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	<title>Blockchain &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Blockchain &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Entwicklungsarbeit: Transparenz per Blockchain</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vivian Knopf]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2018 13:42:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Blockchain-Technologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Transparenz, Vertrauen, Nachvollziehbarkeit – das sind wichtige Elemente der Entwicklungszusammenarbeit. Dazu maßgeblich beitragen könnte der Einsatz von Blockchain-Technologie. Zu diesem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digital-Kontrovers-Titelbild.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-155075 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digital-Kontrovers-Titelbild-630x276.jpg" alt="" width="630" height="276" /></a></p>
<p>Transparenz, Vertrauen, Nachvollziehbarkeit – das sind wichtige Elemente der Entwicklungszusammenarbeit. Dazu maßgeblich beitragen könnte der Einsatz von Blockchain-Technologie. Zu diesem Ergebnis kam die Veranstaltung „Digital kontrovers – Blockchain Hype // dezentrale Disruption“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Dienstag, den 21. August, in Berlin.</p>
<p>Über konkrete Anwendungsmöglichkeiten in der Entwicklungsarbeit, aber auch die dabei entstehenden Herausforderungen von Blockchain und Kryptowährungen sprachen Sam Liban, Operations Manager bei The Sun Protocol und Rüdiger Weis, Professor für Informatik an der Beuth-Hochschule für Technik in Berlin. Konkreten Input aus der Entwicklungsarbeit steuerte außerdem Kathleen Ziemann, Beraterin beim Sektorprogramm Digitalisierung für nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, bei.</p>
<h3>Lösung grundlegender Probleme der digitalen Gesellschaft</h3>
<p>Sam Liban sieht vor allem die Chancen  der dezentralen automatisierten Technologie. Aus seiner Sicht kann Blockchain dazu beitragen, grundsätzliche Probleme der digitalen Gesellschaft zu lösen, weil es ermögliche, wirtschaftlich digital zu agieren und Werte eindeutig auszutauschen. Entscheidend ist für ihn die direkte wirtschaftliche Transaktion ohne Dritte. Durch Blockchain könnten die Transaktionskosten für Rücküberweisungen in Herkunftsländer erheblich reduziert werden. So könne man Mittlerinstitutionen, die ihre Vertrauensposition momentan missbrauchen würden, umgehen. Weitere Anwendungsgebiete sieht Liban in der Datenkontrolle und Schlüsselverwaltung von Identitäten, die in die dezentrale Datenbank eingespeichert werden könnten. Der Verschlüsselungsaspekt sei dabei entscheidend und schütze persönliche Daten. Doch auch Liban sieht die Gefahr von Scoring-Systemen, die Bürger bewertbar machten und zur globalen Gefahr werden könnten, wenn Institutionen auf die Idee kämen, Blockchain als Kontrollmöglichkeit zu benutzen. Er betont abschließend, dass viele Technologien, die in Europa kaum eine Rolle spielten, in anderen Teilen der Welt äußerst wirkungsvoll sein könnten.</p>
<h3>Gefahr des Onlineprangers<strong><br />
</strong></h3>
<p>Auch Rüdiger Weis sieht viele Vorteile in der Blockchain für die Entwicklungszusammenarbeit. Sie könne dabei helfen, alternative Vertrauensstrukturen zu schaffen, indem sie ermögliche, Daten zu verbreiten und gegen Änderungen zu schützen. Er erkennt ebenso wie Liban, dass dies besonders für Länder ohne Finanz- und Bankwesen von Bedeutung sein könnte: „Neue Konzepte in Ländern ohne bestehende Konzepte erlauben Möglichkeiten zur Entwicklung, in dem sich bestimmte Strukturpunkte und Technologielevel überspringen lassen.“ Ebenso könne sie in Ländern, in denen der Internetzugang einfacher als der Zugang zu Konten sei, eine Chance für finanzielle Selbstbestimmung und Teilhabe an Kryptowährungen sein. Er weist aber noch stärker als sein Vorredner auf die Probleme hin, die die Technologie mit sich bringt. Kritisch sei der exorbitante Stromverbrauch (der jährliche Verbrauch der für Bitcoin verwendeten Blockchain entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von Dänemark), für den man Lösungen finden müsse. Außerdem mahnt Weis, die Gefahr des Onlineprangers für Privatpersonen nicht zu unterschätzen. Veröffentlichungen der sexuellen Orientierung oder religiösen Gesinnung, die sich kaum wieder aus der Blockchain entfernen lassen, könnten in manchen Gebieten der Welt gravierende Folgen haben.</p>
<h3>Blockchain in der Entwicklungsarbeit</h3>
<figure id="attachment_155077" aria-describedby="caption-attachment-155077" style="width: 246px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class=" wp-image-155077" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Digital-kontrovers-Personen-305x312.jpg" alt="Digital kontrovers - Blockchain in der Entwicklungsarbeit" width="246" height="251" /><figcaption id="caption-attachment-155077" class="wp-caption-text">Kathleen Ziemann und Rüdiger Weis sprechen über Anwendungsbeispiele von Blockchain in der Entwicklungsarbeit.</figcaption></figure>
<p>Konkrete Beispiele für Blockchain in der Entwicklungsarbeit führt außerdem Kathleen Ziemann an. Zum einen ermögliche die Datenbank eine Stärkung von Institutionen: Indem zum Beispiel das Katasteramt Grundbucheinträge digitalisiere und öffentlich zur Verfügung stelle, könne es Partizipation und Transparenz bewirken und Vertrauen schaffen. Zum anderen sei Blockchain beim Monitoring von öffentlichen Geldern der internationalen Zusammenarbeit interessant. Auch hier könne damit Transparenz und Nachvollziehbarkeit, wofür die Gelder vergeben werden, geschaffen werden. Und zuletzt können die Technologie dabei helfen, Lieferketten nachzuvollziehen und internationale Übereinkünfte einzuhalten. Konkret nennt Ziemann zum Beispiel das Kimberley Agreement, bei dem durch das Einspeichern von „Diamantenfingerabdrücken“ in der Blockchain, der Handel mit sogenannten Blutdiamanten verhindert werden könne.</p>
<p>Auch Liban sieht die Stärke der Digitalisierung insgesamt in der Freilegung von Wertschöpfungsketten. Jedoch erkennen beide Redner den „Point of Failure“ im Dateneintrag, also der Schnittstelle zwischen der digitalen und analogen Welt am Beispiel der Lieferketten. Wer die Daten prüft und in das System eingibt, kann so auch die Möglichkeiten besitzen, diese zu manipulieren. Das spreche aber nicht zwingend gegen die Technologie, sondern erfordere Lösungen in der analogen Welt, wie sie sich in der Entwicklungsarbeit bereits in Form von unabhängigen Prüfern und Authorisierungen finden ließen.</p>
<p>Auch wenn so deutlich wird, dass die Blockchain auch Probleme und Gefahren mit sich bringt und viele Projekte der Entwicklungsarbeit, die Blockchain nutzen, erst in den Anfängen stehen, lassen sich einige vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten finden. Sam Liban ist deshalb überzeugt: „Blockchain ist die Pferdekutsche ohne Pferd, der Motor ist schon da. Entscheidend ist, was wir daraus machen.“ Ähnlich sieht es auch Professor Weis: „Die Technologie allein macht die Welt nicht automatisch besser. Aber in den richtigen Händen bietet sie viel Potential.“</p>
<p>Titelbild und Bild im Text: © Alle Rechte bei Reinaldo Coddou H. 2018</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-123698" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizens-305x531.png" alt="Creative Commons Lizenz" width="305" height="53" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Smart Cities &#8211; Teil 4: Wien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lea Herrmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Aug 2018 14:13:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Smart City]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Energieversorgung]]></category>
		<category><![CDATA[Sharing Economy]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Buzzword-Bingo der Digitalisierungsdebatte scheint sich ein Wort ohne Wenn und Aber den ersten Platz gesichert zu haben: Der neue [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Wien.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-154913 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Smart-Wien.png" alt="Smart Wien, Dieter_G via Pixapay, CC0, bearbeitet. Manuchi via Pixabay, CC0, bearbeitet." width="640" height="350" /></a></p>
<p>Im Buzzword-Bingo der Digitalisierungsdebatte scheint sich ein Wort ohne Wenn und Aber den ersten Platz gesichert zu haben: Der neue Hype heißt Blockchain. Auch in den Visionen der Smart Cities spielt die Blockchain eine tragende Rolle. Das Wiener Wohnprojekt „VIERTEL ZWEI“ zeigt, wie es der Technologie nun auch gelingen könnte, die Energieversorgung in der Stadt der Zukunft revolutionieren.</p>
