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	<title>Buchvorstellung &#8211; politik-digital</title>
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	<description>Information, Kommunikation, Partizipation</description>
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	<title>Buchvorstellung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Wegweiser durch das „Wir-Netz“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 11:01:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Cloud-Computing]]></category>
		<category><![CDATA[Katrin Viertel]]></category>
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		<category><![CDATA[Wolfgang Macht]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche Regeln brauchen Privatpersonen, Familien und Unternehmen für einen effizienten und zugleich verantwortungsbewussten Umgang mit den stetig zunehmenden Kommunikations- und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wegweiser-durch-das-%e2%80%9ewir-netz/wir_ohne_grenzenfinal/" rel="attachment wp-att-13475"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignleft size-large wp-image-13475" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Wir_ohne_Grenzenfinal-630x341.jpg" alt="" width="630" height="341" /></a>Welche Regeln brauchen Privatpersonen, Familien und Unternehmen für einen effizienten und zugleich verantwortungsbewussten Umgang mit den stetig zunehmenden Kommunikations- und Distributionskanälen des Web 2.0? Katrin Viertel und Wolfgang Macht haben mit dem Band „Wir ohne Grenzen“ soeben eine Bestandsaufname in Buchform veröffentlicht.</p>
<p>Das Internet ist, spätestens seit dem Übergang in das Web 2.0-Zeitalter, so schnell in Bewegung, dass der Versuch, es festzuhalten und einen halbwegs aktuellen Überblick über Tools, Akteure und Prozesse des „Mitmach-Netzes zu gewinnen, zu einer regelrechten Herausforderung geworden ist. Die <a title="Netzpiloten" href="http://www.netzpiloten.com/wir-ohne-grenzen.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netzpiloten AG</a> präsentiert das Thema „Social Media in Firma und Familie“ nichtsdestotrotz seit wenigen Tagen in komprimierter Buchform.</p>
<p>In den sechs Kapiteln „Mitteilen“, „Leben“, „Arbeiten“, „Lernen“, „Teilen“ und „Spielen“, die jeweils durch Statements und Interviews mit Praktikern aus Unternehmen und Jugendschutz angereichert wurden, geben die Medienpädagogin Katrin Viertel und der Internet-Unternehmer Wolfgang Macht, Vorstandsmitglied von politik-digital.de/poldi-net, e.V., einen grafisch äußerst ansprechend gestalteten Überblick über die Potenziale der Social Media-Nutzung für Büros und Unternehmen. Sie stellen zudem innovative Anwendungen vor und geben Anhaltspunkte dafür, wie eine verantwortungsvolle und zeitgemäße Mediennutzung innerhalb der Familie organisiert werden kann. Verbote, dies machen die Verfasser bereits zu Beginn klar, helfen zwar nicht weiter, jedoch sollten mit Kindern und Jugendlichen klare Zeit- und Verhaltensabsprachen für die Nutzung von Netz und Konsole getroffen werden.</p>
<h3>Brauchen Teenager soziale Netzwerke zum Flirten?</h3>
<p>Das Thema Cybermobbing, bereits in der Vergangenheit immer wieder Grund für politische Diskussionen rund um das Thema Jugendschutz im Internet, ist nur ein Aspekt des neuen Buches. Durch die neuen Möglichkeiten mobiler Internetnutzung und die Verbreitung innovativer Kommunikationskanäle wird die Beherrschung von Datenschutzstandards und die verbindliche Einigung auf ein entsprechendes Bewusstsein immer drängender. In dem unter einer CreativeCommons-Lizenz veröffentlichten Band wird Eltern dazu geraten, sich Medienkompetenz anzueignen, mit ihren Kindern auf Augenhöhe über das Thema zu diskutieren und sich den Wünschen ihrer Kinder nach Partizipation in sozialen Netzwerken keinesfalls zu verschließen. Die Kompetenz, diese Kanäle zu nutzen ist, das wird schnell deutlich, längst Grundvoraussetzung für erfolgreiche Kommunikation im Privat- wie Berufsleben.</p>
<h3>Arbeiten in der Cloud</h3>
<p>In einem weiteren Kapitel des gut 100 Seiten starken Buches geben Viertel und Macht einen Überblick über wirtschaftliche Chancen und vielversprechende mobilie Anwendungen. Neben zahlreichen Hinweisen auf aktuelle Erfolgsmodelle und zukünftige Trends beim Thema E-Commerce beschäftigen sich die Verfasser auch mit der sich grundlegend wandelnden Arbeitswelt und der Frage, ob und wenn ja, wie Unternehmen die Social Media-Nutzung ihrer Angestellten kontrollieren sollten. Gerade vor dem Hintergrund der Tatsache, dass berufliches und privates Kommunizieren in immer mehr Branchen nur noch schwer voneinander zu trennen ist.</p>
<p>Trotz aller in dem Buch versammelten Ratschläge zum sicheren und bewussten Verhalten im Web 2.0: Auch der Spaß kommt nicht zu kurz und so schließt die Überblicksdarstellung mit Begriffsklärungen zu den Themen „Flashmob“ und „Spieleindustrie“ ab.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ist es möglich, ein derart fluides Thema wie die Entwicklung des Web 2.0 in Buchform darzustellen? Der Mehrwert des nun vorliegenden Buches liegt ohne Zweifel in der Dichte der zu Wort kommenden Sachverständigen. Über die, wie Wolfgang Macht es einleitend nennt, „mitreißend kreative Jugendphase der Social Media-Bewegung“ bietet die Publikation jedenfalls einen vielschichtigen und kenntnisreichen Überblick, dessen Nutzen nicht zuletzt in den zahlreichen weiterführenden Links liegt.</p>
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		<title>Data Unser &#8211; Wie Daten intelligent genutzt werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sophie Bachmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 18:03:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Data Mining]]></category>
		<category><![CDATA[Buchvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Björn Bloching]]></category>
		<category><![CDATA[Lars Luck]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Ramge]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Datensammelwut von Unternehmen ist längst keine Ausnahme mehr. Marketingexperten prahlen damit, die Wünsche ihrer Kunden bereits vor der Bestellung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/data-unser-wie-daten-intelligent-genutzt-werden/m/" rel="attachment wp-att-13533"><img decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13533" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/m.jpg" alt="" width="630" height="380" /></a>Die Datensammelwut von Unternehmen ist längst keine Ausnahme mehr. Marketingexperten prahlen damit, die Wünsche ihrer Kunden bereits vor der Bestellung zu kennen. Auch in der Politik werden personenbezogene Daten genutzt, um Wahlwerbung individuell auf Bürger abzustimmen. politik-digital.de sprach mit den Autoren des Buches „Data Unser: Wie Kundendaten die Wirtschaft revolutionieren“ über gläserne Kunden und durchschaubare Wähler.</p>
<p>Wenn die Brotverkäuferin schon vor der Bestellung weiß, welche Brötchen wir kaufen, freuen wir uns über die persönliche Behandlung. Die Kunden großer Online-Händler kennen ihre Verkäufer nicht mehr persönlich, doch ihre Vorlieben werden in riesigen Datenbanken gespeichert, so dass Produktangebote individuell auf sie zugeschnitten werden können.<br />
Doch wie funktionieren diese Mechanismen und wie erfolgreich sind neue Marketingstrategien? Björn Bloching, Lars Luck und Thomas Ramge beschreiben in ihrem im Januar erschienenen Buch „Data Unser: Wie Kundendaten die Wirtschaft revolutionieren“, wie personalisierte Werbung im Internet erfolgreich eingesetzt wird.</p>
<p>Prof. Dr. Björn Bloching ist Marketing- und Vertriebschef der Unternehmensberatung Roland Berger  und Experte für Corporate Responsibility. Sein Kollege Lars Luck ist Partner bei Roland Berger und Leiter der Practice Group Vertrieb. Der Wirtschaftsjournalist Thomas Ramge ist fester Autor beim Wirtschaftsmagazin brand eins. Er hat diverse Sachbücher veröffentlicht und wurde mehrfach ausgezeichnet.</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/data-unser-wie-daten-intelligent-genutzt-werden/dataunser-2/" rel="attachment wp-att-13378"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-13378" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/DataUnser1-195x119.png" alt="" width="195" height="119" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Interview mit politik-digital.de sprechen Björn Bloching und Thomas Ramge über intelligente Datennutzung und geben Auskunft darüber, wie Data-Mining auch im politischen Marketing eingesetzt wird und welche Vorteile Wähler davon haben können.</p>
<h6>Was hat Sie an dem Thema Data-Mining interessiert?</h6>
