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	<title>Bitcoin &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Entwicklungsarbeit: Transparenz per Blockchain</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vivian Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2018 13:42:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Transparenz, Vertrauen, Nachvollziehbarkeit – das sind wichtige Elemente der Entwicklungszusammenarbeit. Dazu maßgeblich beitragen könnte der Einsatz von Blockchain-Technologie. Zu diesem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digital-Kontrovers-Titelbild.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-155075 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digital-Kontrovers-Titelbild-630x276.jpg" alt="" width="630" height="276" /></a></p>
<p>Transparenz, Vertrauen, Nachvollziehbarkeit – das sind wichtige Elemente der Entwicklungszusammenarbeit. Dazu maßgeblich beitragen könnte der Einsatz von Blockchain-Technologie. Zu diesem Ergebnis kam die Veranstaltung „Digital kontrovers – Blockchain Hype // dezentrale Disruption“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Dienstag, den 21. August, in Berlin.</p>
<p>Über konkrete Anwendungsmöglichkeiten in der Entwicklungsarbeit, aber auch die dabei entstehenden Herausforderungen von Blockchain und Kryptowährungen sprachen Sam Liban, Operations Manager bei The Sun Protocol und Rüdiger Weis, Professor für Informatik an der Beuth-Hochschule für Technik in Berlin. Konkreten Input aus der Entwicklungsarbeit steuerte außerdem Kathleen Ziemann, Beraterin beim Sektorprogramm Digitalisierung für nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, bei.</p>
<h3>Lösung grundlegender Probleme der digitalen Gesellschaft</h3>
<p>Sam Liban sieht vor allem die Chancen  der dezentralen automatisierten Technologie. Aus seiner Sicht kann Blockchain dazu beitragen, grundsätzliche Probleme der digitalen Gesellschaft zu lösen, weil es ermögliche, wirtschaftlich digital zu agieren und Werte eindeutig auszutauschen. Entscheidend ist für ihn die direkte wirtschaftliche Transaktion ohne Dritte. Durch Blockchain könnten die Transaktionskosten für Rücküberweisungen in Herkunftsländer erheblich reduziert werden. So könne man Mittlerinstitutionen, die ihre Vertrauensposition momentan missbrauchen würden, umgehen. Weitere Anwendungsgebiete sieht Liban in der Datenkontrolle und Schlüsselverwaltung von Identitäten, die in die dezentrale Datenbank eingespeichert werden könnten. Der Verschlüsselungsaspekt sei dabei entscheidend und schütze persönliche Daten. Doch auch Liban sieht die Gefahr von Scoring-Systemen, die Bürger bewertbar machten und zur globalen Gefahr werden könnten, wenn Institutionen auf die Idee kämen, Blockchain als Kontrollmöglichkeit zu benutzen. Er betont abschließend, dass viele Technologien, die in Europa kaum eine Rolle spielten, in anderen Teilen der Welt äußerst wirkungsvoll sein könnten.</p>
<h3>Gefahr des Onlineprangers<strong><br />
</strong></h3>
<p>Auch Rüdiger Weis sieht viele Vorteile in der Blockchain für die Entwicklungszusammenarbeit. Sie könne dabei helfen, alternative Vertrauensstrukturen zu schaffen, indem sie ermögliche, Daten zu verbreiten und gegen Änderungen zu schützen. Er erkennt ebenso wie Liban, dass dies besonders für Länder ohne Finanz- und Bankwesen von Bedeutung sein könnte: „Neue Konzepte in Ländern ohne bestehende Konzepte erlauben Möglichkeiten zur Entwicklung, in dem sich bestimmte Strukturpunkte und Technologielevel überspringen lassen.“ Ebenso könne sie in Ländern, in denen der Internetzugang einfacher als der Zugang zu Konten sei, eine Chance für finanzielle Selbstbestimmung und Teilhabe an Kryptowährungen sein. Er weist aber noch stärker als sein Vorredner auf die Probleme hin, die die Technologie mit sich bringt. Kritisch sei der exorbitante Stromverbrauch (der jährliche Verbrauch der für Bitcoin verwendeten Blockchain entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von Dänemark), für den man Lösungen finden müsse. Außerdem mahnt Weis, die Gefahr des Onlineprangers für Privatpersonen nicht zu unterschätzen. Veröffentlichungen der sexuellen Orientierung oder religiösen Gesinnung, die sich kaum wieder aus der Blockchain entfernen lassen, könnten in manchen Gebieten der Welt gravierende Folgen haben.</p>
<h3>Blockchain in der Entwicklungsarbeit</h3>
<figure id="attachment_155077" aria-describedby="caption-attachment-155077" style="width: 246px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class=" wp-image-155077" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digital-kontrovers-Personen-305x312.jpg" alt="Digital kontrovers - Blockchain in der Entwicklungsarbeit" width="246" height="251" /><figcaption id="caption-attachment-155077" class="wp-caption-text">Kathleen Ziemann und Rüdiger Weis sprechen über Anwendungsbeispiele von Blockchain in der Entwicklungsarbeit.</figcaption></figure>
<p>Konkrete Beispiele für Blockchain in der Entwicklungsarbeit führt außerdem Kathleen Ziemann an. Zum einen ermögliche die Datenbank eine Stärkung von Institutionen: Indem zum Beispiel das Katasteramt Grundbucheinträge digitalisiere und öffentlich zur Verfügung stelle, könne es Partizipation und Transparenz bewirken und Vertrauen schaffen. Zum anderen sei Blockchain beim Monitoring von öffentlichen Geldern der internationalen Zusammenarbeit interessant. Auch hier könne damit Transparenz und Nachvollziehbarkeit, wofür die Gelder vergeben werden, geschaffen werden. Und zuletzt können die Technologie dabei helfen, Lieferketten nachzuvollziehen und internationale Übereinkünfte einzuhalten. Konkret nennt Ziemann zum Beispiel das Kimberley Agreement, bei dem durch das Einspeichern von „Diamantenfingerabdrücken“ in der Blockchain, der Handel mit sogenannten Blutdiamanten verhindert werden könne.</p>
<p>Auch Liban sieht die Stärke der Digitalisierung insgesamt in der Freilegung von Wertschöpfungsketten. Jedoch erkennen beide Redner den „Point of Failure“ im Dateneintrag, also der Schnittstelle zwischen der digitalen und analogen Welt am Beispiel der Lieferketten. Wer die Daten prüft und in das System eingibt, kann so auch die Möglichkeiten besitzen, diese zu manipulieren. Das spreche aber nicht zwingend gegen die Technologie, sondern erfordere Lösungen in der analogen Welt, wie sie sich in der Entwicklungsarbeit bereits in Form von unabhängigen Prüfern und Authorisierungen finden ließen.</p>