<p>Seit einigen Jahren entsteht in der österreichischen Hauptstadt das Stadtentwicklungsprojekt <a href="http://viertel-zwei.at/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VIERTEL ZWEI</a>. Auf mehr als 120.000 m² entwickelt IC Development in unmittelbarer Nähe zum Wiener Prater ein Viertel, in dem Wohn-, Büro- und Geschäftsflächen entstehen sollen. Bis 2021 soll das „VIERTEL ZWEI“ das Zuhause von mehr als 10.000 Menschen werden. Dabei soll der Ortsteil zu einer grünen Oase im Herzen Wiens ausgebaut werden und gleichzeitig Raum für neue Ideen schaffen. Das innovative Wohnprojekt hat sich zur Aufgabe gemacht, ein Viertel zu entwickeln, in dem es sich sowohl stadtnah als auch grün leben lässt. Neben dem Versuch, die Blockchain für eine Erneuerung der Energieversorgung zu nutzen, arbeitet das Wohnprojekt auch an <a href="http://viertel-zwei.at/images/pages/Zweitung-03.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">anderweitigen innovativen Lösungen</a> für ein modernes Zusammenleben. So werden beispielsweise Elektro-Autos zum Car-Sharing angeboten oder Wohnungen entworfen, die mit 32 m² das Konzept des minimalistischen Wohnens umsetzen. Die Idee, Strom per Blockchain weiter zu verkaufen, klingt im Vergleich zu diesen, mittlerweile etablierten Ansätzen äußerst innovativ. Das VIERTEL ZWEI begibt sich dabei auf bisher mehr oder weniger unbekanntes Terrain. Das Pilotprojekt zeigt, dass die Blockchain-Technologie nicht nur für Kryptowährungen, wie zum Beispiel den Bitcoin, Zukunftspotential bereithält.</p>
<h3>Blockchain – was war das nochmal?</h3>
<p>Analog laufen bisher viele Transaktion zwischen zwei Parteien über eine Drittpartei ab. Wer diese Drittpartei ist, hängt vom Produkt ab, das transferiert wird: bei einer Überweisung ist die Bank dieser Intermediär, beim Hauskauf ist es der Notar oder die Notarin. Eine Transaktion über eine Drittpartei auszuführen kostet Geld, verlangsamt den Prozess und setzt voraus, dass alle Beteiligten der Drittpartei vertrauen. Mit der Blockchain-Technologie fällt diese dritte Partei nun weg. Über das Internet können Transaktionen verschiedener Güter dezentral, das heißt ohne zentrale Überwachungspartei, abgewickelt werden. Wie genau eine Transaktion über die Blockchain abläuft, wird dabei oft am <a href="https://www.youtube.com/watch?v=ZU8pMQfnTq0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beispiel eines Kassenbuches</a> erklärt. In einer Art Online-Kassenbuch werden alle Transaktionen notiert, die zwischen zwei Parteien stattfinden. Dieses Kassenbuch ist dezentral. Das bedeutet, dass keine zentrale Instanz, wie beispielsweise eine Bank, das Kassenbuch überwacht, wie das bei einer klassischen Überweisung der Fall wäre. Stattdessen befindet sich das Kassenbuch in tausendfacher Kopie auf den Computern aller Blockchain-Mitglieder. Das Kassenbuch ist daher auch für alle einsehbar, es ist also nicht nur dezentral, sondern auch transparent. Zudem müssen alle Transaktionen verifiziert werden und anschließend für alle Teilnehmer sichtbar in einem sogenannten Block abgelegt werden. Wie genau die Transaktionen verifiziert werden, hängt von der <a href="https://www.youtube.com/watch?v=2473NHJtdFA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Art der Blockchain</a> ab. Einmal abgelegt, lassen sich diese nicht mehr verändern. Transaktionen können also lückenlos und unveränderbar festgehalten werden. Das Kassenbuch ist damit potentiell also auch sicherer, da die Transaktionen nicht mehr nachträglich manipuliert werden können. Reihen sich verschiedene Blöcke aneinander, entsteht eine Kette von Blöcken: die Blockchain. Stark vereinfacht ausgedrückt, handelt es sich bei der Blockchain also um eine Art dezentralisierte Datenbank, die es ermöglicht, Transaktionen über das Internet dezentral, transparent und somit auch potentiell sicherer durchzuführen.</p>
<h3>Strom-Sharing per Blockchain</h3>
<p>Das „VIERTEL ZWEI“ versucht nun, die Blockchain-Technologie im Bereich der Energieversorgung einzusetzen. Anwohnerinnen und Anwohner sollen dabei die Möglichkeit erhalten, den von ihnen zum Beispiel per Solarpanel erzeugten Strom weiterzuverkaufen, wenn sie ihn selbst nicht benötigen. Die Idee, nicht benötigten Strom weiter zu verkaufen, ist nicht neu, wohl aber der Ansatz, diesen <a href="https://politik-digital.de/news/energiewende-per-blockchain-152633/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weiterverkauf per Blockchain-Technologie</a> durchzuführen. Das bietet potentiell einige Vorteile. So fallen beispielsweise Drittparteien, die den Stromverkauf von Partei A zu Partei B normalerweise durchführen würden, weg. Dadurch kann der Prozess gewinnbringender werden, denn Kosten für Dritte, wie beispielsweise bei der Einspeisung ins Netz, entstehen erst gar nicht. Aktuell handelt es sich bei dem Versuch des Strom-Sharings per Blockchain allerdings noch um ein Pilotprojekt. Trotzdem bietet die Blockchain gerade im Bereich der Energieversorgung viel Potential und könnte ermöglichen, sich verändernde Lebensweisen stärker zu berücksichtigen. In Zeiten der zunehmenden Elektromobilität beziehen viele Userinnen und User zukünftig vielleicht nicht mehr nur an einem festen Wohnort Strom. Ein Stromvertrag, der beispielsweise nicht länger an Adressen gebunden ist, sondern stattdessen an Personen, könnte daher im Zusammenhang mit der Blockchain zukünftig an Bedeutung gewinnen, so Andreas Zeiselmair, von der Münchner Forschungsstelle für Energiewirtschaft gegenüber dem Online-Magazin <a href="https://futurezone.at/b2b/wie-die-blockchain-in-der-energiewirtschaft-eingesetzt-werden-kann/400042135" target="_blank" rel="noopener noreferrer">futurezone</a>.</p>
<h3>Grenzen und Grauzonen des Hypes</h3>
<p>Auf der anderen Seite bietet die Blockchain-Technologie auch Nachteile. Da es sich um eine verhältnismäßig neue und komplexe Technologie handelt, stellt derzeit vor allem die Skalierbarkeit noch immer ein Problem dar. Je mehr Menschen innerhalb einer Blockchain mitwirken, desto länger kann es unter Umständen dauern, Transaktionen zu verifizieren. Aus politischer und wirtschaftlicher Perspektive muss außerdem berücksichtigt werden, dass die Rechtslage für Blockchain-Firmen teilweise noch immer nicht eindeutig geklärt ist. Gerade im Energiesektor setzt der Staat strenge Regeln, um den Strombedarf der Bevölkerung zu sichern. Daher stellt die regulatorische Anpassung des Marktes besonders in diesem Sektor eine Herausforderung dar. Trotzdem bietet die Blockchain viel Potential, die Stromversorgung in der Stadt von morgen neu zu gestalten. Gerade die Selbstversorgung mit Öko-Strom könnte für viele Bewohnerinnen und Bewohner attraktiver werden, wenn der Weiterverkauf bei einer Überproduktion neu geregelt wird.</p>
<p>Im VIERTEL ZWEI können Bewohnerinnen und Bewohner in verschiedenen Workshops im Rahmen des „Urban Pioneers Community“-Programmes weitere Ideen für die Anwendung der Blockchain entwickeln. Inspiration für Anwendungsgebiete findet sich dabei in den <a href="https://multimedia.boerse.ard.de/alles-blockchain-oder-was#6133" target="_blank" rel="noopener noreferrer">verschiedensten Bereichen</a>. So hielt der US-Bundestaat West Virginia beispielsweise im Mai diesen Jahres Wahlen ab, die es bestimmten Wählerinnen und Wählern ermöglichten, ihre Stimme auf einer <a href="https://de.cointelegraph.com/news/us-west-virginia-completes-first-blockchain-supported-state-elections" target="_blank" rel="noopener noreferrer">mobilen, blockchain-basierten Plattform</a> abzugeben. Ein weiteres Beispiel bietet die Republik Moldawien, die aktuell versucht Menschenhandel mit Hilfe von <a href="https://www.btc-echo.de/moldawien-blockchain-gegen-menschenhandel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Identitätsnachweisen per Blockchain</a> zu unterbinden. Von Versicherungen bis hin zu politischer Teilhabe, das Potential der Blockchain erstreckt sich sektorenübergreifend. Es gilt also den Begriff Blockchain nicht ausschließlich mit Kryptowährungen, wie beispielsweise dem Bitcoin, zu verknüpfen, sondern auch in anderen Bereichen das Potential der Technologie hervorzuheben. Die Stadt Wien geht hier mit gutem Beispiel voran und bietet im VIERTEL ZWEI erste Ansätze dafür, wie auch die Stromversorgung der Zukunft von der Blockchain-Technologie profitieren könnte.</p>
<p><em><strong>Teil 5 befasst sich mit <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-5-santander-154917/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tausenden Sensoren in der spanischen Küstenstadt Santander</a>. Die weiteren Stationen auf unserer Smart-City-Reise sind: <a href="https://politik-digital.de/news/smart-citiesteil-1-rio-de-janeiro-154888/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rio de Janeiro</a>, <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-2-kopenhagen-154895/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kopenhagen</a> und <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-teil-3-dubai-154901/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dubai</a>. Zum Übersichtsartikel geht es <a href="https://politik-digital.de/news/smart-cities-eine-reise-durch-die-stadte-von-morgen-154873/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>.</strong></em></p>
<hr />
<p>Titelbild: Dieter_G via <a href="https://pixabay.com/de/wien-prater-riesenrad-rummel-748651/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet. Manuchi via <a href="https://pixabay.com/de/hintergrund-zusammenfassung-linie-2462431/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a>, bearbeitet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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		<item>
		<title>Energiewende per Blockchain? – Digitale Perspektiven des Umweltschutzes</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/energiewende-per-blockchain-152633/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Jun 2017 10:25:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
