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	<title>Bild-Zeitung &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Bild-Zeitung &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Was bringen Pranger gegen Hasskommentare im Internet?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/studie-online-pranger-gegen-hasskommentare-wirkungslos-150262/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Mahler]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Sep 2016 08:22:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
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		<category><![CDATA[Pranger]]></category>
		<category><![CDATA[Pranger der Schande]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor knapp einem Jahr antwortete die Bild-Zeitung auf Hass-Kommentare im Internet mit einem groß angelegten Online-Pranger, veröffentlichte also Fotos und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pranger-DigitArtClips-CC0-Public-Domain-Pixabay.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-150263 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pranger-DigitArtClips-CC0-Public-Domain-Pixabay.jpg" alt="pranger-digitartclips-cc0-public-domain-pixabay" width="640" height="301" /></a>Vor knapp einem Jahr antwortete die Bild-Zeitung auf Hass-Kommentare im Internet mit einem groß angelegten Online-Pranger, veröffentlichte also Fotos und Klarnamen der Kommentatoren. Medienwissenschaftler haben nun die Wirkung des sogenannten „Prangers der Schande“ untersucht. Ihr Befund: Die öffentliche Bloßstellung von Hetzern ist kein adäquates Mittel.</p>
<p>Der Hass war schon längst online gegangen. Doch im Oktober 2015 schienen die verbalen Ausfälle im Netz ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht zu haben. Vor allem gegen Flüchtlinge. „So viel offener Hass war nie in unserem Land“, zeigte sich zumindest Deutschlands größte Tageszeitung überzeugt. Und veröffentlichte am 20. Oktober auf zwei Doppelseiten und im Internet 42 Hass-Kommentare mit den dazugehörigen Nutzernamen und Profilfotos: <a href="http://www.bild.de/news/inland/social-media/der-pranger-der-schande-43073084.bild.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„BILD stellt die Hetzer an den Pranger!“</a> Ein halbes Jahr später stellte das Oberlandesgericht München klar: <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/eine-aktion-und-zwei-gegensaetzliche-urteile-gericht-pranger-der-schande-bei-bild-unzulaessig/13350898.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Juristisch gesehen war das unzulässig</a>. Doch hat der „Pranger der Schande“ wenigstens sein Ziel erreicht und den Hass im Netz durch eine solche Ächtung eindämmen können?</p>
<p>Das haben jetzt Katharina Neumann und Florian Arendt von der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität untersucht. Das Ergebnis ihrer <a href="https://www.springerprofessional.de/der-pranger-der-schande/10342086" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Inhaltsanalyse</a> fällt ambivalent aus: So ging die Zahl der Hasskommentare zwei Tage nach der Veröffentlichung des Bild-Prangers zwar auf 5,6 Prozent aller abgegebenen Kommentare auf der Bild-Facebookseite zurück. Das waren gegenüber dem zuvor gemessenen Durchschnittswert 2,4 Prozentpunkte weniger. Gleichzeitig nahmen aber auch die Kommentare zu, die zwar nicht als Hatespeech zu werten sind, jedoch eine sehr kritische Haltung zum Ausdruck bringen („Das Boot ist voll – keine weitere Aufnahme“ oder „Mittlerweile habe ich nur noch Angst“). Sie stiegen um 5,6 Prozentpunkte auf 78,3 Prozent. Mit der Zeit verflüchtigten sich all diese Effekte wieder.</p>
<p>Die Medienwissenschaftler Neumann und Arendt erklären die vorübergehende Zunahme der negativen Kommentare damit, dass der Bild-Pranger ein Gefühl der Bedrohung der individuellen Meinungsfreiheit ausgelöst habe. Dieses Gefühl, so die Annahme der beiden Forscher, könne Flüchtlingsgegner und Skeptiker erst recht dazu ermuntert haben, ihre Meinung offen zu äußern. Die Forscher vermuten dabei auch einen Zusammenhang mit den gleichzeitig weniger gewordenen expliziten Hass-Kommentaren: So hätten einige über den gemäßigten Stil der negativen Kommentare ihren Gedanken weiter freien Lauf lassen können, ohne sich jedoch dabei der von der Bild-Zeitung geforderten Strafverfolgung („Herr Staatsanwalt, übernehmen Sie!“) oder der Gefahr von sozialen Sanktionen auszusetzen.</p>
<p>Katharina Neumann und Florian Arendt ziehen daraus die Konsequenz, „dass die öffentliche Bloßstellung von Hasskommentatoren kein adäquates Mittel“ gegen Hatespeech darstellt. Schließlich habe sich die Bild-Zeitung mit dem Pranger nicht nur zum Ziel gesetzt, so strafrechtlich relevante Äußerungen einzudämmen, sondern auch die öffentliche Meinung über Flüchtlinge zu verbessern. Die habe sich aber „zumindest kurzfristig verschlechtert“. Bestätigt sehen die Wissenschaftler die Forschungsergebnisse durch Empfehlungen der UNESCO, die im Kampf gegen Hasskommentare der inhaltlichen Auseinandersetzung und Gegenargumenten den Vorzug geben. Jede Reaktion, die die Meinungsfreiheit einschränke, sei dagegen sorgsam abzuwägen und nur in Ausnahmefällen zu rechtfertigen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/pranger-mittelalter-ritter-m%C3%B6rder-1126124/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pranger</a> von <a href="https://pixabay.com/de/users/DigitArtClips-29345/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DigitArtClips</a> via <a href="https://pixabay.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">pixabay</a>, licenced <a href="https://pixabay.com/de/pranger-mittelalter-ritter-m%C3%B6rder-1126124/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 Public Domain</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sprengsatz: Erfolgreiche One-Man-Show</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/sprengsatz-erfolgreiche-one-man-show-5337/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 12:50:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Spreng]]></category>
