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	<title>Ausländer &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Ausländer &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>bundestag.de-Chat zur Integration von Ausländern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jun 2008 17:07:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Migranten]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Donnerstag, 19.06.08, waren Sevim Dagdelen (Die Linke.) und Stephan Mayer
(CDU/CSU), Abgeordnete im Bundestag, zu Gast im
bundestag.de-Live-Chat und diskutierten zum Bundesbericht zur Integration von Ausländern und Ausländerinnen. <a href="http://www.bundestag.de/aktuell/archiv/2008/20882975_kw25_auslaender/chat_transkript_080619_auslaender_in_deutschland.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Chattranscript finden Sie hier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am Donnerstag, 19.06.08, waren Sevim Dagdelen (Die Linke.) und Stephan Mayer<br />
(CDU/CSU), Abgeordnete im Bundestag, zu Gast im<br />
bundestag.de-Live-Chat und diskutierten zum Bundesbericht zur Integration von Ausländern und Ausländerinnen. <a href="http://www.bundestag.de/aktuell/archiv/2008/20882975_kw25_auslaender/chat_transkript_080619_auslaender_in_deutschland.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das Chattranscript finden Sie hier.<!--break--></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Green Card &#8211; Die Eckpfeiler</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/das-green-card-dossier/green_card_die_eckpfeiler-557/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2000 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Green Card-Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Gesetzgebung]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländer]]></category>
		<category><![CDATA[Green Card]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Die Eckpfeiler der Green-Card-Initiative für ausländische Computerexperten stehen. 
Heiß debattiert und vielfach kritisiert, soll die Verordnung nach den 
<a href="http://www.bundesregierung.de/05/0525/index.html">Plänen der Bundesregierung</a> 
spätestens zum 1. August dieses Jahres in Kraft treten. Die Wirtschaft meldet allerdings schon 
Änderungswünsche an.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Die Eckpfeiler der Green-Card-Initiative für ausländische Computerexperten stehen.<br />
Heiß debattiert und vielfach kritisiert, soll die Verordnung nach den<br />
<a href="http://www.bundesregierung.de/05/0525/index.html">Plänen der Bundesregierung</a><br />
spätestens zum 1. August dieses Jahres in Kraft treten. Die Wirtschaft meldet allerdings schon<br />
Änderungswünsche an.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Auch wenn die Rechtsgrundlage für die Green Card erst zum 1. August vorliegen wird, die Kernpunkte des<br />
Green-Card-Pakets sind festgezurrt: Maximal 20.000 ausländische IT-Spitzenkräfte können Green-Cards<br />
erhalten. Nach 10.000 erteilten Arbeitserlaubnissen soll durch ein Monitoring-Verfahren geprüft werden, ob<br />
weiterer Bedarf besteht. Die Regelung gilt für alle Computer-Spezialisten aus Nicht-EU-Staaten mit Hochschul-<br />
und Fachhochschulabschluss einschließlich Bachelor und Master. Die Beschäftigungsdauer ist zunächst auf<br />
drei Jahre befristet, kann danach aber um bis zu zwei weitere Jahre auf insgesamt maximal fünf Jahre<br />
verlängert werden.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Am 2. Mai wird die Bundesregierung mit den Chefs der großen deutschen Informationstechnik-Unternehmen,<br />
zusammengeschlossen in der <a href="http://www.initiatived21.de/">&quot;Initiative D21&quot;</a>, und dem Präsidenten<br />
der Bundesanstalt für Arbeit<br />
(<a href="http://www.arbeitsamt.de/hst/index.html">BA</a>), Bernhard Jagoda, die Umsetzung der<br />
Initiative besprechen. Die Wirtschaft hat bereits Änderungswünsche angemeldet. Ihr sind die Pläne<br />
zu unflexibel gestaltet. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt forderte am 18. April in einem<br />
<a href="http://www.bda-online.de/www/bdaonline.nsf/e5d82c463bddf044c125682400315855">Interview</a><br />
des SWR, es müsse eine Regelung gefunden werden, die es ermögliche, den Bedarf sehr schnell und sehr<br />
unbürokratisch zu decken. Insbesondere die direkte Zuständigkeit der interessierten Firmen für die Rekrutierung<br />
von Arbeitnehmern sei ein wichtiges Anliegen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Besonders der letzte Punkt dürfte noch für Konflikte sorgen. Denn nach den Plänen der Bundesregierung soll<br />
zunächst die Bundesanstalt für Arbeit die konkreten Stellenangebote der Firmen sammeln. Dafür hat sie extra<br />
eine <a href="http://www.arbeitsamt.de/hst/services/it_hotline/index.html">IT-Hotline</a> eingerichtet, in die<br />
Arbeitgeber ihre Stellenangebote direkt einstellen können. Nach Prüfung der Anforderungen für diese Stellen<br />
kann die Arbeitsverwaltung aus den vorhandenen Bewerbungen Vermittlungsvorschläge an die Unternehmen<br />
