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	<title>Bürgerbeteiligung &#8211; politik-digital</title>
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		<title>Weltrettung per „Bürger*innenversammlung“ ?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Alexa Schaegner]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Nov 2019 16:42:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzstandpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-0"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="empty-space empty-single" ><span class="empty-space-inner"></span></div>
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				</div></div></div></div></div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h4 class="h4 font-weight-600" ><span>Pro-Standpunkt Tom Mittelbach</span></h4></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Wir sind immer sehr gut darin uns zu empören über dies und über das. Die links zu verortenden Demokrat*innen und inzwischen auch die Demokrat*innen der Mitte stehen sich zuweilen sehr gerne selbst im Weg. Am Ende verhindern all die kritischen Demokrat*innen einfach nur Aktionen und Bewegungen, anstatt sie zu fördern.</p>
<p>Dass die lokalen demokratischen Strukturen wichtiger sind, steht außer Frage. Sie sind der Garant für das gelingende Miteinander, der Sozialraum ist Teilhabe- und Mitgestaltungsmöglichkeit. Dass die Teilnahme an Wahlen oder die Partizipation an lokalen Strukturen nichts kosten darf, ist unumstößlich und nicht verhandelbar. Doch darum geht es doch beim Event in Berlin gar nicht.</p>
<p>Da werden in der Diskussion mal wieder Äpfel mit Birnen verglichen.</p>
<p>Dass Einzelne einer Bewegung einen großen Event auf die Beine stellen wollen, dafür eine solide Finanzierung brauchen und diese nach guten Gepflogenheiten des solidarischen Denkens über Crowdfunding im Internet stemmen möchten, ist ein Paradebeispiel für Engagement.</p>
<p>Es ist mitnichten der Ausschluss Einzelner durch die Tatsache, dass ein Ticket für die Veranstaltung (die anteilige Miete) Geld kostet. Fast 30 €, soviel wie Mittdreißiger an einem Abend in der Bar auf den Kopf hauen bevor es Mitternacht ist, wow. Das ist knapp gerechnet. Was würdet ihr denn tun, die Solikasse aufstellen? Den Event an einen Hauptsponsor verkaufen?</p>
<p>Okay, das Werbevideo ist ironisch („So billig war die Weltrettung noch nie!“).</p>
<p>Nach Berlin kommt mal so eben auch nicht jeder, aber zur Hölle nochmal wir waren früher auch auf Demos und uns hat auch keiner die Fahrt und das Drumherum gezahlt. Wir haben es trotzdem getan, weil wir davon überzeugt waren, was wir getan haben.</p>
<p>Im Ernst. Man ist aufgerufen, im Vorfeld mit zu organisieren und zu planen, man kann sich auch ohne zu zahlen einbringen. Eine Petition ist eine Online-Sache, ich kann also von überall auf der Welt teilnehmen. Wie die Organisator*innen selbst schreiben, mieten 90.000 Bürger*innen das Stadion und genau das ist die richtige Sichtweise.</p>
<p>Eine Gruppe Bürger*innen engagiert sich im Sinne unserer Demokratie und das hat unser aller Unterstützung verdient. Wenn sich in diesen unruhigen Zeiten Menschen auf den Weg machen für Politik und die Demokratie zu begeistern, dann muss das zumindest auf wohlwollendes Schweigen und nicht auf derart laute Kritik treffen.</p>
<p>Es sei unökologisch, dass sich 90.000 Menschen zentral in Berlin treffen, es sei neoliberal und würde die Armen ausschließen. Und das alles an einer Stelle, an der damals dem Führer zugejubelt wurde. Auf einmal müsse man Eintritt für die Demokratie zahlen, so nur ein paar eurer völlig unpassenden Argumente.</p>
<p>5 € in die Totschlagargumentkasse. So schaffen wir Demokrat*innen es ganz prima, uns selbst ein Bein zu stellen.</p>
<p>Ey, was ist denn mit euch los?</p>
<p>Wenn ihr ganzen Hater selbst ein dezentrales Meetup für die Demokratie organisiert und es sicher so viel ökologischer, toller, partizipativer und demokratischer wird, dann geht 2020 für uns alle aber demokratisch durch die Decke. Und ich feier euch alle.</p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-top pos-center align_center column_child col-lg-4 styleptrl--sidebar single-internal-gutter"><div class="uncol style-light sticky-element sticky-sidebar shift_y_neg_single" ><div class="uncoltable"><div class="uncell single-block-padding style-color-182705-bg  unradius-std" ><div class="uncont" ><div class="uncode-single-media  text-center"><div class="single-wrapper" style="max-width: 40%;"><div class="tmb tmb-light  img-circle tmb-bordered tmb-img-ratio tmb-media-first tmb-media-last tmb-content-overlay tmb-no-bg"><div class="t-inside"><div class="t-entry-visual"><div class="t-entry-visual-tc"><div class="uncode-single-media-wrapper img-circle img-thumbnail"><div class="dummy" style="padding-top: 100%;"></div><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-157770" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/tmittelbach-356.jpg" width="250" height="250" alt="" srcset="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/tmittelbach-356.jpg 250w, https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/tmittelbach-356-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 250px) 100vw, 250px" /></div>
					</div>
				</div></div></div></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Tom Mittelbach</strong></p>
<p>Tom Mittelbach arbeitet als musisch-technischer Fachlehrer ( Sport, Technik, Ethik und Naturwissenschaft und Technik) SMV-Beauftragter und Fortbilder offener Fortbildungsformate (u.A. Barcamp) in Laupheim in Baden-Württemberg. Vorher war er in der Jugendsozialarbeit tätig und saß bis zum Umzug aufs Land im Ulmer Stadtrat. Er bloggt auf https://www.tommittelbach.org/ über “das Leben, Sport, zeitgemäße Bildung und Schule”</p>
</div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-1" data-row="script-row-unique-1" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-1"));</script></div></div></div><div data-parent="true" class="vc_row limit-width row-container" id="row-unique-2"><div class="row single-top-padding single-bottom-padding single-h-padding row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="vc_row row-internal row-container"><div class="row row-child"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_child col-lg-8 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light shift_y_neg_single" ><div class="uncoltable"><div class="uncell single-block-padding style-color-662086-bg" ><div class="uncont" ><div class="uncode-single-media styleptrl--quote--top text-left"><div class="single-wrapper" style="max-width: 100%;"><div class="tmb tmb-light  tmb-img-ratio tmb-media-first tmb-media-last tmb-content-overlay tmb-no-bg"><div class="t-inside"><div class="t-entry-visual"><div class="t-entry-visual-tc"><div class="uncode-single-media-wrapper"><div class="fluid-svg"><span id="icon-132750" style="width:62px" class="icon-media"><img decoding="async" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2019/11/icon-quotes-99.svg" alt=""></span></div></div>
					</div>
				</div></div></div></div></div><div class="vc_custom_heading_wrap "><div class="heading-text el-text" ><h4 class="h4 font-weight-600" ><span>Contra-Standpunkt Alexa Schaegner</span></h4></div><div class="clear"></div></div><div class="uncode_text_column" ><p>Ich lese auf Twitter etwas über eine geplante Bürger*innenversammlung mit Fridays for Future im Olympiastadion mit 90.000 Personen und denke:</p>
<p>Cool!! Das könnte interessant werden….Vielleicht ein bisschen merkwürdig die Ortswahl aber hey, vielleicht gibts da nen guten Grund…</p>
<p>“Soll durch Crowdfunding finanziert werden, deswegen kosten die Tickets 29.90 Euro.”</p>
<p>Ok, eigentlich sollte Bürgerbeteiligung jetzt keinen Eintritt kosten, warum nehmen die keine Sponsoren? Aber gut, es soll ja Soli -Tickets geben…</p>
<p>Während ich noch die begleitende Info prozessiere, dass es sich bei den Organisator*innen gar nicht um FFF sondern ein Berliner Start-Up für nachhaltige Kondome handelt, lese ich das:</p>
<p>„Ich glaube, unsere Demokratie braucht im Moment ein bisschen Eventisierung und ein bisschen Power, damit wir wieder merken, was es alles für wahnsinnig tolle Mittel gibt in diesem geilen System. “</p>
<p>Jetzt überfällt mich Ungläubigkeit. Vor meinem geistigen Auge sehe ich erst Dieter Bohlen (“Mega geil dieses System…”), dann Trump im Olympiastadion vor einer Menschenmasse schreien: Make Democracy great again!</p>
<p>Wir müssen also die Demokratie “eventisieren”? Gesagt hat das Philip Siefer, einer der Gründer der „Einhorn GmbH” und Initiator*innen von 12/06/2020 Olympia.</p>
<p>Ich lese weiter, viel auf Twitter und alle Medienberichte die ich finden kann über den “Super-Bowl” der Demokratie und sehe eine Video mit Charlotte Roche und anderen in dem mir erklärt wird, dass es noch nie so “billig” war die Welt zu retten.</p>
<p>Man kann jetzt, wie beispielsweise aus dem Fridays for Future Umfeld mehrfach gelesen, das Wording als “missglückte Ironie“ oder “unausgereift” bezeichnen und hoffen, dass das Event selbst ganz anders wird als diese Ankündigungen vermuten lassen.</p>
<p>Aber dieses Start-Up Marketing-Buzzwording ist ja nicht zufällig so gewählt sondern zielt ab auf die Erreichung der “Masse” und auf Emotionalisierung statt auf Inhalte. Was mich wirklich wütend macht ist, dass in einem Atemzug mit dem “Super Bowl der Demokratie” suggeriert wird, so könnten gemeinsam gesellschaftliche Veränderungen angestoßen werden.</p>
<p>Echte, wirksame Bürgerbeteiligung ist an den Menschen orientiert, die teilhaben, hat immer ein Ziel vor Augen und macht das auch transparent. Dazu braucht es gute, ausgereifte Konzepte, um sicherzustellen, dass die Hoffnungen, mit denen Menschen sich auf Beteiligungserfahrungen einlassen, so wenig wie möglich enttäuscht werden. Einfach mal so testweise mit möglichst vielen Menschen zusammenzukommen, ein bisschen emotionale Feel-Good-Festivalatmosphäre schnuppern (“Wir werden danach mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, einen weiteren Schritt in Richtung Veränderung unternommen zu haben”) ist völlig ok und vielleicht auch aktivierend für manche, ist aber eben keine Bürgerbeteiligung.</p>
<p>Vielleicht wissen das die Organisator*innen der Einhorn GmbH nicht? Oder es ihnen egal? Vielleicht ist es aber auch Absicht, weil es ihnen weniger um die “Weltrettung”, sondern mehr um die Stärkung der eigenen Marke geht.</p>
