<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Ausbildungsplatzabgabe &#8211; politik-digital</title>
	<atom:link href="https://www.politik-digital.de/tag/ausbildungsplatzabgabe/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
	<lastBuildDate>Fri, 11 Apr 2008 16:41:44 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/07/cropped-Politik-Digital_Logo_Sign_Gradient-512-32x32.png</url>
	<title>Ausbildungsplatzabgabe &#8211; politik-digital</title>
	<link>https://www.politik-digital.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>bundestag.de-Live-Chat zur Ausbildungsförderung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/bundestagde-live-chat-zur-ausbildungsfoerderung-3842/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/bundestagde-live-chat-zur-ausbildungsfoerderung-3842/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Torge]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 16:41:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildungsbonus]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildungsförderung]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag.de-Live-Chat]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Rohde]]></category>
		<category><![CDATA[Katja Mast]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildungsplatzabgabe]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/bundestagde-live-chat-zur-ausbildungsfoerderung-3842/</guid>

					<description><![CDATA[Am 10.4.08 von 16.20 bis 17.20 Uhr waren die Bundestagsabgeordneten Jörg Rohde (FDP) und Katja Mast (SPD) zu Gast im bundestag.de-Live-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie diskutierten über das Thema „Verbesserung der Ausbildungschancen von förderungsbedürftigen jungen Menschen“. <a href="http://www.bundestag.de/aktuell/archiv/2008/20092291_kw15_ausbildungsbonus/chat_transkript.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Chattranskript können Sie hier nachlesen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 10.4.08 von 16.20 bis 17.20 Uhr waren die Bundestagsabgeordneten Jörg Rohde (FDP) und Katja Mast (SPD) zu Gast im bundestag.de-Live-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Sie diskutierten über das Thema „Verbesserung der Ausbildungschancen von förderungsbedürftigen jungen Menschen“. <a href="http://www.bundestag.de/aktuell/archiv/2008/20092291_kw15_ausbildungsbonus/chat_transkript.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Chattranskript können Sie hier nachlesen.<!--break--></a></p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/bundestagde-live-chat-zur-ausbildungsfoerderung-3842/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sparpolitik und EU-Erweiterung</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/sparpolitik_und_euerweiterung-226/</link>
					<comments>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/sparpolitik_und_euerweiterung-226/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[mfrost]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 May 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Bundespolitik]]></category>
		<category><![CDATA[EU-Erweiterung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildungsplatzabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig Georg Braun]]></category>
		<category><![CDATA[Sparpolitik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/sparpolitik_und_euerweiterung-226/</guid>

					<description><![CDATA[<b>Ludwig Georg Braun<!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.05.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Ludwig Georg Braun<!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.05.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --><b>Moderator:</b> Liebe EU-Freunde<br />
und -Gegner, willkommen im tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02<br />
ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt<br />
von tagesspiegel.de und von sueddeutsche.de. Zum Chat begrüße<br />
ich heute den Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags,<br />
Ludwig Georg Braun. Herr Braun chattet von Melsungen aus, dem Sitz des<br />
Medizintechnik-Unternehmens, B.Braun Melsungen AG, das er leitet. Können<br />
wir beginnen Herr Braun? </p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/lgbraun.jpg" alt="Ludwig Georg Braun" align="left" height="112" width="84" />Ludwig<br />
Georg Braun</b>: Ja!
</p>
<p>
<b>Moderator</b>: Über drei Themenbereiche wollen wir<br />
heute reden: Über das neue Europa, die beliebte Ausbildungsplatzabgabe<br />
und die Sparpolitik der rot-grünen Koalition (Stichwort „Kaputt-Sparen&quot;).<br />
Sie können zu allen Themen (und natürlich auch zu anderen)<br />
bereits Fragen stellen.
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Ich heiße Sie alle sehr<br />
herzlich willkommen und freue mich, Gelegenheit zu haben, über<br />
dieses neue Medium mit Bürgern unseres Landes zu kommunizieren.
</p>
<p>
<b>tempo:</b> Wird die EU Erweiterung endlich die nötigen<br />
Reformen ankurbeln und beschleunigen, oder wird Deutschland mit steigendem<br />
Wettbewerb untergehen?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Ich glaube schon, dass die EU-Erweiterung<br />
in unserm Land Reformen angestoßen hat und glaube, dass die wieder<br />
aufgeflammte Diskussion über Vor- und Nachteile des Beitritts der<br />
MOE-Länder eine neue Beweglichkeit in Hinblick auf tarifliche Flexibilitäten<br />
in Deutschland bewirkt.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> MOE = Mittelosteuropäische Länder<br />
oder liege ich da falsch, Herr Braun?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Richtig.
