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	<title>Buddhismus &#8211; politik-digital</title>
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	<title>Buddhismus &#8211; politik-digital</title>
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	<item>
		<title>Mönche in Birma wollen weiter protestieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Oct 2007 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chattranscripte]]></category>
		<category><![CDATA[Ashin Sopaka]]></category>
		<category><![CDATA[Junta]]></category>
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					<description><![CDATA[<p class="teaser">
Am Donnerstag, 4. Oktober, war Ashin Sopaka zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Der birmanische Mönch lebt in Köln im Exil und sprach über die aktuelle
Situation in Birma und seine Hoffnungen für das Land.
</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="teaser">
Am Donnerstag, 4. Oktober, war Ashin Sopaka zu Gast im tagesschau-Chat in Kooperation mit politik-digital.de. Der birmanische Mönch lebt in Köln im Exil und sprach über die aktuelle<br />
Situation in Birma und seine Hoffnungen für das Land.
</p>
<p><!--break--></p>
<p>
&nbsp;
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Herzlich willkommen im tagesschau-Chat!<br />
Unser Thema heute ist der Aufstand in Birma, wo das Militärregime<br />
weiterhin massiv gegen Oppositionelle vorgeht. Unser Gast ist Ashin<br />
Sopaka, buddhistischer Mönch aus Birma. Herr Sopaka lebt in<br />
Köln. Einen herzlichen Gruß dorthin. Vielen Dank Herr<br />
Sopaka, dass Sie mit uns chatten! Frage nach Köln, können<br />
wir beginnen?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Ja.
</p>
<p align="center">
<img fetchpriority="high" decoding="async" src="http://www.politik-digital.de/salon/photos/AshinSopaka_beimChat.jpg" alt="Ashin Sopaka" height="278" width="370" /><br />
<i>Ashin Sopaka beim tagesschau.de-Chat</i>
</p>
<p align="left">
<br />
<b>Christine:</b> Herr Sopaka, leben Sie in Deutschland<br />
im Exil? Sind Sie aus Birma geflüchtet?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Ja, ich lebe hier im Exil. Ich habe<br />
eine Einladung von hier, deswegen bin ich hier her gekommen.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wann hatten Sie zuletzt Kontakt mit<br />
Ihren Freunden in Birma?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Heute habe ich dreimal telefoniert.</p>
<p><b>Moderator:</b> Und mit wem haben Sie gesprochen? Oder<br />
ist es besser, keine Namen zu nennen?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Mit den Organisatoren. Die Mönche<br />
haben viel Angst und halten sich versteckt.</p>
<p><b>saja:</b> Wie ist die Lage momentan vor Ort?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Im Moment attackiert die Regierung<br />
die Klöster. Viele Mönche sind immer noch verhaftet, auch<br />
gestern Nacht gab es neue Verhaftungen durch Soldaten.</p>
<p><b>ManuelvD:</b> Herr Sopaka, müssen sie Angst haben,<br />
dass Ihre Freunde wegen des Kontakts zu Ihnen verfolgt werden könnten?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Ich habe Angst, aber trotzdem: Wir<br />
müssen reden! Aber die Mönche wechseln jeden Tag ihren<br />
Aufenthaltsort.</p>
<p><b>Moderator:</b> Also geht der Aufstand weiter?</p>
<p><b>Ashin Sopaka: </b>Es geht weiter, ja. Aber die Mönche<br />
wären sonst nicht in Sicherheit, wenn sie nicht ständig<br />
umziehen würden. Bitte helft uns. Sprecht lauter für unsere<br />
Sicherheit!</p>
<p><b>nataku</b>: Wie verläuft denn die Organisation<br />
der Protestbewegung? Ist das zentral organisiert, gibt es sozusagen<br />
einen &quot;Kopf&quot; der Bewegung? Und welche Rolle spielen dabei<br />
Burmesen im Ausland, so wie Sie?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> In Burma haben sich neun Gruppen<br />
zusammengeschlossen und organisieren ihre Aktionen gemeinsam. Darunter<br />
sind Mönche, aber auch Studenten. Wir machen auch globale Aktionen,<br />
wir Mönche im Ausland.</p>