<p>Mein Vorschlag: Überarbeiten Sie ihr Konzept nochmal und machen transparenter, worum es hier eigentlich geht. Oder noch besser: Fridays for Future übernimmt das Ruder und macht ein politisches Klimafestival draus? Bei alledem unterstütze ich gern, wo ich kann.</p>
<p>Wenn das Event aber so bleibt, wie es ist, wird es im besten Falle eine Placebo-Veranstaltung, ein als Bürger*innen Versammlung getarntes, semi-politisches Hipster-Festival. Im schlimmsten Falle kommen da Menschen mit konkreten politischen Hoffnungen hin, die dann leider enttäuscht werden und sich das nächste Mal zweimal überlegen, ob sie sich irgendwo engagieren sollen. Und was möglicherweise schon ein Stück weit passiert ist: Es leidet die Glaubwürdigkeit der Fridays for Future Bewegung, deren Akteur*innen durch authentisches Interesse und der Orientierung an Inhalten rund um den Klimaschutz wahnsinnig viele Menschen erreicht haben.</p>
</div></div></div></div></div></div><div class="wpb_column pos-top pos-center align_center column_child col-lg-4 styleptrl--sidebar single-internal-gutter"><div class="uncol style-light sticky-element sticky-sidebar shift_y_neg_single" ><div class="uncoltable"><div class="uncell single-block-padding style-color-182705-bg" ><div class="uncont" ><div class="uncode-single-media  text-center"><div class="single-wrapper" style="max-width: 40%;"><div class="tmb tmb-light  img-circle tmb-bordered tmb-img-ratio tmb-media-first tmb-media-last tmb-content-overlay tmb-no-bg"><div class="t-inside"><div class="t-entry-visual"><div class="t-entry-visual-tc"><div class="uncode-single-media-wrapper img-circle img-thumbnail"><div class="dummy" style="padding-top: 100%;"></div><img decoding="async" class="wp-image-157732" src="https://www.politik-digital.de/wp-content/uploads/2020/03/aschaegner-357-uai-243x243.jpg" width="243" height="243" alt=""></div>
					</div>
				</div></div></div></div></div><div class="uncode_text_column" ><p><strong>Alexa Schaegner</strong></p>
<p>Alexa Schaegner studierte Politikwissenschaften und Publizistik an der Universität Wien und der Freien Universität Berlin und schrieb ihre Masterarbeit zu Liquid Democracy und der Online-Bürgerbeteiligung der Internet-Enquete. Seit April 2013 arbeitet sie in der Redaktion von politik-digital.de. Als Redakteurin organisierte sie hauptsächlich Hangout-Formate wie die Digitale Bürgersprechstunde und die Berliner Hinterhofgespräche und schrieb an einem Gutachten für das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) zur Online-Bürgerbeteiligung an der Parlamentsarbeit mit. Seit Ende 2014 arbeitet sie als Projektleitung für &#8220;aula -Schule gemeinsam gestalten&#8221; und engagiert sich für partizipative, offene Bildungsformate.</p>
</div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-2" data-row="script-row-unique-2" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-2"));</script></div></div></div>
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			</item>
		<item>
		<title>1. Digitale Jugendpressekonferenz – Social Media, Jugend und Schule</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/digitale-jugendpressekonferenz-155383/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Philip Matthiessen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Oct 2018 09:50:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Desinformation]]></category>
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					<description><![CDATA[75 Prozent der Schüler wünschten sich mehr Aufklärung im Unterricht zu Falschnachrichten und Hasskommentare, 66 Prozent glauben, dass das den [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1.Digitale-JugendPKcut.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-155384" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/1.Digitale-JugendPKcut.jpg" alt="1.Digitale JugendPKcut" width="640" height="280" /></a>75 Prozent der Schüler wünschten sich mehr Aufklärung im Unterricht zu Falschnachrichten und Hasskommentare, 66 Prozent glauben, dass das den gesellschaftlichen Zusammenhang gefährdet, berichtet eine Studie, die die Vodafone Stiftung bei der ersten Digitalen Jugendpressekonferenz am Mittwoch vorstellte.</p>
<p>Im Netz und vor allem in den Sozialen Medien erwarten Jugendliche Information und Desinformation, Anerkennung und Cybermobbing. Für ihre Kommunikation sind die Netzwerke nicht mehr wegzudenken. Doch wie gehen sie damit um, was wünschen sie sich von der Schule, den Eltern und der Politik und wie können sie auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet werden? Um diese Fragen ging es bei der ersten <a href="https://klickwinkel.de/djpk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digitalen Jugendpressekonferenz</a>, auf der die Ergebnisse der Studie der Klickwinkel Initiative vorgestellt wurden. Die Konferenz wurde ins Leben gerufen, um jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, kritische Fragen zum Thema Digitalisierung und Social Media an die Politikerinnen und Politiker zu stellen.</p>
<p>Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten hat die Vodafone Stiftung Deutschland die Klickwinkel Initiative entwickelt. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die digitale Kompetenzbildung von Jugendlichen zu stärken.</p>
<p>Die Initiative untersuchte in einer repräsentativen Studie den Umgang von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Desinformation und Hassreden im Netz. Anlass dafür boten die öffentlichen Auseinandersetzungen zur Politik Trumps, dem Brexit oder auch der Flüchtlingspolitik in Deutschland, die deutlich machen, dass es InternetnutzerInnen immer schwieriger fällt, die Verlässlichkeit von Informationen im Internet und vor allem in sozialen Medien zu beurteilen.</p>
<p>Die Befragung der 14-24-Jährigen ergab, dass die Sozialen Medien von 93% aktiv genutzt werden und 44% der Nutzer diese besuchen, um sich über das politische Tagesgeschehen zu informieren. Erschreckend dabei ist, dass 50 Prozent der befragten Nutzer angaben, mindestens ein Mal die Woche mit Fake News konfrontiert zu werden. Zwei Drittel der 14-24-Jährigen glauben, dass die Verbreitung von Falschnachrichten den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland gefährdet. 75 Prozent der Schüler wünschten sich daher mehr Aufklärung im Unterricht zu Falschnachrichten und Hasskommentare.</p>
<p>Doch wie kann die Grundlage für digitale Bildung der Schüler und Weiterbildung der Lehrer in Deutschland geschaffen werden? Dieser und weiteren Fragen der Jugendlichen durften sich auf der ersten Digitalen Jugendpressekonferenz die Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär (CSU), der SPD-Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs, die grüne Europaabgeordnete Terry Reintke und die Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen Ria Schröder stellen. Über den Livestream konnten junge Menschen aus ganz Deutschland teilnehmen und ihre Fragen per WhatsApp stellen.</p>
<p>Zentrale Aussagen waren vor allem die geforderte Auflockerung des Bildungsförderalismus von Dorothee Bär, sowie die Bereitstellung von 10 Milliarden Euro für die Sanierung und digitale Entwicklung der Schulen, die mit einer Änderung des Grundgesetzes einhergehen würde, durch Falko Mohrs.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Titelbild: Redaktion, CC-BY-SA 3.0</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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			</item>
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		<title>App DEMOCRACY für transpartentere Demokratie geht an den Start</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/app-democracy-1810-155346/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Philip Matthiessen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Oct 2018 08:58:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit der App DEMOCRACY können in Echtzeit Interessierte alle Gesetzesvorhaben des Bundestages beobachten – und für ein Stimmungsbild der Bevölkerung [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/AppDemocracy2.png"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-155353" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/AppDemocracy2.png" alt="AppDemocracy2" width="609" height="132" /></a></p>
<p>Mit der App DEMOCRACY können in Echtzeit Interessierte alle Gesetzesvorhaben des Bundestages beobachten – und für ein Stimmungsbild der Bevölkerung selbst abstimmen.</p>
<p align="LEFT">Mit der App DEMOCRACY startet im Oktober eine App, mit der sich Interessierte einen Einblick in die Gesetzesfindung des Deutschen Bundestages verschaffen können. Bürgerinnen und Bürger, die sich mehr Transparenz und Partizipation in der Gesetzgebung wünschen, bekommen mit der App die Möglichkeit, sich über die Anträge der Fraktionen zu informieren, den Stand der Gesetze zu verfolgen und selbst ihre Stimme abzugeben.</p>
<p align="LEFT">Während Smartphone-User sich in der <a href="https://www.bundestag.de/apps" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bundestags-App</a> schon seit 2016 mobil zu aktuellen Verfahren im Bundestag informieren können, ermöglicht die <a href="https://www.democracy-deutschland.de/#!home" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DEMOCRACY-App</a>, dass pro Legislaturperiode zu rund 800 Gesetzgebungsverfahren und 1500 Anträgen Stellung bezogen und direkt abgestimmt werden kann. „[Die] Ergebnisse [der Abstimmungen] werden in der App publiziert und den Abgeordneten noch vor ihrer offiziellen Entscheidung als anonymisiertes Stimmungsbild aus der Bevölkerung übergeben“, sagt Marius Krüger, Entwickler der App und Gründer von DEMOCRACY Deutschland e.V, „so haben Politiker eine Chance, ihren Standpunkt mit Volkes Stimme abzugleichen, bevor sie wichtige Gesetze absegnen. Für die Bürger wächst zudem die Einflussnahme auf politische Entscheidungen.“</p>
<p align="LEFT">Finanziert wurde die App durch eine Crowdfunding-Kampagne Krügers, unterstützt wird das Projekt von der Hertie-Stiftung und soll sich ab 2019 durch Patenschaften finanzieren.</p>