		<category><![CDATA[sprengsatz.de]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/Sprengsatz_Bild.jpg" align="left" height="150" width="200" />Eines der bekanntesten und erfolgreichsten politischen Blogs ist der &#34;Sprengsatz&#34; des Journalisten und Medienberaters Michael H. Spreng. In einer Blog-Reihe stellt politik-digital.de heute das &#34;Leit-Blog&#34; für viele deutsche Polit-Blogger vor.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/Sprengsatz_Bild.jpg" align="left" height="150" width="200" />Eines der bekanntesten und erfolgreichsten politischen Blogs ist der &quot;Sprengsatz&quot; des Journalisten und Medienberaters Michael H. Spreng. In einer Blog-Reihe stellt politik-digital.de heute das &quot;Leit-Blog&quot; für viele deutsche Polit-Blogger vor.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<i>In den kommenden Wochen stellen wir auf unserer Website im Rahmen einer Reihe mehrere Blogs und ihre Autoren vor. Damit wollen wir auf Blogger aufmerksam machen, die ihre Gedanken, politischen Ansichten und Interessen auf sehr persönlicher oder besonders kreative Art und Weise äußern. Dazu zählen <a href="http://ein-fremdwoerterbuch.blogspot.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;ein fremdwoerterbuch&quot;</a> einer jungen muslimischen Journalistin, das für den Grimme Online Award nominiert wurde, der <a href="http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Störungsmelder&quot;</a>, ein Blog, das kritisch über Neonazis berichtet und mittlerweile auch auf Zeit Online veröffentlicht wird. Aber auch etablierte Blogs und Blogger, die von Beginn an äußerst erfolgreich waren, wie der <a href="http://www.sprengsatz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Sprengsatz&quot;</a> von Michael Spreng werden vorgestellt. Porträtiert werden die Entstehung der Blogs und die Absichten ihrer Autoren, und wir reden mit den Bloggern über ihre Erfolge, Finanzierungsmöglichkeiten und die Zukunftsaussichten ihrer Weblogs. Besonders originelle, humorvolle oder kritische Beiträge werden angesprochen. Dabei geht es uns nicht nur darum, interessante Blogs für unsere Leser zu porträtieren, sondern auch um die Menschen hinter den Texten, und darum, zu zeigen, was sie bewegt.<br />
</i>
</p>
<p>
Seit 2008 führt der ehemalige Chefredakteur der &quot;Bild am Sonntag&quot; Michael Spreng eines der einflussreichsten politischen <a href="http://www.sprengsatz.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogs</a> Deutschlands. Laut eigenen Angaben und für jedermann offensichtlich ist das Blog „puristisch“ aufgebaut und kommt ganz „ohne Schnickschnack“ aus. Es zielt auf eine Leserschaft mit einem gewissen Vorwissen ab, die Lust hat, zu lesen, und „politisch hochinteressiert“ ist. Es ist Sprengs „verlängerte journalistische Werkbank“, wie er im Interview mit politik-digital.de erläutert, ein digitaler Ort, an dem der von Alt-Kanzler Kohl gefürchtete Journalist sein eigener Chefredakteur sein kann.<br />
Die Themenfelder haben fast immer einen politischen Schwerpunkt, wobei der Autor versucht, „gleichermaßen gerecht oder ungerecht gegenüber jeder Partei zu sein“.
</p>
<p>
Der ehemalige Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber und Jürgen Rüttgers äußert aber immer seine eigene, oft sehr kritische Meinung, wenn es um die eigene <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3644" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Berufssparte</a>, <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3696" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leo Kirch</a> oder verpatzte <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3527" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Integrationspolitik</a> geht. Seine persönlichen Erfahrungen mit den Medien und als Berater prominenter Politiker bringt er dabei erfolgreich mit ein.<br />
Neben dem jeweils aktuellen Artikel finden die Leser auf der Startseite des &quot;Sprengsatz&quot; die Rubriken <a href="http://www.sprengsatz.de/?cat=4" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Mein Kommentar der Woche&quot;</a> und <a href="http://www.sprengsatz.de/?cat=3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&quot;Anekdote der Woche&quot;</a>. Dem Blogger geht es nicht darum, die neuesten politischen Nachrichten differenziert darzustellen. Vielmehr interessiert es ihn, in seinen Artikeln und Kommentaren „zum Beispiel die Tarnsprache der Politiker zu entschlüsseln, die Inszenierungen zu entlarven“.
</p>
<p>
In der Anekdoten<i>&#8211;</i>Sparte legt der 63-jährige Spreng persönliche Erfahrungen offen, die er über die Jahre gesammelt hat. Das reicht von humorvollen Anspielungen auf einen alten Kollegen bei der Bildzeitung bis hin zu Erlebnissen, die den Journalisten schon in frühen Jahren geprägt haben, wie die Ermordung des FDP-Politikers Heinz-Herbert <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3660" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Karry</a> Anfang der 1980er Jahre. Teils diskret, teils sehr direkt beschreibt Spreng, welches Verhalten er für Journalisten angemessen hält und welches nicht. Parteizugehörigkeit gehört für ihn definitiv nicht dazu. Manche Anekdoten lassen einen schmunzeln, wenn Spreng in einem nostalgischen Ton über die ersten Jahre seiner journalistischen Laufbahn berichtet. Die meisten Beiträge sind äußerst unterhaltsam und aufklärend, zum Beispiel, wenn es um seine ehemaligen Kollegen von der Bildzeitung und deren Methoden geht, die immer wieder Thema sind. „Die Bildzeitung kann mich nicht leiden und ich sie nicht“, bestätigt Spreng.
