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	<title>Bill Clinton &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Bill Clinton &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Links, zwo, drei, vier (KW 36)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rita Schmidt]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 12:11:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Google-CEO preist seinen Konzern,  Constanze Kurz fordert bessere Datenschutzgesetze, Bill Clinton diskutiert auf Youtube und die EU-Kommision startet Online-Umfrage – eine Woche Netzwelt in der Linkliste.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Google-CEO preist seinen Konzern,  Constanze Kurz fordert bessere Datenschutzgesetze, Bill Clinton diskutiert auf Youtube und die EU-Kommision startet Online-Umfrage – eine Woche Netzwelt in der Linkliste.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
<a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-09/google-schmidt-goggles?page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Schmidt: Wer Google-Dienste nutze, habe kein Interesse an Privatsphäre</b></a> 
</p>
<p>
Zum Ende der Internationalen Funkaustellung (IFA) am 7. September stattete Google-CEO Eric Schmidt der internationalen Technik-Messe einen Besuch ab. In einer <a href="http://www.promeas.com/ifa-tv/webcasts2010/keynote5/index.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rede</a> verteidigte er das zuletzt stark umstrittene Projekt Google Street View und die Gesichtserkennungs-Software Goggles. Die Entwicklungen würden sich so oder so nicht aufhalten lassen, zitiert ihn <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-09/google-schmidt-goggles?page=1" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zeit Online</a>. In einem <a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~EC3B9160F1769409F8B6D7FF4BD4E76DD~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit Faz.Net</a> äußert sich der Google-Chef außerdem zu den Vorwürfen gegen Google in Sachen Netzneutralität.
</p>
<p>
<a href="http://www.freitag.de/politik/1036-das-internet-ist-gar-nicht-so-global" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>„Gesetze für Datenschutz-Standards“</b></a>
</p>
<p>
Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs und Sachverständige der Linksfraktion in der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“, spricht in einem <a href="http://www.freitag.de/politik/1036-das-internet-ist-gar-nicht-so-global" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit dem Freitag</a> über ihre netzpolitischen Hoffnungen. Themen sind u.a. das wachsende Problembewusstsein in der Bevölkerung beim Thema Datenschutz, die Freiheit-statt-Angst Demos und die Gründe für vernetzte nationale statt europaweite Gesetzesinitiativen.
</p>
<p>
<a href="http://www.youtube.com/citizentube" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>Bill Clinton übt Gov 2.0</b></a></p>
<p>Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat auf Youtube einen eigenen Kanal für Bürgerfragen eingerichtet. Für seine Konferenz <a href="http://www.clintonglobalinitiative.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Clinton Global Initiative“</a> (20.-23. September 2010) können Bürger bis zum 13. September über den <a href="http://www.youtube.com/citizentube" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Youtube-Kanal</a> Video- oder Textfragen zu globalen Entwicklungen und neuen Technologien stellen. In einem Video-Chat am 20. September will Clinton dann die Fragen mit den meisten Stimmen beantworten.
</p>
<p>
<a href="http://futurezone.orf.at/stories/1660835/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>EU-Kommission ruft zur e-Konsultation auf</b></a> 
</p>
<p>
Am 9. September 2010 startete die <a href="http://ec.europa.eu/information_society/digital-agenda/index_de.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Digitale Agenda“</a> der Europäischen Kommission eine Online-Konsultation zum Thema Open Data. In einer <a href="http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/10/1103&amp;format=HTML&amp;aged=0&amp;language=DE&amp;guiLanguage=en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mitteilung</a> ruft die Kommission „alle interessierten Parteien“ dazu auf, Vorschläge zu Wiederverwendungsmöglichkeiten von öffentlichen Daten einzureichen. Die Beiträge würden nach der Konsultation in die Überprüfung der <a href="http://ec.europa.eu/information_society/policy/psi/actions_eu/policy_actions/index_en.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">“Public Sector Information“-Richtlinie</a> einfließen. Einen Beitrag posten kann man <a href="http://ec.europa.eu/yourvoice/ipm/forms/dispatch?form=psidirective2010" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>US-Wahlkampf wird eine Schlammschlacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Feb 2004 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
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					<description><![CDATA[<b>Tom Buhrow <!-- #EndEditable --> 
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.02.2004</b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Tom Buhrow <!-- #EndEditable --><br />
im tacheles.02-Chat am <!-- #BeginEditable "chat_datum" -->03.02.2004</b><!--break--><b><!-- #EndEditable --><br />
</b><br />
<!-- #BeginEditable "chat" --> </p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Chat-Interessierte, herzlich willkommen im<br />
tacheles.02-Chat. Die Chat-Reihe tacheles.02 ist ein Format von tagesschau.de<br />
und politik-digital.de und wird unterstützt von tagesspiegel.de<br />
und von sueddeutsche.de. Heute sind wir mit Tom Buhrow verabredet, dem<br />
ARD-Fernseh-Korrespondent in Washington.
</p>
<p>
<b><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/tbuhrow.jpg" align="left" height="119" width="84" />Moderator:</b><br />
Können wir beginnen, Herr Buhrow?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ja, bin da!