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		<category><![CDATA[Ökostrom]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Die Ankündigung Donald Trumps, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen, war für viele Beobachter ein Schock. Sie bietet jedoch gleichzeitig auch die Chance, Themen wie Umweltschutz, CO2-Ausstoß und Klimaneutralität wieder verstärkt ins Bewusstsein zu rücken.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die technologischen Fortschritte im Digitalisierungsprozess eröffnen neue Möglichkeiten. Wie kann beispielsweise der wachsende Stromverbrauch durch Elektroautos und Internet of Things-Anwendungen ökologisch gedeckt werden? Eine Lösung wäre ein virtuelles intelligentes Stromnetz auf Blockchain Basis.</p>
<p><span style="font-weight: 400;"><a href="https://www.bdew.de/internet.nsf/id/F5A8B8FFCF0A38B0C1257FA800291734/$file/160503_Auszug_BDEW-Energiemonitor_2016.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">83% der Menschen in Deutschland</a> </span><span style="font-weight: 400;">wünschen sich laut BDEW-Energiemotor einen langfristigen Umstieg auf grüne Energien. D</span><span style="font-weight: 400;">essen Produktion wird auch wirtschaftlich immer interessanter:</span><span style="font-weight: 400;"> Solarenergie, Wind- und Wasserkraft sowie Biogas erreichen einen <a href="https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/Energie/Erzeugung/Aktuell.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">stetig wachsenden Marktanteil</a>, während die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Kernenergie vermehrt zurückgedrängt wird.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Der Energiewandel führte zunächst zur Entwicklung vieler kreativer Einzellösungen. Ziel war es, von Beginn an effizientere und günstigere Wege zu nachhaltigen Energiequellen zu finden und diese später massentauglich zu machen. Staatliche Förderungen ermöglichten dieses Ziel. Photovoltaik-Paneele und Batterien für Industrie und Privathaushalte wurden erschwinglicher, aber auch durch die hohen Investments in Produktionsanlagen konnten die Preise über Massenherstellung gedrückt werden. So kann 2017 ein Watt Solarstrom bereits für unter 1$ produziert werden. Ein Wert, der ursprünglich für 2020 prognostiziert wurde. </span></p>
<h3>Gesellschaftliche Akzeptanz wächst, technische Schwierigkeiten bleiben</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Die gesellschaftliche Akzeptanz von Elektroautos bzw. Elektro-Transportmitteln steigt, wohl vor allem aufgrund eines erhöhten allgemeinen Umweltbewusstseins. Die technischen Herausforderungen wie die <a href="https://tank.rast.de/presse/news-details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=121&amp;cHash=1f89c6d7331fec2bcff56d7c18159451" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reichweitenproblematik und Ladedauer</a> werden gerade Stück für Stück gelöst, womit sich auch </span><span style="font-weight: 400;">die Bedenken von deutscher Autofahrern gegenüber Elektroautos Stück für Stück minimieren. </span><span style="font-weight: 400;">Jedoch stellt die Realität des Energiemarkts häufig ein Hindernis für die großen umweltfreundlichen Visionen der Zukunft dar. Denn komplexe, sich gegenseitig bedingende Faktoren in der Infrastruktur und des Strommarkts machen die Umsetzung des Energiewandels kompliziert.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein Infrastrukturproblem ist die schwankende Energiegewinnung aufgrund des Wetters. Sie führt zu unregelmäßigen Einspeisungen ins Stromnetz, die dann durch fossile Brennstoffe ergänzt werden müssen, um eine konstante Netzspannung zu halten. Sind die Schwankungen zu groß, drohen Stromausfälle oder Notabschaltungen und können zu Überspannungsschäden in sensiblen Fabriken und vollautomatisierten Anlagen (Industrie 4.0) führen. Und genau diese schwankenden erneuerbaren Energien machen dem Strommarkt einen Strich durch die genau zu prognostizierende Strom-Einkaufsrechnung. Wegen der komplexen Abstimmungsschwierigkeiten und mangelnder Vorhersagekraft kommt es zu Unter- und Überversorgun im Netz, daurch fallen für Netzbetreiber jährlich zusätzliche Kosten in Millionenhöhe an.</span><span style="font-weight: 400;"> Unter anderem entsteht derzeit regelmäßig volkswirtschaftlicher Schaden durch das Weiterleiten von überschüssiger subventionierter erneuerbarer oder fossiler Energie ins Ausland, wo der Strom unter Herstellungswert verkauft wird.</span></p>
<h3>Mit Smart Meter und Smart Grid zum intelligenten Stromnetz der Zukunft</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein erster Schritt zu einem ausgeglichenen Stromnetz ist die Verbreitung von sogenannten <a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-1-147605/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Metern</a></span><span style="font-weight: 400;">. Das sind intelligente und vernetzte Stromzähler. Im</span><span style="font-weight: 400;"> 2016 beschlossenen <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/075/1807555.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“</a> wurde festgelegt, dass bis 2032 alle analogen Stromzähler in Haushalten und Industrien <a href="https://www.golem.de/news/smart-meter-bundestag-verordnet-allen-haushalten-moderne-stromzaehler-1606-121718.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">durch diese modernen Stromzähler ersetzt werden sollen.</a> </span><span style="font-weight: 400;">Die <a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-datenschutz-147749/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">von Datenschützern kritisierten</a></span><span style="font-weight: 400;"><a href="http://politik-digital.de/news/smart-meter-datenschutz-147749/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Geräte</a> sind Teil der Internet of Things (IoT)-Anwendungen. Sie messen in Echtzeit den Energieverbrauch und senden diesen an den Stromversorger (E.ON, Vattenfall etc.).  Der kann daraufhin kalkulieren, wie viel Strom er produzieren und schließlich in das Stromnetz einspeisen muss. </span></p>
<h3>Auf der Suche nach der Zwischenspeicher-Lösung</h3>
<p>Vernetzt man diese Daten mit allen am Strommarkt beteiligten Akteuren, entsteht ein intelligentes Stromnetz, das sogenannte <a href="http://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/was-ist-ein-smart-grid" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Grid</a>. Dieses automatisierte System berechnet entsprechend Bedarf und Nachfrage. Strom-Überkapazitäten können so eingespart und (volks-)wirtschaftlicher Schaden minimiert werden. Aber auch wenn Bedarf und Nachfrage jetzt besser geregelt werden können, besteht das Problem der Zwischenspeicherung von nichtplanbaren, da wetterabhängigen grünen Energiequellen weiterhin.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um den Ökostrom zwischenzuspeichern, wetteifern Automobilhersteller und andere Unternehmen längst um die besten Lösungen. Geht man davon aus, <a href="https://www.vcd.org/themen/auto-umwelt/carsharing" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dass heutige Autos zu 90% ihrer Zeit nicht bewegt werden</a>,</span><span style="font-weight: 400;"> könnten Elektroautos, welche im Prinzip nur mobile Batterien sind, <a href="http://www.tagesspiegel.de/mobil/alternative-antriebe/stromspeicher-elektroauto-intelligent-laden-nachhaltig-fahren/12443226.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">als kleine </a></span><span style="font-weight: 400;"><a href="http://www.tagesspiegel.de/mobil/alternative-antriebe/stromspeicher-elektroauto-intelligent-laden-nachhaltig-fahren/12443226.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">und hochflexible Pufferkraftwerke</a> </span><span style="font-weight: 400;">genutzt werden. Tesla hat mit der <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/tesla-und-lichtblick-kooperieren-weltweit-bei-stromspeichern-a-1031544.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Entwicklung seines Powerpacks für Privathaushalte</a> </span><span style="font-weight: 400;">dem Speichermarkt maßgeblich einen neuen Schub verliehen. Aber auch <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/batteriefabriken-das-milliardenspiel-der-autokonzerne-a-1118054.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutsche Autobauer forschen erfolgreich an Stromspeichern und eröffnen Batteriefabriken</a> für ihre Elektroautos.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Werden diese Batterieanlagen und Elektroautos in Zukunft dem Stromnetz hinzugefügt, stellt das wiederum die Frage: Wie regelt man die tausenden dezentralen und verstreuten Energiequellen von Industrie (Solarpark, Windparks, Wasserkraftanlagen, Biogasanlagen) und Haushaltsseite (mit ca. 1,5 Millionen Kleinstromerzeugern in Deutschland)? Wer speist wann Strom ins Netz ein und welche Klein- und Großspeicher horten den gerade nicht benötigten Strom? Hinzu kommt: Als Stromabnehmer kommen in den nächsten Jahren weitere digitale Großverbraucher wie Industrie 4.0 Fabriken, Internet of Things-Anwendungen und Smart Homes hinzu. Auch diese produzieren letztlich Daten, die in die Berechnung von Angebot und Nachfrage mit einfließen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Ein so komplexes System von Teilnehmern und Wechselwirkungen braucht eine technologische Lösung. Die könnte in Form einer, dieses “Internet of Energy” steuernde <a href="http://politik-digital.de/news/blockchain-eine-politische-revolution-148541/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blockchain</a> gefunden werden. </span></p>
