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	<title>Berlin &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Studie zu Desinformation bei Jugendlichen im Kontext der Corona-Krise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marvin Neukirch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jan 2021 11:10:21 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Immer mehr junge Menschen in Deutschland kommen regelmäßig mit<br />
Desinformation in Berührung: 76 Prozent der 14- bis 24-Jährigen<br />
begegnen mindestens einmal pro Woche Falschnachrichten &#8211; 50 Prozent<br />
mehr als noch vor zwei Jahren. Während der Coronakrise spielt sich das Leben vieler Menschen aufgrund der anhaltenden Einschränkungen noch mehr als vorher im digitalen Raum ab. In den letzten Monaten lässt sich hierbei eine gefühlte Zunahme von Desinformation im Netz erkennen. Gerade junge Menschen sind dabei am stärksten betroffen. Die Vodafone Stiftung Deutschland hat hierzu kürzlich eine Studie veröffentlicht, bei der über 2000 Jugendliche befragt worden sind. Ziel war es, herauszufinden, wie kompetent junge Menschen mit Falschnachrichten umgehen, welche Unterstützung sie hier suchen und inwiefern sie Fake News oder Verschwörungserzählungen beunruhigen. Wir haben mit dem Thinktank-Leiter der Vodafone Stiftung Lars Thies über die Ergebnisse diskutiert.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Herr Thies, warum wurden gerade zur Corona-Pandemie so viele Falschinformationen und Fehlinformationen verbreitet bzw. geteilt?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Corona-Pandemie bietet einen optimalen Nährboden für die Verbreitung von Falschinformationen. Viele Menschen haben in der aktuellen Situation ein Gefühl der Verunsicherung und des Kontrollverlustes. Vor diesem Hintergrund sind sie empfänglicher für Falschinformationen, die einfache Lösungen propagieren, wie z.B. Wasser trinken gegen Corona, oder Verantwortliche und Schuldige ausmachen, wie z.B. Bill Gates. Zudem entwickelte sich die Faktenlage gerade zu Beginn der Pandemie sehr schnell unübersichtlich. In unserer Befragung sagen daher auch 64 Prozent der jungen Menschen, dass ihnen beim Thema Corona besonders schwerfällt, glaubwürdige von unglaubwürdigen Nachrichten zu unterscheiden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Wieso haben Sie sich auf die Altersspanne der 14-24-Jährigen festgelegt &#8211; in dieser Kohorte sind schließlich sowohl Schüler*innen, als auch Schulabgänger*innen inbegriffen? Glauben Sie, dass es sich dabei um eine einheitliche Gruppe handelt oder wo sehen Sie innerhalb der Gruppe Unterschiede?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Gruppe der 14- bis 24-Jährigen ist natürlich sehr heterogen. Die Idee hinter der Befragung war es auch, durch die Altersspanne einen gewissen Reifeprozess im Umgang mit Medien und dem Nachrichtengeschehen abzudecken – und zu schauen, an welchen Punkten dieser relevant wird. Wir haben die Stichprobe ausreichend groß gewählt um repräsentative Aussagen sowohl für die Gruppe der Jugendlichen (14-19 Jahre) als auch die der jungen Erwachsenen (20-24 Jahre) treffen zu können. Die Ergebnisse zeigen: Junge Erwachsene informieren sich häufiger über das Nachrichtengeschehen als Jugendliche, fühlen sich sicherer darin, Falschnachrichten zu erkennen und gehen umsichtiger vor, wenn Sie Beiträge mit Inhalten zum Nachrichtengeschehen teilen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Sie haben einen Anstieg von 50 Prozent an Falschnachrichten in den letzten zwei Jahren festgestellt. Glauben Sie, dass die Tendenz weiter so rasant steigt? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Befragung zeigt, dass 50 Prozent mehr junge Menschen regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert sind als noch vor zwei Jahren. Dazu trägt zum einen bei, dass Falschnachrichten während der Pandemie besonders verbreitet werden. Zum anderen aber auch, dass sich das Leben junger Menschen aktuell stärker im Digitalen abspielt. Ein Teil der Entwicklung ist daher vermutlich Pandemie-bedingt und es ist offen, wie sich das fortsetzt. In den kommenden Monaten ist noch mal ein Anstieg der Falschinformationen rund um Impfstoffe und Impfstrategien zu erwarten.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Etwa ein Drittel der jungen Menschen traut sich nicht zu, die Glaubwürdigkeit von Nachrichten sicher einschätzen zu können. Wie kann die dringend erforderliche Medienkompetenz vermittelt werden? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der Befragung zufolge ist es jungen Menschen beim Thema Falschnachrichten besonders wichtig zu lernen, wie sie diese erkennen können und über konkrete Beispiele zu sprechen, die sie selbst oder ihre Mitschüler:innen gesehen haben. Ein Großteil der Befragten wünscht sich zudem, praktische Übungen durchzuführen wie z. B. Projekte, Planspiele oder Workshops. Ein Schlüssel für die Vermittlung von Medienkompetenzen in der Schule liegt zudem in der Fortbildung von Lehrkräften.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Um Falschnachrichten erkennen zu können, wünschen sich junge Menschen die Unterstützung von Bildungseinrichtungen und Journalist*innen. Was wird heute bereits von diesen Akteuren getan und wie bewerten Sie die Situation?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Es gibt viele tolle Einzelprojekte von Schulen, von Journalist:innen, Medienhäusern und aus der Zivilgesellschaft, wie z.B. die Initiativen <a href="https://www.weitklick.de/">Weitklick</a> oder <a href="https://lie-detectors.org/">Lie-Detectors</a>. Mit dem Projekt <a href="http://www.klickinwkel.de">Klickwinkel</a> leistet die Vodafone Stiftung auch selber einen Beitrag dazu. Was fehlt, ist die aber die Wirkung in die Breite. Nur bei weniger als einem Drittel der 14- bis 24-Jährigen wurde der Umgang mit Desinformation in der Schule behandelt. Wichtig wäre daher, das Thema als verpflichtenden Inhalt in die Lehrpläne an weiterführenden Schulen mit aufzunehmen. Das wünschen sich auch 85 Prozent der jungen Menschen in der Befragung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Braucht es ein eigenes Schulfach oder zumindest die Behandlung des Themas in vorhandenen Schulfächern wie z.B. Politik oder Sozialwissenschaften?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ein eigenes Schulfach braucht es nicht. In erster Linie ist das Thema natürlich für Fächer wie Politik und Sozialkunde relevant. Es kann aber auch in Deutsch über die Nutzung von Sprache in Falschnachrichten, in Philosophie über Realitätskonstruktion oder in Geschichte über historische Beispiele von Desinformation diskutiert werden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Wie kommt es, dass um die Hälfte der Befragten den Begriff der Falschnachrichten auch politischen Akteuren und klassischen Medien wie Zeitungen, Radio oder Fernsehen zuordnen?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Viele junge Menschen äußern in der Befragung eine generelle Unsicherheit darüber, welchen Informationsquellen sie noch vertrauen können &#8211; das überträgt sich dann auch auf klassische Medien und auf die Politik. Zudem gibt es ja durchaus Beispiele, in denen Falsch- oder Fehlinformationen in klassischen Medien oder von einzelnen Politiker:innen verbreitet werden. Der Befund zeigt aber auch, wie notwendig es ist, jungen Menschen beispielsweise die Bedeutung von seriösem Journalismus und einer unabhängigen Presse für die Demokratie zu vermitteln.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Der Großteil der Befragten fühlt sich durch die Verbreitung von Falschnachrichten verunsichert und sieht diese als Gefahr für die Demokratie in Deutschland an. Müssen hier auch die Kanäle, auf denen solche Inhalte geteilt werden, aktiv werden und Falschmeldungen deutlicher kennzeichnen oder gar löschen?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Plattformen tragen hier natürlich eine Verantwortung. 80 Prozent der jungen Menschen sehen sie als erstes in der Pflicht, gegen Desinformation vorzugehen. Plattformen können etwa mit Kennzeichnungen dafür sorgen, dass die Unterscheidung zwischen glaubwürdigen und unglaubwürdigen Informationen leichter fällt. Zudem können Plattformbetreibende die Reichweite von offensichtlich falschen Informationen, z.B. zu Impfungen, einschränken. Problematisch ist jedoch, dass in etwa der Hälfte der Fälle, in denen junge Menschen Beiträge bei Plattformen melden, nichts passiert. Teilweise erfolgt nicht mal eine Rückmeldung. Da sollten die Betreiber:innen von Plattformen dringend nachbessern.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Nur ein Drittel hat bei einer Nachricht, die offensichtlich falsch war, diese mit anderen Quellen geprüft und im Anschluss den Absender gesperrt oder eine Gegen- oder Richtigstellung verschickt. Wieso glauben Sie, sind die Jugendlichen und jungen Erwachsenen so zurückhaltend in dieser Hinsicht?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zunächst mal fehlen hier Vergleichsdaten zu anderen Bevölkerungsgruppen. Wir können also nicht sagen, ob junge Menschen hier tatsächlich zurückhaltender sind als andere &#8211; oder vielleicht sogar aktiver. Entscheidend ist aus unserer Sicht auch die Arbeit an den Strukturen: Es ist wenig motivierend, wenn Meldungen bei den Plattformbetreibern aufwendig sind, keine Wirkung haben oder sogar unbeantwortet bleiben. Letztendlich sind nicht nur junge Menschen, sondern wir alle gefordert, aktiver gegen Falschnachrichten vorzugehen. Nur so lässt sich das Problem in den Griff bekommen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Wie können vor allem die jungen Menschen mit formal niedrigem Bildungshintergrund, bei denen die Wirkung von Falschmeldungen am stärksten ausgeprägt ist, für das Thema sensibilisiert werden? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>73 Prozent der jungen Menschen mit formal niedrigem Bildungshintergrund geben an, im Unterricht nicht über Falschnachrichten gesprochen zu haben. Gerade diese Gruppe erhält in der Schule selten Orientierung zum Umgang mit Falschnachrichten und wird am wenigsten von den außerschulischen Initiativen und Projekten erreicht. Im Rahmen von Klickwinkel versucht die Vodafone Stiftung daher über eine Zusammenarbeit mit der Organisation <a href="https://www.teachfirst.de/">Teach First</a>, auch Schulen in sozialen Brennpunkten zu erreichen. Um aber wirklich alle jungen Menschen für den Umgang mit Desinformation zu sensibilisieren, muss das Thema in die Lehrpläne integriert werden.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="attribution_field hide-sm hide-md">Image by <a href="https://pixabay.com/users/gdj-1086657/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2727571">Gordon Johnson</a> from <a href="https://pixabay.com/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=2727571">Pixabay</a></span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Telegram – Kanal der Freiheit oder Sammelbecken für illegalen Content?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marvin Neukirch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2020 15:37:30 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Als die großen „Querdenker“ – Demonstrationen, als Protest gegen die Schutzmaßnahmen im Zuge der Covid-19 Pandemie, in Berlin und Leipzig bis zu 20.000 Menschen angezogen hatten, war die Messenger App Telegram deren Austausch- und Organisationsplattform. Vor allem über Telegram werden Inhalte und Meinungen in Gruppen ausgetauscht, sowie Demo Aufrufe gestartet und organisiert.  Dass Social Media Plattformen und Messenger Dienste für die Organisation von sozialen Bewegungen genutzt werden, ist dabei nichts Neues. Überraschend ist es auf den ersten Blick, warum gerade Telegram und nicht Facebook oder Twitter zum Sprachrohr der Querdenker-Bewegung wurde.