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	<title>AWACS &#8211; politik-digital</title>
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	<title>AWACS &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#8220;Unsere Politik heißt: Wenn die Türkei Kriegspartner wird, ziehen wir die AWACS ab.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jmau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Mar 2003 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Reinhard Bütikofer]]></category>
		<category><![CDATA[Vereinte Nationen]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis 90/Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Außenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[Irak-Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/buetikofer.gif" alt="Reinhard Bütikofer" align="left" height="106" width="80" />Reinhard 
Bütikofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen, 
war am 25. März 2003zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de 
und politik-digital.de.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/buetikofer.gif" alt="Reinhard Bütikofer" align="left" height="106" width="80" />Reinhard<br />
Bütikofer, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen,<br />
war am 25. März 2003zu Gast im tacheles.02 Live-Chat von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de.</b></span><!--break-->
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herzlich willkommen im tacheles.02-Chat. tacheles.02 ist ein Format von<br />
tagesschau.de und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de.<br />
Der Grünen-Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer ist heute zum<br />
Chat ins ARD-Hauptstadtstudio gekommen. Eine Stunde haben wir Zeit, kann<br />
es losgehen, Herr Bütikofer?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Ja, mal los!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Herr Bütikofer, die Debatte um den Einsatz deutscher Soldaten in<br />
AWACS-Aufklärungsflugzeugen über der Türkei wird inzwischen<br />
vor dem Verfassungsgericht geführt. Gleich was dabei herauskommt,<br />
heißt nicht die Devise von Rot-Grün derzeit: Lieber nicht so<br />
genau auf das Völkerrecht schauen, um den Schaden im Verhältnis<br />
zu den USA und Großbritannien nicht noch größer zu machen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
So kann man das nicht sagen. Aber es stimmt schon, dass wir da einen Spagat<br />
auszuhalten haben. Einerseits führen zwei unserer Verbündeten<br />
einen Krieg, den wir völlig ablehnen und in den wir uns nicht völlig<br />
reinziehen lassen wollen, andererseits wollen wir über diesen aktuellen<br />
Konflikt nicht das Bündnis insgesamt zersplittern sehen. Deswegen<br />
unser Kurs, zu dem es nur zwei jeweils absurde Alternativen gäbe,<br />
die schlimmer wären.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Max:</b><br />
Aber mit dem AWACS-Einsatz unterstützen Sie ganz klar einen völkerrechtswidrigen<br />
Angriffskrieg.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Wir unterstützen diesen Krieg nicht. Die AWACS, die mit deutscher<br />
Beteiligung den türkischen Luftraum sichern, sind an der Kriegsführung<br />
nicht beteiligt. Sie unterstehen dem Saceur in Belgien und nicht dem amerikanischen<br />
Kommando Centcom am Golf. Sie werden &#8211; das ist Bestandteil der Verabredungen<br />
über ihren Einsatz &#8211; keine Feuerleitfunktionen ausüben.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
P.S.: Saceur = Oberkommandierender der NATO</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Fritzchen:<br />
</b>Wo ziehen sie die Grenze zwischen &quot;Luftraum sichern&quot;<br />
und „Beteiligung an einem Krieg“?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Beteiligung an einem Krieg hieße wie gesagt, z.B. teilnehmen an<br />
der Koordination der Luftangriffe. Das bleibt ausgeschlossen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>f3f:</b><br />
Militärexperten sagen aber, die Trennung zwischen Angriff- und Defensiv-Einsatz<br />
ist unklar?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Die Experten haben insofern recht, als sich die Trennung nicht einfach<br />
technisch durchführen lässt. Die AWACS besitzt beide Fähigkeiten.<br />
Entscheidend sind die Rules of Engagement (Verabredung darüber, was<br />
gemacht wird und was nicht), und die sind eindeutig. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sweetheart:</b><br />
In der FAZ ist zu lesen, dass die rot-grüne Regierung bei einer Bundestagsabstimmung<br />