<h3>Mit Blockchaintechnologie zum umweltfreundlicheren Energieverbrauch</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Früher war das Stromnetz über eine Top-Down Hierarchie gegliedert, sprich: Es gab nur eine Richtung für den Stromverkehr. Die neuen dezentralen Energiequellen erfordern jedoch eine Lösung, die dezentral koordiniert wird und gleichzeitig ein synchronisiertes Steuern und “Mitdenken” ermöglicht. Eine Blockchain kann genau das liefern, da sie eine offene, aber verteilte Datenbank ist, auf denen die Verbrauchs- und Erzeugungsdaten aus u.a. den Smart Metern gespeichert und fortwährend synchronisiert werden können. Sie ermöglicht damit eine Echtzeit-Koordinierung von Produktion und Speicherung über ganze Regionen hinweg.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Doch neben der Synchronisierung aller dezentralen Teilnehmer am Stromnetz löst die Blockchain auch die buchhalterische Hürde der kostengünstigen Speicherung aller Zu- und Abgänge von Strombedarf oder -leistung. Davor waren Transaktionen von winzigen Beträgen über Einspeisung, Abwicklung und Zahlungen wirtschaftlich unrentabel. <a href="http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/smart-contract.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Smart Contracts</a> könnten eine Lösung für diese wirtschaftlichen Mikrotransaktionen sein. Während die Blockchain nur eine Datenbank ist, regeln Smart Contracts den Austausch zwischen den Teilnehmern. Sie sind als selbstausführende Verträge zu verstehen und ermöglichen Handlungen innerhalb der von ihnen vorgegebenen Rahmen. Sie stellen zusammen mit den Smart Grids den Schlüssel zur Automatisierung und Skalierung von aufwendigen Prozessen dar.</span></p>
<h3>Blockchain und Smart Contracts machen viele Strommarkt-Akteure überflüssig</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese Art von Smart Contracts macht auch zentrale Vermittler überflüssig: Verträge können nun einfach zwischen dem Stromproduzenten und Abnehmer geschlossen werden. So werden plötzlich lokale oder nachbarschaftliche “Strommarktplätze” möglich: Wird durch Abwesenheit der Haushaltsmitglieder der durch Solar Panels auf dem Dach erzeugte Strom nicht genutzt, kann er an örtliche Unternehmen oder öffentliche Institutionen, die tagsüber Strom benötigen, weiterverkauft werden. Ein solches Customer-to-Business (C2B) Geschäftsmodell erarbeiten RWE and ConsenSys mit ihrem Marktplatz <a href="http://www.the-blockchain.com/docs/Energy%20meets%20Blockchain%20-%20Consensys.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Co-Tricity</a>. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn wird zur Zeit in einem ersten weltweiten Versuch ein solcher Peer-to-Peer Marktplatz von </span><span style="font-weight: 400;">Siemens und LO3 Energy </span><span style="font-weight: 400;">getestet. Hier <a href="https://www.nytimes.com/2017/03/13/business/energy-environment/brooklyn-solar-grid-energy-trading.html?_r=0" target="_blank" rel="noopener noreferrer">tauschen Nachbarn den Strom untereinander aus</a></span><span style="font-weight: 400;">. Auch in Deutschland gibt es eine ähnliche Strom-Community: So hat das Unternehmen Sonnen GmBH </span><span style="font-weight: 400;">kürzlich eine erste <a href="https://www.sonnenbatterie.de/de/home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dezentrale Energiegemeinschaft</a> gegründet.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Diese Potentiale von Blockchain können und werden in der Energiebranche nicht ignoriert: die vier großen Energiekonzerne E.ON, Vattenfall, REW und EnBW sowie weitere kleinere Konzerne beschäftigen sich intensiv mit der Blockchain und ihrer Kombinationsmöglichkeit mit Smart Grid. Sie forschen und investieren damit an einer Technologie, mit der sie in der Zukunft den größten Teil ihrer Geschäftszweige selbst abschaffen. Tun sie das allerdings nicht, werden sich die nächsten Googles, Facebooks und Amazons auf diesen riesigen und lukrativen Markt des Internet of Energy stürzen und die alten Platzhirsche vom Platz fegen. Bereits jetzt streben Startups auf den Markt, die genau diese Lücke zu schließen versuchen, wie etwa das <a href="http://www.stromdao.de/v2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">deutsche Startup StromDAO</a></span><span style="font-weight: 400;">. </span></p>
<h3>Fazit</h3>
<p><span style="font-weight: 400;">Durch den erhöhten Energieverbrauch wird die Lösung der Energiefrage für die ganze Gesellschaft nicht nur aus Klima- sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht wichtiger. Die digitalisierte Energiebranche steht vor großen Umwälzungen: Kombiniert man die vorhandenen Internet of Things-Anwendungen (SmartMeter, Smart Grid) mit der Blockchain-Technologie entsteht eine neue Energiewelt, in der Vermittler wegfallen, womit die regionale und lokale Stromversorgung vereinfacht wird. Damit kann ressourcensparend und ökologisch sinnvoll Strom produziert werden. Auch die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen könnten so leichter erreicht werden. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Bis dahin sind jedoch noch einige Hürden zu meistern: Wärend Smart Meter bereits in einigen Industriebranchen eingesetzt und Smart Grid-Modellprojekte erprobt werden, ist der Weg hin zur Smart City &#8211; der vernetzten intelligenten Stadt &#8211; wie sie die Bundesregierung in der <a href="https://www.digitale-agenda.de/Content/DE/_Anlagen/2014/08/2014-08-20-digitale-agenda.pdf;jsessionid=D6854D07D3D35F63088F8BE544DEFB79.s7t1?__blob=publicationFile&amp;v=6" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Agenda</a> </span><span style="font-weight: 400;">beschrieben hat, noch weit entfernt. Während Prototypen entwickelt werden, große Energiekonzerne forschen und investieren und Startups sich mit ihren Projekten in einem Proof of Concept befinden, kämpfen diese Pioniere mit unzähligen Regulierungen auf nationaler und internationaler Ebene, denn: Staatliche Akteure und Lobbyverbände halten an fossilen Brennstoffen fest. Bis die neue digitale Blockchain-Energiewelt Wirklichkeit wird, werden deshalb noch einige Jahre vergehen.</span></p>
<p>Titelbild: Solarpark, by <a href="https://pixabay.com/de/users/hpgruesen-2204343/">hpgruesen</a> on <a href="https://pixabay.com/de/solarpark-windpark-1288842/">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de">CC0 1.0</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-0" data-row="script-row-unique-0" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-0"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-2"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
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		<title>Rettet Blockchain Presse- und Meinungsfreiheit in repressiven Staaten?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Valerie Rödder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2017 08:37:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Whistleblower]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreitheit]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Pressefreiheit ist weltweit auf dem Rückzug. Kann die Technologie Blockchain dabei helfen, dass Journalisten in repressiven Staaten sicher publizieren [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="document-page">
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<p><b></b>Die Pressefreiheit ist weltweit auf dem Rückzug. Kann die Technologie Blockchain dabei helfen, dass Journalisten in repressiven Staaten sicher publizieren können? Und Menschen die digitalen Räume bieten, die die Meinungsfreiheit braucht? Publicism als erstes dezentrales News-Medium auf Blockchainbasis will das versuchen.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Eine freie und breit gefächerte</span> <span style="font-weight: 400;">Presse und Medienlandschaft ist essentiell für eine offene und freie Demokratie. Doch weltweit ist in den letzten Jahren die Pressefreiheit immer mehr zurückgegangen, errechneten Reporter ohne Grenzen in ihrem <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2017/ueberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Globalen Pressefreiheitsindikator</a></span><span style="font-weight: 400;">. Nur ca. 13% der weltweiten Bevölkerung hat Zugang zu einer freien und diversifizierten Presse. Die anderen 87% sind vielfältigen Gefahren ausgesetzt: Staatliche Kontrolle und Überwachung, Verfolgung, Bedrohung und Inhaftierung kritisch berichtender Journalisten; staatliche und private Medienimperien ‘besitzen’ und gestalten die Nachrichten nach Belieben; Staaten schränken den Zugriff auf Websiten und Internet-Dienste ein. Nordkorea, Eritrea, Turkmenistan, Syrien, China und Vietnam sind die Länder, die im <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2017/ueberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Index 2017</a></span><span style="font-weight: 400;"><a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/2017/ueberblick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> der freien Presse</a> am schlechtesten abschneiden.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aber auch in westlichen Staaten ist die Pressefreiheit und die Sicherheit von Journalisten nicht garantiert. Probleme mit der Verfolgung von Investigativjournalisten und Whistleblowern nehmen in den USA (Platz 43) unter Trump noch mehr zu. Die Angriffslust  von französischen Politikern und Polizei auf politische Journalisten beförderte Frankreich auf Platz 39. Obwohl Deutschland auf Platz 16 immerhin recht weit oben steht, zeigen sich auch hier bei genauerer Betrachtung besorgniserregende Entwicklungen: Reporter ohne Grenzen hat die Medienlandschaft <a href="https://www.reporter-ohne-grenzen.de/fileadmin/Redaktion/Presse/Downloads/Ranglisten/Rangliste_2017/ROG-Nahaufnahme_Deutschland_2017.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">analysiert</a>: Zusammenlegungen von Redaktionen, das Erstarken von Content-Marketing Plattformen, Vermischung von Nachrichten mit PR und Marketing führen zu einer rapide schrumpfenden Pressevielfalt. </span>Und nicht zuletzt auch die <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/29186/G-wie-Google" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kommerzielle algorithmusbetriebene Auswahl</a> von Content durch große Internetunternehmen wie Google und Facebook bestimmen den Grad der Wichtigkeit von Nachrichten.</p>