</p>
<p>
<b>serg:</b> Werden die Jahre der Übergangsregelungen<br />
bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Dienstleistungsfreiheit<br />
ausreichen, um unsere Arbeitsplätze zu schützen?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Die beste Möglichkeit, deutsche<br />
Arbeitsplätze zu schützen, gelingt nicht durch gesetzliche<br />
Begrenzungen oder Ausgrenzungen, sondern durch höhere Leistungsfähigkeit,<br />
die unseren Produkten Wettbewerbsvorteile gibt. Wir müssen den<br />
Rohstoff des 21. Jahrhunderts fördern, d. h. Bildung in Schule,<br />
Universität und Betrieben und nicht an der Förderung des Rohstoffes<br />
des 19. und 20. Jahrhunderts, wie z. B. der Steinkohle festhalten.
</p>
<p>
<b>bildhauer</b>: Wo sehen Sie die wirtschaftliche Zukunft<br />
Deutschlands? In der Produktion können wir mit den Billiglohnländern<br />
wohl kaum konkurrieren, oder?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Freizügigkeit von Arbeitnehmern<br />
war auch schon bei den Beitritten Spaniens, Portugals und Griechenlands<br />
ein Thema, das vorzeitig auf die Übergangsregelung verzichten ließ.<br />
Wir können sehr wohl unter Einsatz modernster Technik, gekoppelt<br />
mit hohem Wissen, mit Ländern wesentlich niederer Entgeltstrukturen<br />
in Wettbewerb treten und so unsere Produktionsbasis sichern. Wichtig<br />
ist dabei, flexibel auf unterschiedliche Herausforderungen reagieren<br />
zu können. Hier sind unsere tariflichen Vereinbarungen zu wenig<br />
individuell.
</p>
<p>
<b>Autoklau:</b> Die Öffentlichkeit ist ambivalent gegenüber<br />
der Erweiterung eingestellt. Waren da ihre Aussagen zum Outsourcing<br />
hinderlich, gewisse Ängste in der Bevölkerung abzubauen?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Nein, auf keinen Fall. Ich habe<br />
nur kleinen und mittelgroßen Unternehmen versucht, Mut zu machen,<br />
die Chancen der sich öffnenden Märkte zu nutzen. Dazu muss<br />
man mit einer Vertretung einer eigenen Firma oder einem Joint Venture<br />
in diesen Ländern aktiv sein. Kein Pole kommt nach Deutschland,<br />
um hier den Teppichfußboden für seinen Neubau einzukaufen.<br />
Es geht also darum, Chancen zu nutzen, die ich vor allem im höheren<br />
Managementwissen bei deutschen Unternehmern sehe.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Managementwissen geht aber schnell verloren<br />
Letten, Litauer, Polen etc. lernen so schnell wie unsere jungen Leute<br />
&#8211; wenn das der einzige Vorteil ist?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Das sehe ich nicht so, sonst wäre<br />
die New Economy nicht so schnell gescheitert und dies ist sie weil ihr<br />
Managementerfahrung gefehlt hat.
</p>
<p>
<b>Psalmer:</b> Die Neuen haben Ansprüche auf Mittel<br />
aus allen Strukturförderungsfonds. Werden diese Gelder den neuen<br />
EU-Mitgliedern helfen, in der wirtschaftlichen Entwicklung aufzuholen?<br />
Und uns im Osten fehlen? Oder uns helfen, wenn die Märkte dort<br />
florieren?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Angenommen Sie stammen aus den<br />
neuen Bundesländern, dann haben 1500 Milliarden Transfermittel<br />
dazu verholfen, die Strukturdefizite wie sie eine Regierung verändern<br />
kann auszugleichen. Der Rest, z.B. fehlende Industriedichte, muss aus<br />
der Region heraus entstehen, weil Großtransfers von Unternehmen<br />
zwar bedeutend bleiben, aber beschäftigungspolitische Strukturprobleme<br />
nicht lösen. Wenn die Märkte dort florieren, haben wir auch<br />
die Perspektive erhöhter Zulieferung, was zudem noch verstärkt<br />
werden könnte, wenn unsere Unternehmen dort mit Vertriebsorganisationen<br />
präsent sind.
