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	<title>Buchbesprechung &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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		<title>Subkulturwandel durch Blogs</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
In dem von Perseus Publishing 2002 herausgegeben Buch We've got Blog. How weblogs are changing our culture hat Rebecca Blood 34 Beiträge zum Thema Weblog-Kultur aus den Jahren 1999 bis 2002 zusammengestellt. Albert Meirer hat das Buch gelesen und für politik-digital.de rezensiert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
In dem von Perseus Publishing 2002 herausgegeben Buch We&#8217;ve got Blog. How weblogs are changing our culture hat Rebecca Blood 34 Beiträge zum Thema Weblog-Kultur aus den Jahren 1999 bis 2002 zusammengestellt. Albert Meirer hat das Buch gelesen und für politik-digital.de rezensiert.<!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Das Buch „We’ve got blog“ entstammt den frühen<br />
Tagen der Blogosphäre, die sich in einer Fülle unterschiedlicher<br />
Herangehensweisen an das Thema Weblog niederschlägt. Die zumeist<br />
knappen Beiträge sind von passionierten Bloggern oder leidenschaftlichen<br />
Anti-Bloggern verfasst und zum Großteil ursprünglich<br />
im Netz erschienen. Sie beziehen sich teilweise aufeinander, ergänzen<br />
oder dekonstruieren einander; allesamt heraus aus der forschenden<br />
Haltung der Frühphase der Blogger-Selbstreflexion. Einer Zeit,<br />
in der noch nicht von Kommunikationsinfrastruktur, abmahnenden Urheberrechtsanwälten<br />
oder nervenden Spammern und Kommerzialisierern die Rede war. Denn<br />
damals schossen die Metaphern der Wunderkammern, Salons, Movements<br />
und (Medien-) Revolutionen nur so aus dem Boden.
</p>
<p>
<b>Rebeccas Book</b>
</p>
<p>
Rebecca Blood gibt in ihrem Eröffnungs-Essay (<a href="http://www.rebeccablood.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rebecca`s-Pocket</a>)<br />
zunächst die formale Definition vor: „a frequently update<br />
webpage with dated entries, new ones placed on the top &#8211; but that<br />
won`t tell you everything you need to know.“ Sie beschreibt<br />
die Entwicklung von der Frühphase, als Pionierform des Microcontent<br />
bis hin zu späteren Formen, wie dem öffentlichen Tagebuch<br />
und themenspezifischen Community-Weblogs. Blood schildert dabei<br />
ihre Hoffnungen zur Entwicklung von Weblogs in der Zukunft. Eines<br />
ihrer wichtigsten Anliegen: Eine Transformation der „audience“<br />
zur „public“. Weg vom passiven, reflexhaften Konsumenten<br />
des „corporate media“-Konsenses hin zu einem reflektierten,<br />
selbstbewussten Umgang mit der eigenen und öffentlichen Meinung.
</p>
<p>
<b>Our early Days in San Francisco</b>
</p>
<p>
Die folgenden Beiträge sind in Inhalt, Form und Qualität<br />
sehr unterschiedlich, was zum Teil unterhaltend und erhellend wirkt,<br />
andererseits aber auch wundersam und Fragen aufwerfend. <br />
Rebecca Mead beschreibt in ihrem halb-literarischen Beitrag „You´ve<br />
got Blog: How to put Your Business, Your Boyfriend, and Your Life<br />
Online“ den Blogger-Tratsch um das Leben und die Liebe im<br />
San Francisco von Meg und Jason, den Gründern des Blogger-Software-Anbieters<br />
Pyra-Labs. </p>
<p>Dieser stimmungsvoll-naive Beitrag provozierte Joe Clarc zu seinem<br />
Beitrag „Deconstructing ´You´ve got Blog´“.<br />
Er beklagt darin inzestuöse Cliquenbildung, neurotische Selbstdarstellung<br />
und die Tendenz, mehr über Leute zu reden als mit ihnen, was<br />
das demokratische Potential der Weblogs pervertiere. Erstaunlich<br />
viele Beiträge polemisieren gegen die sogenannte „A-List-Elite“<br />
der meistgelesenen Blogger. Sie richten sich gegen eine quasi Sex-and-the-Cityfizierung<br />
des Blog-Phänomens, wodurch die Frage nach den Dimensionen<br />
eines möglichen realen „Cultural Change“ etwas<br />
in den Hintergrund gerät.