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ok, die erste Frage:
</p>
<p>
<b>barabar:</b> Ist die Wahlkampfdiskussion über die militärische<br />
Vergangenheit der beiden Kontrahenten nicht sonderbar? Sprich: auf der<br />
einen Seite der große Vietnam-Veteran und vaterländische<br />
Held Kerry, der Kriege jetzt natürlich doof findet, und auf der<br />
anderen Seite das drückebergerische Weichei Bush, der Kriege gerne<br />
anzettelt? Wie passt das zusammen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Eins muss man wissen: Amerika ist sehr patriotisch.<br />
Das Militär spielt hier eine größere Rolle als bei uns,<br />
gerade jetzt, wo man offen sagt, wir befinden uns im Krieg (gegen den<br />
Terror), ist es wichtig, auf dem Gebiet &quot;nationale Sicherheit&quot;<br />
keine Schwäche zu zeigen. Da die Demokraten immer etwas unter dem<br />
Verdacht stehen, sie seien, salopp gesagt &quot;liberale Weicheier&quot;<br />
&#8211; in den Augen der Republikaner, natürlich &#8211; ist es wichtig, dass<br />
die einen Kandidaten haben, der sagen kann: Ich habe für mein Land<br />
das Leben riskiert. Bush, Cheney und Rumsfeld, die nie selbst in Kampfhandlungen<br />
waren, werden von ihren Gegnern übrigens als &quot;chicken hawks&quot;<br />
verspottet, das heißt frei übersetzt: Feiglings-Falken.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bleiben wir bei den Demokraten, sechs Wochen nach<br />
Beginn der Vorwahlen der Demokraten steht fest: John Kerry wird Präsident<br />
George W. Bush am 2. November herausfordern. Wie genau geht es jetzt<br />
bei den Demokraten weiter? Und wozu gibt’s eigentlich noch den<br />
demokratischen Nominierungs-Parteitag im Sommer?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Gute Frage, also die nächste Frage ist: Wen<br />
sucht sich Kerry als Partner für das Amt des Vizepräsidenten<br />
aus? Könnte gut Edwards sein. Der kommt aus den Südstaaten<br />
und da dominieren die Republikaner. Edwards könnte also da Stimmen<br />
holen, wo sonst für Demokraten nicht viel zu holen ist. Noch was:<br />
Die Vorwahlen gehen wie geplant weiter, auch wenn es keinen Gegenkandidaten<br />
mehr gibt, aber die stehen jetzt mehr unter dem Vorzeichen: Partei hinter<br />
sich einigen und natürlich: Geld sammeln, die Kriegskasse von Kerry<br />
ist leer. Bush hat dagegen über 100 Millionen Dollar. Zum Parteitag:<br />
Das sind die großen Jubelveranstaltungen, auf denen man die Schlagzeilen<br />
dominiert, inhaltlich nicht zu vergleichen mit unseren Parteitagen,<br />
auf denen es ja um Programmliches geht.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wieso ist die Kriegskasse von Kerry leer? Woher wissen<br />
Sie das?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er hat noch 3 Millionen Dollar. Die Wahlkampfgesetze<br />
sind hier sehr streng. Das heißt, man muss alles offen legen.<br />
Jeder Kandidat muss Einnahmen und Ausgaben der Wahlaufsichtsbehörde<br />
melden, und zwar auf Heller und Pfennig. Jeder einzelne Spender ist<br />
auf der Webseite dieser Behörde aufgeführt mit Namen, Adresse,<br />
Beruf und dem gespendeten Betrag. Stellen Sie sich das mal in Deutschland<br />
vor. Schauen sie sich das ruhig mal an. Es ist die Federal Election<br />
Commission, die Website <a href="http://www.fec.gov/">http://www.fec.gov/</a>.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> US-Präsident Bush hat Kerry zur faktischen Kandidatur<br />
gratuliert und sich einen spannenden Wahlkampf gewünscht. Wie wird<br />
der genau aussehen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Blutig, d.h. Schlammschlacht. Es wird sehr persönlich<br />
werden. Es wird gehen um: pro oder contra Bush. Die Basis von beiden<br />
Parteien ist motiviert. Viele eingefleischte Demokraten hassen Bush,<br />
die Rechten lieben ihn. Frage: Wie wird in der Mitte abgestimmt? Noch<br />
was Interessantes: Die Schlacht wird in einigen &quot;Swing&quot;-Staaten<br />
geschlagen, hauptsächlich im Mittelwesten. Dort werden die Strategen<br />
beider Seiten konzentriert ihr Geld ausgeben und die Wähler bearbeiten.<br />
Bush fängt ab morgen mit Werbespots genau in diesen Bundesstaaten<br />
an.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zwei Fragen zum Kandidaten Kerry:
</p>
<p>
<b>KlausM.:</b> Ist Kerry ein guter Gegner für Bush oder wäre<br />
Edwards oder Dean besser für Bush gewesen?
</p>
<p>
<b>Kalle:</b> Wie wirkt Kerry? Locker und gelöst oder angespannt?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Dean hätte wahrscheinlich kaum Chancen gehabt.<br />
Die Republikaner hätten versucht, ihn als linksradikal und gefährlich<br />
darzustellen. Edwards ist sympathisch und charismatisch, aber hat zuwenig<br />
politische Erfahrung. Kerry selbst ist kein lockerer Typ. Er ist etwas<br />
hölzern und akademisch, aber er wirkt glaubwürdig, auch wegen<br />
seines Militärdienstes (s.o.). Sein Problem: Sein Abstimmungsverhalten<br />
ist widersprüchlich gewesen im Senat. Er stimmte gegen den ersten<br />
Golfkrieg, für den letzten, ist jetzt rückblickend aber wieder<br />
dagegen. Das wird ihm noch um die Ohren gehauen.
</p>
<p>
<b>testu:</b> Welche &quot;schwarzen Flecken&quot; hat Kerrys Weste?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Hauptsächlich sein Abstimmungsverhalten. Es<br />
gab vor einigen Wochen ein Gerücht über eine Affäre,<br />
das wurde aber schnell beigelegt. Dann: Als er aus dem Vietnam Krieg<br />
zurückkam, protestierte er gegen den Krieg. Wird ihm sicherlich<br />
vorgeworfen werden. Noch was: Er wirft Bush vor, zuviel Spenden von<br />
der Industrie zu nehmen, aber er selbst hat auch Geld von Firmen genommen,<br />
um seine Senatswahlkämpfe zu finanzieren. Das ist nicht illegal,<br />
aber man wird ihm Heuchelei vorwerfen.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Reicht &quot;Anyone but Bush&quot; als Begründung,<br />
um Kerry zu wählen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Auf dem linken Flügel der Demokraten: Ja. Aber<br />
die Frage ist, was denkt man in der Mitte, wenn man Kerry und Bush vergleicht?<br />
Vergessen wir nicht: Es ist schwer, einen amtierenden Präsidenten<br />
abzuwählen.