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Der Messenger besitzt nach eigenen Angaben weltweit über 400 Millionen Nutzer*innen. Täglich sollen weitere 1,5 Millionen dazu kommen. Prominente deutsche Covid-19 Leugner*innen wie der Sänger Xavier Naidoo, der Vegan-Koch Attila Hildmann und die ehemalige Tagesschausprecherin Eva Hermann nutzten die Vorteile von Telegram, um ihre Anhängerschaft mit (Falsch-)Informationen zu versorgen und Proteste zu organisieren. So erstellen sie Inhalte, die Hintergründe der Pandemie infrage stellen oder die Krise als Ganzes zum Mythos erklären. Doch was macht den Messenger-Dienst aus? Inwiefern unterscheidet er sich von WhatsApp und Co.?</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Was ist Telegram</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Gegründet wurde Telegram von den beiden russischen Brüdern Pavel und Nikolai Durov im Jahr 2013. Zu diesem Zeitpunkt waren sie schon erfahren im Umgang mit sozialen Netzwerken, da sie bereits das russische VK-Netzwerk gegründet hatten, ein osteuropäisches Pendant zu Facebook. VK verkauften die beiden Brüder im Jahr 2014, um sich ganz auf die Entwicklung von Telegram zu konzentrieren. Offiziell befindet sich der Firmensitz derzeit in Dubai. Zwischenzeitlich wurden auch andere Hauptstandorte bekannt gegeben. Im Telegram <a href="https://telegram.org/faq/de#f-wo-ist-der-standort-von-telegram">FAQ</a> äußert sich das Unternehmen hinsichtlich ihres Standortes wie folgt:</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em>„Das Telegram-Team musste Russland aufgrund lokaler IT-Vorschriften verlassen und hat eine Reihe von Standorten ausprobiert, darunter Berlin, London und Singapur. Derzeit sind wir mit Dubai zufrieden, aber jederzeit bereit, wieder umzuziehen, wenn sich die dortigen Vorschriften ändern sollten.“</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Telegram unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von gängigen Messengern wie zum Beispiel WhatsApp. Zur Anmeldung braucht es lediglich eine Telefonnummer, die jedoch nicht die Rufnummer des eigentlichen Geräts sein muss. Nach der Anmeldung kann im Benutzerkonto ein Nutzername eingerichtet werden. Dadurch können Nachrichten gesendet und empfangen werden, ohne dabei die eigene Telefonnummer preisgeben zu müssen. Telegram ist kostenlos und schaltet keine Werbung. Dies soll nach eigenen Angaben auch so bleiben. Die Finanzierung läuft über Spenden, bei denen der Mitgründer Pavel Durov den Hauptanteil investiert. Auch in Zukunft ist es laut den beiden Gründern nicht geplant, dass Telegram sich selbst finanzieren muss. Dies erklärt das Unternehmen auf ihrer Homepage mit der geteilten Vision der Gründer, einen schnellen und sicheren Nachrichtenaustausch für jedermann zu garantieren.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Ein weiterer großer Unterschied zu vergleichbaren Messenger Diensten ist das potenziell gleichzeitig zu erreichende Publikum. Erstellte Gruppen können bis zu 200.000 Mitglieder*innen fassen. Hier kann jedes Mitglied Inhalte einstellen. Kanäle, in denen nur die Kanal-Gründer*innen Inhalte posten können, haben gar keine Größenbeschränkung. Dateien, wie Fotos und Videos, dürfen eine Datengröße von bis zu 1,5 GB besitzen, bei WhatsApp liegt die Begrenzung bereits bei 100 MB. Während sich die App also in ihrer Funktionsweise anderen Messengern ähnelt, bietet sie aufgrund ihrer zu erreichenden Gruppen- und Kanalgröße noch zusätzlich klassische Social-Media-Plattform Features an.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Besonderheit dieser Kommunikationsform beschreibt Politik- und Strategieberater Martin Fuchs folgendermaßen: <em>„Damit ist es Nutzer*innen möglich weiter Massenkommunikation zu betreiben, die aber in der Anmutung wie persönliche Kommunikation wahrgenommen wird und wirkt.“</em></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Sicherheit</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Aufgrund ihres angeblichen Abstandes gegenüber US-amerikanischer und russischer Einflussnahme gilt Telegram unter vielen seiner Nutzer*innen als besonders sicherer Messenger. In Deutschland fällt Telegramm nicht unter das <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/netzdg/BJNR335210017.html">Netzwerkdurchsetzungsgesetz</a> (NetzDG). Dieses Gesetz verpflichtet soziale Medien, die mehr als zwei Millionen Nutzer*innen verbuchen können, auf ihrer Plattform gemeldete Inhalte zu überprüfen. Sollte der gemeldete Inhalt in Deutschland rechtswidrig sein, verpflichtet sich das Unternehmen diesen innerhalb von 24 Stunden zu löschen. Telegram ist jedoch in Deutschland als Messenger und nicht als soziales Netzwerk gelistet. Dementsprechend löscht das Unternehmen so gut wie keine Inhalte. Hiervon ausgenommen ist nur Content mit <a href="https://telegram.org/faq/de#f-ich-habe-illegale-inhalte-auf-telegram-gefunden-wie-kann-ich-d">terroristischen Tendenzen</a>. Nachrichten, Fotos und Videos in Telegram Gruppen sind den Augen des Unternehmens die Privatsache der Nutzer*innen. Es werden keine Meldungen zu möglichen illegalen Inhalten in Gruppenchats bearbeitet.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Darüber hinaus wird von den Gründern versprochen, dass eine Weitergabe von Daten an Dritte nicht stattfindet. Hierzu sollen auch Behörden, Arbeitgeber*innen, Marketingagenturen und Werbeunternehmen gehören. Dieses Versprechen argumentieren sie auf der Grundlage, dass nur die systemnotwendigsten Daten gespeichert werden. Diese verteilen sich auf Rechenzentren, die über den Globus verteilt sind und damit verschiedenen Gerichtsbarkeiten unterliegen. Für die Offenlegung etwaiger Daten wären also mehrere internationale Gerichtsbeschlüsse notwendig, wodurch ein einzelner Staat nicht dazu in der Lage ist an Daten zu gelangen. Bis heute sind nach <a href="https://telegram.org/faq/de#f-reagiert-ihr-auf-datenanfragen">eigenen Angaben</a> 0 Byte an Daten an Dritte weitergegeben worden. Anders als bei WhatsApp sind die Chats jedoch nicht standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselt. Diese, heute eigentlich weit verbreitete Verschlüsslungsmethode, gibt es bei Telegramm nur in einem privaten Chat zwischen zwei Nutzer*innen. Gruppen oder Kanäle unterliegen jedoch keiner Ende-zu-Ende Verschlüsselung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das IT- Fachmagazin „heise online“ hat den Messenger <a href="https://www.heise.de/hintergrund/Telegram-Chat-der-sichere-Datenschutz-Albtraum-eine-Analyse-und-ein-Kommentar-4965774.html">getestet</a> und Bedenken hinsichtlich der Sicherheit geäußert. Demnach wurde der Link zur eigenen Website in das Chatfenster der Telegram App eingetragen, ohne diese Nachricht abzuschicken. In einem Pop-up Fenster, über dieser noch nicht abgesendeten Nachricht, tauchten bereits Informationen über die eingegebene Website auf. Demnach leitet die App das in das Chatfenster eingetippte bereits an die Telegram Server weiter, ohne überhaupt eine Nachricht verschickt zu haben. WhatsApp handhabt dies ähnlich, jedoch wird hier der eingegebene Link auf dem Smartphone der Nutzer*innen abgerufen. Bei Telegram erfolgt der Abruf von einem externen Server, die Daten wurden also bereits weitergeleitet. Hier kommt es also darauf an, wie die Nutzer*innen Sicherheit für sich selbst definiert. Die Verschlüsselungsstandards besitzen nicht das Niveau anderer Messenger. Auf der anderen Seite ist es aufgrund der verteilten Rechenzentren und der firmenpolitischen Distanz gegenüber Regierungen schwer für Sicherheitsbehörden, einen Zugriff auf die Daten und die Kommunikation der Nutzer*innen zu erlangen.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Zwischen Freiheit und Illegalität</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Telegram gibt sich nach außen politisch neutral und genießt dabei den Ruf keine Zensur vorzunehmen. Darüber hinaus agiert der Messenger autonom und lässt sich nicht zur Kooperation mit Regierungen drängen. Dies zeigte sich im Jahr 2018, als es zu einem vorrübergehenden Verbot von Telegram in Russland kam. Das Unternehmen hatte sich zu diesem Zeitpunkt <a href="https://www.heise.de/news/Russland-gibt-Blockadeversuche-gegen-Telegram-auf-4788894.html">geweigert</a>, Informationen über die eigene Daten-Verschlüsselung an den russischen Geheimdienst FSB weiterzuleiten. Konstatiert werden kann, dass der Messenger-Dienst ein wichtiges Werkzeug in Staaten ist, in denen eine eingeschränkte Meinungsfreiheit herrscht. Im Nachgang der umstrittenen Wahl in Weißrussland gab es für die Opposition nur noch wenige Optionen, um miteinander zu kommunizieren. Die freien Medien, Facebook und Twitter wurden am Wahlabend und in den Folgetagen vom Staat blockiert. Die Proteste gegen die offensichtlich manipulierte Wahl wurden im Staatsfernsehen verschwiegen. Hier nahm Telegram eine wichtige Rolle ein, da es den Bürger*innen in Belarus ermöglichte, sich austauschen zu können.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Es gibt jedoch auch die bereits oben beschriebenen Schattenseiten des Messenger-Dienstes. Er hat eine hohe Beliebtheit bei extremistischen Gruppen. Da YouTube, Facebook und Twitter illegale oder fehlleitende Inhalte löschen oder zensieren, nutzen solche Urheber*innen vermehrt Telegram. Hier werden lediglich terroristische Kanäle gelöscht. Da rechtsextremistische, kriminelle oder pornografische Inhalte nicht entfernt werden, hat sich innerhalb des Messengers ein Schwarzmarkt und Sammlungspunkt für solche Sympathisanten gebildet. Laut <a href="https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/telegram-rechtsextreme-hetze-whatsapp-100.html">MDR Recherche</a> beobachtet das Bundeskriminalamt (BKA) über 140 Telegram-Gruppen in Deutschland. Hier geraten vor allem Kanäle, in denen politisch motivierte Kriminalität vermutet wird, in den Vordergrund. Problematisch ist dabei, dass die Kanäle sehr dynamisch sind und die Anzahl stark schwankt. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie wird auf den anderen sozialen Plattformen rigoros gegen irreführende Beiträge vorgegangen. Telegram bietet auch hier eine Ausnahme und verweist auf größtmögliche Freiheit. Deshalb gilt die App schon länger als Treffpunkt für Rechtsextreme und Anhänger*innen von Verschwörungstheorien.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Dass diese Umstände jedoch nicht ausschließlich Telegram als Tool zuzuordnen sind, sieht auch Martin Fuchs so: <em>„Das Problem wird aber nicht gelöst werden, indem man Telegram viel strikter reguliert oder verbietet, dann wandern die Radikalen zur nächsten App weiter“.</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Demnach sei die Verbreitung solcher Inhalte kein technisches Problem, sondern eines was sich vor allem auf gesellschaftliche Gründe zurückführen lässt. Die Logik und der Aufbau von Messenger und Social-Media Diensten unterstützen dies lediglich. Wichtig ist nur, dass politische Parteien und Verbände dort sichtbar und ansprechbar sind, wo auch die Bürger*innen sind. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat dies erkannt und geht mit einem <a href="https://t.me/s/corona_infokanal_bmg">eigenen Kanal</a> auf Telegram gegen die Desinformation vor. Mit fast 450.000 Abonnenten hat dieser Kanal eine weitaus größere Reichweite als die, im besten Fall, bedenklichen Kanäle von Xavier Naidoo (ca. 109.000 Abonnenten), Attila Hildmann (ca. 118.000) oder Eva Herman (ca. 158.000). Ein Umstand der positiv stimmt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="attribution_field hide-sm hide-md">Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/u2solmz-3807928/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=5348490">Ümit Solmaz</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=5348490">Pixabay</a></span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
