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	<title>Bündnis 90 &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Peter Schaar zum Abschied: &#034;Diese Liebe brauchen wir nicht&#034;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Morgenroth]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2013 14:56:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zehn Jahre war Peter Schaar Deutschlands oberster Datenschützer. In seiner Zeit ist das Amt vom verwaltenden Beamtenposten zum Politikum geworden. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Freund-hört-mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-135692" alt="Freund hört mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Freund-hört-mit_hise42_cc-by-nc-sa_bearb-630x420.jpg" width="630" height="420" /></a>Zehn Jahre war Peter Schaar Deutschlands oberster Datenschützer. In seiner Zeit ist das Amt vom verwaltenden Beamtenposten zum Politikum geworden. Inmitten der Offenlegung des umfassendsten Überwachungsskandals in der Geschichte endet heute seine Amtszeit. Die Grünen haben ihn in der vergangenen Woche mit einer Mischung aus Diskussionsveranstaltung und Empfang verabschiedet.<br />
Nahezu die gesamte Prominenz der Partei war vergangenen Mittwoch angetreten, um mit dem Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit einen Rückblick auf dessen Amtszeit zu wagen und über die Zukunft von Datenschutz und Demokratie zu diskutieren. Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Bundestagsfraktion, leitete den Abend mit dem Titel <a href="http://www.gruene-bundestag.de/themen/datenschutz/freund-hoert-mit_ID_4390337.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Freund hört mit!?“</a> im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus ein. Ihr Ko-Vorsitzender Anton Hofreiter hielt die Laudatio und der Netzpolitiker Konstantin von Notz kümmerte sich um die Moderation. Auch Renate Künast, Cem Özdemir und Christian Ströbele waren zum Abschied von Schaar gekommen.</p>
<h3>Teilerfolge trotz Abhängigkeit</h3>
<p>Peter Schaar ist studierter Volkswirt und hatte bereits Ämter als Vorstandssprecher der Grünen Hamburg und stellvertretender Datenschutzbeaufragter der Hansestadt inne, bevor er 2003 auf Vorschlag der Partei unter der rot-grünen Koalition zum Bundesbeauftragten für Datenschutz gewählt wurde. 2008 wurde er dann mit einer großen Mehrheit wiedergewählt. Diese breite Unterstützung bröckelte zuletzt, da Schaar sich gerade im Laufe des von Edward Snwoden offen gelegten Überwachungsskandals in starker Opposition zu der Regierung und vor allem zum Innenministerium positionierte. Dabei ist sein Amt personell wie finanziell von diesem abhängig. Rückblickend meinte Schaar an dem Abend, dass er zwar viele Entwicklungen habe beeinflussen können, allerdings nicht genügend Ressourcen und die nötige Unabhängigkeit zur Verfügung gehabt habe, um wirklich effektiv arbeiten zu können. Dennoch, der elektronische Personalausweis musste wegen Schaar ohne Fingerabdruck auskommen, und auch bei der neuen Gesundheitskarte konnte er Teilerfolge erringen, wie er in einem ausführlichen <a href="http://www.deutschlandfunk.de/interview-der-woche-schaar-snowden-sollte-aufenthaltsrecht.868.de.html?dram:article_id=272080" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Interview mit dem Deutschlandfunk</a> betonte.<br />
Sowohl in diesen beiden Fällen, als auch beim ersten Beschluss einer Vorratsdatenspeicherung 2007 stellte Schaar sich nicht grundsätzlich dagegen, sondern bemühte sich um Kompromisse, was ihm auch viel Unmut einbrachte. „Ich habe mir da viel Kritik anhören müssen“, erinnert sich der scheidende Bundesbeauftragte in seiner Abschiedsrede.</p>
<h3>Es geht um Grundrechte und Selbstbestimmung</h3>
<p>Dass Schaar dennoch insgesamt parteiübergreifend viel Respekt entgegengebracht wurde, beweist auch die Auszeichnung seines Buches <a href="http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Das-Ende-der-Privatsphaere-Der-Weg-in-die-UEberwachungsgesellschaft/Peter-Schaar/e274320.rhd" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Das Ende der Privatsphäre“</a> zum <a href="http://www.fes.de/daspolitischebuch/preistraeger.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">politischen Buch</a> des Jahres 2008 durch die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung. In diesem warnt er vor der Bedrohung der Privatsphäre durch staatliche Überwachung. Auch bei seinem Abschied ist es ihm wichtig zu betonen, dass Privatsphäre nicht mit „allein gelassen werden“ gleichgesetzt werden dürfe, sondern eine wichtige Voraussetzung für Selbstbestimmung sei. Für Schaar verdecken die Begriffe Datenschutz und Privatsphäre mit ihrer trockenen Sperrigkeit die Themen, um die es geht: Grundrechte und Selbstbestimmung.<br />
