Ach ja, und für die Vernetzer<br />
und Inhalte-Orientierten gäbe es auch etwas: Man kann sich<br />
da nämlich treffen und sich unterhalten.
</p>
<p>
<b><span class="fett">Daniel Schulz schreibt für die taz unter<br />
anderem über soziale Bewegungen.</span></b></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ich werde wohl nie Außenminister sein &#8220;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_werde_wohl_nie_aussenminister_sein_quot-369/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/quotich_werde_wohl_nie_aussenminister_sein_quot-369/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Aug 2001 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierungskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Attac]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Kolb]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Protest]]></category>
		<category><![CDATA[Internationale Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Felix Kolb, Pressesprecher von Attac Deutschland</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Chat mit Felix Kolb, Pressesprecher von Attac Deutschland</b></span><!--break--> </p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/titel/images/fkolb_chat_1.jpg" align="left" height="150" width="115" />Nach<br />
dem tragischen Tod eines Demonstranten in Genua hat die Bewegung der Globalisierungskritiker<br />
neuen Zuspruch bekommen: Bis zu 40 neue Mitgliedsanträge pro Tag erreichen Attac<br />
Deutschland seit dem G8 Gipfel. Im Chat von stern.de und politik-digital gab<br />
Felix Kolb, Pressesprecher von Attac Deutschland einen Einblick in Organisation<br />
und Ziele der Globalisierungskritiker.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Ihren Ursprung nahm Attac in Frankreich: <i>&quot;Frankreich hat eine lange Tradition<br />
sozialer Bewegungen, die sich kritisch mit der Ausbreitung der Märkte beschäftigt&quot;</i>.<br />
Auch heute noch sind 30.000 der insgesamt 50.000 Mitglieder von Attac Franzosen.<br />
Attac Deutschland besteht zur Zeit aus etwa 800 Mitgliedern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Kolb ist sich sicher, dass die Globalisierungskritiker kein Modephänomen sind:<br />
<i>&quot;Nach vielen Jahren politischer Resignation signalisiert Attac, dass sich<br />
wieder etwas tut.&quot;</i> Aber: <i>&quot;Sicher spielt es auch eine Rolle, dass es gerade<br />
modern ist, sich kritisch mit der Globalisierung auseinander zu setzen.&quot;</i><br />
Vor allem findet Kolb interessant, dass es überwiegend junge Menschen der Ersten<br />
Welt sind, die sich für die Ziele der Globaisierungskritiker engagieren. <i>&quot;Andererseits<br />
ist es nicht überraschend, denn diese Menschen haben auch die Möglichkeit, zu<br />
erkennen, dass ihr Leben und ihr Konsumstil Auswirkungen auf Menschen in anderen<br />
Kontinenten hat.&quot;</i><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Gewalt lehnt Attac als Mittel der Auseinandersetzung jedoch ab: Wir <i>&quot;glauben,<br />
dass wir Menschen überzeugen müssen, um Veränderung zu erreichen.&quot;</i> Zudem<br />
seien 98 Prozent der Demonstranten in Genua nach Angaben der ARD friedlich gewesen.<br />
<i>&quot;Andererseits (&#8230;) habe ich ein gewisses Verständnis, dass Menschen über<br />
die Folgen der Globalisierung so verzweifelt sind&quot;</i>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">In Zukunft möchte sich Attac auch weiter auf Protestaktionen auf der <i>&quot;Straße&quot;</i><br />
konzentrieren. <i>&quot;Wir lehnen es nicht grundsätzlich ab, an Verhandlungen teilzunehmen&quot;</i>.<br />
Jedoch sieht Kolb auch die Gefahr, sich <i>&quot;in langwierigen Verhandlungen politisch<br />
schach-matt setzen zu lassen&quot;</i>. Deswegen möchte Attac auch eine außerparlamentarische<br />
Gruppe bleiben. Den Grünen, mit denen die Globalisierungskritiker oft assoziiert<br />
werden, steht Attac skeptisch gegenüber: <i>&quot;Wir messen die Grünen wie jede<br />
andere Partei an ihren Handlungen und nicht an ihren Worten (&#8230;) Am Ende des<br />
Jahres werden wir wissen, wie ernst es die Grünen damit meinen, Globalisierung<br />
wieder im Sinne der Menschen zu gestalten&quot;</i>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif">Eins ist für Kolb jedoch sicher: Außenminister wird er wohl nie werden. <i>&quot;Ich<br />