zu den deutschen AWACS-Einsätzen über der Türkei „erhebliche<br />
außenpolitische Irritationen“ befürchtet. Warum ist Schröder<br />
dann nicht konsequent und zieht die AWACS ab?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Wir haben die AWACS im Rahmen unserer Bündnisverpflichtung zur Sicherung<br />
des Nato-Partners Türkei dorthin entsendet. Das gehört mit zu<br />
den Bündnisverpflichtungen. Wie gesagt: Es gäbe viel klarere<br />
Lösungen. Aber das würde entweder heißen, wir lassen uns<br />
in den Krieg hineinziehen &#8211; und das wollen wir nicht &#8211; oder wir tragen<br />
dazu bei, das Bündnis praktisch aufzulösen. Und das hätte<br />
gerade angesichts der Gefahr künftiger Alleingänge verschiedener<br />
Mächte erhebliche friedenspolitische Gefahren.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Blausocke:</b><br />
Wie sieht es denn mit den AWACS und einer deutschen Beteiligung aus, wenn<br />
die Stützpunkte, an denen die USA Truppen sammelt, in der Türkei<br />
angegriffen werden? Wie sieht da die deutsche Politik aus?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:<br />
</b>Unsere Politik heißt: Wenn die Türkei Kriegspartner<br />
wird, ziehen wir die AWACS ab. Die Türkei hat aber versichert, dass<br />
sie die Grenze einhalten wird, die für uns wichtig ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Heißt die Gleichung also: Wenn die Türkei angegriffen wird,<br />
ist sie Kriegspartei?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Ich halte das für eine unrealistische Spekulation. Ich glaube, das<br />
irakische Regime hat an anderen Fronten schwere Probleme und ich rechne<br />
nicht damit, dass es gegen Kurden und Türken im Norden losschlägt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Realistisch ist, dass die ABC-Spürpanzer der Bundeswehr in Kuwait<br />
gebraucht werden könnten &#8211; auch im Irak. Sollten die Deutschen den<br />
US-Truppen diesen Schutz gewähren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Die Spürpanzer haben ein klar begrenztes Mandat des Bundestages.<br />
Ich habe auch zur Kenntnis genommen, dass mehrere Oppositionspolitiker<br />
sie gerne in den Irak schicken würden, um so eine deutsche Kriegsbeteiligung<br />
durch die Hintertür herbeizuführen. Ich halte das für verantwortungslos,<br />
das werden wir nicht tun.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wrdgre:</b><br />
Wie geht es weiter im deutsch-amerikanischen Verhältnis? Die USA<br />
haben eine klare Vorstellung , wie der internationale Terrorismus oder<br />
Massenvernichtungswaffen zu bekämpfen sind? Welche haben Sie und<br />
die Regierung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Die USA haben eine entschiedene Vorstellung. Ob diese auch sehr klar ist,<br />
möchte ich bezweifeln. Probleme der Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen<br />
lassen sich nicht durch Abrüstungskriege lösen. Genauso wenig<br />
wie der Kampf gegen den internationalen Terrorismus alleine militärisch<br />
gewonnen werden kann. Ein Problem der Bush Administration besteht gerade<br />
darin, dass sie Sicherheitsfragen auf militärische Fragen verkürzt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Kommentar von:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Henne:</b><br />
Ich glaube, man sollte warten, bis die USA wieder demokratisch handlungsfähig<br />
sind.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Susi:</b><br />
Stimmen aus der CDU sagen, dass der Krieg durch eine einheitliche Drohkulisse<br />
hätte verhindert werden können. Was meinen Sie dazu?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Mindestens ein Teil der amerikanischen Regierung wollte nach meiner Überzeugung<br />
von vornherein den Sturz des Regimes von Saddam und nicht die Abrüstung.<br />
Für die Herren Cheney und Rumsfeld und andere war die Debatte um<br />
die Abrüstung leider nur ein taktisches Manöver, um die Völkergemeinschaft<br />
für einen Krieg zu gewinnen, den diese zu Recht ablehnte. Im Übrigen<br />
will ich festhalten: Den Weg, den wir in der UNO gegangen sind, ist nicht<br />
gescheitert. Die Erfahrung mit den Waffenkontrolleuren hat praktisch bewiesen,<br />
dass eine Abrüstung ohne Krieg möglich gewesen wäre.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>azizis:</b><br />
Abrüstung durch Sturz ist doch okay. Sie wollten in Serbien das doch<br />
auch!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Sturz von Saddam ist sehr o.k. Das wäre schon längst fällig<br />