<p><b>adi</b>: Was passiert mit den festgenommenen Mönchen?</p>
<p><b>Ashin Sopaka: </b>Viele wurden in Arbeitslager deportiert,<br />
mussten ihre Roben ablegen und viele werden geschlagen. Einige sind<br />
in Gefangenschaft auch schon gestorben. Umgebracht worden durch<br />
Folter.</p>
<p><b>Moderator:</b> Was bedeutet es, wenn ein buddhistischer<br />
Mönch seine Robe ablegen muss?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Wenn die Mönche die Robe nicht<br />
mehr tragen, gelten sie in den Augen des Militärs als Zivilbürger<br />
und werden eher gefoltert. Die Mönche wollen ihre Roben natürlich<br />
nicht ablegen, weil es für sie nicht nur Ausdruck ihrer Religion<br />
ist, sondern auch ein Stück Aufgabe.</p>
<p><b>Moderator:</b> Sie haben gesagt, es wurde Mönche<br />
durch Folter umgebracht. Wie kommen diese Informationen zu Ihnen?<br />
Wie vertrauenswürdig sind die Personen, die Sie informieren?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Ich habe direkten Kontakt zu den<br />
Mönchen. Wir telefonieren. Also sind die Informationen absolut<br />
vertrauenswürdig und glaubhaft. BBC und CNN berichten aber<br />
auch regelmäßig und sind natürlich auch eine vertrauenswürdige<br />
Quelle.</p>
<p><b>ManuelvD:</b> Werden die Mönche auch in der Konfrontation<br />
in jedem Fall der Gewalt abschwören?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Die Mönche sind einfach weggelaufen,<br />
sie haben sich nicht gewehrt. Aber in der Nacht versuchen sie natürlich,<br />
ihr Kloster zu schützen. Dazu klingeln sie laut mit Glocken<br />
um die Bevölkerung herbei zu rufen. Wir werden unter keinen<br />
Umständen gewaltsam reagieren.</p>
<p><b>octavia:</b> Warum weigern sich nicht mehr Soldaten<br />
dem Gehorsam? Sie kommen doch auch aus dem Volk. Gibt es für<br />
Armeeangehörige Privilegien? </p>
<p><b>Ashin Sopaka: </b>Die Soldaten, die jetzt agieren,<br />
sind keine normalen Soldaten. Die meisten sind ehemalige Gefangene<br />
(wir sehen das an ihren Schuhen). Und es wurden den Soldaten wohl<br />
auch Drogen gegeben.</p>
<p><b>gyal:</b> Sind die Soldaten auch Buddhisten? Und wenn<br />
ja, wie können sie das mit Ihrem Glauben vereinbaren?</p>
<p><b>Ashin Sopaka</b>: Sie sagen selbst, sie wären<br />
Buddhisten. Aber sie befolgen die Grundsätze dieses Glaubens<br />
nicht.</p>
<p><b>saja:</b> Wie ist der Rückhalt in der Bevölkerungen?<br />
Können die Mönche die Menschen noch erreichen und für<br />
den Widerstand mobilisieren?</p>
<p><b>Ashin Sopaka: </b>Ja, jederzeit. Was ich heute gehört<br />
habe ist, dass die Mönche trotzdem weitermachen. Sie haben<br />
Medien, erreichen das Ausland, aber auch die burmesische Bevölkerung,<br />
die uns immer noch sehr unterstützt.</p>
<p><b>Moderator: </b>Nachfragen:</p>
<p><b>Jojo:</b> Was bedeutet „Die Soldaten sind ehemalige<br />
Gefangene“? Gefangene von wem, und warum?</p>
<p><b>goethe:</b> Wieso sieht man das an den Schuhen der<br />
Soldaten?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Sie waren einfache Kriminelle. Mein<br />
Freund, den ich heute gesprochen habe, hat auch gesagt, dass tausende<br />
ehemalige Gefangene vor dem Kloster warten. Und ich sehe an den<br />
Schuhen (auf Fotos und Videos), dass es keine regulären Soldaten<br />
sind, weil in Burma die Soldaten eigentlich Uniformschuhe tragen.<br />
Auf <a href="http://www.mizzima.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.mizzima.com</a><br />
gibt es z.B. solche Bilder. 😉</p>
<p><b>Moderator:</b> Birmas Regime-Chef Than Shwe hat gerade<br />
im staatlichen Fernsehen angekündigt, dass er einen Dialog<br />
mit der unter Hausarrest stehenden Friedensnobelpreisträgerin<br />
Aung San Suu Kyi beginnen will. Es gebe aber Bedingungen: Aung San<br />
Suu Kyi müsse dafür ihren Konfrontationskurs aufgeben.<br />
Das meldet die Agentur dpa vor zwei Minuten. Wie bewerten Sie das?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Das ist gut! Dialog ist ein sehr<br />
gutes Zeichen, in jedem Fall. Aung San Suu Kyi ist stark, sie vertritt<br />
unsere Position auch weiterhin glaube ich.