denke und hoffe, dass ich auch in vielen Jahren noch auf der Straße bin, um<br />
zu demonstrieren, wenn es nötig sein sollte. Und ich fürchte, es wird noch nötig<br />
sein!&quot;</i><br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Weiterführende Links</b> </p>
<li><a href="http://www.politik-digital.de/archiv/globalisierung/fkolb.shtml">&quot;Gewaltanwendung lehnen<br />
wir ab&quot;</a> &#8212; Interview mit Felix Kolb zu Genua und den Folgen
</li>
<p></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Gewaltanwendung lehnen wir ab&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/gewaltanwendung_lehnen_wir_ab-551/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2001 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierungskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Attac]]></category>
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		<category><![CDATA[G8]]></category>
		<category><![CDATA[Genua]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Interview mit Felix Kolb, Pressesprecher von Attac Deutschland</b><br />
</span>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>In Genua legt sich der physische Staub, den die Proteste um das G8 Treffen 
aufgewirbelt hatten. Die Demonstranten steigen in ihre Busse gen Heimat, die 
Bestürzung um den Grad der Gewalttätigkeit der Auseinandersetzungen, 
die ein Todesopfer forderten, bleibt. Auch vom Ausgang der Verhandlungen sind 
die Globalisierungsgegner enttäuscht: &#34;Dieser Gipfel hat an der Politik 
der G8 nichts, aber auch wirklich gar nichts geändert&#34; so Felix Kolb von 
Attac.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Interview mit Felix Kolb, Pressesprecher von Attac Deutschland</b><br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>In Genua legt sich der physische Staub, den die Proteste um das G8 Treffen<br />
aufgewirbelt hatten. Die Demonstranten steigen in ihre Busse gen Heimat, die<br />
Bestürzung um den Grad der Gewalttätigkeit der Auseinandersetzungen,<br />
die ein Todesopfer forderten, bleibt. Auch vom Ausgang der Verhandlungen sind<br />
die Globalisierungsgegner enttäuscht: &quot;Dieser Gipfel hat an der Politik<br />
der G8 nichts, aber auch wirklich gar nichts geändert&quot; so Felix Kolb von<br />
Attac.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/attac_logo.gif" alt="attac-logo" align="left" height="75" hspace="5" width="52" />Von<br />
den rund 500 deutschen Mitgliedern der 1998 in Frankreich gegründeten Organisation<br />
sind ungefähr 150 nach Genua gefahren, um dort friedlich zu demonstrieren.<br />
Insgesamt rund 100.000 Globalisierungsgegner protestierten gegen eine globalisierte<br />
neoliberale Wirtschaftspolitik und für nachhaltige soziale Entwicklung<br />
weltweit. Die Ausschreitungen forderten 500 Verletzte, brachten 126 Verhaftungen<br />
und für die Stadt Genua 100 Millionen Mark Sachschaden. Kurz nach dem Gipfel<br />
sprach politik-digital mit dem Pressesprecher von Attac Deutschland, Felix Kolb.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>politik-digital:</b> Herr Kolb, der Gipfel in Genua geht zu Ende, ein Gipfel,<br />
dessen Inhalte und Ergebnisse in der Berichterstattung von den gewaltsamen und<br />
tödlichen Ausschreitungen überschattet wurden. Wie ist das Resümee<br />
von Attac?<br />
</span></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/globalisierung/fkolb.shtml#" onclick="MM_openBrWindow('/archiv/globalisierung/no_g8_gross.htm','Genua2001','resizable=yes,width=300,height=420')"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/images/no_g8.jpg" alt="Absperrung vor der roten Zone, Genua" align="right" border="0" height="173" hspace="5" width="120" /></a><br />
<b>Felix Kolb:</b> Gemischt. Zunächst sind wir bestürzt über<br />
die Schüsse und den Tod von Carlo Giuliani. Auf der anderen Seite macht<br />
sich Unmut darüber breit, dass die G8-Staaten unsere inhaltliche Kritik<br />
im Kern weiter ignorieren. Die Überlegungen zur Gewaltprävention für<br />
die nächsten Gipfel sind bisher rein technischer Art, nicht inhaltlich.<br />
Es wird beraten, ob die Gipfel kleiner werden sollen, ob sie kürzer werden<br />
sollen aber nicht, ob die Themen des massiven, weltweiten Protests vielleicht<br />
einbezogen werden müssten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Dass der Protest der Globalisierungsgegner auch gewalttätiges<br />