<p>Auch wenn so deutlich wird, dass die Blockchain auch Probleme und Gefahren mit sich bringt und viele Projekte der Entwicklungsarbeit, die Blockchain nutzen, erst in den Anfängen stehen, lassen sich einige vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten finden. Sam Liban ist deshalb überzeugt: „Blockchain ist die Pferdekutsche ohne Pferd, der Motor ist schon da. Entscheidend ist, was wir daraus machen.“ Ähnlich sieht es auch Professor Weis: „Die Technologie allein macht die Welt nicht automatisch besser. Aber in den richtigen Händen bietet sie viel Potential.“</p>
<p>Titelbild und Bild im Text: © Alle Rechte bei Reinaldo Coddou H. 2018</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Blockchain: Eine politische Revolution?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Feb 2016 08:46:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
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					<description><![CDATA[Blockchain: Eine Technologie fasziniert die Finanzwelt und die Politik. Kann sie wirklich unsere gesellschaftlichen Systeme effektiver und sicherer machen? Eines [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Government-Office-for-Science_UK_Open-Government-Licence-v3.0_640x280.png" rel="attachment wp-att-126710"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148544 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Government-Office-for-Science_UK_Open-Government-Licence-v3.0_640x280.png" alt="" width="640" height="280" /></a>Blockchain: Eine Technologie fasziniert die Finanzwelt und die Politik. Kann sie wirklich unsere gesellschaftlichen Systeme effektiver und sicherer machen? Eines ist klar: sie hat das Potenzial, Politik und Verwaltung gewaltig auf den Kopf zu stellen.</p>
<p>„Blockchain“ wird zunehmend zu einem der Buzzwords aktueller digitaler Trends. Zahlreiche Wirtschaftsvertreter stürzen sich mit großer Euphorie auf die Technologie und preisen sie als nächste große Revolution nach der Erfindung des Internet. Mittlerweile hat auch die ein oder andere Institution Interesse daran gefunden und träumt von einer grundlegenden Reform der Verwaltung. Das Potenzial hierzu ist durchaus vorhanden.Doch wie viel steckt hinter der Technologie? Und was wird darunter überhaupt verstanden?</p>
<h3>Das Prinzip der Blockchain</h3>
<p>Eine Blockchain ist im Endeffekt nichts anderes als eine Datenbank. Der zentrale Unterschied zu bisherigen digitalen Verzeichnissen: die Blockchain wird dezentral gespeichert. Kein einzelner Server ist mehr alleine für die Verwahrung der Datenbank verantwortlich, sondern alle im Netzwerk befindlichen Computer besitzen ihre eigene Kopie.</p>
<p>Ihren Ursprung findet die Technologie bei einem Dienst, der seit 2009 für mächtig Aufsehen sorgt: Bitcoin. Was ist die Kernessenz dieser Kryptowährung, <a href="http://windows.microsoft.com/de-de/windows/bitcoin-microsoft-account" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die selbst Microsoft schon als Zahlungsoption akzeptiert</a>? Möchte man heute im Internet eine Zahlung tätigen, ist man auf vertrauenswürdige Dritte angewiesen. Banken, PayPal und Co. lassen grüßen. Die Grundidee hinter Bitcoin: diesen Mittlern sollte man nicht mehr vertrauen müssen. Ein gewisser Satoshi Nakamoto, über den bis heute nur wenig bekannt ist, erfand eine vertrauenswürdige Peer-to-peer-Verbindung: Rechner übertragen Geldeinheiten auf direktem Wege ohne zwischengeschaltete Institutionen.</p>
<p>Warum ist nun ausgerechnet eine direkte Bitcoin-Überweisung von Person A zu Person B sicher? Die Zauberwörter lauten Kryptographie und Mathematik. Die Details der Transaktion werden sehr stark verschlüsselt. Die anderen Rechner im Netzwerk haben nun die Aufgabe, diese Nachricht zu entschlüsseln, um sie zu verifizieren. Wenn die Mehrheit des Netzwerkes die Transaktion bestätigt, wird sie getätigt. Die Konten von A und B werden entsprechend der Summe der Überweisung aktualisiert – und auch jede Datenbank auf den einzelnen Rechnern. So bleibt die gemeinsame Datenbank bei allen Mitgliedern des Netzwerkes auf demselben Stand – auch bei denen, die nicht an der Transaktion oder der Verifikation beteiligt waren.</p>
<h3>Prinzipiell fälschungssicher</h3>
<p>So kann natürlich jeder <a href="https://blockchain.info/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">alle getätigten Transaktionen im Netzwerk</a> einsehen. Die Anonymität bleibt bei Bitcoin teilweise gewahrt, weil der Dienst die Konten nicht mit Klarnamen ausstattet, sondern mit Zeichenketten. Trotzdem wäre es theoretisch möglich, Einsicht in die Überweisungen eines jeden zu erhalten, wenn man nur seinen Kontonamen kennt („Pseudonymity“).</p>
<p>Woher kommt nun aber der Name der Technologie? Mehrere solcher Transaktionen werden zu einem Block zusammengefasst, der kryptographisch mit dem vorherigen Block verknüpft wird. Es entsteht eine Kette aus Blöcken, die Blockchain. Ähnlich wie eine Kette aus Legosteinen – mit einem kleinen Unterschied: die Blöcke werden mit Sekundenkleber fixiert. Mit dieser Technologie kann problemlos der Weg des Geldes nachvollzogen werden und das System wird prinzipiell fälschungssicher, da jede Veränderung der Blockchain durch eine Mehrheit der im Netzwerk befindlichen Computer bestätigt werden muss.</p>
<h3>Wahlen per Blockchain</h3>
<p>Bitcoin ist also nicht aufgrund seiner Funktion als digitales Geld bemerkenswert – auch wenn eine offizielle digitale Währung durchaus im Rahmen des Möglichen wäre. Vielmehr ist es die zugrundeliegende Blockchain-Technologie, die zahlreiche Akteure euphorisiert, denn sie hat disruptives Potenzial in sehr vielen Bereichen des heutigen Lebens. Viele preisen sie sogar als die nächste wirtschaftliche Revolution an. Viele Finanzinstitute beschäftigen sich bereits mit möglichen Anwendungen der Blockchain.</p>
<p>Doch auch in Politik und Verwaltung ist die Technologie bereits auf Interesse gestoßen. Das britische Wissenschaftsministerium publizierte im Januar einen <a href="https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/492972/gs-16-1-distributed-ledger-technology.pdf">88-seitigen Bericht</a> über die Blockchain und deren Potenzial für Regierung und Verwaltung. Und ganz so unwahrscheinlich klingen manche Vorschläge der Community sowie der britischen Regierung nicht.</p>