<h3>Titelbild: DEMOCRACY Deutschland e.V., CC-BY-SA 3.0</h3>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111.png"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-151003" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x110111-305x53.png" alt="CC-BY-NC 2.0" width="305" height="53" /></a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>„Online-Partizipation muss reale Prozesse abbilden“ – Kerstin Franzl im Interview</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/online-partizipation-muss-reale-prozesse-abbilden-kerstin-franzl-im-politik-digital-interview-149549/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Oliver Wolff]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jun 2016 10:51:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Partizipation]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wpb-content-wrapper"><div data-parent="true" class="vc_row row-container" id="row-unique-3"><div class="row limit-width row-parent"><div class="wpb_row row-inner"><div class="wpb_column pos-top pos-center align_left column_parent col-lg-12 single-internal-gutter"><div class="uncol style-light"  ><div class="uncoltable"><div class="uncell no-block-padding" ><div class="uncont" ><div class="uncode_text_column text-lead" ><p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opin-banner-01-e1466061213737.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-149552 size-full" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/opin-banner-01-e1466061213737.png" alt="" width="640" height="366" /></a>OPIN ist eine Toolbox, mit der internetbasierte Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendorganisationen geschaffen werden sollen. Im Interview erläutert EUth-Projektkoordinatorin Kerstin Franzl die Ankerpunkte des Konzepts und beschreibt zentrale Elemente für erfolgreiche Partizipation.</p>
</div><div class="uncode_text_column" ><p>Die Europäische Union hat erkannt, dass Jugendliche den europäischen Institutionen immer weniger vertrauen. Im Rahmen des <a href="https://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/en/what-horizon-2020">Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogramms</a> fördert die Europäische Union deshalb neue Zugangskanäle für Jugendliche. Das Innovationsprojekt <a href="http://www.euthproject.eu/">EUth – Tools and Tipps for Mobile and Digital Youth Participation in and across Europe</a> hat hierfür den Partizipationsbaukasten <a href="https://opin.me/de/">OPIN</a> entwickelt.</p>
<p>Kerstin Franzl, Mitarbeiterin des <a href="http://www.nexusinstitut.de/">nexus Instituts für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung</a>, organisiert das EUth-Projekt und koordiniert die Arbeit mit den Pilotprojekten. Wir haben uns mit ihr getroffen und sie zur Grundidee und deren Umsetzung befragt. Unser Weg führt dabei vorbei an den Anfängen des Projekts zu den innovativen Kernpunkten der Online-Partizipationstoolsbox. Eine Erkenntnis unseres Gesprächs war, dass erfolgreicher Partizipation weiterhin zentrale Probleme entgegenstehen. Die Gradwanderung zwischen Idealismus und technischen Herausforderungen wird dabei schnell zum Balanceakt:</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Als Projektkoordinatorin beim nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung betreuen Sie das EUth-Innovationsprojekt. Wie hat sich die Idee des EUth-Projekts und der OPIN Toolbox entwickelt, wie sehen Ihre Erfahrungen aus?</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><img decoding="async" class=" wp-image-140839" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Franzl_Profilbild_v1.jpg" alt="N" width="205" height="230" /> <strong>Kerstin Franzl</strong> ist Mitarbeiterin im <a href="http://www.nexusinstitut.de/index.php" target="_blank" rel="noopener noreferrer">nexus Institut für Koopartionsmanagement und interdisziplinäre Forschung</a>, betreut das EUth-<br />
Partizipationsprojekt und koordiniert die Entwicklung des OPIN-Partizipationstools.</div></div>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Der erste Bezug zum Projekt rührt von den zwei Standbeinen des nexus Instituts. Im Bereich der geförderten Forschung nehmen wir an verschiedenen nationalen und internationalen Förderprogrammen teil. Hier sind die Nachfrage und der Forschungsbedarf an Partizipationsprojekten in den letzten Jahren enorm gestiegen. Seit ich 2010 im nexus Institut angefangen habe, beantrage ich deshalb kontinuierlich Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der Partizipation. Unser zweites Standbein baut auf die Beratung und Durchführung von Partizipationsprojekten sowie dem Erstellen von Gutachten für Städte und Länder. Wir bringen also Partizipation in ganz unterschiedliche Kontexte ein.</p>
<p>2012 sind wir dann erstmals in Kontakt mit <a href="https://liqd.net/de/">Liquid Democracy e.V.</a> gekommen. Mit ihrer Adhocracy-Software waren sie die ersten auf dem Markt, die Online-Partizipation ermöglichten. Durch die Kooperation mit Liquid Democracy e.V. haben wir damals die technischen Umsetzungsmöglichkeiten von Onlinepartizipationsprojekten von vorne bis hinten kennengelernt und konnten im Rahmen des damaligen <a href="https://ypart.eu/static/youthpart">Ypart-Projekts</a> evaluieren, wo aktuelle Barrieren zu finden sind. Die Begleitung des Projekts von der Konzeptions- bis zur Durchführungsphase war sehr, sehr hilfreich im Verständnis aktueller Hindernisse und Grenzen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Und mit der Online-Partizipationstoolbox OPIN setzen sie jetzt genau an dieser Stelle an?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Zum Teil, die Erfahrungen früherer Projekte fließen natürlich ganz klar mit in das EUth-Projekt ein, der Ansatz ist aber unabhängig von früheren Projekten zu sehen. Als wir die Idee für das EUth-Projekt entwickelt haben, war ein Ansatzpunkt, sich die Technikentwicklung fördern zu lassen, da es daran momentan am meisten mangelt. Leider ist es hier ja noch nicht so, dass sich die Technik für die Bedürfnisse entwickelt. Im Gegenteil, die Partizipationsprojekte müssen sich davon abhängig machen, was technisch umsetzbar ist. Neben der technischen Komponente ist uns aber auch klar geworden, dass erfolgreiche Partizipation ganz stark Beratung braucht. Die ist aber wiederum sehr teuer. Das ist natürlich im Bereich der Jugendarbeit extrem schwierig, weil hier einfach wenig Geld für Projekte zur Verfügung gestellt wird. Unsere Lösung ist daher, möglichst automatisiert Hilfe bereitzustellen. Das ist eigentlich auch der Hauptankerpunkt des Projekts: automatisiert Prozesse für Jugendarbeit bereitstellen, die es auch Laien ermöglichen, Partizipationsprojekte zu konzipieren und aufzusetzen.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln Sie das Projekt innerhalb verschiedener Test- und Entwicklungsphasen und arbeiten mit mehreren Pilotprojekten aus dem Bereich der Jugendarbeit und der Verwaltung zusammen. Praxisnähe und konkrete Fall- und Anwendungsbezüge scheinen also besonders im Fokus ihres Projekts zu stehen. Wie wichtig ist dieser Ansatz bei der Umsetzung des Projekts?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl: </strong>Die Zusammenarbeit und Rückmeldung der Pilotprojekte, im Rahmen von Workshops und Usability-Checks, ist ganz wichtig für uns, um Feedback zu bekommen. Wir wollen ja schließlich wissen, ob das funktioniert, was wir machen. Darüber hinaus wird an uns natürlich die Anforderung gestellt, das umzusetzen, was die Pilotprojekte für die Durchführung von Partizipationsprojekten brauchen. Hier sind die Wünsche ganz unterschiedlich. Wir müssen dann schauen, wie wir verschiedene Methoden entwickeln und gleichzeitig Benutzerfreundlichkeit gewährleisten können. Schlussendlich wollen wir die Partizipationsprozesse aber so entwickeln, dass sie auch für ganz andere Projekte in anderen Kontexten genauso anwendbar sind. Hier liegt die Herausforderung bei uns, eine Übertragbarkeit herzustellen.</p>
<p>Trotzdem ist im Rahmen eines begrenzten Budgets auch nur ein begrenzter Testraum da, der an die lokalen Begebenheiten gebunden ist. Hier ist es auch ein wenig schade, dass die Europäische Union das Thema Online-Partizipation im Moment so stark auf Entwicklung ausrichtet und nicht so stark auf die Forschung. Eine tiefgreifende Analyse ist da äußerst schwierig. Weitere Forschung wäre aber natürlich wichtig, um zu sehen, wie es genau in den einzelnen europäischen Ländern mit Partizipationsprojekten aussieht.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Also vermuten Sie auch unterschiedliche nationale Hemmnisse und Herausforderungen für Partizipation allgemein?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl: </strong>Nein, das eigentlich nicht. In unseren Workshops haben wir uns mit verschiedenen nationalen VertreterInnen zusammengesetzt und aktuelle Barrieren diskutiert. Umsetzungsschwierigkeiten bestehen da vor allem aufgrund des unterschiedlichen Entwicklungsstands und der Akzeptanz von Online-Partizipation, auch innerhalb Deutschlands fällt das auf. Einige Kommunen haben schon vor 10 Jahren mit Partizipationsprojekten angefangen, da ist die Anerkennung von Online-Partizipation natürlich deutlich höher. Trotzdem treten dann aber doch häufig bereits Probleme beim Finden des passenden Partizipationskonzepts auf. Die Motivation der TeilnehmerInnen und die Realisierung einer Kooperation mit der Entscheidungsträgerebene erschwert die Umsetzung von Projekten ebenfalls. An dieser Stelle müsste man zum Beispiel weitere Forschung betreiben.</p>
<p>Insgesamt bewegt sich Online-Partizipation aber auch einfach in einem schwierigen Feld. Jeder erwartet, dass die Beteiligungszahlen hoch sein müssen, da jeder einen Internetzugang zuhause hat. Das Resultat ist aber häufig nicht viel besser als bei Offline-Partizipation. Trotzdem muss man unterstreichen, dass sich Online-Partizipation aber vor allem deswegen Legitimität verschafft, weil sie jedem zugängig gemacht werden kann. Die Beschränkungen sind hier deutlich niedriger als bei Offline-Partizipation, die immer nur beschränkt existieren kann.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Und mit OPIN wollen Sie nun diesen Problemen begegnen? Wie sieht da Ihre genaue Umsetzung aus?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Alle diese Probleme im Rahmen eines einzelnen Projektes lösen zu wollen ist natürlich nicht möglich. Aktuell sind wir ja auch noch in der ersten Testphase der OPIN-Toolbox, da befinden wir uns wirklich noch im Abstimmungsprozess. Im Moment schauen wir konkret, was wir realisieren wollen und was sich im Rahmen des Projekts wirklich umsetzen lässt. Die großen technischen Herausforderungen wie das automatische Abbilden von Partizipationsprozessen in verschiedenen Sprachen und eine automatische Strukturierung von Diskussionsinhalten sind weiterhin ungelöste Probleme. Besonders letzteres kann schnell zum Schocker werden, wenn man sich beteiligen möchte und dann auf seitenweise Diskussionsinhalte trifft, ohne sich übersichtlich über Sachverhalte informieren zu können. Welche dieser Themen wir aber speziell herausgreifen ist weiterhin offen.</p>