</p>
<p>
<b>deaner:</b> Welche Rolle spielt die Ehefrau von Kerry im Wahlkampf?<br />
Eher Doris Schröder-Köpf oder Karin Stoiber, die stille Frau<br />
an der Seite?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Sie ist eine sehr interessante Person. In Afrika<br />
aufgewachsen, portugiesischer Hintergrund, traf den ersten Mann in Genf,<br />
keine typische First Lady, falls sie es würde. Ihr erster Mann<br />
war der Besitzer von Heinz Ketchup. Sie erbte nach dessen Tod das Imperium.<br />
Sie ist interessant , intelligent, sagt ihre Meinung, was natürlich<br />
gefährlich sein kann. Manager von Wahlkämpfen wollen lieber<br />
risikolose Kandidatenfrauen.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Hat Kerry eigentlich Kinder und einen Hund?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er hat mehrere Töchter. Hund weiß ich<br />
nicht. Eine Tochter studiert Medizin, half jetzt aber bei der Kampagne<br />
aus. Teresa Heinz-Kerry hat 3 Söhne, die sind jetzt eine harmonische<br />
Patchwork Familie, wie man hört.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zu den harten Fakten des Kampagnen-Lebens: Was macht<br />
Kerry jetzt, da er nicht mehr jeden Dienstag automatisch in den Nachrichten<br />
landet?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Genau um weiter in den Schlagzeilen zu bleiben,<br />
werden weiterhin die Vorwahlen wie geplant stattfinden. Er muss jetzt<br />
vor allem Geld sammeln.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> John Kerry ist in den letzten Wochen noch mehr gehypt<br />
worden als zuvor sein innerparteilicher Rivale Howard Dean. Von Dean<br />
spricht heute kaum noch jemand. Bis November kann viel passieren &#8211; wie<br />
kann Kerry sich davor schützen, wie Dean abzustürzen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Kerry hat richtige Stimmen bekommen. Dean hatte<br />
nur Umfragen. Übrigens: In seinem Heimatstaat hat Dean gestern<br />
die Vorwahl gewonnen &#8211; in Vermont &#8211; obwohl er gar nicht mehr kandidierte.<br />
Was Kerry angeht: Er wird die Partei hinter sich sammeln und alle die<br />
Bush loswerden wollen, müssen ihn jetzt unterstützen. Alternative:<br />
Vier weitere Jahre Bush. Also: Selbst wer lieber Dean gehabt hätte,<br />
unterstützt jetzt Kerry.
</p>
<p>
<b>Manu:</b> Wie steht Kerry zu Themen wie Kyoto-Protokoll und Internationaler<br />
Strafgerichtshof, etc?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Er sagt, er wolle Amerika wieder in das Konzert<br />
der Welt eingliedern und wirft Bush vor, er habe Amerika isoliert. Er<br />
hat auch ein paar Umweltideen: Er will Amerika vom Öl unabhängiger<br />
machen, Energiesparsamkeit propagieren etc. Aber Vorsicht: Auch wenn<br />
er Kyoto unterschriebe (nicht sicher), im Kongress bekäme das keine<br />
Mehrheit.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Vor vier Jahren haben einige Demokraten die Grüne<br />
Partei angefeindet, weil deren Kandidat Ralph Nader Al Gores Sieg verhindert<br />
habe. Wie gefährlich kann der mittlerweile unabhängige Bewerber<br />
Nader den Demokraten in diesem Jahr noch werden?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Wenn es sehr knapp wird, natürlich schon gefährlich,<br />
aber diesmal weiß die Linke: Wenn zu viele Stimmen an Nader gehen,<br />
dann haben sie wieder Bush.
</p>
<p>
<b>Cali:</b> Wird die von Bush angekündigte neue Raumfahrtstrategie<br />
eine Rolle für die Wähler spielen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Raumfahrtrede hat nicht die große Begeisterung<br />
ausgelöst. Zwar fand eine Mehrheit die Idee klasse, aber sie finden<br />
gar nicht klasse, dass man dafür so viel Geld ausgeben soll, wo<br />
es doch daheim genug Probleme gibt und das Geld lieber im Alltag gebraucht<br />
werden sollte.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Welche Rolle spielt die Religion? Bush setzt sehr auf<br />
die Hardcore-Gläubigen.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ein wichtiger Punkt, Religion spielt hier eine große<br />
Rolle. Ein Atheist hätte keine Chance. Ich erinnere an den Riesenerfolg<br />
des Films Passion, gerade in diesen Tagen. Bush hat die sogenannte &quot;Religiöse<br />
Rechte&quot; auf seiner Seite. Seine Initiative, die gleichgeschlechtlichen<br />
Ehen durch einen Verfassungszusatz zu verbieten, zielt genau auf diese<br />
Wählergruppe. Kerry wird sich auf jeden Fall als ebenfalls gläubiger<br />
Christ darstellen und versuchen, Bush das Monopol auf Religiosität<br />
streitig zu machen.
</p>
<p>
<b>benutzer:</b> Befürwortet Kerry die Todesstrafe?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Gebe zu: Ist mir nicht geläufig. Sein Heimatstaat,<br />
Massachussets hat sie meines Wissens nicht. Aber wenn er darauf angesprochen<br />
wird, hat er keine Wahl: Er müsste sagen, dass er sie befürwortet,<br />
sonst wäre er erledigt. Erinnern wir uns: Clinton flog mitten im<br />
Wahlkampf 1992 zurück nach Arkansas, um dort als Gouverneur ein<br />
Todesurteil zu unterschreiben . Signal: ich bin kein Weichei, ich bin<br />
ein &quot;New Democrat&quot;, wie es damals hieß.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zum Todfeind Nr.1:
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wenn Osama bin Laden gefasst wird, hat Kerry doch keine<br />
Chance mehr, oder?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> So was könnte aber auch verpuffen, siehe Saddam<br />
Hussein. War ein Riesenerfolg für Bush, dann kamen die Demokraten<br />
groß in die Schlagzeilen. Der eigene Waffeninspektor sagt: Es<br />
gab keine Massenvernichtungswaffen und wir werden auch keine mehr finden.<br />
Was folgten, waren zwei schlechte Wochen für Bush und Hussein war<br />
erst mal wieder vergessen. Aber es stimmt: Es wäre ein Riesenerfolg.<br />
Inwieweit wahlentscheidend, hinge sicher auch vom Zeitpunkt ab.