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		<title>Digitale Selbstverteidigung – Sichere Daten im Homeoffice und unterwegs</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marvin Neukirch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2020 09:39:54 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die „digitalen Big 5“ Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft dominieren die weltweite Technikbranche. Heute gibt es kaum Anwendungen auf dem Computer oder Smartphone, die nicht aus der Schmiede einer dieser Riesen stammen. Während sie auf den weltweiten Märkten in Konkurrenz stehen, gleichen sie sich in einer Eigenschaft: Sie alle speichern unzählbare Mengen an Daten über ihre Nutzer*innen ab. Welche genauen Informationen abgespeichert werden oder wer Zugriff auf diese erhält weiß niemand. „Eine Ballung von Daten bedeutet eine Ballung von Macht“, sagt Stefan Mey. Er ist freier Technologiejournalist in Berlin, schreibt Bücher, hält Vorträge und gibt Workshops zu digitaler Selbstverteidigung. In seiner Beilage <a href="http://shop.oberauer.com/werkstatt/journalisten-werkstatt/366/digitale-selbstverteidigung">„Digitale Selbstverteidigung“</a> der Reihe „Journalisten_Werkstatt“ zeigt er, wie man sich gegen die Datensammlung schützen kann. Im Interview spreche ich mit Ihm über Datenschutz, Homeoffice und den technologischen Fortschritt.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-7"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Herr Mey, wenn man sich die öffentliche Meinung zum Thema Datenschutz anschaut, stößt man auf unterschiedlichste Ansichten. Häufig fällt der Satz „Ich habe ja nichts zu verbergen“. Wie ist Ihre Haltung zu solchen Aussagen? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Stefan Mey:</strong> Natürlich sind die meisten Menschen nicht Ziel von individueller Überwachung. Sie sind zusammen mit Milliarden anderen Nutzer*innen Objekt von Massenüberwachung. Auch das ist politisch gefährlich. Macht über Daten ist Macht über Menschen, und Macht kann missbraucht werden. Insofern denke ich, dass Massenüberwachung dann doch jeden etwas angeht. Mithilfe der Daten, die bei großen IT-Konzernen anfallen und auf die Geheimdienste Zugriff haben, ist es möglich, sich potenziell in jede Einzelperson und Menschengruppe reinzuzoomen. Außerdem glaube ich nicht so richtig, dass irgendjemand nichts zu verbergen hat. Jeder hat Dinge, die er gern mit der Welt teilt, und Dinge, die er lieber für sich behält. Das Problem ist: aus den Daten, die durch Klicks, Freundschaftsanfragen, Online-Käufe und Suchanfragen entstehen, lassen sich so gut wie alle Aspekte eines Lebens rekonstruieren. Das gilt für Banales, aber auch für private und besonders schutzwürdige Informationen. Das kann etwa die politische Ausrichtung eines Menschen sein, die sexuelle Orientierung, die Religion, die individuelle wirtschaftliche Situation oder der körperliche oder mentale Gesundheitszustand.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Warum herrscht innerhalb der Bevölkerung ein vermeintlich geringer Widerstand gegen die offensichtliche Datenspeicherung der „Big 5“? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Das Problem der Datenballungen ist individuell schwer greifbar, sondern überwiegend ein abstraktes gesellschaftspolitisches Phänomen. Menschen tun sich allgemein schwer, auf abstrakte Probleme individuell zu reagieren. In der Bundesrepublik hat Datenschutz einen viel größeren Stellenwert als in anderen Ländern, aber auch hier ist digitale Selbstverteidigung überwiegend noch ein Nischenphänomen. Das ist leider so.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>In Ihrem Werk nennen Sie diverse Möglichkeiten, sich dem Datenklau und der Überwachung zu entziehen. Von gängigen Themen wie der Passwortsicherheit, über die Verschlüsselung von E-Mails, bis hin zum Surfen im Darknet. Glauben Sie, dass einige Maßnahmen die Bürger*innen nicht technisch überfordern? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Viele Maßnahmen der digitalen Selbstverteidigung sind gar nicht so kompliziert umzusetzen, wie manche vielleicht denken. Mithilfe des populären Mail-Programms Thunderbird kann man beispielsweise in weniger als einer Minute E-Mail-Verschlüsselung auf dem PC einrichten. Und selbst der Umstieg von Windows oder MacOS hin zu einem alternativen PC-Betriebssystem wie Linux Ubuntu oder Linux Mint ist längst keine Raketenwissenschaft mehr. Im Internet finden sich für alle Spielarten digitaler Selbstverteidigung gute und allgemein verständliche Anleitungen, die auch Laien ansprechen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Wenn ich mich also sicher im World Wide Web bewegen möchte, muss ich gänzlich auf Facebook, WhatsApp, Amazon und co. verzichten oder ist ein Spagat zwischen digitaler Selbstverteidigung und alltäglichem Konsum möglich? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Es ist eine individuelle Entscheidung, wie sehr einen die Datensammelei und die Überwachung im Netz stören. Und man muss sich fragen, inwiefern man vielleicht besonders interessant für Überwachung ist, weil man etwa im journalistischen Bereich arbeitet oder im Politik-Betrieb. Insofern sollte jeder selbst entscheiden, wie viel digitale Souveränität man will. Ein nahezu hundertprozentiger Schutz vor Überwachung und Cyberattacken ist nur mit extrem hohem Aufwand möglich. Wenn man sich tatsächlich mal in der Situation eines Edward Snowdens befindet, muss man sich über Dutzende Dinge Gedanken machen: nicht nur über die Software, die man verwendet, sondern auch über das Betriebssystem, die verwendete Hardware, die gewählten Netz-Zugänge usw. Für die meisten Menschen stellt es aber schon einen großen Sprung dar, wenn sie ein paar grundlegende Maßnahmen in ihr digitales Leben einbauen: wenn sie beispielsweise anfangen, ihre E-Mails zu verschlüsseln, wenn sie sichere Passwörter für wichtige Profile und Geräte wählen und wenn Sie Open-Source-Programme nutzen, etwa den nicht-kommerziellen Firefox-Browser oder das freie Office-Paket LibreOffice.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Einige Ihrer Handlungsempfehlungen richten sich vor allem an Journalist*innen oder Menschen, die im Allgemeinen im Homeoffice tätig sind. Wie ist Ihre persönliche Erfahrung im Umgang mit Ihren Kolleg*innen, sind sie sich der eigenen Gefahr der Überwachung bewusst? </strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Journalist*innen sind in puncto Datenschutz und IT-Sicherheit nicht Avantgarde. Ihre Herangehensweise ähnelt dem der meisten Menschen: Im Hinterkopf weiß man, dass es das Problem der Massenüberwachbarkeit gibt, dass das ziemlich unschön ist und dass man sich irgendwann einmal um den Schutz der eigenen Daten und Geräte kümmern sollte. Aber getan hat man bisher meist noch nicht viel.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Gerade in Zeiten von Corona arbeiten immer mehr Menschen aus dem Homeoffice. Müssen die einzelnen Unternehmen, oder gar der Staat, aktiv werden, um diese Menschen hinsichtlich des Datenschutzes zu sensibilisieren?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter*innen ins Home Office schicken, bedeutet das oft, dass diese nicht mehr im gesicherten Unternehmens-IT-System und nicht mehr auf abgesicherten Unternehmensgeräten arbeiten. Stattdessen nutzen sie eigene, potenziell unsichere Hardware und Software. Insofern ist es eigentlich im Interesse der Unternehmen, dass sie Ihre Mitarbeiter*innen im sicheren Umgang mit IT schulen und ihnen vielleicht auch besonders sichere Hard- und Software zur Verfügung stellen. Der Staat sollte das Thema Datenschutz insgesamt ernster nehmen. Zum Beispiel könnte er mehr Fördermittel für datensparsame Open-Source-Projekte bereitstellen und Datenschutzverstöße der großen IT-Konzerne konsequenter verfolgen. Gut wäre es, wenn Behörden und Ministerien mit gutem Beispiel vorangehen und ihre eigene IT auf Open Source umstellen. Dass die öffentliche Verwaltung fast ausschließlich das Microsoft-Betriebssystem Windows nutzt, halte ich für ziemlich fahrlässig.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Durch den technologischen Fortschritt haben sich unzählige neue Möglichkeiten für uns ergeben. Online-Banking, Online-Shopping, Telemedizin in Form von Online-Rezepten und Videosprechstunden viele (sensible) Dinge können heute einfach von zu Hause erledigt werden. Sehen Sie die Gesamtentwicklung als Chance oder Gefahr?</strong></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Technologie ist immer beides: Gefahr und Chance. Die Entwicklungen des Internets haben viele großartige Dinge ermöglicht. Aber es ist leider so, dass mit jedem neuen Digitalisierungsschub mehr Daten entstehen, die für Überwachung missbraucht werden können. Für dieses Dilemma gibt es keine Lösung. Das Schöne an digitaler Selbstverteidigung ist, dass man in Eigenregie den Missbrauch der eigenen Daten begrenzen kann. Die Idee ist, dass man mit technischen Mitteln dafür sorgt, dass Daten gar nicht erst unnötigerweise entstehen oder übermitteln werden können. Dann kommen Unternehmen und Regierungen nicht in die Versuchung, sie für eigene Zwecke zu sammeln und auszuwerten.</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-7" data-row="script-row-unique-7" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-7"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-8"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by <a href="https://unsplash.com/@neonbrand?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">NeONBRAND</a> on <a href="https://unsplash.com/s/photos/digital-security?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-8" data-row="script-row-unique-8" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-8"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-10"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
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		<title>Hasskriminalitätsgesetz – Von Beginn an zum Scheitern verurteilt?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/hasskriminalitaetsgesetz-163534/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marvin Neukirch]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Oct 2020 13:21:36 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-11"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Große Koalition steht bei einem ihrer wichtigsten Gesetzespakete gegen Hetze im Internet vor einem Problem. Das Verfahren zum „Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität“ hängt in der Schwebe. Frank-Walter Steinmeier hat in seiner Position als Bundespräsident die Aufgabe, jegliche bereits vom Bundestag und Bundesrat beschlossenen Gesetze zu signieren, damit diese in Kraft treten können. Im Fall des Gesetzes gegen die Hasskriminalität wurde das sogenannte Ausfertigungsverfahren jedoch vorerst außer Kraft gesetzt. Nun soll das Bundesinnenministerium ein separates Reparaturgesetz vornehmen, welches noch einmal durch den Bundestag und Bundesrat beschlossen werden muss.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Seit Jahren lässt sich hinsichtlich der politischen Kommunikation im Internet eine zunehmende Verrohung erkennen. Speziell in den sozialen Medien gibt es unzählige aufgeheizte Debatten. Der Einwanderungszustrom, die Klimadebatte und nicht zuletzt die Corona-Pandemie &#8211; in kürzester Zeit hat sich Deutschland mit diversen Problemen auseinanderzusetzen. Die gleichermaßen große Aufmerksamkeit dieser Themen in den sozialen Medien verwundert kaum.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>In Kommunikationskanälen, wie zum Beispiel Diskussionsforen, Facebook-Seiten oder Kommentarbereichen, kennen sich die Teilnehmer*innen in den seltensten Fällen persönlich. Dadurch werden grundsätzliche Normen des menschlichen Umgangs außer Acht gelassen. Wer gegen etwaige Verhaltensregeln verstößt, hat meist nichts zu befürchten, da die Nutzer*innen die Möglichkeit haben, ihr Profil zu anonymisieren. Dementsprechend ist die Hemmschwelle für Beleidigungen oder Lügen gering. Gesellschaftlich- oder politisch engagierte Menschen können zu Feindbildern werden. Diese Menschen werden unter Umständen nach politischen Äußerungen diffamiert oder erhalten im Extremfall Morddrohungen. Dadurch sinkt die Hemmschwelle für weitere, gleich gerichtete Äußerungen. Hier wird jedoch nicht nur das Persönlichkeitsrecht, sondern auch der politische Diskurs angegriffen bzw. infrage gestellt. Einige ziehen sich deshalb aus dem Diskurs zurück, wodurch freier Meinungsaustausch im Internet und damit die Meinungsfreiheit gefährdet wird. Eben jenes stellt jedoch einen Grundpfeiler der freiheitlich-demokratischen Grundordnung dar. Genau deshalb wird ein härteres Vorgehen gegen Hasskriminalität im Netz von nahezu allen Parteien grundsätzlich begrüßt.