</p>
<p>
<b>Bargers Wisdom – <a href="http://www.mattwelch.com/archives/002503.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Robots<br />
Idiocy“</a></b>
</p>
<p>
Julian Dibbell liefert ein Portrait von Jorn Barger, der den Begriff<br />
„blog“ 1997 mit seinem Weblog robotwisdom prägte.<br />
Dibbel beschreibt den blog Barners, der an den Schnittstellen von<br />
Literatur, Wissenschaft und Journalismus angesiedelt ist, als Wunderkammer<br />
unserer Zeit. Barger, der Sammler, der Off-Kultur-Journalist, der<br />
Verfasser eines offenen, niemals endenden Online-Anmerkungsapparats<br />
zu James Joyces „Ullysses“ entzieht sich jeder Bloxploitation<br />
und verkündet: „I live on bread and water, so as not<br />
to submit to the idiots.“ Auch hier berichtet das Buch aus<br />
vermeintlich unschuldigeren Zeiten. Barger sollte seine hart erkämpfte<br />
Freiheit später für heftige anti-israelischen Polemiken<br />
einsetzen. Die Blogger-Community lehnte seine Auslassungen durchwegs<br />
als wirr und dümmlich ab, woraufhin Barger sich verfolgt fühlte<br />
und nach New Mexico verschwand. Für ein langes Jahr sollte<br />
sein Blog schweigen. Er selbst wurde von Bloggern vermisst und gesucht,<br />
wie ein verlorener Vater. Schließlich bloggte er wieder, allerdings<br />
wie manche meinen, ohne den alten Schwung und Witz.
</p>
<p>
<b>Nisten wir jetzt alle im Online-Journal?</b>
</p>
<p>
Zu anderen Bildern greifen diejenigen, die als Autoren oder Journalisten<br />
überzeugend schildern, wie sie neben ihrer professionellen<br />
Tätigkeit zum Bloggen fanden, und was sie daran nicht mehr<br />
loslies. Wie Paul Andrews, Kollumnist der Seattle Times: „Anyone<br />
connected with the WTO protests in Seattle knows, (&#8230;) that by<br />
the radio, newspaper and TV coverage, (&#8230;) alternative voices where<br />
not allowed to be heared.“ Andrews sieht den steigenden Zuspruch<br />
zu Weblogs parallel zur schwindenden Glaubwürdigkeit der „big<br />
media“. Seine Hoffnung: „the garden of information becomes<br />
more diverse.“
</p>
<p>
<a href="http://www.siliconvalley.com/mld/siliconvalley/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dan<br />
Gillmore</a> von den Mercury News beschreibt die Stärken des<br />
neuen Off-Journalismus in der gemeinsamen Meinungsbildung und Selbstaufklärung.<br />
Die Vorteile des Blog-Systems sieht Doc Searls in seiner Fähigkeit<br />
zur Selbstkorrektur, da Zulauf und Veröffentlichung nicht auf<br />
Basis von Macht und Geld, sondern durch gegenseitige Zustimmung<br />
und Verstärkung auf der Basis von Qualität organisiert<br />
werden. Er fühlt sich aufgrund der größeren Nähe<br />
zum sozialen Leben in den Weblogs an den Topos des Bazars versetzt,<br />
den er als weniger „entfremdende“ Frühform des<br />
Marktes visualisiert. </p>
<p>Eine neue Salon-Kultur sieht <a href="http://davenet.scripting.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David<br />
Winer</a> wachsen, da die Community–Weblogs sich als unverzerrte<br />
Orte ungezwungener Kommunikation bewähren, denen die korrekte<br />
Langeweile fremd ist.
</p>
<p>
<b>Intergalaktisches und Globales</b>
</p>
<p>
Abgerundet wird die bunte Zusammenstellung, in der auch Pessimisten<br />
und Skeptiker nicht zu kurz kommen, durch einige Hinweise fürs<br />
Ausprobieren und Selbermachen. Ein informatives Glossar und gut<br />
sortierte Link-Listen am Ende des Buches helfen dabei weiter. Natürlich,<br />
Sie können alle Artikel des Buches auch im Netz bekommen. Die<br />
Druckversion hat auch einige Ablehnung durch Blogger hervorgerufen,<br />
weil sie die Texte aus dem Zusammenhang reiße und die Links<br />
auf Papier nicht funktionieren. Die Lösung aus den Links Fußnoten<br />
zu machen ist allerdings durchaus gelungen. Außerdem ist die<br />
Übertragung blogospherischer Diskurse in das Gutenberg-Universum<br />
nicht ohne Reiz, da die Texte auch in Buchform teilweise funktionieren<br />
und neue Kontexte bilden.
</p>
<p>
<br />
Inzwischen steht das Bloggen auch im europäischen und globalen<br />
Zusammenhang von Debatten um eine sinnvolle Weiterentwicklung der<br />
Online-Kommunikation. Auch so gesehen sind die im Buch versammelten,<br />
grundlegenden Diskurse aus den Anfängen des amerikanischen<br />
Bloggens in jedem Fall eine Lektüre wert.</p>
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