<p>Für demokratische Wahlen ließe sich das Blockchain-Prinzip durchaus leicht modifizieren. Dabei würde für jeden Kandidaten, jeder Partei oder jedem Thema (Referendum) ein eigenes Konto im Netzwerk angelegt. Jede Bürgerin und jeder Bürger erhält nun jeweils einen „Wahl-Coin“, den er oder sie an die gewünschte Person, Partei oder Position „überweist“ und hierdurch eine Stimme abgibt. Eigentlich wäre das Bitcoin-Problem der Pseudonymity nicht mit dem Wahlgeheimnis kompatibel. Dieser Herausforderung haben sich schon einige Initiativen angenommen und schlagen in erster Linie eine Anonymisierung mittels noch zu erarbeitender Software vor – ähnlich dem bereits existierenden Anonymisierungsnetzwerk „<a href="https://www.torproject.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TOR</a>“.</p>
<p>Einige Pilotprojekte beschäftigen sich bereits mit einer solchen Wahlsoftware, unter anderem „<a href="https://followmyvote.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Follow My Vote</a>“. Dieses System basiert auf der Kryptowährung <a href="https://bitshares.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BitShares</a>, einer Weiterentwicklung der Bitcoin-Technologie. Traum der Visionäre wäre dementsprechend eine „Liquid Democracy“ und „Real-Time Democracy“. Vorteil dieses Systems: einerseits entfällt der Gang zur Urne in der örtlichen Schule, andererseits kann jeder problemlos nachvollziehen, ob seine Stimme wirklich gezählt wurde. Die Wahrscheinlichkeit für Wahlfälschung würde dramatisch sinken. Für Manipulation bräuchte es im Netzwerk eine Mehrheit – ein prinzipiell unmögliches Szenario.</p>
<h3>Geld nur noch für bestimmte Zwecke</h3>
<p>Eine solche Blockchain ist für alle Menschen zugänglich – eine unabdingbare Voraussetzung für die Demokratie. Andere mögliche Anwendungen der Blockchain brauchen diese Offenheit nicht zwangsläufig. Sogenannte „genehmigte“ Datenbanken können auch mit einzelnen autorisierten Personen arbeiten. Ein neuer Datensatz muss nicht von einer Mehrheit der Rechner im Netzwerk bestätigt werden, sondern nur von jenen Teilnehmern, die hierzu im Vorhinein autorisiert wurden (permissioned). Das ist für Anwendungen in der politischen Verwaltung besonders interessant. Mit dem Blockchain-System lassen sich nämlich nicht nur Werteinheiten austauschen, sondern auch Daten. Für die Verwaltung eine interessante Anwendungsmöglichkeit.</p>
<p>Aber nicht nur Behörden untereinander könnten auf diese Technologie aufbauen. Das britische Wissenschaftsministerium verspricht sich eine neue Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern. Mithilfe von Blockchain-Datenbanken können öffentliche Register, beispielsweise Grundbücher, transparenter werden. Der „gläserne Staat“ wäre die mögliche Folge. Im Allgemeinen könnten alle Rechts- und Anspruchsgeschäfte dokumentiert und übertragen werden. Der Bürger könnte Einblick in all seine Daten haben, die Ausstellung von behördlichen Dokumenten vereinfacht werden. Im Sozialversicherungssystem könnte die Effektivität verbessert werden, unter anderem mittels geringerer finanzieller Verluste durch Fehler oder Betrug.</p>
<p>Daneben könnten digitale Coins problemlos an einen konkreten Zweck gebunden werden, zum Beispiel Gesundheit oder Rente. Wenn der Staat Geld für bestimmte Ausgaben bewilligt, könnte er Zeit und Aufwand für die Vor- und Nachkontrolle sparen; die Kosten für die Bürokratie würden sinken. Diese Idee der Zweckgebundenheit ließe sich auch auf andere Bereiche staatlicher Tätigkeit übertragen. Man denke nur an die Entwicklungshilfe. Das britische Wissenschaftsministerium hofft auch auf eine transparentere Steuererhebung und spricht sogar von einem europäischen Umsatzsteuersystem. Im Prinzip kann alles, so die Behörde, was heute auf Papier steht, in eine solche Blockchain-Datenbank verlagert werden. Darüber hinaus hätte die dezentrale Lagerung den Vorteil, dass Cyber-Angriffe extrem schwierig werden – vorteilhaft für kritische Infrastrukturen.</p>
<h3>Risiken und Chancen</h3>
<p>Absolute Sicherheit gibt es nicht, das müssen auch die Blockchain-Befürworter eingestehen. So werden zwar Manipulationen von außen extrem unwahrscheinlich, weil immer die Mehrheit des Netzwerkes zustimmen muss. Jedoch kann jeder, der legitim auf eine Kopie der Datenbank zugreifen kann, durchaus auch andere manipulieren. Und extrem gedacht entstehen sogar totalitäre Dystopien: jeder einzelne Coin, den man besitzt, wird zweckgebunden. Hiermit dürfte man nur Lebensmittel kaufen, hiermit nur Produkte für die Gesundheit, hiermit nur Rentenvorsorge betreiben. Wo bleibt da die Selbstbestimmung?</p>
<p>Wie sieht nun die Prognose aus? Die Finanzbranche ist bereits auf den Blockchain-Zug aufgesprungen und wird dem Staat meilenweit voraus sein, sofern sich die Technologie als bereichernd herausstellt. Eine Umstellung auf Blockchain wäre im Allgemeinen jedoch mit großem Aufwand verbunden. Laut des britischen Wissenschaftsministeriums wäre es sogar einfacher, eine komplett neue sichere Infrastruktur aufzubauen, als die bestehende anzupassen. Der Bericht warnt auch davor, schnell und unbedacht zu handeln, da ein solches System langfristig angelegt ist und deshalb gut durchdacht werden muss.</p>
<p><a href="https://www.euroclear.com/en/campaigns/blockchain-in-capital-markets.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein anderer Bericht</a> geht davon aus, dass die systemweite Implementierung in der Wirtschaft mindestens – wenn überhaupt – noch 10 Jahre brauchen wird. Vom Staat ist da noch nicht die Rede. Die Technologie befindet sich in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung. Doch für das britische Wissenschaftsministerium ist die Blockchain die nächste große Disruption des Internet, ja gar der Gesellschaft: die Auswirkungen der Technologie könnten so bedeutend sein wie die Vereinbarungen der „Magna Carta“.</p>
<p>Bild:<a href="https://www.gov.uk/government/news/distributed-ledger-technology-beyond-block-chain" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Government Office for Science UK </a>unter Lizenz: <a href="http://www.nationalarchives.gov.uk/doc/open-government-licence/version/3/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Government Licence v3.0</a></p>
<h2> <img decoding="async" class="alignleft size-medium wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011-305x53.png" alt="CC-Lizenz-630x110" width="305" height="53" /></h2>