</p>
<p>
Besonders große Resonanz fanden Sprengs Artikel über <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3478" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Thilo Sarrazin</a> und dessen umstrittenen Thesen. „Aber das größte Echo in diesem Jahr, und ich glaube auch das größte Echo überhaupt, waren meine Beiträge <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3664" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8216;Die Jäger müssen sich stellen&#8217;</a> und <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3665" target="_blank" rel="noopener noreferrer">&#8216;Schwarm-Intelligenz und Schwarm-Feigheit&#8217;</a>&quot;. In diesen Beiträgen schrieb Spreng kritisch über die Plagiatsaffären von Karl-Theodor zu Guttenberg und einigen FDP-Politikern und fordert die anonymen Plagiatsjäger auf, ihre Identität aufzudecken.
</p>
<p>
Die Zielgruppe des &quot;Sprengsatz&quot; reicht von gewöhnlichen politik-interessierten Lesern über Hauptstadtjournalisten bis hin zu Mitarbeitern in Ministerien, so Spreng. Im Vergleich zu seiner früheren Karriere sieht sich der Blogger eher als ein „politischer Kleindarsteller“, trotzdem ist er erfreut darüber, dass 160.000 bis 200.000 Menschen monatlich den &quot;Sprengsatz&quot; besuchen: „Das ist für eine One-Man-Show nicht schlecht“. Verbesserungspotenzial sieht er laut eigenen Angaben nicht. Spreng hat genau das Publikum erreicht, das er erreichen wollte, und deckt die angestrebten Themenbereiche ab. „Ich schreibe auch nicht über Themen, in denen ich mich nicht für kompetent halte“. Das Blog ist Sprengs Hobby. Deshalb stellt er auch seine ganz persönliche, meist versierte und häufig provozierende Meinung zu politischen Themen  dar. Dieses &quot;Hobby&quot;, in das er bereits um die 8.000 Euro, unter anderem für technische Betreuung, investierte, leistet er sich gern. Von Finanzierungssystemen wie flattr hält der Blogger nicht viel: „‚Da kommen so lächerliche Beträge zusammen und außerdem ist mir das ein bisschen peinlich“.<br />
Solange es ihm Spaß macht, wird Michael Spreng sein Webtagebuch weiterführen. Wollen wir hoffen, das dies noch lange der Fall ist.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>&#034;Die größte Tageszeitung – mit den meisten Fehlern&#034;</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/chattranscripte/die-groesste-tageszeitung-mit-den-meisten-fehlern-537/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Feb 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Christoph Schultheis]]></category>
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					<description><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<span class="fett">BILDblogger
Christoph Schultheis war am 6. Februar der erste Gast in der Blogsprechstunde
von politik-digital.de in Kooperation mit den Blogpiloten. Im Chat
ging es um Blogs als Wachhunde der Demokratie und BILDblog-Ausdrucke
in der BILD-Redaktionskonferenz.</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm">
<span class="fett">BILDblogger<br />
Christoph Schultheis war am 6. Februar der erste Gast in der Blogsprechstunde<br />
von politik-digital.de in Kooperation mit den Blogpiloten. Im Chat<br />
ging es um Blogs als Wachhunde der Demokratie und BILDblog-Ausdrucke<br />
in der BILD-Redaktionskonferenz.</span><!--break-->
</p>
<p class="normal">
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen<br />
zur Blogsprechstunde mit BILDblogger Christoph Schultheis. Gleich<br />
um 16 Uhr geht es los, Sie können aber schon jetzt Ihre Fragen<br />
stellen. Vorab ein Hinweis in eigener Sache: Wir arbeiten mit Hochdruck<br />
an einem Relaunch von politk-digital.de. In den nächsten Wochen<br />
wird es ein neues Redaktionskonzept geben und auch ein neues Design,<br />
das hier im Chatraum schon zu sehen ist. Viel Spaß beim Chat!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, Christoph Schultheis ist schon<br />
bei uns im Büro eingetroffen, so dass es gleich los gehen kann<br />
&#8211; wir melden uns dann um Punkt 16 Uhr mit den ersten Fragen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, wir machen uns startklar, gleich<br />
geht es los. Punkt 16 Uhr: Willkommen zum Chat mit Christoph Schultheis.<br />
Können wir starten?
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/chatschultheis1.jpg" height="240" width="300" />
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Gern.
</p>
<p>
<b>oli:</b> Wie kommen sie damit zu recht, morgens aufzustehen<br />
und schon wieder in die BILDzeitung gucken zu müssen. Ich hätte<br />
die ganze Nacht Albträume&#8230; P.S: Weiter so!
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Die BILD-Zeitung musste<br />
ich ja auch schon jeden Tag lesen, als ich noch als &quot;normaler&quot;<br />
Medienjournalist gearbeitet habe. Und einer muss es ja tun.
</p>
<p>
<b>Heringsfilet:</b> Wird BILDblog in Zukunft auch andere<br />
Medien ins Visier nehmen oder bleibt BILDblog bei der BILD? Wenn<br />
ja, mit welcher Begründung?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Wir haben das nicht geplant.<br />
Ich glaube, dass es sich durchaus lohnt auch andere Medien so zu<br />
beobachten wie wir BILD &#8211; ob den SPIEGEL oder die kleine Lokal-<br />
oder Regionalzeitung irgendwo in Deutschland, aber BILD ist nun<br />
mal die größte Tageszeitung &#8211; und leider auch die mit<br />
den meisten (und schlimmsten) Fehlern, Sinnentstellungen, Irreführungen<br />
und Verletzungen von Persönlichkeitsrechten oder journalistischen<br />
Standards.
</p>
<p>
<b>rantanplan:</b> Die BILDblogger sind ja Journalisten.<br />
Seid ihr in anderen Medien unkritischer?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Nein, wieso sollten wir?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vielleicht meldet der User sich ja<br />
gleich nochmal. Zur nächsten Frage:
</p>
<p>
<b>Robert:</b> Ist die BILDzeitung nicht das Symbol für<br />
die nach 1945 neu erworbene Pressefreiheit, die, zugegeben übertrieben<br />
betrieben wird, aber die es in Anlehnung an die Unterdrückung<br />
der Presse im Dritten Reich geben muss. Kurz: Unzensiert, unabhängig<br />
und ungeniert als Flagge der Freiheit?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Puh&#8230; BILD als Aushängeschild<br />
für die Pressefreiheit&#8230;? Ich glaube, dass die Pressefreiheit<br />
in Deutschland natürlich auch BILD &quot;erdulden&quot; muss,<br />
aber ich könnte mir schönere (und sinnvollere) Aushängeschilder<br />
vorstellen.