</p>
<p>
<b>Dr. Kampulus:</b> Religion, Raumfahrt, militärische Karriere,<br />
Irakpolitik &#8211; stimmt die alte Wahrheit &quot;it&#8217;s the economy, stupid&quot;<br />
nicht mehr? Sollte Kerry nicht Wirtschaftsstrategien predigen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Letztenendes ist die Wirtschaft immer wahlentscheidend,<br />
wenn sie gut oder schlecht genug läuft. Im Augenblick wächst<br />
die Wirtschaft, in den letzten zwei Quartalen sogar deutlich. Aber es<br />
hat sich auf dem Arbeitsmarkt noch nicht ausreichend bemerkt gemacht.<br />
Also ist die Frage: Gibt es bis zum Herbst das Gefühl eines Aufschwungs<br />
oder nicht? Wenn kein weiterer Anschlag erfolgt, wird man sich sicher<br />
fühlen und die Wirtschaft wird großes Gewicht haben. Gibt<br />
es einen Anschlag in den USA, wird das Thema Sicherheit wieder beherrschend<br />
sein. Im Irak sieht es so aus, als ob die Regierung alles tut, um den<br />
Anschein einer Stabilisierung zu erwecken. Machtübergabe im Sommer<br />
nach Wahlen, wie auch immer die aussehen.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Wie ist Kerrys Verhältnis zur CIA?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Geheimdienste gelten hier nicht als grundsätzlich<br />
verdächtig. Kerry ist aber kritisch nach den letzten Pannen bei<br />
der Auswertung von Infos über das Bedrohungspotential des Irak.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Dann weiter zur 4. Gewalt: Keine andere Demokratie<br />
der Erde wird so sehr vom Fernsehen aus regiert. Welche Rolle spielen<br />
die US-Networks im Wahlkampf? Stehen sie – wie Teile der Presse<br />
oder des Rundfunks – eindeutig auf der einen oder anderen Seite?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die großen Networks versuchen peinlich, sich<br />
nicht zu einer Seite zu bekennen. Anders bei FOX von Rupert Murdoch,<br />
deren Slogan ist zwar &quot;fair and balanced&quot; (fair und ausgewogen),<br />
aber die sind unverblümt im Bush Lager. Es gibt noch nichts Entsprechendes<br />
auf der Linken Seite.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Bush ist wegen diverser Lügen im Zusammenhang<br />
mit dem Irak-Krieg in der Defensive. Analysten betonen aber immer wieder,<br />
dass Bush seinen Wahlkampf noch gar nicht begonnen hat und verweisen<br />
auf das viele Geld, das Bush dafür zur Verfügung hat. Kann<br />
Bush sich aus der Glaubwürdigkeitskrise seiner Regierung freikaufen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die Frage ist zwar zugespitzt, aber natürlich<br />
nutzt die beste Botschaft nichts, wenn man kein Geld hat, sie an den<br />
Mann bzw. die Frau zu bringen. Alle sind sich einig: Wenn Bush mit einem<br />
Flächenbombardement von Werbespots anfängt, wird das Wirkung<br />
haben. Ich habe noch einen Aspekt: Interesse?
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ja.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Also dann: Als Clinton 1996 um die Wiederwahl kämpfte,<br />
da hatte er viel Geld in der Kasse und er hat es so eingesetzt: Er hat<br />
gegen Bob Dole noch vor den Parteitagen sehr viel Geld für Werbung<br />
ausgegeben und damit zwei Dinge erreicht: Erstens &#8211; er hat die Themen<br />
gesetzt. Zweitens &#8211; er hat Dole definiert, ihm ein negatives gleich<br />
altes Image verpasst, bevor der selbst eine Chance hatte, sich den Wählern<br />
vorzustellen. Das wollen die Bush Leute jetzt auch so machen. Also Themen<br />
setzten und Kerry ein Image verpassen, bevor der selbst sich vorstellen<br />
kann. Deshalb &#8211; siehe oben: Geld sammeln, Geld sammeln, Geld sammeln,<br />
dass ist für Kerry jetzt Priorität Nr. eins.
</p>
<p>
<b>Lucie:</b> Welche Bedeutung haben die Wahlkampfmanager? Kerry hat<br />
seine ja von Kennedy geerbt.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Richtig, Kerry und Kennedy sind beide aus Massachussets.<br />
Also die Rolle der Manager ist immens. Letztlich hat natürlich<br />
die Persönlichkeit des Kandidaten den Ausschlag, aber die Manager<br />
beraten, welches Thema die Wähler interessiert, welche Schwachstelle<br />
der Gegner hat etc. &#8211; wieder mal Clinton: Wisst ihr noch, als Hillary<br />
erst angepriesen wurde als aktive First Lady und dann nach der negative<br />
Presse in der Wahl 1996 mit neuem diskreteren Image auftrat? So läuft<br />
das.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Zur Wahl am 2.11.:
</p>
<p>
<b>Radiomen:</b> Hat man inzwischen vorgesorgt, dass es bei der Wahl<br />
im November keine Pannen mehr gibt?
</p>
<p>
<b>lifestyler:</b> Wissen Sie, ob es dieses Jahr genauere Wahlmaschinen<br />
geben wird und auch keine dubiosen Wahlberechtigungsentzüge? Es<br />
könnte zwischen Kerry und Bush ja knapp werden.
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Einige Dinge sind immer noch etwas besorgniserregend.<br />
Es gab Artikel darüber, was inzwischen behoben ist, was noch nicht.<br />
Aber es gibt einen enormen Druck, dass alle Walkreise bis November ordentlich<br />
mit sicheren Maschinen ausgestattet sind.
</p>
<p>
<b>Bean:</b> Bushs Verfassungsvorschlag zur Homoehe, wie beeinträchtig<br />
das seine Chancen und wie steht Kerry dazu?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Das war ganz klar Bushs Geschenk an die rechte Basis,<br />
aber es motiviert auch die Gegenseite. Ist noch nicht klar, wie Nutzen<br />
und Schaden sich die Waage halten, wenn der Kongress jetzt darüber<br />
wirklich debattiert und das Thema lange im Kongress Thema ist, dann<br />
hätte er ein Thema gesetzt. Aber Kerry wird sagen, dass ist ein<br />
weiterer Beweis dafür, dass Bush ein &quot;Spalter&quot; ist und<br />
kein „Versöhner&quot;.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Medien/Movies:
</p>
<p>
<b>Cali:</b> Vielleicht noch dazu: wie wird Hollywood wählen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Die sind wieder ziemlich im Demokratischen Lager.<br />
Vor allem was Wahlkampfspenden angeht. Allerdings gibt es neue Obergrenzen:<br />
2000 Dollar pro Person. Das heißt, die großen privaten Spenden<br />
sind diesmal gedeckelt.
</p>
<p>
<b>Radiomen:</b> Welchen Effekt könnte ein Präsident Kerry<br />
auf das deutsch-amerikanische Verhältnis haben?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Sie wissen es vermutlich besser als ich. In Deutschland<br />
würde das amerikanische Image wohl deutlich besser. Umgekehrt würde<br />
Kerry sicher auf Europa und die UNO zugehen, aber er dürfte auch<br />
nicht zu weich erscheinen. Noch was: Der Kalte Krieg ist vorbei und<br />
dieser Umstand führt zu Veränderungen, mit denen jede Regierung<br />
zu tun hätte.