gewesen. Die Frage ist wie, zu welchem Preis und zu welchen Gefahren.<br />
Den Kriegskurs, den die USA eingeschlagen haben, droht nicht nur die gesamte<br />
Situation in der Region zu destabilisieren, sondern auch die Koalition<br />
gegen den Terrorismus massiv zu schwächen. Darüber hinaus wird<br />
das Völkerrecht schwer beschädigt. Wie wollen wir in Zukunft<br />
ohne verbindliches Völkerrecht Konflikte lösen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>rg90:</b><br />
Aber die UN-Sanktionen gegen den Irak waren doch erfolglos?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Tatsache ist, dass die Sanktionen, so wie sie angelegt waren, eher das<br />
Volk im Irak trafen als den Diktator. Hans von Sponek, der früher<br />
in der UNO für diese Fragen zuständig war, hat schon seit langem<br />
darauf hingewiesen, dass das Sanktionsregime geändert werden müsse,<br />
um den Diktator zu treffen. Leider wurde er nicht gehört.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>altrosa:</b><br />
Ich lese: „Die USA und Großbritannien müssen nach Auffassung<br />
von Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul den Großteil<br />
der Kosten für den Wiederaufbau Iraks nach dem Krieg übernehmen.&quot;<br />
Aber das machen die doch gerne, besonders, weil ihnen das Öl in die<br />
Hände fällt. Eine weltfremde Sicht, oder?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Ich finde, dass auch Deutschland sich nicht aus der Verantwortung davonstehlen<br />
kann. Schließlich haben auch aus unserem Land mehr als 80 Firmen<br />
bei der Aufrüstung geholfen und den Diktator stabilisiert. Deswegen<br />
haben wir eine Verpflichtung gegenüber dem irakischen Volk.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Also plant Rot-Grün schon mal mit Millionen im nächsten Haushalt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:<br />
</b>Wenn Millionen reichen würden?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:<br />
</b>Beantwortet die Frage nicht: Also wird mit Milliarden geplant?<br />
Im Ernst, der Etat ist eng.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Im laufenden Hauhalt wurden die Mittel auf ungefähr 40 Millionen<br />
verdoppelt. Nach Kalkulation amerikanischer Stellen wird der Aufbau Hunderte<br />
Milliarden kosten. Ich kann an dieser Stelle nicht beantworten, wie das<br />
finanziert werden könnte. Die Unklarheit darüber, wie es nach<br />
dem Krieg weitergehen soll, war für uns einer der Gründe, vor<br />
diesem Krieg zu warnen. Aber es ist wohl im Augenblick zu früh, jetzt<br />
haushälterische Überlegungen anzustellen. Im Moment geht es<br />
ja noch darum, den Krieg möglichst schnell zu beenden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Blausocke:</b><br />
Tony Blair hat gesagt, dass die Gelder aus den Ölförderungen<br />
in einen Fonds fließen sollen, der dem Irak, bzw. dem irakischen<br />
Volk zu gute kommen soll. Widerspricht das nicht der vorherrschenden Meinung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Ich fände es gut, wenn Blair zur Kenntnis nähme, dass nicht<br />
er zusammen mit George Bush, quasi privat, über die Zukunft des Iraks<br />
entscheidet.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tb_hamburg:</b><br />
Guten Tag, ich bin gerade in den Chat gekommen, evtl. wurde meine Frage<br />
schon gestellt: Welche Möglichkeiten sehen sie, die &quot;Koalition<br />
der Willigen&quot; für die Missachtung des UN-Sicherheitsrates (Krieg<br />
ohne Mandat) zu sanktionieren? Ein Krieg ohne Mandat der Völkergemeinschaft<br />
ist doch wohl kein Kavaliersdelikt mehr, oder sehe ich das falsch?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Die Frage nach Sanktionen wurde nicht gestellt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Die Realität ist brutal. Das Rechtsgefühl, das hier das Völkerrecht<br />
verletzt sieht, hat keine Instanz, an die es sich wenden könnte.<br />
Maximal könnte die UNO-Generalversammlung eine Resolution verabschieden,<br />
die das Vorgehen der USA kritisiert. Die entscheidende Frage ist für<br />
mich, ob wir in diesem Konflikt die Vorraussetzungen dafür schaffen,<br />
dass sich diese Vorgehensweise nicht wiederholen kann.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Dieter Deiseroth, Richter am Bundesverwaltungsgericht, hat gegenüber<br />
tagesschau.de vorgeschlagen, die Frage der Zulässigkeit des Irak-Kriegs<br />
vor dem Internationalen Gerichtshof klären zu lassen. Gute Idee?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Dazu wird es, wenn ich recht sehe, nicht kommen, weil die USA, wie ich<br />