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/chatschultheis2.jpg" height="240" width="300" />
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir haben sehr viele Fragen aus dem<br />
Bereich der Juristerei bekommen. Ich schlage vor, dass wir die bündeln.
</p>
<p>
<b>kai_d:</b> Zur Fotoaktion mit Kai Diekmann: Hat der<br />
euch eigentlich mit rechtlichen Schritten gedroht?
</p>
<p>
<b>daniel:</b> Lieber Herr Schultheis &#8211; hatten Sie denn<br />
schon einmal juristischen Ärger mit der BILD?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Nein. Wir arbeiten journalistisch<br />
sauber. Es gab schon mal kleinere Versuche, bei denen wir annehmen<br />
müssen, dass BILD auszutesten versuchte, ob und inwieweit wir<br />
angreifbar sind. Wir haben das an unseren Anwalt gegeben. Und danach<br />
ist das offenbar alles im Sande verlaufen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Wir haben eine Nachfrage zu den angedeuteten<br />
Versuchen von Springer, rechtlich gegen das BILDblog vorzugehen:
</p>
<p>
<b>clarissa:</b> Was waren das für Versuche?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Kleinigkeiten, die was mit<br />
den Fotorechten zu tun hatten. Da wir aber der Ansicht sind, dass<br />
man gerade bei einer Zeitung, die so stark mit Bildern arbeitet,<br />
auch dokumentieren muss, WIE sie das tut, fallen unsere Ausrisse<br />
unter das Zitatrecht und gut. Schließlich nutzen wir unsere<br />
BILD-Ausrisse nie aus rein illustratorischen Gründen.
</p>
<p>
<b>EinLeser:</b> Wie viele Hinweise kommen durchschnittlich<br />
pro Tag von Lesern, die nicht direkt zu BILDblog gehören?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Die ungefähr 500 (!)<br />
Spammails nicht mitgezählt? Aber es dürften zwei bis drei<br />
Dutzend sachdienliche Hinweise pro Tag sein &#8211; unterschiedlichster<br />
Natur natürlich: Von &quot;Da-stimmt-doch-was-nicht&quot;-Mails<br />
bis hin zu vorrecherchierten, quasi vorgefertigten Hinweisen. Das<br />
ist natürlich ganz wunderbar, dass wir so mit unseren Lesern<br />
gemeinsam an und für BILDblog arbeiten. Wobei wir am Ende,<br />
nachdem wir die Hinweise nach-/gegenrecherchiert haben, natürlich<br />
immer noch entscheiden, was ins Blog kommt und was nicht. Denn nicht<br />
alles, was in BILD beklagenswert ist, steht hinterher auch in BILDblog.<br />
Manches erscheint uns zu kleinlich, anderes kriegen wir einfach<br />
nicht &quot;hart&quot;, wie man so sagt.
</p>
<p>
<b>franz:</b> Wieviele Leser hat der BILDblog?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Rund 45.000 (unique visitors)<br />
täglich. Danke der Nachfrage. 😉
</p>
<p>
<b>chrisse:</b> Man hört ja immer wieder, dass BILD<br />
die beste Schule für angehende Journalisten ist. Hätten<br />
Sie früher als angehender Journalist ein Praktikum bei der<br />
Zeitung gemacht?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Ich kenne viele sehr gute<br />
Journalisten, die nie bei BILD waren. (Das vorweg.) Aber nein. Die<br />
Zeitung, bei der ich ein Praktikum gemacht habe (und bei der ich<br />
so lange blieb, bis ich Redakteur geworden war &#8211; und keine Lust<br />
mehr hatte) war die &quot;taz&quot;.
</p>
<p>
<b>pfui:</b> Haben Sie schon vor dem Bloggen die BILD<br />
kritisch beobachtet? Oder ist die Idee erst entstanden, als man<br />
das Werkzeug &quot;Weblog &quot; schon hatte?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Selbstverständlich.<br />
Sowohl ich als auch mein BILDblog-Kollege Stefan Niggemeier haben<br />
auch in der &quot;taz&quot;, der &quot;Süddeutschen&quot;,<br />
der &quot;FAZ&quot; oder &quot;Berliner Zeitung&quot; aufgeschrieben,<br />
wenn wir fanden, dass das so nicht geht, wie BILD sich eines Themas<br />
annimmt. Als wir uns allerdings entschlossen, uns systematischer<br />
und intensiver mit BILD zu beschäftigen, stellten wir fest,<br />
dass ein Blog dafür natürlich ideal ist!
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/chatschultheis4.jpg" height="240" width="300" />
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Viele Fragen kommen zu den Reaktionen<br />
von BILD auf das Bildblog. Hier einige:
</p>
<p>
<b>Peter:</b> Haben Sie Informationen, wie ernst BILD<br />
das BILDblog nimmt? Werden BILDblog-Beiträge in BILD-Redaktionsberatungen<br />
ausgewertet?