<p><span style="font-weight: 400;">Auf der gesetzlichen Ebene führt die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung (VDS) zu einem abnehmenden Schutz von Journalisten und deren Quellen. Die Einführung des <a href="https://dejure.org/gesetze/StGB/202d.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Strafparagrafen zur „Datenhehlerei“</a></span><span style="font-weight: 400;"> merken Reporter ohne Grenzen ebenfalls <a href="www.reporter-ohne-grenzen.de/uploads/tx_lfnews/media/ROG-Nahaufnahme_Deutschland_2017.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">kritisch</a> an: „</span><i><span style="font-weight: 400;">durch den neuen Strafparagrafen macht sich womöglich schon strafbar, wer Daten, die er von einem Whistleblower erhalten hat, vertraulich an Experten zur Prüfung weitergibt“</span></i><span style="font-weight: 400;"> und weiter heißt es in dem Bericht:</span><i><span style="font-weight: 400;"> „Der Whistleblowerschutz ist in Deutschland noch immer unzureichend und im internationalen Vergleich unterdurchschnittlich entwickelt“. </span></i></p>
<h3>Publiscm – Die Blockchain als unabhängige Medienplattform</h3>
<p><span style="font-weight: 400;"><a href="http://www.publicism.nl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Publiscm</a> ist ein niederländisches Projekt, welches das Potenzial der dezentralen Blockchain nutzen will, um diese globalen Probleme der Pressefreiheit nachhaltig zu lösen. Die Idee dahinter ist eine unabhängige Content-Plattform, die keinerlei zentrale Steuerung besitzt: Auf dieser können Journalisten anonym ihre Inhalte hochladen und entlohnen lassen &#8211; anonym und manipulationssicher.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Über das zentrale Dashboard sind dezentrale und sichere Worktools eingebunden, die es auch möglich machen, mit anderen Journalisten, aber auch Bürgerjournalisten, Vloggern sowie weiteren Akteuren zu kollaborieren. Diese sind sichere Tools analog zu GoogleDocs, Slack, Dropbox und GMail. Die Plattform möchte Content-Erstellern und Journalisten ermöglichen, sich angemessen für ihre Arbeit bezahlen zu lassen. Dafür bietet die Plattform die Möglichkeit, Crowdfunding für ein Projekt einzuholen, per Spenden oder Zuschüsse für die Recherchearbeit zu werben oder  sich für publizierte Artikel über Micropayment (Kleinstbeträge, die ohne Transaktionskosten virtuell und unmittelbar überwiesen werden und aus einem virtuellen Portemonnaie, einer sogenannten Wallet, bezahlt werden) bezahlen zu lassen.</span></p>
<p><a href="/wp-content/uploads/2020/06/publicism-blockchain-journalism-630x348-1.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152557 size-large" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/publicism-blockchain-journalism-630x348.png" alt="publicism blockchain journalism" width="630" height="348" /></a></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Um die Quellen anonym zu halten und trotzdem den Zugang auch für technische Laien zu garantieren, werden bewährte Verschlüsselungstechnologien in Publicism integriert: Der  <a href="https://www.torproject.org" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Onion-Router</a></span><span style="font-weight: 400;">, der <a href="https://www.torproject.org/projects/torbrowser.html.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tor-Browser</a> </span><span style="font-weight: 400;">und <a href="https://www.websecuritas.com/was-ist-vpn" target="_blank" rel="noopener noreferrer">VPN- Verbindungen</a>, wie sie auch die Whistleblowerwebsite Wikileaks verwendet.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die größte Herausforderung des Projektes ist jedoch die Handhabung des Contents selbst: da die Blockchain auf kleinere Informationsmengen wie etwa Geldbeträge ausgelegt ist, ist es bis jetzt nicht möglich, größere Mengen an Daten abzuspeichern. Zusammen mit dem MIT (Massachusetts Institute of Technologie) arbeitet Publicism deshalb an einem <a href="https://www.media.mit.edu/projects/enigma/overview/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dezentralen Datennetzwerk</a></span><span style="font-weight: 400;"> zur Speicherung von Inhalten, die mit der Blockchain sicher verknüpft sind, ohne darin verspeichert werden zu müssen. Da die Inhalte nicht auf einem zentralen Server gelagert werden, ist es Regierungen oder sonstigen Organisationen unmöglich, diese Inhalte zu kontrollieren oder abzuschalten.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Publiscm will damit die erste blockchainbasierte Presseagentur werden und journalistische Inhalte etwa an andere sichere Plattformen weiterleiten. Das blockchainbasierte soziale Netzwerk <a href="https://steemit.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Steemit</a> ist z.B. ebenfalls angeschlossen, und um Inhalte zu teilen, werden bald sichere Übertragungswege zu Twitter integriert.</span></p>
<p>Wir haben mit dem Gründer von Publicism Pieter Haasnoot gesprochen:</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong><span style="font-weight: 400;"> <a href="/wp-content/uploads/2020/06/Pieter-Haasnoot-publicism-blockchain1.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-152561 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Pieter-Haasnoot-publicism-blockchain1.png" alt="Pieter Haasnoot publicism blockchain" width="183" height="247" /></a><strong>Pieter Haasnoot</strong><br />
gründete mehrere Medienorganisationen im Bereich Video, Apps, Multimedia Games sowie ein TV-Netzwerk. Er ist als Berater für neue Technologien und Geschäftsfelder tätig und Mitgründer von Publicism, welches mit einem Seed Investment des staatlichen niederländischen Innovationsfonds für Journalismus gefördert wird.</span></strong></div></div>
<p><strong><em>Publicism will als Presseagentur auftreten, die zwischen Journalisten und vertrauenswürdigen Plattformen vermittelt und diese verbindet. Welche Plattformen wären dafür geeignet und wie kann man dem Herausgeber ein großes Publikum garantieren?</em></strong></p>
<p><em>Publicism ist primär ein dezentrales Netzwerk, das Dienstleistungen im Bereich Datenspeicherung, dem Veröffentlichen von Inhalten und Zahlungsverkehr auf einer dezentralen gesicherten Ebene anbietet. Es besteht ein Netzzugang vom verteilten Serviceportal zum üblichen Internet. Der Service kann sowohl von Einzelpersonen als auch Gruppen von Journalisten und Herausgebern und Presseagenturen genutzt werden. Im nächsten Schritt wird Publicism zu einer freien Presseplattform ausgebaut, über die organisatorische Vorgänge möglich sein werden.<br />
</em></p>
<p><strong><em>Es besteht das Risiko, dass diese Technologie oder die Plattform von Regierungen oder Terroristen zur Verbreitung ihrer Inhalte missbraucht werden könnte. Wie werden Sie damit umgehen und wie werden Sie Fakenews vorbeugen?</em></strong></p>
<p><em>Aufgrund des dezentralen Charakters der Blockchain Database werden Regierungen und zentrale Werbetreibende es unmöglich schaffen, die Registrierung von Transaktionen im Publicism-Netzwerk zu kontrollieren oder gar einzustellen. Der Service erleichtert die Kooperation zwischen Journalisten, um Inhalte zu schaffen, zu veröffentlichen oder zu rezensieren. Publicism schafft Möglichkeiten zur Kooperation von Journalisten im &#8220;Free Press Circle&#8221; und ermöglicht so offene Kritik und Anleitung. Diese Zirkel agieren als Redaktion, die die Glaubwürdigkeit der Inhalte kontrolliert. </em></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Wie geht es weiter mit Publicism? Ab Juli 2017 soll die Plattform mit 60 Journalisten getestet und weitere Medienpartnerschaften gebildet werden. Bis Dezember 2017 ist das Ziel, 500 auf der Plattform teilnehmende Journalisten zu erreichen. Und ab 2018 soll dann per Initial Coin offering (ICO), ein in der Blockchainwelt übliches Verfahren zur Finanzierung von Projekten gestartet werden: man erschafft eine eigene Kryptowährung und verkauft diese gegen Bitcoin oder andere Kryptowährungen. Die Investoren können dann, bei Erfolg des Projekts, diese &#8211; hoffentlich mit Gewinn &#8211; an virtuellen Börsen verkaufen.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Publicism ist ein ambitioniertes Projekt, welches mit 50.000 Euro Startkapital versucht, Lösungsansätze für ein globales Problem zu finden. Dazu will es die Blockchaintechnologie um Speicherkapazitäten erweitern, ein Problem, mit dem sich auch die FinTech- und die  Health- &amp; Insurance Branche beschäftigen, große Branchen, die schon länger mit Blockchain experimentieren. Publicism hat sich viel vorgenommen.</span></p>