</p>
<p>
<b>Moderator:</b> Auch die Agentur AP bestätigt,<br />
dass es zu einem Treffen kommen soll. Staatliche Medien in Birma<br />
haben das bestätigt. Befürchten Sie nicht, dass das nur<br />
ein vorgeschobenes Angebot sein könnte?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Dann sage ich „Herzlich willkommen<br />
zum Dialog“. Aber er muss von Herzen und echt sein, nicht<br />
nur vorgeschoben. Nicht nur wir Burmesen, sondern die ganze Welt<br />
muss aufpassen, nicht betrogen zu werden.</p>
<p><b>goethe:</b> Was bedeutet „glaube ich“ in<br />
Bezug auf die Position von Aung San Suu Kyi? Sie steht unter sehr<br />
starkem Druck. Kann es sein, dass sie der Oppositionspolitik den<br />
Rücken kehrt? Befindet sie sich in direkter Lebensgefahr? <br />
<b><br />
Ashin Sopaka:</b> „Glaube ich“ heißt, ich<br />
bin mir sicher. Sie ist ein Symbol und als solches nahezu unantastbar.<br />
Und sie macht das Beste für die Bevölkerung.
</p>
<p>
<b>sdfsdf:</b> Darf sich Aung San Suu Kyi denn Bedingungen<br />
aufzwingen lassen?
</p>
<p>
<b>Ashin Sopaka:</b> Das kann ich nicht sagen. Ein Dialog<br />
ist zunächst einmal gut, wir müssen diese Chance nutzen.<br />
Und man muss sicherlich auch kompromissbereit sein. Aber ich bin<br />
mir sicher, dass sie hart für uns kämpfen wird. Die Regierung<br />
weiß auch um die Rolle von Suu Kyi und dass sie damit eine<br />
starke Position hat. Mein Vorschlag ist: Beide Seiten sollen das<br />
Miteinander suchen, das Wohl der Bevölkerung.</p>
<p><b>Kero:</b> Welche direkten Ziele verfolgt der Aufstand?<br />
Was sind für Sie realisierbare Visionen für Birma im Zuge<br />
des Aufstandes?</p>
<p>Ashin Sopaka: Wir wollen ein friedliches Land schaffen, die Bevölkerung<br />
soll genügend Essen haben. Und es soll nicht mehr gekämpft<br />
werden.</p>
<p><b>Moderator: </b>Nachfrage von:</p>
<p><b>saja:</b> Glauben Sie an die Dialogfähigkeit eines<br />
Militärregimes? Das widerspricht sich doch?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Ja, ich glaube das Regime versteht,<br />
was sie gemacht haben. Dass ihnen kein anderer Ausweg mehr bleibt,<br />
als einen Dialog anzufangen.</p>
<p><b>nette:</b> Wie weit wird China Dialoge zulassen?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> China ist im Moment wegen den Olympischen<br />
Spielen ein wenig anders. Sie lehnen die Gewalt in Burma auch ab.<br />
Die Stimmung in China hat sich geändert, ist nicht mehr wie<br />
früher.</p>
<p><b>Moderator:</b> Zwei ähnliche Fragen:</p>
<p><b>dr. robert:</b> In wie weit beurteilen Sie die Chancen<br />
für Burma, im Falle eines erfolgreichen Umsturzes in eine Demokratie<br />
zu gehen? Wenn ich mir die Geschichte des Landes anschaue, sehe<br />
ich vor dem Regime einen Bürgerkrieg. Wie sehr wird das Volk<br />
an solch einem Prozess beteiligt sein?</p>
<p><b>simpson1984:</b> Welche neuen Konfliktlinien könnten<br />
aufbrechen, wenn die Junta erst einmal weg ist? Kann der Buddhismus<br />
die Ethnien friedlich zusammenhalten? Danke.</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Wenn das Land frei wäre, könnten<br />
wir friedlich miteinander diskutieren und ein friedliches Land schaffen.<br />
Ich denke nicht, dass es Bürgerkrieg geben würde. Der<br />
gegenwärtige Bürgerkrieg entsteht aus einem Missverständnis:<br />
Die Bevölkerung will das Regime nicht akzeptieren, weil es<br />
nicht offiziell gewählt ist. Es gibt überall im Land gewählte<br />
Parteien. Mit diesen könnte die Bevölkerung einen guten<br />
Weg einschlagen. Ich glaube, eine Demokratie wäre möglich.</p>
<p><b>SimonG:</b> Würde die Bevölkerung denn nach<br />