</p>
<p>
<b>putzi:</b> Die BILD hat ja vor kurzer Zeit wieder<br />
eine Korrekturspalte eingeführt &#8211; ein Erfolg, der auf BILDblog<br />
zurückzuführen ist?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> @Peter: Das ist etwas undurchsichtig.<br />
Außerdem ändert sich die &quot;offizielle&quot; Wahrnehmung<br />
von BILDblog.de durch BILD immer wieder. Mal sind wir ein &quot;Hobby&quot;,<br />
dann wieder ein ernst zu nehmendes, aber &quot;kommerzielles&quot;<br />
Angebot. Die &quot;Bild am Sonntag&quot; beachtet uns &quot;wohlwollend&quot;,<br />
bei BILD liegen wir &quot;unterhalb der Wahrnehmungsschwelle&quot;.<br />
Tatsache ist: Wir werden täglich bei BILD gelesen. Und angeblich<br />
bringen Redakteure auch schon mal BILDblog-Ausdrucke mit in die<br />
morgendliche Redaktionskonferenz. Aber so richtig wichtig ist uns<br />
das nicht, wie &quot;ernst&quot; uns BILD nimmt. Schließlich<br />
ist BILDblog nicht dazu da, BILD besser zu machen. DAS überlassen<br />
wir gern der BILD-Chefredaktion.
</p>
<p>
<b>Fred:</b> Wie finanziert sich der BILDblog?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Das war zu schnell, erst noch die Antwort<br />
zu putzi, Entschuldigung!
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> @putzi: Die Korrekturspalte<br />
ist kein Erfolg, sondern ein Deckmäntelchen. Ob es auf BILDblog<br />
zurückzuführen ist? Möglich. Aber schauen Sie sich<br />
doch mal an, was dort korrigiert wird: Das Alter von Dieter Bohlen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Jetzt zur Finanzierung, bitte.
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Okay. Nach wie vor ist es<br />
ein Mix aus &quot;Spenden&quot; (also Geld, das uns von Lesern einfach<br />
so geschenkt wird), Merchandise-Provisionen aus den BILDblog-Shops<br />
und Werbung. Die wird bei uns zur Zeit immer wichtiger. Ich hätte<br />
es mir vielleicht anders gewünscht. Aber wie es aussieht, kann<br />
uns Werbung tatsächlich am wahrscheinlichsten dauerhaft finanzieren.<br />
Und für alle, die keine Werbung mögen, haben wir einen<br />
Button &quot;Werbung ausblenden&quot;.
</p>
<p>
<b>heinz:</b> Ist es richtig, wenn ich annehme, dass<br />
Sie mit Ihrem Blog zur political correctness in Deutschland beitragen<br />
wollen? Wenn ja, ist es dann nicht auch die logische Konsequenz,<br />
dass Sie darauf achten, wer auf Ihrem Blog kommerzielle Anzeigen<br />
schaltet?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Political Correctness&#8230;<br />
Holla. Was die Werbeschaltungen anbelangt, haben wir dafür<br />
seit einiger Zeit einen professionellen Vermarkter. Der weiß<br />
im Grunde, was bei uns auf die Seite darf und was nicht. Im Einzelfall<br />
klären wir das schnell, was geht und was nicht.
</p>
<p>
<b>rantanplan:</b> Was ist eigentlich dein Lieblingsblog<br />
(außer Bildblog)?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> <a title="wirres" name="wirres"></a>Wirres.net. Bestens informiert,<br />
lustig, relevant und irrelevant. Und ein tolles Logo.
</p>
<p>
<b>Sarah:</b> BILDblog ist ein Medien-Watchblog und das<br />
erfolgreichste deutschsprachige Blog. Haben Blogs im politischen<br />
Diskurs vor allem Überwachungsfunktionen?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Nein. Ein Blog ist, was<br />
man daraus macht. Wer sich einfach nur via Blog mit seinen Freunden<br />
austauschen will: Warum nicht? Aber natürlich bieten Weblogs<br />
die Chance, ohne großen technischen und finanziellen Aufwand<br />
Öffentlichkeit herzustellen. Und natürlich ist es für<br />
uns zum Beispiel gut zu wissen, dass man mit einem Blog über<br />
Europas größte Tageszeitung aufklären kann.
</p>
<p>
<b>Timo Heuer:</b> Kann man sagen, wie viele (schwer<br />
wiegende) Fehler es durchschnittlich pro BILD-Ausgabe gibt?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Nein. Das hängt von<br />
der Tagesform der BILD-Redakteure ab &#8211; und natürlich von der<br />
Nachrichtenlage: Im Wahlkampf gab es für BILDblog leider mehr<br />
zu tun.
</p>
<p>
<b>questlove:</b> Wieso machen Sie nicht ein Gegenblatt<br />
zur BILD auf? Das könnte doch wirklichen Erfolg haben: Simple<br />
Inhalte vermitteln und alles etwas dramatisch dargestellt, dafür<br />
aber korrekt und richtig recherchiert! Das wäre doch eine Idee!
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Erstens: Zeitung ist &quot;old<br />
school&quot;. Zweitens: Eine Zeitung zu drucken, zu verkaufen, zu<br />
verteilen etc. ist sehr viel aufwändiger und teurer (!) als<br />
ein Weblog. Als wir anfingen, zahlten wir 3,50 Euro oder so pro<br />
Monat. Und inzwischen sind es, wegen der vielen Zugriffe, zwar ungefähr<br />
300 Euro. Aber das ist nichts im Vergleich zu den Herstellungskosten<br />
anderer &quot;klassischer&quot; Medien.
</p>
<p>
<b>Julia Sommerhäuser:</b> Herr Schultheis, was<br />
halten Sie von der in der Blogosphäre viel diskutierten Einteilung<br />
in A-List-, B-List- und C-List-Weblogs?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Kommt darauf an, nach welchen<br />
Kriterien da eingeteilt wird. Ich finde, dass sich unter den so<br />
genannten A-Bloggern in Deutschland tatsächlich eine Menge<br />
gute (manchmal auch relevante) Seiten finden. Und wenn plötzlich<br />
jemand Neues mit einem neuen Blog, einer guten Idee oder Ähnlichem<br />
auftaucht, hat er in der überschaubaren deutschen Blogger&quot;szene&quot;<br />
nach wie vor die Gelegenheit, binnen kurzer Zeit zum A-Blogger zu<br />
werden, wenn er will. Und sogar, wenn er nicht will.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Was den Chattern noch auf den Nägeln<br />
brennt, ist die fehlende Kommentarfunktion beim BILDblog:
</p>
<p>
<b>Falk:</b> Warum gibt es beim Bildblog keine Kommentarfunktion?<br />
Kommentieren ist doch das Schönste beim Bloggen.