</p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Das Problem</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Einige Stellen des vom Bundesjustizministerium kürzlich vorgelegten Gesetzes sollen verfassungswidrig sein. Dies bezieht sich vor allem auf die Meldepflicht der sozialen Netzwerke. So sollen diese privaten Unternehmen den  Ermittler*innen Zugriff auf Bestandsdaten ermöglichen. Damit können diese ohne Anfangsverdacht die IP-Adresse, den Namen und die Wohnanschrift der jeweiligen Nutzer*innen einsehen. Erst vor wenigen Wochen hat das Bundesverfassungsgericht jedoch die bereits bestehenden Zugriffsrechte des BKA für verfassungswidrig erklärt. Die Entscheidung fiel allerdings erst, nachdem der Bundestag und Bundesrat das Gesetz bereits beschlossen hatten. Aufgrund dieser rechtlichen Bedenken hat der Bundespräsident das Gesetz vorerst gestoppt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auf die Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Renate Künast, wie die verfassungsrechtlichen Bedenken ausgeräumt werden sollen, äußerte sich der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesministerin der Justiz, Christian Lange, in der Plenarsitzung des 07. Oktober 2020. Die Bundesregierung arbeite demnach mit Nachdruck daran, einen veränderten Gesetzesentwurf vorzulegen. <em>„Bei welchen Rechtsvorschriften konkret gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht, werde derzeit innerhalb der Bundesregierung noch geprüft.“</em>, ließ Lange verlauten. Nun ist das Bundesinnenministerium dafür verantwortlich, das Gesetzespaket zu retten. Hierfür ist geplant, ein separates Reparaturgesetz vorzulegen. Dieses soll die erforderlichen Änderungen zur Verfassungskonformität bieten. Der gesamte Ablauf bleibt jedoch nicht frei von Kritik, da noch einiges an Handlungsbedarf besteht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Gegenüber politik-digital.de äußerte sich Christof Stein, Pressesprecher des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI). <em>„Mit punktuellen Änderungen des Gesetzes zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität wäre es nicht getan. Das Gesetz ist mit erheblichen Einschränkungen der Grundrechte der Bürger*innen verbunden. […] Insofern ist schon die Grundkonzeptionen der Meldepflicht und der Rolle des Bundeskriminalamtes (BKA) aus Sicht des BfDI zweifelhaft.“</em>, so Stein<em>. „Im Übrigen ist die Verhältnismäßigkeit im engeren Sinne an vielen Stellen des Gesetzes nicht gegeben.“</em></p>
</div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h2 class="h2" ><span><strong>Kritik von der Opposition</strong></span></h2></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Kritik an diesem Ablauf gibt es vor allem aus den Reihen der Linken und Grünen. Die verfassungsrechtlichen Bedenken standen schon lange im Raum, sodass auch vor der Urteilsverkündung des Bundesgerichtshofes mit diesem Ergebnis zu rechnen war.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><em>„Die GroKo scheint einfach nicht lernfähig zu sein und wiederholt ein ums andere Mal die gleichen Fehler. Man ignoriert bisherige Rechtsprechungen des Bundesverfassungsgerichts und entwirft &#8211; erneut &#8211; ein verfassungswidriges Gesetz“</em>, so die Netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Anke Domscheit-Berg.<em> „Der Entwurf erntet vielfache Kritik, die sachlich fundiert auf die Verfassungswidrigkeit hinweist.“</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Linken-Politikerin kritisiert nicht nur den gesetzgeberischen Vorgang als solchen, sondern stellt einen neuen Ansatz in den Raum. Ihrer Ansicht nach verfehlt der Ausbau von Kompetenzen der Strafverfolgungsbehörden seinen Zweck. Sie fordert ein Demokratiefördergesetz, mit dessen Hilfe unter anderem demokratiefördernde Projekte und Initiativen langfristig finanziert und ausgestattet werden. <em>„Im Mittelpunkt muss nicht die strengere Verfolgung von Straftäter*innen stehen, sondern dass Menschen nicht zu Straftäter*innen werden.“</em>, so Domscheit-Berg.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Laut Tabea Rößner, Sprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, hätte diese Verzögerung verhindert werden können: <em>„Wir Grünen schlugen daher in unserem Änderungsantrag zum Gesetz zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Hasskriminalität ein sog. „Zwei-Stufen-Modell“ vor, um ein grundrechtsschonenderes Meldesystem einzurichten.“</em> Diesem Modell zufolge soll der Sachverhalt dem Bundeskriminalamt zunächst in anonymisierter Form übermittelt werden. Die Weiterleitung von personenbezogenen Daten an das BKA wird demnach nur bei einem gegebenen Anfangsverdacht erfolgen. Die betroffenen Daten werden hier allein für die Ermittlung des konkreten Sachverhalts kurz eingefroren und mit Abschluss des Verfahrens gelöscht. Damit ist eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung wirksam verhindert. <em>„Dieser Vorschlag wurde allerdings, neben einigen anderen Verbesserungsvorschlägen von uns, von der Bundesregierung leider nicht aufgegriffen“</em>, so Rößner.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast verweist auf den Änderungsantrag und kritisiert die Bundesregierung: <em>„Das ganze wird auch rechtsstaatlich immer unmöglicher, wenn jetzt zum Beispiel die Bundesregierung dem Bundespräsidialamt Versprechungen über Änderungen macht, die dann allerdings die erste Gewalt, nämlich der Bundestag, vorzunehmen hat.“</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Themen Hasskriminalität und Rechtsextremismus im Netz und auf der Straße bleiben weiterhin Probleme, die nicht nur die direkt Betroffenen etwas angehen, sondern auch eine allgemeine Gefahr für die Gesellschaft und Demokratie darstellen. Am Ende scheint die im besten Fall handwerklich unsaubere Arbeit der Großen Koalition vor allem für eines zu sorgen: Verlorene Zeit, um dem Problem sinnvoll entgegenzutreten. Das sieht auch Renate Künast so: <em>„Was mich am meisten ärgert ist, dass als Reaktion auf die Ermordung des Regierungspräsidenten Lübcke und den Anschlag auf die Synagoge in Halle versprochen wurde, nun endlich mehr gegen den Rechtsextremismus zu tun. Durch diese Schlamperei jedoch ist ein Jahr danach immer noch nichts passiert.&#8221;</em></p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><span class="attribution_field hide-sm hide-md">Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3089939">Gerd Altmann</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=3089939">Pixabay</a></span></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-11" data-row="script-row-unique-11" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-11"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-13"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-13" data-row="script-row-unique-13" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-13"));</script></div></div></div>
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		<title>Das Neuland neu entdecken: D3 Expedition durch das digitale Berlin</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/d3-expedition-157694/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephan Raab]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2020 09:33:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[D3]]></category>
		<category><![CDATA[Datascience =]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-14"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Wie lassen sich Digitales und Soziales miteinander verbinden? Die Initiative D3 – so geht digital. brachte 17 Vertreter*innen verschiedener Organisationen zusammen, in einer besonderen Expedition die Möglichkeit Neuland neu zu entdecken, dieses vor allem jetzt sozial zu nutzen.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3><strong>Wir haben noch Daten in Berlin!</strong></h3>
<p>Wir leben im Datenzeitalter! Der digitale Wandel betrifft alle Lebensbereiche. Der soziale Bereich ist keine Ausnahme. Das <a href="https://so-geht-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Projekt D3 – so geht digital.</a> der Stiftung Bürgermut hat es sich zur Aufgabe gemacht, Vereine, NGOs, Sozialverbände und junge Start-Ups darin zu unterstützen, den nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung zu gehen. Regelmäßige Treffen laden die D3 Community dazu ein, sich gegenseitig auszutauschen und Strategien vorzustellen.</p>
<p>Mit der Idee Digitales sozial zu nutzen, kamen 17 Expeditionsteilnehmer*innen aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam auf D3 Expedition zu gehen. Ausgangspunkt war das <a href="https://www.citylab-berlin.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">City Lab</a> auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. In einer Ausstellung zeigen verschiedene Start Ups wie sich etwa Verkehrsdaten dazu nutzen lassen, Räder effizienter zu verleihen, Baustellen besser zu koordinieren oder aber mit Minecraft den öffentlichen Raum neu zu gestalten. Allerdings zeigte sich schon hier: Daten sind nicht alles. Victoria Boeck von der <a href="https://www.technologiestiftung-berlin.de/de/startseite/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Technologiestiftung Berlin </a>verdeutlichte, dass der öffentlichen Verwaltung noch ein Bewusstsein fehle, die Daten richtig zu nutzen. Allerdings könnten Visualisierung und ein direktes Feedback durch die Bürger*innen einen wichtigen Beitrag zum Umdenken zu leisten.</p>
<h3><strong>Was ist Digitalisierung?</strong></h3>
<p>Alle sprechen mittlerweile von Digitalisierung, aber wer kann die Frage beantworten: „Was ist Digitalisierung? „Wie kommt man mit den richtigen Daten zu den richtigen Erkenntnissen!“, entgegnete ein Teilnehmer mit einer Gegenfrage sehr treffend. In ihrem Workshop machte Lisa Heimke, von <a href="https://correlaid.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Correl Aid</a>, einem Verein für gemeinnütze Datascientists klar: „The job of data scientist is to ask the right question!” So formulierte es einmal die Datenwissenschaftlerin Hillary Manson. Die Nutzung von Daten braucht drei wichtige Schritte.</p>
<ol>
<li>Was will ich wissen? An dieser Stelle waren die Teilnehmer*innen aufgerufen in kleinen Gruppen die Herausforderungen in ihren Organisationen zu benennen.</li>
<li>Wer kann das lösen? An dieser Stelle war die Frage, wie Datascientists angemessen in die Prozesse eingebunden werden können.</li>
<li>Wie komme ich an die Daten? Hier waren die Gruppen aufgerufen passende Datenquellen in den Organisationen zu finden und entsprechend anzusprechen.</li>
</ol>
<p>Als Fazit eines spannenden Workshops bleibt festzuhalten: Daten sind Macht, wenn man weiß, was man damit macht.</p>
<h3><strong>Meine Daten, wessen Daten? </strong></h3>
<p>Aber nicht nur Leser*innen von Spiderman dürfte bewusst sein, dass mit großer Macht eine große Verantwortung verbunden ist. Die <a href="https://www.stiftung-nv.de/de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Stiftung Neue Verantwortung</a> stellt sich diesen Fragen. Alle, die im digitalen Raum unterwegs sind, produzieren Daten. Diese Daten sind heute wertvolle Güter. Anders als die meisten Güter sind Daten jedoch nicht rivalisierende Güter. In anderen Worten, Daten lassen sich jederzeit kopieren ohne weniger zu werden oder sich abzunutzen.</p>