<p>Momentan fokussieren wird uns auf die Modularisierung und die Verschränkung von Online- und Offlineprozessen. Bisher gibt es kein Tool, das Partizipationsprozesse wirklich als Prozesse abbildet. Wir verstehen Partizipation aber als das, was sie ist: als Mehrebenenprozess, in dem online und offline nicht gesondert betrachten werden sollten. Deshalb wollen wir mit OPIN den Partizipationsprozess von Anfang bis Ende in einer Timeline darstellen, online und offline. Mit unserem halbmodularen Baukasten wollen wir denjenigen die Möglichkeit geben Partizipationsprojekte durchzuführen, die Laien auf dem Gebiet sind und auch keine finanziellen Mittel haben, um sich teure Unterstützung einzukaufen. Unser Ansatz zielt deshalb darauf ab, die Partizipationswege vorzuschlagen, deren Methoden auch eine Lösung herbeiführen. Wir zeigen also Proven-Solutions für Partizipationsprojekte auf. In Zusammenarbeit mit den einzelnen Pilotprojekten schauen wir jetzt individuell, welche Hauptwege sich zeichnen lassen und welche dann in die finale Version integriert werden können.</p>
<p><strong>politik-digital: </strong>Im Vergleich zu bestehenden Online-Partizipationsmöglichkeiten ist das ein spannender und innovativer Ansatz. Trotzdem scheint Online-Partizipation aber immer noch vor hohen Hürden zu stehen. Wie soll es da langfristig mit dem Projekt weitergehen und bleibt der eigene Idealismus vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen nicht auch manchmal auf der Strecke?</p>
<p><strong>Kerstin Franzl:</strong> Alle, die sich in diesem Feld engagieren und arbeiten, sind irgendwo Idealisten und Visionäre. Da ist man immer damit konfrontiert, dass der Status quo ein anderer ist als der, den man sich gerade wünscht. Es wird aber mehr und mehr deutlich, dass der Kulturwandel auf jeden Fall initiiert wurde. Es gibt eine große Bereitschaft. Das sieht man allein an den Geldern, die in die Entwicklung von Online-Partizipationsprojekten, Prozessen und Tools gesteckt werden. Auch auf lokaler und europäischer Ebene nimmt man Partizipationsprojekte zunehmend wahr. Immer mehr Länder und Städte institutionalisieren Bürgerbeteiligung. Diese Ansätze sind aber immer noch punktuell. Der Kulturwandel ist also noch nicht abgeschlossen.</p>
<p>Bei unserem Projekt wünsche ich mir natürlich besonders, dass OPIN letztlich auch genutzt wird – wir stellen das Tool schließlich im Auftrag der EU zusammen. Leider ist noch offen, inwieweit Online-Partizipationsprojekte auf europäischer Ebene institutionell installiert werden. Mit OPIN versuchen wir diesem Ziel näher zu rücken. Ob das dann auch zu 100 Prozent erreicht wird, kann ich natürlich nicht sagen. Trotzdem ist es aber auch schön, an der Entwicklung eines neuen Trends beteiligt zu sein. Das Interesse ist auf jeden Fall da, und auch die EU-Kommission befindet sich mitten drin im Prozess des Kulturwandels. Aus diesem Grund setzen wir hier mit unserem Projekt an, geben der Partizipation ein digitales Zuhause und schaffen ein Bewusstsein. Dabei denjenigen zu helfen, die eine offene Partizipation ermöglichen wollen, hat etwas sehr Befriedigendes.</p>
<p>Titelbild: <a href="http://www.euthproject.eu/app/download/12920997132/opin+banner-01.png?t=1458136850" target="_blank" rel="noopener noreferrer">OPIN-Banner</a> via <a href="http://www.euthproject.eu/project/downloads/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">euthproject</a>, bearbeitet<br />
Porträt: Bereitgestellt von <a href="http://www.nexusinstitut.de/de/institut/mitarbeiterinnen-mitarbeiter/7-mitarbeiterinnen-a-mitarbeiter/450-kerstin-franzl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Kerstin Franzl</a>, bearbeitet</p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
</div></div></div></div></div></div><script id="script-row-unique-3" data-row="script-row-unique-3" type="text/javascript" class="vc_controls">UNCODE.initRow(document.getElementById("row-unique-3"));</script></div></div></div>
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		<title>Hilft das Internet gegen Bürgerfrust?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2016 12:19:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor kurzem hielt ich unter diesem Titel einen Vortrag vor engagierten Bürgern in Lübeck. Dies geschah nicht, wie man vielleicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/sprechblasen-rechteck-kommunikation-by-geralt-via-Pixabay-licensed-CC0-e1460630590478.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-148959" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/sprechblasen-rechteck-kommunikation-by-geralt-via-Pixabay-licensed-CC0-e1460630590478-630x277.jpg" alt="sprechblasen-rechteck-kommunikation by geralt via Pixabay licensed CC0" width="630" height="277" /></a>Vor kurzem hielt ich unter diesem Titel einen Vortrag vor engagierten Bürgern in Lübeck. Dies geschah nicht, wie man vielleicht zur Zeit vermuten könnte, vor dem Hintergrund der Diskussion um PEGIDA oder Facebookhetzer, sondern es wurde diskutiert, ob und wie Online-Bürgerbeteiligung und -Bürgerservices helfen können, den allgemeinen Bürgerfrust zu mindern. Das Interessante ist, man kann das eine nicht mehr ohne das andere diskutieren, auch wenn es auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun hat.</p>
<br/><div class="subcolumns">
             <div class="c75l">
               <div class="subcl">
                 <div class="entry-content-position">
                   <br />
Die These dazu ist, dass wir derzeit eine Form von Online-Bürgerbeteiligung erleben, wie es sich die Organisatoren und Unterstützer niemals vorgestellt oder gewünscht hätten. Zur Zeit müsste man deswegen die Titelfrage mit einem Nein beantworten. Das Internet hilft nicht gegen Bürgerfrust, sondern es befördert ihn sogar. Hass und Frust, der sonst unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle lag, wird auf einmal sichtbar und wir erschrecken aufgrund der Intensität dieser „Meinungen“ und der Masse an Wutbürgern, die auf einmal in nächster Nähe zu uns in den sozialen Netzwerken auftauchen.</p>
<p>Ganz so pessimistisch und negativ möchte ich es aber nicht stehen lassen. Denn es gibt eine Reihe von positiven Gegenbeispielen. Soziale Medien helfen auch, Vorurteile und Falschmeldungen zu widerlegen, dem Engagement eine Plattform zu geben, Hilfe zu koordinieren und Menschen miteinander zu vernetzen. Aber was wird hängenbleiben, an was werden wir uns in fünf Jahren erinnern?</p>
<p>Wir dürfen deswegen aufgrund der jetzigen schwierigen Situation nicht aufgeben, konstruktive Bürgerbeteiligung zu forcieren. Politik und Verwaltung müssen transparenter werden und mehr Angebote machen. Das Internet kann dazu eine Menge beitragen und tut dies bereits. Es gibt gerade auf kommunaler Ebene eine Menge guter Projekte, die zeigen, das eine konstruktive Beteiligung sowohl der Politik als auch den Bürgerinnen und Bürgern hilft. Deswegen kann es kein Argument sein, dass dort zu wenige mitmachen, sondern die derzeitige Situation muss ein Ansporn sein, dass alle Formen von Beteiligung besser werden müssen, aber auch, dass sie Zeit und Ressourcen benötigen.</p>
<p>Ob wir damit den „Bürgerfrust“ abbauen sei dahingestellt. Der hat meistens sowieso andere Gründe. Und da kann dann wiederum auch das Internet nicht helfen.</p>
<p>Titelbild: <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/">Geralt</a> via  <a href="https://pixabay.com/">Pixabay </a>unter <a href="http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/">CCO</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png"><img decoding="async" class="alignnone  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="378" height="66" /></a><br />

                 </div>
               </div>
             </div>
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		<title>Umfrage zu politischer Beteiligung im Internet</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/umfrage-zu-politischer-beteiligung-im-internet-146875/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Livia Helbing]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2015 15:31:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[IZT]]></category>
		<category><![CDATA[Stakeholder Panel]]></category>
		<category><![CDATA[Parlamentsarbeit]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer Umfrage können sich interessierte Akteurinnen und Akteure dazu äußern, aufgrund welcher Motive sie sich online politisch beteiligen. Der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bürgerbeteiligung.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-146876" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bürgerbeteiligung.jpg" alt="Bürgerbeteiligung" width="640" height="280" /></a><br />
<span class="text-lead">In einer Umfrage können sich interessierte Akteurinnen und Akteure dazu äußern, aufgrund welcher Motive sie sich online politisch beteiligen. Der Bürgeraustausch hat große Bedeutung für Parlamente. Trotzdem bleibt politische Beteiligung im Internet bislang hinter den Erwartungen zurück.</span></p>
<p>In einer Demokratie bleibt die Abstimmung im Parlament, und somit auch die damit verbundene legislative Verantwortung, den gewählten Volksvertreterinnen und Volksvertretern vorbehalten. Dennoch gibt die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung Wählerinnen und Wählern bei der Vorbereitung und Umsetzung von politischen Entscheidungen Stimme und Gewicht. Der Austausch mit interessierten Akteuren ist daher äußerst wichtig für Parlamente. Für den Deutschen Bundestag führt <a href="ww.izt.de">das IZT</a> – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung deswegen eine <a href="www.stakeholderpanel.de/sosci/beteiligung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Umfrage</a> zum Thema „Online-Bürgerbeteiligung an der Parlamentsarbeit“ durch.</p>
<p>Im Fragebogen unter dem Link <a href="http://www.stakeholderpanel.de/sosci/beteiligung/">www.stakeholderpanel.de/sosci/beteiligung/</a> können sich alle interessierten Akteure, ob als Vertreterin oder Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen, einer Bürgerinitiative, der Medien, von Wirtschaft, Wissenschaft oder Verwaltung, oder als Bürgerin oder Bürger <strong>bis zum 15. Oktober </strong>in<strong> ca. 15 Minuten</strong> zu folgenden Themen äußern:</p>