machen. Bevor ausländische IT-Fachkräfte eine Zulassung erhalten, prüft die BA allerdings, ob es geeignete<br />
Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland und anderen EU-Mitgliedsstaaten gibt, die vorrangig zu<br />
vermitteln sind.<br />
Die Arbeitgeber möchten dieses Verfahren gerne umgehen und ihre neuen Mitarbeiter lieber<br />
persönlich im Ausland rekrutieren. &quot;Auf keinen Fall dürfen die Spezialisten nur über einen zentralisierten<br />
Kanal zugeteilt werden&quot;, forderte etwa Christoph Kannengießer, Geschäftsführer der BDA und Leiter der<br />
Abteilung Arbeitsmarkt, in der&quot;Berliner Morgenpost&quot;. Flankierende Unterstützung durch die Zentralstelle<br />
für Arbeitsvermittlung und die Außenhandelskammern sei aber sinnvoll. Entscheidend sei, dass ein<br />
Visa zügig erteilt werde, um den akuten Bedarf zu decken.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Je eher die ausländschen Fachkräfte ihre Arbeit aufnehmen können, so die Erwartung der<br />
Befürworter, desto schneller würden positive Wirkungen für den deutschen Arbeitsmarkt eintreten.<br />
Bernhard Jagoda sagte gegenüber dem Bonner General-Anzeiger, er erwarte, dass jeder der<br />
ausländischen Experten Beschäftigungsmöglichkeiten für zwei bis drei weitere Mitarbeiter eröffne.<br />
</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>IT Inside</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/it_inside-558/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2000 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländer]]></category>
		<category><![CDATA[Green Card]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Branche]]></category>
		<category><![CDATA[Fachkräftemangel]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
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					<description><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
Die Welt hinter dem Gesetzesentwurf 
</p>
<p>
<b> Während die Politiker noch über eine Zuwanderungsregelung für ausländische 
Fachkräfte in der Informationstechnik-Branche nachdenken, findet die Realität 
bereits statt.</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
Die Welt hinter dem Gesetzesentwurf
</p>
<p>
<b> Während die Politiker noch über eine Zuwanderungsregelung für ausländische<br />
Fachkräfte in der Informationstechnik-Branche nachdenken, findet die Realität<br />
bereits statt.</b><!--break-->
</p>
<p>
Es gibt sie nämlich schon in den hiesigen Büros von IT- und Multimediaunternehmern,<br />
die Mitarbeiter aus Nicht-EU-Ländern. Unternehmen beschreiten bereits neue<br />
Wege, um die begehrten Fachleute zu finden und Menschen am Karriereknick wittern<br />
in einer Weiterbildung die erhoffte Chance. Die Diskussion um die Green Card,<br />
zeitweise auf populistischem &quot;Wolle mer se rei`lasse&quot;-Niveau geführt, zielt<br />
jedoch an den Beteiligten und Betroffenen vorbei.
</p>
<p>
<b>Die Firma</b>
</p>
<p>
Multinationale Konzerne wie beispielsweise IBM oder SAP können vergleichsweise<br />
einfach Mitarbeiter aus ausländischen Filialen nach Deutschland holen. Kleinere<br />
Unternehmen müssen erfinderischer sein, um die starren deutschen Bestimmungen<br />
zu umlaufen. Bei bvm, einer Berliner Multimediaunternehmung, die sich erfolgreich<br />
auf die Konzeption und Gestaltung von Computerspielen konzentriert, sitzen<br />
bereits seit einigen Jahren Mitarbeiter aus Bulgarien an den Computern. Hauptsächlich<br />
sind es Studenten, die rechtlich noch vergleichsweise einfach zu beschäftigen<br />
sind. In manchem Fall mussten allerdings abenteuerliche Umwege begangen werden,<br />
um die bulgarischen Mitarbeiter zu bezahlen: &quot;Wir haben eine Zeitlang&quot; grinst<br />
Axel von Maydell, Geschäftsführer bei bvm, &quot;jede Menge Kunst in Bulgarien<br />
gekauft &#8230;&quot;
</p>
<p>
Irgendwann war jedoch klar, dass solche Praktiken auf Dauer nicht tragbar<br />
sein würden. So gründete bvm, die zur Zeit ungefähr 100 Mitarbeiter beschäftigen,<br />
kurzerhand eine Dependance in Bulgarien. Nachdem im Berliner Büro bereits<br />
einige IT-ler aus Bulgarien mit großem Erfolg tätig waren, lag es für Maydell<br />
nahe, die hier bestehenden Kontakte zu nutzen und nach Bulgarien zu expandieren.<br />
Maydell kritisiert an der Green Card-Regelung, die er auf Grund der eklatanten<br />
Unterschiede zur echten Green Card gar nicht so nennen möchte, vor allem die<br />
Bürokratisierung: &quot;Könnte man bei der Suche nach neuen Mitarbeitern frei auf<br />
dem Weltmarkt operieren, würde so eine Green Card tatsächlich helfen.&quot; Den<br />
deutschen Weg, der immer über die Bundesanstalt für Arbeit führen muss, hält<br />
er für zu langatmig und zu wenig effizient. Versäumnisse sieht er auch im<br />
bildungspolitischen Bereich. Medientechnik und Mediengestaltung sind Lehrberufe,<br />
die erst seit rund einem Jahr existieren. Viel zu spät wurden sie ins Arbeits-Leben<br />
gerufen, um der aktuellen Nachfrage zu begegnen.