<h3 style="text-align: right;"></h3>
<p>Bilder: <a href="http://www.publicism.nl/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">publicism.nl</a></p>
</div>
</div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ersetzen Codes bald das Recht? Chancen und Grenzen von Smart Contracts und Co.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jun 2017 15:27:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Smart Contracts]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Vieles ist möglich in der künftigen Welt 4.0. Kühlschränke bestellen automatisch Nachschub, Überweisungen werden zweckgebunden und sogar komplexe Verträge könnten ohne schriftliche Fixierung abgeschlossen werden. Aber wie realistisch sind solche Visionen in Zeiten stark ausdifferenzierter Rechtssysteme? Und wo liegen mögliche Gefahren, wenn sich auf Computerprotokollen basierende Transaktionen in einem ganz eigenen System verselbstständigen, quasi fast autonom agieren? Diese und andere kontroverse Fragen wurden auf der Blockchain Expo 2017 in Berlin heiß diskutiert. Wir haben uns umgehört und die Argumente gesammelt.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Geht es nach Adam Vaziri, selbst ernannter „Blockchain-Anwalt“ und Begründer der Blockchain-basierten Online-Lotterie Quanta (wir berichteten), würde sich für ihn als Unternehmer wenig ändern. Wie er denn gedenke, die Steuerproblematik zu lösen, wenn Lotto-Gewinne plötzlich global und anonymisiert ausgeschüttet werden, will einer der Zuschauer nach Vaziris Vortrag wissen. Der wiederum verweist lediglich auf die Politik. Diese sei nun im Angesicht solcher Veränderungen an der Reihe, gewisse gesetzliche Änderungen vorzunehmen bzw. bestehendes Recht an die neue Technik anzupassen. Solche Reaktionen, aber auch kritische Nachfragen hört man dieser Tage auf der Blockchain-Expo nicht selten. Die Technologie ist zwar da, aber wie kann sie auch rechtliche Absicherung bieten?</p>
<h3>Blockchain soll Rechtssicherheit bieten</h3>
<p>Eine höchst relevante Frage, denn: Blockchain soll aus den teils skeptisch beäugten Tiefen des World Wide Web herausgeholt werden. Unternehmen sollen Blockchain-basierte Plattformen gerne nutzen und darauf vertrauen können, sich immer im Rahmen der Legalität zu bewegen. Doch genau dort liegt ein Problem: Die Nutzung von Blockchain ist dezentral organisiert. Viele Ideen, Anbieter, Start-Ups, aber kaum ein zentraler Fixpunkt. Gleichzeitig könnte eine kluge Strategie die Finanz- und Wirtschaftswelt, aber auch den öffentlichen Sektor entscheidend umformen. Gerade deshalb, so waren sich alle Teilnehmer der im Rahmen der Blockchain stattfindenden Diskussionsrunde mit dem Titel „Is Code the new Law?“ einig, sei juristische Expertise neben guten IT-Kenntnissen unbedingt notwendig, um Rechtssicherheit bei der Nutzung von Blockchain gewährleisten zu können.</p>
<h3>Smart Contracts könnten klassische Verträge vollständig ersetzen</h3>
<p>Der Legal-Tech-Branche kommt daher besonders bei den sogenannten „Smart Contracts“  eine wichtige Rolle zu. Smart Contracts, also Computerprotokolle, die Verträge zwischen zwei oder mehreren Vertragsparteien abbilden, werden innerhalb des Blockchain-Diskurses als eine der zukunftsträchtigsten Perspektiven gehandelt. Sie könnten schon bald nicht nur klassische Kaufverträge vollkommen automatisieren, sondern ebenfalls bei Börsentransaktionen oder im Bereich des E-Government zum Einsatz kommen.</p>
<figure id="attachment_152320" aria-describedby="caption-attachment-152320" style="width: 203px" class="wp-caption alignleft"><a href="/wp-content/uploads/2020/06/Daniel_700x700.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-152320" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Daniel_700x700.jpg" alt="Gründer Addi Rull im Gespräch mit Autor Daniel Krüger" width="203" height="203" /></a><figcaption id="caption-attachment-152320" class="wp-caption-text">Gründer Addi Rull im Gespräch mit Autor Daniel Krüger</figcaption></figure>
<p>So könnte man bei entsprechender Programmierung, Transaktionen zwischen Beteiligten automatisiert ablaufen lassen. Das System würde automatisch erkennen, ob die vorher festgelegten Vertragsregeln eingehalten werden, um dann eine Reaktion zu veranlassen, wie zum Beispiel eine Boni-Auszahlung der Krankenkasse für Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt. Jene Vertragsregeln  müssen sich aber in einem rechtlich einwandfreien Rahmen bewegen, um die Gültigkeit der Verträge nicht zu gefährden. Falsche Programmierung und fehlende Rechtskenntnisse könnten die Branche sonst Milliarden kosten. Sie würden zudem das Vertrauen in Smart Contracts und die Blockchain-Technologie generell zerstören.</p>
<h3>Vollständige Automatisierung eher Zukunftsvision</h3>
<p style="text-align: left;">Damit das nicht geschieht, haben es sich Blockchain-Begeisterte wie Addi Rull zum Ziel gesetzt, Smart Contracts zukunftsfähig zu machen. Der Este ist Mitbegründer des Start-Ups Agrello. Die Firma hat sich darauf spezialisiert, Kunden bei der Ausarbeitung von Smart Contracts zu beraten. Im Team von Agrello arbeiten Anwälte Hand in Hand zusammen mit IT-Experten und übersetzen Verträge jeglicher Art in die Sprache der Blockchain-Codes. Sind Smart Contracts das gesellschaftliche Modell der Zukunft? Definitiv, meint Addi Rull entschlossen, auch wenn er nicht glaubt, dass menschliche Mitwirkung, vor allem aus juristischer Perspektive, in nächster Zeit ersetzbar wird. Genau wie Dr. Thomas Schönfeld, Finanzberater bei PricewaterhouseCoopers, glaubt auch er, dass die Komplexität der Rechtsmaterie noch nicht zulässt, dass Smart Contracts die Durchführung und Einhaltung von Verträgen autonom regeln können. Es sind vielmehr einzelne Klauseln in Verträgen, die eben aufgrund der erhöhten Effizienz auch automatisiert durch Blockchain erfüllt werden können, sagt Rull. Sie sind somit natürlich kein Ersatz für die Implementierung von Recht, sondern nur ein technisches Hilfsmittel. Generell ist es aber durchaus vorstellbar, dass eines Tages Gesetzestexte auf Server gespeist werden, die dann automatisch Blockchain-basiert kommunizieren und Verträge automatisch überwachen. Nur über den Inhalt der Gesetze müsste noch der Mensch entscheiden. Oder ein Roboter.</p>
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<p>politik-digital ist Medienpartner der Blockchain Expo 2017 in Berlin.</p>
<p>Titelbild: Security, by JanBaby via <a href="https://pixabay.com/de/sicherheit-sichern-gesperrt-2168233/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0</a></p>
<p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-5"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Blockchain Expo 2017 in Berlin – Die digitale Revolution?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Daniel Krüger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jun 2017 15:46:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-6"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p>Am 01. und 02. Juni findet im Berliner Estrel-Hotel die Blockchain-Expo Europe statt. Gründergeist und visionäre Ideen treffen hier auf alteingesessene Akteure der IT- und Wirtschaftsbranche. Nach der überwältigenden positiven Resonanz auf die Consensus in New York vor einer Woche sind die Erwartungen in die technologischen Möglichkeiten der Krypto-Datenbank bei allen Beteiligten hoch. Ein Stimmungsbericht.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Fast unbemerkt, weil abseits von Fachmagazinen in der täglichen medialen Berichterstattung kaum erwähnt, hat sich die Thematik der Blockchain-Technologie mittlerweile zu einem Dauerbrenner in vielen Branchen entwickelt. Diese breite Aufstellung macht sich bereits im Programm der Berliner Blockchain Expo bemerkbar: Egal ob erneuerbare Energien, IT-Security, Banking oder Healthcare; beinahe jedes gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Feld ist vertreten. Junge Start-Ups mit sozialpolitischer Agenda treffen hier auf große Konzerne, Unternehmensberater referieren gemeinsam mit Wissenschaftlern und Forschern.</p>
<h3>Alles scheint möglich</h3>
<p>Auf der Blockchain-Expo scheint alles möglich, auch bzw. besonders, weil die Technologie unglaublich viel Potential zu bieten scheint. Von fehlender interdisziplinärer Kommunikation kann jedenfalls kaum die Rede sein. Das mag auch daran liegen, dass alle Beteiligten in der Nutzung von Blockchains zumindest eine Art kleine Revolution sehen. Auf diese Weise sind bis jetzt kaum jene Barrieren und Vorurteile entstanden, die sich sonst häufig zwischen verschiedenen Branchen beobachten lassen. Ganz im Gegenteil: Jeder hofft auf einen Anteil an dem, was in der Zukunft hohe Gewinne bringen könnte. So hat Adam Vaziri vor vier Jahren seinen Job als Anwalt aufgegeben, um in die Bitcoin-Branche einzusteigen. Heute ist er Mitbegründer von Quanta &#8211; einer  Blockchain-basierten Online-Lotterie &#8211; die vor allem auf Fairness und Transparenz bei Gewinnerbestimmung und Gewinnausschüttung setzen möchte.</p>
<h3>Sicherheit und Sichtbarkeit</h3>