<ul>
<li>Welche Beteiligungsangebote wecken Interesse?</li>
<li>Welche Motive fördern Online-Bürgerbeteiligung an der Parlamentsarbeit?</li>
<li>Welche Anforderungen werden an Online-Bürgerbeteiligung gestellt?</li>
<li>Warum bleibt die politische Beteiligung im Internet bislang hinter den Erwartungen zurück?</li>
</ul>
<p>Das IZT führt die Umfrage &#8220;<a href="http://www.stakeholderpanel.de/sosci/beteiligung/">Online-Bürgerbeteiligung an der Parlamentsarbeit</a>&#8221; im Auftrag des Deutschen Bundestags durch. Sie ist Bestandteil einer neuen Dialogplattform beim Bundestag: Stakeholder Panel TA (TA = Technikfolgenabschätzung).</p>
<p>Mehr Informationen über das Stakeholder Panel finden Sie <a href="http://www.stakeholderpanel.de/">hier.</a></p>
<p>Bild: <a href="https://pixabay.com/en/service/terms/#usage" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Mehr Demokratie </a><a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">(CC BY-SA 2.0)</a></p>
<p><img decoding="async" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x1101-305x53.png" alt="CC-BY-SA" width="305" height="53" /></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hack Your City – In welcher Stadt wollen wir künftig leben?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 May 2015 15:45:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsjahr 2015]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Open Knowledge Foundation]]></category>
		<category><![CDATA[Citizen Science]]></category>
		<category><![CDATA[Hack Your City]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft im Dialog]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie soll die Stadt der Zukunft aussehen und wer wird urbanes Leben gestalten? Diesen und weiteren Fragen will das Projekt [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hackyourcity_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145662" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/hackyourcity_bearb.jpg" alt="hackyourcity_bearb" width="640" height="280" /></a>Wie soll die Stadt der Zukunft aussehen und wer wird urbanes Leben gestalten? Diesen und weiteren Fragen will das Projekt „Hack Your City“ einen Raum geben, das im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2015 – Zukunftsstadt durchgeführt wird. Den Auftakt für die sechsmonatige Projektarbeit bilden vier Hackdays in mehreren deutschen Städten. Der erste fand am Wochenende in Berlin statt.</p>
<p>Die Geschichte der Bürgerwissenschaften reicht mehrere Hundert Jahre zurück, von den ersten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Christmas_Bird_Count">Christmas Bird Counts</a> im Jahr 1900 über den <a href="http://www.monitorwater.org/">World Water Monitoring Day</a> bis hin zur Übersetzung alter Schiffslogs, um <a href="http://www.oldweather.org/">Wetterdaten auszuwerten</a>. Vor der Professionalisierung der Wissenschaften an den Universitäten war die Bürgerwissenschaft (oder Citizen Science), getragen von Laienforschern, weit verbreitet. Bekannte Vertreter sind neben Isaac Newton und Gottfried Leibniz auch Leonardo da Vinci, Benjamin Franklin und Charles Darwin. In den vergangenen Jahren hat Citizen Science wieder vermehrt Beachtung gefunden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung startete im vergangenen Jahr einen Prozess zur Entwicklung einer Citizen Science-Strategie 2020, um Strukturen für die Bürgerwissenschaft in Deutschland zu stärken und die Akteure besser zu vernetzen.</p>
<p>Das Projekt „<a href="http://www.hackyourcity.de/">Hack your City</a>“, das von der Initiative Wissenschaft im Dialog und der Open Knowledge Foundation als Teil des vom Bildungsministerium geförderten Wissenschaftsjahrs 2015 zum Thema Zukunftsstadt organisiert wird, soll der Bürgerwissenschaft in sechs deutschen Städten einen Rahmen geben. Der Kick-off für die Citizen Science Labs fand am vergangenen Wochenende in Berlin statt. Unter den 60 Teilnehmern waren vor allem Designer, Programmierer, Entwickler, Wissenschaftler und stadtbegeisterte Bürger, die gemeinsam Ideen und Lösungsansätze entwickelten, mit denen das Leben in der Stadt lebenswerter gemacht werden kann. An zwei Tagen wurden Vorschläge diskutiert, Programme und Apps geschrieben und intelligente Lösungen für Probleme des Alltags entwickelt, um Berlin fit für die Herausforderungen einer stetig weiter wachsenden und sich wandelnden Stadt zu machen.</p>
<p>Neben einem Fahrradständer in Pilzform, an dem auf kleinem Raum in zwei Etagen viele Fahrräder angeschlossen werden können, wurde auch der Prototyp für einen Feinstaubsensor entwickelt, der an Bussen oder Fahrrädern angebracht werden kann und aktuelle Feinstaubdaten für die gesamte Stadt liefert. Ein Vater-Sohn-Entwicklerduo stellte zum Abschluss mit „Make A Wish“ eine Beteiligungsplattform vor, auf der Bürger ihre Wünsche und Umsetzungsvorschläge an die Stadt veröffentlichen können. Diese und viele weitere <a href="https://storify.com/Yannick11/hack-your-city-berlin">Vorschläge</a> werden im kommenden halben Jahr in den Citizen Science Labs weiterentwickelt. Auch die Berliner Landespolitik hat die Bürgerlabore und die dort vorgestellten Ideen im Blick. Der Chef der Berliner Senatskanzlei Björn Böhning war zum Auftakt der Hackdays anwesend und versprach, dass die drei besten Ideen vom Senat geprüft und – sofern sie praktikabel sind – eine Nutzung für sie gefunden werden könnte.</p>
<p>Die nächsten Hackdays werden in Dortmund und Wuppertal (30./31. Mai), Leipzig und Dresden (5.-7. Juni) und in Karlsruhe (13./14. Juni) stattfinden. Eine gute Übersicht über aktuelle Projekte aus dem Bereich Bürgerwissenschaften in Deutschland bietet die Plattform „<a href="http://www.buergerschaffenwissen.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bürger schaffen Wissen</a>“, die auch den Weg zur Citizen Science-Strategie digital begleitet.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.dropbox.com/sh/wv41nmfziuyu2c5/AACfIth6Ttpy3DZ2-NxM6s68a?lst=#lh:null-Perfekte_Location_fuer_das_Zukunftslabor_Die_Indoor-Farm_Infarm_in_Kreuzberg_Foto_Wissenschaft_im_Dialog.JPG" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Yannick Haan</a></p>
<div id="yui_3_16_0_1_1430750988796_724" class="view follow-view clear-float photo-attribution"></div>
<div class="attribution-info"></div>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Berlin sucht seine Mitte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Julie Rothe]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Apr 2015 13:33:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[eParticipation]]></category>
		<category><![CDATA[Alexanderplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Alte Mitte]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtdebatte]]></category>
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					<description><![CDATA[Über die Gestaltung von Berlins Zentrum rund um den Alexanderplatz schwelt seit über 20 Jahren ein Streit, der mal mehr, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fernsehturm-hist.mitte_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145476" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/fernsehturm-hist.mitte_bearb.jpg" alt="fernsehturm hist.mitte_bearb" width="640" height="280" /></a>Über die Gestaltung von Berlins Zentrum rund um den Alexanderplatz schwelt seit über 20 Jahren ein Streit, der mal mehr, mal weniger laut ausgetragen wird. In diesem Jahr hat sich die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung das Ziel gesetzt, den Zwist um die sogenannte Historische Mitte mit einem öffentlichkeitswirksamen Partizipationsverfahren beizulegen. Ein Kommentar zur Online-Beteiligung in Berlin-Mitte.</p>
<p>In der Hauptstadt ist am 18. April eine vom Senat groß angelegte Bürgerbeteiligung gestartet, die einen seit vielen Jahren schwelenden Streit beenden soll. Dabei geht es um die zukünftige Nutzung und Gestaltung des Platzes vor dem Roten Rathaus, Sitz des Regierenden Bürgermeisters, in Berlin-Mitte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die stark zerstörte, ursprüngliche Bebauung bis auf die Marienkirche abgerissen, und mit dem Bau des Berliner Fernsehturms wurde ein offener Platz mit Wasserspielen, Brunnen und Sitzmöglichkeiten eingerichtet. Für diesen Platz kursieren in der Berliner Kommunalpolitik seit gut einem Jahrzehnt verschiedene Bebauungsvorschläge, von historisierender Bebauung über die Gestaltung einer Grünfläche bis hin zum Erhalt der heutigen Gestaltung. In den letzten Jahren kam durch eine Reihe Großbaustellen auf und um den Platz und nicht zuletzt durch den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses Bewegung in die Debatte. Aufgrund der dichten Wohnbebauung und der Berlin-weiten Bedeutung des Platzes hat die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt beschlossen, eine groß angelegte Bürgerbefragung über die Neugestaltung dieses Ortes im Herzen Berlins durchzuführen.</p>
<p>Die Stadtdebatte Berliner Mitte mit dem griffigen Titel <a href="http://stadtdebatte.berlin.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Alte Mitte- neue Liebe?“</a> findet sowohl online als auch offline statt und ist in zwei Phasen bis zum Jahresende unterteilt. Bis dahin soll eine Empfehlung an das Berliner Abgeordnetenhaus erarbeitet werden und als Grundlage für die weitere Entwicklung des Platzes dienen. Der gesamte Prozess und auch die eventuell folgenden Bau- oder Gestaltungsmaßnahmen unterliegen einem äußeren Zeitdruck: Denn bis zur Fertigstellung des Schlosses 2019 sollen möglichst alle Arbeiten abgeschlossen sein, damit die Großbaustelle in der Berliner Mitte nach über zehn Jahren fertiggestellt wird. Ein sehr ambitioniertes Unterfangen bei einem so geschichtsträchtigen Ort, über den die Meinungen weit auseinandergehen und wo noch besonders oft die Klischees von Ost- und Westberlinern die Diskussion prägen.</p>
<h3>Wo geht’s hier zur Diskussion?</h3>
<p>Bei einer öffentlichen Auftaktveranstaltung wurden die Beteiligungsformate nun vorgestellt und der Startschuss gegeben. Den Vertretern aus Senats- und Bezirksverwaltung ist es ein wichtiges Anliegen, die Ergebnisoffenheit des Dialogprozesses zu unterstreichen und dieses Schlagwort entsprechend mantraartig zu wiederholen. Der Verdacht, die fertigen Konzepte lägen bereits in einer Schublade des Senats, soll auf keinen Fall aufkommen. Bis zum 18. Mai haben nun Anwohner, Interessierte, Berliner und Touristen die Möglichkeit an der Online-Diskussion teilzunehmen. Die ausdrücklich auch angesprochenen Touristen müssten dafür allerdings der deutschen Sprache mächtig sein, da der Online-Dialog exklusiv auf Deutsch stattfindet, obwohl dieser Missstand bei der ersten Vorstellung des Prozesses im Februar bereits angesprochen worden war.</p>