<p>Es braucht nicht viele Worte, um die wirtschaftliche Dimension von Daten zu verdeutlichen. Aber während in der freien Wirtschaft das Prinzip vom Eigentum an einem Gut vorausgesetzt wird, um hieraus einen Gewinn zu erwirtschaften, stellen sich an dieser Stelle andere Fragen. Wem gehören die Daten, aus denen großer wirtschaftlicher Nutzen gewonnen wird? Sind es meine Daten oder letzten Endes Daten über mich? Das ist die große Frage. In der Diskussion plädierte Aline Blankertz für einen Datentreuhändler. Die Aufgabe dieser Behörde soll es sein, die Rechte von Nutzer*innen gegenüber Staat und Konzernen zu vertreten und zu stärken.</p>
<p>Angeregt durch die vielen digitalen Impulse endete der Abend bei einem Networking der Digital Eatery, direkt unter den Linden. In ihrer kurzen Präsentation verdeutlicht Susanne Saliger von <a href="https://www.die-verantwortlichen-digital.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Die Verantwortlichen</a>, wie die Bundesregierung Verbände dabei unterstützt, sich digital neu aufzustellen. Nora Lassahn stellte <a href="https://opentransfer.de/uber-uns/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Transfer</a> vor. In diesem Wissensnetzwerk finden soziale Akteure entsprechende Unterstützung für ihre digitalen Strategien.</p>
<h3><strong>Endlich wissen meine Eltern, wo ich arbeite</strong></h3>
<p>Ausgeruht und voller Tatendrang startete der zweite Tag mit Fragen zu Datenschutz, Verwaltungsmodernisierung und einer Ernüchterung: „Verwaltung ist nicht sexy“, wurde der Expedition von Seiten des Bundesinnenministeriums verdeutlicht. Aktuell gibt es 575 Leistungen der öffentlichen Verwaltung, welche bis 2022 in einem Portal verfügbar sein sollen. Allerdings wurde auch hier deutlich, Digitalisierung beginnt im Kopf, Neugier aufzubringen, die neuen digitalen Möglichkeiten zu entdecken, erforschen, experimentieren und zu nutzen.</p>
<p>Was wissen wir? Wie wird der digitale Wandel unsere Welt verändern? Scio, ne scio- Ich weiß, dass ich nichts weiß, fasste der französische Philosoph Descartes einmal das Weltwissen zusammen. Heute gibt es für diese Anliegen Wikipedia. „Zum ersten Mal muss ich meinen Eltern nicht erklären, wo ich arbeite, denn jeder hat schon von Wikipedia gehört“, begrüßte Jens Ohlig von Wikidate die Expeditionsteilnehmer*innen scherzhaft. Gemeinsam mit seinem Kollegen Bernd Fiedler arbeiten beide für Wikimedia. Als Teil der Wikipedia Bewegung hat es sich dieser Verein zur Aufgabe gemacht, Wissen möglichst allen zugänglich zu machen. Wikimedia zusammen mit Wikidata liefert die Software für die vielen ehrenamtlichen Wikipedia Autoren, welche tagtäglich dazu beitragen, Wikipedia weiterzuentwickeln.</p>
<h3><strong>Daten oder Diskurse? </strong></h3>
<p>Wikimedia stellt zu diesem Zweck Bilder, Videos und Audiomaterial für die Nutzung zur Verfügung. <a href="https://www.wikidata.org/wiki/Wikidata:Main_Page" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikidata</a> hingegen erstellt Datenbanken, in welchen das Wissen zusammengetragen wird. Dies finden sich als Infoboxen am Rand der Artikel. Ein Vorteil ist, dass nur die Datenbank aktualisiert wird, dies aber anschließend in allen Sprachen aktualisiert ist. Auf diese Weise wird Wissen neu verfügbar. Suche ich beispielsweise die Bürgermeister*innen der 10 größten Städte der Welt, so lassen sich diese einzeln suchen, oder aber mithilfe der Wikidatabank direkt anzeigen. Kurzum: „Es gibt Wissen, von dem wir noch nicht wussten, dass wir dies bereits wissen“, wie der Datascientist Jens Ohlig verdeutlicht.</p>
<p>Allerdings gibt es nicht ein Wikipedia, sondern aktuell über 300. Jede Sprache, jedes Land hat ihre eigene Perspektive in die Welt zu blicken. Dies soll mit Wikipedia berücksichtigt werden. Sucht man beispielsweise nach Jerusalem, so wird deutlich wie kontrovers dessen Status ist. Wikidata liefert Daten, Wikimedia ermöglicht Diskurse, denn manchmal braucht es in der digitalen Debatte Daten, manchmal brauchen wir aber auch Raum für digitale Diskurse.</p>
<h3>Digital werden und daran denken!</h3>
<p>Zwei Tage verbrachte unsere Expedition damit, dass Neuland neu zu entdecken. Der spanische Maler Pablo Picasso sagte einst, bereits vor dem großen Datenzeitalter: „Computer sind unbrauchbar. Sie können nur Fragen beantworten“ In diesen zwei Tagen wurde wieder einmal deutlich, der digitale Wandel wirft viele Fragen auf. Allerdings sind Computer immer nur so intelligent, wie jene, die davor sitzen. Social Media und künstliche Intelligenz bieten große Potentiale, aber auch große Risiken. Sie stellen neue Fragen an alle Lebensbereiche. Allerdings wurde in diesen Tagen auch deutlich, die digitale Frage ist keine rein technische, sondern eine gesellschaftliche, politische und soziale Frage, welche nicht nur durch Quellcodes beantwortet werden kann. Die dritte Expedition der Stiftung Bürgermut bot die einmalige Chance, das neue Zeitalter aus einer anderen Perspektive kennen zu lernen. Gemeinsam mit vielen anderen digitalen, sozialen Akteur*innen wurde deutlich: Digitalisierung ist nur eine Methode, aber kein Allheilmittel. Digitaler Wandel beginnt im Kopf, die richtigen Fragen zu stellen, um zusammen darauf die richtigen Antworten zu finden, wie wir in Zukunft (miteinander)leben wollen. Vor allem jetzt in Zeiten von Corona wird das Internet zudem, wozu es immer gedacht war. Menschen miteinander zu verbinden.</p>
<p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Photo by:</strong> <a class="external" href="https://unsplash.com/photos/CyFBmFEsytU" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Marius Masalar</a> on <a class="external" href="https://unsplash.com/s/photos/anxious?utm_source=unsplash&amp;utm_medium=referral&amp;utm_content=creditCopyText" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Unsplash</a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-14" data-row="script-row-unique-14" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-14"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-16"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Spion im Haus oder digitaler Fortschritt?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/spion-im-haus-157600/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Klut]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Feb 2020 11:09:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Smart Home]]></category>
		<category><![CDATA[Spionagemuseum]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Was ist Smart Home?</h3>
<p>Direkt zu Beginn stellt sich die Frage worüber wir überhaupt reden, wenn wir über den Begriff Smart Home reden. Viele denken dabei in erster Linie an Geräte wie Amazon Alexa oder Google Home. Diese sind jedoch lediglich ein Teil des Ganzen. Smarte Türschlösser, Heizungsthermostate, Lampen, Jalousien oder sogar Herdplatten ergänzen das Bild. Michael Boos unterscheidet bei den Geräten vor allem zwischen Automatisierung und Entertainment, „der Sprachassistent hängt da so mitten drin“.<br />
Für Ben Schlabs steht der Aspekt der Bequemlichkeit im Mittelpunkt. Zuhause ankommen und bereits die perfekte Temperatur im Wohnzimmer zu haben sei ein Beispiel dafür, wie Smart Home unser Leben angenehmer machen kann. Dabei gehören Smart Home Geräte noch lange nicht zum Standard in deutschen Haushalten, auch wenn Steven Heckler sich durchaus vorstellen kann, dass bestimmte Gerätegruppen dies bald werden. Untereinander vernetzte Rauchmelder könnten für mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden sorgen, indem die Geräte in allen Räumen gemeinsam Alarm schlagen und eben nicht nur in dem Raum, in dem sie ausgelöst werden.</p>
<h3>Was passiert im Hintergrund?</h3>
<p>Die eigentlichen Geräte sind dabei aber nur ein Teil des ganzen Konstrukts. Kein Gerät ist smart ohne ein technisches Gerüst im Hintergrund. Prof. Dr. Thomas Petri sieht in diesem Gerüst den Beginn einer problematischen Entwicklung. Geräte werden von Hilfsinstrumenten, die genau das ausführen, was der oder die Benutzer*in ihnen vorgibt, zu eigenständigen Akteur*innen, welche selbst Handlungsempfehlungen aussprechen. „Ich möchte auch mal etwas anderes hören, als das, was ich hören will“, sagt er. Viele Musik-Streaming Anbieter*innen bieten den Nutzer*innen Empfehlungen aufgrund des bisherigen Nutzungsverhaltens. Diese Empfehlungen können das weitere Nutzungsverhalten stark beeinflussen, man ist automatisch abhängig von einem Algorithmus. Beim Musikhören vielleicht noch ein kleines Problem, aber theoretisch auf andere Bereiche übertragbar.<br />
Damit Algorithmen überhaupt Empfehlungen errechnen können, brauchen sie Daten und davon produziert das Smart Home eine ganze Menge. Macht es das für Angreifer attraktiv? Die Runde ist sich einig, dass die Daten des oder der Einzelnen sehr uninteressant sind. Aus Sicht eines Angreifenden ist das Smartphone das interessantere Ziel. Sensible Daten, wie zum Beispiel Kontozugangsdaten, lassen sich hier finden und nicht im Smart Home. Generell geht es meistens nicht darum, Daten abzugreifen, sondern darum Dinge im großen Maßstab kaputt zu machen oder zu klauen, sagt Bernd Schlabs. Natürlich müssen beispielsweise Türschlösser sicher sein, damit niemand einfach eindringen kann. Interessanter für Angreifer ist aber der massenhafte Zugriff auf mehrere tausende Geräte. Der und die Nutzer*in des Geräts muss davon nicht einmal etwas mitbekommen; durch gezielte Fernsteuerung können ganze Dienste lahmgelegt werden &#8211; Stichwort DDoS</p>
<h3>Regulierungsbedarf</h3>
<p>Für mehr Sicherheit würden Zertifikate und Standards führen, so die Meinung des Podiums. Dafür bedarf es aber einiger rechtlicher Anpassungen. Momentan ist es noch so, dass Zertifikate immer nur den Jetzt-Zustand eines Produkts berücksichtigen. Jedes Update der Software würde dazu führen, dass das Zertifikat seine Gültigkeit verliert. Aus gutem Grund, denn ein Update könne zwar vorhandene Sicherheitslücken schließen, aber auch neue auftun. Ein IT-Sicherheitslabel sollte daher auf Herstellererklärungen basieren, so Boos. Um das Siegel zu erhalten, muss der Hersteller dann einen gewissen Updatezeitraum zusichern. Kommen die Herstellenden dem nicht nach, hat man durch die Erklärung ein Instrument zur Sanktionierung. Man ist sich einig, dass solch ein Label direkt auf EU-Ebene eingeführt werden müsste. Alleine schon, weil es sich ansonsten um eine nicht zulässige Markteintrittshürde handeln würde, so Steven Heckler. Bisher liegt es in der Verantwortung des Nutzenden sich über Geräte und Updatezeiträume zu informieren. Und noch viel wichtiger, Updates auch zu installieren. Häufig fehlt die Bereitschaft dazu, stellt die Runde fest.</p>
<p>Einen Spion holt man sich also nicht ins Haus, vielleicht aber einen Saboteur.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: left;">Titelbild: Dennis Klut</p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-17" data-row="script-row-unique-17" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-17"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-19"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-19" data-row="script-row-unique-19" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-19"));</script></div></div></div>
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		<title>Quo Vadis Tageszeitung? OFF THE RECORD &#8211; Der Medientalk im Amplifier</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/quo-vadis-tageszeitung-157561/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Dennis Klut]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Feb 2020 14:41:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[tagesspiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Amplifier]]></category>
		<category><![CDATA[Off the Record]]></category>
		<category><![CDATA[Tageszeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-20"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Zukunft der Zeitung – die Zeitung der Zukunft. Wie geht es der Tageszeitung und welchen Stellenwert wird sie in Zukunft noch haben? Diese Fragen standen am 10.02.2020 im Mittelpunkt des ersten OFF THE RECORD Events im Amplifier.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Zu Gast war Anke Myrrhe, die Ressortleiterin Berlin/Brandenburg des Tagesspiegels, die gemeinsam mit Steffen Wenzel (politik-digital) und dem Publikum über mögliche Neuausrichtungen und Trends in der Zeitungsbranche sprach. Der Tagesspiegel ist Berlins auflagenstärkste Tageszeitung.</p>