Allerdings wirkt auch der Verwaltungsmensch Schaar selbst im Vergleich zu seinen Ko-Diskutanten, Rena Tangens vom <a href="https://digitalcourage.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalcourage e.V.</a> und Netzaktivist Jacob Appelbaum, recht bürokratisch-sachlich. Nichtdestotrotz ist es wohl auch zu einem gutem Teil dem Bundesbeaufragten zuzuschreiben, dass der US-Aktivist Appelbaum erstaunt konstatieren kann, „wie informiert die Bevölkerung, und wie uninformiert die Bundesregierung ist“.</p>
<h3>Blick in die Zukunft</h3>
<p>Mit Blick auf die Zukunft sieht der Gewürdigte an diesem Abend vor allem drei Baustellen für den oder die Nachfolger/in: Es müsse mehr Verschlüsselung gefördert und eingesetzt und in diesem Zusammenhang auch über die Pflichten von Anbietern von Telekommunikationsleistungen neu diskutiert werden. Zudem sei die Arbeit am bestehenden Recht wichtig, doch müsse diese notwendigerweise inter- oder supranational geschehen. Schaar betont dabei vor allem die EU-Datenschutzverordnung und die UN-Resolution zum Schutz der Privatsphäre, die er als „erste Schritte in die richtige Richtung“ bezeichnet.<br />
Die Beweispflicht müsse dabei stets bei denjenigen liegen, die Grundrechte einschränken wollten, und nicht andersherum. Gerade das „Anlasslose“ bereite ihm Sorgen, meint Schaar in Richtung der Sicherheitspolitiker und Geheimdienste und moniert eine schlicht nicht funktionierende Kontrolle der Geheimdienste: „Niemand hat ein vollständiges Bild“. Eine öffentliche Kontrolle der Geheimdienste sei unabdingbar, denn „deren Liebe brauchen wir nicht“, wie Schaar mit Verweis auf den Ausspruch des früheren Stasi-Chefs Erich Mielke ruft.<br />
Besonders bemerkenswert ist Schaars Forderung nach dem Schutz aller Menschen vor der „Liebe“ der Geheimdienste unabhängig von ihrer Herkunft und Staatsangehörigkeit. Da Geheimdienste nach aktuellem Recht sowohl Nicht-Bürger ohne Einschränkung überwachen, als auch Daten miteinander austauschten dürften, sei ein effektiver Schutz notwendigerweise universell und nicht auf die eigenen Bürger beschränkt.<br />
Die Anforderungen an den oder die Nachfolger/in sind also sehr hoch: internationale Datenschutzabkommen, öffentliche Kontrolle der Geheimdienste, universeller Schutz vor Überwachung. Und dann ist da ja noch der andere Teil des Amtes, die Informationsfreiheit. Peter Schaar macht an dem Abend deutlich, dass diesen Anforderungen seiner Erfahrung nach nur ein/e Bundesbeauftragte/r entsprechen könne, der oder die nicht mehr abhängig vom Bundesinnenministerium und den dortigen Sicherheitspolitikern sei.<br />
Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/64016652@N02/11309680903/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">hise42</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-NC-SA 2.0)</a><br />
<img decoding="async" title="Klett-Cotta " alt="Buch-Cover von Marina Weisband " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110.png" width="403" height="70" /><br />
&nbsp;</p>
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		<title>Politische Audio-Offensive via SoundCloud</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Nov 2013 16:51:36 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Es wird ernst: Im Bund gehen die Beratungen zur Bildung einer Großen Koalition in die entscheidende Phase, und in Hessen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Megaphone1.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-134717" alt="Megaphone1" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Megaphone1.jpg" width="640" height="427" /></a>Es wird ernst: Im Bund gehen die Beratungen zur Bildung einer Großen Koalition in die entscheidende Phase, und in Hessen beginnen schwarz-grüne Koalitionsverhandlungen. Nachdem einige Akteure die Audio-Plattform SoundCloud bereits zur Wahlkampfkommunikation genutzt haben, dokumentiert spd.de ausführlich Statements von Unterhändlern aus dem schwarz-roten Verhandlungsmarathon.<br />
Schon seit Längerem unterhält die SPD ein <a href="https://soundcloud.com/spdde" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SoundCloud-Profil</a>, mit dem sie vor allem Pressestatements und ausgewählte Reden von Spitzenpolitikern der Partei bei Veranstaltungen auf Bundesebene dokumentiert. In der Regel ergänzen diese O-Töne auch die Berichterstattung auf der Website der SPD. Im Wahlkampf wurde diese Praxis noch erweitert, indem eine Kurzfassung des Regierungsprogramms kapitelweise von Wolfgang Thierse und der stellvertretenden Parteivorsitzenden Aydan Özoğuz vorgelesen sowie in die betreffenden Themenseiten eingebunden wurde. Darauf folgte eine <a href="https://soundcloud.com/spdde/unser-regierungsprogramm-3" target="_blank" rel="noopener noreferrer">vollständige Version</a>, die in Kooperation mit der Blinden- und Sehbehindertenseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland erstellt wurde &#8211; Umfang: sechs Stunden und 44 Minuten. Und auch der sozialdemokratische <a href="https://soundcloud.com/dirtyredcarpet/zuhaus" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wahlkampf-Song</a> fand so seinen Weg ins Web.<br />