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		<title>Bitcoin: Mit Sicherheit anonym?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Florian Idelberger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Jul 2014 08:37:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bitcoin und andere digitale Währungen sind nicht aufzuhalten. Auf der zweiten internationalen Konferenz „Bitcoin 2014“ in Amsterdam setzten sich Vertreter [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bitcoin.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-140746" alt="Bitcoin" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bitcoin.png" width="635" height="317" /></a>Bitcoin und andere digitale Währungen sind nicht aufzuhalten. Auf der zweiten internationalen Konferenz „Bitcoin 2014“ in Amsterdam setzten sich Vertreter der Finanzaufsicht sowie Experten der Finanz – und Rechtsbranche intensiv mit den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für virtuelle Währungen auseinander.<b> </b> In all den Diskussionen über den <a href="litik-digital.de/11-berliner-hinterhofgespraech-bitcoins-community-waehrung-oder-zahlungsmittel-der-zukunft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuellen Stand und die Zukunft von Bitcoin</a> wird eines immer wieder deutlich: Noch ist nicht abzusehen, wie sich die Besonderheiten von Kryptowährungen auf unsere Gesellschaft auswirken werden. Dies verwundert jedoch insofern nicht allzu sehr, als die Mehrzahl öffentlicher und privater Institutionen immer noch nicht vollständig im Informationszeitalter angekommen und Kryptowährungen noch sehr jung sind. Angesichts der<a href="http://politik-digital.de/revolution-des-waehrungssystems-durch-bitcoins/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> wachsenden Bedeutung dieser Zahlungssysteme</a> und des immer größeren Investitionsvolumens, das mit digitalen Währungen getätigt wird, ist es allerdings höchste Zeit, sich Gedanken über den Umgang der globalen Gesellschaft mit Kryptowährungen zu machen. Auf der internationalen Konferenz <a href="http://bitcoin2014.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Bitcoin 2014“ in Amsterdam</a> wurden Vorteile von Kryptowährungen präsentiert, aber es wurden auch die Untiefen des neuen Systems deutlich gemacht und Lösungsmöglichkeiten diskutiert.</p>
<h3>Die Vorteile überwiegen</h3>
<p>Sogar kritische Stimmen wie die von Finanzexperten oder von Vertretern der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Bankenaufsichtsbeh%C3%B6rde" target="_blank" rel="noopener noreferrer">EBA</a>) räumen Vorteile digitaler Währungen ein: beispielsweise die erhöhte finanzielle Inklusion, d.h. den Zugang zu Konten oder Finanzdienstleistungen unabhängig von Wohnverhältnis oder Beschäftigungsstatus, oder auch den erhöhten Wettbewerb im Finanzsektor. Bitcoin-Experten sehen jedoch noch sehr viel mehr Vorteile: Bitcoin ist  das erste Zahlungsnetzwerk, das auf offenem Quellcode basiert, was die Funktionsweisen detailliert nachvollziehbar macht und vor der Einflussnahme durch Politik oder Zentralbanken schützt. In der Annahme, dass die Entwicklung von Bitcoin dadurch auch berechenbarer ist, halten Befürworter die Währung auf lange Sicht für viel stabiler als traditionelle Währungen.Die kryptographische Implementierung durch das Bitcoin-Protokoll baut eine gewisse Sicherheit schon per se mit ein, ermöglicht aber trotzdem blitzschnelle Transaktionen zu minimalen Kosten. Ein weiterer Vorteil wird in den kryptographischen Funktionen des Bitcoin-Netzwerks gesehen: Jeder User hat die Möglichkeit, mit Hilfe von Software die eigenen Transaktionen überprüfen, während das Netzwerk die Integrität aller Transaktionen sicherstellen kann, wodurch Diebstahl und Betrug verhindert werden sollen.</p>
<h3>Analogien zwischen Kryptowährungen und Bargeld</h3>
<p>Immer wieder wurden auf der Bitcoin-Konferenz Analogien zwischen Bargeld und Bitcoin gezogen. Auch der Einkauf ohne Kreditkarte oder Bankverbindung unterliegt Regelungen, nach denen der Kunde gewisse Rechte hat, und auch ein analoger Einkauf basiert auf Vertrauen in den Verkäufer. Mit dem Unterschied, dass Bitcoin mehr der Funktionsweise von Bargeld entspricht als der bisheriger elektronischer Bezahlverfahren, da es dezentral ist und zumindest bisher schwerer überwachbar ist. Ein weiteres Thema war das Problem der Geldwäsche in Kryptowährungssystemen. Da ein Bitcoin-Wallet (vergleichbar mit einer Geldbörse, die eine oder mehrere Kontonummern enthält) per se nur aus einer oder mehreren Nummern besteht, die keiner Person zugeordnet sind, und weil man beliebig viele dieser Geldbörsen erstellen und besitzen kann, wird Bitcoin und ähnlichen Systemen oft vorgeworfen, sie würden Geldwäsche und Steuerhinterziehung erleichtern. Dem muss man entgegen halten, dass alle Transaktionen sich öffentlich nachvollziehen lassen, weshalb Bitcoin auch nur pseudonym und nicht anonym ist. Es gibt jedoch alternative Entwicklungen für mehr Anonymität wie <a href="http://zerocoin.org/">Zerocoin</a> und <a href="https://www.darkcoin.io/">Darkcoin</a>.</p>
<h3>Verbraucherschutz bleibt noch auf der Strecke<b> </b></h3>
<p>Bei der Weiterentwicklung des Bitcoin-Systems spielt der Verbraucherschutz bislang noch eine untergeordnete Rolle. Anders als im Bankensystem gibt es keine Programmfunktion, um missbräuchliche oder sonstige unliebsame Transaktionen wieder rückgängig zu machen. Dies ist durchaus beabsichtigt und wird von Entwicklern und Befürwortern generell positiv bewertet, da Benutzer beispielsweise nicht auf Kreditkartenfirmen angewiesen sind und deren Gewinn zwangsläufig mitfinanzieren. Dies verlangt jedoch eine gesteigerte Eigenverantwortung vom Nutzer über die eigenen Bitcoin-Finanzen. Auf der Bitcoin waren sich Rechtsanwälte und technische Experten von Bitcoin Startups weitgehend darin einig, dass die Bitcoin-Welt neuen Nutzern sehr viel mehr abverlangt als ein klassisches Konto. Hervorgehoben wurde insbesondere die Gefahr für Nutzer, sich unabsichtlich selbst zu schaden, indem sie die einzige Kopie ihrer digitalen Geldbörse löschen oder jemand unbeabsichtigt Zugang erhält. Außerdem muss sich jeder Bitcoin-Nutzer, der  seinen privaten Bitcoin-Schlüssel zur Verwaltung an einen Onlinedienst übergibt und dort große Beträge hortet, darüber im Klaren sein, dass er vollständig davon abhängig ist, wie gut der Dienst verwaltet wird, wie sicher er ist und wie viele Finanzreserven für eventuelle Schäden er vorrätig hat. Wer die Daten hingegen nur auf den eigenen Geräten verwaltet und sie vielleicht sogar auf mehrere „Konten“ aufteilt,  ist selbst für die Sicherheit verantwortlich. Sind keine zusätzlichen Schutzmechanismen zwischengeschaltet, kann im Prinzip jeder mit privatem Schlüssel und Bitcoin-Wallet über die damit verbundenen „Bitcoins“ verfügen. Deshalb ist es dann besonders wichtig, für Schutzmaßnahmen zu sorgen oder zum Beispiel den privaten Schlüssel „offline“ zu halten.</p>