<p><strong>Björn Bloching </strong>: Wir sehen in vielen Projekten, dass das Sammeln und Auswerten der richtigen Daten Unternehmen bereits heute große Vorteile gegenüber ihren Wettbewerbern verschafft. Es ist daher kein Wunder, dass sich mittlerweile eine ganze Industrie rund um Kundendaten bildet. Auf der anderen Seite stecken gerade viele europäische Unternehmen noch in den Kinderschuhen auf dem Weg zum &#8220;analytical Competitor&#8221;. Hier ist also noch viel zu tun. Und außerdem sind wir überzeugt, dass die Diskussion um den gläsernen Konsumenten etwas mehr versachlicht werden muss. Kurzum: Wir greifen mit „Data Unser“ ein hoch spannendes Thema auf, das für weite Kreise der Bevölkerung relevant und interessant zu lesen ist.</p>
<h6>Daten zu sammeln und zu analysieren ist ein klassisches Marketingverfahren. Sie beschreiben nun, wie sich dieses Verfahren in Zeiten des Internet verändert, personalisierte Informationen immer genauer werden &#8211; und damit extrem wichtig für Unternehmen. Sind diese Verfahren auch im politischen Marketing vorstellbar, sprich im Wahlkampf oder in der Parteien- und Kampagnenwerbung?</h6>
<p><strong>Björn Bloching </strong>: Im Kern versuchen Unternehmen und politische Parteien dasselbe: Ihre (potenziellen) &#8220;Kunden&#8221; besser zu verstehen und ihnen maßgeschneiderte Angebote zu unterbreiten und gezielt mit ihnen zu kommunizieren. Insofern kann man die von uns beschriebenen Verfahren prinzipiell auch im politischen Raum einsetzen. Allerdings haben es Partien tendenziell schwerer, an die richtigen Daten zu kommen, und außerdem müssen sie noch viel genauer als Unternehmen erklären, welchen Nutzen die &#8220;Kunden&#8221; davon haben, dass Parteien ihre Daten verwenden.</p>
<h6>Welche sind die Verfahren, die im politischen Rahmen eingesetzt werden? Was ist der konkrete Nutzen für Bürgerinnen und Bürger?</h6>
<p><strong>Thomas Ramge </strong>: Auf den ersten Blick nützt datenbasiertes „Profiling“ von Bürgern in ihrer Funktion als Wähler vor allem den Kampagnen-Managern. Das wird in den USA schon länger praktiziert.  Sie wissen, wen sie wie ansprechen müssen, um einen Wechselwähler zu überzeugen oder jemanden zu motivieren, doch zur Wahl zu gehen. Auch in der analogen Welt geschieht dies ja bereits auf der Basis soziodemografischer Daten von Vierteln und Straßenzügen. Nach dem Motto: In dieser Gegend wohnen viele Menschen aus diesem oder jenem Sinusmilieu und die müssen wir auf eine bestimmte Art und Weise ansprechen, um sie zu überzeugen. Bei Bürgern, die grundsätzlich an den Positionen von Parteien interessiert sind, könnten gezielte Informationen, die nicht als platte Wahlwerbung rüberkommen, als Informationsgewinn wahrgenommen werden. Darüber hinaus gibt es allerdings noch eine viel größere Dimension: Eine bessere Datengrundlage zu dem, was Bürger wollen, sollte langfristig auch zu besseren Entscheidungen führen. Evidenzbasierte Politik lautet hier das entscheidende Stichwort. Intelligente Datenanalyse und darauf basierte politische Entscheidungen können langfristig die Akzeptanz von Politik erhöhen. Damit wäre in der Demokratie allen gedient.</p>
<h6>Wie wird sich das Thema bei uns entwickeln, was glauben Sie, wie eine moderne Partei Data-Mining z.B. in sozialen Netzwerken betreiben sollte? Welche Vorteile kann der Bürger davon haben? Kennen Sie Beispiele?</h6>
<p><strong>Björn Bloching </strong>: Bereits heute gibt es Bürgerentscheide via Social Media und wir gehen davon aus, dass wir hier erst am Anfang einer Entwicklung stehen. Gerade wenn es um Tagespolitik und nicht um Wahlwerbung geht, kommen wir damit aber automatisch in die vom Medium unabhängige Diskussion plebiszitärer Elemente in unserer Demokratie: Inwieweit soll Politik auf aktuelle Meinungen eingehen, wo fängt kurzatmige, opportunistische Politik an?</p>
<p><strong>Thomas Ramge</strong> : In der australischen Stadt Melbourne hat die Stadtregierung mal zu einen Crowdsourcing-Prozess bei der Planung eines großen Areals am Rande der Innenstadt aufgerufen. Engagierte Online-Bürger, darunter viele Architekten und Stadtplaner, nahmen sich dann der Sache in einer Online-Community an, reichten Entwürfe ein, diskutierten, verbesserten und stimmten schließlich auch über den besten Entwurf ab. Natürlich hat ein solcher, radikaldemokratischer Planungsprozess auch Schwächen. Der Geschmack der Masse muss ja nicht immer der beste sein. Aber zumindest wird es bei einem so radikalen Beteiligungsverfahren deutlich weniger Ablehnungsreaktionen geben, als bei Infrastruktur-Entscheidungsverfahren, wie wir sie heute anwenden.</p>
<h6>Sie beschreiben, wie wir als Verbraucher vom modernen Data-Mining profitieren können. Andererseits haben sich Hacker schon oft illegal Zugang zu Kundendaten verschafft. Könnte das nicht auch bedeuten, dass  unsere Daten und Profile in falsche Hände kommen könnten?</h6>
<p><strong>Thomas Ramge</strong> : Natürlich besteht diese Gefahr und wir sehen ja auch, dass Cyberkriminalität jeglicher Couleur Jahr für Jahr zunimmt. Für Unternehmen mit sensiblen Kundendaten bedeutet dies schlicht, dass sie ihre IT-Systeme mit hohem Aufwand absichern müssen. Bei der Sicherheit darf nicht gespart werden und schon gar nicht, wenn Cloud-Anwendungen im Spiel sind. Es wird nie absolute Sicherheit geben, aber die Datenskandale der letzten Jahre haben  gezeigt, dass Nachlässigkeit in der IT-Sicherheit der beste Freund der Hacker ist.</p>
<h6>Aktuell stehen die Verfahren der Datenerhebung, -speicherung und -verknüpfung durch Facebook und Google stark in der Kritik. Ist die Kritik gerechtfertigt oder wollen diese Konzerne uns Verbrauchern nur helfen, maßgeschneiderte Produkte und Informationen zu finden?</h6>
<p><strong>Thomas Ramge</strong> : Die Kritik ist in einigen Punkten sicher gerechtfertigt, aber in unserer Wahrnehmung wird die Debatte besonders in Deutschland ein wenig zu hitzig geführt, insbesondere von einigen professionellen Datenschützern. Datenbasiertes Marketing funktioniert aber langfristig nur, wenn Verbraucher einen Mehrwert für sich erkennen können. Mit Spionagemethoden wird kein seriöses Unternehmen langfristig Erfolg haben. Der Schuss würde nach hinten losgehen. In den kommenden Jahren werden sich eine Reihe Unternehmen den Ruf erarbeiten müssen, mit Daten seriös und zum beiderseitigen Vorteil von Anbieter und Kunden umzugehen. Diese Unternehmen werden am stärksten von der Datenrevolution profitieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Innovative Piraten und die Frauen-Union</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 13:09:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Politik2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Buchvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[E-Government 2.0]]></category>
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					<description><![CDATA[Sie twittern aus dem Bundestag, ändern ihren Beziehungsstatus bei Facebook, produzieren Video‐Podcasts und laden ihre Reden auf YouTube hoch – das Web 2.0 hat längst auch die als altmodisch geltenden Volksvertreter erreicht. politik-digital.de-Vorstand Christoph Bieber hat in seinem neuen Werk &#34;politik digital - Online zum Wähler&#34; den Bogen zwischen alten und neuen Medien, zwischen Alter und Neuer Welt gespannt. Das Buch erscheint am 1. Oktober, unser Rezensent Jochen Zenthöfer hat es bereits gelesen.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Sie twittern aus dem Bundestag, ändern ihren Beziehungsstatus bei Facebook, produzieren Video‐Podcasts und laden ihre Reden auf YouTube hoch – das Web 2.0 hat längst auch die als altmodisch geltenden Volksvertreter erreicht. politik-digital.de-Vorstand Christoph Bieber hat in seinem neuen Werk &quot;politik digital &#8211; Online zum Wähler&quot; den Bogen zwischen alten und neuen Medien, zwischen Alter und Neuer Welt gespannt. Das Buch erscheint am 1. Oktober, unser Rezensent Jochen Zenthöfer hat es bereits gelesen.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Obamas Stern sinkt, aber sein Wahlkampf fasziniert noch immer – nicht zuletzt im vermeintlich alten und trägen Europa. Wie es der Demokrat mit modernsten Mitteln schaffte, die Mehrheit der Wähler und der Bundesstaaten auf seine Seite zu ziehen ist Vorbild für viele deutsche Politiker geworden. Zwar wurde in den vergangenen Monaten oft gewarnt, dass sich Obamas Kampagne nicht 1:1 übertragen lasse (wer mag dem widersprechen?), doch viele seiner Methoden und Ideen lohnen einer intensiveren Betrachtung. Genau dies leistet das verständlich verfasste Werk „politik digital“ von Christoph Bieber, Politikwissenschaftler an der der Justus-Liebig-Universität Gießen.