<p>Sicherheit und Sichtbarkeit, diese zwei Aspekte dominieren die Blockchain-Szene. Was früher als Mittel zur Umgehung von Regularien eingesetzt wurde, so Vaziri, sei mittlerweile zum Instrument für die Durchsetzung von festen Regeln und gegen Manipulationen geworden. Darauf setzt auch der Niederländer Pieter Haasnoot. Seine Online-Plattform „Publicism“ möchte Journalisten mithilfe der Blockchain-Technologie vor Verfolgung und Zensur schützen und so einen Schritt zu erhöhter Pressefreiheit beitragen. Die schwedische Applikation „Zeptagram“ hingegen soll die Abhängigkeit von Künstlern gegenüber Plattenfirmen reduzieren, indem User Anteile an Musikstücken kaufen, die entsprechend deren Beliebtheit in einer blockchainbasierten Börse gehandelt werden.</p>
<h3>Unternehmen im Zugzwang</h3>
<p>Die Lust auf Innovation ist überall zu spüren. Dennoch wird auch klar, dass das hohe Interesse am Thema Blockchain nicht nur aus reinem Optimismus entstanden ist. Vielmehr sehen sich nicht wenige, vor allem etablierte Unternehmen in einem starken Spannungsfeld. Es ist unklar, ob Blockchain wirklich das große nächste Ding ist, denn die flächendeckende Nutzung in allen Lebensbereichen wäre technisch machbar, steht jedoch vor vielerlei Herausforderungen. Hierzu zählt unter anderem die komplexe rechtliche Lage bezüglich sogenannter „smart contracts“, aber auch Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes verursachen noch starkes Bauchgrummeln. Würde sich die Technologie hingegen in eine vielversprechende Richtung entwickeln, könnte sie sich in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren zum neuen Kommunikationsstandard entwickeln und somit das Internet revolutionieren.</p>
<h3>Blockchain könnte Jobs kosten</h3>
<p>Auch Unternehmensberater sind daher unter Zugzwang, wie Jens-Herrmann-Paulsen, Senior Consultant bei Deloitte, betont. Seiner Ansicht nach könnte die Branche der klassischen Wirtschaftsprüfer durch die Nutzung von Blockchains quasi überflüssig werden. Gerade deshalb stellen sich viele Firmen schon jetzt auf veränderte Arbeits- und Marktbedingungen ein und suchen nach neuen Nischen, in denen die Blockchain-Technologie prinzipiell nutzbar wäre. Gesellschaftspolitisch könnte Blockchain bei richtiger Anwendung ebenfalls Partizipation, gleiche Bedingungen und mehr Freiheit bewirken. Hierzu, das wird auch bei dieser Expo deutlich, ist jedoch mehr nötig als reine Technik: Sie kann lediglich Mittel zum Zweck sein, ein Instrument, um mehr Effizienz durch automatisierte Abläufe zu generieren.</p>
<h3>Der Mensch im Mittelpunkt</h3>
<p>Die dezentrale Struktur von Blockchain ist durchaus hilfreich, um die Digitalisierung auch demokratischer zu gestalten. Nichtdestotrotz steht hinter dem System immer noch der Mensch, der bestimmt, auf welche Art und Weise dieses schlussendlich funktioniert. Den großen Visionen stehen deshalb viele Teilnehmer der Expo noch skeptisch gegenüber. Das wiederum regt zu Diskussionen an. Darüber, wo Gefahren liegen und wie solche vermieden werden könnten. Und das ist nicht nur erfrischend, sondern sogar extrem wichtig, denn sollte Blockchain sich etablieren, könnte eine kritische Reflektion von vornherein negative Entwicklungen mit gesamtgesellschaftlich schädlichen Konsequenzen verhindern.</p>
<p>politik-digital ist Medienpartner der Blockchain Expo 2017 in Berlin.</p>
<p>Titelbild: Blockchain Expo 2017 Berlin, by Daniel Krüger, CC-BY-SA 3.0</p>
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</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-6" data-row="script-row-unique-6" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-6"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-8"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-8" data-row="script-row-unique-8" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-8"));</script></div></div></div>
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		<title>Blockchain-Expo in Berlin</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/vorbericht-blockchain-expo-berlin-2017-152199/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Johannes Brinz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 May 2017 14:12:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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<p>Blockchain – das sind Datenbanken, die Informationen dezentral auf verschiedenen miteinander „verketteten“ Rechnern speichern und verwalten. Dies bietet <a href="politik-digital.de/news/blockchain-eine-politische-revolution-148541/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diverse Vorteile</a> wie eine erhöhte Sicherheit und wird daher in immer mehr Bereichen der Industrie und Wirtschaft eingesetzt. So setzen z. B. Unternehmen wie Airbus, Bayer oder DHL auf das Konzept der Verkettung.</p>
<p>Am 1. und 2. Juni 2017 findet die <a href="https://blockchain-expo.com/europe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blockchain Expo Europe</a> in Berlin statt. Neben der Expo North America und der Expo Global handelt es sich hierbei um ein Event für Startups, Cloud-Provider, Finanzdienstleister etc., die sich mit der noch relativ jungen Technologie beschäftigen.</p>
<p>Über 60 Sprecher diskutieren in mehr als 20 Sessions über die Schlüsselthemen: Gesundheitswesen, Energie, Regierung, Finanzdienstleistung und Smart Contracts. politik-digital ist Medienpartner und wird darüber berichten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/madartzgraphics-3575871/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1813503">Darwin Laganzon</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=image&amp;utm_content=1813503">Pixabay</a>  <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC0 public domain</a></p>
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</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-9" data-row="script-row-unique-9" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-9"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row styleptrl--cc-module has-bg need-focus style-color-gyho-bg limit-width boxed-row row-container" id="row-unique-11"><div class="row unequal col-no-gutter single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_left column_parent col-lg-4 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p>Text: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC-BY-SA 3.0</a></p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-middle pos-center align_right column_parent col-lg-8 styleptrl--cc-module--col single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column" ><p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-159021" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png" alt="" width="300" height="52" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1-300x52.png 300w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/05/CC-Lizenz-630x110111-305x53-1.png 305w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-11" data-row="script-row-unique-11" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-11"));</script></div></div></div>
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		<item>
		<title>Blockchain: Eine politische Revolution?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/blockchain-eine-politische-revolution-148541/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Feb 2016 08:46:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Bitcoin]]></category>
		<category><![CDATA[Blockchain]]></category>
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					<description><![CDATA[Blockchain: Eine Technologie fasziniert die Finanzwelt und die Politik. Kann sie wirklich unsere gesellschaftlichen Systeme effektiver und sicherer machen? Eines [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Government-Office-for-Science_UK_Open-Government-Licence-v3.0_640x280.png" rel="attachment wp-att-126710"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-148544 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Government-Office-for-Science_UK_Open-Government-Licence-v3.0_640x280.png" alt="" width="640" height="280" /></a>Blockchain: Eine Technologie fasziniert die Finanzwelt und die Politik. Kann sie wirklich unsere gesellschaftlichen Systeme effektiver und sicherer machen? Eines ist klar: sie hat das Potenzial, Politik und Verwaltung gewaltig auf den Kopf zu stellen.</p>
<p>„Blockchain“ wird zunehmend zu einem der Buzzwords aktueller digitaler Trends. Zahlreiche Wirtschaftsvertreter stürzen sich mit großer Euphorie auf die Technologie und preisen sie als nächste große Revolution nach der Erfindung des Internet. Mittlerweile hat auch die ein oder andere Institution Interesse daran gefunden und träumt von einer grundlegenden Reform der Verwaltung. Das Potenzial hierzu ist durchaus vorhanden.Doch wie viel steckt hinter der Technologie? Und was wird darunter überhaupt verstanden?</p>
<h3>Das Prinzip der Blockchain</h3>
<p>Eine Blockchain ist im Endeffekt nichts anderes als eine Datenbank. Der zentrale Unterschied zu bisherigen digitalen Verzeichnissen: die Blockchain wird dezentral gespeichert. Kein einzelner Server ist mehr alleine für die Verwahrung der Datenbank verantwortlich, sondern alle im Netzwerk befindlichen Computer besitzen ihre eigene Kopie.</p>
<p>Ihren Ursprung findet die Technologie bei einem Dienst, der seit 2009 für mächtig Aufsehen sorgt: Bitcoin. Was ist die Kernessenz dieser Kryptowährung, <a href="http://windows.microsoft.com/de-de/windows/bitcoin-microsoft-account" target="_blank" rel="noopener noreferrer">die selbst Microsoft schon als Zahlungsoption akzeptiert</a>? Möchte man heute im Internet eine Zahlung tätigen, ist man auf vertrauenswürdige Dritte angewiesen. Banken, PayPal und Co. lassen grüßen. Die Grundidee hinter Bitcoin: diesen Mittlern sollte man nicht mehr vertrauen müssen. Ein gewisser Satoshi Nakamoto, über den bis heute nur wenig bekannt ist, erfand eine vertrauenswürdige Peer-to-peer-Verbindung: Rechner übertragen Geldeinheiten auf direktem Wege ohne zwischengeschaltete Institutionen.</p>