</p>
<p>
<b>Moe:</b> Teilen Sie die Befürchtung, dass durch die<br />
Strukturgelder Erwartungen in den neuen Ländern geweckt werden<br />
und andere Firmen in diese Sektoren (Bau, Infrastruktur&#8230;) wechseln,<br />
nur weil sie dann EU-Gelder erhalten, dass Marktkräfte und der<br />
Wettbewerb verzerrt werden?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Die MOE-Länder bekommen wesentlich<br />
weniger aus der EU-Kasse als wir jährlich von der Bundesrepublik-West<br />
in die BRD-Ost transferieren. Man kann es auch als den Ausgleich eines<br />
entwicklungspolitischen Handicaps bewerten, wenn die MOE-Länder<br />
nun Mittel bekommen, um z. B. die verkehrstechnischen Anbindungen an<br />
den Westen oder umweltbezogenen Investitionen in Städten und Gemeinden<br />
zu ermöglichen.
</p>
<p>
<b>Ralfbe:</b> Meiner Meinung nach versuchen die Unternehmer<br />
die Osterweiterung als Druckmittel gegenüber den Arbeitnehmern<br />
hierzulande zu nutzen. Wäre es nicht vielmehr wünschenswert,<br />
wenn gewisse Sozialstandards nicht abgebaut, sondern europaweit durchgesetzt<br />
werden? Das &quot;Projekt Europa&quot; ist doch wohl mehr als der marktliberale<br />
Diskurs, den auch sie hier vertreten!
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Viele unserer europäischen<br />
Mitgliedsstaaten haben sich in den zurückliegenden Jahren auf die<br />
aus der Internationalisierung der Weltwirtschaft ergebenen Konsequenzen<br />
richtig und reformkonsequent eingestellt. Wenn das in Deutschland bisher<br />
noch nicht erfolgt ist, hat das nichts mit der Osterweiterung zu tun,<br />
sondern mit Sturheit bestimmter gesellschaftlicher Kräfte. China<br />
freut sich darüber, weil die Egoismen auch deutscher Verbraucher,<br />
immer nur das günstigste Produkt einzukaufen zu beabsichtigen,<br />
weiterhin gelten wird. Wie wir unsere Bürger zu anderen Konsumverhalten<br />
bewegen wollen, bei gleichzeitiger Erhaltung individueller Freiheiten,<br />
bleibt bei den Kritikern einer Einforderung von Reformen offen.
</p>
<p>
<b>Abgabebfeind:</b> Wer ist denn so stur?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun: </b>Diejenigen sind stur, die veränderte<br />
Weltwirtschaft immer noch glauben, allein aus der deutschen Brille beurteilen<br />
zu können.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Noch mal zwei Fragen zur unterschiedlichen<br />
Einschätzung von Öffentlichkeit und Wirtschaft in Sachen EU-Erweiterung:<br />
Psalmer: Über zwei Drittel der Bundesbürger erwarten die Abwanderung<br />
von Firmen, fast genauso viele einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Müssen<br />
sie da besser aufklären? <br />
Chbuehler: Herr Braun, wo sehen Sie die ganz konkreten Möglichkeiten,<br />
in der öffentlichen Diskussion den von der Bevölkerung gesehenen<br />
Risiken (Billiglohnländer etc.) die Vorteile gegenüberzustellen?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Sicher haben wir Aufklärungsbedarf,<br />
was am besten am Kaufverhalten des einzelnen dargestellt werden kann.<br />
Denn jeder von uns nutzt für sich den Wettbewerb z. B. in Sonderangeboten,<br />
oder in langfristigen Kaufkontrakten oder einem günstigen Trade<br />
In seines Altproduktes. Unsere Arbeitskraft ist über die Internationalisierung<br />
auch zu einem Handelsprodukt geworden. So sind z. B. 4,5 Millionen Arbeitslose<br />
zu den heutigen Bedingungen nicht mehr wettbewerbsfähig. Wir müssen<br />
uns bewusst machen, dass die aufgebaute in der BRD vorhandene Produktionskapazität<br />
von der Binnenkonjunktur allein nicht mehr wird leben können. Wir<br />
sind also &#8211; wenn es zu keiner weiter erhöhten Arbeitslosigkeit<br />
kommen soll &#8211; ganz stark von der Teilnahme in Wachstumsmärkten<br />
angewiesen. Dies geschieht am besten über internationale Arbeitsteilung.<br />
Auf diese Weise sichern wir Arbeitsplätze bei uns und fördern<br />