</p>
<p>
Auch andere Firmen der Branche haben sich der Einfachheit halber ins nicht-europäische<br />
Ausland begeben. Ausschlaggebend sind hierbei nicht die niedrigeren Löhne,<br />
sondern die Möglichkeit relativ unbürokratisch motivierte Mitarbeiter beschäftigen<br />
zu können. WWL, ein Internet-Dienstleister mit gegenwärtig 140 offenen Stellen<br />
hat eine Niederlassung in Prag eröffnet. Bei IBM begrüßt man den Schritt hin<br />
zu einer Green Card. Christina Hinze, Pressesprecherin, betont jedoch, dass<br />
es sich um eine kurzfristige Regelung handeln sollte. &quot;Die Einführung einer<br />
Green Card bedeutet nicht, dass wir uns in Schulen und Universitäten zurücklehnen<br />
können.&quot; IBM selber, so Frau Hinze, kann seinen Bedarf an Fachkräften zur<br />
Zeit noch decken. Der Zuzug von ausländischen Fachkräften wird den Markt jedoch<br />
insgesamt stimulieren, hofft man bei IBM. Die Konkurrenz um die hochqualifizierten<br />
Arbeitnehmer ist bekanntermaßen groß.
</p>
<p>
<b>Das Amt</b>
</p>
<p>
Ähnlich sehen die Arbeitsämter die Green Card mittlerweile als Möglichkeit,<br />
den deutschen Arbeitsmarkt anzuregen. &quot;Wir begrüßen die Green Card als vorübergehende<br />
Maßname, denn es gibt nicht ausreichend studierte Fachkräfte. Ein solcher<br />
hochqualifizierter Mitarbeiter schafft unter sich gleich mehrere Stellen für<br />
deutsche IT-ler&quot; erklärt Klaus Pohl, Pressesprecher des <a href="http://www.arbeitsamt.de/hst/dienststellen/laaberlinbrandenburg/index.html"><br />
Landesarbeitsamtes Berlin/Brandenburg</a> Damit im Mittelbau auch genügend<br />
Arbeitskräfte nachwachsen, fördert das Landesarbeitsamt derzeit rund 200 Maßnahmen<br />
zur Weiterbildung, 80% der Teilnehmer, so Pohl, können danach vermittelt werden.<br />
Tatsächlich gibt es potentielle IT-Kräfte, die beim Landesarbeitsamt Berlin<br />
gemeldet sind, Ende März waren es gut 2100. Der Umschlag ist in diesem Bereich<br />
jedoch sehr hoch: Von 11 arbeitslosen Systemprogrammieren konnten 10 vermittelt<br />
werden, unter den 216 arbeitsuchenden Anwendungsprogrammieren sind noch 25<br />
ohne Job. Bei anderen Jobprofilen könne sogar mehr vermittelt werden, als<br />
gemeldet sind, meint Klaus Pohl.
</p>
<p>
<b>Die Arbeitnehmer</b>
</p>
<p>
&quot;5 Jahre deines Lebens und dann wirst du wieder heimgeschickt&quot; Boril Boschnakov<br />
aus Sofia, Bulgarien, sieht die Green Card kritisch. Der 28jährige arbeitet<br />
neben seinem Studium an der Hochschule der Künste in Berlin bei bvm. Auch<br />
sein Kollege Dimitre findet die 5 Jahres-Regelung für beide Seiten ungünstig.<br />
Davon abgesehen meint er, hat die Green Card ihren Namen nicht verdient. Beide<br />
können zwar verstehen, dass die Deutschen nach einer Regelung für die Zuwanderung<br />
suchen, aber so wie die Diskussion geführt wird, meint Dimitre, gibt sie auch<br />
Anlass für Ausländerfeindlichkeit.