</p>
<p>
<b>Passgenau zur Zielgruppe</b>
</p>
<p>
Kernstück der Kampagne war eine Datenbank: „Durch die stetig wachsende Zahl der Registrierungen im Netzwerk (oder durch den Ankauf frei verfügbarer Adressdatenbanken) war die Kampagne stets in der Lage, passgenaue Informationen über die potenzielle Zielgruppe vor Ort zu übermitteln. Das Resultat waren multimediale Online-Tutorials, die etwa mithilfe eines kurzen Videofilms in die Technik des Canvassing einführten, dem wichtigen Klinkenputzen bei unentschlossenen Wählern. In solchen Anleitungen wurden auch Argumentationshilfen und Leitfäden für Telefonanrufe verteilt, und die immer umfassender werdende Adress-Datenbank lieferte gleich eine Liste mit Telefonnummern im eigenen Vorwahlbereich dazu.“
</p>
<p>
<b>Innovative Piraten</b>
</p>
<p>
Gegen die 2,4 Mio. Obama-Fans bei Facebook (am Tag der Präsidentenwahl) war die Beteiligung an den Online-Netzwerken von CDU oder SPD bei der Bundestagwahl 2009 bescheiden, analysiert Bieber. Er weist allerdings zu Recht darauf hin, dass es in Amerika auch kein solch bereites Geflecht von Ortsverbänden, Unterbezirken und Sonderorganisationen (wie „Jusos“ oder „Frauen-Union“) gibt. Viele Parteianhänger engagieren sich vor Ort, und benötigen das Netz nicht dazu. Als „die eigentliche Innovation des Superwahljahres 2009“ bezeichnet Bieber den „Online-Wahlkampf der Piratenpartei“: „Der von den etablierten Parteien häufig ausgerufene, aber kaum realisierte »Mitmach-Wahlkampf« hat unter der Piratenflagge sehr wohl stattgefunden. Die zentralen Elemente der Piratenkampagne setzten nicht auf komplexe Portalstrukturen, sondern auf einfache, textorientierte Angebote mit einem umfangreichen Wiki im Mittelpunkt.“ Die Piratenpartei erreichte damit immerhin zwei Prozent der Wählerstimmen &#8211; blieb nach der Wahl allerdings, anders als die Grünen 1980, farblos und fuhr bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nicht mal mehr ein Prozent ein.
</p>
<p>
<b>Bekannt durch &quot;Zensursula&quot;</b>
</p>
<p>
Twitter, Zensursula, E-Petition im Bundestag, Barcamps: „Politik im und mit dem Internet bringt nicht nur neue Kommunikationsroutinen, sondern auch neue Akteure hervor.“ Ein Beispiel ist die Berliner Mediengestalterin Franziska Heine als Gesicht der Zensursula-Kampagne. Heine hatte die E-Petition zum Thema eingebracht und wurde sofort gefragte Interviewpartnerin – bei neuen und bei traditionellen Medien. Bieber hat einen umfassenden und lesenswerten Überblick über digitale Politik verfasst, der alle entscheidenden Entwicklungen der letzten Monate und Jahre beschreibt und zusammenführt. Sind wir gespannt wie es weitergeht!
</p>
<p>
<b><i>Das Buch ist erschienen im blumenkamp Verlag, hat 130 Seiten und kostet 15 Euro.<br />
</i></b></p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Wer archiviert eigentlich Twitter?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/wer-archiviert-eigentlich-twitter-4672/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 15:55:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Archivierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
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					<description><![CDATA[„Soziale Netze in der digitalen Welt“, ein Buch über soziale Netzwerke und deren Eingebundenheit in soziale, ökonomische und juristische Kontrollstrukturen. Unser Autor Jochen Zenthöfer hat es gelesen, und findet es nicht nur für Web 2.0-Laien interessant.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Soziale Netze in der digitalen Welt“, ein Buch über soziale Netzwerke und deren Eingebundenheit in soziale, ökonomische und juristische Kontrollstrukturen. Unser Autor Jochen Zenthöfer hat es gelesen, und findet es nicht nur für Web 2.0-Laien interessant.<!--break--></p>
<p>
Zu Bundestagsdebatten oder Abstimmungen gibt es Protokolle. Hier lässt sich noch Jahre später nachlesen, was geschehen ist oder wie entschieden wurde. Ebenso werden Wahlkämpfe dokumentiert, Flugblätter archiviert und Fernsehspots der Parteien aufbewahrt. Chronisten finden in den unterschiedlichsten Bibliotheken und Archiven ausreichend Material. Selbst Radiosendungen versenden sich nicht – sie werden aufgezeichnet. Erfassen wir damit die gesamte öffentliche Debatte? Nein. Denn wer archiviert zum Beispiel Twitter?
</p>
<p>
<b>Auch Bundespräsidenten twittern<br />
</b>
</p>
<p>
Schon eine Viertelstunde vor Veröffentlichung des Ergebnisses der Bundespräsidentenwahl 2009 twitterte der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber – ja was denn eigentlich? In diesem Buch kann man es nachlesen: „Auszählung dauert lange. Gerücht: Köhler hat 613 Stimmen. Das wäre genau die kleinste Mehrheit.“ Ein Gerücht, das er selber zwei Minuten später bestätigte: „Nachzählung bestätigt: 613 Stimmen. Köhler ist gewählt!“
</p>
<p>
<b>Ein Buch für die Enkel und Web 2.0-Laien<br />
</b>
</p>
<p>
Unsere Enkel werden uns einmal fragen, was Twitter war und weshalb man früher auf Papier abgestimmt ab. Ihnen, aber nicht nur ihnen, sei der Blick in das Werk „Soziale Netze in der digitalen Welt“ empfohlen (zu twitternde Politiker der Beitrag von Andreas Jungherr ab Seite 99). Es gibt einen Einblick in die Diskussionen über politische Partizipation, Veränderungen des Urheberrechts, Kunden als Koproduzenten und Persönlichkeitsentfaltung im Netz nach Stand 2009. Wie es mit dem Internet so ist: nach Drucklegung bereits in Teilen überholt, aber dennoch spannend, beobachtend, erklärend, einordnend, und zwar insbesondere für den Web 2.0-Laien (wie viele unserer Politiker), die das lieber auf Papier studieren wollen als am Bildschirm.
</p>
<p><b>Praktisch orientiert und juristisch fundiert<br />
</b></p>
<p>
Insofern protokolliert dieses Buch den Stand der sozialen Netze in der digitalen Welt &#8211; und das nicht rein wissenschaftlich, sondern praktisch orientiert und juristisch fundiert. Das ist vor allem dem Autorenteam zu verdanken. Die Herausgeber Martin Eifert und Thomas Groß sind Professoren für Öffentliches Recht an der Universität Gießen; Christoph Bieber ist dort wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politikwissenschaft. Jörn Lamla ist Akademischer Rat am Institut für Soziologie der Universität Jena. Gemeinsam veranstalteten sie Herbsttagung des Zentrums für Medien und Interaktivität der Universität Gießen im Oktober 2008. Die Beiträge sind auf dem Stand von Sommer 2009. </p>
<p class="MsoNormal">
<!--[endif]--><o:p></o:p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Mächtig empirisch</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/maechtig-empirisch-4439/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 10:32:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Weblog]]></category>
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					<description><![CDATA[Über vier Jahre vom Projektantrag über eine groß angelegte Befragung und Inhaltsanalyse bis hin zur Publikation: &#34;Journalismus im Internet&#34; will das Online-Medienschaffen neu vermessen. Mit der technischen Entwicklung Schritt halten kann der Band aufgrund der langen Bearbeitungszeit natürlich nicht - obwohl auch journalistische Weblogs zum Online-Journalismus gezählt wurden.