</p>
<p>
<b>kennedie:</b> Stimmt es, dass die USA politisch so tiefgehend gespalten<br />
sind wie noch nie?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Das hat man schon vor vier Jahren gesagt. Man nannte<br />
es die 50:50 Nation. Ich merke allerdings wirklich einen rechthaberischen<br />
Ton in der Debatte, der mich sonst eher an Deutschland erinnert. Wir<br />
werden ja schnell pampig und meinen oft, Recht haben sei alles. Früher<br />
ging es hier eher um den höflichen Austausch von Meinungen, aber<br />
jetzt klingt es irgendwie gereizter, es ist ja auch ernster geworden.
</p>
<p>
<b>Aluas:</b> Inwieweit könne die anderen ausgestiegenen Nominierten<br />
Kerry in seinen Kampagnen unterstützen und tun sie dieses überhaupt?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Tun sie alle. Dean hatte gesagt: Er unterstütze,<br />
wer auch immer die Kandidatur bekomme und Edwards hat gerade gesagt<br />
(vor knapp 2 Stunden): Er unterstütze Kerry.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Ein Blick in die Kristallkugel:
</p>
<p>
<b>TSoul:</b> Wer wird die Wahl gewinnen?
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Ich wage keine Prognosen. Bush ist schlagbar. Das<br />
war vor einem halben Jahr noch nicht der Fall. Es wird also mindestens<br />
kein langweiliges Jahr. Mehr wage ich nicht zu sagen. Von dem her, was<br />
bisher bekannt ist, hat Bush immer noch gut Chancen. Nur weil jetzt<br />
die Kritik der Demokraten in den Schlagzeilen ist, heißt das noch<br />
nicht, dass er in der Bredouille ist. Aber er muss kämpfen, mehr<br />
als er und seine Partei dachten. Ich danke euch / ihnen sehr für<br />
das Interesse. Wir werden weiter versuchen, gut von hier zu informieren.<br />
Was hier passiert, betrifft ja nicht nur Amerika, sondern auch den Rest<br />
der Welt. Alles Gute und bis bald wieder im ARD-Programm.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Liebe Politik-Interessierte, vielen Dank für<br />
das Interesse und die zahlreichen Fragen. Herzlichen Dank, Herr Buhrow,<br />
dass Sie sich die Zeit genommen haben. Das Transkript dieses Chats finden<br />
Sie wie alle anderen auch auf den Seiten der Veranstalter. Der nächste<br />
Chat findet übrigens am Montag, 8. März ab dreizehn Uhr statt.<br />
Chat-Gast am offiziellen Tag der Frau ist dann Barbara Lochbihler, Generalsekretärin<br />
von amnesty international. Das tacheles.02-Team wünscht noch einen<br />
schönen Abend!
</p>
<p>
<b>Tom Buhrow:</b> Herzlichst Ihr Tom Buhrow!</p>
<p><!-- #EndEditable --> </p>
<p>
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Das Netz, der Ermittler, der Präsident und seine Praktikantin</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/das_netz_der_ermittler_der_praesident_und_seine_praktikantin-717/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Bieber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kenneth Starr]]></category>
		<category><![CDATA[Lewinsky-Affäre]]></category>
		<category><![CDATA[Monica Lewinsky]]></category>
		<category><![CDATA[Starr-Report]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Clinton]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">
Der Starr Report beschreitet neue Wege bei der Vermengung von Fernsehen und Internet. Das umfangreiche
Material über Präsidenten und seine Praktikantin wird so allmählich zum neue Infotainment-Format: das &#34;Hyperserial&#34;</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Der Starr Report beschreitet neue Wege bei der Vermengung von Fernsehen und Internet. Das umfangreiche<br />
Material über Präsidenten und seine Praktikantin wird so allmählich zum neue Infotainment-Format: das &quot;Hyperserial&quot;</span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Der Starr Report auf dem Weg zum &quot;Hyperserial&quot;</b></span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Als am 11. September 1998 das amerikanische Repräsentantenhaus den<br />
Untersuchungsbericht zur Lewinsky-Affäre im Internet veröffentlichte, brach in<br />
den analogen wie digitalen Blätterwäldern das große Rauschen aus. Die Adresse<br />
<a href="http://www.house.gov/icreport">www.house.gov/icreport</a> führe zum &quot;Medienereignis des Jahrzents&quot; (taz), der<br />
Schriftsteller Stewart O´Nan erkannte darin den &quot;ersten historisch bedeutsamen<br />
Einsatz des World Wide Web&quot;, Entertainment Weekly bezeichnete den Bericht als<br />
&quot;herausragende Satire und Anzeige für Altoid-Pfefferminztabletten&quot;, das<br />
amerikanische Online-Magazin <a href="http://www.denizine.com/">Denizine</a> schließlich<br />
klassifizierte das HTML-Konvolut als &quot;größte frei zugängliche Porno-Site&quot;.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die nachfolgende Fernseh-Demütigung Bill Clintons durch die Übertragung der<br />
Video-Aufzeichnungen des Verhörs sowie die Veröffentlichung weiterer<br />
Materialien aus Kenneth Starrs Aktenschränken sorgte für die kontinuierliche<br />
Eskalation der Affäre, die schließlich in der formellen Einleitung des<br />
Impeachment-Verfahrens gegen den US-Präsidenten zu münden scheint.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Und auch in der deutschen Presse-Landschaft sorgt der Starr Report noch immer<br />
für Nachbeben. Drehte sich die Diskussion zunächst um die Trennung von<br />
Öffentlichkeit und Privatheit, geriet bald die Zukunft eines durch das<br />
Internet herausgeforderten Journalismus in den Mittelpunkt und inzwischen<br />
breitet sich allmählich<br />
Verwunderung und Bestürzung ob der Langlebigkeit der Affäre und der Paralyse<br />
der amerikanischen Politik aus.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Die Lebensdauer und die Reichweite der &quot;Zippergate&quot;-Affäre wurden zu einem<br />
nicht unbeträchtlichen Teil gerade durch die ausführliche Online-Publikation<br />
des Berichts erhöht. Eine aktuelle Betrachtung der Ereignisse muß daher auf<br />
mehr als nur die simple &quot;Ver-Öffentlichung&quot; durch den Sonderermittler Starr<br />
eingehen, sondern auch die Vielfalt der Online-Reaktionen erfassen, die den<br />
ursprünglichen Bericht in einem Sammelsurium aus Entgegnungen, Ergänzungen,<br />