</p>
<p>
Ihr argentinischer Kollege Diego ist seit 11 Jahren in Deutschland. Er ist<br />
seit letztem Jahr bei bvm als Programmierer und Projektleiter tätig. Mit der<br />
Aufenthaltsgenehmigung hat er inzwischen keine Schwierigkeiten mehr. Trotzdem<br />
begrüßt er die Diskussion um die Zuwanderung. Abgesehen von den ausländerfeindlichen<br />
Parolen, ist viel zu lange nicht über den Status hier arbeitender Ausländer<br />
gesprochen worden, meint Diego. In Berlin leben alle gerne und gerne auch<br />
noch länger. Boril, Dimitre und die Bulgarin Diana, ebenfalls neben ihrem<br />
Studium bei bvm beschäftigt, erleben Deutschland als aufregenden Arbeitsplatz.<br />
In Bulgarien existieren Studiengänge wie Multi-Media Design oder Visuelle<br />
Kommunikation nicht. Dort, so erzählen sie, bringen sich die Leute die Sachen<br />
selber bei. Umso mehr können sie hier -nicht nur an der Uni- lernen. Alle<br />
vier haben nichts dagegen in Deutschland zu bleiben. &quot;Allerdings, fügt Dimitre<br />
hinzu, fühlt sich die deutsche Bürokratie manchmal feindselig an &#8230;&quot;
</p>
<p>
<b>Der Weiterbilder</b>
</p>
<p>
Frank Ringwald von der CIMdata GmbH für Weiterbildung sieht der Green Card<br />
gelassen entgegen. Seinen Schüler, so glaubt er, werde durch den Zuzug von<br />
Fachkräften aus dem Ausland nicht das Wasser abgegraben: &quot;Ich denke nicht,<br />
dass der Bedarf an Arbeitskräften durch die Green Card auch nur ansatzweise<br />
gedeckt werden kann. Daher sehe ich auch keine Konkurrenz für unsere Teilnehmer&quot;.<br />
Auch hier herrscht also die Hoffnung vor, der Markt werde durch den Zuzug<br />
stimuliert.
</p>
<p>
Bei CIMdata, einem der größten privaten Weiterbilder in Berlin werden Hochschulabsolventen,<br />
oftmals mit geisteswissenschaftlichen Abschlüssen, in den Bereichen Multimedia,<br />
Informatik und Maschinenbau fit gemacht. Aber auch Drucker oder Fotografen<br />
können hier den Sprung in die neuen Berufsfelder vorbereiten. Über mangelnde<br />
Nachfrage jedenfalls kann sich Herr Ringwald nicht beklagen. Und da die klassischen<br />
deutschen Bildungsinstitutionen meist nur langsam dem Trend hinterher stolpern,<br />
wird die Weiterbildung im IT-Bereich nach dem Motto &quot;lebenslanges Lernen&quot;<br />
auch weiterhin aktuell bleiben. Die Chancen nach einer ca. einjährigen Weiterbildung<br />
auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein, sind nach Aussage von Frank Ringwald,<br />
gut. Die Green Card wird letztlich überbewertet: &quot;Laut meinem Informationsstand<br />
werden ohnehin schon Spezialisten im Ausland akquiriert, so dass diese ganze<br />
Green Card-Aktion im Grunde eine Vereinfachung einer ohnehin schon herrschenden<br />
Praxis ist.&quot;
</p>
<p>
Angesichts der allgemeinen Gelassenheit, mit der offizielle Stellen, Betriebe<br />
und auch Arbeitnehmer der Grünen Karte begegnen, werden die Panik-Parolen<br />
vom Rhein noch peinlicher als sie es ohnehin schon sind. Viel Lärm um eine<br />
Notwenigkeit, um eine Selbstverständlichkeit. Es bleibt nun abzuwarten, ob<br />
sie auch wirklich kommen werden, die Software-Maharadschas und IT-Zaren.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>&#8220;Inder für Kinder&#8221;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/das-green-card-dossier/inder_fuer_kinder-560/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jul 2000 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Das Green Card-Dossier]]></category>
		<category><![CDATA[Einwanderungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Fachkräftemangel]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Eike Hebecker]]></category>
		<category><![CDATA[Generationenvertrag]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländer]]></category>
		<category><![CDATA[Green Card]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
<b>Ein Gespräch mit <a href="http://www.politik-digital.de/politikdigital/team/ehebecker.shtml">
Eike Hebecker</a>, Politikwissenschaftler und Experte für Bildung und Neue Medien, über die 
gesellschaftspolitischen Hintergründe der Green-Card</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b>Ein Gespräch mit <a href="http://www.politik-digital.de/politikdigital/team/ehebecker.shtml"><br />
Eike Hebecker</a>, Politikwissenschaftler und Experte für Bildung und Neue Medien, über die<br />
gesellschaftspolitischen Hintergründe der Green-Card</b></span><!--break--></p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