<p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Über vier Jahre vom Projektantrag über eine groß angelegte Befragung und Inhaltsanalyse bis hin zur Publikation: &quot;Journalismus im Internet&quot; will das Online-Medienschaffen neu vermessen. Mit der technischen Entwicklung Schritt halten kann der Band aufgrund der langen Bearbeitungszeit natürlich nicht &#8211; obwohl auch journalistische Weblogs zum Online-Journalismus gezählt wurden.</p>
<p>
<!--break-->
</p>
<p>
Der von Christoph Neuberger, Christian Nuernbergk und Melanie Rischke herausgegebene Sammelband definiert  Journalismus nicht über das Verbreitungsmedium. Vielmehr sollten funktionelle Äquivalente zum traditionellen Journalismus in Zeitungen oder im Radio erfasst und ebenfalls untersucht werden.
</p>
<p>
<b>Viele Blogs fielen raus </b>
</p>
<p>
Viele Weblogs jedoch überstanden aber den Kriterientest der Wissenschaftler nicht, der unter anderem Aktualität, regelmäßiges Erscheinen und Universalität in den Themen umfasste (es scheiterten aber auch die Internetangebote einiger klassischer Medien wie Radiosender). Die Autoren folgern daraus, dass Blogger &quot;im Wesentlichen komplementäre und nur punktuell journalistische Leistungen erbringen.&quot; Professionellen und organisierten Journalismus könnten sie nicht ersetzen. Für die Öffentlichkeit seien die Blogs dennoch bedeutsam: Als Quelle für Informationen und als Ort der Anschlusskommunikation und kritischer Auseinandersetzung mit Journalismus.
</p>
<p>
Im Gegensatz zu den Blogs wiederum schöpften viele Angebote die Multimedia- und Partizipationschancen des Internets nicht aus, stellen die Autoren fest.
</p>
<p>
<b>Bestandsaufnahme </b>
</p>
<p>
Das knapp 350 Seiten starke Werk ist eine Bestandsaufnahme des Journalismus im Internet &#8211; nicht mehr und nicht weniger.  Den überwiegenden Teil des Bandes nehmen Bestandsaufnahme, Definition, Modelle und Methoden ein, die Forschungsergebnisse werden im Vergleich deutlich kürzer abgehandelt. Dennoch hebt sich der Band durch seine konsequent empirische Ausrichtung aus der Masse der wissenschaftlichen Journalismus-Literatur ab.</p>
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		<title>Rezension: Lernen von Obama?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 May 2009 18:27:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Buchvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[E-Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>
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					<description><![CDATA[&#34;Lernen von Obama?&#34; ist ein Kompendium zum Thema „Das Internet als Ressource und Risiko für die Politik“. Unser Autor Jochen Zenthöfer hat es gelesen, kürt in seiner Rezension den langweiligsten Beitrag und arbeitet den Wunsch der Autoren des Bandes heraus.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&quot;Lernen von Obama?&quot; ist ein Kompendium zum Thema „Das Internet als Ressource und Risiko für die Politik“. Unser Autor Jochen Zenthöfer hat es gelesen, kürt in seiner Rezension den langweiligsten Beitrag und arbeitet den Wunsch der Autoren des Bandes heraus.<!--break--></p>
<p>
<b>Tatsache:</b> Immer weniger Menschen beteiligen sich in Parteien und Politik (Seite 37).</p>
<p><b>Möglichkeit:</b> Das Internet erlaubt ganz neue Formen von Kommunikation und Partizipation (Seiten 47ff.).</p>
<p><b>Test:</b> US-Wahlkampf von Barack Obama 2009 (Seiten 185ff.).</p>
<p><b>Ergebnis:</b> Obama sammelte 10 Millionen E-Mail-Adressen, fünf Millionen Mobiltelefonnummern und vier Millionen Spendernamen (Seite 8). Die beiden US-Parteien haben eigene Datenbanken aufgebaut, die bis zu 400 Merkmale pro Person bieten und damit ein effizientes Targeting ermöglichen (Seite 138). <br />
<b><br />
Nebenwirkung:</b> Obama musste sich für Predigten seines früheren Pastors Wright entschuldigen. Diese Predigten kursierten als Videos im Netz. Sie zu entfernen war nicht möglich (Seite 23).</p>
<p><b>Deutschland:</b> Kinder befragten im Juni 2007 Politiker für das ARD-Morgenmagazin nach ihrem Verhältnis zum Internet. „Auf die Frage, was ein Browser sei, reagierten Brigitte Zypries, Peter Struck und Hans-Christian Ströbele komplett ratlos“ (Seite 65).</p>
<p><b>Im Zugzwang:</b> Die Pressestelle der CDU Deutschlands teilte Ende Mai 2009 mit: „Die Sympathiewerte für Angela Merkel brechen immer neue Rekorde. Bereits 39.039 Menschen unterstützen die Vorsitzende der CDU Deutschlands im Internet. 20.872 &quot;Freunde&quot; bei StudiVZ, 8.791 Fans bei facebook und 9.376 Mitglieder im teAM Deutschland zeigen: Auch online liegt Angela Merkel weit vor ihren politischen Konkurrenten.“</p>
<p><b>Aber:</b> Die Videocasts der Kanzlerin bieten keine Rückkanal-Funktion an (Seite 74). Die Webseiten der CDU Deutschlands entsprechen – bis auf die Startseite – nicht modernen Web 2.0-Standards. Einige Links gehen fehl. </p>
<p><b>Vorbild:</b> In Großbritannien gibt es schon lange gelungene Online-Dialoge zwischen Bürgern und Politik, eines der ersten war <a href="http://www.tellparliament.net" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.tellparliament.net</a> (Seite 29). <br />
<b><br />
Ziel:</b> „Während von den Teilnehmern erwartet wird, neue Aspekte in die eigene Position aufzunehmen, und die eigene Sicht der Dinge zu hinterfragen und zu erweitern, muss den Teilnehmern seitens der Politik das Gefühl vermittelt werden, auch faktisch und nicht bloß symbolisch mitwirken zu können.“ (Seite 35)<br />
<b><br />
Fazit:</b> „Es gibt einen Markt, eine Nachfrage nach neuen Wegen der direkten Kommunikation. Wenn politische Kommunikation dies nicht zu nutzen weiß, vergibt sie eine Chance.“ (Seite 61)</p>
<p><b>Positive erste Ansätze:</b> Die E-Petition, die seit 1. September 2005 beim Deutschen Bundestag möglich ist (Seite 67). Das Angebot <a href="http://www.direktzurkanzlerin.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">www.direktzurkanzlerin.de</a> von Studenten verschiedener Hochschulen – hier antwortet das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung im Auftrag von Angela Merkel auf Fragen (Seite 74). <br />
<b><br />
Wunsch der Autoren des Bandes:</b> Endlich anerkennen, dass in einigen Bereichen längst ausreichend Erfahrungen vorliegen, sodass nicht weitere Modellprojekte initiiert werden müssen (Seite 76). </p>
<p><b>Der langweiligste Beitrag in diesem Sammelband:</b> … stammt von Steffi Lemke, Bundesgeschäftsführerin der Grünen, mit dem Titel: „Politik ist Dialog. Webbasierte Politikkommunikation in der politischen Praxis aus „grüner“ Sicht.“ (Seiten 117 – 124). Nur wenn grün gleich langweilig meint, passt diese Überschrift. Keine eigene Meinung, alles offen gelassen, Binsenweisheiten. Dazu passt, dass der grüne Europawahlkampf mit dem „WUMS“ fade und unklar wirkt. </p>
<p><b>Der wichtigste Satz:</b> „In der Goldgräberstimmung wird aber oft übersehen, dass Technik eben nur ein Mittel ist. Sie ist neutral, in die ein oder andere Richtung brauchbar oder missbrauchbar.“ (Seite 157)</p>
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		<title>Theorie des Onlinejournalismus: Es besteht Forschungsbedarf</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/theorie-des-onlinejournalismus-es-besteht-forschungsbedarf-4054/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jzenthoefer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 09:36:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinejournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Buchvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk Recherche]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Internet hat alles verändert. Freunde finden, Freunden schreiben, Freunde treffen – all das geht heute virtuell. Wir verändern das Netz, und das Netz verändert uns. Das ist klar. Wie aber geht es mit den Journalisten um? Wie reagieren die Informationsmacher auf das neue Medium? Sehen Sie es als Chance oder Bedrohung? Und: Wie verändert das schnelle Medium Internet den schnell sein müssenden Journalismus?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internet hat alles verändert. Freunde finden, Freunden schreiben, Freunde treffen – all das geht heute virtuell. Wir verändern das Netz, und das Netz verändert uns. Das ist klar. Wie aber geht es mit den Journalisten um? Wie reagieren die Informationsmacher auf das neue Medium? Sehen Sie es als Chance oder Bedrohung? Und: Wie verändert das schnelle Medium Internet den schnell sein müssenden Journalismus?<!--break--></p>
<p>
Thorsten Quandt (Juniorprofessor an der FU Berlin) und Wolfgang Schweiger (Vertretungsprofessor an der TU Dresden) haben als Herausgeber des Bandes „Journalismus online – Partizipation oder Profession?“ Antworten auf diese Fragen gesucht. Die 18 Beiträge reichen von der wissenschaftlichen Darstellung der Journalismusforschung zum Thema Internet zu ganz praktischen Beschreibungen von Podcasting oder Weblogs. Unter den Autoren finden sich Elvira Steppacher (ifp-Geschäftsführerin), Christoph Neuberger (Professor in Münster) und Dirk von Gehlen (Chefredakteur von jetzt.de).