Persiflagen, Kommentaren und Analysen haben aufgehen lassen &#8211; und<br />
selbstverständlich fehlen auch nicht die kommerziellen Trittbrettfahrer, die<br />
die schlüpfrige Materie als Werbeträger für eindeutige Web-Angebote nutzen.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese unübersichtliche Gemengelage hat es inzwischen mehr als problematisch<br />
werden lassen, von einer Instrumentalisierung oder gar &quot;Vergewaltigung des<br />
Mediums Internet&quot; zu sprechen &#8211; der Starr Report ist längst von einer<br />
Dokumentensammlung mit investigativem Anspruch zu einem vielfach verwobenen<br />
&quot;Hypertextkörper&quot; mutiert.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Woraus besteht nun die seit Anfang September stetig und mit wechselnder<br />
Intensität um je neue &quot;Körperteile&quot; erweiterte Datenmenge?<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Waren die präsidentellen<br />
<a href="http://www.whitehouse.gov/WH/New/html/clinton9-12.html">&quot;rebuttals&quot;</a> aus dem Weissen Haus<br />
lediglich ein matter Reflex auf die detailreichen Starr-Aufzeichnungen, hat<br />
sich inzwischen ein kleiner Kosmos von guten und schlechten, informativen und<br />
verwirrenden, privaten wie kommerziellen Web-Sites entwickelt. So verhilft<br />
etwa die Nischen-Suchmaschine gomonica.com zum Einstieg in die Welt von Bill,<br />
Monica, Kenneth und anderen Mitwirkenden. Unter der Adresse starrsearch.com<br />
bereitet eine &quot;Lesehilfe&quot; den umfangreichen Berichtstext nach Schlagworten<br />
häppchenweise auf und erlaubt auch statistische Auswertungen nach<br />
Worthäufigkeiten.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Offenbar hat die besonders die Form der Aufbereitung des Berichts mit Hilfe<br />
ausführlicher Erzählpassagen (&quot;narratives&quot;) eine literarische Weiterführung im<br />
Web herausgefordert: So hat das renommierte digitale Erotikmagazin<br />
<a href="http://www.nerve.com/JacksNaughtyBits/StarrReport/">nerve°</a> den Text auf die Passagen der<br />
&quot;sexual encounters&quot; von Bill und Monica beschränkt, inzwischen buhlt auch eine<br />
erste auf dem Untersuchungsbericht basierende &quot;<a href="http://www.worldleader.com/erotica">erotic novel</a>&quot;, um die Gunst der<br />
Leser.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Allerdings findet im Netz auch eine journalistische Auseinandersetzung mit dem<br />
Thema statt, und dies auf breiter Front: Renommierte Eckpfeiler politischer<br />
Online-Nachrichtenservices wie <a href="http://www.cnn.com/ALLPOLITICS/resources/1998/lewinsky">allpolitics.com</a><br />
oder die Microsoft-Publikation <a href="http://www.slate.com/">Slate</a> haben dem Starr Report ausführliche Analysen und<br />
Kommentare gewidmet. Ein echtes Web-Glanzlicht liefert das &quot;Clinton/Starr<br />
Transcript&quot; &#8211; das New Yorker Online-Magazin<br />
<a href="http://www.feedmag.com/essay/es112_master.html">&quot;Feed&quot;</a> hat das Verhör des Prasidenten in<br />
einen Chat-Room verlegt und liefert mit einem köstlichen Mitschnitt den<br />
augenzwinkernden Ausblick auf den investigativen Journalismus von übermorgen.<br />
Nicht zuletzt hat die umstrittene Veröffentlichung der Story über eine<br />
außereheliche Beziehung des republikanischen Abgeordneten Henry Hyde durch das<br />
kalifornische Online-Magazin <a href="http://www.salonmagazine.com/news/1998/01/23list.html">&quot;Salon&quot;</a><br />
eine handfeste Debatte um<br />
journalistische Ethik vom Zaun geborchen, die zudem den wachsenden<br />
Konkurrenzkampf zwischen Offline- und Online-Medien unstreicht.<br />
In diesem Daten-Dschungel ist ein &quot;Über-Blick&quot; schlichtweg nicht mehr möglich,<br />
stattdessen finden die Online-Leser ganz verschiedene Einstiege in ein Gewebe<br />
aus Texten ganz unterschiedlicher Provenienz. Deren eigentlicher Mittelpunkt<br />
bezieht sich auf den vom &quot;Autorenteam&quot; um Kenneth Starr vorgegebenen &quot;plot&quot;,<br />
zieht eine große Zahl von Lesern an, hat längst ein komplexes Eigenleben<br />
entwickelt und ist so allmählich zu einer eigenständigen Textsorte mutiert &#8211;<br />
sie trägt die Züge eines ersten populären Online-Romans.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Diese in den USA zunehmend Verbreitung findende Einschätzung hat auch schon zu<br />
ersten Versuchen einer &quot;textuellen Analyse&quot; geführt &#8211; Annalee Newitz zieht das<br />
Konzept der Intertextualität zur Einordnung des Reports heran (New York Press,<br />
7.-13. Oktober 1998). Sie stellt zunächst eine Verbindung des Starr Reports<br />
mit der Telefonsex-Novelle &quot;Vox&quot; von Nicholson Baker her &#8211; Monica Lewinsky hat<br />
dem Präsidenten das Buch in einem &quot;jetzt berühmt-berüchtigten Moment&quot; (Newitz)<br />
geschenkt. Über diesen textuellen Querverweis gelangt die Autoren zu dem<br />
Schluß, daß der &quot;Starr Report zeigt, wie die 90er Jahre der Entwicklung neuer<br />
Formen massenmedial vermittelter Sexualität Vorschub geleistet haben. Einer<br />
Sexualität, die die Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, zwischen<br />
Sex und Nicht-Sex in Frage stellt.&quot; Der unterhaltende Wert des Starr Reports<br />
ergebe sich somit aus dem &quot;Drama um juristische Spitzfindigkeiten&quot; und der<br />
Frage, ob Clinton seinen &quot;präsidentellen Hintern durch ein juristisches<br />
Schlupfloch quetschen kann&quot;.<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Offenbar kommen Impulse für eine weitergehende Analyse des noch immer eifrig<br />
fortgeschriebenen &quot;Starr Hypertext&quot; derzeit eher aus der Literatur- als aus<br />
der Politikwissenschaft. Aufschlußreich könnte auch das Konzept des<br />
&quot;<a href="http://web.mit.edu/jhmurray/www/HOH.html">Hyperserial</a>&quot; sein, das Janet Murray entwickelt hat &#8211; sie ist Direktorin des<br />
&quot;Program in Advanced Interactive Narrative Technology&quot; am Massachussetts<br />
Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Dieses Erzählformat gründet auf das<br />
sukzessive Zusammenwachsen alter und neuer Medienumgebungen und kombiniert<br />