jahrelanger Unterdrückung damit leben können, dass die<br />
Herrscher von heute auch morgen noch die Regierung mitgestalten?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Niemand würde die heutigen Herrscher<br />
wählen! Schon 1990 haben diese Herren eine derbe Niederlage<br />
gegen Suu Kyi&#8217;s Partei eingesteckt. Wir betrachten die Mitglieder<br />
des Regimes als Verbrecher. Ich bin überzeugt, diese Herren<br />
hätten keine Chance.<br />
Beatdesigner: Aber wie will man es schaffen, das Militärregime<br />
zu stürzen? Das ist doch fast unmöglich.</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Meine Vision ist, dass das Regime<br />
für kurze Zeit mit uns zusammen arbeitet und dann zurück<br />
tritt. Der Regierungschef ist schon 74, also sehr alt.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wir haben vor dem Chat schon viele Fragen<br />
gesammelt. Am meisten interessiert hat die User das:<br />
anonym: Was können Menschen hier tun, um die Proteste zu unterstützen?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Es gibt Möglichkeiten hier,<br />
die Solidarität zu zeigen: Am 6. Oktober sollt ihr rote Farben<br />
tragen. Und aufmerksam die Medien verfolgen, um weltweite Aktionen<br />
zu ermöglichen. Schaut auf <a href="http://www.frieden-lauf.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.frieden-lauf.de</a>.<br />
Auf <a href="http://www.dvb.no/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.dvb.no</a><br />
gibt es aktuelle Informationen (auch auf Englisch). <a href="http://www.mizzima.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">http://www.mizzima.com</a><br />
hatte ich bereits erwähnt. </p>
<p><b>Otmar:</b> Ist mizzima news eine vertrauenswürdige<br />
Quelle? Sollte man sie unterstützen?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Oh ja, auf jeden Fall ist dies eine<br />
vertrauenswürdige Quelle. Die Redaktion telefoniert jede Stunde<br />
mit Burma. Weitere Möglichkeiten der Unterstützung schreibe<br />
ich regelmäßig auf frieden-lauf.de.</p>
<p><b>Moderator: </b>Die am zweithöchsten bewertete<br />
Frage aus unserem „Warteraum“ vor dem Chat war diese:</p>
<p><b>satumata:</b> Wie würde sich die Lage in ihrem<br />
Land gestalten, wenn die Junta jetzt tatsächlich von einem<br />
Tag auf den anderen abdanken würde? Welche politischen und<br />
sozialen Kräfte wären in der Lage die Zukunft des Landes<br />
zu gestalten?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Ganz klar die institutionellen Parteien.<br />
Sie wurden schon vor Jahren mit 82 Prozent von der Bevölkerung<br />
gewählt. Sie wären in der Lage, eine Regierung zu bilden.<br />
Wir haben 1990 gewählt, aber die jetzige Regierung hat das<br />
Resultat einfach ignoriert.</p>
<p><b>Moderator:</b> Auch das hat unsere User bereits vor<br />
dem Chat interessiert. Und Zusatzfrage von mir: Kann man im Moment<br />
überhaupt so einfach einreisen?</p>
<p><b>torso: </b>Wäre es sinnvoll, momentan nach Birma<br />
zu Reisen um als Europäer an den Protesten teilzunehmen?! Am<br />
besten in großen Gruppen, so das die Vereinten Nationen noch<br />
aufmerksamer werden. Mit der Hoffnung, dass die Regierung vor Gewalt<br />
gerade gegen Ausländer und so ja auch gegen das eigene Volk<br />
ablässt!</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Ich selbst kann nicht einreisen.<br />
Aber Europäer können als Touristen einreisen, aber Urlaub<br />
machen sollte man da jetzt natürlich nicht. Aber es wäre<br />
wunderbar, wenn viele Friedensaktivisten einreisen und an den Protesten<br />