<p>Warum ist nun ausgerechnet eine direkte Bitcoin-Überweisung von Person A zu Person B sicher? Die Zauberwörter lauten Kryptographie und Mathematik. Die Details der Transaktion werden sehr stark verschlüsselt. Die anderen Rechner im Netzwerk haben nun die Aufgabe, diese Nachricht zu entschlüsseln, um sie zu verifizieren. Wenn die Mehrheit des Netzwerkes die Transaktion bestätigt, wird sie getätigt. Die Konten von A und B werden entsprechend der Summe der Überweisung aktualisiert – und auch jede Datenbank auf den einzelnen Rechnern. So bleibt die gemeinsame Datenbank bei allen Mitgliedern des Netzwerkes auf demselben Stand – auch bei denen, die nicht an der Transaktion oder der Verifikation beteiligt waren.</p>
<h3>Prinzipiell fälschungssicher</h3>
<p>So kann natürlich jeder <a href="https://blockchain.info/de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">alle getätigten Transaktionen im Netzwerk</a> einsehen. Die Anonymität bleibt bei Bitcoin teilweise gewahrt, weil der Dienst die Konten nicht mit Klarnamen ausstattet, sondern mit Zeichenketten. Trotzdem wäre es theoretisch möglich, Einsicht in die Überweisungen eines jeden zu erhalten, wenn man nur seinen Kontonamen kennt („Pseudonymity“).</p>
<p>Woher kommt nun aber der Name der Technologie? Mehrere solcher Transaktionen werden zu einem Block zusammengefasst, der kryptographisch mit dem vorherigen Block verknüpft wird. Es entsteht eine Kette aus Blöcken, die Blockchain. Ähnlich wie eine Kette aus Legosteinen – mit einem kleinen Unterschied: die Blöcke werden mit Sekundenkleber fixiert. Mit dieser Technologie kann problemlos der Weg des Geldes nachvollzogen werden und das System wird prinzipiell fälschungssicher, da jede Veränderung der Blockchain durch eine Mehrheit der im Netzwerk befindlichen Computer bestätigt werden muss.</p>
<h3>Wahlen per Blockchain</h3>
<p>Bitcoin ist also nicht aufgrund seiner Funktion als digitales Geld bemerkenswert – auch wenn eine offizielle digitale Währung durchaus im Rahmen des Möglichen wäre. Vielmehr ist es die zugrundeliegende Blockchain-Technologie, die zahlreiche Akteure euphorisiert, denn sie hat disruptives Potenzial in sehr vielen Bereichen des heutigen Lebens. Viele preisen sie sogar als die nächste wirtschaftliche Revolution an. Viele Finanzinstitute beschäftigen sich bereits mit möglichen Anwendungen der Blockchain.</p>
<p>Doch auch in Politik und Verwaltung ist die Technologie bereits auf Interesse gestoßen. Das britische Wissenschaftsministerium publizierte im Januar einen <a href="https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/492972/gs-16-1-distributed-ledger-technology.pdf">88-seitigen Bericht</a> über die Blockchain und deren Potenzial für Regierung und Verwaltung. Und ganz so unwahrscheinlich klingen manche Vorschläge der Community sowie der britischen Regierung nicht.</p>
<p>Für demokratische Wahlen ließe sich das Blockchain-Prinzip durchaus leicht modifizieren. Dabei würde für jeden Kandidaten, jeder Partei oder jedem Thema (Referendum) ein eigenes Konto im Netzwerk angelegt. Jede Bürgerin und jeder Bürger erhält nun jeweils einen „Wahl-Coin“, den er oder sie an die gewünschte Person, Partei oder Position „überweist“ und hierdurch eine Stimme abgibt. Eigentlich wäre das Bitcoin-Problem der Pseudonymity nicht mit dem Wahlgeheimnis kompatibel. Dieser Herausforderung haben sich schon einige Initiativen angenommen und schlagen in erster Linie eine Anonymisierung mittels noch zu erarbeitender Software vor – ähnlich dem bereits existierenden Anonymisierungsnetzwerk „<a href="https://www.torproject.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">TOR</a>“.</p>
<p>Einige Pilotprojekte beschäftigen sich bereits mit einer solchen Wahlsoftware, unter anderem „<a href="https://followmyvote.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Follow My Vote</a>“. Dieses System basiert auf der Kryptowährung <a href="https://bitshares.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">BitShares</a>, einer Weiterentwicklung der Bitcoin-Technologie. Traum der Visionäre wäre dementsprechend eine „Liquid Democracy“ und „Real-Time Democracy“. Vorteil dieses Systems: einerseits entfällt der Gang zur Urne in der örtlichen Schule, andererseits kann jeder problemlos nachvollziehen, ob seine Stimme wirklich gezählt wurde. Die Wahrscheinlichkeit für Wahlfälschung würde dramatisch sinken. Für Manipulation bräuchte es im Netzwerk eine Mehrheit – ein prinzipiell unmögliches Szenario.</p>
<h3>Geld nur noch für bestimmte Zwecke</h3>
<p>Eine solche Blockchain ist für alle Menschen zugänglich – eine unabdingbare Voraussetzung für die Demokratie. Andere mögliche Anwendungen der Blockchain brauchen diese Offenheit nicht zwangsläufig. Sogenannte „genehmigte“ Datenbanken können auch mit einzelnen autorisierten Personen arbeiten. Ein neuer Datensatz muss nicht von einer Mehrheit der Rechner im Netzwerk bestätigt werden, sondern nur von jenen Teilnehmern, die hierzu im Vorhinein autorisiert wurden (permissioned). Das ist für Anwendungen in der politischen Verwaltung besonders interessant. Mit dem Blockchain-System lassen sich nämlich nicht nur Werteinheiten austauschen, sondern auch Daten. Für die Verwaltung eine interessante Anwendungsmöglichkeit.</p>
<p>Aber nicht nur Behörden untereinander könnten auf diese Technologie aufbauen. Das britische Wissenschaftsministerium verspricht sich eine neue Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern. Mithilfe von Blockchain-Datenbanken können öffentliche Register, beispielsweise Grundbücher, transparenter werden. Der „gläserne Staat“ wäre die mögliche Folge. Im Allgemeinen könnten alle Rechts- und Anspruchsgeschäfte dokumentiert und übertragen werden. Der Bürger könnte Einblick in all seine Daten haben, die Ausstellung von behördlichen Dokumenten vereinfacht werden. Im Sozialversicherungssystem könnte die Effektivität verbessert werden, unter anderem mittels geringerer finanzieller Verluste durch Fehler oder Betrug.</p>
<p>Daneben könnten digitale Coins problemlos an einen konkreten Zweck gebunden werden, zum Beispiel Gesundheit oder Rente. Wenn der Staat Geld für bestimmte Ausgaben bewilligt, könnte er Zeit und Aufwand für die Vor- und Nachkontrolle sparen; die Kosten für die Bürokratie würden sinken. Diese Idee der Zweckgebundenheit ließe sich auch auf andere Bereiche staatlicher Tätigkeit übertragen. Man denke nur an die Entwicklungshilfe. Das britische Wissenschaftsministerium hofft auch auf eine transparentere Steuererhebung und spricht sogar von einem europäischen Umsatzsteuersystem. Im Prinzip kann alles, so die Behörde, was heute auf Papier steht, in eine solche Blockchain-Datenbank verlagert werden. Darüber hinaus hätte die dezentrale Lagerung den Vorteil, dass Cyber-Angriffe extrem schwierig werden – vorteilhaft für kritische Infrastrukturen.</p>
<h3>Risiken und Chancen</h3>
<p>Absolute Sicherheit gibt es nicht, das müssen auch die Blockchain-Befürworter eingestehen. So werden zwar Manipulationen von außen extrem unwahrscheinlich, weil immer die Mehrheit des Netzwerkes zustimmen muss. Jedoch kann jeder, der legitim auf eine Kopie der Datenbank zugreifen kann, durchaus auch andere manipulieren. Und extrem gedacht entstehen sogar totalitäre Dystopien: jeder einzelne Coin, den man besitzt, wird zweckgebunden. Hiermit dürfte man nur Lebensmittel kaufen, hiermit nur Produkte für die Gesundheit, hiermit nur Rentenvorsorge betreiben. Wo bleibt da die Selbstbestimmung?</p>
<p>Wie sieht nun die Prognose aus? Die Finanzbranche ist bereits auf den Blockchain-Zug aufgesprungen und wird dem Staat meilenweit voraus sein, sofern sich die Technologie als bereichernd herausstellt. Eine Umstellung auf Blockchain wäre im Allgemeinen jedoch mit großem Aufwand verbunden. Laut des britischen Wissenschaftsministeriums wäre es sogar einfacher, eine komplett neue sichere Infrastruktur aufzubauen, als die bestehende anzupassen. Der Bericht warnt auch davor, schnell und unbedacht zu handeln, da ein solches System langfristig angelegt ist und deshalb gut durchdacht werden muss.</p>
<p><a href="https://www.euroclear.com/en/campaigns/blockchain-in-capital-markets.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein anderer Bericht</a> geht davon aus, dass die systemweite Implementierung in der Wirtschaft mindestens – wenn überhaupt – noch 10 Jahre brauchen wird. Vom Staat ist da noch nicht die Rede. Die Technologie befindet sich in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung. Doch für das britische Wissenschaftsministerium ist die Blockchain die nächste große Disruption des Internet, ja gar der Gesellschaft: die Auswirkungen der Technologie könnten so bedeutend sein wie die Vereinbarungen der „Magna Carta“.</p>
<p>Bild:<a href="https://www.gov.uk/government/news/distributed-ledger-technology-beyond-block-chain" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Government Office for Science UK </a>unter Lizenz: <a href="http://www.nationalarchives.gov.uk/doc/open-government-licence/version/3/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Open Government Licence v3.0</a></p>
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