<b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Herr Hebecker, das Wort des NRW-Spitzenkandidaten der CDU Jürgen Rüttger<br />
von &quot;Kindern und Indern&quot;, das mittlerweile in aller Munde war, wurde sicher auch im Hinblick auf den<br />
Stimmenfang für die Wahl in NRW gesprochen. Wie ist so eine Formel wahlkampfpolitisch einzuordnen??</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Die Zuspitzung  des Sachverhalts auf eine popularisierbare Formel ist<br />
sicherlich auf die Wahlkampfsituation und die Fixierung der CDU auf ihre<br />
Kampagnenfähigkeit zurückzuführen, die sie gegenwärtig als vielversprechende<br />
(siehe Hessen) &#8211; aber auch als die einzige realisierbare &#8211; Erfolgsstrategie<br />
favorisiert. Diese Festlegung ist mit der Qualifizierung des Themas zu einer<br />
Kampagne getroffen und in der Dramaturgie des Wahlkampfes nicht mehr zu<br />
revidieren, auch wenn die Ressentiments gegen Ausländer, mit denen hier<br />
fraglos operiert wird, innerhalb der eigenen Partei und von prominenter<br />
Position in der Wirtschaft kritisiert werden. Darüber hinaus schlägt sich<br />
die Kampagne auch nicht in der Stimmung der Bevölkerung und den<br />
Umfrageergebnissen nieder, was in einem Bundesland wie Nordrhein-Westfalen,<br />
das auf eine erfolgreiche Integration von ausländischen Mitbürgern<br />
zurückblicken kann, auch nicht verwundert.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Die schlichte Parole &quot;Kinder statt Inder&quot; hat weit über die NRW-Wahl hinaus<br />
eine regelrechte Lawine ausgelöst?<br />
Welcher Nerv wurde hier getroffen?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Hinter der verkürzten Formel verbergen sich in der Tat zentrale<br />
gesellschaftspolitische Dimensionen, deren Problematik sich durch den Ausspruch Rüttgers<br />
neu konkretisierten. Die Äußerung tangiert inhaltlich die Themen der Revision der Einwanderungspolitik,<br />
die Reform des Bildungssystems sowie die Frage der Generationengerechtigkeit im Hinblick auf eine<br />
zukünftige Lastenverteilung. Allesamt hochsensible und tabuisierte Politikfelder, von denen<br />
bekannt ist, dass sie für keine populären, pauschalen und spontanen Lösungen<br />
empfänglich sind. Ein Politiker, der dies wider besseren Wissens suggeriert<br />
und propagiert, kann schnell seine Glaubwürdigkeit verlieren, zumal wenn er<br />
als ehemaliger Zukunftsminister eher als ein Teil des Problems, als ein Teil<br />
der Lösung identifizierbar ist.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Vom Rüttger´schen &quot;mauvais-mot&quot; zum Auslöser: der Green Card. Inwiefern ist diese Initiative als<br />
veränderte Haltung bei der Einwanderungspolitik zu sehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Die Debatte um die Zuwanderung hat in dem Sinn<br />
ja der Bundeskanzler angestossen, indem er eine Greencard-Regelung für die fehlenden<br />
hochqualifizierten Arbeitskräfte in der<br />
IT-Branche angeregt hat. Dass diese punktuelle wirtschaftspolitische<br />
Intervention nicht zu begrenzen sein würde, war vorauszusehen und zeigte<br />
sich nicht nur an der Ausweitung dieser Option auf andere Berufsgruppen wie<br />
das Hotel- und Gaststättengewerbe oder Spargelpflücker, sondern vor allem an<br />
der einsetzenden Diskussion um eine neue Einwanderungspolitik, die es<br />
erlaubt, die Zuwanderung an den ökonomischen Bedürfnissen der Bundesrepublik<br />
zu orientieren. Dazu gehört natürlich ein Bekenntnis zu der Tatsache, dass<br />
Deutschland ein Einwanderungsland ist und Einwanderung braucht, was bisher<br />
ja insbesondere von der CDU/CSU vehement bestritten worden ist und auch in<br />
der gegenwärtigen Diskussion zu einer polemischen und unsachlichen<br />
Vermischung von Einwanderung und Asyl geführt hat. Darüber, ob der Kanzler<br />
hier mit strategischem Kalkül gehandelt und einen Test-Ballon gestartet hat,<br />
lässt sich nur spekulieren. Das Zögern, eine entsprechende<br />
Gesetzgebungsinitiative zu starten, spricht jedenfalls dagegen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Eine weitere gesellschaftspolitische Dimension, die das Thema<br />
Green Card berührt ist Ihrer Meinung nach die Generationengerechtigkeit.<br />
Kommt der Generationenvertrag durch die mangelhaften Investitionen in die Bildungspolitik ins Wanken?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Jürgen Rüttgers hat das Thema mit seiner Formel von den<br />