erzähltechnische Anleihen aus Fernsehsendungen mit den<br />
Darstellungsmöglichkeiten des Internet. Ein Hyperserial besteht laut Murray<br />
etwa aus &quot;Tagebucheinträgen, Fotoalben, telefonischen Nachrichten, aber auch<br />
aus Dokumenten wie Geburtsurkunden, juristischen Materialien oder<br />
Scheidungsunterlagen&quot;. Der Clou des Hyperserials liegt jedoch im<br />
multiperspektiven Zugang zur eigentlichen Story: &quot;Auch kleinere Charaktere<br />
werden zu potentiellen Protagonisten ihrer eigenen Geschichten, und bieten<br />
somit alternative Handlungsstränge, die den ursprünglichen plot erweitern.&quot;<br />
</span></span>
</p>
<p>
<span style="font-family: Arial,Helvetica,sans-serif"><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">Ein Streifzug durch die Web-Welt des Starr Hypertextes bestätigt bereits<br />
jetzt, nur fünf Wochen nach der digitalen Erstveröffentlichung des<br />
Untersuchungsberichtes, daß zahlreiche Elemente eines &quot;Hyperserials&quot; vorhanden<br />
sind &#8211; ein stetig wachsendes &quot;virtuelles Autorenteam&quot; bastelt für eine große<br />
Lesergemeinde am weitverzweigten Online-Storyboard um Ermittler, Präsident und<br />
Praktikantin. Wie diese Geschichte enden wird, ist noch lange nicht klar, die<br />
nächsten Kapitel werden es zeigen &#8211; und die werden offline wie online<br />
geschrieben.</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Eine interaktive Farce</title>
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		<dc:creator><![CDATA[adersch]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Starr-Report]]></category>
		<category><![CDATA[Untersuchungsbericht]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[E-Democracy]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Clinton]]></category>
		<category><![CDATA[Kenneth Starr]]></category>
		<category><![CDATA[Lewinsky-Affäre]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Große Politik wird in den USA zur Zeit nur im
Internet betrieben</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><b>Große Politik wird in den USA zur Zeit nur im<br />
Internet betrieben</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica"><br />
Während die Menschen in Rußland gerade von einer<br />
existentiellen Wirtschafts- und Staatskrise<br />
heimgesucht werden, dreht sich auf der politischen<br />
Bühne Amerikas alles nur noch um die<br />
Monika-Lewinsky-Affäre. Diese findet ihren Höhepunkt<br />
in der Online-Version des Starr-Berichts, in dem<br />
peinlich genau nachzulesen ist, wie Bill und Monika es<br />
miteinander tun. &quot;Politik verdirbt den Charakter&quot; schrieb<br />
Eugen Sierke 1882 und wenn man&#8217;s gar so moralisch<br />
nimmt, dann hat Bill Clinton eben einen schlechten<br />
Charakter. Who cares? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Ist diese Affäre denn schon Grund genug, wochenlang<br />
nichts anderes zu tun, als eine Bettgeschichte aus<br />
demselben zu reißen und die beiden Akteure auf die<br />
politische Bühne zu zerren? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Man könnte ja jetzt ganz böswillig behaupten, daß<br />
dieses Land seit Wochen faktisch ohne politisches<br />
Tagesgeschäft auskommt. Das ist enorm. Wo bleibt<br />
der zwingende Grund für die so eingehende<br />
Beschäftigung von Sonderermittler Starr und dem<br />
amerikanischen Parlament mit der Promiskuität Bill<br />
Clintons? Ist denn der Kausalnexus zwischen Bett und<br />
Politik überhaupt vorhanden? </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Politisch ist die ganze Angelegenheit aber irgendwie<br />
doch, denn der Untersuchungsbericht bewirkt im<br />
Internet genau das, was die große Politik schaffen soll:<br />
Sie bewegt die Massen. Und: Jeder kann mitreden.<br />
Wann kann der amerikanische Durchschnittsbürger<br />
sonst schon mal von sich behaupten, politisch auf dem<br />
neusten Stand der Dinge zu sein? Im Moment ist er&#8217;s.<br />
Dazu tragen pikante Details en masse bei, die durch<br />
das reichweitenstarke Medium Internet an den Mann<br />
und an die Frau gebracht werden. </span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Kenneth Starr gebraucht das Internet als Folie, um am<br />
Stimmungsbarometer zu drehen; das bisher hohe<br />
Ansehen Clintons in der amerikanischen Öffentlichkeit<br />
empfindlich zu treffen. Und mehr noch: Mit dem<br />
Onlinegang des Untersuchungsberichts liest die ganze<br />
Weltöffentlichkeit im Kanon mit. Dies sind grobe Miiel,<br />
die tatsächlich nichts auslassen. </span>
</p>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica">               Hier wird ein Medium vergewaltigt, daß jedermann mit<br />
dem nötigen Know-How bedienen und gestalten kann,<br />
ohne daß es von Objektiven geprüft worden ist. Und<br />
ach, in Rußland konstatiert der neue Ministerpräsident<br />
Primakov vor der Duma, sein erstes Ziel sei der &quot;Erhalt<br />
der Einheit Rußlands&quot;, den er gefährdet sieht, aber das<br />
ist ja nur die kleine Politik.</span></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Bye Bye Bill!</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/bye_bye_bill-810/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[cwelzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Bill Clinton]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.politik-digital.de/uncategorized/bye_bye_bill-810/</guid>

					<description><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000"><b>Ein Portrait zum Abschied</b></span>
</p>
<p>
&#160;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000"><b>
Noch finden sich unter der Adresse des <a href="http://www.whitehouse.gov/WH/EOP/OP/html/OP_Home.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Weißen Hauses</a>
die Geschichte und die Bilder der Clinton-Ära. In wenigen Tagen wird man hier auf Bush umstellen.</b></span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000"><b>Ein Portrait zum Abschied</b></span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000"><b><br />
Noch finden sich unter der Adresse des <a href="http://www.whitehouse.gov/WH/EOP/OP/html/OP_Home.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Weißen Hauses</a><br />