gleichzeitig das Wachstum in Märkten mit großem Nachholbedarf.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Neues Thema: Das Wochenende brachte eine<br />
Menge Berichte über einen Kurswechsel der rot-grünen Koalition<br />
in der Finanzpolitik. Mehr Staatsgeld ausgeben, um die Konjunktur anzukurbeln.<br />
Finanzminister Eichel sagt nun, von Umkehr könne keine Rede sein.<br />
Alle Berichte vom Wochenende sind &quot;grundfalsch&quot;, erklärt<br />
er. Sind für Sie die Signale aus der Bundesregierung noch klar?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> An der Sparpolitik darf nicht<br />
gerüttelt werden, im Gegenteil, sie muss noch konsequenter bei<br />
Bund, Land und Kommunen durchgesetzt werden. Gesamthaft kann gesagt<br />
werden, dass die Verwaltung der Bürger im Staatsgebiet Deutschlands<br />
zu teuer ist für das, was der Bürger dafür erhält.<br />
Die Privatisierung vieler öffentlicher Dienstleistungen ist geboten.<br />
Das Beamtenrecht ist auf den Prüfstand zu stellen. Und der Föderalismus<br />
sollte auf eine geringere Anzahl Bundesländer hin betrieben werden.<br />
Die Zusammenlegung von Ministerien, auf allen Regierungsebenen wäre<br />
ein Vorschlag, der begleitet werden sollte durch die Konzentration der<br />
Bundesregierung ausschließlich in Berlin mit Aufgabe Bonn.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir haben noch viele Fragen zum Thema Arbeitslose<br />
und Wettbewerbsfähigkeit, bleiben aber noch einen Moment beim neuen<br />
Finanzkonzept der rot-grünen Koalition.
</p>
<p>
t<b>utz:</b> Wenn Eichel die Stabilitätskriterien bricht,<br />
ist das ein falsches Signal an die neuen Länder, es ihm gleich<br />
zu tun? Erleidet die EU damit auf den Finanzmärkten einen Vertrauensverlust?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Ohne Zweifel hier hat das Brechen<br />
der Finanzkriterien durch die Bundesrepublik uns einen deutlichen Imageverlust<br />
beschert. Da die kleineren Länder die Kriterien weitgehend erfüllen,<br />
können wir neben Frankreich und Italien wesentlich schwerer auf<br />
Einhaltung und Konsolidierung der Staatshaushalte drängen. Zusammengefasst<br />
wir haben einen Trumpf der Einflussnahme auf Europa aus der Vorbildfunktion<br />
aufgegeben.
</p>
<p>
<b>abbau:</b> Allerdings sind auch die Institute über<br />
das Vorgehen uneins. Die Mehrheit hält es für erforderlich,<br />
dass der Stabilitäts- und Wachstumspakt eingehalten und ein zusätzliches<br />
Sparpaket aufgelegt wird. Das Berliner DIW und das IWH aus Halle schlagen<br />
dagegen vor, die Konsolidierung mittelfristig durch einen verbindlichen<br />
Ausgabenpfad voranzutreiben und Einnahmen je nach Konjunkturverlauf<br />
schwanken zu lassen. Wem stimmen sie zu?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun: </b>Ich stimme erstmal dem zusätzlichen<br />
Sparpakt auf allen Ebenen (Bund, Land, Kommunen) zu. Und das zweite<br />
ist ein Umschichten von Ausgaben zu Lasten der Alten und zu Gunsten<br />
der Bildung oder Jugend.
</p>
<p>
<b>Zum:</b> Die Wirtschaft lahmt, die Politik soll was tun:<br />
wo sollte sie sparen und wo investieren? Was ist denn falsch am Kurswechsel?<br />
Wenn die Regierung nichts machen würde, würden auch alle schimpfen?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Am Kurswechsel, wenn man Agenda<br />
2010 meint, ist die Kritik nur, dass er nicht weit genug geht, um schneller<br />
Wirkung zu zeigen. Herr Herzog hatte einen Ruck gefordert, der durchs<br />
Land gehen müsse. Mit dem Abmildern der Einschnitte kommt es immer<br />
wieder zu Hinnahmen, die aber nicht zu der veränderten Einstellung<br />
führen. Neben dem, was die Politik tun kann, sind an erster Stelle<br />
die Unternehmen gefordert. Innovation ihrer Produkte und Dienstleistungen<br />
sind die wichtigste Aufgabe und notwendige Gedanken zu Mergers und Akquisitionen.