<h3>Vorteile und Bedürfnisse in Einklang bringen</h3>
<p>Die Vertreter von Bitcoin-Startups kündigten an, dass sie in der Lage seien, Prozesse und ein technisches System zu entwickeln, um eine Brücke zwischen den Vorteilen der Kryptowährungen (z.B. Anonymität) einerseits und dem Bedürfnis der Kunden nach Sicherheit und Kontrolle sowie Möglichkeiten für Aufsichtsbehörden nach Sanktionierung zu schaffen. Wie das genau das im Ergebnis aussehen wird, ist aber noch unklar. Es bleibt also spannend, ob es möglich sein wird, die Vorteile von Bitcoin mit den Anforderungen von Regierungen und Verbrauchern in einem realisierbaren Kompromiss zu vereinigen, ohne die Wettbewerbsfähigkeit und Vorteile von Bitcoin aufzugeben. Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/100239928@N08/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">flickr/BTC Keychain</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>) <a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" alt="CC-Lizenz-630x1101" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" width="378" height="66" /></a></p>
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		<title>(R)Evolution des Währungssystems durch Bitcoins?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Jan 2014 14:16:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als die Finanzkrise 2009 die breite Öffentlichkeit erreicht, ist klar: Es gibt ein Problem mit dem globalisierten Wirtschaftssystem. Staaten sind [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/10680535645_a7215e3323_z.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-136443" alt="10680535645_a7215e3323_z" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/10680535645_a7215e3323_z-630x472.jpg" width="630" height="472" /></a>Als die Finanzkrise 2009 die breite Öffentlichkeit erreicht, ist klar: Es gibt ein Problem mit dem globalisierten Wirtschaftssystem. Staaten sind in einem historisch einmaligen Maße von Finanzmärkten abhängig und Reformvorschläge wie die Tobinsteuer werden aus genau diesem Grund verworfen. Ein Vorschlag jedoch setzt sich immer mehr durch, der nicht von Staaten abhängig ist: Die Revolution des Währungssystems durch rein elektronisches und dezentrales Geld: „Bitcoins“.<br />
Im Oktober 2008 stellte Satoshi Nakamoto in einer <a href="http://article.gmane.org/gmane.comp.encryption.general/12588/">Newsgroup</a> seine Idee einer elektronischen Währung vor, die auf einem Netzwerk von Servern ohne jegliche zentrale Autorität basiert. Das Netzwerk soll neben der Anonymität auch die eindeutige Zuordnung von Besitz und Transaktionen sichern. Über Nakamoto, sehr wahrscheinlich ein Pseudonym, ist noch nicht einmal bekannt, ob es sich um eine oder mehrere Personen handelt. Aber mit der Open-Source-Software „Bitcoin-QT“ hat er eine alternative Währung geschaffen, die in ihrer Gesamtheit inzwischen knapp <a href="http://blockchain.info/de/charts/market-cap">12 Milliarden Dollar</a> wert ist (entspricht dem isländischen Bruttoinlandsprodukt von 2012) und das gesamte Währungssystem in Frage stellt.<br />
Bis vor kurzem war Bitcoin, wenn überhaupt, nur bekannt als ominöse Währung, mit der Waffen, Drogen und Menschenleben in den Tiefen des „Darknet“ gehandelt werden. Auch wenn diese Analyse bis heute nicht ganz falsch ist, scheint das Bitcoin-Netzwerk sich davon zu emanzipieren: <a href="http://www.cnbc.com/id/101315433">Große Online-Händler</a> und -Handelsplattformen wie <a href="http://www.rp-online.de/wirtschaft/ebay-prueft-die-einfuehrung-von-bitcoins-aid-1.3852170">ebay</a> liebäugeln mit den wertvollen Codes als Zahlungsmittel, <a href="https://exante.eu/">Hedgefonds</a> spezialisieren sich bereits auf die elektronische Währung.<br />
<figure id="attachment_136420" aria-describedby="caption-attachment-136420" style="width: 630px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bitcoins-wert.png"><img decoding="async" class="size-large wp-image-136420" alt="Bitcoins wert" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bitcoins-wert-630x233.png" width="630" height="233" /></a><figcaption id="caption-attachment-136420" class="wp-caption-text">Bitcoin-Preis in US-Dollar, Entwicklung im Jahr 2013</figcaption></figure><br />
Staaten und Zentralbanken kommen nicht mehr umhin, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bitcoin-Regulierung-Die-Staaten-und-das-Kryptogeld-2089262.html">sich mit Bitcoin zu beschäftigen.</a> Denn das dezentrale Netzwerk, auf dem das Geld basiert, entzieht sich jeglicher Kontrolle durch die üblichen Institutionen. Es ist kein Zufall, dass Bitcoins gerade zu dem Zeitpunkt im Frühjahr 2013 einen Boom erlebten, als der zypriotische Staat im Zuge der Eurokrise private Bankkonten belangen wollte. Die Ende 2013 beginnende Rallye wird auf das wachsende <a href="http://www.welt.de/finanzen/article122333875/Bitcoin-ist-erstmals-mehr-als-1000-Dollar-wert.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interesse chinesischer und US-amerikanischer Investoren</a> zurückgeführt. Auch eine Reihe von <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bitcoin-virtuelle-waehrung-erstmals-mehr-als-1000-dollar-wert-a-936081.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Anhörungen im US-Parlament zum Thema</a> mit führenden Mitarbeitern aus Justiz und Verwaltung werden als Ursache genannt. Doch die chinesische Regierung sah sich Anfang Dezember offenbar bedroht genug, um <a href="http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/internetwaehrung-chinas-notenbank-verbietet-bitcoin-transaktionen/9173760.html">den eigenen Finanzinstituten den Handel mit Bitcoins zu verbieten</a>. Das Verbot führte prompt zu einem Kurseinbruch.<br />
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Wie funktionieren Bitcoins?</strong><br />