&quot;Kindern statt Indern&quot; ganz konkret auf die Bildungspolitik gelenkt. Für Kinder und Jugendliche jetzt aus<br />
wahltaktischen Gründen eine besserer Ausbildung, die notwendigen technischen<br />
Ausstattungen in den Schulen und die zukünftigen Jobs zu fordern, erscheint<br />
angesichts der Tatsache, dass sie als Bevölkerungsgruppe durch die<br />
Sparzwänge im Bildungsbereich und Jugendarbeitslosigkeit bisher in doppelter<br />
Hinsicht benachteiligt waren sogar zynisch. Die soziodemographische<br />
Situation beginnt sich jedoch spürbar zu verschieben. Die Arbeitslosigkeit<br />
wird momentan vor allem durch die Überalterung der Arbeitslosen abgebaut und<br />
in Zukunft werden immer mehr Branchen Probleme haben, genügend Arbeitskräfte<br />
zu finden. Aus dieser Perspektive wird deutlich, dass wir Kinder und &quot;Inder&quot;<br />
also Einwanderung brauchen, um die demographische Schieflage zu<br />
korrigieren. Bei der Erwirtschaftung der Kosten und der Verteilung der<br />
Lasten unserer sozialen Sicherungssysteme werden &quot;Kinder und Inder&quot; quasi zu<br />
Verbündeten.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Der Generationenvertrag ist gefährdet, weil eine adäquate Ausbildungssituation,<br />
die es ermöglichen würde, den zukünftigen Bedürfnissen des Arbeitsmarktes und damit<br />
des Rentensystems zu begegnen, von den Verantwortlichen nicht geschaffen wurde.<br />
Warum hat die Bildungspolitik nicht früher reagiert?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Zunächst einmal ist festzustellen, dass die gegenwärtigen Defizite in der<br />
Bildung und Ausbildung voraussehbar waren und von daher hausgemacht sind.<br />
Dies ist nicht nur auf fehlende finanzielle Mittel zurückzuführen, sondern<br />
hängt maßgeblich mit den strukturellen Problemen des Bildungs- und<br />
Ausbildungssystems zusammen, die es nicht erlauben, flexibel auf die<br />
gesellschaftlichen und vor allem die arbeitsmarktbezogenen Anforderungen zu<br />
reagieren, die mit der rasanten medientechnologischen Entwicklung der<br />
letzten Jahre verbunden sind.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Wo genau sehen sie die Schwachpunkte der Bildungspolitik<br />
auf den IT-Bereich bezogen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Überalterte Kollegien an den Schulen, die mit<br />
den dort platzierten Netzrechnern nichts anfangen können und sich in<br />
pädagogischen Grabenkämpfen den Neuerungen verweigern. Überforderte<br />
Universitäten, in deren Studienplänen für die Lehrerausbildung Neue Medien<br />
nicht vorkommen oder deren Informatikfakultäten vielleicht gerade<br />
geschlossen worden sind und 16 Bundesländer, die sich in ihrer<br />
bildungspolitischen Zuständigkeit mit mindestens 16 verschiedenen Konzepten<br />
profilieren wollen. In Hessen wird beispielsweise gegenwärtig ein<br />
Wahlversprechen eingelöst, indem 2000 neue Lehrer eingestellt werden, für 20<br />
000 neue Computer, die ebenfalls benötig werden ist aber kein Geld mehr<br />
verfügbar. Dafür, dass eventuell 10 000 Computer und 1000 Lehrer, die damit<br />
umgehen können eine bessere Investition mit synergetischen Effekten<br />
darstellen könnte, fehlt das politische Vorstellungsvermögen. Diese<br />
Beispiele sind sicherlich nicht repräsentativ aber symptomatisch für die<br />
gegenwärtige Situation. Andererseits hatte Bundespräsident Herzog vor<br />
mittlerweile drei Jahren mit seiner &quot;Ruck-Rede&quot; auf den bildungspolitischen<br />
Handlungsbedarf aufmerksam gemacht und die Initiative &quot;Schulen ans Netz<br />
arbeitet sogar schon seit 1996 an ihrem Ziel, alle Schulen mit mindestens<br />
einem internetfähigen Rechner auszustatten. Obwohl hier mit einem Konzept<br />
der public private partnership, das die Wirtschaft einbindet, der richtige<br />
Weg eingeschlagen wurde, zeigt sich heute, dass noch mehr hätte getan werden<br />
können und müssen. Die gegenwärtige Bundesregierung dürfte im Grunde<br />
genommen überhaupt nicht mehr vor dem Problem stehen, das Thema Neue Medien<br />
und Bildung erneut zur Chefsache machen müssen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital:</span></b> Wacht die Politik noch rechtzeitig auf? Was muss passieren,<br />
damit die wirtschaftliche und soziale Sicherung in Deutschland gefestigt wird?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Eike Hebecker</b>: Die mit der Green Card indirekt thematisierten Politikfelder<br />