<h3>Das Format</h3>
<p>OFF THE RECORD – so der Name der neuen Veranstaltungsreihe im <a href="https://www.amplifier.berlin/">Amplifier Berlin</a>. Gemeinsam mit wechselnden Gästen ermöglichen die Partner GSG Berlin, Netzpiloten, NKF Media, FTWild und politik-digital einen Blick hinter die Kulissen der Berliner Medienwelt. Dabei geht es nicht um Enthüllungen, nicht um vertrauliche oder inoffizielle Informationen und schon gar nicht um Verschwörungen oder Skandale. Im Mittelpunkt stehen Eindrücke und Überlegungen von Vertretern der Branche, welche gemeinsam mit dem Publikum analysiert und diskutiert werden sollen. Ein offenes Gespräch also, ganz ohne strategische Hintergedanken.</p>
<h3>Bestandsaufnahme</h3>
<p>„Wir sind ein bisschen so wie Tchibo“ fasst Myrrhe den Wandel ihrer Arbeitswelt zusammen. Längst geht es bei Zeitungen nicht mehr nur um klassische Printmedien, das Angebot ist breiter geworden. Einerseits ist da natürlich das Internet mit all seinen Möglichkeiten und neuen Formen Inhalte zu verbreiten. Auf der anderen Seite müssen sich Zeitungen in Anbetracht stetig sinkender Auflagen nach einer weiteren Finanzierungsquelle umsehen. Attraktiv sind in diesem Zusammenhang vor allem Veranstaltungen, kann doch auf ein bestehendes Netzwerk zurückgegriffen werden, um interessante Themen und Gäste zu ermöglichen.</p>
<p>Die altbekannte Tageszeitung als Printversion verliert tatsächlich an Relevanz. Das heißt aber nicht, dass das Format einer täglich erscheinenden unveränderlichen Nachrichtenquelle keine Zukunft hat – Stichwort ePaper. Genau wie die Printversion, nur eben digital. Durch das Angebot eines solchen Formats konnte der Tagesspiegel dem Trend der fallenden Absatzahlen entgegenwirken und die Auflage sogar minimal steigern, berichtet Anke Myrrhe.</p>
<h3>Alles Neu?</h3>
<p>Auch in den Redaktionen hat sich einiges getan, größtenteils ausgelöst durch einen Wandel im Nutzungsverhalten. Nachrichten werden heutzutage vor allem früh morgens am Frühstückstisch oder auf dem Weg zur Arbeit konsumiert, so Myrrhe. So sei zum Beispiel die täglich stattfindende Redaktionskonferenz einige Stunden nach vorne verlegt worden, um rechtzeitig die Linie des Tages festzulegen. Und wie wirkt sich das veränderte Konsumverhalten auf die Nachricht als solche aus? Funktionieren nur noch schnelle, einfach verständliche Nachrichten? Einerseits ja, Newsletter und entsprechend angepasste Angebote feiern große Erfolge, doch auch das Gegenteil lässt sich beobachten: besonders interessante Artikel werden für später gespeichert und gelesen, wenn sich Zeit dafür findet. So kann es vorkommen, dass bereits einige Tage alte Artikel am Wochenende eine erneute Welle an Abrufen erfahren.</p>
<p>„Im Print ist der Platz begrenzt“ durch eine „nicht journalistische Macht“, merkt Myrrhe an. Gemeint sind Anzeigen, mittlerweile zwingend notwendig zur Finanzierung, aber eben auch platzraubend. So kann es vorkommen, dass gar nicht alle relevanten Themen im vollen Umfang behandelt werden können – einfach, weil der Platz nicht reicht. Online sieht das anders aus, Artikel müssen nicht in ein feststehendes Layout eingefügt werden, können theoretisch so viel Platz in Anspruch nehmen, wie sie eben brauchen und daher häufig tiefer in die Materie eindringen und damit Hintergrundinformationen liefern, welche in der Printversion nicht unterkommen.</p>
<p>Ein Punkt der an diesem Abend besonders deutlich wird: Nicht alles, was im Internet funktioniert, muss neuartig sein. Während der Lokaljournalismus immer mehr aus den großen Zeitungen verschwindet, blüht er im Internet erneut auf. Nachrichten mit starkem regionalen Fokus finden ihre Adressaten, ohne denjenigen Lesern, die nicht von ihnen betroffen sind, im Weg zu stehen.<br />
Mittlerweile erfahren über 180.000 Abonnenten durch die Tagesspiegel Leute-Newsletter was in ihrem Stadtteil vor sich geht. Vom neuen Altglascontainer an der Ecke bis zum millionenschweren Bauvorhaben. Alle Infos aus der Nachbarschaft und näheren Umgebung, ganz individuell für jeden Bezirk.</p>
<h3>Die Zukunft</h3>
<p>Was passiert denn nun mit der Tageszeitung? Wann ist der Punkt gekommen, an dem man sagt „nur noch ePaper“, lautet eine Frage aus dem Publikum.<br />
Eine klare Antwort bringt dieser Abend nicht hervor, wohl aber verschiedene Standpunkte. Print ist zu teuer, zu aufwendig, heißt es auf der einen Seite, „Ich habe gerne Papier in der Hand“ auf der anderen.</p>
<p>Auch über die zukünftige Finanzierung ist man sich uneinig: „Paywalls funktionieren nicht, Informationen gibt es überall“ – „Für gute Artikel zahle ich gerne auch etwas“. Man einigt sich darauf, dass besonders aufgewerteter Content durchaus Geld einbringen kann. Für bloße Informationen zahlt aber kaum jemand gerne. Anke Myrrhe ist etwas optimistischer und zieht einen Vergleich zu Napster und Spotify. Anfang der 2000er sah es ganz so aus, als würde niemand mehr Geld für Musik ausgeben. Heute erleben Streaming-Anbieter mit Abo-Modellen Hochkonjunktur.</p>
<p>Es braucht auch neue Formate, wie beispielsweise den Tagesspiegel Checkpoint.<br />
„Neue Form des Journalismus, die es so noch nicht gab“ nennt Myrrhe dieses Angebot. Die wichtigsten Nachrichten des Tages werden hier kommentiert und zusammengefasst – „Es soll auf einen iPhone-Bildschirm passen, damals noch das iPhone 4“. Pünktlich morgens um 6 Uhr wird der Newsletter verschickt und informiert über das aktuelle Tagesgeschehen. Mittlerweile sieben Autoren schlagen sich dafür die Nacht um die Ohren. Mit Erfolg! Das sagen sowohl die Zahlen, als auch die anwesenden Gäste.</p>
<p>Werden Nachrichten also bald nur noch online stattfinden und gedruckte Zeitungen aus unserem Alltag verschwinden?</p>
<p>Was auf jeden Fall bleiben wird, so resümiert Anke Myrrhe, ist „unabhängiger Journalismus, getrieben von dem Willen die Welt verständlicher zu machen“.</p>
<p style="text-align: left;">Titelbild: Cai Schultz</p>
<p style="text-align: left;">Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/">CC-BY-SA 3.0</a></p>
<p>
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		<title>Bits und Bäume &#8211; Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehören zusammen!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Merz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2020 15:27:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-23"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 15.01.2020 fand in der Stratum Lounge Berlin das Event: „Bits und Bäume &#8211; Wie nachhaltig ist die Digitalisierung?“ statt. Dabei berichteten Anja Höffner und Vivien Frick davon, wie aus einer Idee eine Konferenz wurde, dann ein Buch und schließlich sogar eine neue Bewegung.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Frage, wie wir Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen denken können, beschäftigt zurzeit viele Menschen. Der breiten Öffentlichkeit wird immer mehr bewusst, dass ihr Internetkonsum massive Mengen an Energie verbraucht. Doch was nun?</p>
<p>Diese Frage stellten sich die Macher*innen der Konferenz „Bits und Bäume“ bereits 2018. Es sollte eine kleine Konferenz mit Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Branchen werden. Das Ziel war es, die Ökologie-, Entwicklungsarbeits- und Tec-Experten*innen zusammen zu bringen, um dieses interdisziplinäre Thema anzugehen. Das Feedback war riesig und insgesamt 2000 Menschen nahmen daran teil. In unterschiedlichsten Formaten erarbeiteten die Teilnehmer*innen Visionen für eine sozialgerechte und ökologisch sinnvolle Nutzung der Digitalisierung zu Gunsten der Erde und der Menschen. Festgehalten wurden die Ergebnisse in konkreten Forderungen und in einem Buch.</p>
<h3>Von einer Konferenz zur Bewegung ?</h3>
<p>Geeint wurden alle Teilnehmer*innen durch den Wunsch, mit Hilfe der Digitalisierung einen sozial-ökonomischen Wandel herbeizuführen. Dieses Anliegen sollte nicht mit dem Ende der Konferenz verstummen. Deshalb wurde dazu aufgerufen, Artikel einzureichen, die die einzelnen Teilgebiete des Themas behandeln sollten. Die Texte von über 50 Autor*innen wurden gemeinsam mit kreativen Infografiken schließlich in einem Buch gesammelt, das sowohl in einer gedruckten Version verfügbar herausgegeben wurde, als auch in einer digitalen, kostenlosen Form <a href="https://www.oekom.de/buch/was-bits-und-baeume-verbindet-9783962381493?p=1">zum Download</a> bereit steht. Doch auch damit waren Bits und Bäume nicht zu Ende. In einigen Städten begannen sich regionale Zweige herauszubilden, die Stammtische organisierten und Events veranstalteten. Möglich wurde das dadurch, dass der Name und die Inhalte des Buches mit einer Creative Commons 3.0 ausgestattet sind.  Somit kann sie jede*r nutzen (nicht kommerziell und unter Nennung der Quelle) und auch jede*r ist zum Mitmachen aufgerufen.</p>
<p>Die selbstorganisierten Stammtische und Veranstaltungen sammeln sich, hinter den 11 Forderungen der Bits und Bäume-Bewegung, die klare Punkte für eine nachhaltige Digitalisierung vorgeben und dem Ziel, die eigenen Veranstaltungen möglichst umweltschonend stattfinden zu lassen. (Im Detail kann man das auf der Website von <a href="https://bits-und-baeume.org/waechst/de">Bits und Bäume</a> nachlesen). Bits und Bäume als Bewegung befindet sich also noch in der Wachstumsphase, aber angesichts des großen Interesses, auf das das Thema stößt, scheint Zuwachs garantiert. nachlesen). Bits und Bäume als Bewegung  befindet sich also noch in der Wachstumsphase, aber angesichts des großen Interesses, auf das das Thema stößt, scheint Zuwachs garantiert.</p>
<h3>Forderungen an die Politik</h3>
<p>Das Kernziel ist es, Digitalisierung so zu gestalten, dass sie sich weniger nach den Interessen einzelner Wirtschaftsakteure richtet, sondern vor allem am globalen Gemeinwohl orientiert ist. Um das zu verwirklichen, hat Bits und Bäume 11 Forderungen erstellt, welche auf ganz unterschiedlichen Ebenen ansetzten. Viele scheinen direkt auf die Politik abzuzielen, aber auch die Informatik und Wirtschaft ist gefragt, um eine nachhaltige Digitalisierung zu schaffen.</p>
<p>Die Forderungen zeigen klare Wege, wie wir die Digitalisierung als Tool für das Gemeinwohl nutzen könnten. Sie legen Wert darauf, dass diese Digitalisierung in sich demokratisch gestaltet werden muss, da sich nur so ihr volles emanzipatorisches Potential nutzen lässt. Sie sprechen sich für informelle Selbstbestimmung aus und fordern die Zerschlagung von digitalen Monopolen, wie z. B. Google. Mit Bildung müsse gezielt versucht werden, die digital Kompetenz der Bürger*innen zu steigern, ebenso wie ihre Fähigkeit kritisch drüber nachzudenken. Im Bereich Entwicklungs- und Handelspolitik fordern die Bit und Bäume Teilnehmer*innen: „Alle Gesellschaften sollen gleichen Anteil an Nutzen und Kosten der Digitalisierung haben“, und wolle in Zukunft keine Einschränkungen der emanzipatorischen Digitalisierung mehr in Handelsabkommen oder bilateralen Verträgen.An die Technologie-Brache stellen sie die Forderungen nach einer Pflicht zur Nachhaltigkeit, Softwarehaftung und ein Ende von Software-Locks. Außerdem soll es einfacher werden Hardware zu reparieren oder zu recyceln. Auf der Website sind nicht nur die<a href="https://bits-und-baeume.org/forderungen/info/de"> 11 Forderungen</a> genau aufgelistet, es gibt sogar die Möglichkeit diese als private Person oder als Organisation zu unterzeichnen, um die eigene Unterstützung dieser Werte auszudrücken.</p>
<p>Da sich die Bewegung aber vorerst vor allem auf die Mobilisierung in der Zivilbevölkerung fokussieren will, setzt sie darauf, dass Mitglieder und Individuen ihre Ideen in die Politik tragen. In der Diskussion wurde jedoch deutlich, dass vor allem politische Regulierungen eine zentrale Rolle dabei spielen werden, sowohl technische als auch soziale Ziele zu erreichen und einen echten Wandel auszulösen.</p>
<h3>Tipps für den Alltag</h3>