</p>
<p>
<b>jovelstefan:</b> Es gibt ja keine Kommentare (ich<br />
schätze zu viel Arbeit). Würdet ihr einen extern geleiteten<br />
Kommentarblog unterstützen?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Ja, uns fehlt die Zeit dazu.<br />
(Mehr siehe unter www.bildblog.de/faq.html) Und es gibt ja schon<br />
das von BILDblog unabhängige BILDBlogForum. Wenn aber jemand<br />
meint, er/sie müsse ein von BILDblog unabhängiges Kommentarblog<br />
aufmachen, werden wir ihn/sie nicht hindern &#8211; höchstens warnen.
</p>
<p>
<b>Peter:</b> Wird BILDblog irgendwann die gröbsten<br />
BILD-Verfehlungen als Druckwerk veröffentlichen?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Es gibt da momentan keine<br />
konkreten Planungen. Aber vorstellbar ist das für uns &#8211; insbesondere,<br />
weil sich damit ja auch eine andere Leserschaft ansprechen ließe.
</p>
<p>
<b>Sarah:</b> Wie groß ist die Chance, dass ein<br />
(nicht journalistisch tätiger) BILD-Leser gleichzeitig BILDblog<br />
liest? Was wisst ihr über die Soziologie der BILDblog-Leserschaft?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Wir wissen nichts. Aber<br />
im Ernst: Wir haben bislang noch keine Leserforschung betrieben,<br />
aber wenn wir die einlaufenden Mails irgendwie als repräsentativ<br />
verstehen, ist unsere Leserschaft sehr vielschichtig. Sicherlich<br />
viele aus dem akademischen Bereich, viele aus der Medienbranche,<br />
viele BILD-Mitarbeiter, aber auch zum Beispiel Fußball-, „Harry<br />
Potter“-, &quot;KiIlerspiele&quot;-Fans, die uns &#8211; nachdem<br />
wir mal über BILD-Ungereimtheiten in Sachen Fußball,<br />
Harry Potter oder ähnlichem berichtet hatten &#8211; treu bleiben.<br />
Wie viele BILD-Leser BILDblog hat, ist noch schwerer zu beurteilen.<br />
Wer liest schon BILD und gibt es zu? Wahrscheinlich ist der Prozentsatz<br />
unter den BILDblog-Lesern eher gering. Aber die Auseinandersetzung<br />
mit dem BILD-Leser findet, wie uns Mails immer wieder bestätigen,<br />
quasi außerhalb von BILDblog.de im Alltag statt. Das ist uns<br />
wichtig: Dass wer auch immer mal wieder eine Pro/Contra-BILD-Diskussion<br />
führen muss, Argumente gegen eine unkritische BILD-Lektüre<br />
hat. Und wir haben bislang rund 2000.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Kommen wir langsam zum Ende, die Zeit<br />
ist schon fast um. Letzte Frage:
</p>
<p>
<b>daniel:</b> Was machen Sie, wenn die BILD in einer<br />
utopischen Zukunft ehrenhaft wird?
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Mich freuen und irgendetwas<br />
Neues!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> So, die Chatzeit ist leider schon vorbei.<br />
Das Transkript des Chats gibt es in Kürze auf www.politik-digital.de<br />
zum Nachlesen. Vielen Dank fürs Mitchatten! Ein Schlusswort<br />
vielleicht noch?
</p>
<p align="center">
<img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/ABlogs/chatschultheis3.jpg" height="240" width="300" />
</p>
<p>
<b>Christoph Schultheis:</b> Der Hagebuttentee war der<br />
beste, den ich seit langem getrunken haben!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Was folgt aus dem Bilderskandal? &#8211; Teil 1</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Nov 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bilderskandal in Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Foto]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              (Artikel) In der Diskussion um die "Schock-Bilder" deutscher Soldaten in Afghanistan werden die falschen Fragen gestellt, sagt Benjamin Drechsel. Jenseits von Skandalisierung oder Täter-sind-auch-Opfer-Sicht sollte ergründet werden, warum solche Bilder entstehen und welche Wirkung sie haben.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
                              <strong>(Artikel) In der Diskussion um die &#8220;Schock-Bilder&#8221; deutscher Soldaten in Afghanistan werden die falschen Fragen gestellt, sagt Benjamin Drechsel. Jenseits von Skandalisierung oder Täter-sind-auch-Opfer-Sicht sollte ergründet werden, warum solche Bilder entstehen und welche Wirkung sie haben.</strong><!--break--></p>
<p>Mittwoch, der 26. Oktober 2006, markiert eine Zäsur für Bundesrepublik und Bundeswehr, denn auch „wir“ gehören nun ganz augenscheinlich zu den Bösen dieser Welt. Zuerst die BILD-Zeitung, danach andere Massenmedien, haben uns seit diesem Tag reichlich „SCHOCK-FOTOS“ von deutschen Soldaten in Afghanistan präsentiert. Junge Männer zeigen sich darauf mit Totenschädeln, mal tendieren ihre Posen eher in Richtung Pornografie, mal in Richtung Machtfantasie. Es lohnt scheinbar kaum, näher darauf einzugehen, denn in der Öffentlichkeit herrscht ein breiter Konsens darüber, dass die Bilder als „Leichenschändung“ wahrgenommen und verurteilt werden sollten.</p>