<p>Für die Online-Diskussion sind sechs Kategorien (Bedeutung des Ortes, Umgang mit der Geschichte des Ortes, Aufenthaltsqualität, Öffentlicher Raum, Vernetzung mit angrenzenden Orten, Sonstiges) vorgegeben, die einerseits die Bedeutung und aktuelle Nutzung des Ortes herausarbeiten sollen, andererseits die Ideen der Nutzer zur Gestaltung des Platzes strukturieren sollen. Die schwammige Abgrenzung und die unklare Bedeutung mehrerer doch sehr ähnlicher Kategorien macht es dem Nutzer jedoch schwer, seine Beiträge zuzuordnen, weshalb es zu vielen Doppelposts einzelner Beiträge in den verschiedenen Kategorien kommt. Außerdem erschwert es die echte Auseinandersetzung mit den Positionen anderer Nutzer, weil die einzelnen Beiträge nur in den jeweiligen Kategorien angezeigt werden. Zwar sind aktuell noch nicht allzu viele Nutzer registriert (173, Stand 28.04.) und die Beitragsanzahl ist noch überschaubar, das unübersichtliche Design des Forums macht ein flüssiges Lesen der Beiträge und Kommentare aber fast unmöglich. Der durchschnittlich interessierte Bürger wird vermutlich spätestens nach dem Lesen von drei bis vier Beiträgen entnervt aufgeben, weil das ständige Scrollen, Klicken, Zurückgehen, Scrollen, Klicken einfach zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Erwischt man dann noch einen der weniger anspruchsvollen Beiträge, ist schnell das Ende der Partizipationsbegeisterung erreicht. Hier wurde offenbar Form vor Inhalt gestellt, wodurch eine Diskussion erschwert wird.</p>
<p>Ein weiteres Problem ist die viel gelobte Ergebnisoffenheit des Dialogs, gepaart mit einer unklaren Absteckung, um welchen Raum es genau geht. Die zunächst sehr anschaulich wirkende Luftaufnahme des Ortes, die der Orientierung dienen soll, verwirrt bei genauerem Hinsehen doch eher. Denn wahrscheinlich dürfen weder der Fernsehturm, eines der Wahrzeichen Berlins, noch die über 700 Jahre Pfarrkirche oder das Rote Rathaus baulich verändert werden, und auch die Wohnbebauung und der Flusslauf der Spree dürften von allem Planungseifer unberührt bleiben. Dass dadurch viele Missverständnisse entstehen und einige Beiträge sich von vornherein erübrigen, lässt den gesamten Prozess wie ein Baldrian-Dragee für aufgebrachte Bürger wirken. Bei aller Ergebnisoffenheit existieren natürlich seit Langem verschiedene medial diskutierte Konzepte, die auch von mehr oder weniger gut organisierten Interessengruppen wie der Gesellschaft Historische Mitte oder des Bürgerforums Berlin verteidigt werden. Ob es dem Projekt gelingt, diese Meinungen zu filtern und trotzdem eine offene Beteiligung zu ermöglichen, bleibt fraglich.</p>
<h3>Was passiert mit meiner Meinung?</h3>
<p>Bislang fällt auf, dass wie so oft bei Online-Beteiligungsverfahren vor allem männliche Nutzer aktiv sind (Annahme abgeleitet aus den gewählten Pseudonymen) und bereits die zu erwartenden Trolle unterwegs sind, die hauptsächlich andere Meinungen als ihre eigene mehr oder weniger sachlich torpedieren.</p>
<p>Die eingestellten Beiträge können von allen registrierten Nutzern bewertet und kommentiert werden, allerdings wird nicht näher erläutert, wozu die Bewertungen später dienen sollen und auf welche Weise die Kommentare zu den Beiträgen in der weiteren Diskussion ausgewertet werden. Solange auch für die Bewertung der Beiträge eine Registrierung notwendig ist, steht zu befürchten, dass eine eher kleine Gruppe von Nutzern die Meinungsmacht übernehmen wird und der größere Kreis von Interessierten außen vor bleibt. Eine Registrierung wirkt insbesondere auf ältere Nutzer immer noch abschreckend. Sinnvoller wäre hier zumindest für die Abgabe von Bewertungen ein IP-basiertes Identifikationsmodell gewesen, um mehr Bürgern die Teilnahme zu ermöglichen. Immerhin ist das Einstellen eines Beitrags auch als „Gast“ ohne eine Registrierung möglich. Wer die Ergebnisse des Online-Dialogs nach welchen Kriterien auswertet und zusammenstellt, wird leider nicht näher ausgeführt.</p>
<p>Offen bleibt auch das weitere Vorgehen mit den Ergebnissen des Online-Dialogs nach dem 18. Mai. Im Sommer sollen einige Vor-Ort-Veranstaltungen folgen, unter anderem ein Partizipatives Theater und Bürgerwerkstätten, auf denen die bis dahin vorgebrachten Ideen konkretisiert werden sollen. Im September wird ein Halbzeitforum die zweite Phase einleiten, die wieder eine Online-Beteiligung vorsieht und bis Ende 2015 zum finalen Vorschlag führen soll. In welcher Form diese zweite Runde der Online-Partizipation stattfindet und mit welchen Mitteln dann weiter diskutiert wird, ist noch nicht bekannt.</p>
<p>Ob die Online-Beteiligung mit ihrem jetzigen Aufbau und Inhalt eine genügend große Zahl an Interessierten zum Mitmachen animieren kann, bleibt abzuwarten. Aktuell ist die Beteiligung gemessen am Budget für das Verfahren (knapp eine <a href="http://www.taz.de/!154722/">halbe Million Euro)</a>, am Aufwand und dem medialen Interesse eher gering. Aber es bleiben ja noch drei Wochen Zeit.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/bulle_de/9216106515" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Christopher Bulle</a></p>
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<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Online-Beteiligung: &#8220;Partzipationsplattformen müssen verständlich und nutzbar sein.&#8221;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jan Voß]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Apr 2015 10:47:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[ePartizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Frontend-Design]]></category>
		<category><![CDATA[Frontend-Entwicklung]]></category>
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					<description><![CDATA[Online-Partizipation liegt im Trend. Immer häufiger nutzen Kommunen, Vereine und Initiativen Beteiligungsplattformen, um Bürger an Planungen und Vorhaben zu beteiligen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tablets_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-145398" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/tablets_bearb.jpg" alt="tablets_bearb" width="640" height="280" /></a>Online-Partizipation liegt im Trend. Immer häufiger nutzen Kommunen, Vereine und Initiativen Beteiligungsplattformen, um Bürger an Planungen und Vorhaben zu beteiligen und frühzeitig einzubeziehen. Eine wichtige Rolle spielen hierfür Aufbau und Design der Online-Plattform, um dem Nutzer zu Partizipationsmöglichkeiten so verständlich und nutzbar wie möglich zu machen. Die Frontend-Entwicklerin Regine Heidorn spricht im Interview über ePartizipation aus Design- bzw. Frontend-Perspektive.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Nicht nur die Bundesregierung und Ministerien, auch Kommunen, Schulen, Sportvereine und Bürgerinitiativen entdecken die Partizipationsmöglichkeiten im Internet für sich. Was macht eine gute Online-Partizipationsplattform aus?</p>
<p><strong>Regine Heidor</strong><strong>n:</strong> Prinzipiell gelten die Erfolgskriterien, die allgemein für eine gute User Experience, also eine gute Nutzererfahrung, stehen: eine übersichtliche Gestaltung, deutliche Benennung von Auswahl- oder Eingabemöglichkeiten, ansprechendes Design, eindeutige Aufforderung zum Handeln (Call to Action). Speziell für den Bereich Online-Partizipationsplattform wird es schnell aufwändig, denn die Anforderungen sind bei jedem Projekt individuell. Im Gegensatz etwa zum Online-Handel gibt es weder eine messbare Kaufentscheidung noch sich wiederholende Abläufe wie etwa das Füllen eines virtuellen Einkaufswagens oder Bezahlvorgänge, für die mittlerweile etliche Sammlungen an Vorlagen und technischen Standards vorliegen.</p>
<p>Beobachtbar s<strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/regine-heidorn.png"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-145391 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/regine-heidorn.png" alt="regine-heidorn" width="192" height="192" /></a></strong>ind lediglich quantitative Kennzahlen wie abgegebene Beiträge, Stellungnahmen oder eine Statistik darüber, welche Informationen eingesehen wurden. Wichtig ist bei solchen Verfahren die Beachtung vielfältiger Meinungen, die in verschiedenen Diskussions-Stufen moderierend zusammengefasst werden. Der Erfolg spiegelt sich eher qualitativ. Da es sich meist um Projekte handelt, die von öffentlichen Stellen getragen werden, sind die Anforderungen an Datenschutz und Barrierefreiheit besonders hoch.</p>
<p>Zum Beispiel bei der Öffentlichkeitsbeteiligung für Schleswig-Holstein: Die Anforderung war, dass unangemeldete Bürger zu Verfahren der Bauleitplanung eine juristisch verbindliche Stellungnahme online abgeben können.</p>
<p>Ein gutes Frontend für politische oder administrative Beteiligungsprozesse bemisst sich letztlich daran, wie gut es gelingt, die Beteiligungs- und Verwaltungsangebote so zu übersetzen, dass sie für möglichst viele Menschen selbsterklärend zu entscheiden sind. Wenn wir es schaffen, dass Menschen dann auch noch Spaß daran haben, die Anwendung auf unterschiedlichen Endgeräten wie Smartphone oder Tablet zu benutzen, haben wir unser Ziel erreicht.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wie läuft der Entwicklungsprozess bei digitalen Beteiligungsplattformen ab? Welche Entwicklungsschritte durchläuft jedes Beteiligungsprojekt?</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Hauptsächlich geht es darum, bereits vorhandene Verwaltungsprozesse abzubilden. Die Anforderungen müssen in bewährte Informationsarchitektur und allgemeinverständliche Nutzungsoberflächen von Web-Anwendungen übersetzt werden.</p>
<div class="c33l info-box"><div class="subc"><strong>Regine Heidorn</strong> hat in Berlin eine Ausbildung zum Multimedia Creative absolviert und war anschließend für einige Zeit selbständig mit der Bit-Boutique®. Sie ist passionierte Barcamp-Besucherin und Autorin des Buches <a href="https://entwickler.de/press/shortcuts/css-121528.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CSS &#8211; Best Practices und Wartbarkeit</a>. Derzeit arbeitet Heidorn als Frontend-Entwicklerin bei <a href="https://www.demos-deutschland.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">DEMOS</a>.</div></div>
