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	<title>Axel Lämmle &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Axel Lämmle &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>&#034;Die Realität ist ein herrlicher Ideenspender&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[aherrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Dec 1969 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Digitale Republik]]></category>
		<category><![CDATA[Simulation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Lämmle]]></category>
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		<category><![CDATA[Virtuelle Nation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Virtuelle Staaten sind im Internet zur Zeit auf dem Vormarsch. In diesen sogenannten Mikronationen versuchen die User,
selbst politisch und gesellschaftlich zu gestalten. Gründer solch einer Mikronation ist auch Axel Lämmle. politik-digital
hat mit ihm gesprochen und versucht herauszufinden, was den Reiz der politischen Einflussnahme im Internet ausmacht.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Virtuelle Staaten sind im Internet zur Zeit auf dem Vormarsch. In diesen sogenannten Mikronationen versuchen die User,<br />
selbst politisch und gesellschaftlich zu gestalten. Gründer solch einer Mikronation ist auch Axel Lämmle. politik-digital<br />
hat mit ihm gesprochen und versucht herauszufinden, was den Reiz der politischen Einflussnahme im Internet ausmacht.</b></span><!--break--><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Lämmle: Im September 1999 haben Sie die <a href="http://www.freie-republik.de/index.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Freie Republik Tir Na nÒg</a><br />
gegründet. Als erstes drängt sich da die Frage auf, warum Sie diesen außergewöhnlichen Namen gewählt haben?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Axel Lämmle:</b> Der Name stammt aus der irischen Mythologie und beschreibt das sagenhafte &quot;Land der Verheißung&quot;, dies<br />
erschien mir als ein passender Name für ein solches Projekt&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was waren Ihre Motive, eine Mikronation zu gründen? Wo liegt der Reiz?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Axel Lämmle:</b> Ich interessiere mich schon seit meinem 15. Lebensjahr sehr für Politik, bin seit Jahren parteipolitisch<br />
aktiv und wollte ausprobieren, ob diese Art der Politiksimulation im Internet erfolgreich sein könnte. Mich reizte die<br />
Vorstellung, die Prozesse in einer Demokratie, Wahlen, Parteien, Regierungsarbeit u.s.w. zu simulieren, besser, neu oder<br />
einfach nur anders zu gestalten, oder vielleicht einfach zu lernen, wie schwer politische Arbeit tatsächlich sein kann&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sehen Sie Ihre Mikronation als ein reines Spiel bzw. Abenteuer an oder<br />
steckt mehr dahinter, beispielsweise die Umsetzung einer politischen Idealvorstellung?<br />
</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"></p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="120">
<tbody>
<tr>
<td width="106"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/edemocracy/netzkultur/images/laemmle.jpg" alt="Axel Lämmle" border="1" height="123" hspace="0" vspace="0" width="106" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr width="106">
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Axel Lämmle</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><b>Axel Lämmle:</b> Dieses Projekt soll in erster Linie Spaß machen. Dass auf spielerische Art natürlich auch die Prozesse<br />
von Meinungsbildung, Gesetzgebung, Regierung und Opposition u.s.w. praktisch am eigenen Leib erfahren und gelernt werden,<br />
ist der zweite wichtige Aspekt.<br />
Die Freie Republik nennt sich &quot;sozialistisch&quot;, ohne aber andere Richtungen auszugrenzen. In erster Linie geht es um die<br />
Auseinandersetzung im positivsten Sinne mit den Mitbürgern.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Kennen sich die Bürger der Freien Republik auch persönlich oder<br />
besteht der Kontakt nur über das Internet?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Axel Lämmle:</b> Sowohl als auch. Es geschieht häufig, dass jemand einen guten Freund mit in die Freie Republik &quot;hineinzieht&quot;,<br />
weiterhin finden unregelmäßig reale Treffen der Bürger untereinander statt, aus denen sich durchaus auch Freundschaften<br />
entwickeln. Großteils kennen sich die Bürger aber nur aus dem Internet.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Sehen Sie nicht die Gefahr, dass man sich als Bürger einer virtuellen<br />
Welt mehr und mehr von der Realität entfernt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Axel Lämmle:</b> Ich denke, dass eher das Gegenteil zutrifft. Wer  versucht hat, den Weg von einer &quot;Gesetzesidee&quot; über<br />
die Formulierung und Überzeugungsarbeit bis hin zur endgültigen Verabschiedung zu gehen, hat die Chance, den realen<br />
Gesetzgebungsprozess, der ja noch um ein vielfaches komplizierter ist, leichter zu verstehen. Damit wird meines Erachtens<br />
eher der politische Frust in der Realität abgebaut, weil man eben merkt, dass  es teilweise schon im Kleinen sehr schwer ist&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Was für Menschen sind hauptsächlich Gründer oder Bürger einer Mikronation?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Axel Lämmle:</b> Zu 80% männlich im Alter zwischen 15 und 40 Jahren, ansonsten quer durch den Gemüsegarten, alle<br />
Schulabschlüsse und Einkommenshöhen vertreten, zumindest in der Freien Republik. Gemeinsam haben diese Bürger den Spaß am<br />
Internet und der politischen Simulation sowie den Wunsch, auf einem bestimmten Gebiet etwas bewegen zu können.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Auf den Seiten verschiedener Mikronationen ist öfter von Kriegen<br />
untereinander die Rede. Da stellt sich doch die Frage, wie so ein virtueller Krieg geführt wird, durch Hackerangriffe?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Axel Lämmle:</b> Hacking-Angriffe sind verpönt, ebenso Mailbomben oder Virusattacken. Kriege unter den Mikros laufen<br />
in den Foren ab, in dem man durch geeignete Programme versucht, das Forum, welches ja der zentrale Teil der Kommunikation<br />
eines Landes ist, durch massenhafte Unsinn-Einträge vorübergehend lahmzulegen. Sie sind aber eigentlich eher selten und<br />
gelten gemeinhin als Ärgernis. Die Freie Republik beteiligt sich nicht an solchen Kriegen.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Die Mikronation <a href="http://www.juga.com/" target="_new" rel="noopener noreferrer">Cyber Yugoslavia</a> scheint ihre Seite wesentlich ernster<br />
zu nehmen als andere. Es ist sogar geplant, bei fünf Millionen Einwohnern, wahrscheinlich sogar früher, eine Mitgliedschaft<br />
in der UNO zu beantragen. Was halten Sie von dieser Verschmelzung zwischen virtueller und realer Welt?<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Axel Lämmle:</b> Es ist Usus unter den Mikros, dass diese absolut virtuell sind und keinen Anspruch auf reale Existenz<br />
erheben. Mikros, die einen solchen realen Anspruch haben, werden nicht in das virtuell-außenpolitische System integriert.<br />
Cyber-Yugoslavia ist auch eher als Oppositionsbündnis gegen das real herrschende Regime zu verstehen, weniger als eine<br />
Mikronation im klassischen Sinne.<br />
Eine echte Vermischung beider Welten halte ich für nicht geeignet,<br />
lässt sich aber manchmal aus tagesaktuellem Anlass nicht vermeiden.<br />
Aber auch dies kann ja ein Vorteil sein: Eine virtuelle Rentenreform<br />
dürfte auch virtuell eine schwer zu knackende Nuss sein und somit<br />
Verständnis für die reale Politik wecken. Weiterhin ist die Realität<br />
natürlich ein herrlicher Ideenspender&#8230;<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b><span style="color: #ff6600">politik-digital:</span></b> Herr Lämmle, wir bedanken uns für das Gespräch.<br />
</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Das Interview führte Arnd Herrmann<br />
</span></p>
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