<p>Die damit einhergehende Skandalisierung war so folgerichtig wie vorhersehbar: Zunächst gab sich die politische Elite des Landes „zutiefst entsetzt“, „angewidert“, „schockiert“ – die Wahl der durchaus angebrachten und notwendigen Allgemeinplätze war wenig überraschend. Ziel der Entrüstung waren damit die Fotografierten, wobei die Fotografen, mithin also die eigentlichen Bildschöpfer, erstaunlich selten thematisiert wurden. Das erklärt sich vor allem aus dem Medium und seinem öffentlichen Gebrauch: Denn auch im Zeitalter des digitalen Bildes eilt der Fotografie noch der Ruf des „Objektiven“ voraus, obwohl wir nun schon ziemlich lange wissen, dass ein Objektiv nicht objektiv ist.</p>
<p>In der zweiten, ebenso vorhersehbaren und unmittelbar anschließenden Umdrehung der Medienspirale kam dann jedenfalls zur Fotokritik die Fotokritik-Kritik hinzu: Insbesondere wurde dabei immer wieder die Bigotterie der BILD-Zeitung angeprangert, denn zunächst zirkulierten die Fotografien Bundeswehr-intern – öffentlich wurde die Leichenschändung erst durch die BILD-Zeitung. Und dies in einem expliziten Sinne, weil eine nur-schriftsprachliche Berichterstattung über die Spottbilder die Schändungen der Toten nicht millionenfach reproduziert hätte. Die Bilder tun jedoch genau dies. Das hat etwa die taz reflektiert, indem sie auf ihrer Titelseite vom Donnerstag (26. Oktober 2006) unter der anspielungsreichen Überschrift „<br />
                            <a href="http://www.taz.de/pt/2006/10/26.1/s1pdf.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">WIR SIND<br />
                            <strike>PAPST</strike> WIXER</a>“ einen Ausriss aus der Bild-Zeitung präsentierte – und nicht etwa nur eine entkontextualisierte Fotografie. Im übrigen setzten auch die Kollegen von der FAZ auf die Abbildungstechnik des Ausrisses – am gleichen Tag dokumentierte die Reproduktion dreier Schädel-Bilder samt der charakteristischen weißen Schlagzeile auf rotem Grund den großen Seite-3-Bericht. Gleichwohl entgehen damit weder die linke tageszeitung noch die klugen Köpfe vor und hinter der FAZ dem von der BILD-Zeitung in Gang gesetzten Teufelskreislauf der visuellen Leichenschändung. Was der Berliner Bildhistoriker Horst Bredekamp in Bezug auf terroristische Hinrichtungsvideos formuliert hat, gilt auch für die deutschen Afghanistanbilder: „Da der Zweck dieses Verbrechens im Betrachten seines Bildes liegt, bedeutet sein willentliches Ansehen Komplizenschaft.“ Mit anderen Worten: Die Reproduktion der Bilder (die es niemals ohne ihre BetrachterInnen gibt, weil Bilder nicht „an sich“ existieren, sondern immer nur in Köpfen) reproduziert auch die Leichenschändung.</p>
<p>Das Wechselspiel aus Bildkritik und Bildkritik-Kritik setzte sich fort. Mit jedem weiteren Deutungsversuch verloren die Skandalbilder viel von ihrer Eindeutigkeit und zeigten plötzlich (wiederum bereits in der taz vom 26. Oktober 2006) „schlecht ausgerüstete, ohnmächtige, ängstliche Männer“. So fragwürdig sie zunächst auch sein mag: Diese Umkehrung der Täter-Opfer-Perspektive bringt die wichtige Erkenntnis mit sich, dass die Totenschädelbilder vieldeutiger und komplexer sind, als man auf Grund ihrer schlichten Machart zunächst meinen sollte. Und darin steckt nun der Schlüssel zur Aufklärung des visuellen Verbrechens &#8211; allerdings leider nicht zu seiner Verhinderung: Denn nur über die Erkenntnis ihrer Vieldeutigkeit können wir die Oberfläche dieser visuellen Medienkonstrukte durchbrechen und versuchen, zu ihren allgemeineren kulturgeschichtlichen Bedeutungen vorzustoßen.</p>
<p class="fett">
                              <br />
                              <a href="bdrechsler_bilderskandal2_081106.shtml">Weiter zum zweiten Teil &gt;&gt;</a>
                            </p></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Was folgt aus dem Bilderskandal? &#8211; Teil 2</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/bilderskandal-in-afghanistan/netzkulturbdrechsler_bilderskandal2_081106-shtml-3090/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Nov 2006 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bilderskandal in Afghanistan]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Foto]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Skandal]]></category>
		<category><![CDATA[Bild-Zeitung]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[
                              (Artikel) In der Diskussion um die "Schock-Bilder" deutscher Soldaten in Afghanistan werden die falschen Fragen gestellt, sagt Benjamin Drechsel. Jenseits von Skandalisierung oder Täter-sind-auch-Opfer-Sicht sollte ergründet werden, warum solche Bilder entstehen und welche Wirkung sie haben.
                            ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="fett">
                              (Artikel) In der Diskussion um die &#8220;Schock-Bilder&#8221; deutscher Soldaten in Afghanistan werden die falschen Fragen gestellt, sagt Benjamin Drechsel. Jenseits von Skandalisierung oder Täter-sind-auch-Opfer-Sicht sollte ergründet werden, warum solche Bilder entstehen und welche Wirkung sie haben.