sehe, die Zuständigkeit dieses Gerichtes nicht anerkennen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zwei Fragen mit ähnlicher Zielrichtung:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>altrosa:</b><br />
Absolute Gewaltfreiheit war ein unverrückbarer Grundsatz der Grünen?<br />
Woher kommt der Sinneswandel?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>tgerg:</b><br />
Inwieweit beeinflusst die pazifistische Tradition der Grünen noch<br />
die Politik? Bei einem zweiten UN Mandat wären Sie doch für<br />
einen Krieg gewesen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Wir wären auch bei einem zweiten Mandat nicht für den Krieg<br />
gewesen. Wir haben unsere Gründe dafür wiederholt dargelegt.<br />
Absolute Gewaltfreiheit war eine grüne Parole, als auf dem Höhepunkt<br />
des Kalten Krieges Nuklearpazifismus die einzige vernünftige Position<br />
war. Seit dem Ende der Blockkonfrontation in Europa haben wir erleben<br />
müssen, dass der Krieg mit aller Brutalität auch nach Europa<br />
zurückkam. In unserer grünen Debatte war die Erfahrung des Völkermordes<br />
1995 in Srebrenica ausschlaggebend. Unter den Augen der UNO wurden Tausende<br />
von Menschen einfach umgebracht. Daraus haben wir die Schlussfolgerung<br />
gezogen, dass es Situationen geben kann, in denen es richtig ist, z.B.<br />
Völkermördern, auch mit Waffengewalt entgegentreten zu können.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch mal zwei Fragen zusammen:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>MBO: </b>Spielt<br />
die UN überhaupt noch eine aktive Rolle in diesem Konflikt?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>sweetheart:</b><br />
Welche Funktion hat die UNO überhaupt noch, wenn man sich über<br />
ihre Beschlüsse so einfach hinwegsetzen kann?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:<br />
</b>Es wäre falsch zu sagen, dass die UNO gescheitert sei. Die<br />
UNO hat einen praktikablen Weg zur Abrüstung im Irak aufgewiesen.<br />
Die UNO hat sich als die entscheidende Institution erwiesen für alle,<br />
die nicht wollen, dass einzelne Mächte alleine die Welt bestimmen.<br />
Ohne das Zusammenwirken im Sicherheitsrat der UNO wäre es den kleinen<br />
afrikanischen Ländern oder Mexiko und Chile viel schwerer gefallen,<br />
den Pressionen der USA zu widerstehen. In der UNO haben sie großen<br />
Mut gezeigt.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Blausocke:</b><br />
Zum Thema UNO: Wäre es nicht an der Zeit, eine grundlegende Reform<br />
oder Neuerung der UNO durchzusetzen, die sich nicht mehr am überholten<br />
Blocksystem orientiert? Insbesondere z.B. das Veto-Recht im Sicherheitsrat?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Eine UNO-Reform, die das Veto-Recht abschaffen wollte, wird am Veto scheitern.<br />
Das liegt ja auf der Hand. Aber man könnte an anderer Stelle die<br />
Rolle der Nicht-Veto-Mächte stärken. Darüber muss sicherlich<br />
nach diesem Krieg mit hoher Priorität nachgedacht werden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Rita:</b><br />
Angenommen, der Irak wird durch die USA besiegt, wie soll es dann weitergehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Das hängt nicht zuletzt davon ab, was sich die USA dann vornehmen.<br />
Kommt dann der Iran als nächstes Land in der Achse des Bösen<br />
dran, oder Syrien? Wird Amerika einen Militärmachthaber einsetzen<br />
oder das Land selber regieren wollen? Werden die USA bereit sein, für<br />
Nation-Building die Verantwortung zu übernehmen, die sie in anderen<br />
Fällen bislang immer abgelehnt haben? Wir wissen es nicht. Nach meinem<br />
Eindruck weiß es die US-Administration heute auch noch nicht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Zur von vielen Experten befürchteten Destabilisierung der Region<br />
durch den Irak-Krieg fragt:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wahrheit:</b><br />
Was ist denn so schlecht an einer Destabilisierung der arabischen Welt.<br />
Sind doch eh tyrannische Regime?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Die Frage ist, wodurch diese Regime abgelöst werden. Durch den plötzlichen<br />
Ausbruch der Demokratie wie Neokonservative in den USA hoffen? Oder durch<br />
eine Machtübernahme islamischer Fundamentalisten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch mal:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wahrheit:</b><br />