teilnehmen. Das würde uns nicht nur mehr Zugang zu Informationen<br />
verschaffen sondern natürlich auch die weltweite Aufmerksamkeit<br />
stärken. Den Antrag fürs Visum als &quot;Kellner&quot;<br />
stellen. 😉 So umgeht man die militärische Kontrolle, wie<br />
mir Freunde berichten.</p>
<p><b>nataku:</b> Heute findet auch eine internationale Aktion<br />
von Webloggern statt, die Banner, Grafiken und Postings unter dem<br />
Motto <a href="http://www.free-burma.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Free Burma</a><br />
auf ihre Seiten stellen. Was halten Sie von solchen Aktionen? Können<br />
die helfen?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Ja, solche Aktionen helfen sehr.<br />
So entwickelt sich eine globale Bewegung. Und wir können zeigen,<br />
dass die Medien &#8211; auch das Internet &#8211; eine große Kraft sind.<br />
<b><br />
Moderator:</b> Diese Frage muss man angesichts des ermordeten<br />
japanischen Fotografen stellen:</p>
<p><b>not.bad:</b> Wie groß ist denn die Gefahr, wenn<br />
man als Ausländer an Protesten teilnimmt?</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Im Moment gibt es wenig offenen Protest<br />
in Burma. Mein Vorschlag ist, einfach dahin zu reisen und vor Ort<br />
nachzufragen, wie man am besten unterstützen kann. Ich würde<br />
nicht zu offenem Protest raten, aber ich wünsche mir natürlich<br />
Unterstützung der Bevölkerung und der Mönche.</p>
<p><b>Moderator:</b> Ganz viele Fragen zu diesem Thema: Stellvertretend<br />
noch eine dazu:</p>
<p><b>Oxford:</b> Wie beurteilen Sie grundsätzlich die<br />
Reisen von westlichen Touristen nach Burma? Sind sie hilfreich oder<br />
unterstützen sie damit nur das Militärregime?
</p>
<p>
<b>Ashin Sopaka:</b> Ich wünsche mir, dass die Menschen<br />
nicht als Touristen nach Burma reisen, um das Land zu sehen oder<br />
Urlaub zu machen. Also bitte keine „Busreisen“. Wer<br />
hinreist, sollte einzeln reisen und den Kontakt mit der Bevölkerung<br />
suchen.</p>
<p><b>Moderator:</b> Wünsche von: </p>
<p><b>nette: </b>Ich wünsche euch viel Erfolg, ohne<br />
Gewalt und mit mehr Unterstützung. Es ist toll, dass die Mönche<br />
und die Bevölkerung so tapfer und hartnäckig ist, von<br />
Herzen&#8230;!</p>
<p><b>Autolycus:</b> Wir wünschen Ihrem Land und Volk<br />
das Glück, welches wir 1989 haben durften!</p>
<p><b>Moderator:</b> Unsere 60 Minuten tagesschau-Chat sind<br />
vorbei. Vielen Dank Herr Sopaka, dass Sie Zeit für den Chat<br />
hatten! Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Chats<br />
für Ihr Interesse und Ihre Fragen. Das Chat-Protokoll finden<br />
Sie in Kürze auf den Seiten von tagesschau.de und politik-digital.de<br />
zum Nachlesen. Noch ein Hinweis: Am kommenden Mittwoch, 10. Oktober<br />
kommt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg,<br />
zum Chat ins ARD-Hauptstadtstudio. Online-Durchsuchung, Terror-Bekämpfung,<br />
das Verhältnis Polizei und Bürger – für solche<br />
Themen ist Freiberg der richtige Mann. Wir sind gespannt auf Ihre<br />
Fragen und würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei sind. Das<br />
tagesschau-Chat-Team wünscht noch einen schönen Abend!</p>
<p><b>Ashin Sopaka:</b> Vielen Dank an alle Teilnehmer und<br />
die Veranstalter. Ich danke ganz Deutschland für die positiven<br />
Reaktionen auf unsere Aktionen. Bitte helft uns weiter!</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Buddhistische Ökonomie</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/buecherreport/buddhistische_oekonomie-48/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion politik-digital.de]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 07:42:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücherreport]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Buddhismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