</p>
<p>
<b>Online-News mit eigener Sprache<br />
</b>
</p>
<p>
Was haben die Autoren für den politischen Journalismus herausgefunden? Online-Nachrichten sind nicht einfach ins Netz transferierte Zeitungen. So schreibt Thorsten Quandt: „Im Online-Bereich bekommt der Leser ein deutlich anders akzentuiertes Nachrichtenrepertoire zu sehen, und auch die Tonalität der Berichterstattung weicht vom Print ab. Die Qualität von Online-Nachrichten liegt damit nicht einfach in der Ausnutzung aller technologischen Optionen. Vielmehr scheinen die webbasierten Nachrichten eigenständige, medienspezifische Themenstrukturen und Sichtweisen abzubilden.“ Dadurch würden sie sich, so der Autor, nach und nach von den traditionellen Medien (insbesondere dem Print-Bereich) abnabeln. Sie finden eine eigene Identität und Sprache.
</p>
<p>
<b>Journalistischer Qualitätsverlust<br />
</b>
</p>
<p>
Wie wird für politische Berichterstattung recherchiert? Antwort: Über Google. Dabei nutzen Journalisten fast ausschließlich die Standard-Suchfunktion, fast nie „Google News“ und noch seltener andere Suchmaschinen. Fast immer wird nur die erste Ergebnisseite überfolgen – die dritte Seite wird nie mehr in Betracht gezogen. Nicht beantwortet wird die Frage, ob sich Journalisten „fast blind“ auf Google verlassen. Normalnutzer tun das nämlich. Unumstritten ist, dass sich unreflektiertes Googlen negativ auf die journalistische Qualität auswirken kann. Ob es das auch tut, und wie; darüber besteht noch Forschungsbedarf. Leider werden diese Fragen im Band nicht beantwortet.
</p>
<p>
<b>„Danaergeschenk Google“<br />
</b>
</p>
<p>
Wenig sauber recherchiert sind auch die Aussagen über eine vermeintliche Manipulation der Trefferlisten. Was über die Methoden der Suchmaschinenoptimierung zu lesen ist, ist naiv – und teilweise falsch. Die Optimierung von Webseiten wird pauschal als „externe Manipulation“ bezeichnet. Dabei dienen gerade diese Maßnahmen dazu, das Web kundenfreundlicher zu machen. Inhalte sollen passgenauer gefunden werden, zum Beispiel durch das Google Webmaster Tool. Google erhebt auch keine Platzierungsgebühren für vordere Ränge. Nicht belegt ist auch die heikle Aussage, dass Suchmaschinen Bereiche des Internets vernachlässigen, „die nur schwer zu erfassen“ ist. Wenn im Buch also die Forderung laut wird, dass die Nutzung von Suchmaschinen Teil der journalistischen Ausbildung werden muss, sollte das am besten auch für einige Professoren gelten. Krone der Absurdität ist, dass der akademische Elfenbeinturm sogar Galtungs „strukturelle Gewalt“ von 1975 aus der Mottenkiste holt, um darunter das „Danaergeschenk Google“ zu subsumieren.
</p>
<p>
<b>Begrenzte Partizipation<br />
</b>
</p>
<p>
Aussagekräftiger sind die Beiträge über Weblogs. Immer mehr Menschen arbeiten journalistisch im Netz – in den USA vor allem Nicht-Journalisten. Einer der erfolgreichsten Weblogs der USA (dailykos) wird von einem jungen hispanischen Juristen betrieben. Er hat täglich fast eine halbe Million Besucher. Zum Vergleich: Bildblog.de hat gerade mal 40.000 Besucher. Leser können sich oft durch Kommentarfunktionen beteiligen. Das tun sie in politisch spannenden Zeiten – bei Wahlen – oder auch großen Tragödien. Elvira Steppacher zeigt in einem Beitrag, wie der Fall Natascha Kampusch in den Weblogs der großen österreichischen Medien von den Lesern begleitet wurde – und damit auch einen Rückkanal an die Redaktionen bildete. Partizipation pur? Ein wenig. Als viele Leser schrieben, nun sei es doch genug und man solle Frau Kampusch in Ruhe lassen, reduzierten einige Medien die Berichterstattung tatsächlich. Trotzdem: Nie haben Mitarbeiter der Zeitungen oder Sender, die solche Möglichkeiten der Leserteilnahme geschaffen hatten, auf Stellungnahmen der User geantwortet. Auch unwahre Behauptungen wurden redaktionsseitig nicht richtiggestellt. Wie es scheint, haben Journalisten noch Probleme damit, wenn Leser das einfordern, was sie selbst von der Politik wollen – Partizipation.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Die Zukunft des “Hochrisikofernsehens”?</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/die-zukunft-des-hochrisikofernsehens-3955/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 Jul 2008 09:56:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Präsidentschaftswahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[John McCain]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehduell]]></category>
		<category><![CDATA[Buchvorstellung]]></category>
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					<description><![CDATA[In diesen Tagen ist bei der Columbia University Press die Neuauflage des Standardwerks über TV-Debatten im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs erschienen - <a href="http://cup.columbia.edu/book/978-0-231-14104-8/presidential-debates" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Presidential Debates: Fifty Years of High-Risk TV</a>.  2008 wurde erstmals auch das Internet zur Organisation der Diskussionen genutzt -  Experimente im Web bedeuten aber noch nicht das Ende der Fernsehdebatten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In diesen Tagen ist bei der Columbia University Press die Neuauflage des Standardwerks über TV-Debatten im US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs erschienen &#8211; <a href="http://cup.columbia.edu/book/978-0-231-14104-8/presidential-debates" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Presidential Debates: Fifty Years of High-Risk TV</a>.  2008 wurde erstmals auch das Internet zur Organisation der Diskussionen genutzt &#8211;  Experimente im Web bedeuten aber noch nicht das Ende der Fernsehdebatten.<!--break--></p>
<p>
Alan Schroeder, Associate Professor an der School of Journalism der Northeastern University in Boston, skizziert in seinem Buch die Geschichte der hierzulande fälscherweise als “TV-Duelle” bekannten Wahlkampf-Gesprächsrunden. Begonnen bei der Great Debate von 1960 zwischen Kennedy und Nixon arbeitet sich Schroeder bis zu den eher mauen Konfrontationen von George W. Bush mit John Kerry durch.