Potenzial hat, zeichnete sich schon in Göteborg ab. Wie hat Attac versucht,<br />
für Genau vorzubeugen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Nach dem Gipfel in Göteborg hat Attac ein Diskussionpapier<br />
zur Gewaltdebatte verabschiedet. Dort haben wir ausführlich dargestellt,<br />
wieso für uns Gewalt kein Mittel der politischen Auseinandersetzung ist,<br />
und habe unsere Kritik an militanten Vorgehen erläutert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Wissen Sie, wer die Gruppen waren, die in Genua in<br />
der Innenstadt fernab von der roten Zone randaliert haben, gibt es da Erkenntnisse?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Nein. Wer das genau ist, ob die organisiert sind, weiss<br />
keiner so genau. In Genua sind diese Leute einfach aufgetaucht und haben die<br />
Stimmung angeheizt. Meines Wissens haben sie an den Vorbereitungstreffen des<br />
Genua Social Forums nicht teilgenommen und waren deshalb nicht in die Strukturen<br />
integriert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Die friedlichen Demonstranten geraten unweigerlich<br />
mit in den Sog der Kritik an der Gewalt. Wie wollen Sie in Zukunft protestieren,<br />
ohne sich dem Vorwurf und den harschen Kontrollen auszusetzen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Wir werden verstärkt auf eigene Aktionen setzen, versuchen<br />
Themen von uns aus zu besetzen. Ein Beispiel dafür wird eine geplante Protestaktion<br />
gegen die Privatisierung der Krankenversicherung sein, mit der wir die Entstehung<br />
eines Systems der Zwei-Klassen-Medizin verhindern wollen. Ein andere Attac-Aktion<br />
ist für den 6. Oktober in Luxemburg geplant, dort wollen wir gegen die<br />
Möglichkeiten von Geldwäsche und Steuerflucht protestieren, die Luxemburg<br />
Unternehmen und reichen Personen bietet. Mit diesen eigenständigen Aktionen<br />
wollen wir vermeiden, immer nur im Zuge der Veranstaltungen anderer aufzutreten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Heißt das, der Protest auf den Gipfeln rückt<br />
in den Hintergrund?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Nein, das kann nicht sein. Die Gipfel sind Fokussierungspunkte<br />
für unsere Themen und für diejenigen, die wir mit dem Protest erreichen<br />
wollen. Wir müssen jetzt erstmal das Geschehene überblicken, analysieren,<br />
und dann sehen wir weiter.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Könnte eine von einigen G8-Mitgliedern angedachte<br />
Integration von Globalisierungsgegnern in die Beratungen ein Angebot sein?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Eine solche Einladung ist zwiespältig. Man muss aufpassen,<br />
dass das nicht zu einem Alibi wird, wir sitzen dabei und sind dadurch mundtot<br />
gemacht. Wir wollen, dass unsere Themen diskutiert werden. Und selbst wenn das<br />
passiert, muss man aufpassen. Denn eine Kurskorrektur seitens der G8 muss nicht<br />
heißen, dass Protest überflüssig wird. Das sieht man schon an<br />
der Regierungsbeteiligung der Grünen, dadurch sind Proteste gegen Atom<br />
z.B. auch nicht hinfällig geworden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Wie sieht es bei Attac mit Protestplänen für<br />
das Internet aus? Wären Angriffe und Demos im Netz eine Alternative?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Aktionen im Netz sind für uns grundsätzlich denkbar.<br />
Gut die Hälfte der internen Kommunikation läuft bei uns über<br />
eMail, das ist sehr wichtig. Allerdings ist der soziale Kontakt auch unerlässlich,<br />
denn bei unseren Aktionen ist das gegenseitige Vertrauen, das durch persönliche<br />
Begegnung entsteht, sehr wichtig. Internet und reale Begegnungen ergänzen<br />
sich wunderbar.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>politik-digital:</b>Attac hat sich von dem gewalttätigen Protest distanziert.<br />
Wo positioniert ihr euch als NGO (Non-Governmental Organisation)?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"> <b>Felix Kolb:</b> Wir sehen uns in der Tradition des zivilen Ungehorsams<br />
der sozialen Bewegungen. Wir halten symbolische Gesetzesübertretungen für<br />
legitim, wenn wir beispielsweise bei einem Regierungsgebäude Hausfriedensbruch<br />
begehen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Gewaltanwendung lehnen<br />
wir aber ab.<br />
</span></p>
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