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					<description><![CDATA[von P.A. Payutto </b>Buddhismus und Ökonomie?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>von P.A. PayuttoBuddhismus und Ökonomie? Wer dieses geschmackvoll gestaltete kleine Buch in die Hand nimmt, mag erstaunt sein über diese Kombination: Ist das Idealbild eines gläubigen Buddhisten nicht der Mönch, der nur ein grobes Gewand sein eigen nennt und, wenn er nicht gerade in einer einsamen Grotte meditiert, mit seiner Reisschale die Laien um Spenden bittet?<br />
Was hat also Buddhismus mit Ökonomie zu tun? Einiges, behauptet in diesem gelungenen Buch derthailändische Mönchsgelehrte Payutto. Und nicht allein deshalb, weil die Masse der Buddhisten eben auch in Ostasien nicht Mönche sind, sondern Laien, die ihren Unterhalt mit gewöhnlichen &#8220;bürgerlichen&#8221; Berufen verdienen. Buddha hat die Notwendigkeit des Lebensunterhaltes und die Unabweisbarkeit der menschlichen Grundbedürfnisse &#8211; Nahrung, Kleidung, Wohnung, Gesundheitsversorgung &#8211; stets anerkannt. Was hat ein Buddhist zu beachten, wenn er dem Erwerb nachgeht? Nach buddhistischer Auffassung gehört es zu den Voraussetzungen eines glücklichen, in der Buddhanachfolge geführten Lebens, seinen Lebensunterhalt rechtschaffen zu erwerben. Für Mönche ist diese Bedingung erfüllt, wenn sie in Demut von den freiwilligen Gaben der Laien leben. Die Laien wiederum werden überwiegend ihren Lebensunterhalt durch Arbeit bestreiten. Sie sollen auch im Wirtschaftsleben auf Lüge und Betrug verzichten. Es ist auch legitim, wenn Buddhisten reich werden. Die Befriedigung der menschlichen Grundbedürfnisse &#8211; zu essen, zu trinken, zu wohnen, sich zu kleiden, medizinische Versorgung zu erhalten &#8211; ist nötig. Askese und Selbstkasteiung waren für den historischen Buddha keine Werte an sich. Wenn Menschen ihre Grundbedürfnisse nicht befriedigen, können sie sich nicht entwickeln und sich auch nicht für ethische Fragen und spirituelle Dimensionen ihrersSeins öffnen. Wirtschaftliches Handeln ist also grundsätzlich legitim und notwendig. Jenseits dieser grundsätzlichen Notwendigkeit wird aber der Wert einzelner Handlungen an deren Folgen für das Individuum, für die Gesellschaft und für die Umwelt gemessen. Durch solche Überlegungen entsteht eine Abstufung zwischen den Handlungsalternativen: die Herstellung von Kriegswaffen z. B. gilt als unheilvollste, abzulehnende Aktivität.<br />
Aber auch Konsumakte sind nicht an sich gleichwertig: Der Kauf einer Pizza oder einer Flasche Schnaps ist für die westliche Ökonomie grundsätzlich gleichwertig. Vom buddhistischen Standpunkt aus ist aber die Pizza wertvoller, weil durch den Genuß starken Alkohols gesundheitliche Schäden für den Konsumenten, aber auch Schäden für die Gesellschaft hervorgerufen werden können, etwa durch Autofahren im alkoholisierten Zustand oder durch Arbeitsausfall.<br />
<strong>Motivation:</strong><br />