die Geschichte und die Bilder der Clinton-Ära. In wenigen Tagen wird man hier auf Bush umstellen.</b></span><!--break-->
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000">Bill Clinton geht am 20. Januar 2001 nach 8 Jahren Amtszeit in Rente. Der einst mächtigste Mann der Welt und nun jüngste<br />
US-Präsident i.R. ist uns ans Herz gewachsen, um so mehr seit wir das Wahlunentschieden zwischen Bush und Gore und den<br />
anschließenden unbefriedigenden Wahlsieg Bushs hinnehmen mussten.<br />
Jetzt, wo wir wissen, was kommt, wird uns so richtig klar, was wir verlieren.<br />
Seit Kennedy hatten die USA keinen Präsidenten mehr, der so cool war. Natürlich war Bill auch politisch erträglicher als das,<br />
was vor ihm war und nach ihm sein wird, vor allem aber war er uns Europäern sympathisch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000">Er war ein Präsident, der sich öffentlich zu seinen Mariuhana-Erlebnissen bekannte und dann beschwichtigend erklären musste,<br />
dass er nie inhaliert habe. Wir glaubten ihm kein Wort.<br />
Dann war da seine<br />
<a href="http://www.abcnews.go.com/sections/us/dailynews/onrecord_980818.html" target="_new" rel="noopener noreferrer">Schwäche für Frauen</a>,<br />
die jede Menge Talkmaster mit Gag-Material versorgte. Über Geschmack<br />
läßt sich zwar streiten und Ehebruch ist an sich verwerflich, bei Bill<br />
war es aber anders. Der Mann hat halt auch Fehler und das ist<br />
menschlich und somit verzeihlich. Und als er vor Gericht s<br />
tand und ins Kreuzverhör genommen wurde, tat er uns schon fast wieder<br />
leid. Schließlich wusste jedes Kind, dass es hier nicht um Bill und<br />
Monica, sondern um den Sitz im Weißen Haus selbst ging.</span>
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<table align="left" border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" width="113">
<tbody>
<tr>
<td width="113"><img decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/archiv/edemocracy/usa/images/billclinton.jpg" alt="Bill Clinton" border="1" height="150" hspace="0" vspace="0" width="113" /></td>
<td rowspan="2"><spacer type="block" height="1" width="10"></spacer></td>
</tr>
<tr>
<td bgcolor="#e0e0e0"><span style="font-size: xx-small; font-family: Arial,Helvetica; color: #333333"><br />
			Bill Clinton</span></td>
</tr>
<tr>
		</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000">Schließlich die<br />
<a href="http://www.cnn.com/ALLPOLITICS/1996/news/9605/10/clinton.wwtranscript/index.shtml" target="_new" rel="noopener noreferrer">Grundstücksspekulationen<br />
</a>in Arkansas, die ziemlich unkoscher waren, aber wer wollte denn<br />
einen so hoffnungsvollen jungen Präsidenten wegen ein bisschen Boden<br />
abschreiben? Eben. Außerdem hatte Bill die erste ordentliche First Lady<br />
seit langem vorzuweisen. Kein Charity-Mäuschen, sondern eine<br />
ambitionierte und fähige Politikerin, die auch in schweren Zeiten zu<br />
Bill hielt, zumindest politisch.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000">Bill brachte uns<br />
die Vereinigten Staaten wieder ein bisschen näher und zeigte uns eine<br />
Seite jenseits der Bigotterie, religiösen Moral und des permantenten<br />
Football-Jubels, die USA jenseits der &quot;Californication&quot;.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000">Was hat er<br />
eigentlich politisch getan, um dieses Bild zu stützen? Zunächst war er<br />
in einer Zeit Präsident, in der die Staaten den längsten unaufhaltsamen<br />
Wirtschaftsaufschwung ihrer Geschichte erlebten. Dass das verlorene<br />
Geld der Asien-Krise vor allem nach Nordamerika floß, war zwar nicht<br />
wirklich Bills Verdienst, aber immerhin nutzte er das entspannte Klima.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000">Was wir auch an<br />
ihm mochten, war der von ihm verfolgte Community-Gedanke. Die vielen<br />
benachteiligten Bevölkerungsgruppen in den USA versuchte er zu<br />
integrieren. Bei Bill wäre nicht passiert, was nun bei Bush geschehen<br />
ist: der Songschreiber von Ricky Martin distanziert sich öffentlich von<br />
seinem Star, weil dieser zu Bushs Inauguration singen will. Das, so der<br />
Songwriter, sei ein Verrat an allem, wofür ein Puerto Ricaner stehen<br />
sollte. Bei Bills Abschiedspartner wäre so ein Auftritt natürlich<br />
völlig in Ordnung gewesen. Wahrscheinlich hätte Bill bei dieser<br />
Gelegenheit zu seinem Saxophon gegriffen, was zwar ein bisschen<br />
nostalgisch ist, für einen Herren in den 50ern aber sehr in Ordnung.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000">Die<br />
Liberalisierung der Gesellschaft war vielleicht am Ende Clintons<br />
größter Verdienst, größer als die Sozialreformen und der Ausgleich des<br />
Haushalts. Ein Versöhner, aber keiner der ewig betroffen ist. Bill war<br />
der erste Präsident, der aus der Generation der Babyboomer und als<br />
Gegner des Vietnamkrieges gewählt wurde. Geradezu ein amerikanischer<br />
Paradigmenwechsel, der nun nach acht Jahren Amtszeit auch wieder vorbei<br />
sein dürfte.</span>
</p>
<p>
<span style="font-size: x-small; font-family: Arial,helvetica; color: #000000">Hinter all dem<br />
Ruhm und der ungebrochenen Popularität ist Bill aber immer noch ein<br />
Mann wie wir. Er hat nämlich -trotz wirtschaflicher &quot;Hausse&quot; ganz<br />
beträchtliche private Schulden während seiner Amtszeit angehäuft und<br />
die gilt es nun abzuzahlen. Bill könnte seine Memoiren schreiben und<br />
uns noch mehr menschliche Züge einer Weltmacht offenbaren, aber<br />
eigentlich ist das nicht sein Stil. Vielleicht hält er sich auch als<br />
bezahlter Fest-Redner über Wasser, das macht sich in seinem Fall<br />
bestimmt bezahlt. Viel eher möchten wir aber glauben, dass Bill der<br />
erste &quot;First Gentleman&quot; der Vereinigten Staaten wird. Als solcher hat<br />
er das Zeug zu einer zweiten Jacky O. Wir sehen schon die<br />
Joggingschuhe, die er zum Kult machen wird und die Skandale, die ihn<br />
vollends in den Rang eines Stars katapultieren. Bye Bye Bill &#8211; aber<br />
vielleicht nicht für immer?<br />
</span></p>
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