Was will denn die UNO, dass nach einem &quot;Sieg&quot; geschieht? Was<br />
will denn Deutschland, was sind denn &quot;unsere&quot; deutschen Interessen?<br />
Müssten wir nicht beginnen, nationale Interessen zu diskutieren,<br />
oder muss das verpönt bleiben in der Öffentlichkeit?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Ich bin dafür, offen über unsere &quot;nationalen&quot; Interessen<br />
zu sprechen. Ich vermute, in der Regel sind es weniger &quot;nationale&quot;<br />
als „europäische“ Interessen. Mir käme es darauf<br />
an, dass aus diesem Konflikt die EU gestärkt und einiger hervorginge.<br />
Jedes einzelne europäische Land ist ohnehin zu schwach, Deutschland<br />
eingeschlossen, alleine Weltpolitik zu machen. Die EU als europäischer<br />
Verbund könnte im Sinne von mehr internationaler Gerechtigkeit, mehr<br />
Nachhaltigkeit, mehr Demokratie und Menschenrechte Einfluss nehmen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Als weitestgehend nichtbeteiligter Staat wäre Deutschland für<br />
einen Wiederaufbau in Irak doch ideal, oder? Können Sie sich vorstellen,<br />
dass deutsche Blauhelme bei einem Wiederaufbau im Irak stehen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Diese Blauhelmdebatte halte ich für verfrüht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Das klingt aber nicht gerade nach sehr offener Debatte über die nationalen<br />
Interessen. Ist es nicht auch im nationalen Interesse, so etwas zu diskutieren?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Wenn Deutschland sich am Wiederaufbau des Irak nach dem Krieg beteiligen<br />
soll, dann nicht um nationale Öl- oder Wirtschaftsinteressen zu vertreten<br />
und auch nicht in eigener Regie, sondern nur im Rahmen der Vereinten Nationen.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Franzchen:</b><br />
Kann es sein, dass die Überberichterstattung zum Irakkrieg bei der<br />
Bevölkerung zu einer gewissen Übersättigung geführt<br />
hat? 20.000 Antikriegsdemonstranten in Berlin sind ja nicht die Welt!</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Ich habe den Eindruck, dass die Demos gegenwärtig gerade dort besonders<br />
groß sind, wo die Regierung im Gegensatz zu großen Teilen<br />
der Bevölkerung steht, in Italien zum Beispiel. Aber richtig ist,<br />
dass man manche Berichterstattung mit längst ausrangierten Obristen,<br />
Generälen und Admirälen sich kaum ansehen kann. Da findet eine<br />
Banalisierung und auch eine Ästhetisierung des Krieges statt, die<br />
widerlich ist.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>maxiking:</b><br />
Wie kriegen wir die amerikanischen Medien dazu, alle Seiten des Krieges<br />
zu zeigen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Damit die Mainstream-Medien in den USA halbwegs ausgewogen berichten,<br />
muss wohl der Protest dort deutlich lauter werden. Aber es gibt ja trotz<br />
allem auch unabhängige Stimmen in den amerikanischen Medien, wie<br />
z. B. Bill Maher. Das kann man nicht über einen Kamm scheren. Aber<br />
ich sehe zu viel oberflächliche Faszination von Waffensystemen, die<br />
die Berichterstattung über die drohende humanitäre Katastrophe,<br />
die es durchaus auch gibt, zuzudecken droht.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>iraqchat:</b><br />
Wie würde SPD/Grüne reagieren, sollten die USA weitere Ambitionen<br />
in Richtung Iran entwickeln? Würden wir dann deutsche Armee-Bases<br />
schließen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Wir sollten mal aufhören, immer nur auf die USA zu reagieren und<br />
anfangen als Europäer zu agieren. Konkret eine europäische Politik<br />
entwickeln, um den Iran zu überzeugen, seine Sicherheitsbedürfnisse<br />
ohne das Vertrauen auf Massenvernichtungswaffen und atomare Bewaffnung<br />
zu gewährleisten. Solange Europa nicht eigene Konzepte entwickelt<br />
und entsprechend handelt, drohen wir auch in künftigen Konflikten<br />
bestenfalls in der Rolle des Kritikers an der Seitenaußenlinie zu<br />
enden.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Noch ein kleiner Kommentar zu der Medienfrage eben:</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>iraqchat:</b><br />
maixiking, es gibt Hoffnung: Sogar die New York Times brachte einen Artikel<br />
darüber, wie die Bush Regierung nationale Berichterstattung über<br />
PRO-War- Demos unterstützt, nicht jedoch Anti-War-Demos.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Die New York Times hat sich in der Tat eher rühmlich verhalten.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Nicola:</b><br />