</p>
<p>
Das ist unterhaltsam zu lesen und zugleich lehrreich: Schroeder zerlegt den Debattenprozess in Vorlauf (<i>pre-debate</i>), Durchführung (<i>debate</i>) und Nachbereitung (<i>post-debate</i>) und erhält so drei analytisch voneinander getrennte Untersuchungseinheiten. Auffällig aus der deutschen Perspektive ist dabei die Bedeutung der <a href="http://www.debates.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Commission on Presidential Debates</a>, die als Clearing-Stelle zwischen den Teilnehmer/innen fungiert und für die logistische Organisation der medialen Mega-Events ebenso zuständig ist wie für die Gestaltung der Regeln (wohingegen in Deutschland die Abläufe der “Kanzlerduelle” bislang in Hinterzimmerrunden zwischen Politik und Medienanstalten ausbaldowert wurden).
</p>
<p>
<b>Fernsehen trifft Internet </b>
</p>
<p>
Der Debattenjahrgang 2008 hat bereits jetzt &#8211; gut zwei Monate vor dem ersten Aufeinandertreffen im September &#8211; an Dynamik gewonnen. Dafür sorgte zunächst die immense Zahl der primary-Debatten, die demokratische wie republikanische presidential hopefuls beinahe im Wochentakt zu absolvieren hatten (vgl. die ausführlichen Wikipedia-Zusammenstellungen: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Democratic_presidential_debates%2C_2008" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Demokraten</a> // <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Republican_presidential_debates%2C_2008" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Republikaner</a>).
</p>
<p>
Weitere Impulse gingen dabei von den mixed-media-Debatten aus &#8211; erstmals wurde 2008 auch das Internet als Trägermedium zur Organisation von Debatten genutzt, bisher waren vor allem zwei experimentelle Formate unter Einbindung des Internet zu beachten.
</p>
<p>
1. Die CNN/YouTube-Debates als Kombination von user-generated content (Fragestellung via YouTube-Clip) und professioneller Redaktionsarbeit (Auswahl durch TV-Redaktion, Moderation der „eigentlichen“ Debatte)
</p>
<p>
und
</p>
<p>
2. das Yahoo/Huffington Post-Mashup als vorproduziertes Fernsehformat mit einzelnen Interviewschnipseln, die von den Zuschauern eigenständig kombiniert werden können.
</p>
<p>
Einen Schritt weiter geht das Angebot <a href="http://www.10questions.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">10questions.com</a>, das die Debatte im November und Dezember 2007 vollständig in den digitalen Kommunikationsraum verlegt hatte. Organisiert wurde das Projekt federführend von der Info-Website <a href="http://www.techpresident.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">techpresident.com</a>. Zunächst konnten Nutzer in zwei Runden Videoclips mit Fragen an die Kandidaten einstellen, die danach von den Onlinern bewertet und so in eine Reihenfolge gebracht wurden. Die zehn am besten bewerteten Fragen wurden schließlich an die Kandidaten weiter geleitet, die innerhalb einer festgelegten Frist antworten konnten &#8211; die Kampagnen-Teams produzierten dann ihrerseits kurze Videoclips, die über 10questions.com bereit gestellt wurden (weitere Überlegungen zur Ausgestaltung von Online-Debatten finden sich <a href="http://citmedia.org/blog/2007/11/11/more-about-new-kinds-of-online-debates/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hier</a>).
</p>
<p>
<b>Vorgeplänkel der Präsidentschaftskandidaten </b>
</p>
<p>
Diese Experimente bedeuten jedoch noch längst keine Abkehr von den Fernsehdebatten, doch immerhin hat die Commission on Presidential Debates die Zeichen erkannt: bei der für den Herbst geplanten Townhall-Debatte zwischen Barack Obama und John McCain sollen auch Fragen von Internet-Nutzern zugelassen werden.
</p>
<p>
Wohlgemerkt: sollen. Denn genau an dieser Stelle setzt Alan Schroeder mit einem längeren <a href="http://www.cupblog.org/?p=318" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Blogposting</a> an, in dem er das Vorgeplänkel der Kampagnenteams von Obama und McCain um den Nationalfeiertag betrachtet. Zunächst hatte McCain Obama zu einer Serie von nicht weniger als zehn “Sommerdebatten” aufgefordert, dieser hatte in der komfortableren Position des aktuellen Umfrage-frontrunner lediglich eine Debatte vorgeschlagen: am symbolträchtigen 4. Juli. McCain wiederum ließ sich darauf nicht ein, dazu Schroeder:
</p>
<blockquote><p>
	McCain’s high command dismissed the July 4th idea as a “joke,” claiming that few Americans would be watching TV that night. Thus the debate fell apart before it ever advanced beyond the talking stage.
</p></blockquote>
<p>
Mit Verweis auf den bisherigen Verlauf der Vorwahlen schätzt der Debatten-Historiker diese Entscheidung zwar als möglichen Fehler ein, deutet das Geplänkel vor allem jedoch als Muster für die erst noch ausstehenden Verhandlungen um die wahre Gestalt der vier Fall Debates im September und Oktober:
</p>
<blockquote><p>
	Beyond a general agreement to debate, the candidates themselves have not yet weighed in on the commission’s proposal. Historically the opposing campaigns wait until after their party conventions to sit down and hammer out a detailed memorandum of agreement that governs debate participation. As experience shows, these plans may or may not align with the carefully thought-out recommendations of the CPD. The proposed dates and places are likely to stand, because it is nearly impossible to reschedule an event as complicated as a presidential debate without ample notice. But it is reasonable to expect tinkering by the campaigns in the areas of program structure and production details.
</p></blockquote>
<p>
<b>Das Fernsehen wird sich wehren müssen</b>
</p>
<p>
Und genau an dieser Stelle kann sich die Zukunft des “Hochrisikofernsehens” entscheiden, ganz gleich, ob die Debates dieses schillernde Etikett je verdient hatten. Gelingt es nämlich nicht, eine angemessene, offenere Form als die klassische “Katheter-Debatte” zu finden, könnte angesichts der aufkommenden Konkurrenz aus Mixed-Media-Debatten oder gleich vollständig online organisierten Settings der 2008er Wahlkampf eine Zäsur darstellen. Im Kampf um die Aufmerksamkeit der Wähler wird sich das Fernsehen gegen die audiovisuellen Mode-Formate von YouTube &amp; Co. wehren müssen. Unterkühlte, choreografierte und um potenzielle Risikofaktoren schon im Vorfeld bereinigte Gesprächsübungen vor der Fernsehkamera sind dafür vermutlich nicht die richtige Wahl.
</p>
<p>
<i>Artikel auch veröffentlicht auf <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2008/07/08/die-zukunft-des-hochrisikofernsehens/#more-175" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Internet und Politik</a> </i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Datensammler gegen Datenschützer</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/datensammler-gegen-datenschuetzer-3359/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Buchvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Durchsuchung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Datenschutzbeauftrager Peter Schaar diskutiert mit Innenminister Wolfgang Schäuble. Der Anlass ist Schaars neues Buch, in dem er „Das Ende der Privatsphäre&#34; heraufberschwört. Kilian Beutel hat das Buch gelesen und sich das Streitgespräch angesehen.
</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Datenschutzbeauftrager Peter Schaar diskutiert mit Innenminister Wolfgang Schäuble. Der Anlass ist Schaars neues Buch, in dem er „Das Ende der Privatsphäre&quot; heraufberschwört. Kilian Beutel hat das Buch gelesen und sich das Streitgespräch angesehen.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
„Wenn sie mir bitte ihr Geburtsdatum nennen könnten, aus Sicherheitsgründen,“ bittet die freundliche Dame vom Bertelsmann-Verlag, „bitte haben sie Verständnis.“ Natürlich hat man Verständnis, schließlich ist niemand geringeres als der Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zur Buchpräsentation eingeladen, da hat Sicherheit Priorität.
</p>
<p>
Das Buch, das Schäuble in einem Streitgespräch bewirbt, heißt „Das Ende der Privatsphäre. Der Weg in die Überwachungsgesellschaft“, geschrieben vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar. Er beschreibt darin mögliche Gefahren unkontrollierter Datenerhebung und Überwachung durch Staat und Privatwirtschaft für die Gesellschaft.<br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>Schlagabtausch zwischen Schaar und Schäuble</b>
</p>
<p>
<b></b><br />
Ein Streitgespräch zwischen dem obersten Datenschützer und dem obersten Datensammler: Das verspricht spannend zu werden. Zunächst beginnt der Schlagabtausch mit Abtasten. Schäuble erklärt, das Buch sei lesenswert, man solle es kaufen. Überhaupt seien die Positionen gar nicht so unterschiedlich &#8211; nur das mit der Überwachungsgesellschaft und ein paar Schlussfolgerungen könne er nicht teilen. Tatsächlich stellt sich schnell heraus: Hier ringt die digitale Welt mit der analogen, der Badener aus dem Schwarzwalddorf mit dem großstädtischen Berliner Schaar.