<p>Auf der Veranstaltung wurde deutlich, dass aktuell eine große Verunsicherung darüber besteht, wie wir die Digitalisierung weniger umweltschädlich nutzen können. Anhand all der nach dem Vortag gestellten Fragen zeigt sich, dass ein großer Wille zum Handeln besteht. Für den ersten Schritt in Richtung bessere Zukunft hier ein paar einfache Tipps:</p>
<p>-Kaputte Geräte reparieren lassen oder es in <a href="https://www.reparatur-initiativen.de">Reparaturcafés</a>  selbst versuchen</p>
<p>-DVD/Blu-ray statt Streams nutzen, wenn möglich</p>
<p>-Linux als Betriebssystem für den Computer verwenden, für die eigene Datensicherheit und den Support von Open Source Technologien</p>
<p>-Alte <a href="https://germanwatch.org/de/it-recycling#abgabe">Elektrogeräte recyceln</a>, anstatt sie Zuhause zu lagern oder unsachgemäß zu entsorgen</p>
<p>-Alternativen zu WhatsApp nutzen, die Open Source sind, wie z. B. <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=org.thoughtcrime.securesms&amp;hl=de">Signal</a> oder <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=eu.siacs.conversations&amp;hl=de">Conversation</a></p>
<p>-Und natürlich selbst aktiv für eine nachhaltige Digitalisierung eintreten und diese sowohl im privaten als auch im Arbeitsumfeld propagieren</p>
<p>Zu guter Letzt wurde von den Sprecher_innen eine Faustregel vorgeschlagen: Wer eine Stunde in der Woche für eine nachhaltige Digitalisierung und digitale Nutzung einsetzen möchte, sollte davon 15 Minuten in das Überlegen über technische Effizienz stecken und 45 Minuten in den Austausch mit anderen. Denn nur durch Sichtbarmachung kann das Bewusstsein dafür in der Gesellschaft wachsen und damit über die Politik eine nachhaltige, digitale Revolution auslösen.</p>
<p><strong>Photo:</strong> from the Book<a href="https://www.oekom.de/buch/was-bits-und-baeume-verbindet-9783962381493?p=1"> „Was Bits und Bäume verbindet &#8211; Digitalisierung nachhaltig gestalten</a> von Anja Höfner (Hrsg.), Vivian Frick (Hrsg.)</p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-23" data-row="script-row-unique-23" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-23"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-24"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Photo by Nail Gilfanov on unsplash</p>
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</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>KI-Camp des Wissenschaftsjahr 2019 Künstliche Intelligenz</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/ki-camp-2019-157221/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Merz]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Dec 2019 10:59:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung der Sexualität]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaftsjahr 2019]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-27"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Mit der interdisziplinären Forschungs-Convention für den wissenschaftlichen Nachwuchs unter 30 Jahren brachten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) am 5. Dezember 2019 junge Talente aus Hochschulen, Startups, Stiftungen und Forschungseinrichtungen in der Factory am Görlitzer Park in Berlin zusammen. Wir haben uns einzelne Veranstaltungen genauer angeschaut.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>KI &amp; Sci-Fi Gesellschaftsentwürfe</h3>
<p>Für Dr. Isabella Hermann von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ist klar: Die Berichterstattung über Künstliche Intelligenz (KI) skandalisiert. Im Negativen wie im Positiven. Tendenziell aber negativ.</p>
<p>Ein Grund dafür sind gängige Narrative in popkulturellen Sci-Fi-Filmen. Diese vermitteln teilweise das Gefühl, dass Künstliche Intelligenz prinzipiell jede intellektuelle Aufgabe verstehen oder lernen kann. Deswegen haben Roboter in Filmen auch meistens humanoide Züge. Abgesehen davon konstruieren Sci-Fi Filme sehr oft den Konflikt zwischen Mensch und Maschine, in dem meistens die Maschinen so intelligent werden, dass sie die menschliche Existenz als irrational und überflüssig erachten. Fertig ist die Dystopie.</p>
<h3>Übertreibung ja, aber nur im Film</h3>
<p>Sollten Sci-Fi-Filme also den Status quo von KI-Entwicklung thematisieren? „Nein, denn Filme erzählen Geschichten über Menschen, nicht über Technik, und die sollen spannend sein“, hält Frau Hermann fest. KI wird dabei als Metapher oder Trope benutzt. So stellt die Entwicklung von KI menschliche Sehnsüchte wie die Erschaffung von Leben und im Umkehrschluss die Urangst der Fremdbeherrschung und des Kontrollverlusts dar. Auch gesellschaftliche Themen wie Diskriminierung, Emanzipation oder Empathie(verlust) werden mit Hilfe der KI-Metapher thematisiert. Viele Filme portraitieren KI als allmächtige Instanz, die mystisch und magisch verklärt wird. All diese Narrative sind auf der Kinowand unterhaltsam und haben deswegen ihre Daseinsberechtigung. Verlassen diese Ideen allerdings den Kinosaal und werden Bestandteil einer öffentlichen Debatte, in der nicht zwischen Wirklichkeit und Fiktion differenziert wird, ist das allerdings ein Problem.</p>
<h3>Gestaltung von Technik ist eine gesellschaftliche Aufgabe</h3>
<p>„KI-Science-Fiction-Diskurse verzerren den KI-Diskurs“, sagt Isabella Hermann, denn KI steht nie für sich alleine, hinter ihr stehen immer Menschen. Dementsprechend sind die Menschen auch für die Beantwortung der Fragen verantwortlich, die KI basierte Techniken hervorrufen. Diese drehen sich vor allem um ein Thema: Macht. Ob staatliche, wirtschaftliche oder gesellschaftliche. Beschäftigt man sich mit einer Scheindiskussion, anstatt mit dem realen Einfluss von KI auf die Menschheit, lässt man dringende Probleme wie Datenschutz, Data Bias oder Transparenz außer Acht. „Fatal“, meint Hermann.</p>
<h3>KI für den Menschen</h3>
<p>Durchgeführt durch Kassandara Becker und Anna-Katharina Viehstädt vom deutschen roten Kreuz, wurde die Veranstaltung interaktiv gestaltet. Ziel war es, den Teilnehmer*innen ein Gefühl dafür zu geben, wie ein KI-basiertes Belohnungs- und Bestrafungssystem die Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse automatisch erhöhen oder senken könnte.</p>
<p>Dafür wurden die Teilnehmer*innen auf einem „Beitragszahlenstrahl“ hin und her gelotst. Ausschlaggebend dafür waren verschiedene Ereignisse, die im echten Leben auftreten könnten, wie beispielweise der Verlust des Partners oder der Partnerin, welcher negative psychische Auswirkungen auf den Versicherten hat.</p>
<h3>Skepsis regiert</h3>
<p>Danach wurden die Teilnehmer*innen gefragt, ob sie dieses System als gerecht empfinden bzw. sogar gerechter, als das momentane. Die Antworten waren mehrheitlich negativ. Die meisten Diskutant*innen halten KIs noch nicht ausgereift genug, um solch gravierende Entscheidungen zu treffen. Vielen waren der Meinung, dass diese Aufgaben nie von Maschinen übernommen werden dürfen, egal wie intelligent sie sind. Maschinen sollten niemals über menschliche Schicksale entscheiden. Darüber hinaus wurde festgehalten, dass dieses System wahrscheinlich solche Menschen bevorteilen würde, die sowieso schon privilegiert sind, denn ein gesunder Lebensstil korreliert mit Bildung und finanziellen Mitteln. Nur wenige Teilnehmer*innen sahen die Regelung mit KI-basierten Techniken als fair an. Wer risikoreicher lebt, sollte auch mehr bezahlen müssen, so die Aussage eines Diskutanten.</p>
<h3>KIs nachhaltig Nutzen</h3>
<p>In Raum 2 ging es unter dem Titel “10 Tactics for 2030“ um Nachhaltigkeit. Die vielen jungen anwesenden Wissenschaftler*innen wurden von den Leiterinnen Helene von Schwichow und Katrin Fritsch aufgefordert, sich eine Idee auszudenken, die KI für eine nachhaltige Zukunft nutzt. Die Wissenschaftler*innen lieferten acht konkrete Taktiken für eine bessere Welt im Jahre 2030. Dabei schien vor allem der enorme Energieverbrauch, der beim Trainieren aber auch bei der Nutzung von KIs oder dem Internet anfällt, die Teilnehmer*innen zu beschäftigen, wie sich in ihren Ideen zeigte. Diese reichten von einer App, die Lebensmittelverschwendung durch klug gewählte Rezepte vermeiden soll, bis hin zu der Einrichtung einer Beratungsstelle für Nachhaltigkeit, an welche sich KI-Entwickler*innen wenden können sollen.</p>
<figure id="attachment_161930" aria-describedby="caption-attachment-161930" style="width: 800px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-161930 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Nachhaltige_Idee_für_KI.jpg" alt="Ideen der Workshopteilnehmer_innen" width="800" height="575" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Nachhaltige_Idee_für_KI.jpg 800w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Nachhaltige_Idee_für_KI-300x216.jpg 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Nachhaltige_Idee_für_KI-768x552.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption id="caption-attachment-161930" class="wp-caption-text">Ideen der Workshopteilnehmer*innen</figcaption></figure>
<p>Es taucht aber auch offen Fragen für die Zukunft auf: Wie können wir Nachhaltigkeit messen? Wie lassen sich KIs am energieeffizientesten programmieren? Können, wir Künstliche Intelligenzen vielleicht sogar nutzen, um KIs umweltfreundlicher zu machen? Fragen auf die die Workshopteilnehmer*innen noch keine Antwort haben, aber voller Begeisterung und Wissensdrang auf der Suche sind.</p>
<h3>Digitalisierung der Sexualität</h3>
<p>Der Vortrag der Wissenschaftlerin Yuefang Zhou zum Thema „Intimate relationships with humanoid robots: are we both ready?“ zeigte, dass auch die menschliche Sexualität nicht unberührt von den Entwicklungen der Digitalisierung und KIs bleiben wird. Im Gegenteil. Es gibt immer mehr Möglichkeiten, die eigene Sexualität über, durch oder sogar mit moderner Technik auszuleben. Zhou schildert, wie in den letzten und kommenden Jahren aus leblosen Sexpuppen mit Hilfe von AI sprechende und sich bewegende Sexroboter wurden und werden sollen. Einen dieser Prototypen namens „Harmony“ durfte die Wissenschaftlerin persönlich kennen lernen und berichtete, wie authentisch die Stimme der AI klang und schockierend echt sich die Silikonhaut des Roboters anfühlte. Steuern lässt sich diese Roboter-Lady durch eine App, sie regiert auf Berührungen und kann sogar ihren Hals und Mund bewegen. Der Roboter, der die Ungestümheit und „messyness“ von Sex zwischen zwei Menschen vollständig imitieren kann, ist aber noch in weiter Ferne.</p>
<p>Dabei betont Zhou aber, dass es nicht das Ziel sei, menschliche Interaktion abzulösen. Ihr ginge es vielmehr darum, Menschen, die Probleme mit echten sozialen Interaktionen haben, eine Möglichkeit zu geben, ihre Sexualität auszuleben und mit den Robotern Sex zu üben. Ein KI betriebener Sex-Roboter soll 15.000 $ kosten und nächstes Jahr auf den Markt kommen. Ihre Forschungsergebnisse zur Intimität zwischen Mensch und Roboter hat Yuefang Zhou gemeinsam mit Martin H. Fischer in dem Buch „AI I Love you„ festgehalten.</p>
<figure id="attachment_161931" aria-describedby="caption-attachment-161931" style="width: 784px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" class="wp-image-161931 size-full" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Plakat_by_Susane_Asheuer.jpg" alt="Illustrationen zu Themen der Podiumsdiskussion" width="784" height="1004" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Plakat_by_Susane_Asheuer.jpg 784w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Plakat_by_Susane_Asheuer-234x300.jpg 234w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/12/Plakat_by_Susane_Asheuer-768x984.jpg 768w" sizes="(max-width: 784px) 100vw, 784px" /><figcaption id="caption-attachment-161931" class="wp-caption-text">Illustrationen zu Themen der Podiumsdiskussion</figcaption></figure>
<h3>Gesellschaftliche Zukunft mit KI</h3>