Einwanderungspolitik, Generationengerechtigkeit und Bildungspolitik müssen jetzt<br />
gleichermaßen Beachtung finden.<br />
Dass im Bundesministerium für Bildung und Forschung gegenwärtig über ein<br />
2 Milliarden Sonderprogramm zur Medienbildung nachgedacht wird, stimmt hoffnungsvoll ebenso wie die<br />
Idee, einen Teil der Sondereinnahmen aus der Versteigerung von<br />
Mobilfunklizenzen in dieser Hinsicht Zweck zu binden. Die Chancen für ein<br />
Umdenken und Umlenken stehen jedenfalls nicht schlecht. In den kommenden 10<br />
Jahren werden 60 Prozent des Lehrpersonals an den Schulen ausgetauscht. Die<br />
neuen Pädagogen werden gegenwärtig an den Hochschulen ausgebildet und müssen<br />
quer durch alle Fächer mit den Optionen der Neuen Medien vertraut gemacht<br />
werden, wenn das gegenwärtige Defizit mittelfristig aus eigener Kraft<br />
kompensiert werden soll. Vielleicht sind die vielbeschworenen Inder an<br />
Universitäten sogar besser platziert als in den Unternehmen, sie sprechen<br />
englisch und können programmieren.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600"><br />
politik-digital</span></b>: Vielen Dank für das Gespräch.<br />
</span></p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Big Trouble in Little Vienna</title>
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		<dc:creator><![CDATA[fniedlich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Provokation]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Big Brother]]></category>
		<category><![CDATA[Aktion]]></category>
		<category><![CDATA[Ausländer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>
Mit seinem Beitrag zu den Wiener Festwochen
<a href="http://www.auslaenderraus.at/">&#34;Bitte liebt Österreich!&#34;</a>,
bei dem die Zuschauer per Telefonwahl nach Big Brother-Manier über das
Schicksal von zwölf &#34;Asylbewerbern&#34; entscheiden können, inszeniert
Christoph Schlingensief sich selbst und die massen-<br />
mediale Politik gleichermaßen und hält Europa einen Spiegel vor.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><br />
Mit seinem Beitrag zu den Wiener Festwochen<br />
<a href="http://www.auslaenderraus.at/">&quot;Bitte liebt Österreich!&quot;</a>,<br />
bei dem die Zuschauer per Telefonwahl nach Big Brother-Manier über das<br />
Schicksal von zwölf &quot;Asylbewerbern&quot; entscheiden können, inszeniert<br />
Christoph Schlingensief sich selbst und die massen-<br />
mediale Politik gleichermaßen und hält Europa einen Spiegel vor.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Show verfehlt ihre Wirkung<br />
nicht: 75 000 Zugriffe auf die Live-Bilder aus dem Asyl-Container<br />
allein in der ersten Nacht der Aktion erwiesen sich als zu viel für <a href="http://www.webfreetv.com/">webfreetv.com</a>,<br />
dessen Server dem Ansturm nicht gewachsen war. Die<br />
Feuilleton-Redaktionen schreiben sich die Finger wund, auch die<br />
Internet-Gemeinde diskutiert aufgeregt. Und eine &quot;ungenannte<br />
Privatperson&quot; hat nach Angaben der Staatsamwaltschaft Wien Anzeige<br />
gegen Schlingensief „und andere Personen“ wegen &quot;Verspottung des<br />
Staates&quot; erstattet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In der Zwischenzeit üben sich die<br />
&quot;Opfer&quot; der Aktion in reflexhaften Abwehrversuchen. Nichts anderes als<br />
eine billige Politprovokation, befand die FPÖ. Das Projekt finde vom<br />
ÖVP-Stadtrat offensichtlich deswegen Duldung, weil er vor lauter<br />
Bemühen um Anerkennung in der linken Kulturschickeria alles<br />
unterstütze, was gegen die ÖVP und FPÖ gerichtet sei. Die<br />
Freiheitlichen kündigten an, eine Klage zur Entfernung der von<br />
Schlingensief verwendeten FPÖ-ähnlichen Embleme einzureichen. Gleiches<br />
ist von Seiten des Boulevardsblattes &quot;Kronen Zeitung&quot; zu vernehmen,<br />
dessen Logo bis Dienstag, wie das der FPÖ, neben einem Plakat mit der<br />
Aufschrift &quot;Ausländer raus&quot; am Container prangte. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Dazu werfen rechte Politiker<br />
(wieder einmal) die Frage auf, ob für solche Aktionen – der Begriff<br />
&quot;Kunst&quot; wird tunlichst vermieden – Steuergelder aufgewendet werden<br />
sollten – und liefern die Antwort selbstverständlich gleich mit. Einher<br />
geht diese Rhetorik mit verbalen Entgleisungen in Richtung der<br />
Initiatoren. Nun haben solche öffentlichen Äusserungen die Tendenz, auf<br />