Wer Euros gegen Bitcoins tauscht, der kauft mit bei der EZB registriertem Geld digitale Codes ein. Während jeder papierene Geldschein eine Seriennummer trägt, besteht ein <strong>Bitcoin (BTC)</strong> aus nichts anderem mehr als einer Folge von Zahlen und Buchstaben. Diese Folgen werden, eher Gold ähnelnd als Papiergeld, mithilfe von Computern elektronisch geschürft. In der Bitcoin-Sprache nennt sich der Vorgang sehr bildlich <strong>„Mining“</strong> und meint die Berechnung von kryptografischen Rätseln, die mit momentan 25 BTC (z. Z. über 20.000 USD) belohnt werden.<br />
Prinzipiell kann also jeder, der über eine Internetverbindung verfügt, elektronischer Minenarbeiter werden und den eigenen PC digitales Gold schürfen lassen. Allerdings werden die Rätsel umso schwerer, je mehr Rechenkraft das Mining-Netzwerk, also alle <strong>„Miner“</strong> zusammen, aufbringt. Zudem verringert sich die Belohnung, je mehr bereits geschürft wurde. Auf diese Weise wird ein <a href="http://blockchain.info/de/charts/total-bitcoins?showDataPoints=false&amp;show_header=true&amp;daysAverageString=1&amp;timespan=all&amp;scale=0&amp;address=">immer langsamer werdender Mengenzuwachs </a>an Bitcoins sichergestellt. Das Schürfen lohnt sich daher nur noch für <a href="http://dealbook.nytimes.com/2013/12/21/into-the-bitcoin-mines/?_php=true&amp;_type=blogs&amp;_r=2&amp;">professionelle Minenbesitzer.</a><br />
Der Clou schließlich ist, dass die Miner mit ihren Berechnungen nichts anderes machen, als alle getätigten <strong>Transaktionen von Bitcoins</strong> zu <strong>überprüfen</strong>. Damit braucht es keine zentralen Institutionen wie Staaten oder Banken mehr, sondern diese Aufgabe verteilt sich <strong>dezentral</strong> über das Netzwerk. Benutzer können Bitcoins auf diese Weise kostenlos über eine Internetverbindung an jeden Nutzer mit Bitcoin-Account verschicken – und durch <strong>Verschlüsselung</strong> bleibt alles anonym.</div></div>
<h3><b>Idealismus und Schwarzmarkt</b></h3>
<p>Bitcoin ist nicht das einzige rein elektronische Zahlungsmittel, aber das erste, das Anspruch auf eine allgemeingültige Währung erhebt und damit einigen Erfolg hat. Was motivierte die ersten Benutzer und Miner, auf den Wert der im Prinzip wertlosen Datenpakete zu vertrauen? Möglicherweise war es der Wille, die Macht über das Geld den Staaten und dem Finanzsystem aus den Händen zu reißen und ein politisch nicht beeinflussbares Währungssystem zu etablieren. Der durchaus lukrative Schwarzmarkt im Darknet trug jedoch sicherlich auch seinen Teil dazu bei.<br />
Nicht nur deshalb ist Bitcoin hoch umstritten. Während einige euphorisch das Ende staatlicher Gelddruckerei und Steuerverschwendung feiern, warnen andere vor inhärenter Deflationsgefahr, einem <a href="http://www.nytimes.com/2013/04/15/opinion/krugman-the-antisocial-network.html?ref=paulkrugman">„Anti-Social Network“</a> und dem <a href="http://blog.gardeviance.org/2013/11/a-spoiler-for-future-bitcoin.html">Zerfall der Staaten und Regierungen</a> weltweit. An zwei zentralen Fragen trennen sich dabei die Geister: a) Ist Bitcoin eine potenziell voll funktionsfähige Währung? b) Ist der staatliche Kontrollverlust ein Schritt Richtung Utopie oder Dystopie?<b><br />
</b></p>
<h3><b>Geld als soziales Kontrukt</b></h3>
<p>a) Die Frage, ob Bitcoin eine Währung ist oder nicht, bietet einen guten Grund, sich kurz generell mit Geld auseinanderzusetzen: Die Grundfunktion von Geld ist die Erleichterung des Warentausches zwischen Menschen. Dazu kommen noch die Funktionen als Sparmöglichkeit und als Wertmaßstab. Geld braucht daher einen relativ stabilen Wert. Spätestens aber seitdem Geld hauptsächlich in Form von Papierscheinen genutzt wird, muss der Wert sozial hergestellt werden. Und mit der Aufgabe der Goldbindung in den 1970er Jahren ist allgemeines Vertrauen und die Versicherung der Staaten das Einzige, was hinter dem Wert von Geld steht. Auch hinter <a href="http://politik-digital.de/bitcoins-gefaehrlich-oder-revolutionaer/">Bitcoins steht nur noch das allgemeine Vertrauen</a>.<br />
Trotz der Tatsache, dass die Codes offensichtlich als Tauschmittel funktionieren, <a href="http://krugman.blogs.nytimes.com/2013/12/28/bitcoin-is-evil/">bezweifelt der Wirtschaftswissenschaftler Paul Krugman</a> daher, dass sie als Sparmittel verwendet werden können. Zu unsicher sei der Wert. Sein Kollege <a href="http://www.youtube.com/watch?v=KtNPKdtCumM">Gerhard Rösl dagegen ist sich sicher</a>, dass Bitcoins „genauso als Geld zu interpretieren sind wie offizielles Geld, das Banken ausgeben“. Abgesehen von der absoluten Abhängigkeit von Internet und Strom sind die kritischen Punkte der Anteil an Spekulation auf dem Bitcoin-Markt, eine hohe Volatilität des Wertes und eine <a href="http://www.slate.com/blogs/moneybox/2013/04/10/bitcoin_s_deflation_problem.html">inhärente Deflationsgefahr.</a></p>
<blockquote><p><em>„We are for some reason digging our way back to the 17<sup>th</sup> century“</em></p></blockquote>
<p>In <a href="http://p2pfoundation.ning.com/forum/topics/bitcoin-open-source">Nakamotos Konzeption von Bitcoin</a> zeigt sich die Angst vor ungehemmter staatlicher Gelddruckerei und damit einhergehender Inflation der Preise sowie Entwertung der Währung. Durch den geregelten Zuwachs an Bitcoins bis zu einer fixen Grenze, die voraussichtlich um 2140 erreicht sein wird, hat der Initiator Nakamoto Inflation gewissermaßen unmöglich gemacht.<br />
Allerdings sehen Kritiker wie der Wirtschaftsjournalist <a href="http://www.slate.com/blogs/moneybox/2013/04/10/bitcoin_s_deflation_problem.html">Matthew Yglesias hier die Gefahr</a> einer Deflation mit eingebaut. Da die Menge der Bitcoins nur begrenzt und immer langsamer wächst, steige deren Wert mit immer mehr Nutzern und Märkten automatisch. Das könnte dazu führen, dass niemand mehr Bitcoins ausgibt, sondern sie nur hortet. Auch hier tut sich die Analogie zu Gold auf, was Paul Krugman zu der Aussage veranlasst, dass <a href="http://www.nytimes.com/2013/12/23/opinion/krugman-bits-and-barbarism.html">„wir uns in das 17. Jahrhundert zurück graben“.</a></p>
<blockquote><p><i>„The point is not that Bitcoin is a deflationary currency. The point is that it can be anything.“</i></p></blockquote>
<p>Jedoch auch diese <a href="http://www.forbes.com/sites/timothylee/2013/04/11/bitcoin-doesnt-have-a-deflation-problem/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kritik bleibt nicht unerwidert</a>. So könnte die stetig an Wert zunehmende Währung überflüssigen Konsum verhindern und Anreiz zum Sparen anstatt zum Schuldenmachen geben. Wired-Redakteur <a href="http://www.wired.com/wiredenterprise/2013/11/bitcoin-and-deflation/all/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Cade Metz verweist darauf</a>, dass das Bitcoin-System grundsätzlich reformierbar sei. Denn das Netzwerk basiert auf einer Open-Source-Software, die geändert werden könne, sobald mehr als die Hälfte der Nutzer dahinter stehen. So könnte zum Beispiel die Obergrenze aufgehoben werden.<br />