In der Süddeutschen Zeitung war heute zu lesen, dass Sie die Vorgehensweise<br />
der Türkei im Nordirak an die Aufnahme in die EU koppeln wollen?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Ich habe im wesentlichen das selbe gesagt, wie die EU-Kommission. Die<br />
Türkei muss wissen, dass ihr Weg in die EU nicht unabhängig<br />
von inneren Reformen und unabhängig von Außenpolitik erfolgreich<br />
sein kann. Ende 2004 wird die EU-Kommission einen entsprechenden Bericht<br />
vorzulegen haben. Gegenwärtig habe ich eher die Befürchtung,<br />
dass der Irak-Krieg zu einem Rückschlag für die Reformer wird.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>wahrheit:</b><br />
Europäische Konzepte: Das beinhaltet doch auch klare eigene wirtschaftliche<br />
Interessen und eigene militärische Möglichkeiten?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Europäische Konzepte müssten sich meiner Meinung nach vor allem<br />
dadurch auszeichnen, dass sie die Verengung von Sicherheitsfragen auf<br />
das Militärische überwinden. Die Frage des gerechten Zugangs<br />
zu Wasser in den nächsten Jahrzehnten hat doch mit Militär gar<br />
nichts zu tun. Die Frage der Armut wird doch nicht militärisch gewonnen.<br />
Ich bin dafür, dass die EU nicht dasselbe macht wie die USA, nur<br />
unter eigener Flagge.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Muss man nicht, um unabhängig zu sein, auch eigene militärische<br />
Möglichkeiten haben? Außenminister Fischer hat schon angedeutet,<br />
dass eine Stärkung der militärischen Fähigkeiten Europas<br />
wünschenswert wäre. Auch ihre Meinung?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Ja. Dabei sind ja in den letzten Jahren schon Schritte in Richtung auf<br />
mehr Zusammenarbeit in der europäischen Sicherheit- und Verteidigungspolitik<br />
unternommen worden, allerdings bis jetzt ungenügende.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Lauscher:</b><br />
Ist Europa überhaupt schon in der Lage eigene Konzepte durchzusetzen?<br />
Es ist schwer vorstellbar, dass eine europäische Armee in so kurzer<br />
Zeit eine Drohkulisse (die ja erst zu den Inspektionen geführt hat)<br />
aufzustellen (mit politischer Legitimation).</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Die Irak-Krise führt auch die europäische Politik in eine entscheidende<br />
Position: Entweder wir schaffen es wie in der Vergangenheit, eine Krise<br />
durch verstärkte Integration, durch mehr Europa zu überwinden,<br />
oder wir fallen zurück. Ich sehe die Chancen, den Konvent über<br />
einen europäischen Verfassungsvertrag zu nutzen, um mehr Europa gerade<br />
auch in der Außenpolitik in den Zielen und den Institutionen abzusichern.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Auch für ein stärkeres militärisches Europa, mit europäischer<br />
Eingreiftruppe etc.?</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Reinhard Bütikofer:</b><br />
Europa braucht auch die Möglichkeit, z.B. auf dem Balkan, konkret<br />
etwa in Mazedonien, mit Militär für Stabilität zu sorgen.<br />
De facto haben wir dort schon mit Militär in Verbindung mit wirtschaftlicher<br />
und politischer Hilfe einen Bürgerkrieg verhindert. Europa braucht<br />
auch die Fähigkeit, im Auftrag der UN tätig zu werden. Europa<br />
sollte sich davor hüten, der Chimäre einer eigenen militärisch<br />
handelnden Supermacht nachzulaufen. Europa sollte auch nicht die EU und<br />
das transatlantische Verhältnis gegeneinander ausspielen.</span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><b>Moderator:</b><br />
Liebe Chat-Freunde, es liegen noch zahlreiche Fragen vor, leider ist unsere<br />
Zeit vorbei. Herzlichen Dank, Herr Bütikofer fürs Kommen, vielen<br />
Dank an alle UserInnen für Ihr Interesse. Noch ein Terminhinweis:<br />
Am Donnerstag, 27. März, kommt der USA-Experte Dr. Philipp Müller<br />
zum Chat. Dr. Müller ist Koordinator des transatlantischen Netzwerks<br />
Critical Perspectives on Global Governance. Der Chat findet zwischen 17:00<br />
und 18:00 Uhr statt. Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei<br />
sind. Die Transkripte aller tacheles.02-Chats finden Sie auf den Webseiten<br />
der Veranstalter tagesschau.de und politik-digital.de sowie des Unterstützers<br />
tagesspiegel.de. Das tacheles.02-Team wünscht allen noch einen schönen<br />
Abend.</span></p>
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