</p>
<p>
Schäubles Credo: „Der Staat darf sich nicht künstlich blind machen.“ Zunächst mal solle er alle Daten speichern, dann müsse man den Zugriff regeln. Selbstverständlich nur im Einzelfall und unter Richtervorbehalt. Schaar erklärt, warum gerade dies ein Problem darstellt und plädiert für ein System der Datenvermeidung. Das ungehemmte Nutzen moderner Überwachungstechnik führe zwar nicht zu einem orwellschen Überwachungsstaat, jedoch zu einer sich selbst überwachenden Gesellschaft, eben der Überwachungsgesellschaft. Auf diese Gefahren wolle er aufmerksam machen.<br />
Die Vorratsdatenspeicherung etwa, so Schaar, stelle die Unschuldsvermutung auf den Kopf. Wer die Telefondaten seiner Bürger sechs Monate speichere, halte diese nicht für unschuldig. Schäuble kontert: „Sind sie auch gegen Autokennzeichen? Die haben wir doch auch nur um bei einem Schaden sagen zu können: Du warst es!“ Den Hinweis, bei den KFZ-Kennzeichen würden keine Bewegungsprotokolle erstellt und nichts zentral gespeichert, quittiert Schäuble mit einem „Aber ich seh&#8217; Sie doch um die Ecke fahren!“ So geht es in einem fort.
</p>
<p>
<b>&quot;Schmeißen Sie Ihre Handys weg!&quot;</b>
</p>
<p>
Schaar zählt Beispiele auf, die illustrieren sollen, wo überall Daten entstehen, wie diese ohne Wissen der Bürger genutzt werden können. Ein Problem sei etwa das Anlegen von Nutzerprofilen beim Online-Handel &#8211; oder die Möglichkeit, mittels Handyortung Bewegungsprofile zu erstellen. „Schmeißen sie Ihre Handys weg!“ ruft daraufhin Schäuble in den Saal.<br />
Er erklärt, er könne nichts schlimmes daran erkenne, wenn Online-Händler Daten sammeln. Sein Buchhändler habe ihm früher schließlich auch Buchempfehlungen gegeben. Auf eine Frage aus dem Publikum, ob der Staat denn tatsächlich wissen müsse, welche Texte die Bürger im Internet lesen, reagiert Schäuble ungläubig. „Ist das so?“ Er lese ja sowieso noch Zeitung und die jungen Leute würden das halt im Netz tun, da gebe es nun mal Risiken.
</p>
<p>
Wolfgang Schäubles argumentiert damit, dass den Menschen ihre Privatsphäre anscheinend nicht so wichtig sei: „Die Leute quatschen ja auch im Zug ins Handy.“ Für ihn reiche es aus, nicht das Datensammeln Restriktionen zu unterwerfen, sondern höchstens die spätere Nutzung dieser Daten. Schaar bennent in seinem Buch Einwände gegen dieses Vorgehen: ein möglicher Missbrauch von Daten oder die nachträgliche Ausweitung der Nutzung, wie zum Beispiel bei den Mautdaten, sprächen dagegen. Er wirft die Frage auf, warum denn persönliche Daten gesammelt werden müssen, um möglicherweise in der Zukunft verdächtige Personen auch noch im Nachhinein überprüfen zu können. Schäuble wischt dies mit dem Hinweis auf die Wehrhaftigkeit des Staates vom Tisch.<br />
<b></b>
</p>
<p>
<b>Datensammler sitzen in Politik und Wirtschaft</b>
</p>
<p>
Wahrscheinlich versteht die Mehrheit der bundesdeutschen Gesellschaft nicht so richtig, wie das mit der Vorratsdatenspeicherung jetzt genau funktioniert, was nochmal ein Bundestrojaner ist und welche Folgen dies alles für unsere liberale Demokratie haben kann. Für diese Menschen hat Peter Schaar sein Buch geschrieben.
</p>
<p>
Es enthält zwar insgesamt nur wenig neues, fasst aber klug die bisherige Diskussion zusammen. Denn das größte Problem der Datenschützer ist nicht die einzelne Überwachungsmaßnahme, der man sich zur Not entziehen könnte, sondern die Summe aller Übergriffe auf die Privatsphäre. Schaar will mit seinem Buch „die Komplexität dieses Themas transparent machen.“ Dazu gibt er einen weiten Überblick über die neuen Technologien, die Überwachung immer einfacher machen. Er erklärt warum und wo wir überall Datenspuren hinterlassen und wie diese vom Staat oder der Wirtschaft genutzt werden können.
</p>
<p>
Dabei sieht Schaar in der modernen staatlichen Sicherheitspolitik einen Hauptgegner der Privatsphäre und Antreiber der Überwachungsgesellschaft. Sicherheitspolitik, so Schaar, definiere sich immer deutlicher über Überwachung. Und zwar präventiv und auf Vorrat. Als Beleg für seine These führt er Beispiele für bisherige Eingriffe in die Privatsphäre an: den Lauschangriff, den Verlust des Fernmeldegeheimnisses, Online-Durchsuchung, Anti-Terror-Gesetze und ein Zusammenrücken von Polizei und Geheimdienst. Auch die Sammlungen von Daten über Arbeitslosengeld II-Empfänger lässt Schaar nicht aus. Er zeichnet so das Bild eines Staates, der wie in einem Automatismus alle neuen technischen Möglichkeiten sofort auf ihre Überwachungsfähigkeit überprüft und dann zur Überwachung seiner Bürger einsetzt.
</p>
<p>
Dennoch ist Schaar nicht so unklug, einfach alarmistisch „Big Brother is watching you!“ zu rufen und den Bürger vor „dem Staat da oben&quot;, „dem System&quot; zu warnen. Er stellt zudem die Gefahr heraus, die Daten als Wirtschaftsfaktor darstellen: Hier werden Kundenprofile erstellt oder Scoringwerte erhoben, auf die man keinerlei Einfluss hat, die aber darüber bestimmen, ob man ein Bankkonto einrichten oder eine Wohnung mieten kann.
</p>
<p>
<b>Der Bürger ist am Verlust der Privatsphäre mitschuldig</b>
</p>
<p>
Auch macht Peter Schaar deutlich, dass viele Menschen mit ihrer Bereitschaft, auch noch die intimsten Informationen Preis zugeben, eine erhebliche Mitschuld am Verlust ihrer Privatsphäre tragen. Der Weg in die Überwachungsgesellschaft sei ein aus Bequemlichkeit und falsch verstandenem Sicherheitsbedürfnis selbst gewählter.<br />
Obwohl der Titel den Eindruck erweckt, das Kind sei schon in den Brunnen gefallen, der Bürger seiner Privatsphäre bereits verlustig gegangen, gibt Schaar eine ganze Reihe von Beispielen, wie diese doch noch zu retten sei. Er denkt vor allem an Techniken zur Datenvermeidung und ein modernes Datenschutzrecht. Hier wäre vor allem der Datenschutzbeauftragte selbst gefragt &#8211; und angesichts der ganzen genannten Beispiele taucht die Frage auf, was der Datenschutzbeauftragte so den ganzen Tag gemacht hat.
</p>
<p>
Insgesamt ist „Das Ende der Privatsphäre. Der Weg in die Überwachungsgesellschaft&quot; ein gelungenes und wichtiges Buch, das Argumentationshilfen bietet gegen den vielzitierten Satz: „Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.“</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Subkulturwandel durch Blogs</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2005 23:00:00 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Buchbesprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Buchvorstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
In dem von Perseus Publishing 2002 herausgegeben Buch We've got Blog. How weblogs are changing our culture hat Rebecca Blood 34 Beiträge zum Thema Weblog-Kultur aus den Jahren 1999 bis 2002 zusammengestellt. Albert Meirer hat das Buch gelesen und für politik-digital.de rezensiert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
In dem von Perseus Publishing 2002 herausgegeben Buch We&#8217;ve got Blog. How weblogs are changing our culture hat Rebecca Blood 34 Beiträge zum Thema Weblog-Kultur aus den Jahren 1999 bis 2002 zusammengestellt. Albert Meirer hat das Buch gelesen und für politik-digital.de rezensiert.<!--break-->
</p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
Das Buch „We’ve got blog“ entstammt den frühen<br />
Tagen der Blogosphäre, die sich in einer Fülle unterschiedlicher<br />
Herangehensweisen an das Thema Weblog niederschlägt. Die zumeist<br />
knappen Beiträge sind von passionierten Bloggern oder leidenschaftlichen<br />
Anti-Bloggern verfasst und zum Großteil ursprünglich<br />
im Netz erschienen. Sie beziehen sich teilweise aufeinander, ergänzen<br />
oder dekonstruieren einander; allesamt heraus aus der forschenden<br />
Haltung der Frühphase der Blogger-Selbstreflexion. Einer Zeit,<br />
in der noch nicht von Kommunikationsinfrastruktur, abmahnenden Urheberrechtsanwälten<br />
oder nervenden Spammern und Kommerzialisierern die Rede war. Denn<br />
damals schossen die Metaphern der Wunderkammern, Salons, Movements<br />
und (Medien-) Revolutionen nur so aus dem Boden.