Das elektronische Geld ist mit gut fünf Jahren noch sehr jung, und ob es sich als eine vollwertige Währung etabliert, bleibt abzuwarten. Aber das Potenzial ist da.</p>
<h3><b>Utopie und Dystopie </b></h3>
<p>b) Wie jeder Währung liegt Bitcoin eine politische Agenda zugrunde: die Etablierung eines Währungssystems unter Ausschluss von Staaten und Banken. Nakamoto stellt damit die herrschenden Formen von Politik und Macht in Frage. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=K7OSYKqDTfw&amp;list=PLF12155DCD51B7F91&amp;index=9">Das Ideal</a> wäre eine Welt, in der alle über das Netzwerk an der Währung mitbauen könnten, Transaktionen nichts oder nur sehr wenig kosten und unnötiger Konsum ausbleiben würde. Damit würde die Demokratie ebenso gestärkt wie eine nachhaltige Wirtschaft.<br />
Auf der anderen Seite interpretieren <a href="http://www.antipope.org/charlie/blog-static/2013/12/why-i-want-bitcoin-to-die-in-a.html">Kritiker</a> die politischen Implikationen der Währung ganz anders: Sie entwerfen eine <a href="http://blog.gardeviance.org/2013/11/a-spoiler-for-future-bitcoin.html">Dystopie</a>, in der Staaten die Steuereinnahmen wegbrechen würden, da Bitcoins nur schwer besteuert werden können. In diesem Fall würde eine harsche Austeritätspolitik herrschen, verbunden mit einem Absterben des Sozialstaats. Monetäre Wirtschaftspolitik käme durch den Verlust der staatlichen Kontrolle der Geldmenge zum Erliegen und durch eine Deflationsspirale würde auch das Wirtschaftswachstum einbrechen.<br />
Ist das dezentrale Zahlungsmittel Teil eines Traums einer staatenlosen, globalen Gemeinschaft? Oder ist es der Anfang einer asozialen, Algorithmen-gesteuerten Netzwerkgesellschaft? Oder vielleicht funktionieren die wertvollen Codes einfach als <a href="http://netzwertig.com/2013/11/25/bitcoin-das-voice-over-ip-der-internationalen-finanzbranche/">praktisches Mittel für globale Peer-to-peer-Überweisungen?</a><br />
Wie auch immer Bitcoin sich entwickelt, die digitale Währung bietet wohl vorerst keine Lösung der Finanzkrise: Denn sie ist weder gefeit gegen übermäßige Spekulation noch gegen <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/digitale-waehrung-der-bitcoin-boom-in-fuenf-infografiken-a-936136.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ungleichheit</a>. Jedoch hat das Aufkommen der elektronischen Währung eine Menge wichtiger Fragen aufgeworfen und an ein Prinzip erinnert: Das Währungs- und Finanzsystem ist von Menschen gemacht &#8211; und kann von ihnen verändert werden.<br />
Bild: oben: <a href="http://www.flickr.com/photos/100239928@N08/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BTC Keychain</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>); Grafik: <a href="http://blockchain.info/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bitcoincharts.com</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 3.0</a>)<br />
<img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></p>
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		<title>Bitcoins – gefährlich oder revolutionär?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julia Wilde]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 12:29:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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					<description><![CDATA[<img src="/sites/politik-digital.de/files/bitcoins_bild1.png" align="left" height="108" width="115" />Die digitale Währung Bitcoin sorgt derzeit weltweit für Aufsehen. Die Einen sprechen von einer zukunftsweisenden Idee im Zeitalter des Internet, die Anderen von der gefährlichsten Innovation seit Beginn des Währungssystems. 
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/bitcoins_bild1.png" align="left" height="108" width="115" />Die digitale Währung Bitcoin sorgt derzeit weltweit für Aufsehen. Die Einen sprechen von einer zukunftsweisenden Idee im Zeitalter des Internet, die Anderen von der gefährlichsten Innovation seit Beginn des Währungssystems. </p>
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Währungs- und Internet-Experten sind sich uneinig darüber, ob digitale Währungen das Geld der Zukunft sein werden. Es gibt große Bedenken hinsichtlich der im Web kursierenden Währung Bitcoin (BTC). Eine Währung, die ohne jegliche staatliche Kontrolle funktioniert, fördert schwere Kriminalität im Netz. Kritiker behaupten sogar, dass sie ganze <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,765382,00.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Regierungen stürzen</a> könnte. &#8211; Bitcoins existieren seit 2009. Damals veröffentlichte der unter einem Pseudonym agierende Japaner Satoshi Nakamot ein <a href="http://www.bitcoin.org/bitcoin.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„white paper“</a>, in dem er die Funktionen einer digitalen Währung beschrieb: Das digitale Geld ermögliche es, Geld direkt, anonym und ohne die Einbindung von Kreditinstituten an weitere Nutzer zu schicken.
</p>
<p>
Demnach ist Bitcoin eine dezentrale, von Banken und Regierungen völlig unabhängig agierende Währung, die rein auf dem Vertrauen der Nutzer begründet ist, wie Währungsexperte Wim Kösters gegenüber politik-digital.de erklärte. Bitcoins werden in digitalen Portemonnaies auf den PCs der Nutzer gespeichert und können bei Bedarf auf Portalen wie <a href="https://mtgox.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mt. Gox</a> wieder in reales Geld wie Dollar oder Euro zurückgetauscht werden. Auf diesem Portal können Bitcoins ebenfalls erstanden und der Kurs der Währung verfolgt werden. Das digitale Geld ist vor Inflation sicher, da die Zahl der Bitcoins, die in Umlauf gebracht werden können, auf maximal 21 Millionen begrenzt ist. Auch können die Konten der Benutzer im Gegensatz zu Bankkonten nicht eingefroren werden. Mathematische Formeln verschlüsseln das Geld und die Identität ihrer Besitzer, so dass deren Anonymität gewährleistet ist. Zahlungen mit Bitcoins können aufgrund dieser Kryptografien zwar nicht gefälscht, aber auch nicht rückverfolgt werden.