<p>Wo liegt die Zukunft der KI-Forschung und was sind die gesellschaftlichen Implikationen die wir mitdenken müssen? Dieser Frage widmeten sich Lena-Sophie Müller, Sophie-Charlotte Fischer, Christine Regitz, Frithjof Nagel und Marina Weisband in einer Podiumsdiskussion. Einigkeit bestand darin, dass das in den Massenmedien von KI gezeichnete Bild von einem Schwarz-Weißdenken geprägt ist. Großen Einfluss darauf habe die Unwissenheit vieler Autor*innen, über diese nicht mehr allzu neue Technik. Das was wir heute KI nennen war früher schlicht Statistik, die wir heute zu einer allmächtigen Gottheit verklären, so Weisband.</p>
<p>Gleichzeitig herrscht neben der Unsicherheit gegenüber KI auch ein großes Vertrauen in die Technik, vor allem unter jungen Menschen oder in Notsituationen. Das kann ein gesellschaftlicher Fortschritt sein, solange wir uns der Notwendigkeit bewusst bleiben, dass wir weiterhin angehalten sind unseren „gesunden Menschenverstand“ zu nutzen. Eine vollständige Verantwortungsübertragung auf KI kann und darf nicht möglichsein.</p>
<p>Durch die Automatisierung von bestimmten Aufgaben, wird es dem Menschen möglich sein, sich wieder mehr auf seine kreativen und kritischen Kompetenzen zu besinnen. Der Mensch der Zukunft wird KI als Werkzeug nutzen, dafür bedarf es jedoch einer umfassenden technischen Bildung, die am besten bereits heute Teil der Schule sein sollte. Deutschland hat auf diese Gebiet massive Nacharbeit zu leisten, bisher haben nur drei Bundesländer Informatik zu einem verpflichtenden Schulfach gemacht und Lehrer*innen dafür sind nach wie vor Mangelware. Sollte sich daran nichts ändern, wird Deutschland in den kommenden Jahren technisch und wirtschaftlich abgehängt werden.</p>
<p>Zuletzt sprachen die Teilnehmer*innen noch über die Diversität bzw. die mangelnde Diversität in der Informatik-Branche und wie im Bereich der KI immer mehr Frauen und nicht-weiß-cis-hetero Menschen einen Platz für sich finden. Gleichzeitig keimt damit auch die Hoffnung, dass mehr Diversität in der Entwicklung sich positiv auf die problematischen Bias von KI auswirken könnte, welche oft vor allem Minderheiten oder Frauen ausschießen.</p>
<p>KIs sind die Zukunft und es ist letztlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, kommende Generationen die bestmögliche Nutzung dieser Technik im Einklang mit unseren Werten zu ermöglichen.</p>
<p>Titelbild: Cai Schultz</p>
<p>Bild der Ideen aus dem Workshop: Sarah Merz</p>
<p><strong>Illustrationen:</strong> <a href="https://twitter.com/SusanneAsheuer">Susanne Asheuer</a></p>
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		<title>Internet Governance Forum 2019</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Merz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2019 10:09:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internet of things]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-30"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Das Internet Governance Forum (IGF) ist eine Diskussionsplattform für verschiedene Interessengruppen, die Informationen zu Praktiken und Strategien im Zusammenhang mit dem Internet und Technologien austauschen. Da das Thema Internet Governance auf dem Weltinformationsgipfel, der von der UN ausgerichtet wird, immer für große, kontroverse Diskussionen sorgte, entschied man sich 2006 das Internet Governance Forum ins Leben zu rufen. 2019 fand dieser in Berlin statt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ></p>
<h3>Datenverwaltung (Data Governance)</h3>
<p>Der Ausgangspunkt der verschiedenen Panels und Workshops ist, dass Daten DIE Schlüsselressource für Wirtschaft und Gesellschaft darstellen und bei ihrer Benutzung der Mensch im Vordergrund stehen soll. Da in unterschiedlichen Ländern oftmals verschiedene Richtlinien zum Benutzen von Daten gelten, die Globalisierung aber dafür sorgt, dass die Welt immer vernetzter wird, führt dies oft zu Komplikationen. Auf dem IGF werden Möglichkeiten für globale Datenrichtlinien diskutiert und vorgestellt. Diese sollen sich nach moralischen Standards richten und dadurch die fundamentalen Persönlichkeitsrechte sichern.</p>
<h3>Digitale Inklusion</h3>
<p>Im Zuge der Agenda für nachhaltige Entwicklung (SDGs) diskutieren die Teilnehmer*innen darüber, wie man den Zugang zum Internet inklusiv gestalten kann. Im Fokus stehen in diesem Zusammenhang soziale und wirtschaftliche Teilhabe, Gleichstellung der Geschlechter und die Wahrung der Menschenrechte. Dafür muss eine Kultur des Vertrauens zwischen Bürger*innen und Staat etabliert werden. Der Aufbau und Ausbau digitaler Infrastruktur ist der erste Schritt, damit alle Menschen von den Vorteilen des Internets profitieren zu können. Digitale Bildung soll im nächsten Schritt das Potenzial der Nutzung des Internets erhöhen und Diskriminierung bekämpfen.</p>
<h3>Sicherheit, Stabilität und Beständigkeit</h3>
<p>Das Internet kann seine positive Wirkung nur entfalten, wenn sich Individuen im digitalen Raum sicher fühlen. Gegen Hate Speech vorzugehen ist deswegen die gemeinsame Verantwortung von Zivilbevölkerung, Wirtschaft und Politik. Dasselbe gilt für die Desinformationen und Fake News. Auch die Rechte von Kindern müssen im Internet gewahrt bleiben. Dafür soll sichergestellt werden, dass Provider besser mit Strafverfolgungsorganen zusammenarbeiten, um eine effektivere Verurteilung von Straftaten im Netz zu gewährleisten. Die Diskutant*innen tauschen sich darüber aus, wie die Kooperation zwischen Staaten, Unternehmen und einzelnen Personen verbessert werden kann, um Sicherheitsrisiken zu minimieren und gleichzeitig die digitalen Persönlichkeitsrechte zu gewährleisten. Auch Cybersecurity-Ansätze von Staaten müssen diese respektieren.</p>
<h3>Das Internet of Things und das Problem mit der Sicherheit</h3>
<p>Unter dem Titel „The Internet of Things towards the future, building on inherent Core Internet Values“ fand auf dem diesjährigen IGF eine große Diskussionsrunde der Dynamic Coalition on IoT statt.</p>
<p>Der Ausdruck Internet der Dinge (Internet of Things, kurz: IoT) beschreibt vernetzte, intelligente Gegenstände, die sowohl untereinander als auch mit dem Internet verbunden sind. Dabei kann es sich um unterschiedlichste Objekte handeln, vom Alltagsgegenstand wie einem Fernseher oder medizinischem Equipment bis zur industriell genutzten Maschine, die die Produktionsparameter per Sensoren überwacht, um Verzögerungen zu vermeiden und die Qualität zu sichern. Mit komplexeren IoT-Anwendungen könnte es zukünftig möglich sein, globale Probleme wie den Welthunger zu lösen. So könnte die Produktion von Lebensmitteln verbessert werden, indem alltägliche Prozesse, wie die Überwachung der Feuchtigkeit von Pflanzen und der langzeitigen Reproduktionsrate des Saatguts automatisiert werden.</p>
<p>Wie bei jeder neuen Technologie müssen neben den neu entstehenden Möglichkeiten auch die neu entstehenden Risiken beachtet werden. Diese liegen vor allem in der Sicherheit der einzelnen Geräte. Diese sind oft schlecht gesichert und zugleich Teil eines Netzwerks, was sie zu einer Sicherheitslücke für das gesamte System machen kann. Um das IoT für eine „free, secure and enabling rights environment,[and for] the future we want“zu nutzen, müssen die Risiken minimiert werden.</p>
<h3>Wie lässt sich das erreichen?</h3>
<p>Ein Teilnehmer der Diskussionsrunde war Frederic Dnock, von der Internet Society, einer NGO, die sich weltweit für den Ausbau der Internet-Infrastruktur einsetzt. Dnock stellte Richtlinien für unterschiedliche Sektoren vor, die dazu beitragen sollen, das IoT sicherer zu nutzen. Für die Hersteller und Verkäufer sollte „security by design“ zum festen Prinzip in der Produktion von IoT-Geräten werden. Ein echter Fortschritt in Sachen IoT-Sicherheit war im vergangen Jahr in Kooperation mit der Mozilla Foundation gelungen. Man einigte sich auf 5 Minimum-Standards für die Sicherheit des IoT, deren Einhaltung durch die Hersteller die Konsumenten und ihre Geräte schützen. Diese umfassen:</p>
<ol>
<li>Verschlüsselte Kommunikation für jedes Gerät</li>
<li>Regelmäßige Sicherheitsupdates</li>
<li>Ankündigung des nächsten Updates für den Konsumenten</li>
<li>Starke Passwörter</li>
<li>Zugängliche Datenschutzerklärung (Einfache Sprache)</li>
</ol>
<p>Diese Prinzipien werden von unterschiedlichen Ländern weltweit propagiert, besonders hervor tut sich jedoch Kanada, das diese Standards für IoT tatsächlich implementiert hat. Ein großer Fortschritt für die Sicherheit des IoT, da nun NGO und Regierungen damit beginnen können sich hinter diesen Standards zu vereinen und sie rechtlich auch in anderen Ländern bindend zu machen.</p>
<p>Doch IoT-Sicherheit ist ein Thema, das nicht nur große Firmen mit industriellen Fertigungsanlagen betrifft, sondern zieht sich bis in den häuslichen Bereich und dort liegt die Hauptgefahr für den Endverbraucher und seine Daten.</p>
<h3>Sicherheit im SmartHome von Morgen</h3>
<p>Die zahlreichen smarten Gerätschaften, die bereits in viel Haushalten zu finden sind, bleiben bisher nahezu komplett ohne staatliche Regulierungen. Ein Zustand der so nicht weiter existieren darf. Um diesen jedoch zu ändern besteht Handlungsbedarf in unterschiedlichen Bereichen. Zum einen müssen aus der Politik technologieunabhängige Regulierungsgesetze kommen, die für Hersteller Sicherheitsupdates zur Pflicht machen. Gleichzeitig müssen die Bürger*nen besser gebildet werden, wenn es um Programmieren und Internetsicherheit geht. Erreichen lässt sich das am einfachsten über eine Implementierung in die Schulbildung.</p>
<p>Zusätzlich könnten auch unabhängige Verbraucherschutz-Organisationen, wie hier in Deutschland z.B. die Stiftung Warentest, eine entscheidende Rolle in der Bewertung einnehmen. Sie würden zwar keinen politischen Druck auf die Industrie ausüben, dafür aber einen finanziellen, denn informierte Bürger*innen können ein klares Zeichen für Sicherheit setzten und so die Wirtschaft zwingen, den Anforderungen zu folgen. Letztlich wäre speziell eine Art „Label“ oder Klassifizierung von IoT-Geräte in Bezug auf Sicherheit und Nutzbarkeit besonders sinnvoll. Wer diese jedoch vergeben sollte, konnte auch von den Teilnehmer*innen der Diskussion nicht vollständig geklärt werden.</p>
<h3>Sicherheit schon heute?</h3>
<p>Am Ende liegt die Sicherheitsentscheidung aktuell beim Kunden, der diese vor dem Kauf alleine treffen muss. Dabei sollte vor allem eine Risiko- vs.-Nutzen-Abwägung des IoT-Gegenstands im Vordergrund der Entscheidung stehen. Brauche ich das wirklich? Entsteht für mich persönlich durch die Internetanbindung tatsächlich ein Mehrwert? Bei vielen der Geräten kann man die IoT-Option, also die Verbindung zum Internet, deaktivieren und damit natürlich sicher bleiben Allerdings opfert man so auch den Mehrwert, den uns IoT-Geräte bieten.</p>
<p>Für die sichere Nutzung von IoT oder „smarten Geräten“ hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf seiner Website einige Tipps zusammengefasst. Diese reichen von dem Ratschlag, die Software und damit die Sicherheitsupdates aktuell zu halten, über die Verwendung von sicheren Passwörter (und nicht die des voreingestellten Werkspassworts) bis hin zu der Verwendung eines virtuellen privaten Netzwerks (VPN) für einen sichere Zugriff auf das Heimnetzwerk, auch von außerhalb. Wer mehr dazu erfahren möchte, sollte diesem <a href="https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/DigitaleGesellschaft/IoT/SmartHome/SmartHome_node.html;jsessionid=10F42E34F376008A36D863B28C3F6F16.2_cid351">Link </a>folgen.</p>
<p>Das IoT bietet immer mehr Möglichkeiten, komplexe Aufgaben einfach und automatisiert zu lösen und bildet heute die Grenze zwischen virtueller und realer Welt, nun liegt es an den Herstellern sowie den Regierungen zu handeln und letztlich leider beim Konsumenten, diese sicher und sinnvoll zu nutzen.</p>
<p id="fn-1">Photo by IGF</p>
<div class="_3bJ2H CHExY">
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</div>
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</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-30" data-row="script-row-unique-30" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-30"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-32"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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