</p>
<p>
<b>Rebeccas Book</b>
</p>
<p>
Rebecca Blood gibt in ihrem Eröffnungs-Essay (<a href="http://www.rebeccablood.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Rebecca`s-Pocket</a>)<br />
zunächst die formale Definition vor: „a frequently update<br />
webpage with dated entries, new ones placed on the top &#8211; but that<br />
won`t tell you everything you need to know.“ Sie beschreibt<br />
die Entwicklung von der Frühphase, als Pionierform des Microcontent<br />
bis hin zu späteren Formen, wie dem öffentlichen Tagebuch<br />
und themenspezifischen Community-Weblogs. Blood schildert dabei<br />
ihre Hoffnungen zur Entwicklung von Weblogs in der Zukunft. Eines<br />
ihrer wichtigsten Anliegen: Eine Transformation der „audience“<br />
zur „public“. Weg vom passiven, reflexhaften Konsumenten<br />
des „corporate media“-Konsenses hin zu einem reflektierten,<br />
selbstbewussten Umgang mit der eigenen und öffentlichen Meinung.
</p>
<p>
<b>Our early Days in San Francisco</b>
</p>
<p>
Die folgenden Beiträge sind in Inhalt, Form und Qualität<br />
sehr unterschiedlich, was zum Teil unterhaltend und erhellend wirkt,<br />
andererseits aber auch wundersam und Fragen aufwerfend. <br />
Rebecca Mead beschreibt in ihrem halb-literarischen Beitrag „You´ve<br />
got Blog: How to put Your Business, Your Boyfriend, and Your Life<br />
Online“ den Blogger-Tratsch um das Leben und die Liebe im<br />
San Francisco von Meg und Jason, den Gründern des Blogger-Software-Anbieters<br />
Pyra-Labs. </p>
<p>Dieser stimmungsvoll-naive Beitrag provozierte Joe Clarc zu seinem<br />
Beitrag „Deconstructing ´You´ve got Blog´“.<br />
Er beklagt darin inzestuöse Cliquenbildung, neurotische Selbstdarstellung<br />
und die Tendenz, mehr über Leute zu reden als mit ihnen, was<br />
das demokratische Potential der Weblogs pervertiere. Erstaunlich<br />
viele Beiträge polemisieren gegen die sogenannte „A-List-Elite“<br />
der meistgelesenen Blogger. Sie richten sich gegen eine quasi Sex-and-the-Cityfizierung<br />
des Blog-Phänomens, wodurch die Frage nach den Dimensionen<br />
eines möglichen realen „Cultural Change“ etwas<br />
in den Hintergrund gerät.
</p>
<p>
<b>Bargers Wisdom – <a href="http://www.mattwelch.com/archives/002503.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Robots<br />
Idiocy“</a></b>
</p>
<p>
Julian Dibbell liefert ein Portrait von Jorn Barger, der den Begriff<br />
„blog“ 1997 mit seinem Weblog robotwisdom prägte.<br />
Dibbel beschreibt den blog Barners, der an den Schnittstellen von<br />
Literatur, Wissenschaft und Journalismus angesiedelt ist, als Wunderkammer<br />
unserer Zeit. Barger, der Sammler, der Off-Kultur-Journalist, der<br />
Verfasser eines offenen, niemals endenden Online-Anmerkungsapparats<br />
zu James Joyces „Ullysses“ entzieht sich jeder Bloxploitation<br />
und verkündet: „I live on bread and water, so as not<br />
to submit to the idiots.“ Auch hier berichtet das Buch aus<br />
vermeintlich unschuldigeren Zeiten. Barger sollte seine hart erkämpfte<br />
Freiheit später für heftige anti-israelischen Polemiken<br />
einsetzen. Die Blogger-Community lehnte seine Auslassungen durchwegs<br />
als wirr und dümmlich ab, woraufhin Barger sich verfolgt fühlte<br />
und nach New Mexico verschwand. Für ein langes Jahr sollte<br />
sein Blog schweigen. Er selbst wurde von Bloggern vermisst und gesucht,<br />
wie ein verlorener Vater. Schließlich bloggte er wieder, allerdings<br />
wie manche meinen, ohne den alten Schwung und Witz.
</p>
<p>
<b>Nisten wir jetzt alle im Online-Journal?</b>
</p>
<p>
Zu anderen Bildern greifen diejenigen, die als Autoren oder Journalisten<br />
überzeugend schildern, wie sie neben ihrer professionellen<br />
Tätigkeit zum Bloggen fanden, und was sie daran nicht mehr<br />
loslies. Wie Paul Andrews, Kollumnist der Seattle Times: „Anyone<br />
connected with the WTO protests in Seattle knows, (&#8230;) that by<br />
the radio, newspaper and TV coverage, (&#8230;) alternative voices where<br />
not allowed to be heared.“ Andrews sieht den steigenden Zuspruch<br />
zu Weblogs parallel zur schwindenden Glaubwürdigkeit der „big<br />
media“. Seine Hoffnung: „the garden of information becomes<br />
more diverse.“
</p>
<p>
<a href="http://www.siliconvalley.com/mld/siliconvalley/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Dan<br />
Gillmore</a> von den Mercury News beschreibt die Stärken des<br />
neuen Off-Journalismus in der gemeinsamen Meinungsbildung und Selbstaufklärung.<br />
Die Vorteile des Blog-Systems sieht Doc Searls in seiner Fähigkeit<br />
zur Selbstkorrektur, da Zulauf und Veröffentlichung nicht auf<br />
Basis von Macht und Geld, sondern durch gegenseitige Zustimmung<br />
und Verstärkung auf der Basis von Qualität organisiert<br />
werden. Er fühlt sich aufgrund der größeren Nähe<br />
zum sozialen Leben in den Weblogs an den Topos des Bazars versetzt,<br />
den er als weniger „entfremdende“ Frühform des<br />
Marktes visualisiert. </p>
<p>Eine neue Salon-Kultur sieht <a href="http://davenet.scripting.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David<br />
Winer</a> wachsen, da die Community–Weblogs sich als unverzerrte<br />
Orte ungezwungener Kommunikation bewähren, denen die korrekte<br />
Langeweile fremd ist.
</p>
<p>
<b>Intergalaktisches und Globales</b>
</p>
<p>
Abgerundet wird die bunte Zusammenstellung, in der auch Pessimisten<br />
und Skeptiker nicht zu kurz kommen, durch einige Hinweise fürs<br />
Ausprobieren und Selbermachen. Ein informatives Glossar und gut<br />
sortierte Link-Listen am Ende des Buches helfen dabei weiter. Natürlich,<br />
Sie können alle Artikel des Buches auch im Netz bekommen. Die<br />
Druckversion hat auch einige Ablehnung durch Blogger hervorgerufen,<br />
weil sie die Texte aus dem Zusammenhang reiße und die Links<br />
auf Papier nicht funktionieren. Die Lösung aus den Links Fußnoten<br />
zu machen ist allerdings durchaus gelungen. Außerdem ist die<br />
Übertragung blogospherischer Diskurse in das Gutenberg-Universum<br />
nicht ohne Reiz, da die Texte auch in Buchform teilweise funktionieren<br />
und neue Kontexte bilden.
</p>
<p>
<br />
Inzwischen steht das Bloggen auch im europäischen und globalen<br />
Zusammenhang von Debatten um eine sinnvolle Weiterentwicklung der<br />
Online-Kommunikation. Auch so gesehen sind die im Buch versammelten,<br />
grundlegenden Diskurse aus den Anfängen des amerikanischen<br />
Bloggens in jedem Fall eine Lektüre wert.</p>
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