</p>
<div align="center">
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</div>
<p></p>
<div align="center">
<b>(Erklärung der Währung Bitcoin)<br />
</b>
</div>
<div align="center">

</div>
<p>
Besonders attraktiv für die Verbraucher ist, dass keinerlei Transaktionskosten für sie anfallen.<br />
Der Erfolg von Bitcoins ist vor allem am Kurs erkennbar. Dieser schnellte Anfang Juni dank der zunehmenden Akzeptanz und Nutzung der Währung auf <a href="http://www.zeit.de/2011/27/Internet-Bitcoins/seite-2" target="_blank" rel="noopener noreferrer">30 Euro pro Bitcoin</a> hoch. Mitte Juni stellte sich jedoch heraus, dass die Seiten, auf denen Bitcoins erworben und verkauft werden können, wie die sehr erfolgreiche Seite Mt. Gox, vor Hacker-Angriffen nicht sicher sind. Mindestens ein <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13440729/Hacker-greifen-Untergrund-Waehrung-Bitcoin-an.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Konto</a> im Wert von geschätzten 500.000 Dollar wurde geplündert, woraufhin der Kurs der Währung dramatisch einstürzte und nur noch einen Cent pro Bitcoin wert war. Mittlerweile hat der Wert sich wieder bei etwa 17 Dollar eingependelt. Dass Bitcoins seit 2010 konstant an Wert gewinnen, sieht Wim Kösters jedoch als Risiko. Nutzer könnten die äußerst wertvollen Bitcoins auf ihren Computern lagern, so dass sie nicht in den Zahlungsverkehr mit einfließen und sich dauerhaft zu keiner &quot;potenten Parallelwährung&quot; entwickeln würden.<br />
Diverse Unternehmen akzeptieren jedoch mittlerweile die digitale <a href="http://go-bitcoin.com/seite/wer-nimmt-bitcoin" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Währung als Zahlungsmittel</a>, darunter CD- und Buchhändler, Schmuckhersteller und Kosmetikfirmen. Sie hoffen, durch den Gebrauch der innovativen und bequem nutzbaren Währung Kunden anlocken zu können. Auch Seiten wie <a href="http://www.focus.de/digital/computer/internet-wikileaks-nutzt-bitcoin-projekt-fuer-spenden_aid_637238.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wikileaks</a> erhielten Kapital in Form von Bitcoins.
</p>
<p>
Doch auch wenn die digitale Währung für den Verbraucher vergleichsweise sicher ist, Delikte wie Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Drogenhandel lassen sich durch den Gebrauch von Bitcoins kaum vermeiden. Ein besonders prominentes Beispiel ist die Seite SilkRoad, auf der Drogen über Bitcoins gehandelt werden. Problemlos lassen sich hier illegale Substanzen erwerben, die mit Bitcoins bezahlt und anonym versendet werden.<br />
Achim Himmelreich, Vorsitzender der Fachgruppe E-Commerce beim Bundesverband für Digitale Wirtschaft, wies gegenüber politik-digital.de auf die besondere Gefahr von Bitcoins für Regierungen hin, da die Währung Steuerhinterziehung, Geldwäsche und weitere illegale Geschäfte ermögliche. Er rät den Verbrauchern in Deutschland davon ab, Bitcoins zu benutzen. Der beste Weg, den illegalen Geschäften von Bitcoin-Nutzern entgegen zu wirken, sei eine angemessene Aufklärung über die Gefahren der Währung, so Himmelreich. Er appelliert aber auch an die ethischen Werte der Verbraucher, &quot;nicht ein System zu unterstützen, in dem illegale Transaktionen gemacht werden&quot;.
</p>
<p>
Auch Ökonom Kösters glaubt nicht, dass die Sicherheitslücken Kriminelle davon abhalten werden, Geschäfte über Bitcoins abzuwickeln. Ebenso wie Achim Himmelreich rät Kösters von der unsicheren Währung ab. Der Währungsexperte sieht eine weitere Gefahr darin, dass das gesamte Bitcoins-Vermögen verloren gehen könnte, wenn Computer abstürzen oder Festplatten defekt seien.<br />
Doch nicht nur Wirtschaftsexperten wie Achim Himmelreich und Wim Kösters sind skeptisch, auch der bekannte US-amerikanische Blogger <a href="http://launch.is/blog/l019-bitcoin-p2p-currency-the-most-dangerous-project-weve-ev.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jason Calacanis</a> warnt vor dem „gefährlichsten Open Source Projekt aller Zeiten“.
</p>
<p>
Ein Weg, um die Währung zu unterbinden, wäre laut Himmelreich eine gesetzliche Regelung. Entsprechende Vorschriften existierten in Deutschland bereits. Von ihnen werde aber nur dann Gebrauch gemacht, wenn Bitcoins sehr erfolgreich würden. Solange die Währung aber noch in einem &quot;überschaubarem Rahmen in der Nische&quot; agiere, müsse sie nicht gesetzlich verboten werden. Das Risiko für die Verbraucher sieht er vor allem darin, dass es zu einem Verfall der Währung komme, &quot; sobald die Algorithmen von Bitcoins geknackt werden“. Bei einem Rücktausch in Euro oder Dollar könne dann ein „Riesenverlust“ gemacht werden. „Das würde natürlich auch passieren, wenn es zu einem Verbot durch den Gesetzgeber kommt&quot;, ergänzt Himmelreich. Insgesamt sieht Himmelreich aber eine realistische Zukunft für digitales Bargeld, da es dem Internet am ehesten entspreche.
</p>
<p>
Der Vorteil von digitalem Bargeld sei neben den geringen Kosten für die Verbraucher die Möglichkeit, auf unkomplizierte Weise „peer-to-peer“-Transaktionen vollziehen zu können. Wenn die Währung von offiziellen Behörden überwacht würde, wäre sie laut Himmelreich auch zukunftsweisend. Von konkreten Projekten dieser Art weiß Himmelreich jedoch nicht zu berichten. Wim Kösters hält es für abwegig, dass Regierungen künftig digitale Währungen herausbringen könnten. Er ist überzeugt davon, dass sowohl die EU als auch die USA strikt gegen die Einführung einer universell gültigen Internetwährung sein würden, da diese schlicht den eigenen wirtschaftlichen Interessen zuwiderlaufen würde.  </p>
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