Unterdessen kündigte seinerzeit die CDU im hessischen <a href="http://www.cduhessen.de/inhalte/2/aktuelles/40415/wahlkampagne-in-wiesbaden-vorgestellt-peter-beuth-die-hessen-sagen-ja-zu-ihrem-bundesland-und-unserer-erfolgreichen-arbeit-/index.html">Landtagswahlkampf</a> an: “Um unsere Inhalte möglichst barrierefrei anzubieten, werden wir weiter Soundcloud für Berichte und O-Töne nutzen (&#8230;).” So richtete beispielsweise Spitzenkandidat Volker Bouffier einen <a href="https://soundcloud.com/cdu-hessen/volker-bouffier-7000-facebook">persönlichen Dank</a> an seine Facebook-Fans.<br />
Nun ist häufig das Phänomen zu beobachten, dass während des Wahlkampfs ausgefeilte Angebote zur Online-Kommunikation aufgesetzt werden, die dann nach der Wahl verwaisen. Interessanterweise ist beim SoundCloud-Profil der SPD das Gegenteil zu beobachten. Dort haben sich seit Beginn der Koalitionsverhandlungen mit der CDU schon etwa 70 (!) Beiträge angesammelt, die Statements vor oder nach Verhandlungsrunden dokumentieren. Und darin kommen nicht nur SPD-Politiker, sondern auch Vertreter der Union zu Wort. Dieses umfassende öffentliche Audioarchiv ist natürlich Bestandteil der Kommunikations-Offensive, mit der die Parteispitze die Basis dazu bewegen will, einem ausgehandelten Koalitionsvertrag am Ende zuzustimmen.<br />
In diesem Zusammenhang ist auch Hessen wieder in der politischen Sound-Landschaft aufgetaucht: Dort wurden nach der Landtagswahl langwierige Sondierungsgespräche geführt. Nach deren Abschluss entstand eine Phase, in der die Konstellation der Regierungsbildung unklar war. Diese beendete der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel mit einem Pressestatement am 22. November 2013, in dem er die Absicht des hessischen CDU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Volker Bouffier öffentlich machte, Bündnis 90/Die Grünen ein Angebot für Koalitionsverhandlungen zu unterbreiten. Zu diesem Zeitpunkt war Schäfer-Gümbel in Berlin, um an den Koalitionsverhandlungen im Bund teilzunehmen. Diesem Umstand verdanken wir nun die Aufzeichnung seines Statements und dessen Publikation im SoundCloud-Profil der SPD.<br />
[soundcloud url=&#8221;https://api.soundcloud.com/tracks/121347806&#8243; width=&#8221;100%&#8221; height=&#8221;166&#8243; iframe=&#8221;true&#8221; /]<br />
Schäfer-Gümbel kam damit der CDU zuvor, die am selben Nachmittag die Entscheidung über Koalitionsverhandlungen in den Parteigremien beriet. Am Abend verkündete dann Bouffier das Angebot zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen an die hessischen Grünen. Die Christdemokraten erinnerten sich nun ihres SoundCloud-Profils und publizierten das Statement ebenfalls dort.<br />
[soundcloud url=&#8221;https://api.soundcloud.com/tracks/121402384&#8243; width=&#8221;100%&#8221; height=&#8221;166&#8243; iframe=&#8221;true&#8221; /]<br />
Nachdem Bündnis 90/Die Grünen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der CDU beschlossen haben, wurde auch die Reaktion von Bouffier darauf in diesem Format <a href="https://soundcloud.com/cdu-hessen/schwarz-gruen">veröffentlicht</a>.<br />
Es lässt sich also feststellen, dass sich diese Praxis als Innovation in der Online-Kommunikation der Parteien etabliert hat. Die Nutzer verfügen somit über einen Kanal, um sich auch unabhängig von medialer Berichterstattung nahezu in Echtzeit, aber nicht notwendigerweise live, über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Die O-Töne ergänzen das multimediale Mosaik politischer Kommunikation in Online-Medien. Leider wird die Möglichkeit sowohl zur Einbindung der Audio-Angebote auf den Webseiten anderer Anbieter, als auch zur Kommentierung durch SoundCloud-Nutzer bislang kaum genutzt. Bleibt abzuwarten, wer uns am Ende in beiden Fällen den Koalitionsvertrag vorlesen wird.<br />
&nbsp;<br />
<em>Der Text basiert auf Beiträgen von Erik Meyer für sein <a href="http://www.sound-blog.net/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">SoundBlog</a>. Er kuratiert Tweets von an den schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen beteiligten Personen und Parteien auf <a href="https://www.rebelmouse.com/schwarzgruen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">RebelMouse</a>.</em><br />
&nbsp;<br />
Bild : <a href="http://www.flickr.com/photos/ghwpix/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ghwpix</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 2.0</a>)<br />
<a href="http://politik-digital.de/4-berliner-hinterhofgespraech-ist-digital-besser-demokratie-und-buergerbeteiligung-im-netz/cc-lizenz-630x110/" rel="attachment wp-att-130752"><img decoding="async" alt="CC-Lizenz-630x110" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101.png" width="407" height="71" /></a></p>
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