</p>
<p>
<b>Waigel:</b> Fehlt Eichel ein klares Konzept in der Finanzpolitik?<br />
Ist er der richtige Mann oder gehört er ausgewechselt? Den Bundesbank-Chef<br />
hat er ja auch abgesägt!
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> In der Steuerpolitik hat er zwar<br />
ein Konzept, aber dieses halte ich den Ziel der Standortverbesserung<br />
Deutschlands als nicht ausreichend dienend. Es bringt nichts die Einkommens-<br />
und Körperschaftssteuern zu senken, und gleichzeitig eine Mindestbesteuerung<br />
einzuführen oder über die Länder die Diskussion um Gewerbesteuer,<br />
Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer neu zu beleben. Was wir brauchen<br />
ist ein Abgleich zu den wichtigsten Investorländern, um dem Standort<br />
eine steuerliche Grundattraktivität zu geben. Dann kommen dazu<br />
die anderen Faktoren, die einen Standort attraktiv machen: Arbeitsplatzattraktivität,<br />
Forschungspotential, um nur zwei zu nennen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir sind bereits am Ende der Stunde angelangt.<br />
Noch eine letzte Frage zur Ausbildungsplatzabgabe.
</p>
<p>
<b>treiber002:</b> Warum sind Sie so sehr gegen eine Ausbildungsplatzabgabe?<br />
Glauben Sie, die Industrie würde sich auch nur ein bisschen bewegen<br />
ohne die Androhung eines solchen Gesetzes?
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Die Industrie hat im zurückliegenden<br />
Jahr bei einer deutlichen Zunahme der Arbeitslosigkeit geschafft, die<br />
Minderung der Ausbildungsplätze auf wenige Tausend zu begrenzen.<br />
Ein Beispiel dafür ist die Wirtschaft, die ihre Verantwortung gegenüber<br />
jungen Menschen am Ende ihrer Schulzeit wahrnimmt. Eine Ausbildungsplatzabgabe<br />
würde dazu führen, dass viele Betriebe ihre außergewöhnlichen<br />
Anstrengungen, die weit über die Kosten einer Ausbildungsplatzabgabe<br />
hinausgehen, unterlassen würden. Wahrscheinlich mit dem Argument,<br />
der Staat will&#8217;s besser richten, so soll er&#8217;s doch! Dies führt<br />
zu einer weiteren Verschulung der Berufsausbildung ohne betriebliche<br />
Bindung und ohne Anpassung an den zukünftigen Bedarf mit der Konsequenz,<br />
dann zwar eine schulische Berufsausbildung zu haben, aber in einem Berufsfeld,<br />
das in hohem Maße nicht nachgefragt wird. Beispiele hierfür<br />
gab es aus den vielen Umschulungsprogrammen der ehemaligen Arbeitsämter<br />
und den Weiterbildungsmaßnahmen dieser Institutionen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Unsere Chat-Stunde ist leider bereits vorbei,<br />
vielen Dank für das große Interesse. Vielen Dank Herr Braun,<br />
dass Sie sich die Zeit genommen haben. Die Transkripte aller Chats finden<br />
Sie auf den Seiten der Veranstalter. Zum nächsten Chat kommt Gesine<br />
Schwan, Kandidatin von SPD und Grünen für das Amt der Bundespräsidentin.<br />
Der Chat findet am kommenden Donnerstag, 6. Mai um dreizehn Uhr statt.<br />
Das tacheles.02-team wünscht allen Teilnehmern noch einen schönen<br />
Tag. tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
und wir unterstützt von tagesspiegel.de und sueddeutsche.de.
</p>
<p>
<b>Ludwig Georg Braun:</b> Ich fand die Fragen sehr interessant<br />
und aufschlussreich. Ich hoffe, mit meinen Antworten einige Klarstellungen<br />
und Hintergründe für wirtschaftliche Entscheidungsebenen gegeben<br />
zu haben. Herzlichen Dank!</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/sparpolitik_und_euerweiterung-226/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>0</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