<p>Die Anforderungen an die Software werden vor Ort mit den Kunden erarbeitet, die folgende Entwicklung bewegt sich entlang des tatsächlichen Bedarfs unter wiederholter Überprüfung durch unsere Kunden, Anwenderinnen und Anwender.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Welche Gemeinsamkeiten haben Beteiligungsprojekte? Kann man gewisse Erkenntnisse verallgemeinern?</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Zunächst gibt es unterschiedliche Themenfelder bzw. Beteiligungstypen, für die jeweils unterschiedliche Tools benötigt werden. So benötigt man für Bürgerhaushalte etwa die Möglichkeit, Vorschläge auf ihrem Entscheidungsweg zu verfolgen, für Beteiligungsprojekte eher die Möglichkeit, Beiträge geografisch zu verorten. Auch ist entscheidend, wie offen der Beteiligungsprozess gestaltet werden kann und ob eine anonyme Beteiligung möglich sein soll. Viel hängt letztlich von den Vorstellungen und den Zielsetzungen der Auftraggeber ab: Geht es eher um eine Expertendiskussion oder darum, möglichst viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erreichen. Oder, wie beim Bürgerhaushalt Lichtenberg, um eine Abstimmung über die Verwendung eines festgesetzten Budgets.</p>
<p><strong><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/www-buergerhaushalt-lichtenberg-de-vorschlagsliste_bearb.jpg"><img decoding="async" class="alignleft wp-image-145397 " src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/www-buergerhaushalt-lichtenberg-de-vorschlagsliste_bearb-630x1221.jpg" alt="www buergerhaushalt-lichtenberg de-vorschlagsliste_bearb" width="369" height="715" /></a>politik-digital.de:</strong> Wichtig bei E-Partizipation sind natürlich die Nutzerfreundlichkeit und das ansprechende Aussehen der Seite – also das Frontend, für dessen Programmierung Frontendentwickler zuständig sind. Welche weiteren Gruppen arbeiten an einem solchen Projekt mit und ab welchem Zeitpunkt wird welche Gruppe in die Entwicklung eingebunden?</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Bei DEMOS haben wir in der letzten Zeit erfolgreich die agile SCRUM-Methode im Projekt- und Produktmanagement eingeführt. Das ist eine Methode für ein flexibles Projektmanagement, bei dem alle im Team die Arbeit immer wieder neu an die Bedürfnisse anpassen. Das ganze Entwicklungsteam ist damit sehr früh eingebunden.</p>
<p>Dieses Vorgehen hat sich dahingehend bewährt, dass möglichst viele Aspekte im Vorfeld diskutiert und entschieden werden. Im Arbeitsprozess selbst unterliegen die Ergebnisse permanenter Überprüfung und können zeitnah korrigiert werden. Eventuelle Unklarheiten können wir mit unseren Kunden erörtern und gemeinsam die bestmögliche Lösung finden.</p>
<p>Für viele Projekte hat sich als Vorgehensweise &#8220;Frontend first&#8221; bewährt &#8211; am Frontend differenzieren sich letztlich die Anforderungen aus Nutzersicht. Eine funktionierende Testseite macht deutlicher, was genau für die Umsetzung beachtet werden muss.</p>
<p><strong>politik-digital.de:</strong> Wichtig bei der Entwicklung ist die Zielgruppe: Wer soll mit dem Projekt angesprochen werden und welche Ansprüche hat die Zielgruppe an die Partizipationsplattform? Um die Nutzerfreundlichkeit und die Verständlichkeit der Plattformen zu testen, können verschiedene Kontrollgruppen ausgewählt werden. Nutzt ihr diese Möglichkeit?</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Je nach Projekt sind unsere Zielgruppen sehr unterschiedlich. Bei Diskussionsforen zu einem bestimmten Thema, etwa Familienplanung, kann die Zielgruppe klar eingegrenzt werden. Bei Projekten zur Bürgerbeteiligung sehen wir uns immer mit der Aufgabe konfrontiert, eine Plattform für alle Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. Prinzipiell entwickeln wir sowohl für unseren direkten Kunden, etwa eine Behörde, und für deren Kunden, letztlich die Nutzernnen und Nutzer. Eine Partizipationsplattform muss gleichzeitig für administrative Insider sowie für themenfremde Bürgerinnen und Bürger verständlich und nutzbar sein.</p>
<p>Abstrakte Nutzertests haben nur bedingt Aussagekraft. Allerdings können wir im SCRUM-Prozess unsere Kunden sehr früh in den Entwicklungsprozess einbeziehen und flexibel auf die jeweiligen Anforderungen reagieren. Je nach Größe des Auftrags ziehen wir mitunter externe Spezialisten hinzu, zum Beispiel aus den Bereichen Design oder User Experience. Insbesondere bei Projekten, die wir seit Jahren betreuen, hilft die Kommunikation mit Externen bei der Überwindung einer gewissen Betriebsblindheit.</p>
<p>Bild: <a href="https://www.flickr.com/photos/testrunbomber842/10053155455" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Martin Voltri</a></p>
<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><img decoding="async" class="alignleft  wp-image-139428" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/CC-Lizenz-630x11011.png" alt="CC-Lizenz-630x1101" width="441" height="77" /></a></p>
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		<title>Bürgerdialog? Da war doch was</title>
		<link>https://www.politik-digital.de/news/buergerdialog-da-war-doch-was-2-142028/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Sep 2014 14:26:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerdialog]]></category>
		<category><![CDATA[Basisdemokratie]]></category>
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					<description><![CDATA[Was ist eigentlich von der Beteiligungseuphorie der Volksparteien und den großen E-Partizipationsprojekten der letzten Legislaturperiode übrig geblieben? Vor der Bundestagswahl [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bürgerbeteiligung_crop.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-full wp-image-142037" alt="Bürgerbeteiligung_crop" src="http://politik-digital.de/wp-content/uploads/Bürgerbeteiligung_crop.jpg" width="640" height="280" /></a>Was ist eigentlich von der Beteiligungseuphorie der Volksparteien und den großen E-Partizipationsprojekten der letzten Legislaturperiode übrig geblieben? Vor der Bundestagswahl 2013 hatten CDU und SPD großflächige Online-Bürgerbeteiligungskampagnen gestartet. Seit der Wahl ist ein Jahr vergangen – genug Zeit für die neue Regierung, sich darüber klar zu werden, wohin die Reise in Sachen demokratischer Teilhabe gehen soll. politik-digital.de forscht nach.<br />
Im Vorfeld der letzten Bundestagswahl schien in der Politik die Begeisterung für internetgestützte Bürgerbeteiligungsprojekte groß zu sein. Bereits 2011 startete die Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP mehrere themenspezifische Online-Bürgerdialoge, die aber nur mäßige Resonanz fanden. Doch Angela Merkel ließ sich nicht lumpen und startete Anfang 2012 mit dem „Zukunftsdialog“ <a href="http://politik-digital.de/die-zukunft-der-zukunftsdialoge/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">das in puncto Kosten, Teilnehmern und medialer Aufmerksamkeit bislang größte internetgestützte Bürgerbeteiligungsprojekt Deutschlands.</a> Während parallel über einhundert Experten in verschiedenen Arbeitsgruppen Denkanstöße und Handlungsempfehlungen für die Politik entwickelten, konnten Bürgerinnen und Bürger zweieinhalb Monate lang auf einer Online-Plattform Wünsche posten, kommentieren und bewerten. So kamen über 11.000 Vorschläge, fast 97.000 Kommentare und 2,3 Millionen Bewertungen zusammen.<br />
Anfang 2013 legte dann die SPD nach und veranstaltete den SPD-Bürgerdialog. In dessen Rahmen waren Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, online, postalisch und auf ca. 350 Veranstaltungen Vorschläge für das Regierungsprogramm der Sozialdemokraten abzugeben. Aus den rund 40.000 Vorschlägen wurden auf einem Bürger-Konvent schließlich 11 Forderungen destilliert, die in das Regierungsprogramm aufgenommen wurden. Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück <a href="http://www.spd.de/buergerdialog/91752/20130302_buergerprojekte.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">frohlockte damals „Diese Premiere ist geglückt!“</a> und versprach, die SPD werde solche Dialoge wiederholen. Eine Volkspartei, die Volkspartei bleiben wolle, müsse sich öffnen, sonst laufe sie Gefahr, in einer gewissen Selbstbezogenheit zu ersticken.</p>
<h3>Beteiligung ja, nur bitte nicht zu viel</h3>
<p>Ob die neue Beteiligungseuphorie in den etablierten Parteien nun am Einfluss der Piratenpartei, der Bürgerforderung nach mehr politischer Mitsprache oder dem Wunsch der Parteien nach einer zeitgemäßen Kommunikation mit dem Volk lag, ist nicht bekannt. Die große Resonanz auf die Projekte zeigt jedoch, dass Online-Beteiligung nicht mehr nur ein Thema für die digitale Elite ist. Darauf lässt auch eine aktuelle <a href="http://www.hiig.de/wp-content/uploads/2014/06/20140609_Studie_DIGITAL.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Studie des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft</a> schließen, der zufolge 94 Prozent der Befragten mindestens eine Form der Online-Beteiligung kennen. Immerhin 49 Prozent gaben sogar an, schon einmal aktiv eine E-Partizipationsmöglichkeit genutzt zu haben. Am häufigsten werden dabei Online-Petitionen unterzeichnet, über politische Sachverhalte abgestimmt oder politische Beiträge verfasst.<br />
Man müsste den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel und die Kanzlerin also für ihr Gespür für den Zeitgeist und ihr Eintreten für basisdemokratische Diskussionsprozesse loben, beschliche einen bei genauerem Hinsehen nicht das Gefühl, dass es mehr um die Außenwirkung als um den Austausch von Ideen geht.<br />
Zwar wurden die elf aus dem SPD-Bürgerdialog destillierten Vorschläge tatsächlich in das Regierungsprogramm aufgenommen, es ist allerdings bemerkenswert, dass alle Vorschläge, die schließlich aus dem Pool von 40.000 Ideen ausgewählt wurden, komplett mit der Parteilinie übereinstimmten. Die Innovationskraft des Bürgerdialogs hielt sich dementsprechend doch eher in Grenzen, und von einer Öffnung der Volkspartei für neue Ideen kann auch nicht die Rede sein.<br />
Ähnlich verhielt es sich mit dem Zukunftsdialog. Zwar wurden am Ende des Prozesses die Verfasser der zehn meistgevoteten Vorschläge, die unter anderem ein <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/SharedDocs/Blog/DE/2012-06-29_BK%27in_trifft_TN_Onlinedialog.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gesetz gegen die Leugnung des Völkermordes an Armeniern, die Legalisierung von Cannabis, die Wiedereinführung der doppelten Staatsbürgerschaft und eine Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen</a> forderten, wie versprochen zu einem Treffen mit der Kanzlerin eingeladen.<br />