ihren Urheber zurück zu fallen. Und weil Christoph Schlingensief dies<br />
weiß, wird es ihn kaum stören, dass der Wiener FPÖ-Chef Hilmar Kabas<br />
meint, er habe eine &quot;offensichtliche Verhaltensstörung&quot;. Im Gegenteil,<br />
er wird mit solchen oder ähnlichen Anfeindungen als Reaktion auf die<br />
&quot;Weltausstellung der Freiheit&quot; (Schlingensief über &quot;Bitte liebt<br />
Österreich&quot;) gerechnet haben. Denn der Provokationskünstler kennt das<br />
Mediensystem nicht nur genauestens, er lebt von ihm genauso sehr, wie<br />
die Medien von Leuten wie ihm. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Doch wer glaubt, Schlingensief<br />
inszeniere vor allem sich selbst, hat nur zum Teil recht. Natürlich<br />
geniesst er die Aufmerksamkeit, die ihm augenblicklich in Wien und<br />
darüber hinaus zu Teil wird. Sie kreiert für ihn das &quot;Spannungsfeld&quot;,<br />
in dem er am produktivsten arbeitet. Aber der Versuch der FPÖ,<br />
Schlingensief als verhaltensgestörten Politclown abzustempeln, kann die<br />
inhaltliche Auseinandersetzung mit der Aktion genauso wenig ersetzen<br />
wie der in die Kritik an der Spaßgesellschaft verpackte Verweis auf<br />
ihren &quot;Eventcharakter&quot;. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die bewußte Provokation,<br />
Schlingensiefs Markenzeichen, ist mehr als nur Selbstzweck. Der<br />
39-Jährige versteht es, in seinen Projekten die modernen<br />
Kommunikationsmecha-<br />
nismen für sich zu nutzen. Aber er konstruiert<br />
das Gegenüber nicht, um sich dann damit zu einigen. Es gehe um<br />
Aufrechterhaltung der Gegensätze und um Überlebenstrategien. Und auch<br />
um Strategien, wie man die Muster des Neuen Markts selbst möglichst<br />
unbeschädigt überstehe, sagt Schlingensief im <a href="http://derstandard.at/dynamic/aktuell/ressort_article.asp?channel=newsroom&amp;id=249816&amp;ressort=SCHLINGENSIEF">Interview</a> mit der österreichischen Zeitung <a href="http://derstandard.at/">&quot;Der Standard&quot;</a>.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Indem er selbst eigene Gegensätze<br />
&quot;lebt&quot;, hält Schlingensief der Gesellschaft ihre eigene Schizophrenie<br />
vor. Er karikiert die &quot;Schaumschlägerfabriken&quot; der Neuen Ökonomie, für<br />
deren Erfolg Schein oft wichtiger ist als Sein, indem er dem Betrachter<br />
seiner Container gerade so viel Einblick gewährt, das dieser eben nicht<br />
durchblickt. Er kritisiert die Ausrichtung von Politik und Medien am<br />
jeweils gerade aktuellen Trend – und passt sich mit seiner Big<br />
Brother-Imitation selber dem Trend an. Er beschwert sich über den Kult,<br />
der um seine eigene Person gemacht wird, personalisiert aber selbst die<br />
Auseinandersetzung mit dem Gegenüber mit plakativen Parolen wie etwa<br />
&quot;Tötet Schüssel!&quot;. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">In diesem Sinne läßt sich<br />
durchaus von &quot;Verhaltensstörungen&quot; sprechen, allerdings scheinen diese<br />
eher pathologisch in der Gesellschaft angelegt zu sein. Und so trägt<br />
&quot;Bitte liebt Österreich&quot; die Diskussion auch eben dorthin zurück.<br />
Österreichs Künstler können jedenfalls, anders als im Falle eines<br />
&quot;Boykotts&quot; österreichischer Theaterhäuser, durch das Projekt wieder die<br />
aktive diskursive Auseinandersetzung suchen. Sie kommen denn auch in<br />
Scharen gelaufen, um ihre Unterstützung zu demonstrieren (neben den<br />
&quot;Eröffnungsrednern&quot; besucht täglich ein &quot;Gast&quot; die verbleibenden<br />
Containerbewohner). </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und die österreichische Regierung<br />
kann sich, anders als im Falle der EU-Sanktionen, nicht in die Rolle<br />
des Opfers reden. Dafür hat Schlingensief schon allein dadurch gesorgt,<br />
dass er die &quot;Message&quot; seines Projekts gerade nicht auf die<br />
österreichischen Verhältnisse beschränkt wissen will. Die europäischen<br />
Staaten warnte er davor, im &quot;Wir wissen jetzt, wo der Nazi wohnt&quot;-Stil<br />
mit dem Finger auf Österreich zu zeigen und gleichzeitig Probleme mit<br />
Rassismus und Ausländerfeindlichkeit im eigenen Land schön zu reden.<br />
Denn eines ist für Schlingensief klar: &quot;Dieses Österreich, dass wir<br />
meinen, kann überall sein.&quot;<br />
</span></p>
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