                            </p>
<p><!--break--></p>
<p>Um es zunächst noch einmal zu betonen: Die abgebildeten Posen und Handlungen sind abscheulich und ekelhaft. Mit den Veröffentlichungen in der BILD-Zeitung wurden Skandalisierung der Bilder und öffentlicher Diskurs dazu unausweichlich. Die maßgeblichen deutschen PolitikerInnen haben richtig gehandelt, indem sie die Fotos zunächst eindeutig verurteilten. Damit haben Sie, so gut sie es eben konnten, Distanz zwischen „uns Deutsche“ und diese „anderen Deutschen“ dort auf den Bildern gebracht. Mehr aber auch nicht.</p>
<p>Erst mit der kritischen Infragestellung der oberflächlichen Eindeutigkeit dieser Bilder kann der Blick auf „unsere Beteiligung“ an dem Verbrechen, das eben nicht nur die abgebildeten Taten und Posen, sondern insbesondere auch die „Bilder-als-solche“ (und ihre Veröffentlichung) sind, gewagt werden. Anders gesagt: Wenn wir denn nun mal mit drin hängen, ohne es je gewollt zu haben, wüssten wir dann zumindest gern, um welche Art von Verbrechen es sich eigentlich handelt. Nur so können wir die künftig dringend benötigten Gegenmechanismen entwickeln.</p>
<p>Insofern wäre es also wichtig, Fragen zu stellen (so wie etwa<br />
                            <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23837/1.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christian Gapp</a> am 26. Oktober 2006), statt immer nur ExpertIn zu spielen und schablonenhafte Antworten zu geben. Denn ein Bild sagt zunächst einmal keineswegs „mehr als tausend Worte“, sondern schlicht und einfach: gar nichts. Es sind nämlich die Kontexte, die für Bildbedeutungen sorgen. Kein Bild ist an sich ein „Schock-Foto“, nur weil das irgendjemand (und sei es die meinungsmächtige BILD-Zeitung) behauptet, sondern nur dann, wenn es auch wirklich jemanden schockiert. Insofern ist die Rede von „Spottbildern“ vielleicht ehrlicher, denn als Spott sind die Afghanistanfotos inszeniert und rezipiert worden – einen öffentlichen Schock dürften Sie nach dem, was wir etwa aus Abu Ghraib zu sehen bekommen hatten, wohl eher nicht mehr ausgelöst haben. Viel entscheidender als ein wirklicher Schock war für die politische Abwehrreaktion gegen die Bilder die aus ihrer Veröffentlichung folgende Angst vor islamistischen Attacken in Deutschland bzw. auf Deutsche – dafür spricht ja auch die ebenso verständliche wie absurde Debatte um die Frage, ob es sich nun um Totenschädel von Moslems oder von Angehörigen anderer Religionen handele. Auch dies ist übrigens wieder eine Frage, zur der die „Bilder-als-solche“ schweigen. Sie lässt sich nur über die Rekonstruktion ihrer Kontexte beantworten.</p>
<p>Weil Bildbedeutungen also aus historischen Kontexten erwachsen, ist es besonders interessant, zu welchem Zweck die Totenschädelfotos aufgenommen wurden und bei welcher Gelegenheit. Eine zentrale Frage müsste also lauten: Warum sind diese deutschen Spottbilder in Afghanistan entstanden? Was haben sich die beteiligten Soldaten davon versprochen? Welcher sozialen Choreographie folgte ihre Inszenierung? Solange wir darüber so wenig wissen, müssen wir uns mit der Analyse der visuellen Traditionen behelfen, auf denen die „Schockfotos“ aus Afghanistan aufbauen: Eine bildpsychologische Spur führt dabei von den jüngsten Spottbildern gerade nicht zu den Folterfotos von Abu Ghraib, weil dort nämlich nicht Tote visuell verspottet, sondern Lebende gequält wurden (wobei eine Gemeinsamkeit möglicherweise in der anti-islamischen politischen Symbolik der Bilder besteht). Diese Fährte führt stattdessen beispielsweise hin zu solchen Wehrmachtsfotografien aus dem Zweiten Weltkrieg, die als Trophäen getöteter Feinde und damit als Amulette gegen den eigenen Tod fungierten.<br />
                            <a href="http://www.kunsttexte.de/download/poli/hoffmann-curtius.PDF" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kathrin Hoffmann-Curtius</a> hat in diesem Zusammenhang „das unheimliche Begehren von Soldaten nach Bildern des hingerichteten Feindes“ beschrieben. Dass es sich bei solchen bildmagischen Leichenschändungen keineswegs um ein spezifisch deutsches Phänomen handelt, zeigt die 1943 erstmals veröffentlichte Fotografie eines abgerissenen japanischen Soldatenkopfes von Ralph Morse, der durch US-Soldaten auf einem japanischen Panzer angebracht worden war. Ganz anders, als man zunächst meinen sollte, mach(t)en solche Bildinszenierungen neben der „Verrohung“ (so der Flensburger Historiker Gerhard Paul) auch die Angst ihrer UrheberInnen sichtbar. Auch im scheinbar so selbstsicheren Spiel des Bundeswehrsoldaten mit den Leichenteilen maskiert sich letztlich nur dessen unsägliche Furcht vor der eigenen Vergänglichkeit. Sie soll durch die Verspottung des Todessymbols, das jeder Totenschädel immer auch ist, bildmagisch gebannt werden. Das macht die Leichenschändung moralisch zwar nicht weniger verwerflich, führt aber wenigstens zum Verständnis ihrer Ursachen – und damit, das wäre zumindest die aufklärerische Hoffnung, die sich in diesem Fall allerdings kaum erfüllen dürfte, vielleicht auch zu deren Beseitigung.</p>
<p>Damit wären wir schließlich wieder bei der taz angelegt, die auf den skandalisierten Bildern aus Afghanistan vornehmlich „schlecht ausgerüstete, ohnmächtige, ängstliche Männer“ erkennen wollte. Zwar ist dies natürlich nur die erste von vielen weiteren Bedeutungsschichten, die eine sorgfältige (und vor allem auch historisch fundierte) Analyse hier herausarbeiten kann und muss. Genau darin aber wird die Arbeit der nächsten Zeit bestehen, wenn wir aus den visuellen Leichenschändungen unserer Landsleute eine klügere und tiefere Lehre ziehen wollen als den kurzfristigen moralischen „Schock“, den uns die BILD-Zeitung dieser Tage aufgezwungen hat.<br />
                            </p>
<p class="fett">
                              <a href="bdrechsler_bilderskandal1_081106.shtml">&lt;&lt; Zurück zum ersten Teil</a></p>
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