Eine öffentliche argumentative Auseinandersetzung mit den unbequemen Vorschlägen, die über ein kurzes Gespräch mit der Kanzlerin hinausging, suchte man allerdings vergeblich. Statt transparent zu erklären, warum die Umsetzung vieler Ideen für sie nicht in Frage kommt, <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/SharedDocs/Blog/DE/2012-07-04_Kanzlerin_trifft_TN_Online-Dialog.html?nn=475462" target="_blank" rel="noopener noreferrer">versprach Merkel, allerlei Themen im Auge zu behalten, sich noch eine Expertenmeinung zur Legalisierung von Cannabis einzuholen, und fand im Zusammenhang mit dem bedingungslosen Grundeinkommen die Frage nach gesellschaftlicher Teilhabe und Solidarität „spannend“</a>. Als Dialog, im Sinne einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den gegenseitigen Standpunkten, ist das nur mit sehr viel Wohlwollen zu bezeichnen.<br />
Von den meistbewerteten Dialogvorschlägen beschäftigt nur einer die Politik noch heute – der Ruf nach mehr Unterstützung für Hebammen. Ein Ergebnis des Zukunftsdialogs war die Einsetzung der interministeriellen Arbeitsgruppe „Versorgung mit Hebammenhilfe“. Im April dieses Jahres veröffentlichte das Gesundheitsministerium deren Abschlussbericht, zusammen mit Vorschlägen des Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe zur finanziellen Entlastung der durch hohe Haftpflichtprämien belasteten Hebammen. Mittlerweile wurde eine Bezuschussung von Hebammen, die wenige Geburten betreuen, durch die gesetzlichen Krankenkassen beschlossen. Nitya Runte<span style="font-size: xx-small"></span>, die Vorsitzende des Vereins Hebammen für Deutschland e.V. und Vertreterin des Vorschlags zur Förderung außerklinischer Geburten, ist zwar skeptisch, ob die getroffenen Maßnahmen die Situation der Hebammen tatsächlich verbessern werden, bewertet ihre Teilnahme am Zukunftsdialog rückblickend aber als positiv. Zwar hätten verschiedene Faktoren wie die Lobbyarbeit von Hebammenverbänden und die zahlreichen Proteste von Hebammen und Eltern zusammengewirkt, um das Thema auf die politische Agenda zu bringen. Der Zukunftsdialog sei jedoch hilfreich gewesen, um Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu erzeugen und die breite Integration unterschiedlicher Ressorts zu erreichen, die nötig ist, um komplexe Sachverhalte voranzubringen.<br />
Neben den Autoren der meistbewerteten Vorschläge auf der Online-Plattform luden Bundespresse- und Bundeskanzleramt auch zehn weitere Teilnehmer, deren Vorschläge weniger kontrovers waren, zu dem Treffen mit der Kanzlerin ein. Abgesehen von Nitya Runtes Vorschlag wurden seitdem nur die vom Mitarbeiterstab der Kanzlerin ausgewählten Ideen weiterverfolgt. So übernahm Merkel die Schirmherrschaft über ein Projekt, das deutschlandweit <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/SharedDocs/Blog/DE/2014-04-04-wiedervereinigungsdenkmal.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bäume als grünes Wiedervereinigungsdenkmal</a> pflanzen will. Das Umweltministerium unterstützt eine jährliche <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/SharedDocs/Blog/DE/2013-10-14-trashbusters-2.html?nn=475462" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Dreck-Weg-Woche“</a> an Schulen. Gute Ideen, sicherlich, aber ein großer Wurf in Sachen Bürgerbeteiligung sieht anders aus. Zwar wurde<a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/SharedDocs/Blog/DE/2014-04-01-ergebnisse-koa-vertrag.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> stolz verkündet</a>, dass im Koalitionsvertrag Ideen aus dem Zukunftsdialog aufgegriffen wurden. Diese stammen aber ausschließlich aus den verschiedenen Expertengremien.<br />
Welchen Stellenwert Bürgerbeteiligung für die Kanzlerin hat, lässt auch das von ihr herausgegebene Buch zum Zukunftsdialog erahnen. Während sich die Ausführungen zum Expertendialog über 200 Seiten erstrecken, werden dem analogen und digitalen Dialog mit den Bürgern ganze elf Seiten gewidmet. Inhalte sind auch hier eher nebensächlich, viel lieber wird ausführlich beschrieben, wie die Kanzlerin zu einem Treffen mit Bürgern vorfährt, Hände schüttelt und Handyfotos mit einem schüchternen 18-Jährigen macht, der „irgendwas mit Internet“ vorschlagen wollte. Zum Online-Dialog erfährt man, dass im Redaktionsraum des Bundespresseamts zwölf Computer stehen und dass besonders viele Vorschläge gepostet wurden, als es schneite. Und immer wieder zeigt sich, für Angela Merkel bedeutet Dialog: Die Bürger dürfen ihre Wünsche zu Reformen der Bildungspolitik, Infrastrukturmaßnahmen im ländlichen Raum oder einer stärkeren Förderung des Ehrenamts vortragen, die Kanzlerin hört unverbindlich zu und hat „großes Verständnis“.<span style="font-size: xx-small"></span><br />
<b>Neue Legislatur, neues Glück</b><br />
Nun könnte man angesichts von unerwünschten Ideen und lästigen Nachfragen von Bürgern die neue Legislaturperiode nutzen, um einen Schlussstrich unter den ganzen Online-Beteiligungsquatsch zu ziehen und sich wieder voll und ganz den bewährten Pfaden der repräsentativen Demokratie zu widmen. Schließlich bescheinigt eine <a href="https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/140905_Demokratie-Studie.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung</a> E-Partizipationsverfahren den schlechtesten Ruf aller Beteiligungsformen – sowohl bei Politikern als auch im Volk.<br />
Doch die zur Schau getragene Beteiligungseuphorie der Volksparteien hält auch nach der Wahl an. Im Koalitionsvertrag bekunden SPD, CDU und CSU ihre Begeisterung für ein Mehr an Bürgerbeteiligung, gerade im digitalen Bereich: „Wir wollen die Potenziale der Digitalisierung zur Stärkung der Demokratie nutzen. &#8230; Den Sachverstand und die Meinung der Bevölkerung suchen wir auch über digitale Beteiligungsplattformen, so dass konstruktive und frühzeitige Einflussnahme von Bürgerinnen und Bürgern besser gelingt.“<br />
Und auch in der Digitalen Agenda bekennt sich die Bundesregierung zu mehr Partizipation und verspricht, digitale Beteiligungsmöglichkeiten zu verbessern. Denn: „Demokratie lebt von Teilhabe“ und „das Internet ist mehr als nur Wachstums- und Innovationstreiber: Es erleichtert die Partizipation an gesellschaftlichen Entwicklungen und Entscheidungsprozessen“. Klingt gut, konkrete Maßnahmen oder geplante Projekte werden jedoch keine genannt. Aber die Digitale Agenda ist ja auch kein fertiges Maßnahmenpaket, sondern ein <a href="http://politik-digital.de/digitale-agenda-das-hausaufgabenheft/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Hausaufgabenheft“</a>, wie Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei der Vorstellung<span style="font-size: xx-small"> </span>zu Protokoll gab.<br />
Konkrete Bürgerbeteiligungsprojekte der Regierung gibt es ein Jahr nach der Wahl also noch nicht. Das Kanzleramt lässt jedoch verlautbaren, dass die Bundesregierung unter Federführung der einzelnen Ressorts im kommenden Jahr verschiedene <a href="https://www.dialog-ueber-deutschland.de/SharedDocs/Blog/DE/2014-04-02-dialog-lebenqualitaet.html?nn=475462" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bürgerdialoge zum Thema „Gut leben &#8211; Lebensqualität in Deutschland“ plant</a>. Wie genau diese ausgestaltet sein werden, ist noch unklar, am Ende des Prozesses soll aber die Entwicklung eines „Indikatoren- und Berichtssystems zur Lebensqualität in Deutschland“ stehen.<br />
Und die SPD hat erst vor wenigen Tagen einen <a href="https://pbs.twimg.com/media/Bxu7apGIEAAdD-w.jpg:large" target="_blank" rel="noopener noreferrer">komplexen Diskussionsprozess</a> zum Thema #DigitalLeben gestartet, an dessen Ende der Beschluss eines SPD-Programms für die digitale Gesellschaft stehen soll. Zunächst sind Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, Ideen zu der Frage „Wie verändert das Internet unser Leben?“ einzureichen. <a href="http://digitalleben.spd.de/digitale-gesellschaft/viele-ideen-fuer-das-beste-ergebnis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ende nächsten Jahres wird dann unter anderem online über die bis dahin erarbeiteten Vorschläge abgestimmt.</a><br />
Man darf also gespannt sein, ob und wie die Regierung ihre Versprechen aus Koalitionsvertrag und Digitaler Agenda umsetzen wird. Wird man beispielsweise Wege finden, Manipulationen von Abstimmungsergebnissen künftig zu erschweren und eine konstruktive Verknüpfung und Weiterentwicklung von Vorschlägen zu ermöglichen? Inwieweit wird die Regierung diesmal bereit sein, sich auf einen Dialog mit den Bürgern einzulassen?<br />
Bei aller Kritik an den bisherigen Beteiligungskampagnen von SPD und CDU ist eines ganz klar: Online-Partizipationsverfahren sind kein Allheilmittel. Sie werden eine Beteiligungsunlust, wie sich kürzlich bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Thüringen zeigte, nicht kurieren. Sie können aber eines von vielen Mitteln sein, um öffentlichkeitswirksam Teilhabe herzustellen und Politik und Bürger näher zusammenzubringen.<br />
Statt parlamentarische Debatten und den analogen demokratischen Willensbildungsprozess zu ersetzen, sollten E-Partizipationsverfahren diese ergänzen und bereichern. Deshalb ist das Bekenntnis der Bundesregierung zu einer stärkeren Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in den politischen Prozess richtig und wichtig. Damit die guten Vorsätze Realität werden können, muss sich die Politik allerdings wirklich auf ein Mehr an Bürgerbeteiligung einlassen. Statt medienwirksamer Beteiligungsplazebos braucht es ernstgemeinte Partizipationsmöglichkeiten. Denn die Menschen sind nicht dumm und nehmen genau wahr, ob eine ernsthafte Auseinandersetzung mit ihren Vorschlägen stattfindet oder ob sie nur zu Statisten der nächsten politischen Kampagne degradiert werden. Und es gibt kaum Schlimmeres, als den Bürgern das Gefühl zu geben, es ändere sich ja doch nichts, egal ob und wie sie sich beteiligen.<br />
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Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/wecand/3911337741/in/photolist-3fCzD8-6XCCrB-4c6ug6-cKZ9XY-hvPSue-hvNPnf-hvNmyN-hvNPjE-hvNkDS-hvNkdS-hvNs6Q-hvNqpd-hvNoHh-hvPR5R-hvN7Vz-hvN62z-hvNU37-hvPM6Z-hvN5kK-hvNohC-hvNjQs-hvPMHa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Andreas Wecker</a><br />
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