Der ethische Wert eines Verhaltens bemißt sich nach Payutto einerseits an den Folgen dieses Verhaltens und andererseits an der Qualität des Verhaltens. &#8220;Der Zweck heiligt die Mittel&#8221; ist eine gänzlich unbuddhistische Maxime. Vielmehr bestimmen nach buddhistischer Anschauung die eingesetzten Mittel das Ergebnis und den Wert einer Handlung. Die Mittel wiederum sind nicht von den Motiven und Bedürfnissen zu trennen.Die buddhistische Lehre teilt mit der westlichen Wirtschaftswissenschaft die Ansicht, daß die Bedürfnisse der Menschen von Natur aus unbegrenzt sind. Allerdings schreibt sie diese Maßlosigkeit dem Tanha genanntenAnhaften an Sinneseindrücken und Genüssen zu. Der unwissende Mensch werde unbewußt von Tanha geleitet, obgleich sein Handeln ihm nicht wirklich Glück und Zufriedenheit bringe. Mit westlichen Worten ausgedrückt: Die Bedürfnisinflation ist eigentlich ein Suchtverhalten. Ein Suchtverhalten, das aber durch buddhistische Unterweisung und Praxis überwunden werden könne. Dadurch entwickele sich Chanda, eine Haltung, die auf das Wohlergehen aller Menschen sowie der Tiere und Pflanzen abzielt. Chanda gründet auf einsichtsvolle Betrachtung, also eine Art Kontemplation, führt aber nicht zu Passivität, sondern zu Anstrengung und Tätigkeit.<br />
<strong>Transparenz:</strong><br />
Damit die Menschen den Prinzipien buddhistischer Ethik im Wirtschaftsleben folgen können, bedarf es m.E. weitreichender Informationen: Die Folgen eines Kaufaktes für mich, für andere und für die Umwelt müssen bekannt sein, und zwar eigentlich die Folgen über den ganzen Lebenszyklus eines Produktes hinweg, von der Rohstoffgewinnung über den Gebrauch bis zur Entsorgung. Um also Entscheidungen treffen zu können, ist weitgehende Transparenz über die Eigenschaften von Gütern nötig (zu den Eigenschaften gehören hier auch die Umstände seiner Produktion, ob es z.B. Kinderarbeit gibt). Zwar geht Payutto auf diese Fragen kaum ein, doch scheint mir diese Folgerung zwingend. Immerhin sagt man sogar in der Wirtschaft inzwischen, daßimmaterielle Ziele entscheidend für das Management des 21. Jahrhunderts sein werden.<br />
Heute sind globale Konzerne gemessen an ihrer Wirtschaftskraft oft größer als die Wirtschaft ganzerNationen (mit Ausnahme der 20 am höchsten entwickelten Industrieländer). Diese Unternehmen stellen selbst Ansprüche an Staaten und nehmen Einfluß auf politische Entscheidungen. Natürlich unterliegen sie immer noch den Gesetzen der Staaten, in den sie tätig sind. Gleichwohl sollten sie selbst bereit sein &#8211; oder durch den Druck einer globalen politischen Öffentlichkeit dazu gebracht werden, sich selbst Ziele zu setzen, die zum einem im Verzicht auf fragwürdigen Praktiken (wie z.B. Korruption, Einsatz von Kinderarbeit, Herstellung von Landminen), zum anderen in der aktiven Verfolgung sinnvoller wirtschaftlicher Ziele (sprich vor allem der Herstellung der Grundversorgung für alle Menschen weltweit) bestehen. Medien, Verbraucherverbände, Gewerkschaften, Umweltschutzorganisationen und andere Institutionen der Zivilgesellschaft müssen Transparenz über das Handeln von Unternehmen herstellen, da der einzelne damit überfordert ist. Deswegen sollte die Prüfung von Unternehmen in neue Richtungen erweitert werden: neben die (finanzielle) Wirtschaftsprüfung und das Öko-Audit wird mittelfristig das Sozialaudit treten. Große Konzerne können keine Gefühle haben &#8211; und damit auch kein Mitgefühl für andere &#8211; denn sie sind abstrakte Organisationen mit dem Hauptziel der Geldvermehrung, aber ihre Mitarbeiter, ihre Kunden und die gesellschaftliche Umweltkönnen auf ihr Verhalten einwirken.<br />
<strong>Fazit:</strong><br />
Man kann diesem Buch nur viele Leser wünschen. Es ist klar und gedankenreich. Man kann es auch ohne große Vorkenntnisse in puncto Buddhismus mit Gewinn lesen. Es zeigt, wie ein buddhistischer Gelehrter Realismus und Menschenkenntnis mit hohen Idealen verbindet.</p>
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